UMWELT

Übersicht Universum Boden Klima Berge, Steine Gletscher Wasser Wald Weiden Fauna Flora Umweltkatastrophen Umweltschutz Naturwissenschaften

Umwelt - Übersicht

Die Fläche des Kantons Uri beträgt 1077 km2. Das Haupttal der Reuss, das Hochtal Ursern sowie die Seitentäler sind mit hohen Bergketten umgeben. Der höchste Punkt ist dabei mit 3629 müM der Dammastock zuhinterst im Göscheneralptal. Die Alpgebiete sowie die unproduktiven Flächen machen denn auch zwei Drittel der Kantonsfläche aus. Im Norden bildet der Urnersee als Teil des Vierwaldstättersees den einzigen offenen Zugang zum Urnerland. Der See ist mit 434 müM auch der tiefste Punkt in Uri. In dem Gebirgskanton haben die Wälder auch eine wichtige Schutzfunktion. 19.2 Prozent des Kantonsgebiets sind mit Wald und Gebüschwald bedeckt. Die Landwirtschaftsflächen, die einstmals grosse Bedeutung hatten, gehen immer mehr zurück und machen nur noch wenige Prozente der gesamten Fläche aus. Überbaute Gebiete und Bauzonen bedecken 1,25 Prozent.

Der Kanton Uri liegt am Alpennordhang, nahe am Süden. Das Klima wird vor allem durch den Föhn geprägt. Er sorgt im Reusstal für wärmere Temperaturen und weniger Niederschläge als in Gebieten des Mittellands und in anderen Alpentälern. Auch sind die Jahresschwankungen viel geringer, da der Föhn vorwiegend in der kälteren Jahreszeit eine ausgleichende Wirkung hat.

Der Kanton Uri umfasst hauptsächlich das Einzugsgebiet der Reuss. Sie entwässert bis zum Einfluss in den Urnersee rund 80 Prozent der Kantonsfläche. Die meisten Flüsse aus den Seitentälern und die Reuss werden zur Energieerzeugung genutzt. Es weitere Wasserkraftwerke geplant. Der einzige grössere Stausee wurde 1956 in der Göscheneralp in Betrieb genommen.
Nebst der Sonnenenergie wird auch die Windanergie mit vier Anlagen auf dem Gütsch ob Andermatt genutzt.

Die Urner Pflanzenwelt ist infolge der grossen Höhendifferenzen und der starken landschaftlichen Gliederung sehr vielfältig. Zu der Artenvielfalt tragen das milde Klima und die unterschiedlichen geologischen Unterlagen bei.

In Uri werden zahlreiche Nutztiere Gehalten (Rindvieh, Schafe, Ziegen, Schweine, Hühner). Die Urner Tierwelt ist sehr verschiedenartig. Am Urnersee überwintern zahlreiche Blässhühner und Entenarten. Im Naturschutzgebiet des Reussdeltas hat sich eine vielfältige Vogelwelt entwickelt. Das Reusstal ist zudem eine inneralpine Zugvogelstrasse. Alpine Vögel der oberen Waldregion sind das häufig vorkommende Birkhuhn sowie der Uhu. In der Felsregion lebt das Steinhuhn. Könige der Lüfte ist der Adler und der selten erscheinende Bartgeier. Daneben gibt es zahlreiche Arten von Raub- und Singvögel. Im Urnersee, in den Bergseen und den Fliessgewässern leben Fische. Im Gebirge hat sich nach der Einführung der geregelten Jagd eine vielfältige Tierwelt entwickelt (Reh, Hirsch, Gämse, Murmeltiere und Steinbock). Das grösste Raubtier ist der wieder angesiedelte Luchs. Vorübergehend betritt in letzter Zeit auch der Wolf wieder Urner Gebiet. Daneben leben in Uri kleinere Säugetiere sowie Reptilien- und Insektenarten.

Die Wasserversorgung obliegt den Gemeinden. Das feine Urner Trinkwasser wird grösstenteils von Quellen sowie in der Reussebene zum Teil vom Grundwasser gefasst.

Durch Uri führt wegen des Gotthards eine der wichtigsten Transitachsen in Europa. 1830 wurde eine fahrbare Strasse über den Pass erstellt. 1882 wurde die Gotthardbahn eröffnet, deren Bau grosse Veränderungen in der Landschaft brachte. Seit 1980 führt die Nationalstrasse A2 vom Seelisberg- zum Gotthardtunnel. Damit ergab sich ein grosses Verkehrsaufkommen. Die Schadstoffe des Verkehrs machten die Umweltbelastung zum Thema. Ungelöst ist weiterhin auch der hausgemachte Verkehr durch den Hauptort Altdorf. Lärmschutzwände an Autobahnen und an Eisenbahnlinie entstanden. Lärmimmissionen führten aber auch zum Einstellen des Schiessbetriebes in einigen Schützenständen.

Ende Juni 2007 wurde von den 20 Gemeinden des Kantons Uri „Abwasser Uri“ als öffentlich-rechtliche Aktiengesellschaft mit Sitz in Altdorf gegründet. „Abwasser Uri“ leistet die Abwasserbewirtschaftung im ganzen Gebiet des Kantons Uri. Dazu stehen insgesamt zwölf Abwasserreinigungsanlagen in unterschiedlichen Dimensionen sowie ein ausgedehntes Leitungsnetz zur Verfügung.

