Urner Ereignisse an einem bestimmten Tag
Mittwoch, 28. März 2007
Frau soll zwei Menschen ermordet haben
Für den Staatsanwalt ist die Sache klar: Doppelmord. Die Verteidigung spricht von einem «Hexenprozess wie im Mittelalter» und fordert Freispruch. Bei der zweitägigen Verhandlung vor dem Urner Landgericht seht eine Frau aus dem ehemaligen Jugoslawien vor Gericht. Sie soll am Januar und Juni 2000 ihre Stieftochter und ihren Ehemann ermordet haben.
Im Januar und Juni 2000 verstarben eine 37-jährige, schwerstbehinderte Frau und ihr 80-jähriger Vater gemäss Obduktionsbericht eines unnatürlichen Todes. Die Frau starb überraschend, wobei die Todesursache noch heute nicht klar ist. Der an Diabetes leidende Mann starb an einer mit einer Spritze verabreichten Überdosis Insulin. Gegen die Ehefrau und Stiefmutter der Verstorbenen, eine Frau aus dem ehemaligen Jugoslawien, die seit bald 20 Jahren in der Schweiz lebt, wurde Anklage erhoben: Mord sowie Mord durch Unterlassene Hilfeleistung waren die Hauptanklagepunkte. Dazu kamen die Vorwürfe Entziehen von Unmündigen, Anstiftung zu Entziehen von Unmündigen, falsche Anschuldigung, Diebstahl und geringfügiger Diebstahl. Der Staatsanwalt fordert eine lebenslängliche Freiheitsstrafe.
Das Landgericht Uri entschiedet, dass die 51-jährige Frau ihre schwerstbehinderte Stieftochter durch Unterlassung der Nothilfe ermordet hat. Vom Vorwurf, auch ihren Ehemann ermordet zu haben, wird die Angeklagte freigesprochen. Das Urteil: elf Jahre Freiheitsstrafe!
Quellen / Literatur:
UW 24, 31.3.2007
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DAS HEUTIGE DATUM
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