Gebäude und Anlagen im Detail
Dreifaltigkeitskapelle im Breitlohn
Altdorf
Hellgasse
192 710 / 692 260
/
476
müM Karte: externer Link (swisstopo)
1709 -
Der Breitlohn (ausgedehntes, buschbestandenes Gebiet) erstreckte sich anschliessend an die Kuonsche Matte, von dieser durch eine Quergasse getrennt, längs der Schächentalergasse, rückseits vom Dorfbach begrenzt. Der Name «Breitenlohn» für diesen Bereich 1545 erstmals schriftlich überliefert. Auf der Liegenschaft standen Haus und Garten. Ende des 17. Jhdt. gelangte die Liegenschaft an Karl Anton Püntener von Brunberg (später Landammann, 1619-1675). Sie ging dann an einen der Söhne, Josef Anton Püntener von Brunberg (später Landammann, 1660-1748). Er dürfte auf dem Grundstück den Bau der Dreifaltigkeitskapelle veranlasst haben. Seine besondere Verehrung der Dreifaltigkeit wird deutlich an seinem Porträt, über welchem das Auge Gottes, das Dreifaltigkeitssymbol, steht. Auch das turmartige Gartenhaus, nachträglich an die Kapelle angebaut, dürfte von ihm veranlasst worden sein.
Die Kapelle lag ursprünglich am untern Eck des Grundstücks, an der Abzweigung eines Gässchens, das eine Querverbindung zur Gotthardstrasse herstellte. Die Kapelle ist 1709 erstmals schriftlich belegt: «das Gässlein, so zum Hl. Zweyfaligkeits-Cappelin» führt, 1711 dann «hl. Dreifaltigkeitskapelle».

Um 1790 ist die Kapelle zeigt die Kapelle das heutige Aussehen. Im frühen 19. Jhdt. wurde die Haube des Gartenhausturms durch ein Mansarddach ersetzt. Zu Beginn des 20. Jh. wurde die Kapelle vom Eigentümer als Mehlmagazin gebraucht. 1932 fragte der neue Besitzer, die Firma Dätwyler, den Kirchenrat an, ob er eine Renovation der Kapelle befürworte, ansonsten Abbruch. Gestützt auf den positiven Bescheid blieb die Kapelle erhalten, Abbruch des Gartenhausturms.
Die Wegkapelle hat einen quadratischen Grundriss (4,60 m x 4,50 m). Der Giebel mit vorstehendem Dach ist gegen die Strasse gewandt. Die rundbogige Betrachtungsöffnung hat eine Rautenvergitterung aus Rundstäben. Das mit leichtem Einzug rundbogig schliessende Gemälde zeigt eine Darstellung der Dreifaltigkeit.
 Darstellung der Dreifaltigkeit. Letztes Viertel 17. Jhdt. Christus mit Kreuz und Gottvater mit Dreiecknimbus, frontal zwischen Weltkugel auf Wolken thronend, darüber Heilig-Geist-Taube, umschwebt von Engeln, im untersten Bildstreifen eine Landschaft. - An der Seitenwand der Kapelle Gemälde der Immakulata in Wolken (Öl / Holz, rückseits signiert «Giovanni Valentino. 1739».
Literatur: Gasser Helmi, Altdorf 1. Teil (Die Kunstdenkmäler des Kantons Uri, Band I.I), Basel 2001, S. 260-261, 317.
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