Gebäude und Anlagen im Detail
Kapelle St. Anna (Beinhaus)
Altdorf
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müM Karte: externer Link (swisstopo)
1599 -
Der Neubau des Beinhauses wurde weitgehend durch Spenden finanziert. Nach ersten Vergabungen ab 1589 übernahm Kirchenvogt Caspar Romanus Bessler die Bauleitung. Besonders bedeutend war eine Stiftung von 600 Gulden durch Hauptmann Peter Schmid, der dafür das Begräbnisrecht im Beinhaus erhielt. Weitere Familien und Einzelpersonen stifteten Geld, Fenster, Baumaterialien und die beiden Glocken.
Nach der Überführung der Gebeine wurde die alte St.-Anna-Kapelle abgebrochen und das Gelände abgesenkt. Ab 1595 entstand das neue Beinhaus vermutlich nach Plänen des Luzerner Werkmeisters Antoni Isenmann. Ende 1596 waren Mauern, Gewölbe, Dach und Glockentürmchen weitgehend vollendet. Zahlreiche Handwerker schufen Altäre, Figuren, Türen, Gitter und Beichtstuhl. Die Baukosten von rund 2664 Gulden entsprachen beinahe genau den Einnahmen. Am 18. Oktober 1599 wurden das obere und untere Beinhaus sowie die Altäre geweiht.
Das Beinhaus diente fortan nicht nur zur Aufbewahrung der Gebeine, sondern auch als Gottesdienstraum und Sitz verschiedener Bruderschaften. Im unteren Beinhaus wurde besonders eine Pietà verehrt. Wiederholt waren Reparaturen und bauliche Anpassungen nötig. Beim Dorfbrand von 1799 blieb das Gebäude dank seiner Steingewölbe weitgehend erhalten, doch wurden im unteren Beinhaus Schutzsuchende von Soldaten getötet. Das zerstörte Dach wurde 1803 wiederhergestellt. Das Beinhaus erhielt ein Glöcklein. 1816 wurde dieses auf Ersuchen der Kapuziner gegen jenes der Kapuzinerkirche vertauscht
1902 erfolgte eine umfassende Renovation. Altäre, Gitter, Böden und Malereien wurden erneuert; im unteren Beinhaus entstand eine grottenartige Altarlandschaft mit einer neuen Pietà. Ausgemusterte Kunstwerke gelangten teilweise ins Historische Museum Uri.
Bei der Innenrestaurierung von 1966 entfernte man zahlreiche Zutaten von 1902 und gab den Räumen wieder eine schlichtere Gestaltung. Neue Böden, Fenster, Altäre und Sitzgelegenheiten wurden eingebaut. 1971 kehrte das Gemälde der Beweinung Christi ins Beinhaus zurück.
Das Beinhaus besteht aus einem schlanken Langhaus und einem dreiseitig geschlossenen Chor unter gemeinsamem Dach. Ein Dachreiter mit Spitzhelm trägt die Glocke. Spitzbogenfenster mit Masswerk gliedern die schlichten Fassaden. Über dem 1596 datierten Hauptportal steht eine von Johannes Dub geschaffene Darstellung der heiligen Anna mit Maria und dem Jesuskind. Ein weiteres Portal führt ins untere Beinhaus.
Die obere Kapelle umfasst ein rechteckiges Langhaus und einen erhöhten Chor. Beide Räume sind durch einen hohen Triumphbogen getrennt und mit reich gegliederten Tonnengewölben überspannt. Eine steinerne Brüstung von 1596 schliesst den Bereich über dem Abgang zum unteren Beinhaus ab.
Diese ebenfalls von Johannes Dub geschaffene Brüstung trägt eine Inschrift für den Bauherrn Caspar Romanus Bessler. Ihre Darstellung des gekrönten Todes mit Sanduhr, Schaufel und Kind erinnert eindringlich an die Vergänglichkeit des Lebens. Das Werk gilt als herausragendes und einzigartiges Beispiel der Schweizer Spätrenaissance.
