ÜBERSICHT

Gemeinden Übersicht Gebäudearten Funktion Gebäude an Strassen Gebäude in Quartieren Volltextsuche Zeitraum Architekten

GEBÄUDEARTEN

Alters- und Pflegeheime Bahnhöfe Bauernhäuser Brunnen Bürgerhäuser Burganlagen Denkmäler Fabrikgebäude Gaststätten Gewerbebetriebe Kulturstätten Militäranlagen Öffentliche Gebäude Sakralbauten Schulhäuser Spitäler

ANLAGEN

Deponien Kraftwerkanlagen Kulturflächen Plätze Schutzbauten Schwimmende Anlagen Sportanlagen Verkehrsanlagen Wanderwege

ABGEGANGENE BAUTEN

Gemeinden Übersicht

Gebäude und Anlagen im Detail



Türmli
Altdorf
/ Rathausplatz
/ / müM
Karte: externer Link (swisstopo)
-

Der älteste Teil des Türmli besteht aus den beiden untersten Geschossen und stammt aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Die geringe Mauerstärke von bloss ca. 105 cm im Erdgeschoss schliesst eine Wehrfunktion des Turms aus. Er hat auch grundrissmässig bescheidene Ausmasse (5,7-6,6m x 5,4m). Die Innenfläche beträgt 3,7-4,4m x 3,2 m. Im Erdgeschoss lag die Eingangstür bereits auf der Nordostseite (gegen Rathaus). Die enge Anordnung verhinderte ein gewaltsames Eindringen in das obere Geschoss. Es bestand keine innere Treppenverbindung. Das obere Geschoss diente Wohnzwecken. Es weist gegen die Schützengasse ein Fenster auf. Auf diesem zirka 5,6 m hohen Turmstumpf hatte sich mit grösster Wahrscheinlichkeit noch ein Holzaufbau erhoben. Diese Turmbaute - im untersten Geschoss als Aufbewahrungsort für kostbare Waren, im Obergeschoss für Wohnzwecke dienend - hatte schon in diesem Urzustand das repräsentative Aussehen eines kleinen Feudalsitzes.

Eine zweite Ausbauetappe folgte im ausgehenden 13. jahrhundert. Vielleicht hiess der Bauherr dieser Aufstockung Freiherr Wernher von Attinghausen. Die Attinghausen jedenfalls besassen am schmalen Ort (Eck) in Altdorf ein Haus, das aus der Erbschaft von Wernhers Sohn Johann später den Rudenz zufiel. In der zweiten Bauphase wurde der Turm um das 2. Obergeschoss erweitert. In ihm haben sich alle Öffnungen original erhalten. Die zweite Ausbauphase reicht bis in die Höhe von zirka 8 m.

Die dritte Bauetappe umfasst das dritte Obergeschoss, wobei das Bodengebälk der vorhergehenden Bauphase beibehalten wurde. Diese dürfte im späten 14. Jahrhundert stattgefunden haben. Ausgangstüre mit dünnem Steinplattensturz, in ein angebautes Haus oder auf einen Balkon führend. Der Turm diente weiterhin zu Wohnzwecken, allerdings ohne direkte Beheizung (keinerlei Kaminspuren). Mit dieser dritten Bauphase erreichte der Turm eine Höhe von zirka. l0 m. Der Befund dieser oberen Grenze (Mörtelglattstrich) scheint am ehesten als Mauerabschluss interpretierbar, auf dem ein Holzaufbau oder das Dach ansetzte.

Eine vierte Bauetappe stellt das 4. Obergeschoss dar. In diesem Geschoss weicht der Turm in seinen Öffnungen und ihrer Anordnung von dem für eine Wohnfunktion Gebräuchlichen ab. Vermutlich wurde diese Aufstockung im Hinblick auf die Umwandlung des privaten Wohnturms in einen öffentlichen Ortsturm getätigt (um 1520). Mit dieser Aufstockung erreichte die Turmmauer eine Höhe von zirka. 13,5 m. 1517 wird der „Turm“ erstmals urkundlich genannt. Bei der nachfolgenden Herrichtung des Turms zum zentralen Hoheitssymbol und Wachtturm dürfte bald auch eine Uhr angebracht worden sein, wie für diesen Turmtypus kennzeichnend. Aufziehen und Richten der Uhr besorgte der Pfarrkirchensigrist. Auch mit einer im Dienst der Obrigkeit stehenden, für gewisse weltliche Belange bestimmten Glocke dürfte der Turm schon bald ausgestattet worden sein.

