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Gesundheit


GESUNDHEITLICHE EREIGNISSE


Massensterben
In diesem Jahr gibt es ein gewaltiges Sterben in allen Ländern, welches vielen tausend Menschen den Tod bringt.
Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 10.
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Samstag, 30. September 1347
Die Pest kommt nach Messina
In der sizilianischen Stadt Messina bringen drei Handelsschiffe, die aus dem Orient kommen, mit der Handelsware auch den Schwarzen Tod nach Europa. Einwohner sterben. Einige fliehen und bringen die Seuche nach Catania, nach Pisa und nach Florenz. Von hier verbreitet sich die Seuche über ganz Europa.
Gisler Karl, Der Schwarze Tod in Uri, in: HNBl UR 1963/64, S.75.
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Sonntag, 1. Januar 1386
Die Grippe wütet in Uri
Auf drei gute Jahre folgt ein „Sterbend". Mehrere hundert Urner werden von der Grippe dahingerafft.
Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 18.
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Grippe-Epedemie und gutes Weinjahr
Eine schreckliche Grippe-Epidemie wütet in Uri und in der übrigen Eidgenossenschaft. Jedoch gibt es ein ausserordentlich gutes Weinjahr.
Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 21.
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Mittwoch, 4. Oktober 1437
Kämmerlein für arme Durchreisende
Hensli Berger stellt in seinem Haus ein Hinterkämmerlein mit Bett für arme Durchreisende zur Verfügung. Er ordnet in seinem Vermächtnis an, dass jedweder Besitzer dieses Hauses diese Aufgabe fortführen müsse.
Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 72.
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Pestjahr in Uri
Zu Ostern fängt die Pest an zu wüten. Sie nimmt zu mit der Hitze der Jahreszeit und ergreift die Städte und Länder in der Eidgenossenschaft. Besonders wird auch Uri von der Pest und der Hungersnot betroffen. An vielen Orten reichen die Totengräber nicht hin, um die Leichen zu bestatten, die vielerorts in grossen Massengräbern beigesetzt werden müssen.
Schaller-Donauer Alfred , Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000-1800. «Gotthard-Post» 1935.
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Sonntag, 23. April 1493
Spital darf Verstorbene vererben
Da der Spital in Altdorf nur über wenig eigene finanzielle Mittel verfügt, gewährt ihm die Landsgemeinde das Recht, die im Spital Verstorbenen, Fremden und Einheimischen, zu beerben.
Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 73.
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Grippe fordert viele Opfer
Eine Grippe-Epidemie fordert in Uri und Schwyz viele Opfer.
Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 30.
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Im Kloster Seedorf überlebt nur eine Klosterfrau die Pest¨
Die Pest wütet im Kloster Seedorf so fürchterlich, dass der ganze Konvent ausstirbt bis auf die Schwester Appolonia Scheitler, die im gleichen Jahre zur Äbtissin des Klosters gewählt worden ist.
Schmid Franz Vinzenz, Allgemeine Geschichte des Freystaats Ury, Band I, S. 42; Gisler Karl, Der Schwarze Tod in Uri, in: HNBl UR 1963/64, S.76.
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Gründung der Bruderschaft St. Anton zum Regenbogen
Der Pestzug fordert viele Opfer im Lande. Bei der grossen Menge der Leichen reichen die gewöhnlichen Mittel nicht mehr aus, sie zu begraben. Aus diesem Anlass entsteht die Bruderschaft St. Anton zum Regenbogen in Altdorf, die sich als christliches Liebeswerk die Pflicht macht, die Toten zu begraben.
Gisler Karl, Der Schwarze Tod in Uri, in: HNBl UR 1963/64, S. 77.
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Freitag, 3. August 1523
Jeder Ort soll Aussätzige selber versorgen
Die Tagsatzung in Bern bestimmt, dass jeder Ort seine «Sondersiechen» (am Aussatz Erkrankte) selbst versorgen soll, damit andere Orte durch solche nicht belästigt werden.
Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Band 1, S. 39.
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Englischer Schweiss wütet in ganz Europa
Der englische Schweiss (Schweisskrankheit) bricht aus und die Krankheit überzieht fast ganz Europa.
Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 34.
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Grippe in der Innerschweiz
Die Grippe kommt wieder bis in die Innerschweiz und es werden Leute hinweggerafft.
Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 36.
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Montag, 31. August 1553
Aussätzige Frau wird zum Untersuch nach Zürich geschickt
Wegen eines Seuchenverdachtfalls wird verfügt, man solle «Albin Russen Frow gen Zürich beschicken, sy beschowen lassen, die wyl sy argwönig geachtet ward, sondersiech z'sin.»
Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Bd. 1, S. 167.
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Sonntag, 28. März 1554
Aderlass zur Feststellung von schwerer Krankheit
Der krankheitsverdächtige Jost Horn wird zum «Dürsten» ins Schächental geschickt um ihm Ader zu lassen. Sollte der Befund auf eine Krankheit hinweisen, soll man Horn ins Sondersiechenhaus verweisen. Das Siechenhaus befindet sich an der Strasse nach Schattdorf bei der Schächenbrücke, in der Nähe des Richtplatzes.
Es wird zudem beschlossen «dass man Jacob Bartli und des Marty Zurflus frow mit einem Leuffergen Zürich schicken söl, sy daselbst dem pruch nach besichtigen lassen, ob sy sondersiech syge oder nit».

Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Bd. 2, S. 14.
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Montag, 19. November 1562
Fremde dürfen nur eine Nacht im Siechenhaus bleiben
Der Untersiechenvogt meldet der Behörde, dass die fremden «Sondersiechen» nicht aus dem Land wollen, und bittet um Weisungen und Hilfe. Die Obrigkeit beschliesst, dass die Fremden nicht länger als eine Nacht im Siechenhaus bleiben dürfen.
Bär-Vetsch Walter, Medizinhistorisches aus Uri, in: «Wo fählt’s?», S. 150.
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Die Pest wütet im Schächental
Ganz Europa wird von der Pest heimgesucht. In Uri wird besonders das Schächental vom Beulentod heimgesucht. Der grösste Teil der Bevölkerung fällt ihr zum Opfer, darunter auch Michael Schärtli, der Pfarrherr zu Bürglen und nach der Tradition als letzter Philipp Antoni, der Seelsorger zu Spiringen.
Gisler Karl, Der Schwarze Tod in Uri, in: HNBl UR 1963/64, S. 77.
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Viele verschiedene Krankheiten
Im Januar brechen seltsame Krankheiten aus, besonders der grosse Tod und von Anfang Februar an fängt auch noch die Pest zu regieren. Im Juli beginnt eine neue Seuche mit unerhörtem Fieber (Grippe), die sich über ganz Europa ausbreitet. Man nennt sie hierz
Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 42.
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Im Kloster St. Lazarus sterben drei Schwestern an der Pest
Im Frauenkloster St. Lazarus in Seedorf sterben drei Schwestern an der Pest. Das Gedächtnis für sie wird im Kloster Engelberg abgehalten.
Gisler Karl, Der Schwarze Tod in Uri, in: HNBl UR 1963/64, S. 77.
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Sonntag, 13. Januar 1585
Uri soll Massnahmen gegen die Pest vorschlagen
An der Tagsatzung in Zug wird Uri beauftragt, hinsichtlich der Kommissäre für die Pestilenz mit dem Ambassador Pompejus della Croce eine Verordnung zu entwerfen, welche in den nächsten Tag vorgelegt werden soll.
Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Band 1, S. 3.
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Donnerstag, 26. Mai 1616
Kontrolle des Passverkehrs über den Gotthard wegen Seuchengefahr
Da in einigen Orten der Eidgenossenschaft Seuchen herrschen und deshalb der Pass über den Gotthard und anderswo „abgestrickt" werden möchte, werden von der Dreiörtigen Konferenz in Brunnen die angemessenen Massregeln getroffen. Niemand darf mehr durchreisen, der nicht durch glaubwürdigen Attest dartun kann, dass keine Gefahr vorhanden sei.
Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Bd. 1, S.25.
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Montag, 1. November 1627
Luzern warnt Uri vor der Pest
Im November warnt Luzern vor der Pest, die n den Niederlanden, aber auch in Willisau und Sursee sei. Man bittet, strengste Massnahmen zu ergreifen, um nicht der Schliessung des Gotthardpasses zu verfallen.
Gisler Karl, Der Schwarze Tod in Uri, in: HNBl UR 1963/64, S. 78.
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Sonntag, 26. Dezember 1627
Uri droht Gotthardpass wegen Pest zu schliessen
Altdorf bittet um grösste Vorsicht bei der Passierung des Gotthards von Personen und Waren, ansonsten der Gotthardpass gesperrt werde.
Gisler Karl, Der Schwarze Tod in Uri, in: HNBl UR 1963/64, S. 78.
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Gerüchte wegen Ausbruch der Pest
Als sich in Mailand sich das Gerücht verbreitet, in Bern und Zürich grassiere die Pest, verlangt Uri, dem von keiner dieser Städte eine Pestmeldung eingegangen ist, von Luzern hierüber Auskunft.
Gisler Karl, Der Schwarze Tod in Uri, in: HNBl UR 1963/64, S. 78.
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Freitag, 17. August 1629
St. Sebastian wird zum Pestheiligen
Die bei der Schiesshütte versammelten Altdorfer Kirchgenossen beschliessen wegen der herrschenden schrecklichen Pest, den Sebastianstag (20. Januar) zu feiern und zur neuen aus gleichem Gelöbnis versprochenen Kapelle zum Oberen Heilig Kreuz eine Prozession zu halten.
Bär-Vetsch Walter, Medizinhistorisches aus Uri, in: «Wo fählt’s?», S. 150-156.
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Samstag, 8. September 1629
Die Pest wütet in Uri
In Altdorf und Flüelen sterben an der Pest 1800 Menschen. Kein Geschlecht oder Alter bleibt verschont, reich und arm werden hinweggerafft. Vom Landrat bleiben nur noch der Landammann Sebastian Heinrich Tresch und sechs Ratsherren am Leben, die ihre Versammlungen der Ansteckung wegen auf offener Strasse abhalten. Auch Schattdorf und Isenthal werden vom Beulentod heimgesucht. Nach einer Pestsage soll lsenthal damals bis auf sieben Personen ausgestorben sein. Das dortige Jahrzeitbuch nennt 22 Personen, die bei ihrem Ableben die Kirche beschenkten. Von Altdorf aus dringt die Pest auch ins Frauenkloster Attinghausen ein, wo zwei Schwestern an der Pest sterben. Die Infektion erfolgte wahrscheinlich durch einen Müller von Altdorf, der Mehl ins Kloster brachte.
Gisler Karl, Der Schwarze Tod in Uri, in: HNBl UR 1963/64, S. 78 f.
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Donnerstag, 22. November 1629
Über 2000 Pesttote in Uri
Seit dem 5. August erliegen in Erstfeld 100 Personen dieser Seuche. In Wassen müssen innert fünf Monaten 178 Menschen aufgrund des Beulentodes beerdigt werden. In Altdorf und Flüelen sterben 1’800 Menschen an der Seuche, im Schächental 200. Der Beulentod befällt auch Schattdorf und das Isental. Dabei trifft es ganze Familien. Von Altdorf aus dringt die Pest auch ins Frauenkloster Attinghausen, wo zwei Schwestern an der Seuche sterben. Die Infektion erfolgt wahrscheinlich durch einen Müller von Altdorf, der Mehl ins Kloster brachte.
Bär-Vetsch Walter, Medizinhistorisches aus Uri, in: «Wo fählt’s?», S. 150-156.
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Sonntag, 9. Mai 1655
Wirtshausverbot für Balthasar Christen
Rat und Landleute - im Rathaus in Altdorf versammelt - beschliessen, dass es dem Balthasar Christen verboten ist, Wein bei Strafe zu trinken.
Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Band 1, S. 22.
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Nach dem Abzug der Soldaten kommt das Faulfieber
Nach dem Abzug der fremden Kriegsheere bricht in Hospenthal eine ansteckende Krankheit aus, die in kurzer Zeit über 90 Einwohner dahinrafft. Diesem so genannten Faulfieber erliegen während der Helvetik (bis 1803) in Wassen 34, in Meien 11, in Göschenen 14 und in der Göschenenalp 10 Menschen.
Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 113.
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Mittwoch, 20. November 1799
Tote liegen neben Gesunden
Die Epidemie kann in Ursern nur mit Mühe eingedämmt werden, da die dazu nötigen kräftigen Nahrungsmittel und die primitivsten hygienischen Vorrichtungen in den ausgeplünderten und mit Soldaten vollgestopften Häusern fehlen. Unterstatthalter Meyer berichtet aus Realp, dass Tote, Kranke, Gesunde und Soldaten in der gleichen Wohnstube sind, da sei eine Genesung unmöglich und die Krankheit gefährlicher als anderswo.
Arnold, Helvetik, S. 196.
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Samstag, 25. Januar 1800
Epidemie fordert in Ursern 200 Tote
Seit August greift im Urserntal und in einigen Urner Gemeinden eine gefährliche Epidemie um sich. Sie befällt den durch Nahrungsmangel entkräfteten ärmsten, Teil der Bevölkerung, während die Wohlhabenderen davon verschont bleiben. Auch die Besatzungstruppen werden von der Krankheit ergriffen.
In Andermatt trifft Doktor Schoch ein, der von der Regierung nach Ursern geschickt wird. Unter seinem Vorgänger, Doktor Suter, starben 16 Männer, 34 Frauen und 40 bis 43 Kinder. Bis zum August wird Doktor Schoch ungefähr 260 Epidemiekranke behandeln, davon werden 13 Personen männlichen und 15 Personen weiblichen Geschlechts sterben.

Arnold, Helvetik, S. 196.
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Donnerstag, 6. März 1800
Epidemie fordert auch im Reusstal Todesopfer
In den ersten Monaten des Jahres 1800 greift die Krankheit auch im Urner Reusstal um sich, besonders in den Gemeinden Schattdorf, Erstfeld, Altdorf und Bürglen. In Schattdorf fordert sie im Januar und Februar 23 Menschenleben.
Arnold, Helvetik, S. 197.
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Dienstag, 1. April 1800
Geschlechtskrankheiten breiten sich aus
Mit den fremden Truppen und ihren Ausschweifungen werden auch die Geschlechtskrankheiten, die vorher in der Innerschweiz fast unbekannt waren, eingeschleppt. Regierungskommissar Zschokke meldet, dass sie im Kanton Waldstätten mit jedem Monat mehr um sich greifen, und er schlägt deshalb vor, eine medizinische Polizei einzuführen.
Arnold, Helvetik, S. 197.
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Dienstag, 1. Juli 1800
Gallenruhr im Urnerland
Im Juli und August wütete die Gallenruhr im Urnerland; in der Vorhalle der Kirche Urnerboden befindet sich eine diesbezügliche Votivtafel von Franz Xaver Triner.
UW 41/1920; HNbl 1919, S. 26 ff.
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Montag, 4. November 1811
Dorfgemeinde in Flüelen beschliesst Abbruch des Spitals
In Flüelen beschliesst die Dorfgemeinde, das Spital abzubrechen und dort ein Haus für den Pfarrhelfer zu bauen.


Literatur: Gasser Helmi; Kunstdenkmäler, Bd II, S. 116.
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Dienstag, 7. April 1863
Arbeiterkrankenkasse beim Bau der Axenstrasse
Die Statuten für eine Arbeiterkrankenkasse werden erlassen. Die Kasse war obligatorisch für alle Arbeiter an der Axenstrasse. Jeder hatte bescheidene Einzahlungen zu leisten, womit die Heilungs- und Verpflegungskosten bestritten wurden. Die Pflege der Verunfallten und Kranken erfolgt meist im Altdorfer Fremdenspital. Einheimische Kranke durften zuhause sein. Auch Taggelder an verunfallte arbeitsunfähige Arbeiter waren vorgesehen. Bei Todesfällen bezahlt die Kasse Bestattung und Gedächtnisse. Die Verwaltung liegt in den Händen einer von der Regierung und von den Arbeitern gewählten Kommission.
Stadler-Planzer Hans, Karl Emanuel Müller, S. 482.
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Dienstag, 3. Juli 1877
Familienvater in Schattdorf an Starrkrampf gestorben
In Schattdorf fügt sich ein Familienvater beim Binden von Staudengarben eine Verletzung an der Hand zu. Die harmlose Verletzung lässt die Hand jedoch schnell anschwellen. Der beigezogene Arzt diagnostiziert Starrkrampf. Innert wenigen Tagen ist der Mann gestorben. Es in Schattdorf innerhalb von zwei Jahren bereits der dritte Fall, wo eine Fingerverletzung zum Starrkrampf und zum Tod führt.
UW 14.7.1877
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Zwei Kinder sterben an Pocken
In Erstfeld werden bei einem Kind die „Schwarzen Blattern“ (Pocken) festgestellt. Die unter dem gleichen Hausdach wohnenden Familien dürfen das Haus nicht mehr verlassen, noch andere dasselbe betreten. Eine beständige Wache wird vor dem Haus aufgestellt, die die Aufgabe hat, den Insassen die erforderlichen Lebensmittel durch die Fenster des Parterres zukommen zu lassen. Der Krankheit fallen zwei Kinder zum Opfer. Die Vorsichtsmassnahmen werden erst „nach Konstatirung des gänzlichen Verschwindens der Krankheit“ wieder aufgehoben.
RSchB UR 1885, S. 37.
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Pockenausbruch in Gurtnellen
Im Hotel Bahnhof in Gurtnellen erkrankt im Frühling der 18-jährige Bianchi aus Italien an Pocken. Kanton und Gemeinden reagieren schnell und isolieren das Gasthaus, in dem der an den Blattern leidende Mann logiert. Wachtposten haben dafür zu sorgen, dass niemand das Haus verlässt oder betritt. Kurze Zeit später tritt die Krankheit in Gurtnellen bei einem älteren Mann auf. Dann wird in einem Wärterhaus ein Kind von den Pocken befallen. Der Gemeinderat ordnet an, die Patienten in einem Absonderungshaus unterzubringen. Weil es aber Gurtnellen trotz wiederholter Mahnung des Kantons versäumt hat, ein geeignetes Lokal als Quarantäne zu bestimmen, muse die Gemeinde für die an den Pocken Erkrankten schnell eine heizbare Baracke aufstellen und einrichten. Mehrere Wochen lang sind einheimische Männer zum Wachtdienst aufgeboten. Sie erhalten dafür von der Gemeinde einen Sold, der vom Bund später zurückerstattet wird.
Fryberg Stefan, Urner Gesundheitspolitik von 1800 bis heute; in: «Wo fählt’s?», S. 90 f.
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Samstag, 17. Juni 1893
Gemeinden müssen Absonderungshäuser vorsehen
Der Urner Regierungsrat fordert alle an der Gotthardbahn gelegenen Gemeinden auf, ein Gebäude zu bezeichnen, das beim Auftreten einer Epidemie als Absonderungshaus dienen und innert 24 Stunden geräumt werden kann.
Abl UR 1893, Nr. 26, 29.06.1893, S. 314.
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Samstag, 11. Januar 1896
Die Furcht vor Tuberkulose und Kuhmilch
Im «Urner Wochenblatt» erscheint ein Bericht, dass Stadtleute sich zunehmend vor Kuhmilch fürchteten, weil sie gelegentlich Keime für die Auszehrung enthalte, was besonders auf die Stallfütterung zurückzuführen sei. Weil das bei der Geissmilch nicht der Fall ist, gewinnt die Ziegenhaltung an Ansehen.
UW 11.01.1896.
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Sonntag, 1. März 1896
Erhebungen zu Diphterie-Erkrankungen
Infolge der vom eidgenössischen Departement des Innern für die ganze Schweiz angeordneten Diphterie-Erhebungen sind die Ärzte angewiesen, ab heutigem Datum die Erhebungen zu beginnen und angewiesen, jeden in der Praxis vorkommenden Diphteriefall beziehungsweise jede diphterieverdächtige Erkrankung zur Anzeige zu bringen und die bezüglichen Zählkarten auszufüllen.
Abl UR 06.02.1896, S. 50.
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Freitag, 1. April 1898
Erfolgreicher Kampf gegen die Diphterie
Der Rechenschaftsbericht über die Staats-Verwaltung hält fest, dass die Diphterie bis vor kurzer Zeit eine der unheimlichsten und verheerendsten Krankheiten war und vor allem unter den Kindern zahlreich ihre Opfer forderte. Erst durch die Einführung eines Heilserums haben sich die Verhältnisse gebessert, «welche vorher jeder Behandlung sozusagen unzugänglich war». Da dir Natur der Diphterie in verschiedener Beziehung noch nicht genügend aufgeklärt war, ist seit 1896 eine zwei Jahre dauernde «Enquête» (Anfrage) eingeführt worden, zufolge deren jeder Fall von Diphterie von den Ärzten genau beobachtet und auf ausführlichem Formular zur Anzeige an die Gesundheitsbehörden gelangt.
RSchB UR 1896/97, S. 65.
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Sonntag, 31. Dezember 1899
Influenza fordert jedes Jahr seine Opfer
Der Bericht der Sanitätsdirektion im Rechenschaftsbericht über die Staats-Verwaltung hält fest, dass sich der ziemlich normale Gesundheitszustand der Menschen Ende des Jahres 1899 wegen der Grippe bedenklich verschlimmerte: «Mit unheimlicher Geschäftigkeit bettete die tückische Influenza gar manchen Bewohner unseres trauten Heimathgaues zum langen Schlummer in der Erde kühlen Schoss.»
RSchB UR 1898/99, S. 45.
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Montag, 19. März 1906
Arbeiterinnen- und Dienstboten-Krankenkasse gegründet
Vom katholischen Arbeiterverein Altdorf und Umgebung wird die Arbeiterinnen- und Dienstbotenkrankenkasse gegründet. Der junge Verein zählt 60 Mitglieder. Der Krankenkasse können auch Hausfrauen beitreten.
UW 18, 5.5.1906;
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Samstag, 5. Mai 1906
An Typhus gestorben
Das "Urner Wochenblatt" berichtet, dass infolge Trinkens von Gräbli-Wasser ein Jüngling in Altdorf nach wenigen Tagen an Typhus gestorben ist.
UW 18, 5.5.1906
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Sonntag, 5. Mai 1912
Verbesserung der Kranken- und Irrenfürsorge
Für die Unterstützung und Verbesserung der Kranken- und Irrenfürsorge setzt der Kanton einen jährlichen Staatsbeitrag von mindestens 15'000 Franken aus, in dem Sinne, dass 2/3 dieser Summe für die eigentliche Krankenfürsorge und 1/3 zur Förderung und Unterstützung der Irrenfürsorge verwendet werden sollen. Den allgemeinen und anerkannten Krankenkassen wird als Reservefond ein einmaliger Staatsbeitrag von 1 bis 2 Franken auf "den Kopf der in ihrem Wirkungskreise wohnhaften schweizerischen Bevölkerung" ausgerichtet.
RB UR Band 7, S. 199 ff.
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Sonntag, 13. April 1913
Krankenkasse in Gurtnellen
In Gurtnellen wird in einer gut besuchten Versammlung eine Krankenkasse (Helvetia) gegründet.
UW 16, 19.4.1913
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Montag, 6. April 1914
Verbesserung der Kranken- und Irrenfürsorge
Der Landrat erlässt die Vollziehungsverordnung zum Gesetz betreffend Beitragsleistung des Kantons für die Verbesserung der Kranken- und Irrenfürsorge sowie die VVO zum Bundesgesetz über die Kranken- und Unfallversicherung. In dem Bundesgesetz werden auch die Tarife der ärztlichen Leistungen für anerkannte Krankenkassen festgelegt.
RB UR Band 7, S. 310 ff. und 317 ff.
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Samstag, 14. August 1915
Typhus in Gurtnellen
Das "Urner Wochenblatt" berichtet, dass in Gurtnellen elf Fälle von Typhus aufgetreten sind.
UW 33, 14.8.1915
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Samstag, 6. Juli 1918
Spanische Krankheit in Uri
Im «Urner Wochenblatt» erscheint erstmals ein Bericht über die geheimnisvolle Krankheit, die sich über ganz Spanien ausdehne. Fast gleichzeitig sei sie in Paris in grosser Häufigkeit aufgetreten, dann in der flandrischen Küste festgestellt und nun auch in Deutschland zum Ausbruch gekommen. Die «spanische» Krankheit ist nun auch in Uri aufgetreten. In einem Fort ob Andermatt seien 110 von 150 Mann befallen. Matte Augen und Schwindelanfall treten in Erscheinung, so dass während der Mahlzeit Wehrmänner unter den Tisch fallen würden. In der Munitionsfabrik in Altdorf seien ebenfalls Massenerkrankungen zu melden. Im Talboden liegen ganze Familien darnieder. Glücklicherweise scheine die Krankheit auch hierzulande harmloser Natur zu sein.
UW 27, 6,7,1918
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Dienstag, 9. Juli 1918
Sanitätsdirektion nimmt Stellung zur «Spanischen Grippe»
Die Sanitätsdirektion und Sanitätsdirektor Josef Werner Lusser nehmen Stellung zur «Spanischen Grippe», die nach Mitteilungen gegenwärtig in hiesigem Kanton als epidemische Krankheit herrsche. Deren Natur könne bis jetzt nicht festgestellt werden, habe jedoch in vielen Beziehungen Ähnlichkeit mit der Influenza. Es müsse mit einer raschen Verbreitung der Krankheit gerechnet werden. Die Sanitätsdirektion beschwichtigt: «Man braucht sich aber darob nicht beunruhigen zu lassen. Wie das schweiz. Gesundheitsamt mitteilt, hat die Epidemie bis jetzt einen ziemlich gutartigen Charakter gezeigt. Da sie während der warmen Jahreszeit auftritt, sind Komplikationen von seiten der Luftwege, wie sie für die Influenzaepidemie von 1889/90 so charakteristisch waren, wohl weniger zu fürchten. Aller Wahrscheinlichkeit nach, sollen sich die Influenzerreger zuerst auf den Schleimhäuten ansiedeln. Es kann daher durch Reinhaltung des Mundes und der Luftwege (durch Gurgeln, Inhallieren etc.) ein gewisser Schutz gegen die Krankheit erzielt werden.» Die Ärzte werden ersucht, der Sanitätsdirektion über auftretende Fälle Mitteilung zu machen.
Abl UR 1918, S. 595.
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Dienstag, 16. Juli 1918
Massnahmen wegen der spanischen Grippe
Auf Grund der sich mehrenden Fälle der spanischen Grippe verbietet der Regierungrat Veranstaltungen mit grossen Menschenansammlungen wie Kinovorführungen, Theater oder Konzerte. Ausgenommen von dem Verbot bleiben vorerst die Gottesdienstfeiern, die Schulen und die Gemeindeversammlungen. Schulen, wo Krankheitsfälle auftreten, sind vom Schulrat für 14 Tage zu schliessen. Am meisten betroffen sind vorerst die Gotthard-Truppen. Es sind auch bereits Todesfälle zu beklagen.
UW 30, 27.7.1918
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Donnerstag, 18. Juli 1918
Massnahmen des Bundesrates gegen die Spanische Grippe
Der Bundesrat erlässt den Beschluss betreffend Bekämpfung der gegenwärtig herrschenden Influenza-Epidemie («Spanische Grippe»).
BRB vom 18.07.1918, Bd 34 S. 776 ff.; Abl UR 1918, S. 632 f.
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Samstag, 20. Juli 1918
Rezept gegen die «Spanische Grippe»
Im «Urner Wochenblatt» erscheint erstmals ein Bericht über die geheimnisvolle Krankheit, die sich über ganz Spanien ausdehne. Fast gleichzeitig sei sie in Paris in grosser Häufigkeit aufgetreten, dann in der flandrischen Küste festgestellt und nun auch in Deutschland zum Ausbruch gekommen. Die «spanische» Krankheit ist nun auch in Uri aufgetreten. In einem Fort ob Andermatt seien 110 von 150 Mann befallen. Matte Augen und Schwindelanfall treten in Erscheinung, so dass während der Mahlzeit Wehrmänner unter den Tisch fallen würden. In der Munitionsfabrik in Altdorf seien ebenfalls Massenerkrankungen zu melden. Im Talboden liegen ganze Familien darnieder. Glücklicherweise scheine die Krankheit auch hierzulande harmloser Natur zu sein.
UW 27, 06.07.1918.
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Sonntag, 21. Juli 1918
Erste Grippeopfer in Uri
Im Alter von 49 Jahren stirbt im Buchen in Bürglen Kapellenvogt Karl Arnold an der Spanischen Grippe. Er erkrankte bei seinem Sennten auf dem Urnerboden, bekam eine Lungenentzündung. Auf eingetretene Besserung kam ein Rückfall, der ihm zu Hause in Bürglen schnell den Tod bringt. An der Grippe stirbt auch Johann Gisler in der Muosermatte in Bürglen.
UW 30, 27.07.1918
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Mittwoch, 24. Juli 1918
Urner Regierungsrat erlässt Veranstaltungsverbot
Der Regierungsrat erlässt, in Ausführung des betreffenden Bundesratsbeschlusses die Vollziehungsverordnung zur Bekämpfung der gegenwärtig herrschenden Influenza-Epidemie («Spanische Grippe»). Veranstaltungen von Theateraufführungen, Kino-Vorstellungen, Konzerten, Volksversammlungen, Volksfesten sowie von Anlässen, welche zahlreiche Personen am gleichen Ort oder im gleichen Raum vereinigen werden bis auf weiteres untersagt. Von diesem Verbot sind vorläufig ausgenommen die Gottesdienstfeiern, die Schulen und die Gemeindeversammlungen.
Abl UR 1918, S. 632 f.
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Mittwoch, 24. Juli 1918
Urner Regierungsrat sieht Schulschliessungen vor
Der Regierungsrat erlässt Bestimmungen zur Bekämpfung der gegenwärtig herrschenden Influenza-Epidemie («Spanische Grippe»). Wenn Schulkinder von der Krankheit befallen werden, so haben die Schulräte die betreffenden Schulen vorläufig auf 14 Tage zu schliessen, dem Erziehungsrate und der kantonalen Sanitätskommission ungesäumt davon Kenntnis zu geben und deren Anordnungen zu vollziehen.
Abl UR 1918, S. 632 f.
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Samstag, 27. Juli 1918
Grippeopfer unter den Bewachungstruppen
Im Kantonsspital stirbt der ledige Füsilier Paul Cuenin der Bewachungskompagnie Altdorf aus dem Berner Jura an der Spanischen Grippe im Alter von 33 Jahren. Er war bereits auf dem Wege zur Besserung, als ihn ein Rückfall ereilt. Die Dienstkameraden begleiten den Sarg zum Bahnhof. Die Grippe fordert ein zweites Opfer. Füsilier Marius Maitre, 35 Jahre alt, Vater von sechs Kindern stirbt ebenfalls an der Grippe. Er stirbt einige Minuten nach der Heimreise seiner Gattin, die ihn im Kantonsspital besucht hat.
UW ...
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Samstag, 3. August 1918
Die Flucht in die Berghotels
Aus der Angst vor der Grippe begeben sich viele Städter in die Höhenkurorte der Urschweiz, in Uri nach Seelisberg, ins Maderanertal und ins Schächental.
UW 31, 3.8.1918
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Samstag, 17. August 1918
Verschärfte Bestimmungen gegen die spanische Krankheit
Angesichts der vielen Todesfälle erlässt der Regierungsrat verschärfte Bestimmungen zur Bekämpfung der spanischen Grippe. Jede Krankheit und jeder Sterbefall an Grippe ist unverzüglich dem Gemeindepräsidenten zu melden. Krankenbesuche bei an Influenza erkrankten Personen ist verboten. Grippekranke sollen in ein eigenes Zimmer gebracht werden. Wer die ersten Krankheitszeichen spürt, begebe sich sofort zu Bette, trinke viel Lindenblütentee oder warmes Wasser mit Milch und Zucker, decke sich gut zu um zu schwitzen und verlasse das Bett nicht, bevor das Fieber mindestens einen Tag ausgeblieben ist. Es werden zudem Vorschriften hinsichtlich der Hygiene und der Beerdigung gemacht.
UW 34, 24.8.1918
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Samstag, 24. August 1918
Fünf Grippetote in einer Familie
Die «Gotthard-Post» berichtet von der durch die Spanische Grippe Leid geprüften Familie auf der Alp Galtenebnet. Am gleichen Tag sterben drei in den 20er-Jahren stehende Söhne. Noch nicht zufrieden fordert die Krankheit in den folgenden Tagen noch einen jüngeren Bruder und die Mutter, Frau Josefa Stadler-Waser.
GP 34, 24.08.1918
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Samstag, 21. September 1918
53 Grippetote
Innerhalb von zwei Monaten (Juli und August) sterben in Uri 53 Personen an der spanischen Grippe (Bürglen 13, Unterschächen 11, Spiringen 10, Erstfeld und Flüelen je 4).
UW 38, 21.9.1918
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Montag, 30. September 1918
Verspäteter Beginn der Gemeindeschulen in Altdorf
Der Schulanfang der Primär-, Sekundär- und Kleinkinderschulen beginnt wegen der Grippegefahr mit 14-tägiger Verspätung. Im Amtsblatt wird zur Verhütung der Grippeinfektion durch den Schulrat bestimmt: Alle gegenwärtig grippekranken Kinder, oder solche, deren «Rekonvalesceur» noch nicht 1 Woche beträgt, Kinder aus Familien, bei denen gegenwärtig oder vor einer Woche noch Grippekranke waren, sind vom Schulbesuch fernzuhalten. Tritt in einer Familie Grippe auf, so sind deren Kinder ohne weiteres vom Schulbesuch dispensiert. Im übrigen wird dringend gebeten, sich den Anordnungen der Behörden, die sie zum Schutze der Kinder getroffen und in den Schulen anordnen, zu fügen.
Abl UR 1918, S. 824.
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Samstag, 19. Oktober 1918
Massnahmen gegen die Grippe-Epidemie
Der Regierungsrat weist auf die Massnahmen gegen die Grippe-Epidemie hin. Jedermann wird dringend aufgefordert, diese zu beachten. Die gegenwärtige Zunahme dieser unheimlichen Krankheit mache es allen zur Pflicht, durch gewissenhafte Befolgung alles dessen, was zur Eindämmung der Epidemie als zweckdienlich empfohlen wurde, beizutragen. Vor allem sind alle Ansammlungen von Menschen nach Möglichkeit zu verhüten und zu meiden. Jeder einzelne müsse durch sein Verhalten dazu beitragen, sich und andere vor Ansteckung zu bewahren. Grippekranke (auch Leichterkrankte), Grippeverdächtige und Genesende (bis mindestens eine Woche nach Fieberabfall), sowie Personen, in deren Familie oder Haus Grippe herrscht, oder welche Grippekranke verpflegen, sind verpflichtet, Kirchen, Schulen, Wirtshäusern, Versammlungsorten, Fabriken fernzubleiben, und die Strassenbahn nicht zu benutzen. Die Desinfektion könne sich auf die Wäsche des Kranken und der Verdächtigen beschränken. Bei der Grippe, wie bei allen ansteckenden Krankheiten, sei die Reinlichkeit in jeder Beziehung ein wichtiges Schutzmittel gegen die Infektion. Bei allen Grippe-Todesfällen habe die Einsargung und Beerdigung so bald wie möglich zu erfolgen. Ferner wird abermals in Erinnerung gebracht, daß seitens der Ärzte über die Neuerkrankungen an Grippe der Sanitätsdirektion wöchentlich Rapport zu erstatten ist. Bei heftigem Auftreten der Epidemie in einer Gemeinde sind die Schulen zu schliessen. Den Entscheid hierüber soll der Einwohnergemeinderat fällen, nach Vernehmlassung des Schulrates, und unter Kenntnisgabe an den Erziehungsrat.
Abl UR 1918, S. 902 f.
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Mittwoch, 23. Oktober 1918
Gymnasiast stirbt an der Spanischen Grippe
Im Kollegium stirbt Otto Schlee, Schüler der 4. Gymnasialklasse, im Alter von 17 Jahren an einer akuten Lungenentzündung infolge der Grippe. Die ganze Familie ist von der Grippe betroffen.
UW 43, 26.10.1918
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Samstag, 26. Oktober 1918
Vorwürfe wegen Grippeerkrankungen
In der Urner Presse finden sich erste Vorwürfe gegen die Behörden wegen unzureichenden Massnahmen der Grippebekämpfung: "Mit sentimentalen Gefühlserlassen und nachkopierten Aufrufen ist es nicht getan." Es sei die Frage eines Absonderungshauses endgültig und befriedigend zu lösen. Nicht einmal das Kantonsspital besitze einen Absonderungsraum für epidemische Krankheiten. Es bestehe Mangel an Ärzten, an Pflegepersonal und an Unterkunft für die Schwererkrankten.
UW 43, 26.10.1918
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Freitag, 1. November 1918
Meldung von fünf Grippetoten
In der Ausgabe des «Urner Wochenblatts» an Allerheiligen finden sich fünf Todesmeldungen aus Urner Gemeinden. Besonders tragisch ist der Tod von Josef Maria Herger. Er schwang am Sennensonntag noch die Fahne und heiratete am 16. Oktober. Noch am selben Tag warf ihn die heimtückische Krankheit aus Krankenlager, das ihm zum Sterbelager wurde, denn schon acht Tage später ist er ein Opfer des Todes. Am Abend vor Allerheiligen stirbt an der Grippe auch Schulinspektor Dr. Franz Nager.
UW 44, 01.11.1918.
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Samstag, 9. November 1918
Urner Zeitungen mit vielen Todesmeldungen
Das «Urner Wochenblatt» berichtet in einer Ausgabe von neunTodesfällen wegen nach Grippeerkrankungen. In Erstfeld sterben an der Spanischen Grippe: Die 40jährige Frau Anna Marie Walker-Epp nach sechstägiger Krankheit sowie die drei Familienväter Johann Furrer (29 Jahre, Depotarbeiter), Hans Gerber (44 Jahre, Lokomotivführer) sowie Friedrich Rohr (32 Jahre, Lokomotivheizer). «Ein grosses Sterbet» wird auch aus der Gemeinde Bürglen gemeldet. Die Totenglocken wollen nicht verstummen. An Allerheiligen läuteten sie Jungfrau Katharina Planzer (15 Jahre) ins Grab, am Sonntag der Jungfrau Frieda Stadler (22 Jahre). In Sisikon stirbt Schulinspektor Dr. Franz Nager an der Grippe, in Spiringen der Bauersohn Michael Arnold mit 28 Jahren. In Andermatt wird am Siebenten seines Vaters Anton Regli Sohn Fidel im Alter von 23 Jahren beerdigt. Er glaubte seinen toten Vater in dringender Arbeit ersetzen zu müssen und ging daher, «nicht aus Leichtsinn, sondern aus zu grossem Pflichteifer» leider zu früh aus, was eine heftige Lungenentzündung mit Tod zur Folge hatte.
UW 45, 09.11.2021
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Samstag, 16. November 1918
Erneut viele Todesnachrichten
Das «Urner Wochenblatt» meldet erneut viele Todesnachrichten infolge Grippetod: InAltdorf sterben die 16-jährige Flora Jütz, die Schwester von Berti Jütz («Zoogä-n-am Boogä»), Hans Herger (Bäckerei, 41 Jahre) und Landwirt Alois Müller «im bestem Mannesalter». In Erstfeld Karl Wipfli, Schreinerei (27 Jahre) «dem Wütrich zum Opfer», in Flüelen der 19jährige Hans Peterle. In Bürglen folgen Vater Josef Marty im Waldi, seine beiden Söhne, «frisch und kräftig wie Bergtannen». Auf dem Kohlplatz stirbt Jungfrau Marie Herger und drei Tage später ihr Vater, «ein stiller Mann, der in seinem Leben von nichts anderem wusste, als von Mühen und Sorgen». In Bürglen gibt es innert einer Woche elf, seit Neujahr 64 Tote zu beklagen.
UW 46, 16.11.1918.
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Samstag, 23. November 1918
Tote unter den Bewachungstruppen
Die Grippe fordert unter der Waadtländer Bewachungskompagnie sowie unter einheimischen Soldaten, die zum Wachtdienst wegen des Generalstreiks aufgeboten wurden, in Altdorf und Erstfeld mehrere Grippetote. Weil im Kantonsspital kein Platz mehr ist werden die Erkrankten ins Kantonsspital nach Zug gebracht. In Erstfeld sterben eine Frau und ein Mann beide Mitte 30. In Seelisberg ist der Gemeindeschreiber an der Grippe erlegen.
UW 48, 30.11.1918.
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Mittwoch, 27. November 1918
Erste Grippetote in Schattdorf
Schattdorf beklagt das erste Grippeopfer der Gemeinde. Innerhalb von acht Tagen stirbt Josefa Gisler-Herger, 30jährig, und Mutter von vier kleinen Kindern.
UW 48, 30.11.1918.
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Samstag, 30. November 1918
Junge Grippeopfer im Schächental
Das «Urner Wochenblatt meldet zwei Tote aus der Bürgler Jungmannschaft: Martin Gisler und Josef Riedi. Martin Gisler wird in der Todesnachricht «als ein Opfer des Streikes» bezeichnet. Da der Vater von Martin Gisler zum Landsturm einberufen wurde, musste dieser grippekrank in der hochgelegenen Bitzi die Besorgung des Viehs übernehmen. Das gleiche Schicksal ereilt «infolge des leichtfertigen Sozialistenstreiks» den 23jährigen Josef Maria Bricker, dessen Vater ebenfalls zum Landsturm aufgeboten wurde. In Unterschächen steigt die Grippetodesfälle auf 18.
UW 48, 30.11.1918.
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Sonntag, 8. Dezember 1918
Sechstes Grippetodesopfer aus einer Familie
In Unterschächen stirbt Jüngling Peter Gisler, 32-jährig, am Grippetod. In der Familie des alt Landrats Johann Gisler wurden bereits fünf Personen von der spanischen Krankheit dahingerafft: der Vater, ein Sohn und drei Enkelkinder.
UW 50, 14.12.1918.
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Samstag, 14. Dezember 1918
Impfung gegen die Spanische Grippe?
Gemäss einer Mitteilung des «Urner Wochenblatts» sei es dem eidgenössischen Seruminstitut in Bern gelungen, ein Serum gegen die Grippe herzustellen. Die bei den Truppen vorgenommenen Probe-Impfungen haben sehr befriedigende Erfolge zu verzeichnen. Die Armee-Sanität hat angeordnet, ein Infanterieregiment mit dem neuen Serum zu impfen.
UW 50, 14.12.1918.
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Sonntag, 4. Mai 1919
Gesetz über das Sanitätswesen angenommen
Die Landsgemeinde nimmt das Gesetz über das Sanitätswesen an. Damit wird der bisherigen "Gesetzlosigkeit" ein Ende gesetzt. Die gleiche Landsgemeinde beschliesst auch einstimmig die Erhöhung des Fonds für die Kranken- und Irrenfürsorge und genehmigt mit einer Gesatzesänderung die Ausdehnung der Beitragsleistung des Staates auch auf die anerkannten Krankenkassen im Kanton. Der Rechenschaftsbericht hält fest: "Damit verfügt der Kanton Uri über eine soziale Fürsorgeinstitution, die ihm zur grossen Ehre gereicht und um die ihn manch' grosser und reicher Kanton beneiden könnte."
RSchB UR 1918/19, S. 115; LB UR Band VIII, S. 243 ff.
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Mittwoch, 31. Dezember 1919
Bilanz der Grippe 1918 / 1919
Die Grippe sucht vom Juni 1918 bis Juni 1919 auch den Kanton Uri heim. Die Krankheit, welche anfänglich noch scherzhaft als "Spanische Grippe" bezeichnet wird, tritt in Uri als Epidemie zuerst beim Personal der Munitionsfabrik und bei den in Altdorf stationierten Landsturmtruppen auf. Die Krankheit findet jedoch ihren Weg in die entlegendsten Berg- und Alphütten. Den höchsten Stand erreicht die Grippe im Oktober 1918. Die ganz unvollständige Mitteilungen der Ärzte betrug die Zahl der ärztlich behandelten Fälle im August 125, im September 326, im Oktober 1192, im November 774 und im Dezember 161 Fälle. In den meisten Fällen verläuft die Krankheit bei entsprechendem Verhalten ohne schwere Komplikationen. Lungenentzündungen treten jedoch vor allem dort auf, wo die Patienten schon nach wenigen Tagen wieder der Arbeit nachgehen wollen. Eine eigentümliche Erscheinung ist, dass die Krankheit hauptsächlich jüngere Leute im Alter von 20 bis 40 Jahren ergreift und es vielfach junge, kräftige Männer sind, die der Krankheit zum Opfer fallen. Die Zahl der Todesfälle ist schwer festzustellen. Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl ist sie aber eine bedauerlich grosse. Nach den Erhebungen bei den Zivilstandsämtern beziffert sich die Zahl der Grippesterbefälle im Kanton auf 220. Bei Erkrankungen von Familienangehörigen fand die Pflege fast ausschliesslich zu Hause und in der Grosszahl der Fälle ohne Beizug eines Arztes statt. Bei erkrankten, alleinstehenden Personen erfolgte bei ernsteren Fällen die Evakuierung ins Kantonsspital. In mehreren Gemeinden machte sich starker Mangel an Pflegepersonal und Absonderungsräumlichkeiten geltend.
RschB 1918/1919, S. 120 f.
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Donnerstag, 1. Dezember 1921
Pocken im Kanton Glarus
Da die Pocken im Nachbarkanton Glarus im Dezember in bedrohlicher Weise um sich greift, verschafft die Sanitätsdirektion den Bewohnern des Urnerbodens Gelegenheit, sich impfen zu lassen. Ein Arzt von Linthal begibt sich hiezu nach dem Urnerboden. An die Auslagen leistet der Bund einen Beitrag von 50 Prozent.
RSchB 1920/21, S. 79.
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Sonntag, 12. Februar 1922
Krankenkassen wollen sich Verbandsstatuten geben
Trotz einigem Misstrauen der bestehenden freien Kassen erscheinen im Hotel Tell in Altdorf Vertreter von zehn Krankenkassen, um sich betreffend Gründung eines Kantonalverbandes auszusprechen. gründlich auszusprechen, Tagespräsident Hans Salvisberg erinnert an die Zusammenarbeit der Kassen anlässlich der Revision des Gesetzes betreffend die Beitragsleistung des Kantons an die Krankenkassen und skizzierte die gemeinsamen Aufgaben, worauf eine Kommission mit der Ausarbeitung von Statuten mit der Ausarbeitung der Statuten betraut wird.
Müller Josef, Blätter aus der Entwicklung des urnerischen Krankenkassenwesens, S. 10 ff.
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Donnerstag, 13. April 1922
Erste Delegiertenversammlung des Urner Krankenkassenverbandes
Im Hotel Hirschen in Flüelen kann die erste Delegiertenversammlung des Verbandes urnerischer Krankenkassen abgehalten werden. Es wird folgender Vorstand gewählt: Präsident Josef Muheim, Landrat, Flüelen; Vizepräsident Josef Steiert, Maschinenmeister, Altdorf; Aktuar Josef Müller, Lehrer, Flüelen; Kassier: E. Haller, Magazinchef, Altdorf; Beisitzer Alfred Schön, Prokurist, Altdorf.
Müller Josef, Blätter aus der Entwicklung des urnerischen Krankenkassenwesens, S. 12.
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Sonntag, 23. Juli 1922
Statuten für einen Krankenkassenverband
Die Arbeiten wurden zur Erarbeitung von Statuten für einen Krankenkassenverband wurden von der eingesetzten Kommission rasch an die Hand genommen und können einer Vorständekonferenz vorgelegt werden. Mit geringen Änderungen kann man sich auf die Statuten einigen. Man beschliesst einen Jahresbeitrag von 10 Rappen pro erwachsenes Mitglied und beauftragt die Statutenkommission mit der Weiterführung der Geschäfte.
Müller Josef, Blätter aus der Entwicklung des urnerischen Krankenkassenwesens, S. 10 ff.
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Montag, 31. Dezember 1923
Treffen des Krankenkassenverbandes mit Sanitätsdirektor Lusser
Eine Delegation des Verbandes urnerischer Krankenkassen trifft sich mit Sanitätsdirektor Lusser. Landammann Lusser gibt seiner Freude Ausdruck, die Männer kennen zu lernen, die sich der Förderung der Krankenversicherung verpflichtet haben und mit Interesse nimmt er die Orientierung über den Stand der Krankenkassen in Uri entgegen. Präsident Josef Muheim teilt dem Sanitätsdirektor einige Anregungen mit, für deren Verwirklichung die Mithilfe, oder Mittlertätigkeit der Regierung unumgänglich schien, so die sorgfältigere Abgrenzung der Gebirgszone, die Erhältlichmachung der Kantonalsubvention und deren allfällige Erhöhung, den Abbau gewisser Positionen des Arzttarifes und der Operationsentschädigungen im Spital.
Landammann Lusser beeilt sich, die Idealisten auf den Boden der harten Wirklichkeit zu verweisen und auf die grossen zu erwartenden Schwierigkeiten aufmerksam zu machen. Die Kassenvertreter müssen erkennen, dass bei allfälligen Auseinandersetzungen mit der Ärzteschaft bei der Regierung nicht allzu grosse Hilfe erwartet werden durfte. Anderseits muss aber auch der Sanitätsdirektor zur Erkenntnis kommen, dass sein Lieblingsprojekt des Obligatoriums der Krankenversicherung, und einer neuen kantonalen Krankenkasse, mit dem schärfsten Widerstand der Krankenkassen zu rechnen hat. Der Sanitätsdirektor erklärt sich schliesslich bereit, gemeinsame Konferenzen zwischen Ärzten und Kantonalvorstand, sowie zwischen Kantonalvorstand und Spitalarzt zu vermitteln und zu präsidieren.

