Urner Ereignisse an einem bestimmten Tag
Mittwoch, 14. April 2010
Turningator - Ruag präsentiert eine Weltneuheit
So etwas hat es bisher noch nie gegeben: Ruag Technology hat eine Maschine zur Revision von Turbinen entwickelt. Eine grosse Entwicklung - auch für den Standort Altdorf.
«Hier kommt der Turningator», steht in der typischen blauen Schrift auf einem Lastwagen, daneben in grossen Buchstaben: «Ruag». Es ist eine Weltneuheit. Und entwickelt wurde sie in Altdorf. «Wir haben das modernste und fortschrittlichste mobile CNC-Bearbeitungszentrum der Welt entwickelt», betont Daniel Erni, Marketingmanager bei Ruag Technology. Im vergangenen Herbst hatte die Firma ihre Neuheit zum ersten Mal an der Maschinen- und Komponentenmesse in Mailand vorgestellt. Am Mittwoch, 14. April, konnte die Maschine nun auch in Altdorf bestaunt werden. Doch was kann diese etwas unscheinbare, längliche Maschine überhaupt? Zum Einsatz soll sie beispielsweise in Wasserkraftwerken, Windkraftanlagen, Pipelines oder im Schiffsbau gelangen. Der Turningator wird bei Unterhaltsarbeiten an Turbinen oder bei der Fabrikation von Grossteilen eingesetzt. Drehen, fräsen, schleifen: Das alles tut das 1,2 Tonnen schwere Gerät - natürlich vollautomatisch und extrem präzise. «Verschiedene Arbeiten können mit nur einem Werkzeug erledigt werden. Das ist ein Quantensprung in dieser Branche», findet auch Christoph Heidenreich, Vertriebsingenieur bei der Ruag.
Ruag geht zur Kundschaft
«Entscheidend ist bei dieser Entwicklung, dass wir mobil sind. Wir gehen zur Kundschaft, nicht umgekehrt», erklärt Daniel Erni. In Containern könne die Maschine bequem transportiert werden. Das ermögliche den Kraftwerken eine viel kürzere Stillstandzeit, wodurch massive Einsparungen gemacht würden.
Während eineinhalb Jahren ist der Turningator in Uri entwickelt worden. Zum ersten Mal überhaupt konnte am Standort Schächenwald eine Maschine komplett konstruiert werden. In vorerst drei verschiedenen Grössen wird hier der Turningator von nun an auch produziert, individuell kann die Grösse auch angepasst werden. Die kleinste Ausführung kostet 1,2 Millionen Euro. Die Ruag wird aber auch selbst Revisionsarbeiten anbieten. Christoph Heidenreich rechnet damit, dass in zwei bis drei Jahren zirka 20 Turningators in Altdorf gebaut werden können. Zusätzliche Arbeitsstellen seien nicht auszuschliessen, denn es brauche auch ein spezialisiertes Team, das überall auf der Welt eingesetzt werden kann. «Der Turningator könnte eine wichtige Entwicklung für den Standort Altdorf bedeuten.» Anfragen habe man schon mehrere. Dem Turningator steht also nichts mehr im Weg.
Quellen / Literatur:
UW 29, 17.4.2010
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