Urner Ereignisse an einem bestimmten Tag
Mittwoch, 21. April 2010
Gemeinnützige Gesellschaft - Das Kinderheim Uri erhält einen neuen Namen
Einige Strukturänderungen stehen an. Das Kinderheim Uri ist schon länger kein Kinderheim mehr, und auch die Gemeinnützige Gesellschaft will eine Neuorganisation.
Das Kinderheim Uri, das Urner Altersheim Flüelen und das Heilpädagogische Zentrum Uri haben gemeinsam, dass sie allesamt «Tochterunternehmen» des Vereins Gemeinnützige Gesellschaft Uri, jedoch keine eigenständigen juristischen Personen sind. Am Mittwoch, 21. April, traf sich die Gemeinnützige Gesellschaft Uri (GGU) zu ihrer 179. Generalversammlung. Die Strukturen der GGU entsprechen gemäss Präsident Hansheiri Inderkum kaum mehr der heutigen Zeit. Damit die drei Institutionen flexibler agieren können, ist man seit längerer Zeit mit einer Neuorganisation beschäftigt. Auch die Liegenschaften - das eigentliche Vermögen der Gesellschaft - können laut Hansheiri Inderkum nicht optimal verwertet werden. Befände sich das Land in der Bauzone, hätte dieses einen beträchtlichen Mehrwert.
Externer Fachmann beigezogen
Hansheiri Inderkum informierte, dass nun ein Experte hinzugezogen wurde, um die Neuorganisation voranzutreiben. Mit Urs Vogel, der in Kulmerau bei Triengen ein Büro für Rechts- und Unternehmensberatung in der öffentlichen Verwaltung, im Sozial- und Gesundheitswesen führt, habe man einen ausgewiesenen Fachmann verpflichten können. Unter seiner Leitung würden nun verschiedene Varianten erarbeitet.
Die Jahresrechnung 2009 der Gemeinnützigen Gesellschaft Uri weist bei Einnahmen von 11 900 und Ausgaben von 14 000 Franken einen kleinen Verlust von 2100 Franken aus.
Kinderheim Uri
Auch dem Kinderheim Uri steht eine Neuausrichtung bevor, wie Adelbert Gisler, VR-Präsident des Kinderheims Uri, erläuterte. Die neue Leistungsvereinbarung für die Jahre 2011 bis 2015 sei unterschriftsbereit. Mit der Neuausrichtung wird der Pavillon, wo bisher die heilpädagogischen und die sozialpädagogischen Wohngruppen untergebracht waren, frei. Vorübergehend werde sich dort der Kinderpsychologische Dienst einmieten.
Der Pavillon wäre gemäss Adelbert Gisler auch geeignet für die Unterbringung einer Tagesschule, sollte dies künftig in Uri ein Thema sein. Das Herrenhaus wird künftig ebenfalls anders genutzt. Dem Kinderheim Uri schwebt vor, dass die dortigen Räumlichkeiten Platz für sämtliche Institutionen in Familien- und Kinderfragen bieten könnten. Ein eigentliches Kompetenzzentrum würde dadurch entstehen.
Veraltet ist auch der Name des Kinderheims, denn der Heimbetrieb gehört schon länger der Vergangenheit an. Aus diesem Grunde werde man sich mit einer neuen Namensgebung auseinandersetzen. Gemäss Adelbert Gisler wird der neue Name wohl in der zweiten Jahreshälfte bekannt gegeben. – Schliesslich wurde der Verwaltungsrat des Kinderheims um zwei Personen aufgestockt. Einstimmig wurden Luzia Schuler-Arnold, Bürglen, und Thomas Hauser, Altdorf, gewählt. Die Rechnung 2009 des Kinderheims schliesst mit einem Defizit von 54 400 Franken.
Urner Altersheim
Anita Schuler konnte auf ihr erstes Jahr als Verwaltungsratspräsidentin des Urner Altersheims Flüelen zurückblicken. Geprägt war dieses durch den Um- und Anbau des Altersheims. Die Bauarbeiten hätten für die Bewohnerinnen, Bewohner, Angestellten und die Heimleitung eine enorme Zusatzbelastung bedeutet. Doch das Ziel, eine bessere Wohnqualität zu erreichen, habe man erreicht. Die Baukosten hielten sich im Rahmen des Kostenvoranschlages. «Einige zusätzliche, am Anfang nicht vorgesehene, sich aber für den Heimbetrieb bestimmt lohnende Einrichtungen verursachten verantwortbare Zusatzkosten», sagte Anita Schuler.
