Fasnachtsplaketten

Die
Fasnacht kostet Geld. Der Blick in das Portemonnaie am Aschermittwoch
ist meistens ein trauriger, obwohl während der Fasnachtstage mit dem
Gang zum Banco- oder Postomaten früher eingetretene Ebben schnell
durchflutet werden konnten. Die Klage über das verausgabte Geld ist
denn auch fast so alt wie die Fasnacht selbst.
Bilanz
ziehen müssen spätestens an der Generalversammlung auch die
verschiedenen Fasnachtsvereine. Ausgaben und Einnahmen hielten sich in
der Vergangenheit nicht immer die Waage. Wenn die Schale sich allzu
stark ins Minus neigte, mussten die Aktivitäten beschränkt werden oder
das Ende des Fasnachtsvereins war damit besiegelt. Eine Hauptaufgabe der
Fasnachtsorganisationen war denn die Sorge um die Finanzen. Die erste
Finanzierungsidee lebte von den Mitgliederbeiträgen und den Sammel- und
Spendegeldern. Diese Sammelaktion hat sich zwar bis ins 21. Jahrhundert
gerettet, besteht jedoch vielerorts nur noch in einem netten Brief mit
der höflichen Aufforderung, den beiliegenden Einzahlungsschein, einst
grün, heute rot, grosszügig zu benützen. Traditionell originell gibt
man sich immer noch in Silenen zu zweit oder zu dritt mit der Trommel
auf Betteltour, um für Beiträge an die Katzenmusik zu bitten. Die Umzüge
versuchte man in der Weise zu organisieren, dass Fasnachtsaktien
herausgegeben wurden. Diese Aktien waren grafisch
schön gestaltet und enthielten zum Teil auch das Umzugsprogramm. Allen
Ausgaben war gemeinsam, dass eine Dividende nicht ausgeschüttet werden
konnte. Nachfolger der Fasnachtsaktie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg
zuerst das Umzugsabzeichen und dann vor allem die Fasnachtsplakette. Für
Einnahmen sorgt zudem der Sammelwagen am Umzug selbst. Eine
Einnahmenquelle ist weiter die Instrumentenvermietung.
Die
ersten Fasnachtsplaketten waren meistens aus Ton. Sie wurden von einer
namhaften Künstlerin oder einem aufstrebenden Künstler geschaffen und
stellten, da von Hand modelliert und angemalt, jede für sich ein Unikat
dar. Andere Plaketten waren aus Holz, auf welches irgendein Sujet gemalt
wurde. Anfang der 1970er-Jahre setzte sich die Plakette aus Metall
durch, welche nun als kupferne, silberne oder gar goldene am
Mantelrevers glänzte. Die Plakette zeigte eine allgemeine
Fasnachtsfigur oder nahm auf das Dorf oder dörfliche Geschehen Bezug.
Mit den Guggenmusiken wurde die Palette und das Aussehen der
Fasnachtsplaketten erweitert.
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ALTDORF
In
Altdorf dient die Fasnachtsplakette zur Finanzierung des alljährlich
stattfindenden Umzuges und wird vom Umzugskomitee herausgegeben.
Folgende Künstler
haben Fasnachtsplaketten kreiert: Gertrud
von Mentlen, Rudolf Bollinger, Gedeon Renner, Karl Iten, Walti Waser,
Fredy Burkart, Luca Schenardi, Fredi Bossart, Adriana Stadler, Matteo
Schenardi, Annemarie von Mentlen und Edmund Caviezel. Die ersten
Plaketten wurden um 1950 verkauft. Im Jahre 2010 betrugen die Preise für
die Plaketten: Kupfer Fr. 8.–, Silber Fr. 10.–, Gold Fr. 30.–.
Der grosse Bronce-Abguss ist für Fr. 90.-- zu haben.
AMSTEG
Es
wurden zwei Pins aus Kunststoff (1983) und Metall (20-Jahr-Jubiläum)
mit dem Drapoling
als Sujet angefertigt.