Müller Josef, Blätter aus der Entwicklung des urnerischen Krankenkassenwesens, S. 13.
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Montag, 7. Januar 1924
Pocken in Erstfeld
In Erstfeld treten Pockenfälle auf, zehn Personen müssen ins Kantonsspital Zürich eingeliefert werden.
UW 2, 12.1.1924
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Samstag, 12. April 1924
Vertreter der Urner Ärzte treffen mit dem Kantonalvorstand der Krankenkassen zusammen
Unter dem Vorsitz von Sanitätsdirektors finden sich die Vertreter der Urner Ärzte Dr. Carl Gisler, Dr. Adolf Jann und Dr. Vinzenz Müller mit dem Kantonalvorstand im Rathaus ein. Auch diese Konferenz erfüllt die hochgestellten Erwartungen des initiativen Kantonalvorstandes nur in sehr unbefriedigender Weise. Einen allgemeinen Tarifabbau lehnten die Ärzte unter allen Umständen ab. Schliesslich sichern die Ärzte die Behandlung der Krankenkassenbegehren an ihrer nächsten Versammlung zu. Sie gaben den Kassenvertretern folgende Vorschläge: Die Krankenkassen sollten in der Aufnahme vorsichtiger sein. Die Vorstände möchten manchmal im Verkehr mit den Ärzten taktvoller sein. Die Kassenvertreter mögen bedenken, dass der Arzt hin und wieder auf den Patienten Rücksicht zu nehmen habe, wolle er verhüten, dass der Patient zu einem anderen Arzt laufe.
Müller Josef, Blätter aus der Entwicklung des urnerischen Krankenkassenwesens, S. 13 f.
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Sonntag, 29. Juni 1924
Ärzte lehnen 10-prozentigen Tarifabbau ab
Es wurden Klagen laut, der Krankenkassentarif müsse revidiert werden. Als der Lohnabbau sozusagen alle Arbeitnehmer fühlbar traf, erwarteten die Krankenkassen, deren Mitgliedschaft sich grösstenteils aus der Arbeiterschaft rekrutierte, dass auch die Ärzteschaft sich zu einem Abbau bereit erkläre. Steine des Anstosses bildeten vor allem die Kilometerentschädigungen für Auto, die Taxierung der schwer kontrollierbaren Gelegenheitsbesuche, die Verweilgebühr und die Besuchstaxen. Die erste Fühlungnahme mit den Ärzten, wobei ihnen ein Tarifabbau von 10 Prozent zugemutet wurde, endete in schlanker Ablehnung des Kassenbegehrens. Die Reaktion über diese schroffe Haltung der Ärzte äussert sich an der Delegiertenversammlung in starkem Befremden, das in verschiedenen Voten Ausdruck findet.
Müller Josef, Blätter aus der Entwicklung des urnerischen Krankenkassenwesens, S. 14 f.
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Donnerstag, 9. Oktober 1924
Krankenkassenvorstand untersucht Tarifabbau
In seiner Sitzung einigt sich der Kantonalvorstand dahin, dass einige Positionen aus dem Tarif herauszugreifen und deren Revision zu erstreben sind und die Zusammenhänge zwischen der ständig wachsenden Mehrbelastung zu studieren sind.
Müller Josef, Blätter aus der Entwicklung des urnerischen Krankenkassenwesens, S. 14 f
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Samstag, 8. Mai 1926
Tod einer Urner Nonnensschwester in Madagaskar
In Afrika stirbt Schwester Arsène Riedi aus Bürglen. Vor 30 Jahren trat sie mit zwei anderen Bürglerinnen in einen französischen Orden ein. Nach der Profess im Mutterhaus in Paris wurden die drei auf ihren eigenen Wunsch in die Mission nach Afrika entsandt. Schwester Arsène kam auf die Insel Madagaskar, die nur von Zeit zu Zeit von einem Missionär besucht werden konnte. Schwester Arsène nahm auf der Insel die Funktionen des Pfarrers, des Lehrers, des Arztes und des Gemeinderats wahr.
UW 80, 3.7.1926
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Sonntag, 27. Juni 1926
Krankenkassen beschliessen Massnahmen gegen die Tuberkulose
An der Delegiertenversammlung des Verbandes der urnerischen Krankenkassen beschliessen die Kassenvertreter einmütig schlossen, folgende Massnahmen zur Bekämpfung der Tuberkulose zu unterstützen: Sanierung der Wohnungsverhältnisse mancher armer Familien; Aufklärung über die TBC durch öffentliche Vorträge; Propaganda für das eidgenössische Tuberkulosegesetz; Gemeinsames Vorgehen mit der Ärzteschaft; Gründung einer Liga für die TBC-Bekämpfung.
Müller Josef, Blätter aus der Entwicklung des urnerischen Krankenkassenwesens, S. 21 f.
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Mittwoch, 13. Juni 1928
Bund erlässt Bundesgesetz gegen die Tuberkulose
Der Bund erlässt ein Bundesgesetz gegen die Tuberkulose. Gestützt auf das Gesetz, werden die kantonalen Behörden u. a. angehalten, Wohngebiete und Wohnräume zu sanieren, die Bevölkerung über die Hygiene aufzuklären und einen schulärztlichen Dienst aufzubauen.
Abl UR 1928, S. 439. Fryberg Stefan, Urner Gesundheitspolitik von 1800 bis heute; Bär-Vetsch Walter, Medizinhistorisches aus Uri; in: «Wo fählt’s?», S. 95 ff
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Samstag, 26. Januar 1929
Ausstellung der Krankenkassen zum Krebs
In Altdorf findet während sechs Tagen eine Ausstellung zum Krebs statt. Die vom Verband Urnerischer Krankenkassen wird von 448 Personen besucht. Die Ausstellung wird noch in Erstfeld (260) und Göschenen (194) gezeigt. Der Kantonalvorstand hat Mühe die Ausstellung zu finanzieren. Die verschiedenen Ausgabeposten müssen auf verschiedene Schultern verteilt werden.
Müller Josef, Blätter aus der Entwicklung des urnerischen Krankenkassenwesens, S. 23.
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Sonntag, 15. Juni 1930
Versammlung wegen Tuberkulose
Die gewünschte Versammlung betreffend Tuberkulose kommt endlich zustande. Es sind vertreten: die Sanitätsdirektion, der Kantonalverband der Krankenkassen, der Samariterverein Altdorf und Umgebung, die Liga zur Bekämpfung der TBC, der Kantonale Lehrerverein, die Ärztegesellschaft, das Priesterkapitel und die Müttervereine beider Konfessionen. Die Versammlung nimmt einen erfreulichen Verlauf, aber die Entwicklung kommt weiterhin langsam vorwärts, nimmt dann später durch die Anstellung einer Fürsorgerin einen ungeahnten Aufschwung.
Müller Josef, Blätter aus der Entwicklung des urnerischen Krankenkassenwesens, S. 22.
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Samstag, 28. Juni 1930
6300 Krankenversicherte
Rund 6300 Urnerinnen und Urner sind in einer Krankenkasse versichert .
UW 26, 28.6.1930
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Donnerstag, 24. Dezember 1931
Wieder Grippewelle
Ist eine neue Grippewelle im Anzug. In Spiringen gibt es innert acht Tagen drei Leichen. Man denkt an den Grippesommer 1918, wo die unheimliche Krankheit allein in Spiringen 27 Todesopfer forderte.
UW 52, 24.12.1931
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Freitag, 18. November 1932
Promptere Rechnungstellung durch Ärzte
In einer gereizten Atmosphäre tagt die gemeinsame Konferenz der Krankenkassen und der Urner Ärzte im Hotel Löwen zu Altdorf. Die Kassen werfen den Ärzten grosse Saumseligkeit in der Rechnungsstellung vor und betoten, dass dadurch die Arbeit der Kassiere sehr erschwert werde und die Taggeldversicherten dazu verurteilt würden, oft monatelang auf ihre Krankengeldguthaben zu warten. Die «Grütli» glaubt diesem Übelstand durch den befristeten Krankenschein abhelfen zu können. Die Ärzte aber erklären geschlossen, diesen Antrag als unannehmbar, denn sie sehen Mehrarbeit und allerhand andere Unzukömmlichkeiten. Die Ärzteschaft erklärt sich bereit, für alle Krankenkassen den jeweiligen Abschluss pro Quartal vorzunehmen.
Müller Josef, Blätter aus der Entwicklung des urnerischen Krankenkassenwesens, S. 25 f.
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Mittwoch, 18. Januar 1933
Uri erlässt VVO zum BG gegen die Tuberkulose
Uri erlässt die Vollziehungsverordnung zum Bundesgesetz gegen die Tuberkulose. Die hygienischen Massnahmen sehen bei Feststellung einer offenen Tuberkulose regelmässige Desinfektionen der Leib- und Bettwäsche sowie der persönlichen Gebrauchsgegenstände der an Tbc erkrankten Person durch ausgebildete Desinfektoren vor. Jede Gemeinde hat einen Schularzt zu bestimmen, der die Schüler und Lehrpersonen in gewissen Abständen auf Tuberkulose untersuchen muss. Wird bei einer Lehrkraft eine ansteckungsgefährdete Tuberkulose festgestellt, ist sie sogleich aus der Schule zu entlassen. Gerät die betroffene Person dadurch ohne eigenes Verschulden in Not, hat sie Anspruch auf bis zu 75 Prozent des zuletzt bezogenen Gehalts. Diese Kosten werden zur Hälfte vom Bund und zu je einem Viertel vom Kanton und der Schulgemeinde getragen. Ausdrücklich verboten wird die Anpreisung von Geheimmitteln zur Verhütung und Behandlung der Tuberkulose. Die Ärzte werden mit 50 Rappen vom Kanton «für die richtig ausgestellte Meldung eines anzeigepflichtigen Tuberkulosen honoriert.
Abl UR 1933, S. 381. Fryberg Stefan, Urner Gesundheitspolitik von 1800 bis heute; Bär-Vetsch Walter, Medizinhistorisches aus Uri; in: «Wo fählt’s?», S. 95 ff.
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Sonntag, 18. Mai 1941
Neue Stelle des Amts- oder Kantonsarztes
Fünf Monate bevor der Landrat das Amt des Kantonsarztes einführen wird, schlägt der Ärzteverband nach eingehender Diskussion zur Wahl als einzigen Kandidaten ihren Präsidenten Dr. Vinzenz Müller vor. Man wolle keine Redeschlacht im Landrat für oder gegen einen Arzt. Darum beschliesst man den Einervorschlag.
Arnold-Bonetti Hans, Wo fählt's, S. 22.
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Donnerstag, 11. Dezember 1941
Ausschreibung für neu geschaffene Stelle des Amtsarztes
Die gemäß Beschluss des Landrates zu schaffende Stelle eines Amtsarztes im Nebenamt wird zur Besetzung ausgeschrieben. Erfordernisse sind das eidgenössische Diplom und eine selbständige Praxis als Arzt. Obwohl der Ärzteverband mit ihrem Präsidenten Vinzenz Müller bereits einen Einervorschlag eingereicht hat, melden die vier Urner Ärzte Max Jann, Carl Gisler, Karl Siegwart und Otto Diethelm ihr Interesse an. Sowohl die Sanitätskommission als auch die Regierung nehmen keine Auswahl vor und überwiesen sämtliche Bewerbungen zuhanden des Landrats.
Abl UR 50/11.12.1941, S. 1190; Fryberg Stefan, Politik und Gesundheit, in: Wo fählt's, S. 106.
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Sonntag, 12. April 1964
Tod nach Wirtshausbesuch
Ein 66-jähriger Bürgler besucht nach dem Kirchenbesuch da Restaurant Kinzigpass und anschliessend das Restaurant Brügg. Um 17.45 Uhr begibt er sich in stark angetrunkenem Heimweg auf einem schmalen Fussweg zu seinem Heimwesen Halten. Unterhalb des Holden-Wäldchens stürzt er ab. Am anderen Morgen wird seine Leiche gefunden.
StAUR G-300-12/80-3 (5,14).
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Samstag, 3. Januar 1970
Grippeepedemie
Infolge Abklingens der Grippeepedemie kann die Besuchersperre am Kantonsspital wieder aufgehoben werden.
UW 2/1994
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Zwei neue Tuberkulose-Fälle in Uri
Dem Tätigleitsbericht 1996 der Urnerischen Liga gegen Tuberkulose und Lungenkrankheiten ist zu entnehmen, dass im vergangenen Jahr zwei neue Fälle von Tuberkulose aufgetreten sind.
UW 102, 31.12.1997
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Montag, 30. März 1998
SP-Präsidentin Ursula Koch referiert in Altdorf
Die Präsidentin der SP, Ursula Koch, referiert in Altdorf über die gesundheitspolitik. In ihrem Kurzreferat zum Thema "Gesundheit muss bezahlbar bleiben" stellt sie das Schweizer gesundheitssystem als im Vergleich mit dem Ausland äusserst unsozial dar. Vor allem nahm sie den Umstand aufs Korn, dass in der Schweiz beispielsweise Millionäre gleich hohe Krankenkassebeiträge wie Kleinstverdiener zu bezahlen hätten.
UW 24, 1.4.1998
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Sonntag, 21. März 1999
Snowboard-Anlass zur Aids-Prävention
Board Aid Europe 99 in Andermatt: Bei der Talstation der Luftseilbahn Andermatt-Gemsstock geben sich die besten Snowboarder und Skater der Welt ein Stelldichein. Ziel des Grossanlasses ist es, das mehrheitlich jugendliche Publikum auf die Gefahren von Aids aufmerksam zu machen.
UW 22, 24.3.1999
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Montag, 14. Februar 2000
Gelbsucht eines Schülers in Altdorf
An einem Schüler in Altdorf wird eine Hepatitis A (Gelbsucht) diagnostiziert.
UW 13, 16.2.2000
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Mittwoch, 1. Januar 2003
Mässige Teuerung 2003
Die Teuerung dürfte in der Schweiz 2003 mässig ausfallen. Konjunkturschwäche und Arbeitslosigkeit wirken dämpfend. Einige unausweichliche Ausgaben - die Krankenkassenprämien - belasten aber das Familienbudget. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) rechnet für das Jahr mit einer Inflation von 0,7 Prozent.
UW 31.12.2002
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Mittwoch, 20. September 2006
Uri mit den günstigsten Krankenkassenprämien
Obwohl die Kosten im stationären und ambulanten Spitalbereich stark gestiegen sind, gehört Uri nach wie vor zu den Kantonen mit den günstigsten Krankenkassenprämien.
UW 74, 23.9.2006
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Mittwoch, 1. November 2006
Uri ist nun Zeckenrisikogebiet
Das untere Reusstal wird zu den offiziellen Risikogebieten der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) erklärt. 2006 wurden sechs Ansteckungsfälle von Zeckenhirnhautentzündung registriert. Ab fünf Meldungen gilt ein Gebiet als Endemiegebiet. 2005 gab es keine Ansteckungsmeldung, 2004 eine einzige und 2003 deren zwei. Das bedeutet aber nicht, dass es nicht noch mehr Infektionen mit dem FSME-Virus gegeben hat. Vielfach wird eine solche gar nicht bemerkt, denn Krankheitssymptome können auch schnell wieder abklingen. Nur in relativ wenigen Fällen kommt es zu Komplikationen.
UW 11, 10.2.2007 / 22, 24.3.2007
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Samstag, 10. Februar 2007
Run auf Zeckenimpfung in Uri
Das untere Reusstal gilt seit November 2006 als Risikogebiet der Zecken-Hirnhautentzündung (Frühsommer-Meningoenzephalitis FSME). Das Amt für Gesundheit empfiehlt deshalb die Schutzimpfung. Die Bevölkerung folgt bisher diesem Aufruf. Wegen des milden Winters könnte die Zeckenpopulation in diesem Jahr höher sein. Der jüngste Wintereinbruch dürfte keinen Einfluss haben.
UW 11, 10.2.2007 / 22, 24.3.2007
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Sonntag, 11. März 2007
Eidgenössische Volksabstimmung - Uri mit 81,2 Prozent gegen die Einheitskrankenkasse
Der Kanton Uri lehnt die Volksinitiative für eine soziale Einheitskrankenkasse mit einem Neinstimmenanteil von 81,2 Prozent ab, und zwar mit 7461 zu 1726 Stimmen. Alle Gemeinden stimmten dagegen. Die Stimmbeteiligung lag bei 36,3 Prozent.
UW 19, 14.3.2007
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Donnerstag, 30. April 2009
Keine Fälle der Schweinegrippe in Uri
Im Kanton Uri existieren keine Verdachtsfälle auf Grippe A/H1N1 (Schweinegrippe). Das Kantonsspital wäre vorbereitet, falls in Uri die Grippe auftreten sollte.
UW 34, 6.5.2009
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Freitag, 10. Juli 2009
Urnerin ist an Schweinegrippe erkrankt
Der erste Fall einer Erkrankung an der Nordamerikanischen Grippe A(H1N1) ist bestätigt. Die Gesundheitsdirektion sieht für die Urner Bevölkerung weiterhin keine erhöhte Gefährdung.
Eine im Kanton Uri wohnhafte Frau kehrte mit ihrer Familie aus der Karibik zurück. Am 10. Juli erkrankte sie an Fieber und Atemwegssymptomen. Aufgrund der erfüllten Verdachtssymptome von Influenza A(H1N1) wurden die erforderlichen Abklärungen vorgenommen und die Familie zu Hause isoliert. Der vom Urner Regierungsrat eingesetzte Sonderstab verfolgt weiterhin aktiv die Entwicklung der Nordamerikanischen Grippe A(H1N1). «Trotz des ersten bestätigten Falls besteht für die Urner Bevölkerung nach wie vor keine erhöhte Gefährdung einer Ansteckung», beruhigt die zuständige Direktion. Die Entwicklung der Nordamerikanischen Grippe A(H1N1) werde aber weiterhin in enger Zusammenarbeit mit den Bundesbehörden beobachtet. Auch die Vorbereitungsarbeiten zum Schutz der Bevölkerung bei einer allfälligen Eskalation laufen weiter.
Auch wenn derzeit keine erhöhte Gefährdung für die Bevölkerung besteht, rät die Gesundheitsdirektion zur Beachtung der allgemeinen Hygienemassnahmen, die auch vor einer saisonalen Grippe schützen: beim Husten oder Niesen Mund und Nase mit einem Taschentuch bedecken, Hände häufig waschen und den Kontakt mit erkrankten Personen meiden.
Auf keinen Fall sollten antivirale Medikamente wie Tamiflu oder Relenza ohne ärztliche Verordnung eingenommen werden. Auch die Verwendung von Schutzmasken sei nicht angezeigt.