In Zusammenarbeit mit Heimleiter Ignaz Amrhyn habe der Verwaltungsrat beschlossen, einen Systemwechsel vorzunehmen und eine Leitung Pflege einzustellen. Die Stelle wurde per 1. Januar mit Katja Uhlig besetzt. Die Jahresrechnung 2009 schloss mit einem Defizit von 8500 Franken.
Heilpädagogisches Zentrum
Sowohl die Sonderschule als auch die Therapiestelle können auf ein durchwegs erfolgreiches Jahr zurückblicken. Mit dem neuen Rechnungsmodell, das sich aus der Umsetzung der NFA ergeben hat, konnten erste positive Resultate erzielt werden. So erwirtschaftete die Sonderschule einen Jahresgewinn von 196 700 Franken, die Therapiestelle einen solchen von 44 100 Franken.
«Auf allen Abteilungen wurden äusserst gute Resultate erzielt», freute sich Verwaltungsratspräsidentin Annemarie Pittet. Rund 30 Kinder besuchen derzeit die Sonderschule. Die Präsidentin ist überzeugt, dass auch in Zukunft mit Schülerzahlen in dieser Grössenordnung zu rechnen ist.
Das Therapiestelle-Neubauprojekt ist im Zeitplan. Fundament, Tiefgarage und Stützwände sind erstellt. Ende Mai kann mit der Montage der Holzelemente, die in vier Urner Holzbetrieben gefertigt werden, begonnen werden. Die Aufrichtefeier wird am 20. August stattfinden. Bereits wurden Arbeiten für 7 Millionen Franken vergeben. Zu 80 Prozent habe man das Urner Bau- und Baunebengewerbe berücksichtigen können, führte Annemarie Pittet aus.
Quellen / Literatur:
UW 31, 24.4.2010
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Mittwoch, 21. April 2010
Tino Steinemann und F. X. Brun sind empört
«Luzern Tourismus überrascht mit neuer Markenkampagne», heisst es in den Medien. Das einzig wirklich überraschende daran ist jedoch die verdächtige Ähnlichkeit zur EWA-Kampagne von 2003.
Mit dem Motto «So fern und doch so nah» will die Luzern Tourismus AG mit vermeintlichen Fernwehzielen für die Region Luzern-Vierwaldstättersee werben. Sieht man sich diese neue Markenkampagne an, wird schnell klar: So neu ist das Ganze gar nicht.
Bereits 2003 hatte das Elektrizitätswerk Altdorf in einer Plakatkampagne für den Kanton Uri geworben. Mit Bildern aus vermeintlich fernen Ländern wurde der Urner Bevölkerung mit dem Motto «Uri - eine Weltreise zu Fuss» verdeutlicht, dass ihnen die Schönheiten, die man anderswo sucht, geradezu vor den Füssen liegen. Die Kampagne unter der Leitung von Tino Steinemann vom Atelier Sputnik-Steinemann & Co. und mit den Bildern von F. X. Brun erhielt im Kanton Uri grosses Ansehen, und das Fachpublikum zeichnete die Kampagne aus: Gleich dreimal ging der Poster-Award der Allgemeinen Plakatgesellschaft (APG) ans EWA. Seit Februar 2009 hängen die Plakate auch im Hotel Radisson am Flughafen Zürich.
Auf Nachfrage bei der Schmid Riedmann & Partner AG stösst die Empörung auf taube Ohren. Man sei sich zwar bewusst, dass es «sowas in der Art» im Kanton Uri bereits gegeben habe. «Das ist aber keine Urner Erfindung!», betont Walter Schmid. Erst nachdem das Konzept für die Agentur und Luzern Tourismus schon gestanden habe, sei man auf die EWA-Kampagne aufmerksam geworden.
«Entstanden ist das Ganze völlig losgelöst davon», heisst es mit Nachdruck. Daraufhin habe man vom EWA das Einverständnis erhalten, die Ideen so weiterzuverfolgen. Ähnlich schildern es auch die Verantwortlichen der Luzern Tourismus AG. Man habe sich mit den Urhebern einvernehmlich abgesprochen. «Falsch!», sagt F. X. Brun. Weder die Luzern Tourismus AG noch die Werbeagentur Schmid Riedmann & Partner AG sei jemals auf ihn zugekommen. Das bestätigt auch Tino Steinemann, der für die EWA-Kampagne verantwortlich zeichnete.
Quellen / Literatur:
UW 30, 21.4.2010
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DAS HEUTIGE DATUM
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