ÜBERSICHT

Gemeinden Übersicht Gebäudearten Funktion Gebäude an Strassen Altdorf 1785 Volltextsuche Zeitraum Architekten

GEBÄUDEARTEN

Alters- und Pflegeheime Bahnhöfe Bauernhäuser Brunnen Bürgerhäuser Burganlagen Denkmäler Fabrikgebäude Gaststätten Gewerbebetriebe Kulturstätten Militäranlagen Öffentliche Gebäude Sakralbauten Schulhäuser Spitäler

ANLAGEN

Deponien Kraftwerkanlagen Kulturflächen Plätze Schutzbauten Schwimmende Anlagen Sportanlagen Verkehrsanlagen Wanderwege

ABGEGANGENE BAUTEN

Gemeinden Übersicht

Gebäude und Anlagen im Detail

EREIGNISSE IM DETAIL

1879  - Sonntag, 20. Juli 1879
Favre wird in Flüelen aufgebahrt
Die Leiche von Ingenieur Louis Favre wird im Haus Ochsen in der grossen Stube des ersten Stocks aufgebahrt.
Müller Robert, Flüelen 1912, S.14.
-------------------------
1879  - Sonntag, 20. Juli 1879
Favre wird in Flüelen aufgebahrt
Die Leiche von Ingenieur Louis Favre wird im Haus Ochsen in der grossen Stube des ersten Stocks aufgebahrt.
Müller Robert, Flüelen 1912, S.14.
-------------------------
1914  -
Deutscher Dichter wohnt im „Ochsen“
Der deutsche Dichter Reinhard Johannes Sorge wohnt mit seiner Frau im dritten Obergeschoss des „Ochsen“.
Müller-Marzohl Adolf, Reinhard Joh. Sorge, Flüelen 1965, S.83.
-------------------------
1914  -
Deutscher Dichter wohnt im „Ochsen“
Der deutsche Dichter Reinhard Johannes Sorge wohnt mit seiner Frau im dritten Obergeschoss des „Ochsen“.
Müller-Marzohl Adolf, Reinhard Joh. Sorge, Flüelen 1965, S.83.
-------------------------
2016  - Mittwoch, 8. Juni 2016
Das älteste Urner Holzhaus in Flüelen gefunden
Bis zum heutigen Zeitpunkt galt das Wohnhaus Buchholz in der Gemeinde Seelisberg mit dem dendrodatierten Baujahr von 1340/43 als das älteste Holzhaus im Kanton Uri. Laufende Bauuntersuchungen im ehemaligen Gasthaus Ochsen in Flüelen zeigen jetzt, dass dieser Ursprungsbau aus dem Jahre 1327 stammt. Mit der Erschliessung des Gotthards für den Warenverkehr erhielt Flüelen um 1200 die Bedeutung einer Hauptstation auf der Gotthardroute. Die gleichzeitige Einrichtung einer Reichszollstätte deutet darauf hin, dass bereits damals eine beträchtliche Menge an Gütern in Flüelen umgeschlagen wurde. Aufgrund der Quellenlage ist anzunehmen, dass im 14. Jahrhundert eine stattliche Anzahl von Gaststätten vorhanden war, welche die Händler und Transporteure als Übernachtungsorte nutzten. Der ehemalige Gasthof Ochsen dürfte eines dieser bedeutenden Gasthäuser gewesen sein. Bis anhin wurde aufgrund der Akten angenommen, dass der «Ochsen» im 16. Jahrhundert erbaut worden ist. Nach dem Entfernen der modernen Wandverkleidungen sowie nach dem Freilegen der Kernbauten ergaben neuste bauarchäologische Erkenntnisse, gestützt auf eine dendrochronologische Analyse (Holzaltersbestimmung aufgrund der Jahrringe), dass das Gebäude Teile von zwei Blockbauten birgt, welche im Jahre 1327 beziehungsweise 1330 errichtet worden sind. Diese beiden Einzelbauten, die durch ihre ausserordentlich qualitätsvolle Zimmermannsarbeit überzeugen, waren um 1350 auf einem immensen, den heutigen Grundriss (15 x 21 Meter) einnehmenden Balkenrost, zu einer stattlichen Gesamtanlage zusammengefügt worden. Heute würde man dies als «Hotelanlage» bezeichnen. Ein Anfang des 17. Jahrhunderts erfolgter massiver Umbau gab dem Gebäude seine heutige stattliche Gestalt. Beeindruckend ist vor allem der strassenseitig gelegene Saal im 1. Obergeschoss. Nicht nur die immense Dimension des Saales mit einer Fläche von 6 x 9 Metern und einer Raumhöhe von 2,6 Metern, sondern auch die immobile und mobile Ausgestaltung ist beeindruckend: Die massive Balken-Bohlendecke mit Scheibendekor ebenso wie die zahlreichen kolorierten Druckgraphiken. Gleichzeitig sind zahlreiche Zeugnisse der mittelalterlichen Volksfrömmigkeit, wie auch des mittelalterlichen Aberglaubens zutage getreten: Geisterbanndübel, ein in einen Schwundriss gelegter Angelhaken und verpflöckte Mensch- und Tierhaare sollten böse Geister oder unliebsame «arme Seelen» vom Hause fernhalten. Die Untersuchungen zum Gebäude sind noch nicht abgeschlossen; derzeit werden diese in einen gesamtwissenschaftlichen Zusammenhang gestellt.