Als eines der ersten Gebäude wurde das Türmli auf Veranlassung von Landessäckelmeister Jost Antoni Schmid wiederhergestellt. Alle Baurisse des wiederherzustellenden Gebäude wurden von Architectus Carl Leonty Püntener gemacht. Er schloss den stehen gebliebenen Mauerteil mit einem kräftigen sandsteinernen Kranzgesims ab. Das neue 5. Obergeschoss ist deutlich verjüngt aufgesetzt, das 6. Obergeschoss wurde mit abgeschrägten Ecken als ungleichseitiges Achteck gestaltet. Der gemauerte Turm erreichte nun die Höhe von 20,48 m. 1694 erfolgt eine neue Bemalung des Turms durch den auch als Kunstmaler ausgebildeten Carl Leonty Püntener. An den beiden Hauptschauseiten wurde der Turmstumpf mit Bildern gänzlich überzogen. Auf der Marktstrassenseite mit Tellsgeschichte und Bundesschwur, darüber das Zifferblatt, flankiert von Personifikationen. Die Seite gegen den Rathausplatz (nicht erhalten) zeigte ein Monumentalgemälde der Schlacht am Morgarten sowie den Tellsprung. Nach dem Neuaufbau der beiden obersten Geschosse schaffte man auch eine neue Glocke an. Ein neues Uhrwerk mit einer astronomischen Monduhr kam hinzu. Es wurde im Lauf des 18. Jahrhundert nun von in Altdorf ansässigen Uhrmachern gerichtet. 1698 wird eine Trülle (ein drehbarer Käfigkorb) für Delinquenten erwähnt. Am Türmli stand zudem eine Steinbank (Lasterbank). Auf dem Türmli befand sich eine Föhnwacht. Beim Dorfbrand von 1799 wurden die Bedachung des Türmli und das Holzwerk des Innern (Geschossbalken, Treppe) zerstört. Der Schaden am "Tellenthurm“ samt Uhr wurde auf 1000 Gulden beziffert.
1808 wurde vom Landrat der Wiederaufbau des Türmli beschlossen und eine Baukommission für Wiederaufbau des Türmli und verschiedener anderer obrigkeitlicher Bauten gewählt. Bis zur Fahnenspitze erreicht das Türmli eine Höhe von 34,40 m. 1817 Wiederherstellung der Uhr des Unteren Hl. Kreuzes fürs Türmli durch Uhrmacher Andreas Infanger, Bauen. Als „Zeitwart“ amtete fortan ein Uhrmacher. Die Fresken wurden durch Kunstmaler Niklaus Bütler wieder hergestellt. Seit 1864 wurden die amtlichen Publikationen am Türmli angeschlagen.
Das Projekt der Erstellung einer monumentalen Tellstatue löste die seit längerem anstehende Türmlirenovation aus. Diese drängte sich durch den Zerfall des monumentalen Gips-Tells am Kirchweg und das nahende Festdatum 1891 auf. 1891 bestimmt die Schweizerische Kunstkommission den Rathausplatz zum Denkmalstandort, an der nordwestlichen Wand des Türmli, womit das Denkmal nicht mehr frei gestellt ist, sondern an einen bestehenden architektonischen Hintergrund gebunden ist. Das Türmli erlitt durch einen Blitzschlag Risse und Beschädigungen. Für die Renovation wurde Gustav Guhl, der Erbauer des Schweizerischen Landesmuseums beigezogen. Im Oktober 1894, als sich die Plastik bereits in Paris zum Guss befand, lagen Vorschläge für die Türmlirenovation noch nicht vor.
1895 erfolgt die Einweihung des Telldenkmals. Dem neuen Nationaldenkmal Kisslings war ein solch überwältigender und andauernder Erfolg beschieden, dass das geschichtliche Monument Türmli fortan weitgehend die Rolle des Denkmalhintergrunds zugewiesen bekam.
1933 erfolgte eine Auffrischung der Malereien durch die Malerfirma Karl Renner und Kunstmaler Alfred Schmidiger, Luzern. Dieser renovierte das alte Tellfresko. Den Denkmalhintergrund malte er neu. 1969 wird der Entwurf von Sandreuter durch den Restaurator Oskar Emmenegger auf die Türmliwand übertragen. 1976, 1981 und 1986 bedingten Farbbeutelanschläge auf Telldenkmal und Hintergrund Restaurierungsmassnahmen. 1993 Aussenrestaurierung.

Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 35 ff.

EREIGNISSE IM DETAIL

1517  - Freitag, 17. August 1517
Das Türmli wird an das Land Uri verkauft
Walter Hofer gibt den „Turm“ in Altdorf dem Landammann, Rat und Landleuten von Uri um 450 Gulden zu kaufen. Hofer und seine Nachkommen dürfen das unterste Gemach und den Gaden weiterhin nutzen, auch verkaufen, die Gnädigen Herren haben ein Vorkaufsrecht, nach Aussterben der Familie fällt auch dieser Erdgeschossgaden an den Staat. Der Verkäufer verpflichtet sich weiter, das Haus auf eigene Kosten abzubrechen. Hofer verkauft auch die Hälfte seines Gartens, insbesondere jenen Teil vor der Rathaushofstatt.
Nach Abbruch des mit dem Turm verbundenen Hauses dürfte der Turm durch eine Aussentreppe mit Hocheinstieg im 1. Stock zugänglich gewesen sein. Bereits 1555 wird die Baute mit jener seither gebräuchlichen Diminutivform "Türelin" (Türmli) bezeichnet. Der beim Türmli neu geschaffene Platz diente auch als Versammlungsort für Landammann und Räte. Diesem wurden weitere staatliche Nebenfunktionen zugewiesen. Der Pranger wurde an ihm aufgestellt, der 1608 erstmals schriftlich belegt ist. Wohl schon im späten 16. Jahrhundert dürfte das Türmli Wandmalereien erhalten. Im Dorfbrand vom 26. April 1693 ist das „Zeytthürmlein“ halb abgebrannt.

Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 37 f.
-------------------------
1705  - Mittwoch, 25. November 1705
Glocke im Türmli wird ausgewechselt
Da der Ton der neuen Feuerglocke im Türmli mit andern Glocken verwechselt wird, tauscht man diese auf Ansuchen der Dorfgemeinde mit einer der Beinhausglocken aus.
Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 38.
-------------------------
1800  - Donnerstag, 9. Januar 1800
Gesuch für Uhr am Türmli
Die Munizipalität Altdorf stellt an die Verwaltungskammer in Zug das Begehren, am Türmli in Altdorf wieder eine Uhr anzubringen.
Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 39.
-------------------------
1803  - Dienstag, 12. Juli 1803
Gemeinderat Altdorf fordert den Wiederaufbau des Türmli
Der Gemeinderat richtet an die Regierung das Gesuch, "das Denkmal Wilhelm Tells, so alle Durchreisenden betrachten, nemlich das Thürmlein" wieder herzustellen.
Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 39.
-------------------------
1808  - Donnerstag, 25. August 1808
Angebot für Uhr am Türmli
Nachdem die Gemeinde Altdorf dem Land Uri die Uhr des Unteren Hl. Kreuzes für das Türmli zum Kauf angeboten hat, beschliesst der Landrat das Türmli so bald wie möglich wiederherzustellen und für die Uhr eine Kostenschätzung einzuholen.
Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 39.
-------------------------
1812  - Montag, 28. Dezember 1812
Pläne für Wiederaufbau des Türmli werden genehmigt
Die Baukommission genehmigt die von Zimmermeister Anton Melz gemachten Risse für die Wiederherstellung und besonders für Neuerrichtung des Dachs. Sie beschliesst auch, das Dach mit Sturzplatten zu decken, die anzustreichen sind. Der Dachreiter muss in Eichenholz möglichst offen erstellt werden. Weiter sind Uhr und Glöcklein erforderlich.
Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 39.
-------------------------
1816  - Donnerstag, 15. Februar 1816
Basler Glocken fürs Türmli
Bereits anlässlich der Tagsatzung von 1812 haben die beiden Basler Gesandten in Aussicht gestellt, für das Türmli zwei im Basler Zeughaus lagernde Glocken zur Verfügung zu stellen. Darauf Bezug nehmend, gelangen Landammann und Rat an die Basler Regierung mit dem Ersuchen, für den als schönes Denkmal „ des unvergesslichen Freyheitsstifters Wilhelm Tells“ auf dem Platz in Altdorf stehenden alten, wiederhergestellten Turm zwei Glöcklein im Gewicht von 136 und 83 Pfund erhalten zu können. Basel schenkt diese als Beweis bundesbrüderlicher Teilnahme bei Errichtung eines Monuments zu Ehren des Freiheitsstifters.
Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 39.
-------------------------
1867  - Mittwoch, 15. Mai 1867
Elektrische Türmliuhr soll für Pünktlichkeit sorgen
Da die „Übelstände“ mit der Türmli-Uhr stets fortdauerten, gelangt der Gemeinderat an den Regierungsrat mit dem Wunsch, „für die Pünktlichkeit“ eine neue elektrische Uhr anzuschaffen, was durch das nahe gelegene Telegrafenbüro leicht bewerkstelligt werden könne. Wegen hoher Kosten (Fr. 1300.--) entscheidet sich die Behörde jedoch für eine Reparatur.
Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 40.
-------------------------
1888  - Samstag, 7. Juli 1888
Kommission für Tellmonument will auch Türmli renovieren lassen
Die vom Regierungsrat ernannte 15-gliedrige „Commission für das Tellmonument“ unter dem Präsidium von Ständerat Gustav Muheim erachtet es als eine Ehrenpflicht, zugleich mit der Errichtung des neuen Tellmonuments auch die beiden alten Telldenkmäler, das Türmli in Altdorf und die Tellskapelle in Bürglen, würdig wiederherzustellen.
Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 41.
-------------------------
1890  - Donnerstag, 31. Juli 1890
Entscheid der Kommission betreffend Türmli-Malereien
Die „Commission für das Tellmonument“ beschliesst, dass am Türmli die noch recht gut erhaltenen Malereien an der Südwestseite (Strassenseite) aufzufrischen zu sind. Jene stark verwitterten der Nordwestseite (gegen Platz) sind vollständig neu zu malen, wiederum mit der Schlacht am Morgarten, unter Weglassung von Tellssprung und Gesslers Tod. Die beiden schmucklosen Turmseiten sollen verputzt, mit Randeinfassung und patriotischen Sprüchen versehen werden.
Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 41 f.
-------------------------
1890  - Sonntag, 23. November 1890
Gesuch für Renovation der Tellstätten
Die „Commission für das Tellmonument“ richtet ein Gesuch an den Bundesrat um Subventionierung der Errichtung eines Telldenkmals wie auch der Renovation des „ehrwürdigen Turms“ auf dem Platze in Altdorf, der bisher die Tellsgeschichte darzustellen hatte sowie der Tellskapelle in Bürglen. Es liege der Kommission sehr daran, die auf 10‘000 Franken veranschlagte Turmrenovation "bis zum nächstjährigen Bundesfeste" vollenden zu können. Die Commission erhält im Februar 1891 vorerst abschlägigen Bescheid.
Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 43.
-------------------------
1891  - Samstag, 21. März 1891
Rathausplatz wird als Standort des Telldenkmals bestimmt
Die Schweizerische Kunstkommission tagt in Altdorf und bestimmt unter ihrem Präsidenten Theodore de Saussure in Altdorf den Rathausplatz zum Denkmalstandort, überraschenderweise jedoch nicht an der vorgesehenen Stelle beim Brunnen, sondern an der nordwestlichen Wand des Türmli, womit das Denkmal nicht mehr frei gestellt ist, sondern an einen bestehenden architektonischen Hintergrund gebunden ist.
Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 43.
-------------------------
1891  - Samstag, 21. März 1891
Rathausplatz wird als Standort des Telldenkmals bestimmt
Die Schweizerische Kunstkommission tagt in Altdorf und bestimmt unter ihrem Präsidenten Theodore de Saussure in Altdorf den Rathausplatz zum Denkmalstandort, überraschenderweise jedoch nicht an der vorgesehenen Stelle beim Brunnen, sondern an der nordwestlichen Wand des Türmli, womit das Denkmal nicht mehr frei gestellt ist, sondern an einen bestehenden architektonischen Hintergrund gebunden ist.
Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 43.
-------------------------
1891  - Montag, 27. April 1891
Bund sichert Subventionierung der Türmlirenovation zu
Entgegen seines ersten Entscheids sichert der Bund zu, die geplante Türmlirenovation mit 50 % zu subventionieren. Allerdings gilt es, die Wettbewerbsergebnisse abzuwarten.
Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 43.
-------------------------
1892  - Dienstag, 5. April 1892
Richard Kissling erhält ersten Preis für Telldenkmal
Die Jury für das Telldenkmal bedacht das Werk von Richard Kissling (Motto „Bürglen-Altdorf“) mit dem 1. Preis, dessen Ausführung sowohl die Schweizerische Kunstkommmission wie die als Auftraggeberin zuständige kantonale Tellcommission wünschen. Kissling hat als einziger die Turmwand nicht architektonisch aufgefasst, sondern als bildtragende Rechteckfläche, bemalt mit Landschaft der Gegend von Bürglen.
Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 43.
-------------------------
1895  - Dienstag, 19. Februar 1895
Kupferrelief am Türmli wird abgelehnt
Die Schweizerische Kunstkommission befasst sich mit den Abänderungsanträgen für das Telldenkmal. Während der Vorschlag auf Weglassung der Reliefs am Denkmalpostament Zustimmung findet, rät man von einer Ausführung des Hintergrunds in Kupferrelief aus Gründen der Ästhetik und der Dauerhaftigkeit dringend ab. Vorzuziehen sei, auch im Hinblick auf die vorgesehene Bemalung an den andern Türmliseiten, eine Ausführung in Malerei. Weiter wünscht die Kunstkommission, dass sich ein breiter Rahmen um die Landschaft lege, damit diese nicht ein allzu grosses Gewicht bekomme.
Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 44.
-------------------------
1895  - Freitag, 1. März 1895
Auftrag für Hintergrund des Telldenkmals
Die „Commission für das Tellmonument“ erteilt Hans Sandreuter den Auftrag für die Hintergrundmalerei am Telldenkmal. Kissling verpflichtete sich, für den direkten Übergangsbereich vom plastisch geformten Felsen zur Hintergrundfläche auf eigene Kosten eine Bronzeplatte giessen zu lassen.
Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 44.
-------------------------
1895  - Montag, 11. März 1895
Festlegung der Malereien für Türmli
Eine Ausschusssitzung mit Bildhauer Richard Kissling, Gustav Gull und Hans Sandreuter legt die Hauptpunkte der Türmlirenovation fest. Die Uhr auf der Denkmalseite ist zu entfernen. Sandreuter kann bis zur Denkmalenthüllung nur den Hintergrund malen, nicht jedoch die beiden andern Seiten. Die Renovierung der alten Fresken übernimmt Kunstmaler Christian Schmidt. Die auf allen Seiten des Turms herausragenden unschönen Eisenklammern sollen entfernt, teils ins Mauerwerk eingelassen werden. Zudem wird beschlossen, den Turmknopf neu zu vergolden, die Wetterfahne gerade zu richten, eine Blitzschutzanlage anzubringen sowie den Platz neu zu pflästern. Danach begibt man sich an eine Stelle unterhalb Bürglens, mit Einblick ins Schächental, welche für die Hintergrundmalerei als geeignet erschien. Als Erinnerungsstütze werden Fotografien angefertigt.
Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 45.
-------------------------
1895  - Donnerstag, 8. August 1895
Der Wunsch nach Korrekturen am Türmli-Wandbild
Die Tellcommission setzt sich mit dem Hintergrund am Türmli auseinander. Man wünscht noch einige Korrekturen, so soll die Burg bewohnt dargestellt und die Ställe in Wohnbauten umgewandelt werden. Der Grundton der Malerei war mehr in Grau zu halten. Da der Präsident mit Kunstmaler Sandreuter keine Verständigung erzielen kann, übernimmt Kunstmaler Christian Schmidt die Hintergrundmalerei. Die Türmlirenovation kann somit rechtzeitig auf die Denkmalenthüllung vollendet werden.
Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 45.
-------------------------
2015  - Mittwoch, 24. Juni 2015
Tell-Fresken sind wieder sichtbar
Die Restaurationsarbeiten bei den Wandgemälden am Telldenkmal sind abgeschlossen. Das Bild zur Schmiedgasse hin stammt vom Urner Maler Karl Leonz Püntener und wurde unmittelbar nach dem Altdorfer Dorfbrand von 1693 erstellt. Es zeigt Szenen aus der Tellsgeschichte und den Bundesschwur. Das Fresko zum Rathausplatz hin zeigt ein Landschaftsgemälde aus Tells Heimat. Insbesondere der Strassenstaub hat den Bildern arg zugesetzt. Mit der Sanierung der Fresken beim Telldenkmal wird ein wichtiger Beitrag zum Erhalt dieses bedeutenden Urner Wahrzeichens geleistet.
UW 49, 27.6.2015, S. 12.
-------------------------

 


 

Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 29.11.2020