Urner Ereignisse an einem bestimmten Tag
Samstag, 26. April 2008
Altdorf - Und jetzt eine Steuersenkung für alle
Die Bevölkerung von Altdorf kann sich freuen. Der Gemeinderat beantragt eine Steuersenkung - rückwirkend fürs Jahr 2008. Auch das Wasser wird billiger.
Analog zu den Jahresrechnungen des Kantons und anderer Urner Gemeinden fällt das Jahresergebnis 2007 von Altdorf deutlich besser aus als im Voranschlag prognostiziert. Das Budget 2007 hatte mit einem Minus von 29'700 Franken gerechnet. Die Rechnung schliesst jedoch bei einem Aufwand von 30,67 Millionen und einem Ertrag von 31,86 Millionen mit einem Plus von 1,2 Millionen Franken. An der Medienkonferenz vom 23. April erläuterten Gemeindepräsidentin Barbara Bär und Verwalterin Christine Widmer das erfreuliche Resultat. Der Gemeinderat stelle auf der Aufwandseite eine hohe Ausgabendisziplin fest. Bei den Personal- und Sachaufwendungen seien keine nennenswerten Abweichungen vom Budget zu verzeichnen. Einzig die von der Dorfgemeinde bewilligten Ausgaben rund um den Wakker-Preis 2007 in der Höhe von 94 000 Franken habe zu Mehrausgaben geführt.
Die Nettoinvestitionen 2007 betrugen 2,4 Millionen Franken und liegen im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Etwa 1,5 Millionen Franken flossen in den Kreditbetrag zur Sanierung Hellgasse / Obere Fabrikstrasse. Der restliche Betrag wurde für die Sanierung der Spitalstrasse, die Orts- und Zonenplanung sowie für die touristische Beschilderung aufgewendet.
Deutlich mehr Steuereinnahmen
Die massiven Mehreinnahmen sind hauptsächlich auf verbesserte Steuererträge zurückzuführen. Bei den natürlichen Personen wurden 340'000 und bei den juristischen Personen 660'000 Franken mehr eingenommen als budgetiert. «Diese Mehreinnahmen sind es, die eine Steuersenkung ermöglichen», erklärte Christine Widmer. Sehr erfreulich sei, dass das Steuersubstrat (Einnahmen bei gleichbleibendem Steuersatz) einen kontinuierlichen Anstieg aufweise.
«Mehr liegt nicht drin»
Die finanzielle Situation der Gemeinde Altdorf erlaube es nun, bereits für das laufende Jahr eine Steuersenkung zu beantragen. Dies wird der Gemeinderat an der Offenen Dorfgemeinde vom 5. Juni tun. Der Einkommenssteuersatz soll rückwirkend auf den 1. Januar 2008 um 0,2 Punkte auf 4,3 Prozent gesenkt werden, die Kapitalsteuer von 1,2 auf 0,01 Promille. Mit dieser deutlichen Steuerreduktion sowohl für juristische als auch für natürliche Personen werde der Wohn- und Firmenstandort Altdorf weiter an Anziehungskraft und Attraktivität gewinnen, ist der Gemeinderat überzeugt. Durch die Steuersenkung wird mit einem Einnahmenausfall von 1,35 Millionen Franken gerechnet. «Das ist für Altdorf ein grosser, aber gerade noch verkraftbarer Ausfall», so Barbara Bär. Mehr liege nicht drin, denn nach wie vor habe Altdorf Schulden in der Höhe von 28 Millionen Franken. Zudem gebe es Unsicherheiten, wie sich die NFA auf den Finanzplan der Gemeinde auswirken werde.
Attraktives Altdorf
Durch die Abschaffung der Kapitalsteuer und die tiefen Gewinnsteuersätze auf dem Niveau von Zug schaffe Altdorf ein äusserst attraktives Umfeld für Firmen, äusserte sich Barbara Bär. Insbesondere für Holdinggesellschaften besitze Altdorf bereits heute die schweizweit tiefsten Steuersätze, und Altdorf gehöre nun zu den steuerlich attraktivsten Kantonshauptorten der Schweiz. Mit der bevorstehenden Revision des Steuergesetzes auf Kantonsebene, die Anfang 2009 in Kraft treten soll, würden auch für Familien beste Rahmenbedingungen geschaffen. Die dem Landrat vorliegende Gesetzesänderung sehe die schweizweit höchsten Sozialabzüge vor.