UW 54, 15.7.2009
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Montag, 28. September 2009
Verdacht auf Schweinegrippe bestätigt - Schule Silenen ist geschlossen
In den letzten Tagen sind an der Oberstufenschule insgesamt 33 Schülerinnen und Schüler mit Grippesymptomen erkrankt. Ein Schulkind musste zwischenzeitlich gar mit hohem Fieber hospitalisiert werden. Bereits hat sich in einem Fall der Verdacht auf die pandemische Schweinegrippe (H1N1) bestätigt.
Um eine weitere Verbreitung einzudämmen, wird die Oberstufe Silenen (mit 83 Jugendlichen) am Abend geschlossen. Zusätzlich geht auch der Kindergarten in Bristen (mit 7 Kindern) zu. Beide Schulen bleiben bis zu den Herbstferien geschlossen. Weil an der Oberstufe in Silenen auch Kinder aus Amsteg und Bristen unterrichtet werden, ist eine rasche und grossflächige Verbreitung der Schweinegrippe wahrscheinlich. Insbesondere da die meisten Schülerinnen und Schüler mit dem Bus zur Schule fahren und diesen auch mit Berufs- und Mittelschülern teilen.
Der Leiter Sonderstab Pandemie des Kantons Uri, Roland Hartmann, rät den Erkrankten zu Hause zu bleiben und enge soziale Kontakte bis mindestens 24 Stunden nach Abklingen der Symptome zu vermeiden. Ein Arztbesuch ist in der Regel nicht notwendig, da die Grippe meist ohne Komplikationen verläuft. Bei schwereren Symptomen wird eine telefonische Kontaktaufnahme mit dem Arzt empfohlen.
Eine Untersuchung zeigt, dass fünf Kinder am Schweinegrippe-Virus erkrankt sind.

UW 76, 30.9.2009
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Samstag, 3. Oktober 2009
Krankenkassen - Trotz hohem Anstieg nicht bei den Teuersten
Gesamtschweizerisch steigen die Krankenkassenprämien im 2010 erneut an. Bei den Erwachsenen verzeichnet Uri mit 12,9 Prozent den höchsten prozentualen Anstieg. Für Erwachsene liegt die monatliche Prämie für das Jahr 2010 im Kanton Uri bei rund 285 Franken. Doch dieser prozentuale Anstieg täuscht. Denn der kanton Uri zählt nach wie vor zu den Kantonen mit den tiefsten Prämien.
UW 77, 3.10.2009
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Sonntag, 15. November 2009
Erstes Todesopfer an Schweinegrippe in der Schweiz
Erster Todesfall (fünfmonatiger Knabe) an Schweinegrippe in der Schweiz (Baselland).
Teletext / Blick
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Montag, 16. November 2009
Kanton Uri - Impfaktion gegen Schweinegrippe
Personen aus den Risikogruppen könnrn soch nach Vereinbarung in den Arztpraxen im Kanton Uri gegen Schweinegrippe impfen lassen. Die Impfung gegen die pandemische Grippe H1N1 ist freiwillig und für die Geimpften kostenlos. Der Impfstoff wird durch den Bund bezahlt. Die Kosten für die Logistik und die Durchführung der Impfung durch den Arzt oder die Ärztin übernimmt der Kanton. Für Schwangere und Kinder ab 6 Monaten steht der Impfstoff «Focetria» zur Verfügung. Dieser ist ausschliesslich für diese Risikogruppen reserviert.
Die Impfung der Personen der übrigen Risikogruppen (Beschäftigte im Gesundheitswesen, Personen mit chronischen Krankheiten oder einer Immunschwäche, über 65-Jährige sowie Bewohner von Alters- und Pflegeheimen) erfolgt mit dem Impfstoff «Pandemrix». Er wird in diesen Tagen in den durch den Bund bestellten Liefereinheiten von 500 Dosen für die Kantone bereitgestellt. Für die Verwendung in den Arztpraxen sind diese Grosseinheiten jedoch nicht geeignet. Deshalb muss der Kanton zuerst kleinere Einheiten à 10 Impfdosen abpacken lassen.
Alle übrigen Personen aus dem Kanton Uri, die nicht zu den Risikogruppen zählen, können sich ab Ende November 2009 in der Hausarztpraxis gegen die pandemische Grippe impfen lassen.

UW 88, 11.11.2009
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Samstag, 1. Januar 2011
Krankenkassenprämien steigen im Jahr 2011 um 8,2 Prozent - im Vergleich mit andern Kantonen liegt Uri auf Platz 5
Die Reserven sind im Kanton Uri ungenügend. Die Krankenkassenprämien steigen daher überproportional. Im Vergleich mit andern Kantonen liegt Uri auf Platz 5. Auch im Jahr 2011 steigen die Krankenkassenprämien in der ganzen Schweiz wieder an. Wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) liegt die monatliche Prämie für Erwachsene für das Jahr 2011 in Uri bei rund 308 Franken. Die Prämienerhöhung beträgt gegenüber dem Vorjahr 8,2 Prozent. Dabei gilt aber zu beachten, dass es sich bei diesen Zahlen um Durchschnittswerte handelt, die von Kasse zu Kasse stark variieren. – Der prozentuale Anstieg im Kanton Uri ist damit leicht höher als der schweizerische Durchschnitt (6,5 Prozent). Doch nach wie vor zählt Uri zu den Kantonen mit den tiefsten Prämien. Das heisst: Obwohl andere Kantone geringere prozentuale Erhöhungen aufweisen, müssen die Urnerinnen und Urner 2011 weniger für ihre Krankenkassenprämien ausgeben als in anderen Kantonen. Die höchsten Prämien bezahlen weiterhin die Versicherten in den Kantonen Basel-Stadt und Genf: Sie müssen bei gleichen Leistungen rund 57 Prozent höhere Prämien zahlen als die Urnerinnen und Urner. Die Prämien werden jeweils auf Kantonsebene durch die prognostizierten Kosten und die Reservesituation der einzelnen Krankenkassen bestimmt. Der überproportionale Prämienanstieg im Kanton Uri für das Jahr 2011 sei wie bereits in den vergangenen zwei Jahren darauf zurückzuführen, dass die Uri-spezifischen Reserven der Krankenkassen die erforderlichen Sollwerte unterschritten hätten.
UW 77, 2.10.2010
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Sonntag, 1. Januar 2012
Krankenkassen - Keine schwarze Liste für den Kanton Uri
Verschiedene Kantone (LU, TG) führen schwarze Listen von Personen, die über längere Zeit ihre Krankenkassenprämie nicht bezahlen. Diese werden mit einer Leistungssperre bestraft. Säumige Prämienzahler sind auch im Kanton Uri ein Thema. Wer hier seine Prämie absichtlich nicht bezahlt, wird von der Krankenkasse betrieben, und erhält unter Umständen schlussendlich einen Leistungsaufschub. Eine schwarze Liste für den Kanton Uri wäre nicht zweckmässig. Zum Einen sei der Anteil an Personen, welche die Krankenkassenprämie absichtlich nicht zahlen, verschwindend klein. Zum Anderen setzt der Kanton Uri auf ein anderes Instrument: Das neue Krankenversicherungsgesetz (KVG), welches in einer abgeänderten Form in Kraft tritt. Mit dem neuen KVG müssen die Krankenkassen gegen säumige Prämienzahlerinnen und –zahler nach wie vor eine Betreibung einleiten und bis zum Ende durchziehen. Künftig muss der Kanton dann jedoch 85 Prozent der uneinbringlichen Forderungen, beispielsweise in Form von Verlustscheinen, tragen. Dadurch entfällt das Hauptrisiko, welches heute noch die Leistungserbringer wie Ärzte, Spitäler oder Therapeuten tragen müssen.
UW 9, 2.2.2011
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Dienstag, 31. Juli 2012
Erste Doula im Kanton Uri
Alte, vor allem handwerkliche Berufe verschwinden, neue Berufe kommen.
UW 59, 31.7.2012
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Sonntag, 23. September 2012
Klares Nein zur Passivrauch-Initiative
Uri sagt Nein zur Passivrauch-Initiative und zur Volksinitiative «Sicheres Wohnen im Alter». Ein Ja gibt es zur Jugendförderung. Uri sagt deutlich Nein zur Volksinitiative «Schutz vor Passivrauchen». Mit fast 7500 Nein- zu 2100 Ja-Stimmen schicken die Urnerinnen und Urner die Initiative bachab. Knapper fiel das Resultat bei der Volksinitiative «Sicheres Wohnen im Alter» aus. Hier sagten die Urnerinnen und Urner am Sonntag Nein, und zwar mit 4800 zu 4500 Stimmen. Ein Ja gab es von der Urner Stimmbevölkerung zum Bundesbeschluss über die Jugendmusikförderung. Mit 5300 Ja-Stimmen und rund 4000 Nein-Stimmen heisst der Kanton Uri die Vorlage gut.
UW 75, 26.9.2012
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Sonntag, 30. September 2012
Samariterverein Altdorf ist 100-jährig
Der Samariterverein Altdorf feiert seinen runden Geburtstag mit einem Gottesdienst und einem guten Essen. Eine Jubiläumsschrift und ein Film erinnern an die 100jährige Geschichte des Vereins.
UW 77, 3.10.2012
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Mittwoch, 12. Dezember 2012
Kantonsspital Uri kostet weniger als erwartet
Der Landrat entscheidet für den Globalkredit 2013 für das Kantonsspital Uri. Der Kredit beläuft sich auf 5,9 Millionen Franken. Das sind rund 0,5 Millionen Franken weniger als im Vorjahr. Nicht im Globalkredit enthalten, weil eine unmittelbar gebundene Ausgabe, ist der Kantonsbeitrag für die stationäre Akutversorgung, der in Form von Pauschalen abgegolten wird. Dieser Beitrag beläuft sich auf 14,5 Millionen Franken – und liegt damit um 0,5 Millionen Franken tiefer als 2012. Der im Vergleich zum Budget 2012 tiefere Globalkredit für das Jahr 2013 hat zwei Gründe: Zum einen ist man bei der Budgetierung vor einem Jahr von zu pessimistischen Annahmen ausgegangen; zum anderen hat das Kantonsspital kostenbewusst gearbeitet. So wird für das Jahr 2012 ein Ertragsüberschuss von 1 Million Franken erwartet.

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Montag, 30. September 2013
Krankenkassen - Prämien steigen um 3 Prozent
Das Bundesamt für Gesundheit gibt die Krankenkassenprämien für 2014 bekannt. Die Prämien steigen gesamtschweizerisch um 2,2 Prozent. Die Urnerinnen und Urner müssen mit einem Anstieg von 3 Prozent rechnen. Ein Erwachsener in Uri zahlt damit 2014 durschnittlich 9,60 Franken mehr Prämien im Monat als noch in diesem Jahr. Für Urner Erwachsene liegt die durschnittliche monatliche Krankenkassenprämie künftig bei 332 Franken. Darin eingeschlossen ist die Unfalldeckung mit der tiefstmöglichen Franchise. Wer die günstigste Krankenkasse wählt, bezahlt mit 299 Franken deutlich wenige (Differenz zur teuersten von 118 Franken pro Monat oder 1412 Franken pro Jahr). Die Urner Krankenkassenprämien zählen weiterhin zu den günstigsten der Schweiz. Nur gerade in vier Kantonen bezahlen die Versicherten weniger als in Uri. Die höchsten Prämien bezahlen die Versicherten im Kanton Basel-Stadt: Sie müssen bei gleichen Versicherungsleistungen rund 54 Prozent höhere Prämien zahlen als die Urnerinnnen und Urner.
UW 76, 28.9.2013, S. 9.
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Dienstag, 1. Oktober 2013
Nur noch Busse für Kiffer
Eine Änderung des Betäubunsmittelsgesetzes tritt in Kraft: Erwachsene Kiffer, die nicht mehr als zehn Gramm Cannabis auf sich tragen, müssen nur noch eine Ordnungsbusse von 100 Franken bezahlen. Es gibt weder eine Verzeigung noch ein Strafverfahren. Diese neue Regel gilt nicht für Jugendliche, die mit einem Joint erwischt werden. Sie werden weiterhin in einem ordentlichen Jugendstrafverfahren beurteilt, also für das gleiche Vergehen härter angefasst als Erwachsene.
www.beobachter.ch
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Mittwoch, 16. Oktober 2013
Patientenstopp bei den Urner Hausärzten
Der Hausärztemangel macht sich im Kanton Uri immer deutlicher bemerkbar. Die Zahl der praktizierenden Ärzte nimmt immer mehr ab. Zahlreiche Mediziner erreichen bald das Pensionsalter. Noch hat es im Urner Unterland 18 Arztpraxen für 29 000 Einwohnerinnen und Einwohner. Wer aber seinen Hausarzt wechseln will oder muss, der wird bereits jetzt erst nach langer Suche fündig. Denn: Die bestehenden Arztpraxen nehmen kaum noch neue Patientinnen und Patienten auf. Ob sich die Lage in der nahen Zukunft entspannen wird, ist völlig unklar. Mit dem Projekt «Gesundheitsnetzwerk» will der Kanton nun Lösungen für das Problem finden.
UW 81, 16.10.2013, S. 3.
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Donnerstag, 5. Dezember 2013
Leiterin der Spitex Uri freigestellt
Der Leiterin der Spitex Uri Martina Bühler wird gekündigt. Die Vorstellungen der Geschäftsleitung der Spitex Uri und des Vorstandes des Trägervereins bezüglich Betriebs- und Personalführung in diesem sich enorm verändernden gesundheitspolitischen Umfeld seien zu stark auseinandergegangen. Auch bei der Neuausrichtung der Spitex nach dem Bezug des Neubaus in Schattdorf Ende Juni seien die Geschäftsleiterin und der Vereinsvorstand unterschiedlicher Meinung. Es gelte nun, möglichst bald eine Nachfolge für die Geschäftsleitung zu finden.
UW 1, 4.1.2014, S. 1.
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Montag, 7. April 2014
Gesundheitskonferenz zum Thema E-Health
Die 11. Urner Gesundheitskonferenz im Altdorfer "Winkel" hat E-Health zum Thema. Unter diesem Begriff werden alle elektronischen Gesundheitsdienste zusammengefasst. Ziel ist es, die verschiedenen Akteure im Gesundheitswesen zum Thema E-Health zu sensibilisieren. Drei kompetente Referate bilden den Schwerpunkt der Versammlung. Am Schlus der Versammlung darf Gesundheitsdirektorin Barbara Bär der AG Spur (Arbeitsgruppe für Sozialpsychiatrie) den diesjährigen Gesundheitspreis überreichen.
UW 27, 9.4.2014, S. 3.
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Dienstag, 15. April 2014
Kantonsspital mit 1 Million Franken Überschuss
Zwar fiel der Aufwand des Kantonsspitals (KSU) mit 61,8 Millionen Franken rund 1,4 Millionen Franken höher aus als budgetiert. Diese konnten aber durch Mehreinnahmen im ambulanten Bereich sowie stationären Bereich und übrigen Erträgen von rund 2,5 Millionen Franken wieder wettgemacht werden. Der um rund 1 Million Franken gekürzte Kantonsbeitrag sowie Ertragskürzungen durch Tarifumstellungen und die Förderung der Hausarztmedizin durch den Bund sorgt für einen verhaltenen Ausblick bei den Verantwortlichen des KSU.
UW 29, 16.4.2014, S. 3.
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Donnerstag, 15. Mai 2014
Kanton nimmt Gesundheitsaufsicht im Kantonsspital wahr
Das Kantonsspital Uri reagiert mit einer Klarstellung auf die negativen Ergebnisse des Internetvergleichsdienstes von comparis.ch zur Vor-Ort-Kontrollen in Spitälern. Aufgrund guter Messergebnisse gebe es beim Kantonsspital Uri keinen Anlass zu Kontrollen vor Ort. Das Kantonsspital Uri beteiligt sich an den Messungen des Nationalen Vereins für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken. Bereits bis anhin habe der Kanton Uri – als einer von wenigen Kantonen – die Kantonsauswertung der Messresultate überprüft und mit anderen Spitälern verglichen. Dabei schneide das Kantonsspital Uri sehr gut ab.
UW 38, 17.5.2014, S. 6.
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Sonntag, 18. Mai 2014
Vorlage zur Hausarztmedizin wird angenommen
Alle 20 Urner Gemeinden stimmen dem neuen Verfassungartikel über die medizinische Grundversorgung zu. Damit soll die Abgeltung der Leistung der Haus- und Kinderärzte verbessert sowie die medizinische Grundversorgung im Allgemeinen gestärkt werden. 86,3 Prozent stimmen der Vorlage insgesamt zu. Am klarsten ist das Ja in Realp (Jastimmen-Anteil von 90,7 Prozent), Altdorf (89,5 Prozent) und Andermatt (89,4 Prozent). Am wenigsten Rückhalt hatte die Vorlage in Gurtnellen (Jastimmen-Anteil von 76,3 Prozent). Die Initiative wird auch in der Schweiz deutlich angenommen.
UW 39, 21.5.2014, S. 2.
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Mittwoch, 21. Mai 2014
Kantonsspital Uri - Landrat sagt Ja zum Planungskredit
In seiner Session genehmigt der Urner Landrat den Verpflichtungskredit in Höhe von 3 Millionen Franken für die Planung des Um- und Neubaus des Kantonsspitals Uri einstimmig (57 Stimmen bei keiner Enthaltung). Die aus der Planung resultierende Baukreditvorlage soll sodann im Frühjahr 2017 dem Landrat und im Herbst 2017 dem Volk unterbreitet werden.
UW 40, 24.5.2014, S. 4.
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Mittwoch, 25. Juni 2014
Jahresbericht - Mehr Operationen im Kantonsspital
Der Anteil der ambulanten Konsultationen im Kantonsspital Uri nimmt laufend zu. In der chirurgischen Abteilung des Kantonsspitals Uri wurden im vergangenen Jahr 10 Prozent mehr Operationen durchgeführt als 2012. Zurückgeführt wird diese Steigerung in erster Linie auf die Entwicklung der Neurochirurgie. Auch bei den stationären Behandlungen bestätigt sich der Trend zu kürzeren Aufenthalten: Blieben Patientinnen und Patienten 2007 im Durchschnitt 8,1 Tage im Spital, betrug die durchschnittliche Aufenthaltsdauer 2013 noch 5,9 Tage. Im vergangenen Jahr sind im Kantonsspital 303 Kinder auf die Welt gekommen, 34 weniger als im Jahr zuvor. Dabei werden immer weniger Kinder per Kaiserschnitt entbunden, dies dank einer neu eingeführten Überwachungsmethode.
UW 48, 21.6.2014, S. 7.
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Donnerstag, 25. September 2014
Krankenkassenprämien steigen in Uri um 4,1 Prozent
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) gibt die Krankenkassenprämien für das Jahr 2015 bekannt. Die Prämien steigen im nächsten Jahr gesamtschweizerisch um 4,0 Prozent. Die Urnerinnen und Urner müssen mit einem Anstieg der Erwachsenenprämien um 4,1 Prozent rechnen, der knapp über dem schweizerischen Durchschnitt liegt. Eine erwachsene Person zahlt in Uri im nächsten Jahr damit durchschnittlich 13.50 Franken mehr Prämien im Monat.
UW 76, 27.9.2014, S. 11.
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Mittwoch, 17. Dezember 2014
Säumige Prämienzahler kosten Gemeinden über 115`000 Franken
Die Kosten der öffentlichen Hand aus unbezahlten Krankenkassenprämien haben sich im Kanton Uri in einem Jahr mehr als verfünffacht. Dafür ist eine Systemänderung verantwortlich. Die Kantone haben 2013 insgesamt 223 Millionen Franken für unbezahlte Krankenkassenprämien zahlen müssen. Dies sind 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Seit 2012 sind die Kantone verpflichtet, 85 Prozent der ausstehenden Prämien und Kostenbeteiligungen sowie Verzugszinsen und Betreibungskosten zu übernehmen. Im Kanton Uri haben die Krankenkassen 2013 unbezahlte Forderungen von 19`100 Franken angemeldet. 2014 ist die Zahl jedoch auf über 115`000 Franken gestiegen. Der starke Anstieg innert Jahresfrist lässt sich so erklären, dass das Gesetz sich erst 2014 voll auswirkt. Denn das Betreibungsverfahren, bis es zu einem Verlustschein kommt, dauert relativ lange.
UW 97, 10.12.2014, S. 3.
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Donnerstag, 1. Januar 2015
Ära der Transporthelfer geht zu Ende
Der Rettungsdienst Uri (RD Uri) führt den vollständigen Schichtbetrieb ein. Die Ambulanzfahrzeuge sind während 24 Stunden mit zwei diplomierten Rettungssanitätern besetzt.
UW 96, 06.12.2014, S. 6.
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Donnerstag, 1. Januar 2015
Krankenkassenprämien steigen
Die Krankenkassenprämien steigen durchschnittlich um 4 Prozent – es gibt allerdings grosse regionale Unterschiede. Zahlreiche Leistungen werden neu von der Grundversicherung bezahlt, etwa die Fernüberwachung von Herzpatienten oder die Teilrekonstruktion nach einer Brustkrebs-Erkrankung. Zusätzlich werden 800 Millionen Franken umverteilt, weil die Versicherten in einigen Kantonen zwischen 1996 und 2013 zu viel, in anderen zu wenig Prämien bezahlt haben. Wie hoch die Rückerstattung pro Kanton ausfällt, wird erst im Februar bekannt.
www.srf.ch
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Donnerstag, 1. Januar 2015
Mehr Wahlfreiheit für Urner Spitalpatienten
Die neue Spitalliste des Kantons Uri tritt in Kraft. Mit insgesamt 17 Spitälern hat der Kanton eine Leistungsvereinbarung unterzeichnet. Die Spitalliste umfasst die für die Spitalversorgung der Urner Bevölkerung notwendigen Kliniken der Bereiche Akutsomatik, Rehabilitation und Psychiatrie. Urner Patientinnen und Patienten können für eine stationäre Behandlung aus dieser Liste ein Spital auswählen.
Die stationären Kosten der obligatorischen Krankenpflege-Grundversicherung (OKP) übernehmen der Kanton zu 51 und die Krankenkassen zu 49 Prozent anteilsmässig. Der Kostenanteil des Kantons steigt aufgrund der bundesgesetzlichen Vorgabe auf 53 Prozent im Jahr 2016 und auf 55 Prozent ab dem Jahr 2017.
Wenn die stationäre Behandlung aus persönlichen Gründen in einem Spital erfolgt, das nicht auf der Spitalliste des Kantons Uri aufgeführt ist, so vergüten der Kanton und die Krankenkassen maximal die Kosten, die beim entsprechenden Urner Listenspital angefallen wären mit einem sogenannten Referenztarif. Eine allfällige Differenz muss in einem solchen Fall von den Patientinnen und Patienten beziehungsweise deren Zusatzversicherungen getragen werden.

UW 98, 13.12.2014, S. 5.
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Dienstag, 20. Januar 2015
14,88 Millionen Franken für Prämienverbilligungen der Krankenkassen
Im Kanton Uri stehen 14,88 Millionen Franken für die individuelle Prämienverbilligung (IPV) zur Verfügung. Damit hat sich der Betrag für die IPV im Vergleich zum Vorjahr um fast 500`000 Franken erhöht. Der Grund: Wegen der steigenden Kosten der Krankenversicherung hat der Bund seinen Beitrag um rund eine halbe Million Franken erhöht. Er übernimmt denn auch mit 10,38 Millionen Franken den Hauptteil der IPV. Der Kanton steuert 4,5 Millionen Franken bei, in etwa gleich viel wie im Vorjahr.
Im Rahmen der Budgetdebatte war ein Antrag der SP, den Kantonsbeitrag um 1 Million Franken zu erhöhen, gescheitert. Noch vor einem Jahr hatte der Landrat den Beitrag des Kantons an die IPV um genau diesen Betrag gesenkt. Dies im Rahmen des Sparpakets. Da die Kosten für die Krankenversicherung angestiegen sind, hat der Regierungsrat auch die Richtprämien von Erwachsenen und jungen Erwachsenen angehoben. Die Gesundheits-, Sozial- und Umweltdirektion erwartet, dass mit diesen Massnahmen dieses Jahr zirka 30 Prozent der Urner Bevölkerung berechtigt sind, einen Beitrag an die Prämien der Krankenpflege-Grundversicherung zu erhalten.

