HAUSTIERE

Tierseuchen in Uri

 

Rindvieh Schaf Ziege Diverse

WILDTIERE

Bär Dachs Fuchs Gämse Hase Hirsch Luchs Marder Murmeltier Reh Steinbock Wildschwein Wolf Fische Insekten Lurche Reptilien Vögel Diverse
Jagd Krankheiten

NARRENTIERE

Flöhe Katzen

WAPPENTIERE

Uri
TOLLWUT

Betroffene Tiere: warmblütige Tiere: Fuchs (Hauptüberträger), Hund (Schaum vor dem Mund), Katze, Dachs u.a.; unter Nicht-Fleischfressern selten. 
Krankheitsverlauf:
Virusinfektion, die bei Tieren und Menschen eine akute lebensbedrohliche Gehirnentzündung verursacht.
Letztes Auftreten: 1982-1985
Geschichte: Nachdem Tollwutfälle in den Nachbarkantonen Glarus und Schwyz aufgetreten waren, erlaubte der Regierungsrat im September 1972 den Abschuss  folgender Tiere: streunende Katzen und dem Wild nachjagende Hunde, sofern diese Tiere 300 Meter und mehr von Wohnstätten entfernt angetroffen werden, tollwutverdächtige andere Wildtiere. Obwohl der ausserordentliche Abschuss 1973 weitergeführt wurde, trat im September der erste Tollwutfall bei einem Fuchs (Spiringen) auf. Das Schächental wurde zur Tollwutzone erklärt. Die Schutzimpfung für Hunden und Katzen obligatorisch. Es traten noch vier weitere Fälle im Schächental auf. Im Jahre 1975 traten 15 Fälle im ganzen Kanton auf. Die Tollwut ebbte ab, trat dann 1982 zwischen Sisikon und Unterschächen mit insgesamt 105 tollwutkranken Tieren. Als Massnahme wurden 2'600 mit Impfstoff versehene Hühnerköpfe ausgelegt. Die Aktion wurde bis 1985 fortgesetzt. Die prophylaktische Immunisierung wurde auf Grund der Forschungen von Professor Franz Steck (*1932) von der Universität Bern in der ganzen Schweiz angewandt. Franz Steck kam bei dieser Kampagne bei einem Helikopterunfall ums Leben (+1982).
     

MAUL- UND KLAUENSEUCHE


     

BSE (RINDERWAHNSINN) 

Betroffene Tiere: Rind  
Krankheitsverlauf: Bei der Krankheit wird das Gehirn schwammartig durchlöchert und damit in seinen Funktionen gestört. Die betroffenen Tiere zeigen Verhaltensänderungen und Bewegungsstörungen. Die Rinder beginnen zu straucheln, stolpern über die eigenen Beine und reagieren schreckhaft auf Lärm und Lichtreize.
Letztes Auftreten: 1999
Geschichte:
Der erste Fall der Rinderseuche BSE (Bovinen spongiformen Enzephalopathie) wurde in der Schweiz 1990 entdeckt. Es wurden in der Folge verschiedene Massnahmen getroffen wie das 2001 erlassene Verbot, Tiermehl zu verfüttern – für Wiederkäuer galt das Gesetz bereits seit 1990. Im Februar 1999 wurde in einem Stall in Bürglen ein BSE-Fall festgestellt. Nachdem es sich um ein Tier gehandelt hat, welches nach dem Verbot der Tiermehlfütterung geboren war ("Born after ban"), musste der gesamte Bestand von 31 Kühen geschlachtet werden. Seither gingen die Fälle von Rinderwahnsinn stetig zurück (insgesamt 463 Fälle). 2007 war in der Schweiz erstmals kein BSE-Fall mehr aufgetreten.


GÄMSBLINDHEIT

Betroffene Tiere: Schaf, Ziege, Gämse, Steinbock 
Krankheitsverlauf:
Entzündung der Binde- und Hornhaut des Auges; Augenausfluss; Trübung der Hornhaut, die zur Erblindung führen kann; bei mässigem Befall Heilungsmöglichkeit.
Letztes Auftreten: 2003
Geschichte: Die Gämsblindheit ist seit 1916 bekannt. 1962 war die Krankheit im Banngebiet Maderanertal ausgebrochen. Die Krankheit trat auch später in Uri auf, 1996 und 2003 epidemisch.
     

VOGELGRIPPE

Betroffene Tiere: Wild- und Hausgeflügel
Krankheitsverlauf:
Der Erreger der Vogelgrippe ist eine Variante des Influenza-A-Virus (H5N1), das bei Vögeln gefunden wird. Die Krankheit wird deshalb auch als Vogelgrippe oder Geflügelpest bezeichnet. Die Vogelgrippe ist nicht zu verwechseln mit der herkömmlichen saisonalen Grippe. Zurzeit handelt es sich bei der Vogelgrippe um eine Tierseuche. In Asien wurde das Virus in seltenen Fällen aber auch auf Menschen mit engem Kontakt zu infiziertem Geflügel übertragen. Sollte das Vogelgrippevirus die Möglichkeit erlangen, sich einfach von Mensch zu Mensch zu übertragen, besteht die Gefahr einer Grippepandemie.
Letztes Auftreten: 2006 (Schweiz)
Geschichte: Im Herbst 2005 erlässt der Bunderat ein Freilandhaltungsverbot für Geflügel zwischen dem 25. Oktober und 15 Dezember. Anfang März 2006 hat die Schweiz ihren ersten gefährlichen Vogelgrippefall. Bei einem tot in Genf aufgefundenen Gänsesäger wurde der Virus H5N1 festgestellt. Im Frühjahr 2006 wird im Kanton Uri ein Pandemieplan erstellt und ein Sonderstab eingesetzt. Im Kanton Uri traten jedoch bisher keine Fälle von Vogelgrippe auf. 
In der Schweiz sind bis im Herbst 2008 33 Fälle bekannt.
     

LIPPENGRIND

Betroffene Tiere: Schaf, Ziege (Gämse)  
Krankheitsverlauf:
Lippengrind ist eine pockenähnliche, ansteckende Erkrankung der feinen, wenig behaarten Hautbezirke im Bereich des Mundes, des Euters und der Unterfüsse (Eiterblasen, Rötungen). Die Krankheit wird durch ein Virus, Parapoxvirus ovis, verursacht. Menschen sind grundsätzlich empfänglich für das Virus.  
Letztes Auftreten: 2005
    

BLAUZUNGENKRANKHEIT

Betroffene Tiere: Kuh, Schaf, Ziege (nur Wiederkäuer)
Krankheitsverlauf: Die Krankheit wird von der Mücke Culicoides übertragen. Die infizierten Tiere leiden an hohem Fieber und Entzündungen im Maul, die Zunge läuft blau an. 
Letztes Auftreten: 2007 einzelne Fälle in der Nordwestschweiz.
Ende 2008 erkrankt in Uri eine Ziege an der Krankheit. Zweimal hatte der Urner Landwirt seine Ziegen impfen lassen. Das Tier muss von seinen Leiden erlöst werden. Es handelt sich mit grösster Wahrscheinlichkeit um den seltenen Typ Toggenburger Orbivirus (UW 2, 10.1.2009).