Weniger Wassergebühren
Neben der Reduktion des Steuersatzes beabsichtigt die Wasserkommission, an der Dorfgemeinde vom 5. Juni die Mengengebühren für den Trinkwasserverbrauch um 25 Prozent von 90 auf 65 Rappen pro Kubikmeter zu senken. «Für eine vierköpfige Familie bedeutet dies eine Ersparnis von durchschnittlich 70 Franken pro Jahr», hielt Christine Widmer fest. Grund für diese Reduktion sei eine Änderung in der Abschreibungspraxis, führte Markus Christen, Leiter der Finanzabteilung aus. «Mit der Steuersenkung und der Reduktion der Wassergebühren wird das Familienbudget gleich doppelt merkbar entlastet», freut sich die Gemeindepräsidentin.
Quellen / Literatur:
UW 32, 26.4.2008
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Samstag, 26. April 2008
Förderpreis Junge Urner Literatur 2008
Mit Theo Zieglers erster Autorentätigkeit überhaupt, überzeugte er die Jury. Sein Stück handelt von einem hadernden und leidenden Helden und soll im Rahmenprogramm der Tellspiele aufgeführt werden.
Im Tell-Jahr beschäftigten sich auch junge Urner Schreibende mit dem Schweizer Volkshelden Tell. Der erstmals durchgeführte Förderpreis Junge Urner Literatur 2008 wurde von der Tellspiel- und Theatergesellschaft ausgeschrieben. Sie wollen junge Urner zum kreativen Schreiben anregen und ergründen, zu welchen Gedanken der Mythos Tell anregt. Der Förderpreis 2008 ging an den Altdorfer Primarlehrer Theo Ziegler. Er hat mit seinem tiefgründigen Stück «Tells Abgang» die Jury überzeugt. «Der Text ist sinnlich, konkret, glaubhaft, aufführbar und in einer wunderbar deftigen, knorrigen Sprache geschrieben», sagte Eliane Latzel, Vorsitzende der Jury bei der Preisverleihung im Haus für Kunst Uri am vergangenen Donnerstag, 24. April.
Volker Hesse als Schirmherr
«Ich gäbti kei Fyyfer mee dèrfir, dèr ds syy, woni bi.» So beginnt das Stück von Theo Ziegler. In seinem ersten Stück, seiner ersten Autorentätigkeit überhaupt, zeigt er einen denkenden, schwankenden und hadernden Tell. Vom Ruhm seiner Taten beängstigt. Ganz weg vom Heldenstatus, auf den er heraufgehievt wurde. Sein Tell hätte sich nicht mehr für dieses Leben entschieden, denkt gar an Selbstmord. «Die Hauptproblematik meines Stücks ist, dass Tell auf seinen Sohn geschossen hat, schliesslich hätte er diese Situation auch anders lösen können», erklärt der 29-Jährige. Zu viel will der Literaturpreisträger über die Handlung aber nicht preisgeben, schliesslich soll das Stück im Rahmenprogramm der Tellspiele aufgeführt werden. Schirmherr des Projekts ist kein Geringerer als Regisseur Volker Hesse, seineszeichens auch Jurymitglied. Nun wird ein junger Regisseur für das Stück gesucht. «Am meisten freue ich mich, dass es aufgeführt werden soll», so Theo Ziegler. «Sein eigenes Stück auf der Bühne zu sehen, muss toll sein.»
Nur vier Texte eingereicht
Insgesamt sind nur vier Texte eingegangen. Den Stücken «Im Heldenheute» von Rahel Aschwanden, «Tell. Ein Monolog» von Karin Bissig und «Tell: unsere tapfere, eigensinnige liberale Legende» von Daniela Zgraggen blieben nur die Ehrenplätze. Die Jury bedauerte, dass nur so wenige Texte eingereicht wurden. «Das Thema Tell hätte in der Vielfalt der Interpretationsmöglichkeiten durchaus Stoff für junge Autoren geliefert», so Eliane Latzel. Nebst Volker Hesse und Eliane Latzel hatten auch Roland Humair, als Vertreter der Gemeinde Altdorf, und Schriftsteller Martin Stadler Einsitz in der Jury.
Gemeinde Altdorf stiftet Preisgeld
Der Förderpreis ist mit 5000 Franken dotiert. 3000 Franken erhielt der Gewinner sogleich, 2000 weitere Franken werden nach der Aufführung ausbezahlt. Gestiftet wurde der Beitrag von der Gemeinde Altdorf. «2008 steht ganz im Zeichen der Tellspiele», sagte Gemeindepräsidentin Barbara Bär bei der Verleihung. «Und Altdorf wird wieder zum kulturellen Zentrum.» Auch Jugendliche sollen sich dabei aktiv in das kulturelle Geschehen der Gemeinde miteinbeziehen. Mit diesem Preis sei das möglich.
