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FESTTAGE |
... dèrf scho einisch Chilbi syy |
AUGUST
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Dorfchilbi
Sennenchilbi
Diverse
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Die
Herbstzeit ist traditionelle Chilbizeit. Die meisten dieser Feiern gehen
auf die jährliche Erinnerungsfeier der Kirchweihe zurück. Im Laufe der
Zeit ist die Chilbi jedoch zum Synonym jeglicher Art von Volksfesten
geworden. Früher nahm die Chilbi im Urner Festkalender eine zentrale
Stellung ein. Ihre Attraktivität wurde denn auch in mehreren Urner
Volksliedern besungen. Das Urner Volkslied "Mäitäli, wenn dü
witt ga tanzä" brachte es auf den Nenner: "Sunntig isch scho
mängisch gsyy, und uf dryymal hundert Wärchtig darf scho äinisch
Chilbi syy!" Das immer grössere Unterhaltungsangebot brachte die
zentrale Stellung der Chilbi in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts
ins Wanken.
Bei
den Chilbenen lassen sich grundsätzlich drei Kategorien unterscheiden.
Ursprünglicher Hauptgrund der Urner Chilbi ist das Jahresgedächtnis
der Weihe von Kirchen und Kapellen. Durch die Weihe wurde die Kirche der
weltlichen Zweckbestimmung entzogen und für den Gottesdienst bestimmt.
Der Brauch, dieses Jahresgedächtnis festlich zu begehen, ist Ende des
4. Jahrhunderts erstmals in Jerusalem nachweisbar. Im Westen sind
Kirchweihfeste seit dem 5. Jahrhundert bezeugt und sie wurden früh mit
Volksbräuchen angereichert. Die Kirchweihe entwickelte sich seit dem
Mittelalter zum wichtigsten bäuerlichen Jahresfest.
Die
Feiertagsreduktionen dekretierten in gewissen Regionen ein einheitliches Datum für
die Feier der Chilbi in einem bestimmten Territorium, wogegen sich
allerdings viel Volkswiderstand regte. Nach dem Zweiten Vatikanischen
Konzil (1962-65) gilt, dass jede Kirche ihre Kilbi am Jahrestag ihrer
Weihe, sofern dieser bekannt ist, als Hochfest feiert. Ein gemeinsames
Jahresgedächtnis der Kirchweihen gibt es nur noch in jenen Kirchen, die
ihren Weihetag nicht kennen.
Von
Mitte August bis zum Sonntag nach Martini
In
Uri beginnt die Zeit der Kirchweihfeste am ersten Sonntag nach Mariä
Himmelfahrt (15. August), wo das Fest der Kirchweihe in Hospental und in
Schattdorf gefeiert wird sowie die Klausenchilbi stattfindet. Ein
quantitativer Höhepunkt wird Ende September erreicht. Sofern der
Kalender es will und den Herbstmonat mit vier Sonntagen beschert, werden
am vierten beziehungsweise letzten Sonntag im September die Kirchweihen
in Amsteg, Attinghausen, Bristen, Flüelen und Göschenen gefeiert. Der
Vergleich zu den Daten der Kirchweihen des 20 Jahrhunderts: In Flüelen
vollzog Bischof Georgius Schmid von Grüneck die feierliche Konsekration
am 6. August 1912, in Göschenen am 16. September 1900 und in Bristen am
29. September 1913. Resultat: Lediglich in Bristen wird die Chilbi ihrem
Ursprungsdatum gerecht! Die letzte Chilbi vor der nahenden Adventszeit
ist die Altdorfer und Gurtneller Chilbi an Martini beziehungsweise am
Sonntag nach dem 11. November. Diese beiden Orte beinhalteten nicht
immer den Abschluss der Chilbifestlichkeiten. Als in Flüelen die Alte
Kirche noch als Gotteshaus diente, wurde die Flüeler Chilbi Mitte
November abgehalten und fiel meistens mit der Altdorfer Chilbi zusammen.
Dieses Datum entsprach tatsächlich dem Gedächtnis der Kirchweihe,
welche am 16. November 1664 stattgefunden hatte. Die Chilbi führte die
Verwandtschaft zusammen, deshalb war der Chilbi- oder Nachtag oft und
vielerorts auch Totengedenktag.
Die
Chilbi ein gutes Geschäft für die Wirte
Dass
bei der Datumswahl der Kirchweihe auch wirtschaftliche und vor allem
gastwirtschaftliche Interessen mitwirkten, zeigt sich am Beispiel der
Altdorfer Chilbi. Im Spätmittelalter wurde die Altdorfer Kirchweihe um
den Tag des Heiligen Kreuzes (14. September) gefeiert. In der Folge kam
die Altdorfer Kirchweihe um den Martinstag, 11. November, dem Namenstag
des Kirchenpatrons zu liegen und traf meistens mit der Flüeler Chilbi
zusammen. Anfangs 1912 beschloss der Urner Landrat, die krichlichen
Feiertage zu reduzieren. Nebst fünf anderen Kirchenfesten wurde auch
der Martinstag als staatlicher Feiertag aufgehoben. In der Folge
beschloss die Gemeindeversammlung Altdorf, den Kilbitag vom 11. November
auf den zweiten Sonntag im Oktober zu verschieben. Ein ungünstigeres
Datum hätte man aus gastwirtschaftlicher Sicht aber wahrlich nicht
finden können! Nun fand die Altdorfer Chilbi am gleichen Tag wie die
Bürgler
Sennenchilbi statt und gehörte inskünftig zu den "stilleren"
Chilbenen im Lande. Nach knapp zwei Jahrzehnten konnten die Altdorfer
Wirte sich mit dem Datum endgültig nicht mehr befreunden und reichten
eine Initiative um Rückverlegung auf den Sonntag nach Martini ein. Die
Gemeindeversammlung stimmte 1930 dem Begehren zu. Vorgängig der
Martini-Chilbi 1930 meldeten sich die Altdorfer Wirte per
Zeitungsinserat zu Wort und versprachen, dass die Altdorfer Chilbi
wieder die schönste im Land werde, "weil die Wirtevereinigung von
Altdorf es sich zur Ehre anrechnet, den verehrten Gästen von Nah und
Fern in musikalischer wie in kulinarischer Beziehung nur das Beste vom
Besten zu bieten."
Die
Bürgler Sennenchilbi am Sonntag vor St. Gallustag steht in keinem
Zusammenhang mit der Kirchweihe. Sie ist zwar auch religiösen
Ursprungs, hat jedoch den Charakter eines Erntedankfestes. Gedankt wird
für die gesunde Heimkehr von Mensch und Vieh von der Alp und für den
reichen Ertrag an Käse und Butter. Träger dieses Anlasses ist die im
Jahre 1593 gegründete Sennenbruderschaft. Die
Sennenchilbi unterscheidet sich denn auch von den anderen Kirchweihfesten durch einen
besonderen Ablauf.
Kulinarische
Chilbispezialitäten
Das
Fest der Kirchweihe begann mit dem Gottesdienst. Die Bevölkerung
kleidete sich festlich. Nicht nur "d Silener Büäbä" putzten
sich heraus und kamen daher - gemäss gleichnamigem Volkslied -
"grad wenn ä jedwedänä ä Landammä wäär." Der in den
Volksliedern ebenfalls besungene Landammann ging am Chilbisonntag vom
Weibel begleitet zur Kirche. Die Chilbigänger waren mit der "Chilbi-Chyydä"
geschmückt, einem Rosmarin-Zweig mit farbigen kleinen Maschen.
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Letzte Aktualisierung: 5.6.2010 / Phideau & Fidospan> |
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