UW 5, 21.1.2015, S. 4.
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Samstag, 21. März 2015
Kanton muss nachzahlen
Bei einem Ertrag von 56,576 und einem Aufwand von 62,756 Millionen Franken generierte der Betrieb des Kantonsspitals Uri im vergangenen Jahr einen Aufwandüberschuss von 6,18 Millionen Franken. Budgetiert war ein Aufwandüberschuss von 4,885 Millionen Franken. Einen Globalkredit in gleicher Höhe hatte der Landrat im Dezember 2013 bewilligt. Nach Abzug dieses Globalkredits und nach Berücksichtigung von Fondsentnahmen und ausserordentlichem Ertrag bleibt dem Kantonsspital Uri für das Jahr 2014 ein Verlust von 1,275 Millionen Franken. Die Hälfte davon – 637`500 Franken – wird laut Gesetz vom Kanton getragen, da die Kreditübertretung auf Einflüsse zurückzuführen ist, die das Kantonsspital Uri nicht beeinflussen konnte.
UW 21, 21.3.2015, S. 9.
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Samstag, 25. April 2015
Urner Betriebe versagen bei Tabak-Testkäufen
Jugendliche unter 16 Jahren dürfen im Kanton Uri keine Tabakprodukte kaufen. Diese Regelung gilt seit 2009. Urner Betriebe haben beim Thema Tabakprävention jedoch Nachholbedarf. Das zeigen Testkäufe von Jugendlichen. Nur neun von 20 Betrieben halten sich ans Gesetz. Alle Verkaufsstellen werden nach dem Testkauf mündlich über das Ergebnis informiert. Zusätzlich wird den den Betrieben, welche die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten haben von der Gesundheitsförderung schriftlich gedankt.
UW 34, 6.5.2015, S. 3.
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Montag, 27. April 2015
Urner Gesundheitskonferenz - Kanton will Hausarztmedizin massiv fördern
Nirgends in der Schweiz gibt es so wenige Hausärzte wie im Kanton Uri. Und in den nächsten zehn Jahren werden 50 Prozent aller Urner Hausärzte das Pensionsalter erreicht haben. Die Zukunft der medizinischen Grundversorgung in Uri sieht somit düster aus. Der Kanton will deshalb die Hausarztmedizin im Kanton Uri fördern – auch mit umfassenden finanziellen Mitteln. Um dies tun zu können, braucht es ein entsprechendes Gesetz, das sich derzeit in der Vernehmlassung befindet. Die Urner Gesundheitskonferenz widmet sich genau diesem Thema. Dabei erläuterten vier Ärzte, wie sie die aktuelle Situation im Kanton Uri einschätzen. Toni Moser, Arzt in einer Bürgler Gemeinschaftspraxis, spricht aus der Sicht eines seit 25 Jahren in Uri tätigen Hausarztes. Die junge Urner Ärztin Cécile Bachmann führt aus, warum und unter welchen Voraussetzungen sie künftig als Hausärztin tätig sein möchte. Schliesslich stellten die beiden Ärzte Reto Kummer und Gregor Waser ihr Projekt vor, in Altdorf eine Grossgruppenpraxis zu eröffnen. Diese kann im Endausbau 13`500 Urnerinnen und Urner grundmedizinisch versorgen. Die Initianten starten ihr Projekt jedoch nur, wenn sie von der öffentlichen Hand eine Anschubfinanzierung von 1 Million Franken erhalten. Mit dem Gesetz zur Förderung der medizinischen Grundversorgung würden die gesetzlichen Grundlagen hierfür geschaffen.
UW 32, 29.4.2015, S. 3.
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Dienstag, 28. April 2015
Norovirus: «Rosenberg» wird schrittweise wieder geöffnet
Zwei Wochen nachdem festgestellt worden ist, dass im Alters- und Pflegeheim Rosenberg in Altdorf der Norovirus ausgebrochen ist, kann das Heim wieder schrittweise geöffnet werden. Insgesamt waren knapp über ein Drittel aller Bewohnerinnen und Bewohner erkrankt. Von den rund 170 Mitarbeitenden waren ebenfalls 16 Personen betroffen.
UW 33, 2.5.2015, S. 12.
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Freitag, 15. Mai 2015
Kantonsspital Uri: Weniger Patienten stationär behandelt
Weniger Pflegetage, weniger Patienten, weniger Geburten: Das Betriebsjahr 2014 im Kantonsspital Uri war – rein statistisch gesehen – tendenziell ein ruhigeres. Ein Trend hat vor einiger Zeit eingesetzt: Die ambulanten Behandlungen nehmen deutlich zu. Ansonsten sind die statistischen Angaben zum Jahr 2014 eher rückläufig. Stationär wurden total 3711 Eintritte verzeichnet (Vorjahr: 3872). In der Chirurgie gab es einen Rückgang bei den operativen Eingriffen. Insgesamt führte das Kantonsspital 4100 chirurgische Eingriffe durch (Vorjahr: 4338). Es wurden auch weniger Geburten verzeichnet, jedoch im Rahmen der mehrjährigen Schwankungen. Insgesamt gab es 282 Geburten (Vorjahr: 303). Davon waren und 88 Kaiserschnitte (Vorjahr: 70). Es wurden 137 Knaben geboren (Vorjahr: 162) und 147 Mädchen (141).
UW 37, 16.5.2015, S. 2.
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Dienstag, 26. Mai 2015
Um- und Neubau des Kantonsspitals Uri - Urner Architekten kritisieren das Vergabeverfahren
Für die Planung des Um- und Neubaus des Kantonsspitals Uri dürfen sechs Generalplanerteams ein Wettbewerbsprojekt ausarbeiten. Drei Urner Architekturbüros haben sich ebenfalls für den Auftrag beworben, sie haben jedoch die Hürde der Präqualifikation nicht genommen. Das sei auch nicht verwunderlich, sagen die Urner Architekten. Aufgrund des zweistufigen Verfahrens und der festgelegten Kriterien sei nur ein sehr exklusiver Kreis für den Wettbewerb überhaupt infrage gekommen. Bei einem offenen Vergabeverfahren hingegen hätten auch lokale Büros eine Chance gehabt. Dadurch, dass der Kanton bei der Vergabe den vermeintlich einfachsten Weg wählte, habe er die einheimischen Büros vor den Kopf gestossen. Die Urner Architekten wollen das Verfahren nicht anfechten. Sie verlangen bei künftigen Vergaben vom Kanton jedoch mehr Sensibilität.
UW 40, 27.5.2015, S. 5.
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Dienstag, 30. Juni 2015
Chefarzt Gynäkologie verlässt Kantonsspital Uri
Helge Binder verlässt das KSU, weil er und die Spitalführung betreffend das Führungsverständnis eine unterschiedliche Auffassung vertreten. Helge Binder hat die Klinik Gynäkologie und Geburtshilfe während seiner Tätigkeit weiterentwickelt. So wurden unter seiner Leitung die Urogynäkologie und die Karzinomchirurgie gestärkt und die Iaparoskopische Chirurgie sowie die Mammographie eingeführt.
UW 102, 31.12.2014, S. 3.
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Mittwoch, 1. Juli 2015
Neue Chefärztin am Kantonsspital Uri
Livia Küffner tritt ihre Tätigkeit als Chefärztin Gynäkologie und Geburtshilfe am Kantonsspital Uri in Altdorf an. Der Spitalrat des Kantonsspitals Uri (KSU) hat Dr. med. Livia Küffner zur Chefärztin Gynäkologie und Geburtshilfe gewählt. Die bisherige Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe verfügt über eine weitgefächerte Ausbildung. Ihr Schwerpunkt besteht im Bereich der operativen/onkologischen Gynäkologie, in welcher sie über eine weitgehende Expertise sowohl bei offenen wie auch bei minimalinvasiven Operationen und medikamentösen Therapien verfügt Die neue Chefärztin Gynäkologie und Geburtshilfe legt grossen Wert auf eine familienorientierte und sichere Geburtshilfe. In ihren Sprechstunden setzt sie zudem einen Schwerpunkt im Bereich der Risikoschwangerschaften. Ihr Studium absolvierte Livia Küffner (Jahrgang 1975) an der Universität Tübingen. Ab 2005 arbeitete sie an der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart, bevor sie im Jahr 2011 von der renommierten Universitätsklinik Heidelberg zur Oberärztin ernannt wurde und später als Chefärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe am Spital Lachen tätig war.
UW 43, 6.6.2015, S. 11.
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Donnerstag, 29. Oktober 2015
Prof. Dr. Urs Marbet blickt in seinem Vortrag auf 25 Jahre Arbeit am Kantonsspital zurück
Urs Marbet ist Chefarzt Innere Medizin am Kantonsspital Uri (KSU) und übergibt seine Klinik nach 25 Jahren Tätigkeit in neue Hände. Auch das Kantonsspital Uri wandelte sich in den vergangenen 40 Jahren enorm. Im Mehrzweckgebäude Winkel in Altdorf hält Prof. Dr. med. Urs Marbet einen interessanten Vortrag zum Thema «25 Jahre KSU – Was wurde anders? Hat das KSU eine Zukunft?». Die vergangenen 40 Jahre waren medizinisch eine spannende Zeit. Neue Therapien und Spezialitäten schossen wie Pilze aus dem Boden. Die Lebenserwartung stieg in der Schweiz in diesem Zeitraum um zehn Jahre auf 82,7 Jahre. Weltweit stieg sie sogar um 20 Jahre. Wo vor 40 Jahren ein Patient mit einem Herzinfarkt das Bett noch sechs bis acht Wochen hüten musste und danach oft nicht mehr belastbar und arbeitsfähig war, kann heute der Infarktpatient meist nach wenigen Tagen nach Hause und bald wieder mit Bergwanderungen beginnen. Zahlreiche Organe können heute transplantiert werden und ermöglichen schwerstkranken Menschen ein neues Leben bei guter Lebensqualität. Computertomografie und Magnetresonanztechnik haben die Diagnostik und Bildgebung revolutioniert. Dank der erweiterten medizinischen Möglichkeiten und der Qualität der Weiterbildung der jungen Assistenzärzte wurde das KSU A-klassig.. Zahlreiche Spezialisten garantieren heute die Gesundheitsversorgung des Kantons auf Spitzenniveau. Gleichzeitig machte sich der Kanton Uri einen Namen bei der Bekämpfung von Darmkrebs. Dank der Urner Darmkrebs-Vorsorgekampagne wurde in der Schweiz das Darmkrebsscreening kassenpflichtig. Damit wurde ein entscheidender Schritt bei der Bekämpfung dieses häufigen Krebs getan. Heute kann auf imposante Ergebnisse einer 15-jährigen Darmkrebsvorsorge zurückgeblickt werden. Immer häufiger liest man auch heute von schier unglaublichen Entwicklungen bei der Spitzenmedizin. Vieles wird technifiziert, die Medizin ähnelt zunehmend einer hochmodernen Reparaturwerkstätte. Kein Spital kann heute seine Aufgaben im Alleingang lösen. Die Herausforderung an das ganze Team ist enorm. Eine enge Vernetzung mit einem Zentrumsspital ist Voraussetzung fürs Überleben. Nur wenige Patienten allerdings werden echte zentrumsbedürftige Spitzenleistungen benötigen. Neue Zusammenarbeitsmodelle werden entstehen und wachsen müssen. Gleichzeitig hat das kleine Spital aber auch eine Chance in dieser technisierten Welt – dass bei ihm der Patient als Mensch im Zentrum steht.
UW 83, 24.10.2015, S. 1.
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Freitag, 1. Januar 2016
In Uri steigen die Prämien um 2,4 Prozent
Der Kanton Uri verzeichnet mit 2,4 Prozent eine der tiefsten Anstiege bei den Krankenkassenprämien 2016. Gesamtschweizerisch steigen die Prämien durchschnittlich um 4,0 Prozent an. Die Urner Prämien zählen nach wie vor zu den tiefsten der Schweiz. Die Durchschnittsprämie im Kanton Uri für Erwachsene ab 26 Jahren beträgt im kommenden Jahr 353.88 Franken pro Monat (Vorjahr: 345.69 Franken). Einzig in den Kantonen Nidwalden und Appenzell Innerrhoden sind die Durchschnittsprämien tiefer als in Uri.
UW 75, 26.09.2015, S. 3.
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Mittwoch, 9. März 2016
Kantonsspital schreibt Gewinn
Die abgeschlossene Jahresrechnung des Kantonsspitals Uri weist positive Zahlen aus. So kann das Kantonsspital einen Gewinn von 1,43 Millionen Franken verbuchen. Und dies, obwohl ein Verlust von 450 000 Franken budgetiert war. Massgeblich zum positiven Jahresergebnis haben der Zuwachs an akut stationären Behandlungen sowie die Zunahme des Schweregrades der Fälle beigetragen. Auffallend Die Zahl der zusatzversicherten Privat- und Halbprivatpatienten hat um insgesamt 101 Personen zugenommen. Unabhängig vom bereits geplanten Neubauprojekt des Spitals stehen gemäss Spitalratspräsident Peter Vollenweider weitere Investitionen bevor, etwa in die OP-Infrastruktur sowie in die Diagnostik, die unabdingbar seien. Insgesamt schauen Spitalrat und Spitalleitung zuversichtlich in die Zukunft.
UW 19, 9.3.2016, S. 3.
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Mittwoch, 27. April 2016
Die Zeit der «Götter in Weiss» ist vorbei
Wie schon 2014 nahmen die ambulanten Behandlungen im Kantonsspital weiter zu. Das Kantonsspital verzeichnete im Jahr 2015 insgesamt 20'594 Eintritte im ambulanten Bereich. Das sind 424 mehr als im bisherigen Rekordjahr 2014. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer blieb unverändert bei 5,7 Tagen. Im Jahr 2013 blieben stationäre Patientinnen und Patienten im Schnitt noch 5,9 Tage im Kantonsspital Uri. Im stationären Bereich wurden insgesamt 22'777 Pflegetage registriert, was gegenüber dem Vorjahr einer Zunahme von 1560 Tagen entspricht. In der Langzeit-Pflegeabteilung ist die Anzahl Pflegetage hingegen deutlich zurückgegangen (–3442). Die durchschnittlich besetzten Personalstellen erhöhten sich von 354 auf 356,4. Per Jahresende 2015 beschäftigte das Kantonsspital Uri 581 Personen (Vorjahr: 572).
UW 33, 27.4.2016, S. 3.
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Montag, 26. September 2016
Krankenkassenprämien steigen um 4,3 Prozent
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hgibt die Prämienanpassungen für das Jahr 2017 bekannt. Die Prämien für die obligatorische Krankenversicherung für Erwachsene ab 26 Jahren steigen um durchschnittlich 4,5 Prozent oder 19.15 Franken pro Monat. Die Prämienerhöhung gilt für sogenannte Standardprämien – die Grundversicherung einer erwachsenen Person mit 300 Franken Franchise und Unfalldeckung. Je nach Kanton variieren die Zahlen stark. Mit 7,3 Prozent die höchste Anpassung hinnehmen müssen die Jurassier, die kleinste Erhöhung gibt es mit 3,5 Prozent im Kanton Bern. Für Versicherungsnehmer im Kanton Uri steigt die Prämie durchschnittlich von bisher 353.90 Franken auf 369.20 Franken, was einer Erhöhung von 4,3 Prozent oder 15.30 Franken entspricht. Im nationalen Vergleich zeigt sich, dass die Prämie nur noch in den Kantonen Nidwalden (361 Franken) und Appenzell Innerrhoden (348 Franken) niedriger ist. Am höchsten sind die Durchschnittsprämien für Erwachsene weiterhin in Basel und Genf mit 567 respektive 554 Franken. Doch nicht alle Versicherten bezahlen diese Beträge. Wer ein alternatives Versicherungsmodell wählt oder eine höhere Franchise bezahlt unter Umständen mehrere Hundert Franken weniger als eine Person mit der Höchstprämie. Die Krankenkassen müssen ihre Versicherten bis Ende Oktober über die Prämien für das kommende Jahr informieren. Ein Wechsel der Krankenkasse oder des Versicherungsmodells ist dann bis Ende November möglich.
UW 77, 28.9.2016, S. 12.
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Montag, 31. Oktober 2016
Urner wird neuer Chefarzt im Spital
Oliver Tschalèr wird neuer Chefarzt für Chirurgie am Kantonsspital Uri. Er übernimmt die Nachfolge von Gallus Burri, der dann seine Chefarzttätigkeit nach über 25 Jahren aufgibt. Mit Dr. med. Oliver Tschalèr, Facharzt FMH für Chirurgie mit zusätzlichen Schwerpunkten in Viszeralchirurgie sowie Allgemeinchirurgie und Traumatologie, zieht es einen Urner mit seiner Familie in die Heimat zurück. Oliver Tschalèr ist in Altdorf aufgewachsen und hat nach der Matura an der Kantonalen Mittelschule Uri in Bern Medizin studiert. Die Doktorwürde erlangte er 2004 an der Universität Basel.
UW 51, 29.6.2016, S. 2.
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Donnerstag, 8. Dezember 2016
Urner haben die tiefsten Medikamentenkosten der Schweiz
Schweizer geben immer mehr für Medikamente aus. Am wehleidigsten sind die Welschen. Sie treiben die Gesundheitskosten in die Höhe, weil sieschnell zu Medis greifen. Nicht so die Urner. Der neue Arzneimittelreport der Krankenkasse Helsana beweist: In Uri liegen die Medikamentenkosten um ein Viertel unter dem Schweizer Durchschnitt. Das ist weniger als in jedem anderen Kanton. Bergler springen nicht gleich wegen jedes Wehwehchens zum Doktor. Alte Hausmittel sind Trumpf. Hier gilt: Lieber Kräutertee, Enzian-Schnaps und Essig-Wickel statt Aspirin, Ibuprofen oder Neocitran. Auch das entspannte Landleben und die frische Alpenluft wirken sich wohl positiv auf die niedrigen Medikamentenkosten aus.
www.blick.ch (8.12.2016).
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Mittwoch, 29. März 2017
Trotz mehr Patienten resultiert beim Kantonsspital ein Verlust
Das Kantonsspital Uri (KSU) weist für das Rechnungsjahr 2016 trotz deutlich mehr Patienten einen Verlust von 735'000 Franken aus. Budgetiert wurde ein ausgeglichenes Ergebnis. Die Abnahme des Schweregrades der Fälle sorgt für weniger Ertrag. Spitalrat und Spitalleitung schauen trotz der Budgetabweichung von 1,1 Prozent und trotz der vorgesehenen Tarifstrkturen weiterhin mit Zuversicht in die Zukunft.
UW 25, 29.3.2017, S. 1, 2.
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Sonntag, 24. September 2017
Ein klares Bekenntnis zum Kantonsspital Uri
Auf kantonaler Ebene muss das Urner Stimmvolk über zwei Vorlagen zum Kantonsspital Uri befinden. Sowohl die Totalrevision des Gesetzes über das Kantonsspital als auch der Kredit in Höhe von 115 Millionen Franken (+/– 15 Prozent) für den Um- und Neubau des Kantonsspitals sind im Vorfeld unbestritten. Der Landrat hat die beiden Geschäfte in diesem Frühjahr mit 60 zu 1 Stimme bei 1 Enthaltung beziehungsweise mit 57 zu 3 Stimmen klar gutgeheissen. Zudem empfahlen alle Parteien, bei beiden Geschäften ein Ja in die Urne zu legen. Die Ja-Anteile von 87,2 Prozent zur Totalrevision des Gesetzes über das Kantonsspital und von 85,5 Prozent zum Kredit für den Um- und Neubau des Kantonsspitals kommen daher wenig überraschend. Beide Vorlagen werden in allen Urner Gemeinden mit grosser Mehrheit angenommen.
UW 77, 27.9.2017, S. 5.
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Dienstag, 24. Oktober 2017
Informationsveranstaltung zu Palliative Care in Uri
Die kantonale Arbeitsgruppe Palliative Care Uri hat das Ziel, mit verschiedenen Informations- und Sensibilisierungsmassnahmen, Palliative Care im Kanton Uri besser bekannt zu machen. Zudem setzt sich die Arbeitsgruppe für eine gute Vernetzung der Urner Organisationen ein, die Menschen in der letzten Phase ihres Lebens und ihre Angehörigen begleiten. Sie setzt sich dafür ein, dass im Kanton Uri Menschen in der letzten Lebensphase fachgerecht behandelt und betreut werden. Die Arbeitsgruppe wird durch folgende Organisationen gebildet: Ärztegesellschaft Uri, Kantonsspital Uri, Pflegeheime Uri, Spitex Uri, Sterbebegleitung Uri, Seelsorge, Stiftung Behindertenbetriebe Uri und Amt für Gesundheit Uri. Die Arbeitsgruppe Palliative Care Uri lädt die Bevölkerung zur Informationsveranstaltung ein.
UW 79, 4.1.2017, S. 2.
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Dienstag, 5. Dezember 2017
Der Demenz-Aktionsplan für Uri ist erstellt
Auf der Grundlage der nationalen Demenzstrategie hat die Gesundheitsdirektion Uri den Aktionsplan Demenz Uri 2017–2023 erstellt. Die im Aktionsplan enthaltenen Empfehlungen werden nun von den zuständigen Behörden und Organisationen umgesetzt. Die demografische Entwicklung wird den Anteil älterer Personen an der Bevölkerung in den kommenden Jahren deutlich steigen lassen. Da das Alter der Hauptrisikofaktor für Demenz ist, werden bis im Jahr 2035 im Kanton Uri voraussichtlich rund 1300 Menschen mit einer Demenz leben, fast doppelt so viele wie heute. Mit Demenz konfrontiert werden nicht nur die erkrankten Personen, sondern auch die Angehörigen sowie Personen, die im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit oder ihres freiwilligen Engagements regelmässig Kontakt mit Menschen mit Demenz haben.
UW Nr. 96, 2.12.2017, S.2.
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Montag, 1. Januar 2018
Einer der tiefsten Prämienanstiege
1996 betrug die Durchschnittsprämie für Erwachsene gerade mal 173 Franken. Mit 447 Franken für das laufende Jahr verdoppelte sich die Anfangsprämie innerhalb von 20 Jahren. Nächstes Jahr klettert die Durchschnittsprämie um weitere 4 Prozent auf 465 Franken. Am stärksten steigen die Prämien in der Romandie, am schwächsten in der Zentralschweiz. Am geringsten ist der durchschnittliche Prämienanstieg in den Kantonen Schwyz (1,6 Prozent) und Uri (1,8).
UW 78, 30.9.2017, S. 1.
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Freitag, 5. Januar 2018
«SRF bi de Lüt – Familiensache» mit Familie Dietrich aus Schattdorf
Im Schweizer Fernsehen SRF 1 wird die elfte Staffel ausgestrahlt. Dabei wird über das Schicksal von Thierry, dem Sohn der Familie Dietrich aus Schattdorf berichtet. Thierry wurde im Dezember 2016 auf dem Schulweg in Schattdorf angefahren. Seit einem halben Jahr lebt er wochentags in der Kinder-Rehaklinik in Affoltern am Albis – 60 Kilometer entfernt von seinen Eltern und den beiden jüngeren Brüdern Jeremy und Ian. Der Siebenjährige verlor bei einem Autounfall beinahe sein Leben. Obwohl seine Chancen bei nur 5 Prozent lagen, überlebte er den Unfall. Er muss in täglichen Therapien alles wieder lernen: Laufen, Sprechen und Essen.
UW 1, 5.1.2018, S. 15.
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Samstag, 31. März 2018
Kantonsspital: Mehr komplexe Fälle sorgen für mehr Ertrag
Das Kantonsspital Uri (KSU) konnte den Betriebsertrag im Rechnungsjahr 2017 um 2,6 Prozent steigern und weist einen Jahresgewinn von 264 000 Franken aus. Der positive Abschluss wird einerseits mit der Zunahme des Schweregrades der Fälle und andererseits mit dem Anstieg der ambulanten Leistungen begründet. Im ambulanten Bereich konnte eine Ertragssteigerung im Umfang von 390’000 Franken gegenüber 2016 erzielt werden. Dazu beigetragen habe unter anderem die im Jahr 2017 neu aufgebaute Fusschirurgie, welche in enger Zusammenarbeit mit dem Luzerner Kantonsspital (Luks) am KSU angeboten wird. Auch die Infektiologie, welche am Kantonsspital Uri die Innere Medizin ideal ergänzt, wird zu einem festen Bestandteil des Leistungsangebotes, mit entsprechend positiven Auswirkungen auf den Geschäftsgang.
UW 25, 31.3.2018, S. 2.
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Dienstag, 1. Januar 2019
Tiefe Krankenkassenprämien im Kanton Uri
Der Kanton Uri ist nach dem Kanton Appenzell Innerrhoden der prämiengünstigste Kanton. Die mittlere Krankenkassenprämie für alle Versicherten steigt 2019 schweizweit um durchschnittlich 1,2 Prozent. In Uri sinkt sie hingegen um 1,5 Prozent. Dies sind im Vergleich zu Vorjahren sehr moderate Zahlen. Dies hat jedoch unter anderem damit zu tun, dass die Prämienanstiege nach einer neuen Methode berechnet werden. So wird neu die mittlere Prämie ausgewiesen. Diese entspricht der durchschnittlichen Prämienbelastung pro Person und reflektiert die effektiv bezahlten Prämien besser als die bisher angewendete Standardprämie. Die mittlere Prämie für über 26-jährige Personen im Kanton Uri beträgt im kommenden Jahr 288 Franken. Damit steht Uri im Zentralschweizer Vergleich am besten da. Überhaupt hat der Kanton Uri auch 2019 eine der tiefsten Krankenkassenprämien. Uri ist nach Appenzell Innerrhoden der prämiengünstigste Kanton der Schweiz.
UW 76, 26.09.2018, S. 1, 3.
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Mittwoch, 1. Januar 2020
Neue Prämien für Krankenkassen
Der Kanton Uri hat auch 2020 die zweittiefsten Krankenkassenprämien der Schweiz. Nach dem Kanton Appenzell Innerrhoden ist der Kanton Uri der prämiengünstigste Kanton. Die Prämienentwicklung 2020 im Kanton Uri liegt im schweizweiten Schnitt. Die mittleren Prämien (durchschnittliche Prämienbelastung pro Person) der Erwachsenen und der Kinder steigen 2020 leicht an, diejenigen der jungen Erwachsenen sinken. Für die Erwachsenen und die Kinder im Kanton Uri bedeutet dies eine Prämienerhöhung von durchschnittlich 1.40 Franken, respektive 0.70 Franken pro Monat. Die mittlere Prämie der jungen Urner Erwachsenen sinkt im nächsten Jahr um durchschnittlich 2.50 Franken.
UW 77, 28.09.2019, S. 1 f.
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Mittwoch, 15. Januar 2020
Grippewelle setzt ein
In der zweiten Januarwoche wurden von 156 Ärztinnen und Ärzten des Sentinella-Meldesystems 12,1 Grippeverdachtsfälle pro 1000 Konsultationen gemeldet. Das entspricht hochgerechnet 95 Fällen pro 100’000 Einwohner. Der saisonal epidemische Schwellenwert von 69 Grippeverdachtsfällen wurde somit überschritten.
Die Grippe trat weit verbreitet in den Westschweizer Kantonen Genf, Neuenburg, Waadt und Wallis auf. Verbreitet gab es Grippefälle in allen übrigen Kantonen mit Ausnahme von Graubünden und Tessin.
Die Intensität und der Schweregrad der Grippewelle sind von Jahr zu Jahr unterschiedlich.

UW 5, 18.01.2020, S. 17.
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Freitag, 24. Januar 2020
Erster Corona-Fall in Europa
Nachdem der Coronavirus im Dezember 2019 erstmals in der Stadt Wuhan aufgetreten ist, wird das Virus erstmals in Frankreich bei einem Erkrankten in Europa festgestellt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Coronavirus-Epidemie_2019/2020
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Montag, 27. Januar 2020
Bund verschärft Meldepflicht betreffend Coronavirus
Das «Urner Wochenblatt» bringt auf seiner «Letzten Seite» erstmals eine Meldung zum Coronavirus. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) ergreift präventive Massnahmen gegen das Coronavirus. Ärzte und Laboratorien müssen Fälle mit Verdacht auf eine Corona- Infektion innerhalb von 2 Stunden den Kantonen und dem Bund melden. Zudem stehe das BAG mit Tourismusveranstaltern in Kontakt, die Gruppenreisen mit Gästen aus Asien in der Schweiz organisieren. Patrick Mathys, Leiter der Sektion Krisenprävention beim BAG, schätzt das Risiko einer Ansteckung in der Schweiz momentan als gering ein. Das könne sich im schlimmsten Fall allerdings rasch ändern. Besonders durch Reisen könne sich das Virus schnell ausbreiten. Massnahmen bei der Einreise in die Schweiz gibt es derzeit jedoch noch keine. Zahlreiche andere Flughäfen haben Screening- Massnahmen für Passagiere aus Wuhan eingeführt. Das BAG rät im Moment nur von Reisen in die chinesische Stadt Wuhan ab. Für den Rest des Landes gibt es auf der BAG-Internetseite Reiseempfehlungen. Laut Eidgenössischem Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) sind der Schweizer Botschaft acht angemeldete Schweizer Staatsangehörige bekannt, die in der Stadt Wuhan leben. Die Hälfte der acht Personen seien jedoch nicht mehr vor Ort und die Verbliebenen wollen Wuhan nicht verlassen.
UW 8, 29.01.2020, S. 28.
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Dienstag, 28. Januar 2020
Erste Fälle von Coronavirus in Italien
Bei zwei infizierten Touristen aus China wird in Italien erstmals eine Erkrankung am Coronavirus, einer neuartigen Lungenkrankheit, festgestellt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Coronavirus-Epidemie_2019/2020
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Donnerstag, 30. Januar 2020
Kantonsspital Uri ist für Coronavirus-Fälle gerüstet
In der Schweiz ist das Coronavirus bisher nicht aufgetreten. Die Urner Gesundheitsbehörden haben aber bereits Schutzmassnahmen getroffen. In der Schweiz gibt es bisher 50 Coronavirus- Verdachtsfälle, die sich alle als negativ erwiesen haben. Der Kanton Uri hat bislang glücklicherweise noch keinen Verdachtsfall registriert. Die Urner Gesundheitsbehörden – der Kantonsarzt, das Amt für Gesundheit und das Kantonsspital – treffen aber bereits Schutzmassnahmen: Es handelt sich dabei vor allem um die Information und Instruktion der Urner Ärzteschaft, um die der aktuellen Situation angepasste Überprüfung der Zuständigkeiten und Aufgaben sowie um die Sicherstellung der Informations- und Kommunikationswege. Das Kantonsspital Uri sei für die Aufnahme und Behandlung von Coronavirus-Patienten gerüstet. Die Urner Gesundheitsbehörden stehen auch in Kontakt mit der in China tätigen Dätwyler AG, der internationalen Schule im St. Josef, an der viele Jugendliche aus China studieren, sowie drei Gastrobetrieben in Sisikon, Flüelen und Erstfeld, wo häufig chinesische Touristen übernachten. Dabei werden die vorsorglichen Massnahmen besprochen und die fachliche Unterstützung angeboten. Eine besondere Meldepflicht für Personen dieser Betriebe besteht aber nicht.
UW 9, 01.02.2020, S. 3.
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Samstag, 15. Februar 2020
Erster Corona-Toter in Europa
In Frankreich stirbt ein chinesischer Tourist am Coronavirus.
https://de.wikipedia.org/wiki/Coronavirus-Epidemie_2019/2020
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Dienstag, 25. Februar 2020
Erster Coronavirus-Fall in der Schweiz
Bei einem im Kanton Tessin wohnhaften 70-jährigen Mann wird eine Erkrankung am Coronavirus festgestellt. Er hat sich an einer Versammlung in der Nähe von Mailand angesteckt.
https://www.admin.ch (2020)
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Mittwoch, 26. Februar 2020
Sonderstab Uri zur Bewältigung des Coronavirus aktiviert
Die Urner Regierung beauftragt den Sonderstab Coronavirus als Teilstab des Kantonalen Führungsstabs, Vorbereitungsmassnahmen zur Vorbeugung und Bewältigung von Erkrankungen mit dem Coronavirus in Uri zu treffen und zu koordinieren. www.urnerwochenblatt.ch (26.02.2020).
www.urnerwochenblatt.ch (26.02.2020).
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Donnerstag, 27. Februar 2020
Sieben weitere Corona-Fälle in der Schweiz
Sieben weitere Corona-Fälle in den Kantonen Aargau, Basel-Stadt, Genf, Graubünden, Tessin, Waadt und Zürich werden gemeldet. Alle Patienten waren kurz zuvor in Italien.
https://www.admin.ch (2020)
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Donnerstag, 27. Februar 2020
Bundesamt für Gesundheit lanciert Informationskampagne



Das Bundesamt für Gesundheit wendet sich ab sofort mit Hygiene- und Verhaltensregeln an die Bevölkerung, um die Verbreitung des neuen Coronavirus zu verhindern oder zu bremsen. In einem ersten Schritt sollen drei wichtige Hygiene- und Verhaltensregeln breit bekannt gemacht werden. Erstens: Gründlich Hände waschen; zweitens: In Taschentuch oder Armbeuge husten und niesen; drittens: Bei Fieber und Husten zu Hause bleiben. Als Sofortmassnahme an den Grenzübergängen zu Italien, den grösseren Bahnhöfen und an Autobahnraststätten werden Flyer verteilt. Zudem informieren Plakate die Grenzgänger und Reisenden über wichtige Verhaltensregeln.

https://www.bag-coronavirus.ch; https://www.admin.ch (2020)
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Freitag, 28. Februar 2020
Sonderstab Uri mit einer ersten grundsätzlichen Risikoabwägung für Veranstaltungen
Der Sonderstab nimmt eine erste grundsätzliche Risikoabwägung für Veranstaltungen im Kanton Uri vor. Nicht betroffen von der Risikoabwägung sind generell Anlässe im Freien, öffentliche Verkehrsmittel sowie der Normalbetrieb von Restaurants und Gastronomiebetrieben. Auch Veranstaltungen, die gewisse Kriterien erfüllen, können ohne zusätzliche Risikoabwägung durchgeführt werden: Veranstaltungen im Familienkreis sowie Veranstaltungen mit Teilnehmenden, die namentlich oder persönlich bekannt sind (Teilnehmerliste, Mitglieder oder Vereinsanlass). Bei allen übrigen Veranstaltungen müssen die Organisatoren eine Risikoabwägung vornehmen und dazu ein Formular ausfüllen. Nebst einer Kontaktperson sind die erwartete Anzahl Teilnehmende, die Herkunft der Teilnehmenden, Art und Ablauf der Veranstaltung sowie die Möglichkeit der Nachverfolgung der Teilnehmenden und die Option der Kontaktaufnahme zu diesen anzugeben. Dieses ist dem Sonderstab per E-Mail zur Beurteilung zu unterbreiten. Generell gilt es zu beachten, dass bei Veranstaltungen stets ein Risiko für eine Ansteckung besteht. Es ist letztlich im Verantwortungsbereich jedes einzelnen und des Veranstalters, ob er an Veranstaltungen teilnehmen oder diese durchführen will. Allgemein wird empfohlen, bei Veranstaltungen auf Hygienemassnahmen hinzuweisen und dafür besorgt zu sein, dass mindestens Vorrichtungen zum Hände waschen oder desinfizieren vorhanden sind.
www.ur.ch (2020).
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Freitag, 28. Februar 2020
Bundesrat verbietet Grossanlässe
Der Bundesrat stuft die Situation in der Schweiz als «besondere Lage» gemäss Epidemiengesetz ein. Er verbietet Grossveranstaltungen mit über 1000 Teilnehmern bis mindestens zum 15.März. Betroffen sind die Basler Fasnacht, der Genfer Autosalon und Konzerte. Auch die Eishockey-Play-offs und der Fussball-Spielbetrieb werden vorerst verschoben.
https://www.admin.ch (2020); UW 17, 29.02.2020, S. 3.
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Samstag, 29. Februar 2020
Keine Schutzmasken mehr erhältlich
Die Angst vor dem Coronavirus führt in Teilen der Schweiz zu Hamsterkäufen. In einigen Supermärkten wurden die Regale mit Bohnen- oder Raviolikonserven leer geräumt. Das Coronavirus sorge bei der Kundschaft zwar für Gesprächsstoff, zu Hamsterkäufen sei es in seinem Geschäft bislang aber nicht gekommen, sagt David Arnold vom Zentrumsmarkt in Altdorf . Ganz anders tönt es vonseiten der Drogerie Geiser im Urnertor: Die Nachfrage nach Schutzmasken und Desinfektionsmitteln sei im Moment «extrem». Die Schutzmasken seien derzeit ausverkauft und bis auf Weiteres auch nicht mehr erhältlich.
UW 17, 29.02.2020, S. 3.
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Montag, 2. März 2020
Neue Hygiene- und Verhaltensregeln zum Schutz gegen das neue Coronavirus



Die Situation rund um das neue Coronavirus hat sich in der Schweiz und den Nachbarländern in den vergangenen Tagen weiter verschärft. Der Bund passt deshalb die Grundfarbe seiner Kampagne «So schützen wir uns» an und fügt weitere Hygiene- und Verhaltensregeln hinzu.
Mittlerweile ist es auch innerhalb der Schweiz zu Übertragungen des neuen Coronavirus gekommen, etwa im Wallis und in Graubünden. Die Übertragungskette kann in diesen Fällen noch nachverfolgt werden. Das BAG empfiehlt der Bevölkerung deshalb in seiner Kampagne «So schützen wir uns» zusätzliche Verhaltens- und Hygieneregeln.
Die Kampagne wechselt ab sofort von der bisherigen Farbe Gelb auf Rot. Dies bedeutet, dass die bisherigen drei Hygieneregeln um drei weitere Regeln erweitert werden: «Papiertaschentuch nach Gebrauch in geschlossenen Abfalleimer», «Händeschütteln vermeiden» und «Nur nach telefonischer Anmeldung in Arztpraxis oder Notfallstation». Neu gilt es nun auch, vom Mitmenschen Abstand zu halten, anfänglich 1, später 2 Meter - «Social distancing» gilt es weltweit als Begriff ins Vokabular aufzunehmen und danach zu leben.