Naturforschende Gesellschaft Uri, Geologie des Kantons Uri, S. 7 ff.

Abstimmungen zur Umwelt

Datum Titel E/K UR CH
25.10.1908 Nutzbarmachung von Wasserkräften E Ja Ja
06.12.1953 Schutz der Gewässer gegen Verunreinigung E Ja Ja
05.12.1954 Schutze der Stromlandschaft Rheinfall-Rheinau E Nein Nein
13.05.1956 Erteilung von Wasserrechtskonzessionen durch den Bund (Rheinau-Initiative) E Nein Nein
24.11.1957 Atomenergie und Strahlenschutz E Ja Ja
07.12.1958 Nutzbarmachung des Spöl (Abkommen über die Nutzbarmachung der Wasserkräfte) E Ja Ja
29.05.1960 Gesetz über den Gewässerschutz K Ja -
05.03.1961 Schutz des heimatlichen Dorf- und Landschaftsbildes K Ja -
27.05.1962 Artikel über den Natur- und Heimatschutz in der Bundesverfassung E Ja Ja
16.12.1962 Konzession KW Bürglen II EWA K Ja -
06.06.1971 Verfassungsartikel über den Umweltschutz E Ja Ja
04.03.1973 Referendum gegen die kantonale VV zum BG über Jagd und Vogelschutz K Nein -
02.12.1973 Tierschutzartikel E Ja Ja
07.12.1975 Wasserwirtschaft E Ja Ja
28.05.1978 12 Autofreie Sonntage E Nein Nein
03.12.1978 Tierschutzgesetz E Ja Ja
18.02.1979 Wahrung der Volksrechte und der Sicherheit beim Bau und Betrieb von Atomanlagen E Ja Nein
20.05.1979 Revision des Atomgesetzes E Ja Ja
30.11.1980 Wasserbaugesetz K Ja -
30.11.1980 Wasserbaugesetz K Ja -
27.09.1981 Gesetz über den Gewässerschutz K Ja -
26.09.1982 Gegenentwurf zur umweltfreundlichen Energiepolitik K Nein -
26.09.1982 Volksinitiative für eine umweltfreundliche Energiepolitik K Nein -
18.10.1987 Gesetz über den Natur- und Heimatschutz K Ja -
06.12.1987 Zum Schutz der Moore (Rothenhurm-Initiative) E Ja Ja
06.12.1987 Kredit für das Projekt "Waldbauliche Wiederinstanstellung Attinghauser Waldungen" K Ja -
01.05.1988 Kredit für das Projekt "Waldbauliche Wiederinstandstellung Bannwald Altdorf" K Ja -
12.06.1988 Kredit für das Projekt "Waldbauliche Wiederinstandstellung Stägwald, Erstfeld" K Ja -
23.09.1990 Energieartikel in der Bundesverfassung E Ja Ja
23.09.1990 Für den Ausstieg aus der Atomenergie E Ja Nein
23.09.1990 Stopp dem Atomkraftwerkbau (Moratorium) E Ja Ja
16.02.1992 Gewässernutzungsgesetz (GNG) K Ja -
17.05.1992 Für die Rettung unserer Gewässer E Nein Nein
17.05.1992 Neues Gesetz zum Schutz der Gewässer E Nein Ja
06.06.1993 40 Waffenplätze sind genug - Umweltschutz auch beim Militär E Nein Nein
26.11.1995 Gesetz über das Bergregal und die Nutzung des Untergrundes K Ja -
07.06.1998 Zum Schutz von Leben und Umwelt vor Genmanipulation (Gen-Schutz-Initiative) E Nein Nein
18.04.1999 Energiegesetz des Kantons Uri K Ja -
24.09.2000 Gegenentwurf zur Solar-Initiative E Nein Nein
24.09.2000 Für einen Solarrappen (Solar-Initiative) E Nein Nein
24.09.2000 Gegenentwurf: Energielenkungsabgabe für die Umwelt E Nein Nein
09.02.2003 Kantonales Gesetz über den Umweltschutz (KGU) K Nein -
18.05.2003 Volksinitiative "Strom ohne Atom - Für eine Energiewende und die schrittweise Stilllegung der Atomkraftwerke (Strom ohne Atom)" E Nein Nein
18.05.2003 Volksinitiative "MoratoriumPlus - Für die Verlängerung des Atomkraftwerk-Baustopps und die Begrenzung des Atomrisikos (MoratoriumPlus)" E Nein Nein
11.03.2007 Kantonales Umweltgesetz (KUG) K Ja -
08.02.2009 Kreditbeschluss Hochwasserschutzprogramm Uri (Rahmenkredit von Fr. 54'100'00) K Ja -
07.03.2010 Bundesbeschluss zu einem Verfassungsartikel über die Forschung am Menschen E Ja Ja
26.09.2010 Änderung des Gesetzes über das Reussdelta K Ja -
13.02.2011 Änderung des kantonalen Umweltgesetzes (KUG) K Ja -
25.11.2012 Änderung des Tierseuchengesetzes E Nein Ja
14.06.2015 Änderung der Gewässernutzungsverordnung (Verfahren und Entscheid bei Konkurrenzsituationen) K Ja -
14.06.2015 Änderung der Gewässernutzungsverordnung (Verfahren und Entscheid bei Konkurrenzsituationen) K Ja -

 

 

Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 18.5.2014