Kulinarisches in Uri im Detail
Das Haus im Eselsmätteli als Quartier französischer Offiziere
Das Haus im Eselsmätteli als Quartier französischer Offiziere
Beim Dorfbrand von 1799 wurde das Haus im «Eselsmätteli» als einziges an der Herrengasse von den Flammen verschont. Das schönste Haus innerhalb der Trümmerwüste wurden von allen während der Kriegswirren durchreisenden Generälen — ausgenommen Suworoff — zu ihrem Hauptquartier gemacht und Frau Landammann (Maria Josepha Müller-Brand) wurde gezwungen, für das leibliche Wohl ihrer unfreiwilligen Gäste besorgt zu sein. In den Jahren 1799 und 1800 war das Haus an 212 Tagen von solchen ungeladenen Gästen belegt und in dieser Zeit wurden 1742 Essen für Offiziere und 723 Essen für Bediente aufgetragen. Die Frau musste ihren geliebten Schmuck und etliches kostbares Silberzeug nach Luzern versetzen, um den unverschämten Forderungen der Offiziere genügen zu können. Besonders die Generäle Lecourbe und Chabert stellten in dem vollständig verarmten Altdorf, angesichts des unbeschreiblichen Elends, das sie umgab, unglaubliche Forderungen und lebten auf Kosten anderer in Luxus und Überfluss.
Literatur: Iten Karl, Stadler Emil; Zeitungsserie «Rings um ds Ürner Chuchigänterli», in: GP Nr. 43, 7.11.1970.
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