Quelle: https://www.bag-coronavirus.ch; https://www.admin.ch (2020)
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Dienstag, 3. März 2020
Schweizerische Polizeiskimeisterschaften werden abgesagt
Aufgrund der aktuellen Lage rund um das Coronavirus werden die 35. Schweizerischen Polizeiskimeisterschaften abgesagt. Sie hätten vom 4. bis 6. März 2020 im Urserntal stattfinden sollen. Das Organisationskomitee mitsamt seinen Helferinnen und Helfern bedauert die kurzfristige Absage sehr. Von der Absage sind rund 200 Polizistinnen und Polizisten aus der Schweiz, dem Fürstentum Liechtenstein, Deutschland und Österreich betroffen. Die Kantonspolizei Uri wäre mit vier Sportlerinnen und sieben Sportlern vertreten gewesen.
www.ur.ch/polizeimeldungen (Medienmitteilung Nr. 28 / 03.03.2020).
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Mittwoch, 4. März 2020
Anlässe über 150 Personen bedürfen neu einer Risikoabschätzung
Der Vorstand der Gesundheitsdirektoren und Bundesrat Alain Berset wollen einheitlichere Regeln bei der Bewilligung von Anlässen. Bei Veranstaltungen ab 150 Personen soll mit dem Kanton eine Risikoabschätzung erfolgen. Das Bundesamt für Gesundheit ergänzt seine Hygiene-Empfehlungen: Neu gilt die Anweisung, Abstand zu halten. Eine gewisse Distanz zu anderen Menschen sei zum Schutz der Verletzlichsten wichtig. Die Übertragung des Virus von Mensch auf das Tier wird bestätigt.
Quelle: https://www.bag-coronavirus.ch; https://www.admin.ch (2020)
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Donnerstag, 5. März 2020
Erster Corona-Todesfall in der Schweiz
Am Donnerstagmorgen stirbt im Kanton Waadt eine Coronavirus-Patientin. Es handelt sich um den ersten Corona-Todesfall in der Schweiz. Die 74-jährige Frau ist seit Dienstag im Unispital Lausanne hospitalisiert gewesen. In der Nacht auf Donnerstag ist sie gestorben. Die Frau war eine Risikopatientin, da sie an einer chronischen Krankheit gelitten und sich höchstwahrscheinlich in Italien infiziert hat.
https://www.admin.ch (2020)
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Freitag, 6. März 2020
Strategiewechsel im Kampf gegen das Coronavirus
Bei den Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus in der Schweiz ändert der Bundesrat seine Strategie. Neu gelte es, besonders gefährdete Personen zu schützen. Als besonders gefährdet gelten Personen über 65 Jahre und Menschen mit Vorerkrankungen. Besuch in Spitälern, Alters- und Pflegeheimen seien deshalb möglichst zu vermeiden. Ebenfalls empfiehlt der Bundesrat, die öffentlichen Verkehrsmittel nicht zu Stosszeiten zu benutzen. Nach Angaben des Bundesamts für Gesundheit haben sich bisher 181 Personen in der Schweiz mit dem Coronavirus angesteckt.
www.teletext.ch (2020)
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Freitag, 6. März 2020
Auto-Frühlingsausstellung findet nicht statt
Der Genfer Autosalon (5.–15. März 2020) musste nach dem Entscheid des Bundesrates wegen des Coronavirus abgesagt werden. Der Urner Autogewerbeverband trifft nun hinsichtlich der Frühlingsausstellung (28./29. März 2020) die gleiche Entscheidung. Im Sommer wird entschieden, ob im Herbst eine Autoshow stattfindet.
www.urnerwochenblatt.ch (06.03.2020).
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Samstag, 7. März 2020
Bestätigte 228 Koronafälle in der Schweiz
Das Bundesamt für Gesundheit bestätigt 228 Coronäfälle in der Schweiz. Alle Erkrankten sind isoliert. In Uri und fünf weiteren Kantonen (NW, OW, GL, SH und AI) sind bisher keine Erkrankungen aufgetreten. Negativ getestet mit Verdacht auf das neue Coronavirus wurden mehr als 3500 Personen.
https://www.bag.admin.ch (2020)
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Samstag, 7. März 2020
AndermattLive! 2020 findet nicht statt
Nach einer erneuten Risikoabwägung kommt das OK von «AndermattLive!» zum Schluss, den geplanten Event vom 13. und 14. März abzusagen. Die gesetzlichen Auflagen zur Abstandshaltung verunmöglichen leine Durchführung des Festivals, weshalb der Verein sich zur Absage der sechsten Ausgabe von AndermattLive! gezwungen sieht. Geplant war unter anderem ein Auftritt von «77 Bombay Street».
www.urnerwochenblatt.ch (07.03.2020).
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Sonntag, 8. März 2020
Landammannfeier abgesagt - 2. Todesopfer in der Schweiz
Urban Camenzind wird zum Urner Landammann gewählt. Die Landammannfeier an seinem Wohnort Bürglen muss jedoch wegen Vorsichtsmassnahmen gegen die Verbreitung des Corona-Virus für die Bevölkerung und die geladenen Gäste abgesagt werden.
Am Sontagmorgen fordert das Corona-Virus in der Schweiz sein zweites Todesopfer. Es handelt sich dabei um einen 76-jährigen Mann aus dem Baselbiet. Der Mann hatte eine koronare Herzkrankheit, Altersdiabetes und hohen Blutdruck. Somit galt er als Risikopatient. Kürzlich erlitt der 76-Jährige gar einen Herzinfarkt.

www.blick.ch (2020)
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Dienstag, 10. März 2020
Coronavirus - Drittes Todesopfer in der Schweiz
In der Schweiz wird der dritte Todesfall vermeldet. Im Tessin stirbt eine über 80-jährige Frau in einem Altersheim. Das BAG bestätigt die Ansteckung von 476 Personen.
Der Bund passt die Dauer der Quarantäne an. Wer sich infiziert, muss zehn Tage in Isolation bleiben. Und nur noch Personen, die dem Erkrankten sehr nahe stehen, müssen für fünf Tage in Quarantäne.

https://www.bag.admin.ch (2020)
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Dienstag, 10. März 2020
Auch das Klassik-Osterfestival wird verschoben
Eigentlich hätte das Klassik-Osterfestival vom 4. bis 13. April wieder in der Pfarrkirche und erstmals in der Konzerthalle Andermatt stattfinden sollen. Aufgrund der Coronavirus-Situation wird das Festival jedoch verschoben und findet neu vom 25. September bis zum 4. Oktober statt.
www.urnerwochenblatt.ch (10.03.2020).
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Mittwoch, 11. März 2020
Nur in zwei Kantonen noch keine Coronavirus-Fälle – Viertes Todesopfer
In der Schweiz gibt es 613 bestätigte Corona-Fälle. Nebst Uri blieb nur Obwalden bisher verschont. 50 Prozent der Fälle waren jünger, 50 Prozent älter als 49 Jahre. 53 Prozent der Fälle waren Männer, 47 Prozent Frauen.
Im Bruderholzspital in Binningen stirbt ein 54-jähriger Corona-Patient, er ist das vierte Corona-Todesopfer in der Schweiz. Er litt schon vorher an mehreren bestehenden chronischen Erkrankungen.

https://www.bag.admin.ch (11.03.2020).
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Mittwoch, 11. März 2020
Tessin konzentriert sich auf grössere Grenzübergänge
Obwohl die italienische Regierung das ganze Land gestern zum Sperrgebiet erklärt hat, bleibt die Grenze offen. In den Tessin kommen 77'623 italienische Grenzgängerinnen und Grenzgänger arbeiten (UR 29). Der Grenzverkehr aus Italien wird nun jedoch auf die grösseren Grenzübergänge kanalisiert. An neun kleineren Grenzübergängen werden die bereits installierten Barrieren geschlossen. Dies ist eine technische Massnahme der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV), keine Grenzschliessung.
Italien hat über 10'000 Corona-Fälle und bisher 631 Tote zu beklagen.

www.blick.ch (11.03.2020)
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Mittwoch, 11. März 2020
Coronavirus schreckt Dätwyler-Aktionäre ab
An der 62. ordentlichen Generalversammlung der Dätwyler Holding AG im Theater Uri nahmen wegen der aktuellen Virus-Krise nur rund 30 Aktionärinnen und Aktionäre teil. Den drei Dätwyler-Werken in Norditalien konnte das Coronavirus bisher nichts anhaben.
www.urnerwochenblatt.ch (2020)
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Mittwoch, 11. März 2020
Infos über Coronavirus in Urner Heimbetrieben
Das Coronavirus kann für Personen ab 65 und für alle mit einer Vorerkrankung gefährlich sein. Bei der Bekämpfung der Ausbreitung des Coronavirus steht daher der Schutz der besonders gefährdeten älteren Personengruppe im Fokus. Die Urner Pflegeheime, die Spitex Uri sowie die Heimbetriebe, die Stiftung Behindertenbetriebe Uri und das Wohnheim Phönix sind im engen und permanenten Kontakt und arbeiten mit dem kantonalen Sonderstab Coronavirus zusammen. Die Institutionen und Betriebe im Kanton Uri setzen konsequent die vom Bundesamt für Gesundheit und vom kantonalen Sonderstab Coronavirus Uri erhaltenen Empfehlungen und Hygienevorschriften um, damit die Heimbewohnerinnen und -bewohner bestmöglich geschützt werden. Nebst den Hygienemassnahmen werden die Angehörigen, Freunde und Bekannten gebeten, die Besuche zum Schutz und zur Sicherheit für die Bewohner in den Heimbetrieben zu minimieren und den telefonischen Kontakt zu intensivieren.
www.ur.ch (11.03.2020)
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Donnerstag, 12. März 2020
Die ersten zwei bestätigten Fälle von Coronavirus in Uri
Am Donnerstagabend sind auch im Kanton Uri zwei bestätigte Fälle des neuen Coronavirus aufgetreten. Die Patienten sind unabhängig voneinander erkrankt. Sie befinden sich zurzeit in Quarantäne zu Hause. Den beiden Erkrankten geht es den Umständen entsprechend gut.
Landesweit gibt es 815 Infizierte. Im Tessin sind zwei weitere über 80-jährige Erkrankte gestorben. Auch in der Stadt Basel ist eine 67-jährige Patientin mit schweren Vorerkrankungen verstorben. Damit ist die Zahl an der Krankheit Covid-19 Verstorbenen auf sieben angestiegen.

www.ur.ch (12.03.2020); UW 21, 14.03.2020, S. 1, 4-5.
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Freitag, 13. März 2020
Hamsterkauf-Panik
Die drastischen Massnahmen des Bundesrates, um das Coronavirus einzudämmen, sorgen in der Bevölkerung für einen Run auf die Detailhändler. Migros und Coop appellieren an die Kunden, von Hamsterkäufen abzusehen. Es werde keine Versorgungslücken geben. «Die Lebensmittelläden sind und bleiben offen. Es gibt kein Grund zur Panik», sagt Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga vor den Medien.
www.blick.ch (13.03.2020).
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Freitag, 13. März 2020
Über 1'000 Corona-Fälle in der Schweiz
In der Schweiz gibt es bereits 1'009 bestätigte Coronavirus-Fälle. Bei 116 Fällen liegt zudem ein erstes positives Resultat vor.
In der Schweiz und in der Welt werden sportliche Grossereignisse wie die Eishockey-Meisterschaft ohne Meister und Absteiger abgesagt. Fussballspiele wurden zuerst noch als «Geisterspiele» abgehalten, nun wird der Spielplan vorläufig ganz gestrichen. Die Skisaison wird frühzeitig beendet, die Durchführung des Formel-1-Starts in Australien abgesagt und der Giro d’Italia bereits verschoben.
Der Urner Sonderstab Coronavirus erlässt ein Besuchsverbot für das Kantonsspital Uri, alle Alters- und Pflegeheime sowie Behinderteninstitutionen im Kanton Uri. Das Besuchsverbot gilt bis vorerst 30. April 2020.
Die Ratsleitung des Urner Landrats beschliesst in Rücksprache mit den Fraktionspräsidien, die Session vom 18. März ausfallen zu lassen. Die Geschäfte werden auf die Session vom 22. April verschoben.
Nach der Bekanntgabe der neuen Massnahmen des Bundesrates müssen auch die Veranstaltungen im Theater(uri) abgesagt werden.

www.ur.ch; www.bag.admin.ch (13.03.2020).
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Freitag, 13. März 2020
Bundesrat muss drastische Massnahmen ergreifen
Der Bundesrat ergreift Notrecht und ordnet drastische Massnahmen an, um das Coronavirus einzudämmen. Er verbietet ab sofort und bis 30. April alle Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen. In Restaurants, Bars und Diskotheken dürfen sich maximal 50 Personen aufhalten – Personal inklusive. An den Schulen darf bis am 4. April vor Ort kein Unterricht stattfinden. Für die Grundschule können die Kantone Betreuungsangebote anbieten, um zu verhindern, dass die Kinder von ihren Grosseltern betreut werden.
Die Einreise aus Italien wird weiter eingeschränkt. Sie ist nur noch Schweizer Bürgern und Personen mit einem Aufenthaltstitel in der Schweiz sowie Personen, die aus beruflichen Gründen in die Schweiz reisen müssen, erlaubt. Der Bundesrat hat zudem entschieden, dass Schengen-Grenzkontrollen an sämtlichen Binnengrenzen mit sofortiger Wirkung lageabhängig wieder eingeführt werden.
Personen über 65 Jahre sollen den öffentlichen Verkehr nicht benutzen, dies empfiehlt der Bundesrat. Aber auch alle andern sollten den öffentlichen Verkehr «möglichst meiden». Arbeitgeber sollen das auch pendelnden Mitarbeitern ermöglichen, über flexible Arbeitszeiten und Homeoffice.
Weiter stellt der Bundesrat bis zu 10 Milliarden Franken als Soforthilfe für die Wirtschaft zur Verfügung. Dazu reduziert er die Karenzfrist für Kurzarbeit auf einen Tag. Die Unternehmen haben so nur den Arbeitsausfall von einem Tag selbständig zu tragen, bevor ihnen die Unterstützung der Arbeitslosenversicherung zusteht. Und er wird Kreditbürgschaften für besonders betroffene Unternehmen vergeben.
Die neue Verordnung gilt ab sofort und bis mindestens bis am 30. April.

www.bag.admin.ch (11.03.2020).
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Sonntag, 15. März 2020
Zahl der Corona-Fälle ist sprunghaft angestiegen
Innert 24 Stunden ist die Zahl der bestätigten Corona-Infizierten sprunghaft um 800 auf 2200 gestiegen. Nach dem Tessin verordnen nun im Stundentakt andere Kantone den Stillstand: Basel-Land, Neuenburg, Graubünden und Jura schliessen alle Restaurants, Bars und Geschäfte. Lediglich Lebensmittelläden und Apotheken dürfen geöffnet bleiben. Die Grenzen der Nachbarländer, Italien, Frankreich, Österreich und der Schweiz werden geschlossen.
www.bag.admin.ch (15.03.2020).
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Montag, 16. März 2020
Der Bundesrat ruft die ausserordentliche Lage aus
Der Bundesrat ruft wegen der Coronavirus-Pandemie die ausserordentliche Lage aus. Per Notrecht verordnet er weitere einschneidende Massnahmen für die Bevölkerung in allen Kantonen. Diese gelten ab Mitternacht und bis am 19. April.
Der Bundesrat ruft die Bevölkerung dazu auf, alle unnötigen Kontakte zu vermeiden, Abstand zu halten und die Hygienemassnahmen zu befolgen. Er ruft ältere Menschen dazu auf, zu Hause zu bleiben. Besonders gefährdete Personen sollen zu Hause arbeiten. Ist dies nicht möglich, werden sie vom Arbeitgeber beurlaubt. Ihren Lohn erhalten sie weiterhin. Sämtliche öffentliche und private Veranstaltungen sind verboten.
Alle Läden, Märkte, Restaurants, Bars sowie Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe wie Museen, Bibliotheken, Kinos, Konzert- und Theaterhäuser, Sportzentren, Schwimmbäder und Skigebiete müssen schliessen. Ebenso zu machen müssen Betriebe, in denen das Abstand halten nicht eingehalten werden kann, wie Coiffeur oder Kosmetikstudios.
Offen bleiben dürfen Spitäler, Kliniken und Arztpraxen, aber auch Lebensmittelläden, Take-Away-Geschäfte, Betriebskantinen, Lieferdienste für Mahlzeiten und Apotheken, Tankstellen, Bahnhöfe, Banken, Poststellen, Hotels, die öffentliche Verwaltung und soziale Einrichtungen. Auch Werkstätten für Transportmittel dürfen weiterbetrieben werden.
Nach den Schulschliessungen müssen die Kantone für Kinder, die nicht privat betreut werden können, für die notwendigen Betreuungsangebote sorgen. Kindertagesstätten dürfen nur geschlossen werden, wenn andere geeignete Betreuungsangebote bestehen.
Nach Italien macht die Schweiz wieder Kontrollen an den Grenzen zu Deutschland, Österreich und Frankreich und führt Einreiseverbote mit Ausnahmen ein. Die Einreise aus den vier grossen Nachbarländern ist nur noch Schweizer Bürgerinnen und Bürgern, Personen mit einem Aufenthaltstitel in der Schweiz sowie Personen, die aus beruflichen Gründen in die Schweiz reisen müssen, erlaubt. Auch der Transit- und der Warenverkehr sind weiter erlaubt.
Zur Unterstützung der Kantone in den Spitälern, bei der Logistik und im Sicherheitsbereich mobilisiert der Bundesrat bis zu 8000 Armeeangehörigen.
Die Kantone müssen weitergehende Massnahmen wieder zurücknehmen. Der «LockDown» (Stillstand) wird zu einem neuen Begriff im Alltags-Wortschatz.

www.ur.ch; www.bag.admin.ch (16.03.2020).
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Montag, 16. März 2020
Der Regierungsrat setzt den Kantonalen Führungsstab (Kafur) offiziell ein
Der Regierungsrat setzt den Kantonalen Führungsstab (Kafur) an seiner ausserordentlichen Sitzung offiziell ein. Dieser führt die Aufgaben des Sonderstabs Coronavirus weiter. Der Kafur hat Kompetenz, bei Bedarf weitere Fachstellen beizuziehen. Die kantonale Verwaltung bleibt geöffnet. Dabei sind die Hygienevorschriften des Bundes strikt einzuhalten. Der Kantonale Führungsstab hat eine Infolinie unter Telefon 041 875 24 63 eingerichtet.
Regierungsrat des Kantons Uri, Medienmitteilung vom 16.03.2020.
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Montag, 16. März 2020
Regierungsrat trifft Massnahmen zur Stützung der Wirtschaft
Entschädigungen an die Arbeitnehmenden werden im Rahmen der Kurzarbeitsentschädigungen oder der Arbeitslosenversicherung ausgerichtet. Zuständig ist das Amt für Arbeit und Migration. Der Regierungsrat spricht Fr. 1,1 Millionen Franken aus dem kantonalen Wirtschaftsförderungsfonds zur Stützung der Wirtschaft. Die Details der Regelung wird der Regierungsrat auf Antrag der Volkswirtschaftsdirektion beschliessen. Der Regierungsrat wird seinerseits eine Taskforce Wirtschaft einsetzen. Diese berät ihn im Bereich der Zuteilung von wirtschaftlicher Soforthilfe und bei der Zuteilung von Überbrückungskrediten.
Regierungsrat des Kantons Uri, Medienmitteilung vom 16.03.2020.
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Montag, 16. März 2020
Anlaufstelle für freiwillige Hilfseinsätze im Kanton Uri
Die Koordination für freiwillige Hilfseinsätze (Erledigung von Einkäufen oder andere wichtige Besorgungen) bei Personen, die Unterstützung benötigen, übernimmt der Kantonalverband Uri des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK). Freiwillige Helferinnen und Helfer und auch Personen, die Unterstützung benötigen, können sich beim SRK Kantonalverband Uri melden (041 874 30 75).
Regierungsrat des Kantons Uri, Medienmitteilung vom 16.03.2020.
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Montag, 16. März 2020
Regierungsrat trifft Sofortmassnahmen zum Schutz vor Coronavirus
Der Regierungsrat hält eine ausserordentliche Sitzung ab und beschliesst Sofortmassnahmen im Zusammenhang mit dem Schutz vor dem Coronavirus sowie zur Stützung der Wirtschaft. Er legt für den ganzen Kanton Uri die ausserordentliche Lage gemäss Artikel 2 des Gesetzes über den Bevölkerungsschutz im Kanton Uri fest. Dies im Einklang mit den ebenfalls gefällten Beschlüssen des Bundesrats. Landammann Roger Nager hält fest: «Die Lage in Uri ist stabil und zurzeit überschaubar. Die Versorgung mit Lebensmitteln und Artikeln des täglichen Bedarfs ist sichergestellt. Damit dies so bleibt, appellieren wir an die Eigenverantwortung der Einwohnerinnen und Einwohner. Unser oberstes Ziel muss es sein, die besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen zu schützen. Wir Urner sind auch solidarisch mit unseren Nachbarkantonen, wo die Situation teilweise noch gravierender ist.»
Regierungsrat des Kantons Uri, Medienmitteilung vom 16.03.2020.
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Dienstag, 17. März 2020
Weitere Absagen von Veranstaltungen weltweit
Die UEFA beschliesst die EM um ein Jahr zu verschieben. Praktisch alle Sportevents und grossen Veranstaltungen wie der Eurovision Song Contest werden wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt. So müssen auch die Langlauf-Schweizermeisterschaften von Ende März in Realp gestrichen werden. Abgesagt werden muss auch das Volksmusik-Festival von Mitte Mai in Altdorf.
Diverse Internet-Mitteilungen (17.-18.03.2020).
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Dienstag, 17. März 2020
Der Bundesrat wendet sich direkt an die Bevölkerung



Am Dienstagabend wendet sich der Bundesrat mit einem Aufruf auf den Sendern der SRG direkt an die Bevölkerung der Schweiz: «Bleiben Sie zu Hause, insbesondere wenn Sie alt oder krank sind. Es sei denn, Sie müssen zur Arbeit gehen und können nicht von zu Hause aus arbeiten; es sei denn, Sie müssen zum Arzt oder zur Apotheke gehen; es sei denn, Sie müssen Lebensmitteleinkaufen oder jemandem helfen. Der Bundesrat und die Schweiz zählen auf Sie!»

Medienmitteilung des Bundesrates auf Sendern der SRG (17.03.2019).
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Mittwoch, 18. März 2020
Fünf Coronavirus-Fälle in Uri
Im Kanton Uri sind zurzeit fünf positive Fälle des Coronavirus zu verzeichnen. Insgesamt wurden bisher zirka 85 Personen auf Coronavirus getestet. Es stehen noch acht Testresultate aus. Die erlassenen Weisungen zur Umsetzung der Coronavirus-Massnahmen im Kanton Uri werden gemäss Kantonalem Führungsstab (Kafur) grossteils sehr gut befolgt. Die Kantonspolizei Uri intensiviert ihre Patrouillentätigkeit. Sie nimmt in den Geschäften Kontrollen vor, berät vor Ort und setzt die Weisungen im Bedarfsfall mittels Ermahnungen, Bussen oder Schliessungen durch.
www.ur.ch (18.03.2020)
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Mittwoch, 18. März 2020
Bundesrat rationiert fiebersenkende Mittel
Wegen des Coronavirus rationiert der Bundesrat fiebersenkende Mittel. Ärzte und Apotheken dürfen nur noch eine Packung des entsprechenden Medikaments abgeben. Von der Verordnung betroffen sind unter anderem die Medikamente Aspirin, Paracetamol, Ibuprofen oder Ponstan. Die Verordnung gilt für sechs Monate. Bei der Massnahme geht es nur darum, Hamsterkäufe von Fiebersenkern, Schmerzmitteln und Hustenmedikamenten zu verhindern. Gemäss Aussgaen von Daniel Koch vom BAG ist die Versorgung mit den Arzneien sichergestellt.
Sendung Rundschau vom 18.03.2020, srf 1.
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Donnerstag, 19. März 2020
Ausgangsbeschränkung für über 65-jährige Personen
Der Kantonale Führungsstab erlässt eine Ausgangsbeschränkung für Personen über 65 Jahre für das gesamte Kantonsgebiet. Diese Personen dürfen somit das Haus oder die Wohnung nicht mehr verlassen. Ausgenommen sind Arztbesuche nach telefonischer Vorabsprache, Bestattungen im engsten Familienkreis oder Personen in systemrelevanten Funktionen des Gesundheitswesens. Lebensmitteleinkäufe und andere dringende Besorgungen müssen somit durch Angehörige, Nachbarn oder den Freiwilligendienst des SRK Uri vorgenommen werden. Lieferungen dürfen nur bis zur Haustüre erfolgen. Spaziergänge allein oder zu zweit sind während maximal zwei Stunden pro Tag zulässig. Darin eingeschlossen ist das Ausführen von Haustieren.
www.ur.ch (19.03.2020).
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Freitag, 20. März 2020
Bundesrat verschärft die Corona-Massnahmen erneut



Innenminister Alain Berset erklärt an der Pressekonferenz des Bundesrates, wieso der Bundesrat auf eine generelle Ausgangssperre verzichtet: «Es ist nicht die Ausgangssperre, die uns schützt. Sondern unser Verhalten!» Das öffentliche Leben könne man nicht ganz stilllegen. Massnahmen müssten von der Bevölkerung akzeptiert werden, sonst gebe es eine Gegenreaktion.
Die Massnahmen werden nochmals verschärft. Ansammlungen mit mehr als fünf Personen im öffentlichen Raum sind per sofort verboten. Kleine Gruppen müssen einen Abstand von mindestens zwei Metern zu anderen Kleingruppen einhalten. Die Polizei kann und soll dies kontrollieren und durchsetzen. Wer sich nicht daran hält, kassiert eine Busse von 100 Franken. Offen bleibt bis auf weiteres, ob Kantone wie Uri weitergehende Massnahmen anordnen dürfen.

www.bag.admin.ch; www.blick.ch (20.03.2020).
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Samstag, 21. März 2020
Ausgehverbot für Senioren wird aufgehoben - 12 Infizierte in Uri
Die Änderung der Covid-19-Verordnung durch den Bundesrat und die abschliessende Regelung des öffentlichen Raums wird die Handlungsmöglichkeit der Kantone auf ein Minimum reduziert. Der Regierungsrat nimmt diesen Entscheid zur Kenntnis. Somit gelten die vom Bundesrat am Freitag angeordneten Massnahmen und die Ausgangsbeschränkung für Personen über 65 Jahre in Uri als aufgehoben.
Die Zahl der im Kanton Uri mit dem Coronavirus infizierten Personen ist innert weniger Tage auf mittlerweile 12 Personen angestiegen.

www.ur.ch (21.03.2020)
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Samstag, 21. März 2020
Offener Brief der Bundespräsidentin an die Bevölkerung
In ihrem Offenen Brief dankt Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga unter anderem allen Bürgerinnen und Bürgern, die dafür sorgen, dass die Versorgung des Landes trotz der anhaltenden Krise weiter funktioniert.
www.srf.ch (21.03.2020).
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Sonntag, 22. März 2020
Weltweit 13'000 Corona-Tote
In mehr als 160 Länder oder Regionen zählt man Ansteckungen mit dem neuen Coronavirus. Im Nachbarland Italien erkrankten bisher über 53’000 Personen. 4825 Personen sind an der Covid-19-Krankheit gestorben. Weltweit beträgt die Zahl der Erkrankungen 300’000 Personen. Davon sind mehr als 13’000 Personen verstorben.
Bulletin Situation International des BAG vom 22.03.2020 (www.bag.admin.ch).
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Montag, 23. März 2020
50er-Index an Covid-Erkrankten wird in Uri erstmals überschritten
In Uri sind zurzeit 20 Personen an Covid-19 erkrankt. Damit wird die Grenze von 50 Personen pro 100'000 Einwohner (innerhalb der letzten 7 Tage) in Uri erstmals überschritten.
Quelle: Statistik Urikon (23.03.2020).
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Montag, 23. März 2020
Erste mit Corona infizierte Person muss hospitalisiert werden - erste Person geheilt
Der Kanton Uri verzeichnet übers Wochenende einen Anstieg auf 22 Personen, die mit dem Coronavirus infiziert sind. Eine Person davon ist hospitalisiert. Eine Person durfte als geheilt aus der Quarantäne entlassen werden.
Die Bevölkerung hält sich grundsätzlich gut an die Vorgaben des Bundes. Die Urner Polizei hat am Wochenende festgestellt, dass sich die Bevölkerung sowie Verkaufsgeschäfte grossmehrheitlich an die Regeln halten. Das Personenaufkommen im öffentlichen Raum in den letzten zwei Tagen war relativ gering. Die Personen, die unterwegs waren, befolgten die Abstandsregeln gut. Der Kantonale Führungsstab bedankt sich bei der Bevölkerung für ihre Solidarität. Die Regeln sind weiterhin strikt einzuhalten.

www.ur.ch (23.03.2020)
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Montag, 23. März 2020
UNO-Generalsekretär fordert den Stopp aller Kampfhandlungen
UNO-Generalsekretär Antonio Guterres fordert angesichts der Corona-Pandemie einen weltweiten Stopp aller Kampfhandlungen. Die Seuche namens Krieg soll beendet und die Krankheit, die die Welt verwüstet, bekämpft werden.
www.teletext.ch (23.03.2020).
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Mittwoch, 25. März 2020
Das Kantonsspital rüstet sich für die Ausnahmesituation
Das Kantonsspital Uri bereitet sich auf einen Ansturm von Covid-19-Patienten vor, die intensiv betreut werden müssen. In erster Linie gilt es, Menschenleben zu retten. Hierfür werden die Abläufe für die verschiedenen Szenarien intensiv eingeübt. Doch während man im Intensivbereich mit personellen Engpässen rechnet, ist der Normalbetrieb im Spital stark heruntergefahren. Sogar Kurzarbeit ist ein Thema. Längerfristig dürfte sich die Corona-Krise auch auf die finanziellen Erträge, die Liquidität und auch auf den Spitalneubau auswirken. Sowohl mit zeitlichen Verzögerungen als auch mit Mehrkosten sei zu rechnen.
UW 24, 25.03.2020, S. 1, 3, 4.
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Donnerstag, 26. März 2020
Über 10'000 Corona-Infizierte in der Schweiz
Schweizweit sind 7014 Personen infiziert. 161 Personen sind verstorben. Der Kanton Uri verzeichnet einen Anstieg auf 38 Personen, die mit dem Coronavirus infiziert sind. Vier davon sind hospitalisiert. Zwei Personen durften als geheilt aus der Quarantäne entlassen werden.
Insgesamt haben 404 Betriebe Kurzarbeit für 4019 Mitarbeitende angemeldet. Dies entspricht rund einem Viertel der Urner Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Die eingegangenen Gesuche werden durch die Volkswirtschaftsdirektion entgegengenommen und kontinuierlich abgearbeitet.
Nur zwei Tage seit dem öffentlichen Aufruf ist die Unterstützungsbereitschaft grossartig und erfreulich. Es haben sich bereits 75 Fachpersonen für einen freiwilligen Einsatz in einer Urner Gesundheitseinrichtung (Spital, Pflegeheime, Spitex etc.) gemeldet. Darunter befinden sich Arztpersonen, diplomierte Pflegefachpersonen, Pflegehelferinnen SRK, Medizinische Praxisassistentinnen und weitere Fachpersonen aus dem medizinischen Bereich.
Ende März ist auch im Kanton Uri Zügeltermin. Dazu gehört auch die Reinigung der alten Wohnung. Weil Umzüge sowie Reinigungen selten mehr als fünf Personen umfassen, fallen sie auch beim Beizug einer professionellen Unternehmung nicht unter die verordneten Massnahmen des Bundes. Wichtig ist aber, dass Umzugs- und Reinigungsfirmen, aber auch alle Privatpersonen zwingend die Abstands- und Hygienevorschriften einhalten.

www.ur.ch (25.03.2020).
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Freitag, 27. März 2020
Bundesrat beschliesst «Lex Ticino»
Das Tessin hat letzte Woche seine Baustellen und Industriebetriebe geschlossen und damit gegen Bundesrecht verstossen. Nun aber legalisiert der Bundesrat diesen Schritt mit einer «Lex Ticino». Er ändert eine Verordnung und entschärft damit den Konflikt.
Der Bundesrat hat künftig auch die Möglichkeit, einem Kanton genau solche Schritte zu erlauben, also für kurze Zeit ganze Wirtschaftsbranchen einzuschränken. Voraussetzung ist aber eine besondere Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung. Die Kantonsregierung muss den Bundesrat für eventuelle Massnahmen um Erlaubnis fragen.

www.teletext.ch (27.03.2020)
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Samstag, 28. März 2020
Höchster 7-Tageswert an Corona-Infizierten der ersten Welle
In Uri sind zurzeit 36 Personen an Covid-19 erkrankt. Damit wird der Höchstwert (99,7) des Durchschnitts Erkrankter pro 100'000 Einwohner erreicht.
Quelle: Statistik Urikon (28.03.2020).
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Montag, 30. März 2020
Verlängerung der Ladenöffnungszeiten vor Ostern
Der Kantonale Führungsstab (Kafur) fordert die Bevölkerung nach wie vor dazu auf, zuhause zu bleiben. Ausdrücklich macht er darauf aufmerksam, auch während der anstehenden Osterzeit Reisen ins Tessin und in andere Ferienorte zu unterlassen. Die meisten Tourismusattraktionen in der Schweiz sind bis zum 19. April geschlossen. Um die Kundenfrequenzen in den Läden vor Ostern besser zu verteilen werden die Öffnungszeiten am Grünen Donnerstag verlängert. Somit können am Tag vor dem Feiertag alle Lebensmittelläden und sonstige Läden, soweit sie Lebensmittel und Gegenstände für den täglichen Bedarf anbieten, bis längstens 18.30 Uhr geöffnet sein.
www.ur.ch (30.03.2020).
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Montag, 30. März 2020
Dauerthema Schutzmasken
Österreich führt eine Mundschutzpflicht in Supermärkten einführt. «Je weniger geniest und gehustet wird, desto geringer ist die Gefahr. Hier hilft jede Form der Mundbedeckung», erklärt Bundeskanzler Sebastian Kurz (33) die durch seine Regierung beschlossene Mundschutzpflicht. Wegen Mangel an Schutzmasken muss der Beginn jedoch auf den 6. April verschoben werden
Die Schweiz wartet weiter ab. Daniel Koch (64), Leiter der Abteilung übertragbare Krankheiten beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) sagt, dass diese Massnahme in der Schweiz im Moment nicht vorgesehen ist: «Nach wie vor gibt es keine gesicherte Evidenz, dass das Maskentragen in der Öffentlichkeit einen grösseren Schutzfaktor darstellt!» Es ist nicht geklärt, ob sich die Ausgabe von Schutzmasken an breite Bevölkerungsschichten bewältigen lässt. Im Moment habe der Bund genügend Masken. Der Verbrauch sei aber auch sehr hoch.
Der Kafur informiert, dass die gegenwärtig vorrätigen Bestände an Schutzmasken knapp sind und diese deshalb den Gesundheitseinrichtungen und Gesundheitsfachpersonen vorbehalten bleiben müssen, damit diese handlungsfähig bleiben. Die Auslieferung an diese Institutionen erfolgt laufend durch den Kanton.

www.blick.ch (31.03.2020); Kafur (www.ur.ch, 31.03.2020)
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Dienstag, 31. März 2020
SVP fordert wirtschafts- und gesundheitspolitische Strategie
Die SVP holt als erste Partei in der Corona-Krise zum Befreiungsschlag aus – und stellt einen ganzen Katalog an Forderungen an den Bundesrat. Die Volkspartei erwartet von der Regierung einen klaren Plan für die Zeit nach dem 19. April. Die Kernforderungen der SVP umfassen folgende Punkte: Selbstisolierung von gefährdeten Personen (mit staatlicher Kontrolle); Aufrechterhaltung des verstärkten Grenzschutzes; Eine Tragepflicht von Schutzmasken; die Aufhebung aller Arbeitsverbote, auch für Restaurants und Läden; die Wiedereröffnung aller Schulen sowie die Lockerung des Versammlungsverbotes
www.svp.ch (31.03.2020).
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Dienstag, 31. März 2020
Nur 13 Prozent der Covid-19-Tests positiv
Die Zahl der durchgeführten Tests auf COVID-19 belaufen sich bisher insgesamt auf rund 123'000, davon fiel das Resultat bei 13% positiv aus. 280 Personen sind an ein Beatmungsgerät angeschlossen. Die Altersspanne für die laborbestätigten Fälle betrug 0 bis 102 Jahre. 50% der Fälle waren jünger, 50% älter als 52 Jahre. 48% der Fälle waren Männer, 52% Frauen. Erwachsene waren deutlich mehr betroffen als Kinder.
Bisher traten 373 Todesfälle in der Schweiz auf, davon waren 228 Männer (61%) und 145 Frauen (39%).

