SAMICHLAUS

Der Heilige Nikolaus und Uri

  

 

 

 

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KIRCHENPATRON

Im Kanton Uri ist der Heilige Nikolaus als Kirchenpatron und vor allem auch als Schutzheiliger der Schiffsleute auf dem Vierwaldstättersee von Bedeutung.    

In Flüelen war die ehemalige Pfarrkirche dem heiligen Georg und Sankt Nikolaus geweiht. In der Kirche befinden sich eine Statue sowie ein Deckengemälde.  
     

NIKOLAUS-ALTAR 

Auf dem Weg in die Göscheneralp steht ein Bildstöcklein zu «Samichlausen» bei Wiggen, das neben den Fundamenten der alten 1883 durch Felssturz zerstörten Kapelle errichtet wurde. Diese ehemalige Niklausenkapelle soll nach der Volkssage das älteste Heiligtum Uris gewesen sein, bei dem Waldbrüder wohnten und verschiedene Wunder geschahen.

Die Barockkapelle in Zumdorf und das Beinhaus in Silenen sind ebenfalls dem heiligen Nikolaus geweiht. Eine Nikolauskapelle stand ehemals bei der Schanz in Wassen.  
    

Das spätgotische Flügelaltärchen (um 1520 entstanden) hatte beim Einsturz der Niklausenkapelle im Jahre 1883 keinen Schaden erlitten und befindet sich heute im Historischen Museum Uri in Altdorf. In der Mitte steht der heilige Nikolaus, flankiert vom heiligen Hieronymus und der heiligen Katharina. Auf den Innenseiten der Flügel sind Maria Verkündigung und der heilige Antonius dargestellt.
    

Auf dem Klausen wird 1717 eine bereits bestehende kleine Schirmhütte, die Samichlausenkapelle, erwähnt, in der man sich ein Bild oder eine Statue des Nikolaus vorzustellen hat. Der Pass hatte somit seinen Namen von dem heiligen Nikolaus erhalten. Die 1938 eingeweihte Kapelle wurde jedoch dem Bruder Klaus geweiht.  

Nikolaus ist schliesslich der zweite Patron der Pfarrkirche von Schattdorf. Das Gemeindewappen mit den drei goldenen Äpfeln kann deshalb in Beziehung zu den drei goldenen Kugeln des heiligen Nikolaus gebracht werden.

BRUDERSCHATFSTAFEL

Bis zum Bau der Axenstrasse 1865 war Uri nebst schmalen Fusswegen auf beiden Flanken vor allem auf dem Urnersee zu erreichen. Die Schifffahrt hatte somit eine grosse Bedeutung. Bedeutender Hafenort war Flüelen, von wo aus Säumerkolonnen und seit 1830 die Postkutsche über den Gotthard nach Italien führten. Schutzpatron der Schiffsleute war der heilige Sankt Nikolaus. Das Dampfschiff setzte der Tätigkeit der Schiffsgesellen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein Ende.  
  


Eine besonders schöne Darstellung der Schutzfunktion zeigt die Bruderschaftstafel der Schiffsgesellen des Landes Uri. Das ovale Bild in kunstvoll geschnitztem Holzrahmen wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts vom Bürgler Maler Franz Xaver Triner (1767 – 1824) gemalt. Rundherum sind die auf Blech gemalten Wappen der Bruderschafts- mitglieder aufgeschraubt. Die Bruderschaft der Schiffsgesellen des Landes Uri transportierte mit ihren Nauen Personen und Waren auf dem Vierwaldstättersee von Luzern nach Flüelen und umgekehrt. Das Bild schildert anschaulich, wie man sich das vorzustellen hat. Es zeigt den Uri-Nauen bei der Tellskapelle am Urnersee mit den Schutzheiligen Sankt Nikolaus  und der Muttergottes.  
  

NIKOLAUS UND BRUDER KLAUS

Für die Schifffahrt hatte auch das Gasthaus zur Treib als Schirmhaus eine wichtige Funktion. In der Ecke der grossen Gaststube sind der Bischof Nikolaus von Myra als Beschützer der Schiffsleute und der Landespatron des heiligen Nikolaus von Flüe gemeinsam verewigt.
     


       

Zwischen der Treib und dem Schillerstein steht auf einem Felsvorsprung, am «Samichlausegg», ein Bildstöcklein am Ufer, welches dem heiligen Nikolaus geweiht ist.