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ABGEGANGENE BAUTEN

Gemeinden Übersicht

Kirchen und Kapellen im Detail



Pfarrkirche Heilig Kreuz
Realp
Dorf / Furkapassstrasse
161 379 / 681 471 / 1541 müM
Karte: externer Link (swisstopo)
1881 -

1878: Anregung durch die Kapuziner, eine Kirche zu bauen;
1879: Landerwerb für den Bauplatz durch die Kirchenbaukommission; Bauvertrag mit Baumeister Josef Spalt aus Ruggell (FL); Aushub für Fundament;
1880: Beginn der Bauarbeiten; Feierliche Grundsteinlegung;
1881: Einweihung der Kirche am 21. August; die Orgel ist an Weihnachten spielbereit;
1902: Rückruf von P. Hieronymus Imfeld wegen Renovationsarbeiten.

Da die Kirche nicht auf Fels, sondern auf unstabilem Alluvialschutt gebaut wurde, zeigen sich aufgrund von Senkungen bereits Risse im Mauerwerk, welche beim Turm, verstärkt durch die Bewegungen der Glocken, ein bedrohliches Ausmass angenommen haben.
Renovationsarbeiten: Ausbesserung der schadhaften Stellen von Wand und Verputz; Neugestaltung der Eingangsfassade.

1912: Umbau der Orgel durch Karl Goll, Luzern;
1933: Sockeltäfer aus Eichenholz in Schiff und Chor zur Überdeckung;
1944: Die Feuchtigkeit des Mauerwerks bleibt ein ständiges Problem; Teile des Sockeltäfers müssen bereits 1944 wieder entfernt werden;
1961 Reinigung der Aussenfassade; Eternitbedachung über die Schindeln; der Turmhelm wird mit Kupfer überzogen; die Giebelaufsätze werden entfernt.
1990: weitere Renovierung wegen des Fiausschwammes an der Kirchenschiffwand 1989 machte eine weitere Renovierung der Kirche unumgänglich;
Entfernung der schadhaften Teile; vollständige Erneuerung des Daches; Sanierung der Mauern; neuer Verputz an den Fassaden; Entfernung des Sockeltäfers von 1933; Rekonstruktion der Quaderbemalung von 1903; neue Orgel. Leitung: Architekt Hans Steiner, Schwyz.

Bauherr: P. Hieronymus Imfeld;
Baumeister: Josef Spalt, Ruggell (FL);
Kirchturmkreuz; Karl Rigert, Gersau;
Turmuhr: B. VIilliger, Kriens; Uhrzeiger: Schlosser Johann Baumann, Altdorf;
Kirchenglocken: Gebrüder Grassmayr, Feldkirch (A);
Holzfiguren (Agatha, Kapuzinerheilige Josef von Leonessa), Nischen der Hauptfassade: Bildhauer Josef Rifesser (1851–1919) aus St. Ulrich, Grödnertal (I).

Innenausstattung (Altäre, Kanzel): Altarbauer Josef Anton Bürli, Klingnau (AG) nach seinen eigenhändigen Zeichnungen;
Altarbilder: Melchior Paul von Deschwanden;
Kreuzwegstationen: Literarische Anstalt Freiburg;
Taufstein: Steinmetz Johann Fuog, Zug;
Wand- und Gewölbemalereien: Dekorationsmaler Emil Münsch, Göschenen (1881); Karl Renner, Altdorf (1903);
Bemalte Fenster: Friedrich Berbig, Zürich.

Orgel: Josef Ress, Altdorf (1881); Umbau Karl Goll (1912); Hans J. Füglister (1990/91)

Beschreibung
Die Pfarrkirche von Realp steht erhöht auf einer künstlich angelegten Terrasse über dem Dorfplatz. Das dreiachsige Langhaus mit Chor hat ein durchgehendes Satteldach. Die zweigeschossige Sakristei ist in die südliche Chorschulter gelegt. Die Hauptfassade wird vom Frontturm dominiert, der in seinem Erdgeschoss das Kirchenportal und eine Vorhalle aufnimmt. Die Spitzbogennischen der Langhausfassade seitlich des Turms nehmen die Figuren der Agatha links und des Josef von Leonessa rechts auf.
Die Spitzbogennischen der Langhausfassade seitlich des Turms nehmen die Figuren der Agatha links und des Josef von Leonessa rechts auf.

Inneres
Der durch Rippengewölbe, Ausstattung und Dekorationsmalerei charakteristisch neugotisch geprägte Innenraum zeigt die Fassung nach der ersten Renovierung von 1903. Der Chorbogen ist als Spitzbogen ausgestaltet. Im formal gleich gestalteten, um vier Stufen erhöhten Chorraum liegt der Gewölbescheitel etwas tiefer. Das Licht dringt durch spitzbogige Fenster in den Kirchenraum. Die Wand- und Gewölbeflächen sind mit Dekorationsmalerei ornamentiert. Den Altarraum umzieht eine in Grüntönen gehaltene Draperie. Zur Orgelempore auf der Rückseite führt eine Treppe in der nördlichen Ecke, die auch die Erschliessung zum Turm bildet.

Hochaltarbild: Auffindung des Kreuzes durch Helena (Melchior Paul von Deschwanden), seitlich stehen die Figuren der Apostel Paulus und Petrus.
Bild, linker Seitenaltar: Maria mit dem Christuskind auf einer Wolke, assistiert von den Kapuzinerheiligen Franz von Assisi und Antonius von Padua (Melchior Paul von Deschwanden);
Bild, rechter Seitenaltar: Josef als Begleiter Jesu, die flankierenden Figuren des Hieronymus und Bonifatius weisen auf die Bauherren der Kirche hin.
Altarbild, an der Nordseite des Chors: Herz-Jesu-Darstellung über der Dorfansicht von Realp (Josef Heimgartner, 1915).