Situationsbericht des BAG vom 31.03.2020
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Mittwoch, 1. April 2020
Kafur informiert zu den Coronatests im Kanton Uri
Corona-Tests werden in Uri strikt nach den Vorgaben des Bundesamts für Gesundheit (BAG) durchgeführt. Es werden Personen getestet, die akute Atemwegserkrankung (z. B. Husten, Halsschmerzen, Kurzatmigkeit) und/oder Fieber über 38 Grad haben. Zudem müssen sie eines der folgenden Kriterien erfüllen: schwere Symptome; bilaterale Lungenentzündung; besonders gefährdete Personen (älter als 65 Jahre, Bluthochdruck, Diabetes, Herz oder Kreislauferkrankung, chronische Atemwegserkrankung, Immunsuppression, Krebs); Gesundheitspersonal in Kontakt mit Patienten oder Bewohnern von Pflegeheimen. Es werden momentan keine gesunden Personen getestet.
Pro Tag werden in Uri zurzeit zirka 20 Personen pro Tag getestet. Per 31. März 2020 wurden total 319 Urner¬innen und Urner getestet (134 Männer, 185 Frauen; Altersgruppe bis 18 Jahre: 14, Altersgruppe 19–40 Jahre: 112, Altersgruppe 41–65 Jahre: 115, Altersgruppe über 65 Jahre: 77).
Der Test erfolgt mit einem sogenannten Nasen-/Rachenabstrich. Die Abstrichnahme erfolgt entweder im Kantonsspital Uri durch das Spitalpersonal oder zu Hause durch speziell geschulte Pflegefachpersonen der Spitex Uri.
Alle getesteten Personen müssen zu Hause in «Isolation» bleiben, bis das Labor-Testergebnis vorliegt. Es dauert zirka drei Tage, bis das Labor-Ergebnis vorliegt. Sobald das Ergebnis da ist, werden die Betroffenen telefonisch durch den kantonsärztlichen Dienst kontaktiert.
Wer mit dem Covid-19-Virus infiziert ist (positiver Labortest) und wenn der Gesundheitszustand keine Hospitalisation erfordert, muss für mindestens 10 Tage zu Hause in Isolation bleiben. Eine «Entlassung» aus der Isolation erfolgt immer erst nach Rücksprache mit dem Kantonsarzt, Dr. med. Jürg Bollhalder.
Auch Personen die im gleichen Haushalt wie eine infizierte Person leben oder intimen Kontakt hatten, müssen zu Hause in Isolation bleiben. Wenn nach 10 Tagen keine Krankheitssymptome aufgetreten sind, kann diese wieder aufgehoben werden.

Informationen des Kafur (www.ur.ch, 01.04.2020).
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Mittwoch, 1. April 2020
Erster Covid-19-Todesfall im Kanton Uri
Im Kanton Uri stirbt erstmals eine Person an den Folgen des Coronavirus. Es handelt sich um die 75-jährige Priorin des Benediktinerinnenklosters in Seedorf, die im Kantonsspital Uri hospitalisiert war. Sie hatte keine relevanten Vorerkrankungen. Auf Wunsch der Patientin wurde auf lebenserhaltende Massnahmen verzichtet.
www.ur.ch (02.04.2020).
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Donnerstag, 2. April 2020
Höchstzahl von 42 Covid-Erkrankten in Uri
In Uri sind zurzeit 42 Personen an Covid-19 erkrankt. Dies ist der höchste Tageswert der ersten Welle der Covid-19-Pandemie in Uri. Tags zuvor war im Kantonsspital Uri mit 10 Covid-19-Patienten Die Höchstzahl an Corona-Hospitalisierten erreicht.
Quelle: Statistik Urikon (02.04.2020).
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Samstag, 4. April 2020
Zweite Person stirbt an Covid-Krankheit
Im Kantonsspital Uri stirbt eine zweite Person, ein 81-jähriger Mann aus Schattdorf, an einer Infektion mit dem Coronavirus.
www.ur.ch (06.04.2020).
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Mittwoch, 8. April 2020
Die Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus werden verlängert
Die Massnahmen zur Bekämpfung de Coronavirus werden durch den Bundesrat um eine Woche bis Sonntag, 26. April, verlängert. Gleichzeitig hat der Bundesrat eine «vorsichtige und schrittweise» Lockerung noch vor Ende Monat beschlossen. Die Etappen der Lockerung sind Thema an der Bundesratssitzung vom 16. April. Ausserdem prüft die Landesregierung eine Überbrückungsfinanzierung für die schwer getroffene Luftfahrtindustrie. Behörden und Kantone rufen aber zur Einhaltung der Corona-Massnahmen über Ostern auf und treffen Vorkehrungen gegen den Reiseverker. Die meisten Menschen hielten sich an die Regeln und schützten ihre Gesundheit und die der Risikogruppen.
www.srf.ch (08.04.2020)
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Mittwoch, 8. April 2020
Zwei weitere Personen am Coronavirus gestorben
Seit gestern sind zwei weitere Personen gestorben, die mit dem Coronavirus infiziert waren. Eine Person verstarb zu Hause, die andere im Kantonsspital Uri. Somit sind bisher im Kanton Uri vier Personen an den Folgen des Coronavirus gestorben.
www.ur.ch (08.04.2020)
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Donnerstag, 9. April 2020
Einkäufen aus dem Tessin soll entgegengewirkt werden
Der Regierungsrat des Kantons Tessin schafft Möglichkeiten, dass über 65-Jährige ihre Einkäufe wieder selber tätigen können. Er hat darum ein sogenanntes «Einkaufsfenster» für Senioren erstellt, die jeweils am Vormittag vor 10 Uhr Lebensmittel einkaufen können. Der Kafur begrüsst diesen Entscheid, da in letzter Zeit vereinzelt Einkäufe von Tessinerinnen und Tessinern im Kanton Uri stattgefunden haben. Der Kafur erwartet diesbezüglich eine Besserung.
Information Kafur www.ur.ch (09.04.2020).
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Donnerstag, 9. April 2020
Spitze der Epidemie erreicht
Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit äussert sich im «Tagesgespräch» von Radio SRF dahingehend, dass die Spitze der Corona-Epidemie in der Schweiz erreicht sein dürfte. Er hoffe, dass die Zahl der Neu-Erkrankten nun stetig zurückgehen. Das Ziel sei allerdings noch weit entfernt.
Tagesgespräch von Radio DRS (09.04.2020)
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Samstag, 11. April 2020
«Halte Kontakt – Freunde sind wertvoll» - Kampagne der Gesundheitsförderung Uri
Die aktuelle Corona-Krise kann auf diversen Ebenen sehr belastend sein. Mit der Kampagne «10 Schritte+ für psychische Gesundheit» will die Gesundheitsförderung Uri entgegenwirken. Die Gesundheitsförderung Uri greift deshalb in Zusammenarbeit mit den Urner Medien die bewährten «10 Schritte für psychische Gesundheit» auf, erweitert auf 12 Schritte, angepasst an die aktuellen Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit.
UW 29, 11.04.2020, S. 14.
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Samstag, 11. April 2020
Nicht alle halten sich an die Regeln
Das Osterwetter präsentiert sich sonnig und warm. Die Kantonspolizei Uri trifft bei ihren Patrouillen eine steigende Anzahl Personen im öffentlichen Raum an. Vermehrt müssen Personen wegen des Abstandes ermahnt und in einigen wenigen Fällen auch mit einer Ordnungsbusse bestraft werden. Die stärkere Nutzung der Passstrassen durch Fahrrad- und Motorradfahrer sowie Skitourengänger entspricht nicht der Bitte des Bundesrats sowie des Kantonalen Führungsstabs: «Bleiben Sie bitte zuhause!» Das widerrechtliche Abstellen oder Parkieren von Fahrzeugen sowie das Missachten von Fahrverboten auf den Passtrassen mit Wintersperre wird deshalb von der Kantonspolizei Uri konsequent geahndet.
Bericht Kafur 11.04.2020, www.ur.ch
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Donnerstag, 16. April 2020
Bundesrat lockert schrittweise Massnahmen zum Schutz vor dem neuen Coronavirus
An der mit Spannung erwarteten Pressekonferenz gibt der Bundesrat die Massnahmen zum Schutz vor dem neuen Coroavirus bekannt. Ab dem 27. April 2020 können Spitäler wieder sämtliche, auch nicht-dringliche Eingriffe vornehmen und ambulante medizinische Praxen sowie Coiffeur-, Massage- und Kosmetikstudios ihren Betrieb wieder aufnehmen. Baumärkte, Gartencenter, Blumenläden und Gärtnereien dürfen wieder öffnen. Der Schutz des Publikums und der Arbeitnehmenden muss dabei sichergestellt sein. Wenn es die Entwicklung der Lage zulässt, sollen am 11. Mai die obligatorischen Schulen und die Läden wieder öffnen. Am 8. Juni sollen dann Mittel-, Berufs- und Hochschulen sowie Museen, Zoos und Bibliotheken wieder öffnen.
Pressemitteilung des Bundesrates vom 16.04.2020.
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Samstag, 18. April 2020
Über 200 Freiwillige im Einsatz
In der aktuellen Corona-Ausnahmesituation spürt der SRK-Kantonalverband Uri eine grossartige Solidarität über Generationen hinweg. Seit dem Lockdown haben sich über 200 Freiwillige beim SRK Uri gemeldet und sich bereit erklärt, Besorgungen für Kranke, Behinderte und Menschen über 65 Jahren zu erledigen. Die Freiwilligen kaufen Lebensmittel ein oder holen Medikamente und bringen diese zu den Personen, die zurzeit zu Hause bleiben sollten. Dabei wird grosser Wert darauf gelegt, dass kein direkter Kontakt entsteht. Die Aufträge werden telefonisch entgegengenommen, und die gesamte Administration erledigt das SRK Uri. Ebenso übernimmt das SRK Uri in dieser Zeit der Krise die Fahrspesen der Freiwilligen. Obwohl sich der Aufbau und die Organisation des neuen Besorgungsdienstes als eine sehr schöne und erfüllende Aufgabe darstellt, ist dies doch mit erheblichen Mehrkosten für das SRK Uri verbunden. Die UBS Altdorf unterstützt diesen Dienst mit einer Spende von 5000 Franken.
UW 31, 18.04.2020, S.14.
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Mittwoch, 22. April 2020
Einschränkung von medizinisch nicht dringenden Behandlungen und Untersuchungen
Der Bundesrat hat heute zudem nach Absprache mit den Kantonen die Frage der Einschränkung von medizinisch nicht dringenden Behandlungen und Untersuchungen in Spitälern geregelt. Den Spitälern ist es ab dem 27. April wiederum erlaubt, sogenannte Wahleingriffe durchzuführen. Die Kantone sind weiterhin verpflichtet, ausreichende stationäre Kapazitäten zur Behandlung namentlich von Patientinnen und -Patienten mit COVID-19-Erkrankungen sicherzustellen. Sie können neu Wahleingriffe selber einschränken und wie bis anhin öffentliche und private Spitäler zur Bereitstellung ihrer Kapazitäten verpflichten. Die Spitäler müssen zudem einen ausreichenden Bestand an wichtigen Arzneimitteln sowohl für COVID-19-Patientinnen und Patienten als auch für weitere medizinisch dringende Behandlungen halten.
Pressekonferenz des Bundesrates vom 22.04.2020 (www.bag.admin.ch, 22.04.2020).
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Mittwoch, 22. April 2020
Bundesrat will keine allgemeine Maskentragpflicht
Der Bundesrat beschliesst schrittweise Lockerungen der Massnahmen zum Schutz vor dem neuen Coronavirus in den nächsten Wochen. Er sieht dazu keine allgemeine Maskentragpflicht vor. Abstand halten und Händewaschen bleiben die wirkungsvollsten Schutzmassnahmen. Die Branchen und Betriebe sind verpflichtet, die Lockerung mit Schutzkonzepten zu begleiten. Darin können sie die Nutzung von Masken vorsehen. Der Bund liefert ab nächster Woche während zwei Wochen täglich eine Million Hygienemasken an führende Detailhändler, um die Versorgung mit Masken zu unterstützen. Wie bisher gilt: Zu Hause bleiben, insbesondere kranke Personen.
Pressekonferenz des Bundesrates vom 22.04.2020 (www.bag.admin.ch, 22.04.2020).
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Sonntag, 26. April 2020
Erstmals wieder Covid-19-Fälle in Uri
Seit 12 Tagen hat Uri erstmals wieder zwei neue Covid-19-Fälle zu verzeichnen. Damit steigt die Zahl der vom Coronavirus infizierten Personen auf 80. 69 Personen davon sind genesen, drei Personen sind hospitalisiert, fünf verstorben. Am Montag werden noch drei weitere Fälle folgen. Die durch die Kantonspolizei durchgeführten Kontrollen über das Wochenende ergeben, dass die Anordnungen der Behörden und Betriebe im Kanton Uri gut befolgt werden.
www.urikon.ch
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Mittwoch, 29. April 2020
Bundesrat lockert weitere Massnahmen
Der Bundesrat entscheidet an seiner Sitzung, die Massnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus weiter zu lockern. Ab dem 11. Mai 2020, können Läden, Restaurants, Märkte, Museen und Bibliotheken (ohne Lesesäle) wieder öffnen, in den Primar- und Sekundarschulen darf der Unterricht wieder vor Ort stattfinden und im Breiten- und Spitzensport sind wieder Trainings möglich. Das Fahrplanangebot im öffentlichen Verkehr wird deutlich erhöht. Für die Maturitätsprüfungen können dieses Jahr die Erfahrungsnoten im Zeugnis stehen, über schriftliche Prüfungen für die gymnasiale Maturität entscheiden die Kantone. Die Lockerungen werden durch Schutzkonzepte begleitet. Das Abstandhalten und die Hygienemassnahmen müssen nach wie vor eingehalten werden.
Pressemitteilung BAG vom 29.04.2020.
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Donnerstag, 30. April 2020
Die Kampagne «So schützen wir uns» wechselt auf Pink



Das Bundesamt für Gesundheit passt seine Kampagne zum Schutz vor dem neuen Coronavirus an und schaltet in der Grundfarbe auf Pink. Mit den ersten Lockerungen zum Schutz der Bevölkerung vor dem neuen Coronavirus ist manches wieder erlaubt – aber es gelten weiterhin die gleichen Regeln: Abstand halten, gründlich Hände waschen, in die Armbeuge niesen.

Pressemitteilung BAG vom 30.04.2020.
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Sonntag, 3. Mai 2020
Samih Sawiris kritisiert die Schweizer Massnahmen gegen die Corona-Pandemie
Der ägyptische Tourismusunternehmer Samih Sawiris (63) kritisiert in der «Sonntags-Zeitung» die Massnahmen der Schweiz gegen die Covid-19-Epidemie. Sie stünden in keinem Verhältnis zu den Verlusten für die Wirtschaft: «In der Schweiz gehen Milliarden von Franken verloren, damit es einige Hundert Tote weniger gibt.» Das sehe er nicht ein - es sei aber politisch nicht korrekt, solche Zweifel zu äussern: «Es heisst dann, Samih Sawiris malt den Teufel an die Wand.»
Der Unternehmer setzt die Wirtschaft an oberste Stelle: «Wenn ich mir die Statistiken anschaue, dann fällt mir auf: Der Aufwand in der Schweiz, um an Covid-19 erkrankte Menschen unter 60 Jahren zu retten, steht in keinem Verhältnis zum Schaden für die Wirtschaft.» Bislang habe es in der Schweiz unter 200 Todesfälle in dieser Altersgruppe gegeben. Die Chancen, im Lotto zu gewinnen, seien höher, als an Covid-19 zu sterben.

Interview in der Sonntags-Zeitung vom 03.05.2020.
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Montag, 4. Mai 2020
Kantone beginnen mit dem Contact Tracing
Die Kantone beginnen das Contact Tracing, alle Fälle zu isolieren, alle Kontaktpersonen aufzusuchen und diese in Quarantäne zu stellen. Ab kommender Woche wird das schweizweit strikte durchgeführt.»
Daniel Koch (BAG), Pressekonferenz des Bundes vom 04.05.2020.
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Dienstag, 5. Mai 2020
Siebtes und letztes Todesopfer der ersten Coronawelle
In Uri ist das siebte und letzte Todesopfer der ersten Welle der Covid-19-Pandemie zu verzeichnen.
Quelle: Statistik Urikon (05.05.2020).
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Samstag, 9. Mai 2020
Kantonsarzt Jürg Bollhalder über die Auswirkungen des Lockdowns und seine Arbeit
Kantonsarzt Jürg Bollhalder arbeitete in der Corona-Zeit 140 Prozent in seinem Amt als Kantonsarzt. Normalerweise sind es rund 20 Prozent, die er dafür aufwendet, 80 Prozent arbeitet er als Hausarzt. Normalerweise hat er die Oberaufsicht über das Betäubungsmittelwesen, beurteilt Kostengutsprachengesuche von ausserkantonalen Hospitalisationen, behält die Meldungen über Infektionen im Auge und veranlasst eventuelle Massnahmen – zum Beispiel bei einem Masernfall an einer Schule. Daneben hat er auch eine beratende Funktion fürs Amt für Gesundheit bei medizinischen Fragestellungen und ist der Mittler zwischen dem Amt für Gesundheit, den Hausärzten, dem Spital und den Alters- und Pflegeheimen. In den vergangenen Wochen war Jürg Bollhalder plötzlich Ansprechpartner für den Kantonalen Führungsstab (Kafur) – wo er auch Einsitz nahm –, Unternehmen, Altersheime, das Spital, Ärzte, Medien. Die ersten zwei Wochen hat er sehr viel telefoniert. Gleichzeitig hat er sich auch informiert, viel gelesen, sich Wissen angeeignet, um die Informationen zusammenzufassen und diese verständlich in der jeweiligen Situation weiterzugeben. Wichtig ist, zu gewährleisten, dass alle Gesundheitsfachpersonen über die wichtigen, aktuell geltenden Informationen verfügen.
UW 37, 09.05.2020, S. 3.
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Montag, 11. Mai 2020
Massnahmen werden gelockert
Der Bundesrat hebt die Einschränkungen zur Bekämpfung der Coronavirus- Pandemie bereits etwas stärker auf, als ursprünglich geplant. Nicht nur Läden und Schulen, sondern auch Restaurants, Museen und Bibliotheken dürfen an diesem Datum wieder öffnen, wenn auch unter strengen Auflagen. Der Bundesrat begründet dies unter anderem mit den gesunkenen Fallzahlen in der Schweiz. Im Kanton Uri sind diese zuletzt wieder leicht gestiegen, nachdem zuvor während zweier Wochen keine neuen Fälle vermeldet werden mussten. Sechs der sieben neu gemeldeten Fälle betreffen das Regionale Alters- und Pflegeheim Gosmergartä in Bürglen, wo drei Bewohnerinnen und Bewohner sowie drei Mitarbeitende positiv getestet wurden. In Absprache mit dem Kantonsarzt werden Massnahmen getroffen, um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden.
UW 35, 02.05.2020. S. 1, 3.
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Sonntag, 17. Mai 2020
Uri hat keine neuen Covid-19-Erkrankten
Im Kanton Uri gibt es ab heute bis zum 25. Juni keine Covid-19-Erkrankungen mehr zu verzeichnen. Bisher sind in Uri 93 Personen an Covid-19 erkrankt.
Quelle: Statistik Urikon (25.06.2020).
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Mittwoch, 20. Mai 2020
Landrätliches Lob fürs Kantonsspital
Das Kantonsspital Uri stand im Zusammenhang mit der Bewältigung der Corona-Pandemie in den vergangenen Wochen im öffentlichen Fokus. Es galt, für einen allfälligen Ansturm an Corona-Patienten gewappnet zu sein. An der Landratsession werden die Leistungen des Urner Gesundheitswesens nochmals hervorgehoben.
Jahresbericht und Jahresrechnung geben zu keinen Diskussionen Anlass und werden einstimmig gutgeheissen. Das Spital weist ein Eigenkapital von 7,28 Millionen Franken aus, was einer Eigenkapitalquote von 33,8 Prozent entspricht. Trotz grosser Veränderungen im Gesundheitswesen mit zahlreichen Unsicherheiten, einschliesslich der neuen Spitalfinanzierung, ist es dem Kantonsspital Uri gelungen, einen Gewinn von 0,3 Millionen Franken zu erzielen.

UW 41, 23.05.2020, S. 4.
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Dienstag, 26. Mai 2020
Uri ist am Ende der ersten Covid-19-Welle
Uri hat seit dem 12. März keine Covid-19-Erkrankte mehr zu verzeichnen. Insgesamt waren 93 Personen erkrankt. Sieben (7,5 Prozent) sind an der Krankheit gestorben.
Quelle: Statistik Urikon (26.05.2020).
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Sonntag, 31. Mai 2020
Zutrittskontrolle zum Kantonsspital durch Militär wird aufgehoben
Während den vergangenen Wochen wurde die Zutrittskontrolle im Kantonsspital Uri durch Angehörige der Armee sichergestellt. Dieser Einsatz wird beendet.
Quelle: Mitteilung Kafur 28.05.2020 (www.ur.ch)
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Dienstag, 2. Juni 2020
Übergabe der Holzfigur an «Mister Corona» Daniel Koch
In den Arbeitsräumen von Holzbildhauer Peter Bissig in Isenthal wurde die 1,5 Meter grosse Daniel-Koch-Figur – aus Lindenholz aus Erstfeld bearbeitet. Nun kann sie an Daniel Koch übergeben werden. Bescheiden, wie man ihn von seinen öffentlichen Auftritten während der Corona-Pandemie kennt, strahlt Daniel Koch, ohne grosse Worte zu verlieren. Die Arbeit des Künstlers Peter Bissig lobt er mit den Worten: «Das ist wirklich wunderbar!» Und schmunzelnd ergänzt der Neupensionierte: «Jetzt muss ich nicht mehr in den Spiegel schauen.»
UW 44, 03.06.2020, S. 20.
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Samstag, 6. Juni 2020
Die Fünferregel fällt
Die ersten Lockerungen haben nicht zu einem Anstieg der Fallzahlen geführt. Nun können weitere Öffnungsschritte gemacht werden. Vor diesem Hintergrund hebt der Bundesrat die meisten der noch verbliebenen Einschränkungen auf, die er zur Eindämmung des Coronavirus in den vergangenen Monaten erlassen hat. So fällt die Fünfer-Regel. Damit sind wieder spontane Versammlungen mit bis zu 30 Personen erlaubt. Ein Schutzkonzept ist dafür nicht nötig. Die Distanz- und Hygieneregeln gelten aber weiterhin.
UW 43, 30.05.2020, S. 7.
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Mittwoch, 10. Juni 2020
Kafur trifft sich zum Schlussrapport




Die aktuelle Corona-Situation erlaubt es, den Einsatz des Kantonalen Führungsstabs (Kafur) per Freitag, 12. Juni 2020 zu beenden. Der Kafur trifft sich deshalb zum letzten ordentlichen Lagerapport. Im Kanton Uri sind seit Wochen keine neuen Fälle von Corona-Infektionen mehr aufgetreten. Foto: Landammann Urban Camenzind (rechts) und der Chef des Kantonalen Führungsstabs, Ignaz Zopp, nach dem Schlussrapport (www.ur.ch).

Informationen Kafur vom 10. Juni 2020 (www.ur.ch)
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Freitag, 12. Juni 2020
Einsatz des Kantonalen Führungsstabes ist beendet
Angesichts der aktuellen Corona-Situation beschliesst der Regierungsrat den Einsatz des Kantonalen Führungsstabs (Kafur) zu beenden. Der Kafur trifft sich deshalb zum letzten ordentlichen Lagerapport. Im Kanton Uri sind seit Wochen keine neuen Fälle von Corona-Infektionen mehr aufgetreten. Er revidiert zum letzten Mal die kantonalen Weisungen zur Umsetzung der COVID-19-Verordnung 2 des Bundesrats. Diese regeln die noch geltenden Einschränkungen auf Kantonsebene. Nach wie vor steht der Schutz der Bevölkerung an erster Stelle. Grundsätzlich gelten die Grundregeln (Abstand halten, Hände waschen) des Bundesamts für Gesundheit. Die Weisungen enthalten vorwiegend Hinweise zum Inhalt von Schutzkonzepten und deren Umsetzung an Veranstaltungen und im Gastgewerbe. Die verbleibenden Arbeiten im Zusammenhang mit der Bekämpfung des Coronavirus werden durch den Sonderstab COVID-19 EXIT zu Ende geführt. Der Einsatz des Kafur dauerte vom 16. März 2020 bis am 12. Juni 2020. Während diesen 88 Tagen hat sich der Stab zu 39 Lagerapporten getroffen. Es handelt sich somit um den längsten Kafur-Einsatz in der Geschichte des Kantons Uri.
Quelle: www.ur.ch (2020)
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Freitag, 19. Juni 2020
Aufhebung der «ausserordentlichen Lage»
Der Bundesrat gibt wieder Macht ab und hebt die «ausserordentliche Lage» gemäss Epidemiengesetz auf. Zur Bekämpfung der Corona-Pandemie hat der Bundesrat diese am 16. März ausgerufen und damit die Grundlage für den Erlass von Notrecht geschaffen. Nun wird dieses Regime beendet, es gilt die «besondere Lage», bei der auch die Kantone wieder ein Wort mitzureden haben. Die Konferenz der Kantonsregierungen (KdK) begrüsst den Schritt. Die Kantone können einen allfälligen Handlungsbedarf vor Ort früh erkennen und richtige Massnahmen einleiten.
Das bereits geltende Notrecht bleibt vorläufig in Kraft. Der Bundesrat arbeitet derzeit an der Überführung der relevanten Covid-Bestimmungen in ein dringliches und befristetes Covid-19-Gesetz.

UW 43, 30.05.2020, S. 7.
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Mittwoch, 24. Juni 2020
Bundesrat entscheidet über Veranstaltungen bis zu 1'000 Personen
Der Bundesrat entscheidet, wann Veranstaltungen mit bis zu 1’000 Personen zugelassen werden. Grossveranstaltungen sind bis mindestens Ende August verboten.
UW 43, 30.05.2020, S. 7.
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Donnerstag, 25. Juni 2020
Behörden empfehlen Download der Covid-App
Seit Mitternacht kann die offizielle Corona-Warn-App des Bundes heruntergeladen werden. Zahlreiche Behördenvertreter, darunter Gesundheitsminister Alain Berset, werben für die Anwendung. Je mehr Personen die App nutzen, desto besser kann sich die Bevölkerung vor dem Virus schützen. Die App dient als Hilfsmittel für die klassische Kontaktverfolgung (Contact Tracing). Sie soll helfen, Infektionsketten zu unterbrechen. Der Bundesrat hat am Mittwoch die entsprechende Verordnung verabschiedet. Die freiwillige und kostenlose Anwendung ist in neun Sprachen verfügbar. Mit der Swiss-Covid-App für Mobiltelefone werden Benutzer gewarnt, falls sie engen Kontakt mit einer infizierten Person hatten. Wer sich nach einer Warnung auf Anordnung eines Arztes oder einer Behörde in Quarantäne begeben muss, hat Anrecht auf den Corona-Erwerbsersatz. Dereinst soll es auch möglich sein, die Swiss-Covid-App mit ausländischen Apps zu verbinden.
UW 51, 27.06.2020, S. 22.
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Freitag, 26. Juni 2020
Sonderstab Covid-19 Exit
Der Sonderstab Covid-19 Exit steht unter der Führung von Oberleutnant Stefan Simmen von der Kantonspolizei Uri. Im Zentrum der Arbeit stehen die aufmerksame Verfolgung der Lageentwicklung und die Begleitung der weiteren Lockerungsschritte im Kanton Uri. Zu den prioritären Aufgaben im Gesundheitsbereich zählen gegenwärtig das Kontaktmanagement (contact tracing), das Sicherstellen der erforderlichen labordiagnostischen Abstrich-Tests und das Wiederherstellen der Schutzmaterialvorräte. Weiter werden die notwendigen Massnahmen getroffen, um auf eine mögliche zweite Infektionswelle vorbereitet zu sein.
Mitteilung Sonderstab Covid-19 Exit (26.06.2020).
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Freitag, 26. Juni 2020
Eine Person neu positiv auf Corona getestet
Seit Wochen hat es in Uri keine neuen Fälle von Corona-Infektionen im Kanton Uri mehr gegeben. Am Freitag informiert der Sonderstab Covid-19 Exit dann, dass im Kanton Uri neu eine Person positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Dabei handelt es sich um den derzeit einzigen aktiven Corona-Fall im Kanton Uri.
UW 51, 27.06.2020, S. 7.
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Freitag, 3. Juli 2020
Fünf Corona-Fälle beim Dätwyler-Konzern
Von den elf neuen Corona-Fällen im Kanton Uri entfallen fünf auf den international tätigen Industriekonzern Dätwyler. Zwei infizierte Personen sind in der Abteilung in Schattdorf tätig, die Automobilkomponenten produziert, die übrigen drei in einem Grossraumbüro bei Cabling Solutions in Altdorf. Den Betroffenen geht es den Umständen entsprechend gut. Keiner musste hospitalisiert werden. Alle Dätwyler-Angestellten, die mit den Infizierten Kontakt gehabt haben, sind umgehend nach Hause in Quarantäne geschickt und auf das Corona-Virus getestet worden. Im Grossraumbüro in Altdorf ist momentan nur noch ein absoluter Minimalbestand. Die meisten Büroleute arbeiten aktuell von zu Hause aus. In der betroffenen Abteilung in Schattdorf ist der Betrieb vorsorglich für rund zehn Tage eingestellt worden: Die Produktion wird wieder langsam hochgefahren. Der betriebliche Schaden hält sich aber in Grenzen, da die Nachfrage in der Automobilindustrie derzeit eher gering ist.
UW 53, 04.07.2020, S. 3
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Donnerstag, 9. Juli 2020
Rund 70 Personen in Quarantäne
Im Kanton Uri liegen 12 aktive Fälle von positiv auf den Coronavirus getesteten Personen vor. Positiv getestete Personen werden isoliert und ihre engen Kontakte in Quarantäne gesetzt. Enge Kontakte werden im Rahmen des Contact Tracing unter der Leitung des kantonsärztlichen Dienstes eruiert und die notwendigen Massnahmen angeordnet. Dadurch soll die Übertragungskette des Virus unterbrochen werden. In allen positiv getesteten Fällen hat das Contact Tracing wie geplant gut funktioniert. In der vergangenen Woche wurde ein Höchstwert von knapp 70 Personen in Quarantäne verzeichnet. Derzeit befinden sich in Uri 13 Personen in Quarantäne.
Lagebulletin Sonderstab COVID-19 Exit (09.07.2020)
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Donnerstag, 6. August 2020
Vorerst keine Maskentragpflicht an Urner Schulen
Die Schulen im Kanton Uri – von der Primarstufe bis zu den Sekundarstufen I und II – werden im normalen Ganzklassenunterricht ins neue Schuljahr starten. Dies gibt der Sonderstab Covid-19 Exit bekannt. Eine generelle Maskentragpflicht wird es demnach vorderhand nicht geben.
UW 63, 08.08.2020, S. 4.
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Donnerstag, 13. August 2020
Sonderstab wiederholt Tipps zur Umsetzung der Schutzkonzepte in Gastronomielokalitäten
Bei jüngst erfolgten Überprüfungen der Schutzkonzepte in Gastronomielokalitäten stellten die Kontrolleure gewisse Nachlässigkeiten fest, die unter anderem auch zu Vollzugsschwierigkeiten beim Contact Tracing führten. Aus diesem Grund führt der Sonderstab Covid-19 Exit Tipps an die Betreiber von Gastronomielokalitäten zur Umsetzung der Schutzkonzepte an. Das Schutzkonzept hat Massnahmen zur Hygiene (Möglichkeit zum Händewaschen oder Händedesinfektion, regelmässige Reinigung von Oberflächen) und zur Einhaltung des Abstands von mindestens 1.50 Metern (zwischen den Tischkanten) vorzusehen. Falls der Abstand nicht eingehalten werden kann, müssen geeignete Schutzmassnahmen, wie das Tragen einer Hygienemaske oder Barrieremassnahmen (Trennwände), umgesetzt werden.
Falls diese Schutzmassnahmen aus betrieblichen oder wirtschaftlichen Gründen nicht eingehalten werden können, müssen die Betreiber die Kontaktdaten der anwesenden Personen aufnehmen. Dabei genügt die Datenerhebung einer Person bei Familien oder anderen Gruppen mit untereinander bekannten Personen. Die Daten dienen dem Contact Tracing. Der Betreiber ist für die Vertraulichkeit der Kontaktdaten verantwortlich. Bei Gastronomiebetrieben, in welchen die Konsumation stehend erfolgt, muss der Zeitpunkt der Ankunft und des Weggangs zusätzlich erfasst werden. Zudem ist die Kundschaft darüber zu informieren, dass der Betreiber auf Abstands- und Schutzmassnahmen verzichtet und damit ein grundsätzliches Infektionsrisiko besteht. Das bedeutet auch, dass bei Auftreten eines positiven Falls alle Kontaktpersonen in Quarantäne müssen.

