Urner Ereignisse an einem bestimmten Tag
Sonntag, 17. April 1853
Lawine trifft Wohnhuas in Schwanden
Eine mächtige Lawine in seltener Grösse stürzt bei Schwanden hinter Unterschächen vom Berg ins Tal. Sie wirft viele hundert Stämme des nahe liegenden Waldes zu Boden, und zertrümmert ein hölzernes Haus, in welchem fünf elternlose Geschwister sich befinden. Ein Mädchen, das zur ersten Kommunion kam, war im unterirdischen Keller und konnte sich befreien und Hilfe holen. Die herbeigeeilten Männer konnten mit Schaufeln und Hacken nach mühevoller Arbeit drei der Verschütteten, zwei Schwestern und ein Bruder, schwer verletzt, doch lebend befreien. Der andere Bruder aber war jedoch bereits tot.
Die Bissig-Familie zählte zu den sogenannten «Bielers». Der Vater, Johann, starb fast genau ein Jahr zuvor. Die Mutter Genoveva (geb. Bricker) lag schon vier Jahre auf dem Friedhof. Die älteren Töchter, Theres (1826), Maria Anna (1830) und Katharina (1832), waren vermutlich schon auf Dienststellen. Vom Unglück betroffen waren offenbar Magdalena (1833), Anna Josefa (1841) und die Erstkommunikantin Rosa (1844). Beim verletzten Bruder muss es sich um den 23-jährigen Anton gehandelt haben, der später vom ledigen Onkel die Utzigmatte übernehmen konnte. Beim 14-jährigen Bruder, Kaspar Bissig, kam jede Hilfe zu spät. Zehn Tag später spendete die Dorfgemeinde der Familie Bissig zehn Gulden.
Quellen / Literatur:
UW 30, 17.04.2021, S. 14.
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DAS HEUTIGE DATUM
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