Das untere Beinhaus ist ein niedriger, tonnengewölbter Saal. Ein kunstvolles Eisengitter, teilweise aus der Zeit um 1707, trennt den Chorraum ab. Hier wurde eine Pietà besonders verehrt; zahlreiche silberne Votivgaben erinnern an erhörte Gebete.
Zur Ausstattung gehören das um 1596 entstandene Altarbild der «Beweinung Christi», das dem flämischen Maler Denys Calvaert zugeschrieben wird, ein Gemälde des Bruder Klaus von 1635 sowie barocke Holzfiguren des Karl Borromäus und des Antonius von Padua.
Gasser Helmi, Altdorf 1. Teil (Die Kunstdenkmäler des Kantons Uri, Band I.I). Basel 2001, S. 177-200.
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EREIGNISSE IM DETAIL
1595
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Sonntag, 5. November 1595
Begräbnisrecht im Beinhaus von Altdorf
Sebastian von Beroldingen erwirkt für Stiftungen an die Kirche für seine Familie ein Begräbnisrecht «im neuen Beinhaus».
Gasser Helmi, Altdorf 1. Teil (Die Kunstdenkmäler des Kantons Uri, Band I.I). Basel 2001, S. 177-200.
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1595
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Sonntag, 5. November 1595
Begräbnisrecht im Beinhaus von Altdorf
Sebastian von Beroldingen erwirkt für Stiftungen an die Kirche für seine Familie ein Begräbnisrecht «im neuen Beinhaus».
Gasser Helmi, Altdorf 1. Teil (Die Kunstdenkmäler des Kantons Uri, Band I.I). Basel 2001, S. 177-200.
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1596
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Donnerstag, 24. Oktober 1596
Turmknopf kann auf dem Altdorfer Beinhaus aufgesetzt werden
Am Altdorfer Beinhaus kann der Knopf auf den Helm gesteckt werden (Beinhausturmknopf).
Gasser Helmi, Altdorf 1. Teil (Die Kunstdenkmäler des Kantons Uri, Band I.I). Basel 2001, S. 177-200.
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1596
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Donnerstag, 24. Oktober 1596
Turmknopf kann auf dem Altdorfer Beinhaus aufgesetzt werden
Am Altdorfer Beinhaus kann der Knopf auf den Helm gesteckt werden (Beinhausturmknopf).
Gasser Helmi, Altdorf 1. Teil (Die Kunstdenkmäler des Kantons Uri, Band I.I). Basel 2001, S. 177-200.
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1596
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Dienstag, 26. November 1596
Mauern und Gewölbe des Beinhauses werden abgemessen
Mauern und Gewölbe werden «mit den Meistern des Beinhus» abgemessen durch Bauherr Caspar Romanus Bessler, Landesstatthalter Laurenz von Beroldingen und den geschworenen Landesrechner Michel Stadler.
Gasser Helmi, Altdorf 1. Teil (Die Kunstdenkmäler des Kantons Uri, Band I.I). Basel 2001, S. 177-200.
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1596
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Dienstag, 26. November 1596
Mauern und Gewölbe des Beinhauses werden abgemessen
Mauern und Gewölbe werden «mit den Meistern des Beinhus» abgemessen durch Bauherr Caspar Romanus Bessler, Landesstatthalter Laurenz von Beroldingen und den geschworenen Landesrechner Michel Stadler.
Gasser Helmi, Altdorf 1. Teil (Die Kunstdenkmäler des Kantons Uri, Band I.I). Basel 2001, S. 177-200.
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1599
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Dienstag, 9. März 1599
Rechnung für das Altdorfer Beinhaus wird genehmigt
In der Ratsstube der Ankenwaage erfolgt die Genehmigung der Schlussabrechnung im Beisein der sieben Verordneten zur Kirche und des alten und neuen Kirchenvogts. Bei Einnahmen von 2660 G. standen Ausgaben von 2664 gegenüber.
Gasser Helmi, Altdorf 1. Teil (Die Kunstdenkmäler des Kantons Uri, Band I.I). Basel 2001, S. 177-200.