UW 45, 8.6.2016, S. 26
-------------------------
2016  - Mittwoch, 8. Juni 2016
Das älteste Urner Holzhaus in Flüelen gefunden
Bis zum heutigen Zeitpunkt galt das Wohnhaus Buchholz in der Gemeinde Seelisberg mit dem dendrodatierten Baujahr von 1340/43 als das älteste Holzhaus im Kanton Uri. Laufende Bauuntersuchungen im ehemaligen Gasthaus Ochsen in Flüelen zeigen jetzt, dass dieser Ursprungsbau aus dem Jahre 1327 stammt. Mit der Erschliessung des Gotthards für den Warenverkehr erhielt Flüelen um 1200 die Bedeutung einer Hauptstation auf der Gotthardroute. Die gleichzeitige Einrichtung einer Reichszollstätte deutet darauf hin, dass bereits damals eine beträchtliche Menge an Gütern in Flüelen umgeschlagen wurde. Aufgrund der Quellenlage ist anzunehmen, dass im 14. Jahrhundert eine stattliche Anzahl von Gaststätten vorhanden war, welche die Händler und Transporteure als Übernachtungsorte nutzten. Der ehemalige Gasthof Ochsen dürfte eines dieser bedeutenden Gasthäuser gewesen sein. Bis anhin wurde aufgrund der Akten angenommen, dass der «Ochsen» im 16. Jahrhundert erbaut worden ist. Nach dem Entfernen der modernen Wandverkleidungen sowie nach dem Freilegen der Kernbauten ergaben neuste bauarchäologische Erkenntnisse, gestützt auf eine dendrochronologische Analyse (Holzaltersbestimmung aufgrund der Jahrringe), dass das Gebäude Teile von zwei Blockbauten birgt, welche im Jahre 1327 beziehungsweise 1330 errichtet worden sind. Diese beiden Einzelbauten, die durch ihre ausserordentlich qualitätsvolle Zimmermannsarbeit überzeugen, waren um 1350 auf einem immensen, den heutigen Grundriss (15 x 21 Meter) einnehmenden Balkenrost, zu einer stattlichen Gesamtanlage zusammengefügt worden. Heute würde man dies als «Hotelanlage» bezeichnen. Ein Anfang des 17. Jahrhunderts erfolgter massiver Umbau gab dem Gebäude seine heutige stattliche Gestalt. Beeindruckend ist vor allem der strassenseitig gelegene Saal im 1. Obergeschoss. Nicht nur die immense Dimension des Saales mit einer Fläche von 6 x 9 Metern und einer Raumhöhe von 2,6 Metern, sondern auch die immobile und mobile Ausgestaltung ist beeindruckend: Die massive Balken-Bohlendecke mit Scheibendekor ebenso wie die zahlreichen kolorierten Druckgraphiken. Gleichzeitig sind zahlreiche Zeugnisse der mittelalterlichen Volksfrömmigkeit, wie auch des mittelalterlichen Aberglaubens zutage getreten: Geisterbanndübel, ein in einen Schwundriss gelegter Angelhaken und verpflöckte Mensch- und Tierhaare sollten böse Geister oder unliebsame «arme Seelen» vom Hause fernhalten. Die Untersuchungen zum Gebäude sind noch nicht abgeschlossen; derzeit werden diese in einen gesamtwissenschaftlichen Zusammenhang gestellt.
UW 45, 8.6.2016, S. 26
-------------------------

 
GEMEINDEN

Altdorf mit Eggbergen
Andermatt
Attinghausen mit Brüsti
Bürglen
Erstfeld
Flüelen
Göschenen
Gurtnellen mit Wiler und Intschi
Hospental mit Zumdorf
Isenthal
Realp
Schattdorf mit Haldi
Seedorf mit Bauen
Seelisberg mit Treib und Rütli
Silenen mit Amsteg und Bristen
Sisikon mit Tellsplatte
Spiringen mit Urnerboden
Unterschächen
Wassen mit Meien

 

Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 16.08.2022