Urner Ereignisse an einem bestimmten Tag
Samstag, 25. April 1903
Die Stationierung staatlich anerkannter Motorwagenführer
Der Luzerner Delegierte des "Schweizerischen Touring-Clubs" äussert sich im "Urner Wochenblatt" wie das Problem der Sicherheit auf der Landstrasse gelöst und dadurch das Automobilverbot aufgehoben werden kann: "An jedem am Anfang und Ende der Bergstrasse gelegenen Orte soll ein zuverlässiger, staatlich anerkannter Motorwagenführer stationiert sein, zum Beispiel ein gewesener Kutscher, der die ganze zu befahrende Strecke in jeder Beziehung genau kennt. Jeder Motorwagen, der über den Berg will, ist strenge anzuhalten, einen solchen Führer mitzunehmen und seinen Befehlen unbedingt zu folgen, gerade so, wie das ein Kapitän zur See einem staatlichen Lotsen gegenüber zu tun hat. Der Führer selbst soll nicht das Automobil leiten, aber neben dem Chauffeur sitzen und ihm vorschreiben können, wie er zu fahren hat. Er soll eine für solche Führer kenntliche Uniform tragen, die, wenn möglich, ein für alle Kantone gültiges Abzeichen besitzt. Er hätte gleich beim Engagement dem Motorwagenleiter eine in vier Sprachen gedruckte offizielle Fahrverordnung zu übergeben und am Ende der Fahrt schriftlich zu bescheinigen, dass er den Vorschriften nachgekommen sei und die Gebühr bezahlt hat. So wäre dem Automobil geholfen, und es würden auch für den Wagen- und Fussgängerverkehr keinerlei Übelstände erwachsen. Dadurch hätten viele wieder einen lohnenden Verdienst, und es würde mancher in die Berge kommen, der sie sonst umfahren hätte."
Quellen / Literatur:
UW, No. 17, Drittes Blatt, 25. April 1903.
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DAS HEUTIGE DATUM
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