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Uri

    
Art:
Steinbock
Urner Dialekt: Stäibock

Auftreten seit: 1962
Bestand: ca. 400
Schutz: geschützt; nur Hegeabschüsse
Schonzeit:
ganzes Jahr
Geschichte:
Bereits in den 1930er-Jahren wurde der Steinwildaussatz im Kanton Uri diskutiert. 1953 wurde ein erster Versuch gestartet. Die Steinböcke wanderten ab. Weitere Versuche scheiterten. Nach den jedoch erfolglosen Versuchen im Fellital wurden 1962 auf der Musenalp im Isental je drei Steinböcke und Steingeissen ausgesetzt. Die Aktion war erfolgreicher, die Kolonie wanderte jedoch Richtung Ober- und Niederbauen ab. 1976 wurde Steinwild im Oberfeld auf dem Haldi ausgesetzt. Die letzte Aussetzung erfolgte 1991 im Meiental. Zum erfreulichen Bestand von rund 400 Tieren hat auch die Rückwanderung aus Graubünden (Wappentier) ins Maderaner-, Felli- und Urserental beigetragen. Der Steinbock ist bundesrechtlich geschützt. Im Bereich der Hegejagd werden jedoch in der Regel einige Abschüsse pro Jahr erlaubt.
      

HEGEABSCHÜSSE
2006: 19 (Bock 9, Geiss 10)

2007: 20 (Bock 11, Geiss 9)

 

    
Talammann Franz Josef Nager, Andermatt, war ein ausgezeichneter Beobachter der Tier- und Vogelwelt der Alpen. Er schrieb eine Abhandlung über "die Steinböcke am Monte Rosa". Er wurde als Naturforscher derart bekannt, dass er viele geschossene Exemplare aus diesem Gebiet erhielt und diese grösstenteils an ausländische Museen abgab. Häufig erhielt er auch lebende Steinböcke.

Ein junger Steinbock wurde zwei Jahre lang auf einer kleinen Alp in Ursern gehalten. Derselbe war äusserst zahm, weidete ganz frei und hielt sich den Tag über am liebsten auf dem Dach der Alphütte auf. Im August 1854 hielt Franz Josef Nager auf einer Alp in Ursern sogar eine kleine Herde von acht Tieren (5 weibliche und 3 männliche) in einem Steingehege (siehe Bild). Die Haltung der Tiere war jedoch mit grossem Aufwand und Unkosten verbunden. Auch wurden die Tiere bald krank - ein Umstand, der Nager der relativ tiefen Lage zuschrieb.


Franz Josef Nager
 (1802-1879)