Mitteilung Sonderstab Covid-19 Exit vom 13.08.2020.
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Freitag, 14. August 2020
Falsch gemeldeter Todesfall
Das BAG erläutert an einer Pressekonferenz Details zum vermeintlichen Todesfall eines Covid-19-Patienten, wohnhaft im Kanton Bern in der Altersgruppe 20 bis 30 Jahre. Es wäre dies der erste Covid-Tote dieser Altersgruppe in der Schweiz. Die Meldung erweist sich jedoch als falsch. Dies geschah aufgrund eines fälschlicherweise eingetragenen Todesdatums auf der klinischen Meldung zu dieser Person, die sich in Isolation befindet und keine schweren Covid-19-Symptome hat. Es wurde vom Kanton Bern keine Todesfallmeldung an das BAG gesandt.
www.bag.admin.ch
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Montag, 17. August 2020
Zwei Gastrobetriebe in Andermatt wegen Corona-Virus geschlossen
Zurzeit gibt es im Kanton Uri acht Fälle von positiv auf das Coronavirus getestete Personen. Total 89 Kontaktpersonen befinden sich in Quarantäne. Gegenwärtig sind in Andermatt zwei Gastronomielokalitäten betroffen. Zusammen mit den Betriebsinhabern sind die notwendigen Schutzmassnahmen eingeleitet worden. Beide Betriebe sind geschlossen. Das Personal der Betriebe befindet sich in Quarantäne. Der kantonale Sonderstab Covid Exit weist darauf hin, dass die jüngsten Ansteckungen deutlich machden, dass die Entwicklung der Lage weiterhin sehr ernst zu nehmen sei, um eine neuerliche Verbreitung des Coronavirus zu verhindern. Er ruft deshalb die Bevölkerung auf, weiterhin sehr achtsam zu sein und die vom Bund empfohlenen Hygiene- und Verhaltensregeln einzuhalten.
www.ur.ch (17.08.2020)
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Freitag, 21. August 2020
Sonderstab Covid-19 Exit trifft sich einmal wöchentlich




Der Sonderstab Covid-19 Exit trifft sich derzeit einmal pro Woche zum Lagerapport. Dabei werden die aktuelle Lage und weitere Bedürfnisse respektive erforderliche Massnahmen dargelegt und besprochen. Der Sonderstab besteht aus (v.l.n.r.) Stefan Simmen, Leiter des Sonderstabs, Josef Loretz, Führungsunterstützung, Dr. Jürg Bollhalder, Kantonsarzt, sowie Roland Hartmann, Vorsteher Amt für Gesundheit.

Mitteilung Sonderstab Covid-19 Exit vom 21.08.2020.
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Freitag, 21. August 2020
Schlussbericht des Regierungsrates über die Bewältigung der ausserordentlichen Lage
Der Regierungsrat legt dem Landrat den Schlussbericht über die Bewältigung der ausserordentlichen Lage vom 16. März 2020 bis 12. Juni 2020 sowie den Antrag auf Änderung der Kantonsverfassung (Schaffung Notrechtsklausel) vor.
Eine der Hauptaufgaben des Kafur bestand darin, die vom Bund verordneten Einschränkungen im Kanton Uri umzusetzen und hernach die Öffnungsschritte zu begleiten. Der Kafur traf im Rahmen seiner Kompetenzen eigene Entscheide und bereitete zuhanden des Regierungsrats Entscheide vor, die in dessen Befugnis standen. Insgesamt traf sich der Kafur zu 39 Stabsrapporten und zahlreichen weiteren Besprechungen. Während der ausserordentlichen Lage erhöhte der Regierungsrat seine Sitzungskadenz von einer auf zwei wöchentliche Sitzungen. In der Berichtsperiode fällte der Regierungsrat rund 25 Entscheide, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Bewältigung der ausserordentlichen Lage standen. Dabei ging es einerseits um organisatorische und gesundheitspolizeiliche Massnahmen wie die Versorgung mit medizinischen Gütern, aber auch um die Volksrechte (Fristenstillstand) oder um Massnahmen zur Abfederung der wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus auf die Kultur und die Unternehmen.
Bis zum Ende der ausserordentlichen Lage wurden 93 im Kanton Uri wohnhafte Personen positiv auf das Coronavirus getestet. Sieben von ihnen sind in der Berichtperiode verstorben. Im Kantonsspital Uri waren maximal zehn Personen gleichzeitig auf der separat eingerichteten Covid-Station hospitalisiert (1. April 2020).
Neben der Berichterstattung über die Bewältigung der ausserordentlichen Lage nimmt der Bericht auch eine erste rückwirkende Beurteilung vor und zeigt Lücken im Urner Recht auf. Anders als der Bund und die meisten anderen Kantone kennt der Kanton Uri kein Dringlichkeitsrecht auf Verfassungsstufe. Der Urner Regierungsrat will diese Lücke schliessen und beantragt dem Landrat, das Instrument der dringlichen Rechtssetzung auf Stufe Kantonsverfassung zu schaffen.

Regierungsrat des Kantons Uri, Schlussbericht über die Bewältigung der ausserordentlichen Lage vom 16. März 2020 bis 12. Juni 2020 (www.ur.ch).
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Mittwoch, 2. September 2020
Grossveranstaltungen werden wieder erlaubt
Das Verbot für Grossveranstaltungen mit über 1000 Personen wird unter strengen Auflagen per 1. Oktober 2020 aufgehoben. Der Bundesrat verabschiedet die entsprechende Änderung der «Covid-19-Verordnung besondere Lage».
Für jede Veranstaltung muss ein Schutzkonzept vorliegen. Dabei müssen die Organisatoren strenge Vorgaben beachten: In der Regel gilt eine Sitzplatzpflicht (Ausnahmen: Stehplätze bei Freiluftveranstaltungen wie Ski-, Langlauf- oder Radrennen sowie Dorffeste im freien Gelände sind möglich). Die Personenströme müssen klar geregelt sein. Für die Spiele der nationalen Eishockey- und Fussballligen gelten zudem Maskenpflicht und Kapazitätsbegrenzungen. In Hallen und Freiluftstadien darf höchstens zwei Drittel der Sitzplätze belegt werden. Es gibt keine Platzkontingente für Gästefans. Im Gastronomiebereich gilt Sitzpflicht. Regelverstösse werden geahndet.
Der Bundesrat legt die Kriterien fest, damit ein Kanton Grossveranstaltungen bewilligen kann: Die epidemiologische Lage im Kanton oder in der betreffenden Region muss eine Durchführung der Veranstaltung zulassen. Der Kanton verfügt über die notwendigen Kapazitäten für das Contact Tracing. Für alle Veranstaltungen muss der Organisator dem Kanton eine Risikoanalyse und ein entsprechendes Schutzkonzept vorlegen. Zuständig für die Bewilligungen sind die Kantone.

Pressemitteilung des Bundesrates vom 02.09.2020 (www.bag.admin.ch)
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Donnerstag, 3. September 2020
Covid-Ampel steht zurzeit auf «grün»
Der Sonderstab trifft sich zum Lagerapport. Zurzeit gibt es im Kanton Uri 3 aktive Fälle von positiv auf das Coronavirus getesteten Personen. Total 15 Personen befinden sich in Quarantäne.
Der Sonderstab beurteilt die aktuelle Lage laufend anhand eines Rebound-Konzepts, das auch in anderen Kantonen zum Einsatz kommt. Dieses Arbeitsinstrument enthält ein Ampelsystem, anhand dessen ermittelt werden kann, ob die Lage als «grün», «gelb» oder «rot» einzustufen ist. Derzeit ist die Lage im Kanton Uri aufgrund der tiefen Fallzahlen in den vergangenen Tagen «grün». Als Grundlage für diese Beurteilung dienen die Infektionszahlen der letzten sieben Tage sowie Gewichtungsfaktoren wie die Anzahl Infektionsherde, die Zahl der betroffenen Gemeinden und Heime sowie die Hospitalisationen. Ein weiterer Einflussfaktor ist unter anderem die Lageentwicklung in den umliegenden Kantonen.

Lagebulletin Sonderstab COVID-19 vom 04.09.2020.
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Samstag, 5. September 2020
Marsch von Maskenignoranten von Flüelen nach Altdorf
Am Samstagnachmittag kommt es in Altdorf zu einer bewilligten Kundgebung gegen die Corona-Maskentragpflicht. Rund 350 Teilnehmende versammeln sich in Flüelen beim Bahnhof und ziehen via die Flüelerstrasse nach Altdorf auf das Unterlehn. Dort halten sie eine Platzkundgebung ab. Die Kundgebung verläuft ruhig und friedlich. Der Grossteil der Teilnehmenden trägt keine Gesichtsmasken und auch die Mindestabstände werden nicht eingehalten. Trotz des Appellierens an die Eigenverantwortung und die Selbstdisziplin der Teilnehmenden, ignorieren sie die Schutzmassnahmen fast ausnahmslos. Die Kantonspolizei dokumentier das Auftreten und Verhalten der Organisatorin sowie der Teilnehmenden und wird zuhanden der Staatsanwaltschaft Anzeige wegen Nichteinhaltens der Bewilligungsauflagen erstatten.
Derweil steigen die Neuinfektionen in der Schweiz nach der esrten Corona-Welle auf ein neues Rekordhoch von 425 Fällen in der Schweiz.

Kantonspolizei Uri, Medienmitteilung Nr. 168 / 2020 (www.ur.ch).
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Freitag, 11. September 2020
Veranstaltung im TheaterUri mit Daniel Koch
Daniel Koch, diesen Namen kennt die Schweiz seit dem Aufkommen der Corona-Pandemie im Frühjahr. Der Leiter der Abteilung Übertragbare Krankheiten beim Bundesamt für Gesundheit nahm an jeder Pressekonferenz des Bundesrates teil, war gefragter Corona-Experte in den Medien und ging Ende Mai, nachdem der Bundesrat das bevorstehende Ende der «ausserordentlichen Lage» bekannt gegeben hatte, in Pension. Daniel Koch ist es denn auch, der nach der Sommerpause das Theater Uri wieder eröffnet: als Gast der Veranstaltungsreihe «Greedi üüsä». Sämtliche zur Verfügung stehenden Plätze sind besetzt – jede zweite Sitzreihe. Die Corona-Pandemie ist Schwerpunkt des Gespräches mit Moderator Heinz Keller.
UW 74, 16.09.2020, S. 3.
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Dienstag, 29. September 2020
131 Gäste eines Hochzeitsfests in Schattdorf in Quarantäne
131 Gäste eines Hochzeitsfests in Schattdorf (davon 77 in Uri wohnhaft) werden auf Anordnung des Kantonsarztes für zehn Tage in Quarantäne gesetzt. Dies, weil einer der Hochzeitsgäste in der Zwischenzeit positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Das Contact Tracing wurde umgehend intensiviert und die von der Quarantäne betroffenen Personen wurden entsprechend instruiert. Keine der kranken Personen sind hospitalisiert.
UW Nr. 79, 03.10.2020, S. 18.
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Donnerstag, 8. Oktober 2020
Referendum gegen Swiss-Covid-App gescheitert
Das Volk wird nicht über die gesetzlichen Grundlagen für die Corona- Warn-App abstimmen. Das Referendum gegen die Änderung des Epidemiengesetzes ist nicht zustande gekommen. Bundesrat Alain Berset zeigt sich zufrieden. Die App sei wichtig, um die Ansteckungsketten und die Ausbreitung des Coronavirus zu unterbrechen. Die App ist bereits 2,5 Millionen Mal heruntergeladen worden.
UW Nr. 81, 10.10.2020, S. 7.
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Freitag, 9. Oktober 2020
Phase Orange in der Corona-Pandemie



Die Anzahl der Coronainfektionen steigt in der Schweiz stark an. Das BAG meldet 1487 neue Coronafälle. Das ist ein neuer Rekord. Die neue BAG-Direktorin Anne Lévy zeigt sich beunruhigt und leitet die Phase Orange der Corona-Kampagne des Bundes ein. Die bisher blau gefärbten Plakate und Broschüren, die auf die Schutzmassnahmen hinweisen, wechseln ihre Farbe auf Orange.

www.bag.admin.ch (2019)
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Dienstag, 13. Oktober 2020
300 Bar-Besucherinnen und Besucher in Quarantäne
Zwei Personen werden positiv auf den Corona-Virus getestet, die sich in der Nacht auf Samstag und auf Sonntag in zwei Nachtlokalen in Altdorf («Tellenbar» und «Londoner») aufgehalten haben. Aufgrund der Ansteckungsgefahr muss für rund 300 Besucherinnen und Besucher der beiden Lokale durch das Contact Tracing Team eine zehntägige Quarantäne verfügt werden. Leider wurde die Arbeit des Contact Tracing erschwert, weil die Kontaktangaben nicht immer vollständig, korrekt und lesbar angegeben wurden. Trotzdem ist es gelungen, mit dem Grossteil der Besucherinnen und Besucher Kontakt aufzunehmen.
Pressemitteilung Sonderstab Uri (www.ur.ch, 15.10.2020).
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Mittwoch, 14. Oktober 2020
Treffen zwischen Regierung und Wirtschaft
Zwischen einer Delegation des Regierungsrats und Spitzenvertreterinnen und –vertretern von Wirtschaft, Detailhandel, Gastronomie und Gemeinden des Kantons Uri findet ein Informations- und Gedankenaustausch zur aktuellen Lageentwicklung statt. Neben dem Austausch von aktuellen Informationen zur Corona-Situation im Kanton Uri werden mögliche Massnahmen für den Fall weiter ansteigender Fallzahlen gemeinsam erörtert. Der Dialog zwischen den Behörden und der Wirtschaft dient auch dem Sammeln von Ideen und Vorschlägen, wie ein neuerlicher Lockdown im Kanton Uri verhindert werden kann. Es herrscht Einigkeit darüber, dass alles unternommen werden muss, um diese schärfste Massnahme zu verhindern.
Pressemitteilung Sonderstab Uri (www.ur.ch, 15.10.2020).
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Donnerstag, 15. Oktober 2020
Deutschland erklärt Uri zum Risiko-Kanton
Das deutsche Auswärtige Amt setzt neben Genf und der Waadt neu acht weitere Kantone auf die Liste der Risikogebiete. Neu gelten auch die Kantone Freiburg, Jura, Neuenburg, Nidwalden, Schwyz, Uri, Zürich und Zug als Risikogebiete. Somit stehen insgesamt zehn Schweizer Kantone auf der Liste. Nicht aufgeführt auf der Liste sind Grenzkantone zu Deutschland sowie die viel stärker infizierten Kantone Wallis und Appenzell-Innerrhoden. Deutschland spricht eine Reisewarnung für die betroffenen Kantone aus. Die Grenzen zur Schweiz bleiben aber offen. Die Einstufung als Risikogebiet bedeutet zwar kein Reiseverbot, soll aber eine möglichst grosse abschreckende Wirkung auf Touristen haben.
In Deutschland müssen Reisende, die sich in den letzten 14 Tagen in einem Risikogebiet aufgehalten haben, für 14 Tage in Quarantäne.

www.srf.ch (15.10.2020).
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Donnerstag, 15. Oktober 2020
In Uri befinden sich rund 540 Personen in Quarantäne
Der Kanton Uri gilt nun als Risikogebiet. Für mehrere Hundert Besucherinnen und Besucher der Altdorfer Nachtlokale «Londoner» und «Tellen-Bar» ist durch das Contact-Tracing-Team eine zehntägige Quarantäne verfügt worden. Letztes Wochenende hatten sich zwei mit dem Coronavirus infizierte Personen in den beiden Lokalen aufgehalten. Sie wurden am Dienstag positiv auf das Virus getestet. Leider wurde die Arbeit des Contact Tracings erschwert, weil die Kontaktangaben nicht immer vollständig, korrekt und lesbar angegeben worden sind. Trotzdem ist es gelungen, mit dem Grossteil der Besucherinnen und Besucher Kontakt aufzunehmen.
UW Nr. 83, 17.10.2020, S. 5.
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Freitag, 16. Oktober 2020
Contact Tracing Team Uri ist stark gefordert
Im Kanton Uri gibt es 47 Fälle von positiv auf das Coronavirus getesteten Personen. Rund 540 Kontaktpersonen befinden sich in Quarantäne. Das Contact Tracing Team Uri ist derzeit stark gefordert. Total 16 Personen stehen für das Kontaktmanagement im Einsatz. Angesichts der steigenden Fallzahlen ist es besonders wichtig, die Infektionsketten rasch und wirksam zu unterbrechen.
Eine vollständige und lückenlose Gästeliste der Gastronomiebetriebe ist für das Contact Tracing unerlässlich. Der Sonderstab ruft insbesondere die Bar-, Club- und Nachlokalbetreiber auf, eine der dafür entwickelten Apps zu benützen und die Kontaktdaten mittels QR-Code zu erfassen. Das bringt sowohl für die Betreiber und Gäste als auch im Bedarfsfall für das Contact Tracing grosse Vorteile.

Pressemitteilung Sonderstab Uri (www.ur.ch, 16.10.2020).
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Samstag, 17. Oktober 2020
Regierungsrat trifft sich zu Sondersitzung
Aufgrund der markant ansteigenden Fallzahlen befasst sich der Regierungsrat an einer ausserordentlichen Sitzung mit erweiterten Schutzmassnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus.
Der Regierungsrat befürwortet eine Harmonisierung der Massnahmen durch den Bund in den Bereichen Maskenpflicht, öffentliche und private Veranstaltungen und Homeoffice. Basierend auf den Massnahmen, die der Bund erlässt, wird der Regierungsrat an seiner nächsten Sitzung über zusätzliche Massnahmen für den Kanton Uri befinden.
Der Regierungsrat appelliert erneut und eindringlich an die Bevölkerung, die Verhaltensanweisungen des BAG zur Eindämmung von COVID-19 Folge zu leisten sowie die SwissCovid App zu nutzen. Es gehe dem Regierungsrat nicht darum, jede einzelne Infektion zu vermeiden, sondern die Ansteckungen so abzuflachen, dass insbesondere das Gesundheitssystem nicht überlastet werde.

Medienmitteilung des Regierungsrates, www.ur.ch, 17.10.2020.
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Sonntag, 18. Oktober 2020
Bundesrat erlässt wieder schweizweit gültige Massnahmen im Kampf gegen den Coronavirus
Der Bundesrat erlässt an einer ausserordentlichen Sitzung mehrere, schweizweit gültige Massnahmen gegen den starken Anstieg der Infektionen mit dem Coronavirus.
Ab Montag sind im öffentlichen Raum spontane Menschenansammlungen von mehr als 15 Personen verboten. In öffentlich zugänglichen Innenräumen muss eine Maske getragen werden. Er stellt zudem Regeln für private Veranstaltungen mit mehr als 15 Personen auf. Ausserdem darf in Restaurants, Bars und Clubs nur im Sitzen konsumiert werden. Nach Konsultation der Kantone passt der Bundesrat die «Covid-19-Verordnung besondere Lage» entsprechend an. Darin ist neu auch die Empfehlung zum Homeoffice verankert.

Pressemitteilung Bundesrat vom 18.10.2020 (www.bag.admin.ch).
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Dienstag, 20. Oktober 2020
Urner Regierungsrat begrüsst die Massnahmen des Bundesrates
Der Regierungsrat begrüsst die vom Bundesrat beschlossenen Schritte zur Bekämpfung des Coronavirus. Es gehe darum, dass die Vorgaben landesweit umgesetzt und befolgt werden. Der Bund habe die Massnahmen in Anbetracht der aktuellen Lage und nach Anhörung der Kantone getroffen. Der Regierungsrat unterstütze den Bund auf dem eingeschlagenen Weg zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus und er fordere die Bevölkerung zur aktiven Mitarbeit auf. Im Gegenzug erwarte der Regierungsrat, dass die Autonomie der Kantone gewährleistet bleibe und dass diese weiterhin angezeigte Entscheide in ihrem Zuständigkeitsbereich treffen können. Angesichts der aktuellen Lage im Kanton Uri verzichtet der Regierungsrat derzeit darauf, weitergehende Massnahmen als die vom Bundesrat beschlossenen zu beschliessen.
Medienmitteilung 20.10.2021 (www.ur.ch).
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Freitag, 23. Oktober 2020
Neuer Höchstwert an aktiven Covid-Fällen
Der Sonderstab Uri vermeldet eine neue Höchstzahl an aktiven Covid-Infektionen. Zurzeit gibt es im Kanton Uri 88 Fälle von positiv auf das Coronavirus getesteten Personen. 274 Personen befinden sich in Quarantäne, rund 50 davon aufgrund einer Rückreise aus einem Gebiet mit erhöhtem Infektionsrisiko. Zwei mit dem Virus infizierte Personen sind derzeit hospitalisiert. Zudem hat das Kantonsspital Uri als Unterstützung des Nachbarkantons eine Person aus dem Kanton Schwyz aufgenommen. Diese wird zurzeit auf der Intensivpflegestation behandelt.
Meldung Sonderstab Uri vom 23.10.2020 (www.ur.ch)
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Dienstag, 27. Oktober 2020
Der Regierungsrat ist gegen eine Maskenpflicht im öffentlichen Raum
Der Regierungsrat äussert sich zu Covid-Massnahmen, die vom Bund vorgeschlagen werden. Die generelle Maskenpflicht im öffentlichen Raum von Siedlungsgebieten lehnt er angesichts der ländlichen Verhältnisse ab. Was im urbanen Raum vielleicht noch Sinn mache, sei in einer ländlichen Region und Siedlungsstruktur unverhältnismässig und nicht geboten. Der Entscheid über diese einschneidende Massnahme soll von jedem Kanton individuell aufgrund der herrschenden Umstände gefällt werden können. Einen Tag später beschliesst der Bundesrat eine Maskenpflicht, die auch belebte Orte mit einschliesst.
Pressemitteilung Urner Regierungsrat vom 27.10.2020 (www.ur.ch).
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Mittwoch, 28. Oktober 2020
Der Bundesrat beschliesst weitere Massnahmen



Der Bundesrat beschliesst weitere nationale Massnahmen. Diese umfassen Einschränkungen für private Veranstaltungen und die Arbeitswelt sowie eine ausgeweitete Maskenpflicht und Schliessung von Clubs. Wo die kantonalen Massnahmen strenger sind als die nationalen, gilt es diese zu beachten. Das Verbot von Veranstaltungen und Versammlungen umfasst: Nicht mehr als 10 Personen im Freundes- und Familienkreis; keine Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen; keine Ansammlungen von mehr als 15 Personen im öffentlichen Raum (seit 19.10.). Die Regeln für Sport und Kultur besagen: Verbot sportlicher und kultureller Aktivitäten mit mehr als 15 Personen. Ausnahmen bilden Trainings und Proben von unter 16-Jährigen und im Profi-Bereich. Strengere Regeln für Kontaktsport und Chöre. Die Hochschulen haben auf Fernunterricht umzustellen. In Bars und Restaurants sind nur vier sitzende Personen pro Tisch erlaubt. Es müssen weiterhin die Kontaktdaten erhoben werden.
Die Maskenpflicht wird ausgedehnt. Neu besteht eine Maskenpflicht zusätzlich zum ÖV an Haltestellen und öffentlich zugänglichen Innenräumen. In Schulen besteht eine Maskenpflicht ab der Sekundarstufe II. Bei der Arbeit drinnen ist ebenfalls eine Maske zu tragen, ausser am Arbeitsplatz, sofern Abstand eingehalten wird. Die Maskenpflicht bezieht sich auch auf den Aussenbereich von Restaurants, Läden sowie in belebten Fussgängerzonen. Im öffentlichen Raum ist die Maske zu tragen, wenn Abstandhalten nicht möglich ist. Ausnahmen von der Maskenpflicht bestehen für Kinder unter 12 Jahren und Personen mit ärztlichem Attest.
Die Plakate wechseln von Orange auf Rot.

Pressemitteilung BAG vom 28.10.2020 (www.bag.admin.ch).
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Donnerstag, 29. Oktober 2020
Neue Massnahmen gegen Corona treten in Kraft
Ab heute gelten die neuen Corona-Massnahmen des Bundesrats. Neu muss auch in Aussenbereichen von Einrichtungen und Betrieben eine Maske getragen werden, zum Beispiel vor Restaurants oder an Weihnachtsmärkten. Ebenso gilt Maskenpflicht in belebten Fussgängerbereichen in Städten und Dörfern zu Ladenöffnungszeiten und überall dort, wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. An Schulen muss ab Sekundarstufe II eine Maske getragen werden.
Am Arbeitsplatz gilt Maskenpflicht. Es sei denn, der Abstand zwischen den Arbeitsplätzen kann eingehalten werden. Im Familien- und Freundeskreis dürfen sich noch maximal zehn Personen treffen. Bei öffentlichen Veranstaltungen gilt neu eine Obergrenze von 50 Personen. Ausgenommen von dieser Regel sind Parlaments- und Gemeindeversammlungen. Weiterhin erlaubt sind, mit Schutzmassnahmen, politische Demonstrationen und Unterschriftensammlungen für Volksinitiativen und Referenden. Discos und Tanzlokale werden schweizweit geschlossen. In Restaurants und Bars dürfen neu schweizweit höchstens vier Personen an einem Tisch sitzen. Ausnahme: Familien mit Kindern. Von 23.00 bis 6.00 Uhr gilt dort Sperrstunde. Sportliche und kulturelle Freizeitaktivitäten sind in Innenräumen mit bis zu 15 Personen nur noch erlaubt, wenn genügend Abstand eingehalten werden kann und eine Maske getragen wird. Alle Kontaktsportarten im Amateurbereich sind verboten. Ausgenommen von den Regeln sind Kinder unter 16 Jahren. Professionelle Sportler, Künstler und Chöre dürfen weiterhin proben und Auftritte absolvieren. Explizit verboten sind Proben und Auftritte von Laienchören.

UW 87, 31.10.2020, S. 3.
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Dienstag, 3. November 2020
Regierungsrat senkt Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen auf 30
Der Regierungsrat verabschiedet in Ergänzung zur Bundesgesetzgebung, ein Reglement zur Bekämpfung der Verbreitung des Coronavirus. Aufgrund der aktuellen Lagebeurteilung und in Absprache mit den übrigen Zentralschweizer Kantonen sieht sich der Regierungsrat veranlasst, zwei verschärfte Massnahmen zu beschliessen. Die maximale Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen wird von 50 auf 30 Personen gesenkt. Zudem wird eine Registrierungspflicht mittels eines geeigneten Systems für Gäste von Gastronomiebetrieben und Veranstaltungen eingeführt. Sämtliche Massnahmen des Regierungsrats sind bis zum 30. November 2020 befristet.
Pressemitteilung des Regierungsrates vom 03.11.2020 (www.ur.ch).
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Dienstag, 3. November 2020
Kanton Uri senkt die Obergrenze für Veranstaltungen
Der Regierungsrat verabschiedet in Ergänzung zur Bundesgesetzgebung ein Reglement zur Bekämpfung der Verbreitung des Coronavirus. Aufgrund der aktuellen Lagebeurteilung und in Absprache mit den übrigen Zentralschweizer Kantonen beschliesst der Regierungsrat zwei verschärfte Massnahmen. Ab kommendem Freitag wird die maximale Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen von 50 auf 30 Personen gesenkt. Zudem wird eine Registrierungspflicht mittels eines geeigneten Systems für Gäste von Gastronomiebetrieben und Veranstaltungen eingeführt. Damit soll sichergestellt werden, dass die Kontaktdaten unverzüglich in elektronischer Form zwecks Identifizierung und Benachrichtigung ansteckungsverdächtiger Personen ans Contact- Tracing weitergeleitet werden können. Weiter haben Gastronomiebetreiber nebst den Personalien und Kontaktangaben der Gäste auch deren Zeitpunkt des Ein- und Austritts zu erfassen. Sämtliche Massnahmen des Regierungsrats sind bis zum 30. November befristet.
UW 88, 04.11.2020, S. 1.
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Mittwoch, 11. November 2020
In der Corona-Pandemie das Emotionen-Alphabet
Das «Urner Wochenblatt» unterstützt die Kampagne der Gesundheitsförderung Uri, die psychische Gesundheit der Bevölkerung zu stärken und veröffentlicht in 26 Zeitungsausgaben das Emotionen-Alphabet. Mit «A wie "ausgebrannt"!» ist die erste Folge betitelt. «Sprich über Gefühle», lautet ein Tipp zur psychischen Gesundheit während der aktuellen Corona-Pandemie.
UW 90,11.11.2020. S. 11.
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Sonntag, 15. November 2020
Alters- und Pflegeheim «Rosenberg» ist massiv von Covid-19 betroffen
Der kantonale Sonderstab vermeldet eine Häufung von Corona-Fällen im Alters- und Pflegezentrum Rosenberg in Altdorf. Nachdem 30 Bewohnerinnen und Bewohner sowie vermehrt auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter positiv getestet wurden, veranlasst der Kantonsarzt umfassende Tests. 60 Bewohnerinnen und Bewohner sowie 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind positiv getestet worden. Da zusätzlich auch noch viele Mitarbeiter in Quarantäne sind, stellt dies den «Rosenberg» vor eine schwierige Situation. Weil viele Kadermitarbeitende betroffen sind, hat die Gemeinde Führungsunterstützung geleistet. Es ist gelungen, temporäres Hilfspersonal zu finden, sodass die Pflege vollauf sichergestellt ist.
UW 93, 21.11.2020, S. 7.
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Mittwoch, 18. November 2020
Mehrere Bewohner und Mitarbeiter sind im «Rosenberg» angesteckt
Im Alters- und Pflegeheim Rosenberg (APH) in Altdorf haben sich in den vergangenen Tagen rund 30 Bewohner mit dem Coronavirus angesteckt. Über das Wochenende erhalten auch mehrere Angestellte, die sich aufgrund von Krankheitssymptomen testen liessen, positive Befunde. Daraufhin ordnet der Kantonsarzt an, dass sich alle Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Mitarbeitenden des APH Rosenberg einem Corona-Test unterziehen müssen. Als Sofortmassnahme schränkt die Heimleitung die Besuchs- und Ausgangsregelungen für das Alters- und Pflegeheim Rosenberg stark ein. So sind Besuche vorübergehend nur noch in eng definierten Ausnahmefällen möglich.
UW 92, 18.11.2020, S. 1, 7.
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Samstag, 21. November 2020
Videobotschaft von Kantonsarzt Jürg Bollhalder
Als Urner Kantonsarzt ist Dr. med. Jürg Bollhalder seit Ausbruch der Corona-Pandemie an vorderster Front im Einsatz im stetigen Kampf gegen steigende Fallzahlen. In der aktuellen Folge der Videobotschaften des Kantons wendet er sich an die Bevölkerung: «In meiner täglichen Arbeit sehe ich, wie sich viele Menschen aus dem Gesundheitsbereich und auch Freiwillige einsetzen und ihre persönlichen Interessen zurückstellen. Ihnen allen möchte ich meinen herzlichen Dank aussprechen.» Im Video dankt Jürg Bollhalder aber auch den Urnerinnen und Urnern «für das Verständnis und die gelebte Solidarität – es wird uns nur mit allen im Boot gelingen, die Situation zu überstehen. Jeder Einzelne von uns hat es in der Hand, die empfohlenen Massnahmen umzusetzen und damit einen wichtigen Beitrag zu leisten».
UW 94, 25.11.2020, S. 3.
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Samstag, 28. November 2020
Behörden verzichten auf Teilnahme – Aktionskomitee kritisiert Absage
Der Regierungsrat und die Vertreterinnen und Vertreter des Sonderstabs Covid-19 verzichten auf die Teilnahme an einem Podium. Ein «Aktionsbündnis Urkantone für eine vernünftige Corona-Politik» hat eine entsprechende Delegation auf die Teilnehmerliste einer Podiumsdiskussion gesetzt. Der Regierungsrat hat die Teilnahme eines Mitglieds zugesagt, sofern die Veranstalter ein Corona-konformes Schutzkonzept vorlegen und dieses am Anlass auch einhalten würde. Zudem ist der Regierungsrat von einem ausgewogenen Themenkatalog ausgegangen, der an der Veranstaltung diskutiert werden soll. Weder das eingereichte Schutzkonzept noch die zu diskutierenden Themen erfüllen nach Ansicht des Regierungsrates diese Kriterien. Der Regierungsrat ist gerne bereit zum Dialog, sofern der Austausch im Rahmen von klar definierten Regeln erfolge und beide Seiten ihre Standpunkte gleichberechtigt darlegen können.
Das Aktionsbündnis Urkantone bedauert die Absage sehr. Das Aktionsbündnis Urkantone will nun alle Landräte mit einer Einladung anschreiben, die offenen zwei Plätze zu besetzen.

