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Hirschlein nimm dich wohl in Acht ...

 

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Uri

Art: Rothirsch
Auftreten seit: 1950er-Jahre
Bestand: siehe Abschüsse
Schutz: melke Hirschkühe; mit Halsband markiertes Hirschwild; Hirschkälber (ausgenommen Nachjagd).
Schonzeit: vom 1. Februar bis 31. Juli
Jagd: Hochwildjagd
  

ABSCHÜSSE
1967: 26
1987: 108
2004: 189
2006: 203
2007: 239

   
Geschichte:
Am 17. September 1923 zeigte sich erstmals wieder ein Rothirsch im Urnerland. Doch der seltene Gast erntete nebst Bewunderung solche Aufmerksamkeit, dass er von der Arbeiterschaft der Munitionsfabrik zu Tode gehetzt wurde. Der Hirsch kam unglücklicherweise in dem Moment vom Herrenschachen in Richtung Fabrikgelände, als die Arbeiterschaft am Mittag aus dem Fabriktor strömte. Der Hirsch flüchtete und verfing sich auf seiner Flucht vor der Arbeiterschaft in einem Gebüsch. Der diensthabende Polizist hielt nach den ersten Einvernahmen in seinem Polizeirapport in Sachen "Nachforschungen punkto Hirsch" vorerst fest, dass seines Erachtens der Hirsch in Schattdorf weder gejagt noch gefangen worden, sondern "derselbe infolge Menschenscheu so davon gerast" sei, dass er "durch Überanstrengung verendete". Da das Jagen von Hirschen und Rehen gemäss Vollziehungsverordnung zum eidgenössischen Jagdgesetz verboten war, beschäftigte sich auch die Polizeidirektion Uri mit dem Fall. Es wurde überlegt einen verhöramtlichen Untersuch gegen die Personen einzuleiten, welche das "Tier zu Tode hetzten". Es wurde jedoch davon abgesehen, da sich "Hunderte von Arbeitern an der Treibjagd beteiligt haben sollen".

Die polizeilichen Nachforschungen ergaben, dass das ungefähr sieben Jahre alte Tier bereits im vergangenen Winter im Fellital gesichtet worden war. Es wurde angenommen, dass der Hirsch vom Bündnerland herüber gekommen war. In der Fellilücke wurden jedoch Manöver abgehalten und der Hirsch soll sich "aufgeschreckt durch den Schlachtenlärm" ins Tal geflüchtet haben. Es wurde ausdrücklich festgehalten, dass "ein Hirsch im Urnerland als Unikum zu betrachten" sei und es somit von Interesse wäre, wenn das Tier ausgestopft der Nachwelt gezeigt werden könnte. Hirschhaut und Geweih wurden deshalb der Direktion des Kollegiums zwecks Ausstopfung und Präsentation in der zoologischen Sammlung übergeben. Das Fleisch wurde dem Altdorfer Metzgermeister Johann Planzer für 125 Franken verkauft.  
    

Der Hirsch kehrt zurück

Anfangs 1950 gelang es dann in Ursern ein Hirschpaar einzufangen. Aufgrund eines Beschlusses des Jägervereins Ursern wurden die Tiere nach Erstfeld gebracht und im Wyler ausgesetzt. Bereits ein Jahr später musste allerdings die Hirschkuh wegen einem Steinschlag ihr Leben lassen. 1955 ereilte den Stier das gleiche Schicksal. Mit diesem Paar war die Wiederansiedlung in Uri noch nicht erreicht.

Durch Vermittlung des Bündner Patentjäger-Vereins gelangte der Urner Jägerverein im Jahre 1951 an das Justiz- und Polizeidepartement mit dem Gesuch um Lieferung einer Gruppe von Hirschwild. Es war der Wunsch des Urner Jägervereins und der kantonalen Polizeidirektion, diese Tiere im kantonalen Jagdbanngebiet auszusetzen, um damit allmählich eine Hirschkolonie zu gründen. Der Kleine Rat des Kantons Graubünden beschloss sodann an einer Sitzung im April 1951, dem Urner Jägerverein schenkungsweise fünf Hirsche zur Aussetzung im kantonalen Jagdbanngebiet zu übergeben. Die Hirsche wurden sodann im Kanton Graubünden eingefangen. Ein Tier erwies sich so zahm, dass es in den Tierpark Goldau verbracht werden musste. Ein zweites Tier wurde krank und musste abgetan werden. Die restlichen drei Hirsche wurden im Wylerwald in Erstfeld ausgesetzt. In Erstfeld hatten diese Hirsche eine besonders grosse Begeisterung ausgelöst, da diese Gemeinde den Hirsch im Wappen führt.

Die Hirschjagd wurde mit der Abschussbewilligung für einen Hirsch zum 50-Jahr-Jubiläum des Jägervereins Ursern im Jahre 1953 begonnen. Zur Eindämmung des Wildschadens wurden auch 1955 ein paar Hirsche zum Spezialabschuss freigegeben. Im Jahre 1961 konnte der Jäger mit dem Hochwildpatent und einer Zuschlagstaxe erstmals auf den Hirsch jagen. Drei Jahre später wurde die Jagdzeit auf die ganze Hochwildjagd ausgedehnt. Wildschaden machten immer wieder Spezialabschüsse notwendig. Der Sommerbestand der Hirsche wird heute auf 750 geschätzt.

WAPPENHIRSCHE

 

Die Gemeinde Erstfeld führt den Hirsch im Gemeindewappen.


Familienwappen Huber mit Hirsch.
      

ZUM HIRSCHEN

Einen Hirschen zum Einkehren gibt es in den folgenden Urner Gemeinden: Flüelen, Erstfeld, Amsteg und Wassen.