PATROZINIEN

Jesus
Herz Jesu
-
Hinweis zu den Heiligen
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Hl. Kreuz
Hauptpatrozinium
1881-
Hinweis zu den Heiligen
-------------------------
Franz von Assisi
linker Seitenaltar
1774-1881
Hinweis zu den Heiligen
-------------------------
Maria, Mutter Gottes
linker Seitenaltar
1774-1881
Hinweis zu den Heiligen
-------------------------
Antonius von Padua
rechter Seitenaltar
1774-1881
Hinweis zu den Heiligen
-------------------------
Josef
rechter Seitenaltar
1774-1881
Hinweis zu den Heiligen
-------------------------
Hl. Kreuz
Hauptatrozinium, Weihe 1500
1500-1881
Hinweis zu den Heiligen
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GLOCKEN

AKTUELLE ORGEL

EHEMALIGE ORGELN

Jahr Orgel Orgelbauer Manuale Pfeiffen
1912 Hauptorgel Goll AG    
1990 Hauptorgel Hans Füglister    

AUSSTATTUNG

EREIGNISSE IM DETAIL

1878  - Sonntag, 3. November 1878
In Realp soll eine Kirche gebaut werden
Die Kapuziner Provinzial P. Anastasius, Pfarrer P. Bonifaz Renner in Andermatt und der Realper Superior P. Hieronymus Imhof erklären sich bereit, eine neue Kirche zu bauen, wenn die Gemeinde Sand und Steine für den Neubau liefern würde.
Brunner Thomas, Kunstdenkmäler, Bd IV, S. 421 ff.
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1879  - Dienstag, 29. April 1879
Beginn der Bauarbeiten für die Kirche in Realp
In Realp beginnen die Bauarbeiten für die neue Kirche. Die Granitsteinarbeit besorgten drei Italiener. Die Mauern führt Josef Spalt mit sieben Liechtensteinern und fünf Italienern auf. Die Masswerke der Fenster in Chor und Langhaus stammen aus der alten Kirche Erstfeld. Mittelpfosten und Gewände können - wie das ganze Turmfenster - aus Unterägeri übernommen werden. Den Dachstuhl lässt Spalt in Bürglen fertig abbinden und zerlegt nach Realp bringen.
Brunner Thomas, Kunstdenkmäler, Bd IV, S. 421 ff.
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1879  - Freitag, 13. Juni 1879
Vertrag für den Bau der Kirche in Realp
Die Baukommission schliesst mit dem Baumeister Josef Spalt aus Ruggell im Fürstentum Liechtenstein einen Bauvertrag. Spalt verpflichtet sich darin, die Arbeiten «nach Plan und Baubeschrieb» auszuführen.
Brunner Thomas, Kunstdenkmäler, Bd IV, S. 421 ff.
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1879  - Montag, 1. September 1879
Aushub für Realper Kirche
In Realp beginnt der Aushub für das Fundament der neuen Kirche.
Brunner Thomas, Kunstdenkmäler, Bd IV, S. 421 ff.
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1880  - Sonntag, 23. Mai 1880
Grundsteinlegung für neue Kirche in Realp
Pater Bonifaz Renner, Pfarrer von Andermatt, setzt in Realp den Grundstein für die neue Pfarrkirche Hl. Kreuz.
Brunner Thomas, Kunstdenkmäler Uri, Band IV, S. 424.
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1880  - Montag, 2. August 1880
Rohbau der Kirche in Realp ist unter Dach
Der Rohbau der neuen Kirche in Realp ist unter Dach.
Brunner Thomas, Kunstdenkmäler, Bd IV, S. 421 ff.
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1881  - Sonntag, 21. August 1881
Einweihung der Pfarrkirche Hl. Kreuz in Realp
Der Churer Bischof Franz Konstantin Rampa weiht in Realp die bis auf die noch fehlende Orgel fertiggestellte Kirche Hl. Kreuz ein.
Brunner Thomas, Kunstdenkmäler Uri, Band IV, S. 424.
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1881  - Sonntag, 25. Dezember 1881
Orgel in Realper Kirche wird eingeweiht
Die Orgel in der Realper Kirche mit elf Registern, Manual und Pedal, vom Altdorfer Orgelbauer Josef Ress ist spielbereit. Sie wird im kommenden Jahr durch Gustav Arnold, Musikdirektor, und Alois Raeber, Gerichtsschreiber aus Luzern, sowie den Lehrer und Organisten Columban Russi aus Andermatt begutachtet werden.
Brunner Thomas, Kunstdenkmäler, Bd IV, S. 421 ff.
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1903  - Mittwoch, 20. Mai 1903
Renovierte Realper Kirche wird neu ausgemalt
Die Pläne zur Renovierung und Ausmalung der Kirche wurden vom Offizial des bischöflichen Ordinariats und späteren Churer Bischof Georg Schmid von Grüneck begutachtet. Für die ornamentalen Malereien in den Gewölben forderte er leichtere Motive. Die Ausführung der Malereien übernimmt der Altdorfer Dekorations- und Flachmaler Karl Renner. In seiner Eingabe heisst es, dass in die Füllungen des Chorgewölbes leichtfarbige Blumen und Ornamente nach gotischem Styl gemacht werden.
Literatur: Brunner Thomas, Kunstdenkmäler, Bd IV, S. 421 ff.
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GEMEINDEN

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Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 29.11.2020