ANDERMATT
An der
Fasnacht 1956 wollte man ein offizielles Fasnachtsabzeichen in den
Verkauf bringen. Ein Jahr später wurde beschlossen, dass inskünftig
der Urschner-Bär im offiziellen Abzeichen vorhanden sein sollte. Der
Bär war dann anscheinend doch etwas zu gross. Es entstand zwar eine
ungebrochene Plakettentradition, doch das Wappentier liess sich nicht immer
in den Plakettenrahmen zwängen.
ATTINGHAUSEN
Die
erste Plakette wurde im Jahre 1984 zum 30-Jahr-Jubiläum der
Katzenmusikgesellschaft herausgegeben. Die Plaketten wurden allesamt von
Verena Wyrsch gestaltet. 1993 wurde die letzte Plakette herausgegeben,
da der Verkauf nicht mehr rentierte.
BÜRGLEN
In Bürglen
besteht eine lang Plakettentradition. Zudem wurden Plaketten zu Jubiläen
herausgegeben: 1987 zum 50-Jahr-Jubiläum der Katzenmusikgesellschaft,
1990 zum 10-Jahr-Jubiläum der
Tellsymphoniker.
ERSTFELD
Othmar
Steiger gestaltete in Erstfeld unzählige Plaketten. Die
Katzenmusikgesellschaft gab sporadisch, vor allem zu den Jubiläen,
Fasnachtsplaketten heraus. Die beiden Guggenmusiken «Kröntä Guggä»
und «Feengeischter» setzten die Tradition zum Teil fort.
FLÜELEN
Die
Fidelitas Flüelen hat seit 1972 eine ungebrochene Plakettentradition. Die
Sujets stellten zuerst Masken, dann Dorfansichten und Gebäude dar. Seit
2000
bilden die Buchstaben von Flüelen das Sujet der Plaketten.
GÖSCHENEN
Einzelne
Plaketten wurden von der Guggenmusik Spätzinder herausgegeben.
GURTNELLEN
Der
Fasching-Club gab 1985 zum 35-Jahr-Jubiläum eine Plakette heraus. Von
der Guggenmusik Smürfer existieren zwei Plaketten.
HOSPENTHAL
In
Hospental werden keine Plaketten mehr verkauft. An deren Stelle sind
Gebrauchsgegenstände getreten, welche zum Fasnachtsmotto Bezug haben.
So gab es 2004 zum Motto Jäger und Fischer «Huuswirschtli», Sardellen
und Salamettli, speziell verpackt mit dem Logo der Gesellschaft.
REALP
Die
Guggenmusik Sumpfhiähndr Realp gab Anfang der 1990er-Jahre zwei
Plaketten heraus.
SCHATTDORF
Eine
grosse Plakettentradition hat die Katzenmusikgesellschaft Schattdorf.
Nach Maskensujets und Gebäudeansichten kommen seit 2000 die Dorfvereine
zu Ehren.
Von 1988
– 1999 gab auch die Guggenmusik «Nachtschwärmer»
Plaketten heraus. Keiner scheute die grosse Arbeit, wie Giessen und
Malen. Es war eine halbe Wissenschaft, bis man durch die richtige
Technik die Schrift sauber und
perfekt giessen konnte. Eine echte Leistung der Mitglieder. Leider
musste man mit den Jahren einsehen, dass der Aufwand zum Ertrag in
keinem Verhältnis mehr stand. Die Zeit der aufwändigen
Plakettengiesserei und -malerei war vorbei. Neue
Ideen waren gefragt.
SISIKON
Anlässlich
der Jubiläen der Katzenmusikgesellschaft wurde eine Plakette
herausgegeben.
UNTERSCHÄCHEN
Zum
15-Jahr-Jubiläum wurde eine Plakette herausgegeben. Zum 20-Jahr-Jubiläum
gab es einen Pin.
WASSEN
In
den 1990er-Jahren begann die Guggenmusik Fraggles eine
Plakettentradition.
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