Zweiter Preis in vier Jahren
Leo Brücker, Präsident der Tellspiel- und Theatergesellschaft Altdorf hielt schon eingangs der Veranstaltung fest, dass Autoren in Uri nur spärlich gesät sind. «Es gibt kaum eine Tradition für das Schaffen von Bühnenstücken», so Leo Brücker. Der Förderpreis Junge Urner Literatur soll helfen, etwas aufzubauen. Bei der nächsten Inszenierung der Tellspiele in vier Jahren soll auch gleichzeitig der Förderpreis vergeben werden.
Quellen / Literatur:
UW 32, 26.4.2008
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Samstag, 26. April 2008
Jodelgesang von Erika und Reto Zanini
Ein Zeitdokument der vergangenen 18 Jahre von Erika und Reto Zanini. Sie singen aus Freude für die Herzen. Und bald können wir sie auch zu Hause hören.
Am Jodlerabend des Jodlerklubs Bärgblüemli vom 26. April in der Aula Gräwimatt, Schattdorf, wird ihre CD (auch als Kassette erhältlich) getauft. «Freud dra ha» heisst sie. «Wir freuen uns wirklich sehr, dass wir einen eigenen Tonträger realisieren konnten.» Er ist in erster Linie ein Zeitdokument ihres Gesangs der vergangenen 18 Jahre. «Wir freuen uns immer wieder, wenn es uns gelingt, mit unserem Gesang die Herzen der Zuhörerinnen und Zuhörer zu erfreuen», erklären Erika und Reto Zanini.
«Freud dra ha», so heisst auch ein Lied von Ruedi Renggli. Sie singen gerne seine Kompositionen. Am Eidgenössischen Jodlerfest in Luzern wird es die zehnte Komposition von Ruedi Renggli sein. Und für Erika und Reto Zanini wird es der 20. gemeinsame Auftritt an einem Jodlerfest sein.
Dirigentin und Vorjodler
Erika Zanini-Brun, geboren in Entlebuch, leitet seit 1991 den Jodlerklub Alperösli Kriens und seit 1995 den Jodlerklub Bärgblüemli Schattdorf. Bei Radio Eviva moderiert sie eine Jodelsendung. Reto Zanini, in Altdorf geboren, trat mit 16 Jahren dem Jodlerklub Seerose Flüelen bei. Seit 1995 ist er Vorjodler des Jodlerklubs Bärgblüemli Schattdorf. Begleitet wird das Jodelduett Zanini-Brun von Akkordeonist Franz Röösli aus Hasle. Erika und Reto Zanini wohnen in Bürglen. Kennengelernt haben sie sich – an einem Jodlerkurs.
Auf dem Tonträger ist Erika Zanini-Brun auch solo zu hören. Aufgenommen wurden auch je zwei Lieder des Jodlerklubs Alperösli Kriens und des Jodlerklubs Bärgblüemli Schattdorf. Und ein Lied auf der CD singt das Jodelquartett mit Erika Zanini-Brun, Reto Zanini, Beatrix Bischof-Hofer, Wilen bei Sarnen, und Beat Lustenberger, Malters.
Quellen / Literatur:
UW 28, 12.4.2008
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Samstag, 26. April 2008
Modeschau - Von der Nähmaschine auf den Catwalk
Zum 25-Jahr-Jubiläum zeigen Bekleidungsgestalterinnnen vom Lehratelier Uri ihre Haute Couture.
Die Modezentren Paris und Mailand standen für einmal ganz im Schatten des Urner Hauptortes. Am vergangenen Samstag, 26. April, blickte die Modewelt – zumindest die von Uri – nämlich auf den Laufsteg im Altdorfer Mehrzweckgebäude Winkel. Dort schritten die jungen Frauen vom Lehratelier Uri den Catwalk ab und zeigten ihre ganz persönliche Schneiderkunst. Im bis auf den letzten Platz gefüllten Mehrzwecksaal präsentierten die kreativen jungen Bekleidungsgestalterinnen modische Leckerbissen aus ihrem Lehrbetrieb. Zu sehen gab es gehobene Schneiderei für festliche Anlässe, aber auch für den gewöhnlichen Alltag.
Rund 80 Lernende in 25 Jahren
Seit dem Start des Lehrateliers Uri, 1983, durften dort rund 80 junge Frauen den Beruf der Bekleidungsgestalterin (früher Damenschneiderin) erlernen. Erziehungsdirektor Josef Arnold zeigte sich begeistert von den Leistungen dieser Institution: «Die Auszubildenden aus den Kantonen Nidwalden, Luzern, Schwyz, Glarus, Graubünden und Uri schlossen bis auf zwei Ausnahmen alle ihre Lehre mit Note 5 oder besser ab.»
Quellen / Literatur:
UW 33, 30.4.2008
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DAS HEUTIGE DATUM
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