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Sonntag, 20. September 2026

Sonntag, 20. September 2009
Ausstellung - Besondere Einblicke in die Heimat von Samih Sawiris
Das Haus für Kunst zeigt die Heimat des ägyptischen Investors Samih Sawiris. Eine Auseinandersetzung mit dem Alltag in Kairo - jenseits von Pyramiden und Tourismus. Die Ausstellung «Im Schatten der Pyramiden» beginnt bereits vor dem Haus für Kunst: In knalligem Rosarot prangen viele grosse und kleine Satellitenschüsseln an der Fassade -Coladosen sind daran festgemacht. Neben dem Gebäude steht ein Auto. Es ist mit einem rot-weiss-karrierten Tuch überzogen. Unförmige Ausstülpungen sind am Schutzüberzug angebracht. Was im ersten Moment seltsam aussieht, zeigt den Alltag in Kairo. «Ein Riesenprojekt» nennt es Barbara Zürcher, Direktorin des Hauses für Kunst. Die neue Ausstellung ist die schweizweit die grösste dieser Art. 19 Werke von 23 Künstlerinnen und Künstlern aus Bern, Zürich, Berlin oder Genf sind ausgestellt. Am Sonntag, 20. September, wird die Ausstellung eröffnet - pünktlich zum Spatenstich des Tourismusresorts des ägyptischen Investors Samih Sawiris in einer Woche. «Wir wollen Synergien schaffen», betont Barbara Zürcher. «Es ist ein ungewohnter Einblick in die Heimat von Samih Sawiris.» Das Fremde entdecken Ein Blick in den Alltag von Kairo – jenseits von Pyramiden, Touristenkarawanen oder Car-Rundreisen. Die Künstlerinnen und Künstler konnten dank Pro Helvetia und der Konferenz der Schweizer Städte für Kulturfragen (KSK) einige Zeit in Ägypten verbringen. Mehrere waren monatelang in Kairo, um das Fremde zu entdecken und zu erforschen. Das Ergebnis der Arbeiten ist sehr vielseitig: Eine schillernde, vielleicht etwas kitschige Installation wurde eigens für den Raum im Haus für Kunst gefertigt. Das Kabinett «Karin steht dazu» verkörpert die Kraft visueller Alltagskultur im öffentlichen Raum Kairos. Das Werk stammt von Karin Wälchli und Guido Reichlin. «Ich hoffe, dass diese Installation einmal in Andermatt steht», so Barbara Zürcher. Ein weiteres Werk ist direkt auf die Wand gemalt. In leuchtendem Grün wuchert eine Ranke bis zur Decke. Kräftige Farben und abstrakte Formen bilden ein 6 Meter breites Wandbild, gemalt von Marianne Rinderknecht. Dafür liess sie sich von der reichen Unterwasserwelt des Toten Meeres inspirieren. Billiger Plastikstuhl und 1 Gramm Staub Für ihre Werke verwendeten einige Künstlerinnen und Künstler Materialien aus Kairo. So zum Beispiel auch San Keller: Er sammelte während 40 Tagen Staub in der ägyptischen Stadt. Mit 1 Gramm Kairo-Staub liess er dann Papier bedrucken. Kunst kann auch billig sein: So zeigt San Keller in der Ausstellung einen weissen Plastikstuhl. Das «Model Cairo» ist aber nicht nur zum Sitzen da. Der Künstler hat dazu eine Foto-Bedienungsanleitung kreiert. Darin zeigt er, wie diese billigen Plastikstühle in Kairo immer wieder repariert werden. Bei einer anderen Installation sind die Geräusche des Nils zu hören. Das Werk «Das Beste ist das Wasser» von Eva Afhus befasst sich mit der weltweiten Wasserknappheit. Verschiedene Filme zeigen Einheimische beim Arbeiten oder bringen den Besucherinnen und Besuchern ihre Mentalität näher. Die Künstlerinnen und Künstler berichten in Interviews von ihren Erlebnissen in Kairo. «Es ist ungewöhnlich, dass auch die Kunstschaffenden einmal Thema einer Ausstellung sind», verdeutlicht Barbara Zürcher. Atmosphäre in Kairo hautnah erleben Nicht nur im Hinblick auf die Grösse ist diese Ausstellung etwas Besonderes: Es liegt auch ein Katalog mit DVD auf. Die Vorbereitungen für die neue Ausstellung im Haus für Kunst dauerten eineinhalb Jahre. Barbara Zürcher und Bruno Z’graggen reisten dafür sogar selbst nach Kairo. «Wir wollten die Atmosphäre hautnah erleben», erklärt Bruno Z’graggen. Wie in einer Millionenstadt gibt es in der Ausstellung «Im Schatten der Pyramiden» vieles zu entdecken. Die fremde Gesellschaft und das Leben kommen den Besucherinnen und Besuchern näher.
Quellen / Literatur: UW 73, 19.9.2009

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Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 13.08.2026