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Dienstag, 9. März 1599
Rechnung für das Altdorfer Beinhaus wird genehmigt
In der Ratsstube der Ankenwaage erfolgt die Genehmigung der Schlussabrechnung im Beisein der sieben Verordneten zur Kirche und des alten und neuen Kirchenvogts. Bei Einnahmen von 2660 G. standen Ausgaben von 2664 gegenüber.
Gasser Helmi, Altdorf 1. Teil (Die Kunstdenkmäler des Kantons Uri, Band I.I). Basel 2001, S. 177-200.
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1599
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Montag, 18. Oktober 1599
Beinhaus in Altdorf wird eingeweiht
Johann Jakob Mirgel, Suffragan des Bischofs von Konstanz, weiht das obere und das untere Beinhaus, den oberen Altar in der Ehre Annas, Michaels, Wolfgangs, der Muttergottes und aller Heiligen, den unteren Altar in der Ehre von Sebastian und Rochus (Pestheilige), der Muttergottes und aller Heiligen. Das Kapellenweihfest wird auf diesen Tag (Lucas) festgesetzt.
Gasser Helmi, Altdorf 1. Teil (Die Kunstdenkmäler des Kantons Uri, Band I.I). Basel 2001, S. 177-200.
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Montag, 18. Oktober 1599
Beinhaus in Altdorf wird eingeweiht
Johann Jakob Mirgel, Suffragan des Bischofs von Konstanz, weiht das obere und das untere Beinhaus, den oberen Altar in der Ehre Annas, Michaels, Wolfgangs, der Muttergottes und aller Heiligen, den unteren Altar in der Ehre von Sebastian und Rochus (Pestheilige), der Muttergottes und aller Heiligen. Das Kapellenweihfest wird auf diesen Tag (Lucas) festgesetzt.
Gasser Helmi, Altdorf 1. Teil (Die Kunstdenkmäler des Kantons Uri, Band I.I). Basel 2001, S. 177-200.
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1799
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Mittwoch, 3. April 1799
Altdorfer Beinhaus übersteht Dorfbrand
Den Dorfbrand übersteht das Beinhaus dank seiner Steingewölbe mit Ausnahme des Dachwerks unbeschadet.
Gasser Helmi, Altdorf 1. Teil (Die Kunstdenkmäler des Kantons Uri, Band I.I). Basel 2001, S. 177-200
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Mittwoch, 3. April 1799
Altdorfer Beinhaus übersteht Dorfbrand
Den Dorfbrand übersteht das Beinhaus dank seiner Steingewölbe mit Ausnahme des Dachwerks unbeschadet.
Gasser Helmi, Altdorf 1. Teil (Die Kunstdenkmäler des Kantons Uri, Band I.I). Basel 2001, S. 177-200
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1799
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Mittwoch, 8. Mai 1799
Männer und Frauen werden im Altdorfer Beinhaus ermordet
Einige Männer und Frauen, die sich ins untere Beinhaus geflüchtet habten, werden von Soldaten ermordet. Pfarrer J. A. Ringold ersuchte daher den Bischof, das Beinhaus rekonziliieren zu dürfen, wozu Konstanz die Einwilligung erteilt.
Gasser Helmi, Altdorf 1. Teil (Die Kunstdenkmäler des Kantons Uri, Band I.I). Basel 2001, S. 177-200
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Mittwoch, 8. Mai 1799
Männer und Frauen werden im Altdorfer Beinhaus ermordet
Einige Männer und Frauen, die sich ins untere Beinhaus geflüchtet habten, werden von Soldaten ermordet. Pfarrer J. A. Ringold ersuchte daher den Bischof, das Beinhaus rekonziliieren zu dürfen, wozu Konstanz die Einwilligung erteilt.
Gasser Helmi, Altdorf 1. Teil (Die Kunstdenkmäler des Kantons Uri, Band I.I). Basel 2001, S. 177-200
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GEMEINDEN
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