UW 94, 25.11.2020, S. 13.
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Freitag, 11. Dezember 2020
Bundesrat verstärkt Massnahmen
Der Bundesrat verstärkt ide Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Für Restaurants und Bars, Läden und Märkte, Museen und Bibliotheken sowie Sport- und Freizeitanlagen gilt ab morgen eine Sperrstunde ab 19 Uhr. Sie müssen mit Ausnahme von Restaurants und Bars auch an Sonn- und Feiertagen geschlossen bleiben. Kantone mit günstiger epidemiologischer Entwicklung können die Sperrstunde bis auf 23 Uhr ausweiten. Veranstaltungen sind mit bestimmten Ausnahmen verboten, sportliche und kulturelle Aktivitäten sind nur noch in Gruppen bis fünf Personen erlaubt.
www.admin.ch (11.12.2020)
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Freitag, 18. Dezember 2020
Bundesrat verschärft Covi-Schutzmassnahmen
Der Bundesrat gibt die neuen verschärften Schutzmassnahmen bekannt. Die neuen Regeln gelten ab kommendem Dienstag: Restaurants dürfen keine Gäste mehr bedienen. Offen bleiben dürfen nur Betriebskantinen, Schulkantinen in obligatorischen Schulen sowie Restaurants in Hotels. Take-away-Angebote und Lieferdienste bleiben erlaubt.
Sportbetriebe müssen schliessen. Im Freien darf Sport in Gruppen bis maximal fünf Personen weiterhin getrieben werden. Profispiele können ohne Zuschauerinnen und Zuschauer weiterhin stattfinden.
Museen, Kinos, Bibliotheken, Casinos, botanische Gärten und Zoos sowie andere Kultur- und Freizeiteinrichtungen müssen schliessen. Kulturelle Aktivitäten bleiben in Kleingruppen möglich. Veranstaltungen mit Publikum bleiben verboten.
Die Anzahl Personen, die sich gleichzeitig in Einkaufsläden aufhalten dürfen, wird weiter eingeschränkt. Die Läden müssen zwischen 19 Uhr und 6 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen geschlossen bleiben.
Kantone mit günstiger epidemiologischen Entwicklung können Erleichterungen beschliessen, etwa das Öffnen von Restaurants und Sporteinrichtungen. Massgebend sind hier insbesondere eine Reproduktionszahl, die unter 1, sowie eine 7-Tages-Inzidenz, die unter dem schweizerischen Durchschnitt liegen muss.
Die Bevölkerung wird dazu aufgefordert, zu Hause zu bleiben. Die Menschen sollen ihre sozialen Kontakte auf ein Minimum beschränken sowie auf nicht-notwendige Reisen und auf Ausflüge zu verzichten.
Für die Skilifte und Bergbahnen bleiben weiterhin die Kantone zuständig. Für den Betrieb gelten aber strenge Voraussetzungen: Die epidemiologische Lage muss den Betrieb erlauben und in den Spitälern, beim Contact Tracing sowie beim Testen müssen ausreichende Kapazitäten sichergestellt sein. Auch müssen strenge Schutzkonzepte vorliegen und deren Umsetzung sichergestellt werden. Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt, darf ein Kanton keine Bewilligung erteilen. Die Massnahmen sind befristet auf den 22. Januar 2021. Sollte sich die Corona-Lage in der Schweiz verschlechtern, will der Bundesrat rasch weitere Massnahmen ergreifen können.

www.bag.admin.ch (18.12.2020)
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Sonntag, 3. Januar 2021
R-Wert und Mutationen
Die Kantone Neuenburg, Waadt und Wallis müssen ihre Ausnahmen aufheben. Überschreitet die Reproduktionszahl jedoch während dreier Tage die Marke von 1,0, so müssen dir Ausnahmen rückgängig gemacht werden. In Uri betrug der R-Wert am 20. Dezember 1,14. Es zeigen sich zudem neue Fälle der Coronavirus-Mutation aus Grossbritannien.
UW 1, 05.01.2021, S. 9.
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Montag, 4. Januar 2021
Impfstart im Kanton Uri
Das Impfzentrum des Kantonsspitals Uri geht als Erstes in Betrieb. Der 80-jährige Altdorfer Max Clapasson erhält als erster Urner die Impfspritze gegen das Coronavirus und steht damit Pate für den Impfstart im Kanton Uri. Rund 1000 Impfdosen des Herstellers Biontech/Pfizer stehen für den Januar zur Verfügung. Weitere Impfstoffe werden in Kürze erwartet. Im Weiteren werden ein mobiles Impfteam des Kantonsspitals und einzelne Hausarztpraxen unterwegs sein, um vorwiegend Personen in Alters- und Pflegeheimen zu impfen. Nach den besonders gefährdeten Personen soll Gesundheitspersonal mit Patientenkontakt geimpft werden, bevor nach und nach alle Impfwilligen an die Reihe kommen. Der Kanton Uri rechnet damit, dass in den kommenden zwei Wochen rund tausend Impfung durchgeführt werden können.
Mitteilung Sonderstab Covid-19 vom 04.01.2021 (www.ur.ch); UW 1, 05.01.2021, S. 1.
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Samstag, 9. Januar 2021
Corona-Massnahmengegner versammeln sich in Altdorf
Über 1’000 Personen treffen sich in der Zentralschweiz, um ihren Unmut gegen die Corona-Massnahmen zu äussern. Reden von der Kundgebung in Schwyz wurden nach Stans, Sarnen und Altdorf übertragen. Die Versammlungen verlaufen friedlich. Zu den vier bewilligten Kundgebungen aufgerufen hat das «Aktionsbündnis Urkantone für eine vernünftige Corona-Politik». Mehrere Redner äussern sich während 2 Stunden zum Thema – vom ehemaligen Schwyzer Regierungsrat René Bünter (SVP) bis zum Muotathaler «Wetterschmöcker» Martin Holdener und der Thurgauer SP-Kantonsrätin Barbara Müller. Mit Lehrerin Prisca Würgler und Hausarzt Gianmarco Sala sind auch eine Urnerin und ein Urner am Rednerpult vertreten. Auf dem Lehnplatz in Altdorf versammeln sich laut Urner Kantonspolizei 220 Personen.
UW 03, 13.01.2021, S. 2.
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Dienstag, 12. Januar 2021
Regierungsrat fordert sofortige Unterstützung des Bundes für geschlossene Betriebe
Der Bundesrat hat die Kantone zur Stellungnahme zu den vorgeschlagenen Covid Massnahmen eingeladen. Die Antworten der Kantone werden durch die Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK) koordiniert und dem Bundesrat als konsolidierte Stellungnahme unterbreitet.
Dem Urner Regierungsrat ist bewusst, dass die Lage angespannt ist und dass dies rasche Entscheide verlangt. Er weist aber auch darauf hin, dass die Massahmen für die Menschen in unserem Land, für die Gesellschaft als Ganzes und für die Wirtschaft nachvollziehbar und verkraftbar sein müssen. Nur so würden sie mitgetragen und umgesetzt.
Der Bundesrat wird aufgefordert, diese für das Zusammenleben essenziellen Aspekte bei seinen Entscheiden gebührend zu gewichten.
Der Regierungsrat erachtet die Verlängerung der nationalen Massnahmen bis Ende Februar als zu lange und nur in Kombination mit einer sofortigen finanziellen Unterstützung dieser Betriebe vertretbar. Besonders dringend seien dabei rasche Liquiditätshilfen.
Der Regierungsrat hält fest, dass der Skibetrieb in den Urner Wintersportorten unter klaren Schutzkonzepten sehr gut funktioniere. Dies solle auch künftig so bleiben.
Der Regierungsrat lehnt eine umfassende Verpflichtung zu Home-Office ab. Jene Unternehmen, die Home-Office ohne grosse Probleme umsetzen können, haben dies bereits freiwillig getan.
Der Regierungsrat ist zuversichtlich, dass die in den vergangenen Wochen angelaufenen Impfungen wesentlich zur Entlastung des Gesundheitswesens beitragen und den Weg zurück in die «Normalität» ebnet.

Urner Regierungsrat, Pressemitteilung vom 12.01.2021 (www.ur.ch)
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Freitag, 15. Januar 2021
Alle Altersheimbewohner geimpft
In den beiden ersten Wochen der Corona-Impfkampagne wurden in Uri rund 700 Personen geimpft. Alle impfwilligen Bewohnerinnen und Bewohner der Urner Pflegeheime haben somit die erste Impfdosis erhalten, teilt der Sonderstab Covid-19 mit.
Der Sonderstab geht davon aus, dass bis Ende Januar rund 2200 Personen gegen das Coronavirus geimpft werden können. Derzeit werden die Einwohnerinnen und Einwohner, die älter als 75 Jahre sind, sowie Erwachsene mit sehr schweren chronischen Krankheiten geimpft.

Mitteilung Sonderstab Covid-19 vom 15.01.2021 (www.ur.ch).
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Montag, 25. Januar 2021
Grippe bleibt dank Corona-Schutzmassnahmen bisher aus
Die Grippesaison in der Schweiz fällt bisher aus. Influenzaviren sind landesweit nicht feststellbar. Andere respiratorische Infektionen stehen im Vordergrund. Grund dafür dürften die Schutzmassnahmen im Zug der Covid-19-Pandemie sein. Allerdings ist die Sentinella-Überwachung derzeit wegen der Covid-19-Situation nur eingeschränkt zuverlässig. Ins Sentinella-System fliessen nur die Arztkonsultationen ein. Besuche wegen grippeähnlicher Symptome in Covid-19-Testzentren oder Spitälern sind nicht eingeschlossen. Wegen Grippeverdachts hatten die 194 Meldeärztinnen und -ärzte in der zweiten Januarwoche acht Konsultationen. Hochgerechnet ergibt das 63 Konsultationen auf 100’000 Einwohnerinnen und Einwohner.
UW 07, 27.01.2021, S. 14.
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Montag, 1. Februar 2021
IG «Eltern für Schüler ohne Maske in Uri»
Der Urner Regierungsrat sowie alle Schulleitungen in Uri erhalten Post per Einschreibebrief. Die Interessengemeinschaft «Eltern für Schülerinnen und Schüler ohne Maske in Uri» fordert den Regierungsrat in einem offenen Brief auf, die Maskenpflicht auf der Sekundarstufe I und im Kollegi per sofort aufzuheben und den Schutz von Kindern und Jugendlichen, gemäss der schweizerischen Bundesverfassung, Artikel 11, einzuhalten. Die IG weist im offenen Brief auf die «erwiesenen gesundheitsschädigenden Auswirkungen von stundenlangem Maskentragen» hin. Der Regierungsrat anerkennt die Liste nicht als rechtsgültige Petition. Die IG zeigt sich ob dieser Antwort «befremdet» und ist enttäuscht.
UW 12, 13.02.2021, S. 40.
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Freitag, 12. Februar 2021
Ein mutierter Fall im Kanton Uri
In Uri wird ein mutierter Fall von Covid-19 festgestellt. Aktuell gibt es im Kanton Uri 41 aktive Fälle von positiv auf das Coronavirus getesteten Personen. Die Kantonspolizei Uri hat in den vergangenen Tagen das fasnächtliche Treiben in Uri beobachtet und mit Augenmass kontrolliert. Die Vorschriften wurden gut eingehalten. Es mussten nur vereinzelt Fasnächtlerinnen und Fasnächtler ermahnt und auf die Vorschriften aufmerksam gemacht werden.

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Mittwoch, 17. Februar 2021
Terrassenknatsch unter den Kantonen
Der Bundesrat bekräftigt nochmals, dass auch in den Skigebieten nur Takeaway erlaubt ist – und keine Sitzgelegenheiten auf den Terrassen angeboten werden dürfen. Einmal mehr herrscht bei den Umsetzungen der Coronamassnahmen ein Kantönligeist. Die Innerschweizer Kantone mit Uri und der Kanton Graubünden hielten sich jedoch nicht daran. In diesen Kantonen ist das Essen auf der Terrasse erlaubt oder wird geduldet, in anderen sind die Aussenplätze jedoch abgesperrt. Und das soll auch weiter so bleiben. Man habe sich in der Zentralschweiz miteinander abgesprochen, sagt der Urner Gesundheitsdirektor Christian Arnold. Er rechtfertigt die Bratwurst am Tisch: «Es liegt in der Kompetenz der Kantone, den Skigebieten eine Bewilligung für den Betrieb zu erteilen. Also ist es auch rechtlich in Ordnung, wenn unter Einhaltung der betrieblichen Schutzkonzepte Sitzplätze auf den Terrassen angeboten werden.»
www.srf.ch (18.02.2021)
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Mittwoch, 17. Februar 2021
Der Bundesrat gibt erste Lockerungsschritte bekannt
Der Bundesrat gibt die ersten Lockerungsschritte in Richtung Normalität bekannt. Er folgt dabei zumindest teilweise dem öffentlichen Ruf nach mehr Freiheiten. Definitiv entscheiden will er am kommenden Mittwoch. Bundespräsident Guy Parmelin versteht, dass viele Menschen enttäuscht sein werden über die ersten Öffnungsschritte. Gesundheitsminister Alain Berset bittet die Gastrobranche um Geduld. In Restaurants seien viele für längere Zeit beisammen, das erhöhe das Infektionsrisiko. Der Bundesrat kommentiert die ersten Lockerungen als «vorsichtigen Öffnungsschritt».
UW 14, 20.02.2021, S. 7.
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Freitag, 26. Februar 2021
Uri gibt im Terrassenstreit klein bei
Seit Jahresbeginn war es im Kanton Uri den Betreiberinnen und Betreibern von Take-away-Betrieben in Skigebieten erlaubt, Sitzplätze im Aussenbereich anzubieten. Dies im Rahmen der vom Kanton erteilten Betriebsbewilligung. Dort konnten die Gäste ihre erworbenen Speisen und Getränke im Aussenbereich der Gastrobetriebe konsumieren. Dabei war ein Schutzkonzept einzuhalten. Diese Praxis wurde vom Kanton, den Tourismusorganisationen und von Gemeinden begleitet und kontrolliert. In den vergangenen Tagen hat der Bundesrat die Kantone mehrmals angehalten, die Regelung für Take-away-Betriebe in den Skigebieten nach seiner Auslegung einzuhalten. Gleichzeitig hat der Bundesrat die mögliche Öffnung zumindest von Aussenbereichen von Gastronomiebetrieben auf den 22. März in Aussicht gestellt. Der Regierungsrat beschliesst, der Aufforderung des Bundesrats stattzugeben und eine Anpassung vorzunehmen. Somit ist es ab morgen, 27. Februar, auf dem ganzen Kantonsgebiet nicht gestattet, Tische und Sitzgelegenheiten im Aussenbereich von Take-away-Betrieben anzubieten.
UW 16, 27.02.2021, S. 3.
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Montag, 1. März 2021
Erste Lockerungsschritte treten in Kraft
Alle Läden, Museen, Lesesäle und Bibliotheken mit Kapazitätsbeschränkungen sowie Maskenpflicht und Abstandsregeln dürfen wieder öffnen. Hinzu kommen Freizeit- und Unterhaltungseinrichtungen im Aussenbereich wie Zoos, botanische Gärten oder Erlebnisparks. Auch Sportanlagen wie Kunsteisbahnen, Tennis- und Fussballplätze oder Leichtathletikstadien dürfen unter Auflagen offen sein. Wettkämpfe und Veranstaltungen im Erwachsenen-Breitensport bleiben jedoch verboten. Die Erleichterungen für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre möchte der Bundesrat bis auf 18-Jährige ausdehnen.
UW 14, 20.02.2021, S. 7.
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Montag, 1. März 2021
Die Urner Geschäfte sind wieder geöffnet
Seit heute sind schweizweit Läden und ein Teil der Freizeiteinrichtungen nach der sechswöchigen, coronabedingten Schliessung wieder geöffnet. Der grosse Ansturm bleibt in Uri zwar aus, Warteschlangen vor den Geschäften gibt es keine. Es besteht jedoch eine Maskenpflicht.
UW 18, 06.03.2021, S. 9.
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Donnerstag, 25. März 2021
Keine Bewilligung für Corona-Kundgebung
Die Urner Sicherheitsdirektion gibt keine Bewilligung für die am 10. April geplante Kundgebung des Aktionsbündnis Urkantone «Schluss mit dem Corona-Notrecht – Nein zum Covid- 19-Gesetz». Die Kundgebung berge aber eine hohe Infektionsgefahr. Jüngste Corona-Kundgebungen hätten gezeigt, dass nur eine Minderheit der Teilnehmenden die Maskentragpflicht einhalte. Auch habe noch kein detailliertes Verkehrs- und Parkkonzept vorgelegen. Das Aktionsbündnis Urkantone will gegen das Verbot Beschwerde erheben. Durch das Verbot werde den Kritikern des Covid-19-Gesetzes die Möglichkeit zur Information der Öffentlichkeit eingeschränkt.
UW 24, 27.03.2021, S. 1, 3.
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Freitag, 26. März 2021
Regierungsrat erlässt neues Covid-Reglement zur Bekämpfung
Zur Bekämpfung der Verbreitung des Coronavirus erlässt der Regierungsrat erneut ein Reglement zur Bekämpfung der Verbreitung des Coronavirus (kantonales COVID-Reglement; RB 30.2217).
www.ur.ch
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Dienstag, 6. April 2021
Täglich zwischen zehn und 30 neue Fälle
Seit zwei Wochen steigen die Fallzahlen im Kanton Uri wieder deutlich an. Aktuell gibt es im Kanton Uri 191 aktive Fälle von positiv auf das Coronavirus getesteten Personen. 267 Kontaktpersonen befinden sich in Quarantäne. Zehn mit dem Virus infizierte Personen sind derzeit hospitalisiert. Die Zahl der Todesfälle liegt bei 40 Verstorbenen seit Beginn der Pandemie. Für diesen erneuten Anstieg gibt es keine konkrete Erklärung. Die Zunahme der Fallzahlen ist nicht auf die flächendeckenden Tests zurückzuführen. Es sind viele kleinere Herde mit zwischen zehn bis 30 neuen Fällen pro Tag aufgetreten ohne nachvollziehbares Ansteckungsmuster oder Zusammenhang mit anderen Ansteckungen. Bei diesen handelt es sich grösstenteils um die deutlich ansteckendere britische Virusmutation.
UW 27, 07.04.2021, S. 3.
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Freitag, 9. April 2021
Symbolträchtiger Apfelbaum gepflanzt
Auf dem neu gestalteten Spielplatz der Stiftung Behindertenbetriebe in Schattdorf (SBU) findet eine besondere Baumpflanzaktion statt. An der Bundesfeier auf dem Rütli im vergangenen Jahr ehrte Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga je eine Frau und einen Mann aus allen 26 Kantonen sowie aus der «Fünften Schweiz» für ihren Einsatz während des Corona-Lockdowns. Die 54 Personen erhielten stellvertretend für all jene, die sich speziell für andere Menschen und für die Gesellschaft engagierten, einen jungen Apfelbaum als Geschenk. Dieser wird nun gepflanzt.
UW 30, 17.04.2021, S. 28.
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Samstag, 10. April 2021
Unerlaubte Corona-Demonstration in Altdorf
Die Organisatoren haben aufgrund des regierungsrätlichen Verbots die Kundgebung zwar abgesagt, demonstriert wird aber trotzdem. Rund 500, vorwiegend auswärtige, Personen versammeln sich in Altdorf, um gegen die Corona-Massnahmen zu demonstrieren. Mit einem Grossaufgebot ist auch die Polizei vor Ort. Die Versammlung auf dem Rathausplatz kann sie jedoch nicht verhindern. Insgesamt bleibt die Kundgebung friedlich, die Polizei setzt kurzzeitig Pfefferspray ein. Am Nachmittag löst sich die Menschenansammlung auf, wobei sich viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf den Bauernhof By Herger zurückziehen, wo die Veranstaltung ursprünglich hätte stattfinden sollen.
UW 29, 14.04.2021, S. 1, 4.
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Sonntag, 11. April 2021
Regierungsrat ergänzt Covid-Reglement mit Bestimmungen zur Schule
Der Regierungsrat ergänzt das Covid-Reglement mit zusätzlichen Massnahmen im Bildungsbereich.
www.ur.ch
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Montag, 12. April 2021
Regierungsrat beschliesst zusätzliche Massnahmen gegen Corona
Der Urner Regierungsrat reagier auf die hohen Fallzahlen im Kanton Uri und gibt zusätzliche Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus im Kanton Uri bekannt. Die Regierung hat diverse mögliche Verschärfungen geprüft und beschreitet mit den beschlossenen Massnahmen einen Mittelweg: Mehr Tests in den Schulen, vorzeitiges Saisonende am Gemsstock, verschobene Operationen im Spital.
UW 29, 14.04.2021, S. 1, 11.
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Montag, 19. April 2021
Bundesrat wagt zweiten grossen Öffnungsschritt trotz fragiler Lage
Trotz «fragiler Lage» vollzieht der Bundesrat den zweiten grösseren Öffnungsschritt in der Corona-Krise. Obwohl vier von fünf Richtwerten für Lockerungen derzeit nicht erfüllt sind, können Terrassen von Restaurants und Bars, Kinos und Fitnesszentren wieder öffnen. Wieder erlaubt sind auch Sport in Innenräumen, Kultur- und Sportveranstaltungen sowie Präsenzunterricht an den Universitäten. Maximal 100 Personen dürfen draussen eine Veranstaltung besuchen, in Innenräumen sind es maximal 50 Personen, also im Kino, Konzert oder Theater. Weiterhin gelten Maskenpflicht, Abstand halten und Hände waschen und desinfizieren sowie rigorose Schutzkonzepte. Bis auf Weiteres geschlossen bleiben müssen die Innenbereiche von Restaurants, Wellnessanlagen und Freizeitbädern sowie Diskotheken und Tanzlokale. Sportarten mit Körperkontakt sind in Innenräumen weiterhin nicht erlaubt. Auch die Homeoffice-Pflicht hat der Bundesrat vorderhand belassen.
UW 30, 17.04.2021, S. 1, 11.
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Montag, 19. April 2021
Zusätzliche Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus an den Urner Schulen
Am 12. April hat der Regierungsrat zusätzliche Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus im Kanton Uri beschlossen. Dazu gehört, dass die Schulen der Sekundarstufe I (Oberstufe) und der Sekundarstufe II (Obergymnasium sowie Berufs- und Weiterbildungszentrum Uri) den Kindern und Jugendlichen sowie den Lehrpersonen und dem weiteren Schulpersonal einmal pro Woche einen Covid-19-Speicheltest anbieten müssen. Die gezielte und repetitive Testung von symptomlosen Personen in den Schulen ist eine Ergänzung zur bestehenden Testung symptomatischer Personen. Damit lassen sich infizierte Personen frühzeitig identifizieren. Infektionsketten können so zeitnah unterbrochen und Ausbrüche verhindert werden.
UW 31, 21.04.2021, S. 2.
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Dienstag, 27. April 2021
Regierungsrat verlängert Covid-Reglement
Der Regierungsrat verlängert die Gültigkeit des Covid-Reglements bis zum 30. Mai.
www.ur.ch
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Montag, 3. Mai 2021
Im Kantonsspital wird an sieben Tagen in der Woche geimpft
Aktuell gibt es im Kanton Uri 238 aktive Fälle von positiv auf das Coronavirus getesteten Personen. 320 Kontaktpersonen befinden sich in Quarantäne. Acht mit dem Virus infizierte Personen sind hospitalisiert. im Kanton Uri sind bisher 12’607 Impfungen durchgeführt worden. 7’596 Urnerinnen und Urner erhielten ihre erste und 5’011 bereits die zweite Impfdosis.
UW 34, 01.05.2021, S. 2.
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Mittwoch, 12. Mai 2021
Neue Covid-Lockerungen
Der Bundesrat kündigt Lockerungen der Corona-Schutzmassnahmen an. Allerdings sollen diese erst per Ende Mai gelten. Vorstellbar sind unter anderem, dass die Gastronomie auch ihre Innenräume wieder öffnen und Gäste bewirten darf. Allerdings weiter unter strengen Schutzmassnahmen und Abstandsregeln.
UW 38, 15.05.2021, S. 1, 5.
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Dienstag, 25. Mai 2021
Kantonales Reglement zur Bekämpfung der Verbreitung des Coronavirus gilt bis Ende Schuljahr
Der Regierungsrat verlängert das kantonale COVID-19-Reglement bis Ende des Schuljahrs 2020/2021. Somit gilt die Maskenpflicht für Kinder, Jugendliche und Lehrpersonen in der Oberstufe bis Ende des Schuljahrs. Ebenfalls müssen die Schulen ab der Oberstufe der Schülerschaft und Lehrpersonen wöchentlich einen Speicheltest anbieten. Im Weiteren bleiben im Kanton Uri politische und zivilgesellschaftliche Kundgebungen von mehr als 300 Personen verboten.
www.ur.ch (Mitteilung des Regierungsrates vom 25.05.2021)
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Samstag, 19. Juni 2021
Regierungsrat möchte weiter öffnen als Bundesrat
Der Regierungsrat nimmt zuhanden des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI) zum beabsichtigten fünften Öffnungsschritt im Rahmen der Corona-Pandemie Stellung. Der Regierungsrat unterstützt die vorgeschlagenen Lockerungsschritte. Teilweise geht er gar über die Vorschläge des Bundes hinaus. So unterstützt er das Vorhaben, dass in Innenbereichen von Restaurants künftig sechs Personen an einem Tisch sitzen dürfen. Ebenfalls begrüsst er die Aufhebung der Beschränkung der Grösse der Gästegruppen und die Aufhebung der Sitzpflicht bei Konsumation im Aussenbereich. Für Veranstaltungen mit Sitzplatzpflicht sei die maximale Kapazitätsauslastung auf zwei Drittel, statt wie vom Bundesrat vorgeschlagen auf die Hälfte, festzulegen. Dies ist epidemiologisch vertretbar und dient der Wirtschaftlichkeit für die arg gebeutelte Veranstaltungsbranche. Für die privaten Veranstaltungen sind die gleichen Obergrenzen vorzusehen wie für allgemeine Veranstaltungen. Da Kontrollen der privaten Veranstaltungen kaum praktikabel sind, sollten hier in erster Linie Selbst- und Eigenverantwortung zu Tragen kommen.
UW 48, 19.06.2021, S. 2.
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Mittwoch, 30. Juni 2021
Härtefallprogramm endet
Seit Juni 2020 wurden im Kanton Uri Härtefallbeiträge an Unternehmen und Selbstständigerwerbende ausgerichtet, die von der Corona-Pandemie besonders stark betroffen und dadurch in eine betriebs- oder existenzbedrohende Situation geraten sind. In zwei Programmphasen wurden bis Mitte Juni 2021 über 10 Millionen Franken an Härtefallhilfen ausbezahlt. Aufgrund der gesetzlichen Befristung der Härtefallregelung und im Zuge der allgemeinen Entspannung der Wirtschaftslage wiird die zweite Phase des Covid-19-Härtefallprogramms per Ende Juni beendet. Ebenfalls wird die Sonderregelung, nach der seit November 2020 an die Gastronomie monatlich Härtefallbeiträge ausbezahlt wurden, per Ende Mai 2021 beendet. Die weitere Entwicklung der epidemiologischen und wirtschaftlichen Lage wird jedoch genau beobachtet, um allenfalls die Vorbereitung einer dritten Phase des Härtefallprogramms rechtzeitig aufzunehmen. In Phase eins des Härtefallprogramms von Juni 2020 bis Oktober 2020 hat der Regierungsrat insgesamt 447’000 Franken an 21 Unternehmen oder Institutionen ausbezahlt. Die Beiträge wurden vollumfänglich aus Kantonsmitteln geleistet. Im Dezember 2020 hat der Regierungsrat eine zweite Phase lanciert, die mit der Zustimmung des Landrats zum Covid-19-Härtefallerlass rechtskräftig wurde. In Phase zwei wurden bis Mitte Juni 2021 rund 9,9 Millionen Franken an 154 Urner Betriebe ausbezahlt, wovon 2,3 Millionen Franken oder 23,2 Prozent zulasten des Kantons und 7,6 Millionen Franken oder 76,8 Prozent Franken zulasten des Bundes gehen. Der Kantonsanteil an den bisher ausbezahlten Härtefallbeiträgen beträgt somit rund 2,75 Millionen Franken. Mit der Öffnung der Aussenterrassen per 19. April, der Innenräume per 31. Mai und der Aufhebung der Sperrstunde können auch die Gastronomiebetriebe – trotz einiger weiterhin bestehender Einschränkungen – wieder substanzielle Umsätze erwirtschaften. Zudem sind eine steigende kundenseitige Nachfrage und ein Nachholeffekt in der Gastronomie zu beobachten.
UW 48, 19.06.2021, S. 2.
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ABSTIMMUNGEN ZUR GESUNDHEIT

Datum Titel E/K UR CH
26.10.1890 Bundesbeschluss betreffend Ergänzung der Bundesverfassung vom 29. Mai 1874 durch einen Zusatz bezüglich des Gesetzgebungsrechtes über Unfall- und Krankenversicherung E Ja Ja
20.05.1900 Bundesgesetz betreffend die Kranken- und Unfallversicherung E Nein Nein
25.10.1903 Kleinhandel mit geistigen Getränken (Alkoholartikel) E Nein Nein
04.02.1912 Bundesgesetz betreffend die Kranken- und Unfallversicherung E Ja Ja
04.05.1913 Bekämpfung menschlicher und tierischer Krankheiten E Ja Ja
06.12.1931 Bundesgesetz über die Besteuerung des Tabaks E Nein Nein
22.05.1949 Ergänzung des Gesetzes über Massnahmen gegen die Tuberkulose E Nein Nein
05.10.1952 Fiskalische Belastung des Tabaks E Ja Ja
16.10.1966 Bekämpfung des Alkoholismus E Nein Nein
07.05.1967 Einführungsgesetz zum Bundesgesetz über die Kranken- und Unfallversicherung K Ja -
19.05.1968 Tabakbesteuerung E Nein Nein
23.03.1969 Abänderung von Art. 12 EG zum Kranken- und Unfallversicherungsgesetz (KUVG) K Ja -
27.09.1970 Gesetz über das Gesundheitswesen K Ja -
08.12.1974 Gegenvorschlag: Soziale Krankenversicherung E Nein Nein
08.12.1974 Soziale Krankenversicherung E Nein Nein
03.12.1978 Spitalgesetz K Ja -
18.02.1979 Suchtmittelreklame E Nein Nein
10.03.1985 Aufhebung der Beitragspflicht des Bundes im Gesundheitswesen E Nein Ja
06.12.1987 Kranken- und Mutterschaftsversicherung E Nein Nein
08.12.1991 Kredit für den Um- und Erweiterungsbau des Kantonsspitals Uri K Ja -
16.02.1992 Für eine finanziell tragbare Krankenversicherung (Krankenkasseninitiative) E Ja Nein
26.09.1993 Befristete Massnahmen gegen die Kostensteigerung in der Krankenversicherung E Ja Ja
28.11.1993 Zur Verminderung der Alkoholprobleme E Nein Nein
28.11.1993 Zur Verminderung der Tabakprobleme E Nein Nein
28.11.1993 Änderung des Gesetzes über das Kantonsspital K Ja -
25.09.1994 Änderung des Gesetzes über das Gesundheitswesen K Ja -
04.12.1994 Für eine gesunde Krankenversicherung E Nein Nein
04.12.1994 Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG) E Ja Ja
10.03.1996 Aufhebung des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über die Kranken- und Unfallversicherung K Ja -
28.09.1997 Jugend ohne Drogen E Nein Nein
29.11.1998 Für eine vernünftige Drogenpolitik E Nein  
07.02.1999 Verfassungsbestimmung über die Transplantationsmedizin E Ja Ja
13.06.1999 Ärztliche Verschreibung von Heroin E Ja Ja
12.03.2000 Gesetz über das Kantonsspital Uri (KSG) K Ja -
21.05.2000 Änderung der Kantonsverfassung (Wahl des Spitalrates) K Ja -
26.11.2000 Für tiefere Spitalkosten E Nein Nein
04.03.2001 Für tiefere Arzneimittelpreise E Nein Nein
09.02.2003 Bundesgesetz über die Anpassung der kantonalen Beiträge für die innerkantonalen stationären Behandlungen E Ja Ja
18.05.2003 Volksinitiative "Gesundheit muss bezahlbar bleiben (Gesundheitsinitiative)" E Nein Nein
11.03.2007 Volksinitiative "Für eine soziale Einheitskrankenkasse" E Nein Nein
01.06.2008 Gesundheitsgesetz K Ja -
01.06.2008 Verfassungsartikel "Für Qualität und Wirtschaftlichkeit in der Krankenversicherung" (Gegenentwurf zu der zurückgezogenen Volksinitiative "Für tiefere Krankenkassenprämien in der Grundversicherung") E Nein Nein
30.11.2008 Änderung des Bundesgesetzes über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe (Betäubungsmittelgesetz) E Ja Ja
17.05.2009 Änderung des Gesundheitsgesetzes K Nein -
17.05.2009 Gegenentwurf zur zurückgezogenen Volksinitiative "Ja zur Komplementärmedizin" E Ja Ja
26.09.2010 Gesetz über die Langzeitpflege K Ja -
17.06.2012 Änderung des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG) (Managed Care) E Nein Nein
23.09.2012 Volksinitiative "Schutz vor Passivrauchen" E Nein Nein
22.09.2013 Bundesgesetz über die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten des Menschen (Epidemiengesetz, EpG) E Nein Ja
18.05.2014 Bundesbeschluss über die medizinische Grundversorgung E Ja Ja
28.09.2014 Kreditbeschluss für die Planung des Um- und Neubaus des Kantonsspitals Uri in der Höhe von 3,0 Mio. Franken K Ja  
28.09.2014 Volksinitiative "Für eine öffentliche Krankenkasse" E Nein Nein
05.06.2016 Änderung des Gesundheitsgesetzes (Förderung der medizinischen Grundversorgung) K Ja -
05.06.2016 Änderung des Bundesgesetzes über die medizinisch unterstützte Fortpflanzung (Fortpflanzungsmedizingesetz, FMedG) E Ja Ja
24.09.2017 Gesetz über das Kantonsspital Uri K Ja -
24.09.2017 Kredit für den Um- und Neubau des Kantonsspitals Uri K Ja -

URNER RECHTSQUELLEN

Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
LB I Art. 219
Pflichten des Sanitätsrats
Gesundheitswesen (Sanitätswesen), Sanitätspersonal
Gesetzestext
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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
LB I Art. 220
Jahresgehalt für Hebammen
Gesundheitswesen (Sanitätswesen), Hebammenwesen
Gesetzestext
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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
LB I Art. 221
Verordnung über die Beerdigung der Verstorbenen
Gesundheitswesen (Sanitätswesen), Sanitätspolizei
Gesetzestext
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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
LB I Art. 222
Visa und Reperta
Gesundheitswesen (Sanitätswesen), Sanitätspolizei
Gesetzestext
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Kantonale Gesetze, 1892-1958 (Fortsetzung des Landbuches)
LB 8 S. 243-256
Gesetz über das Sanitätswesen
Gesundheitswesen (Sanitätswesen), Allgemeines
Gesetzestext
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Kantonale Gesetze, 1892-1958 (Fortsetzung des Landbuches)
LB 10 S. 140-153
Vollziehungsverordnung zum Bundesgesetz betreffend Mahnahmen gegen die Tuberkulose.
Gesundheitswesen (Sanitätswesen), Epidemien
Gesetzestext
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GESUNDHEIT

Allgemeines
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Sucht und Prävention
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Spitäler in Uri
Kantonsspital Uri
Sanitätspersonal
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Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 25.10.2020