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ABGEGANGENE BAUTEN

Gemeinden Übersicht

Gebäude und Anlagen im Detail



Kapelle St. Joseph
Altdorf
St. Josefsweg  
/ / müM
Karte: externer Link (swisstopo)
1901 -

Zu Ende des 19. Jhdt. plante der Besitzer der St. Josephsmühle, Franz Huser, einen Kapellenneubau auf einem oberhalb der alten Kapelle gelegenen Areal. 1898 lagen Kostenvoranschlag und Pläne für ein Kirchlein in neuromanischen Formen vor, mit grosser Vorhalle und Sakristeiannex. Eine von Architekt Mariotti gezeichnete Ansicht wurde einem Schreiben zur Geldersammlung beigegeben. 1901 erfolgte die Bauausführung in vereinfachter Form, nach Plänen von Clemens Steiner, Schwyz, im Oktober war die Kapelle unter Dach, 1902 folgten noch Ausgestaltung und Ausstattung.

Das Äussere zeigt einen dreiseitig schliessenden Chor, auf der einen Seite einen Sakristeiannex mit Dachreiter. Nur in der Profilierung der Portaleinfassung und in der Rundbogigkeit der Fenster haben sich romanische Reminiszenzen bewahrt. Das Innere wirkt neobarock. Das zweiachsige Langhaus, mit Stichkappentonne überwölbt, an den Wänden mit stuckierten Doppelpilastern gegliedert. Beidseits des Chorbogens Statuen der Hl. Josef und Benedikt. Über Chorbogen Ausmalung: auf Wolken links Josef, rechts Benedikt, darüber Gottvater mit Hl. Geist. (J. Heimgartner). Im Chorbogen hängend Kruzifixus (seit 1977 ein solches von 1902 ersetzend). Im Deckenspiegel Tod des hl. Josef, signiert «J. Heimgartner 1938».



An der Eingangswand Dedikationsbild: Links die alte Kapelle, daneben Gruppe um Straumeyerschild, rechts die neue Kapelle mit Huserschild und der Stifterfamilie, in der Mitte übergibt P. Meinrad Bechtinger kniend dem hl. Josef ein Modell der neu errichteten Mariannhillergebäulichkeiten. An der Eingangswand Dedikationsbild an der Eingangswand: Links die alte Kapelle, daneben Gruppe um Straumeyerschild, rechts die neue Kapelle mit Huserschild und der Stifterfamilie, in der Mitte übergibt P. Meinrad Bechtinger kniend dem hl. Josef ein Modell der neu errichteten Mariannhillergebäulichkeiten.

1927: Der Mariannhiller Missionsverein übernimmt mit dem Anwesen auch die Kapelle samt Mobiliar und Kapellenfond. Errichtung eines Tabernakels.
1928: Anbringung eines Kreuzwegs, Farbdrucke nach Fugels Kreuzweg in St. Josef, München, Rahmen von Schreiner Huonder, elektrisches Licht.
1929: Die Kapelle wird geweisselt (Franz Bär und Mariannhillerbrüder), ein Chorgitter von Schlosser Griesemer angebracht; Gitterumzäunung des Kapellengartens. Neue Kreuzwegstationen in Relief von Kunstschnitzer Mussner, St. Ulrich, Südtirol.
1935: Bewilligung der Urner Regierung zur Anlegung eines kleinen Friedhofs.
1937/38: Renovation der Kapelle, Leitung P. Meinrad Bechtiger, unter Beizug von Josef Steiner, Schwyz, der den Entwurf für den neuen Altar für die Wiederverwendung des alten Josefsbilds macht. Gleichzeitig Ausmalung des Schiffs durch Josef Heimgartner.
1976/77 Gesamtrestaurierung, Leitung Architekt Kurt Denzler, gemäss Richtlinien des Urschweizer Denkmalpflegers Alois Hediger. Am Äussern vereinfachte Fenstereinfassungen, im Innern Entfernung des Chorgitters, der gerahmten Heimgartner-Bilder und der Kreuzwegreliefs.
2021: Renovation.

Literatur: Gasser Helmi, Altdorf 1. Teil (Die Kunstdenkmäler des Kantons Uri, Band I.I). Basel 2001, S. 261-262. Zeichnung nach K.F. Lusser, Grosses Skizzenbuch, StAUR GSB_345.01_Lusser; UW 21, 17.03.2021, S. 10.

VORGÄNGERBAUTEN ODER ANLAGEN



Alte Kapelle St. Joseph
1703 - 1902

Ausgang des 17. Jahrhunderts befand sich auf der Hofstatt, «Hartolfingen» genannt, am Kapellenstandort nur ein Gaden. 1699 wurde auf der Liegenschaft eine Mühle errichtet. 1703 ist die Kapelle erstmals schriftlich belegt. Sie dürfte als «S. Joseph», entweder von Joh. Peter Steiger oder Joh. Caspar Gnos erbaut worden sein. Sie verlieh fortan dem ganzen Gebiet ihren Namen «bey St. Joseph». Selbst der Müller wurde «Chapelen Müller» genannt. Eine Aufwertung widerfuhr der Kapelle durch die Stiftung der Straumeyerpfründe (1735), welche festlegte, dass ihr Kaplan jeden Mittwoch in St. Joseph eine Messe lesen müsse.
Die kleine rechteckige Wegkapelle (ca. 5 m x 4 m) stand nicht an der Stelle der heutigen Kapelle, sondern ihrer Eingangsfront gegenüber, auf dem so genannten Rossmätteli, am Eck St. Josephsgasse / Neumühlegasse (heute Gassenverbreiterung und Parkplatz).
Die betretbare Kapelle wandte ihren Eingangsgiebel der St. Josephsgasse zu, mit weit vorstehendem Dach, das beidseits durch einen auf einem Brüstungsmäuerchen stehenden Pfosten abgestützt war; offener Dachreiter mit kleiner Zwiebel. - Erhalten blieb das Altargemälde.

1744: Maria Kunigunde Jauch-Stricker, Witwe von Landammann Joh. Sebastian Jauch, wird Besitzerin des Anwesens. Der Kapelle gilt ihr besonderes Augenmerk.
1745: Witwe Jauch lässt bei Peter Ludwig Keiser, Zug, eine Glocke anschaffen und einen Glockenreiter erstellen.
1751: Witwe Jauch veräussert die «Capelen Mühle» an Johann Gisler. Sie bedingt sich aus, im Haus stets einen Platz für den Paramentekasten zur Verfügung zu halten. Sie behält sich und ihren Nachkommen vor, für die Kapelle weiterhin disponieren zu können. Der Kapellenfond wurde demzufolge bis ins 20. Jhdt. von der Familie Jauch verwaltet.
1853: die Kapelle erstmals bildlich belegt.
1902: Da sich die vielbesuchte Kapelle im späteren 19. Jhdt. als zu klein erweist; zudem ist sie baufällig geworden.

Literatur: Gasser Helmi, Altdorf 1. Teil (Die Kunstdenkmäler des Kantons Uri, Band I.I). Basel 2001, S. 261-262. Zeichnung nach K.F. Lusser, Grosses Skizzenbuch, StAUR GSB_345.01_Lusser.


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EREIGNISSE IM DETAIL

1927  - Freitag, 9. September 1927
Mariannhiller Missionsverein übernimmt Liegenschaft St. Joseph
Der Mariannhiller Missionsverein übernimmt mit dem Anwesen auch die Kapelle St. Joseph samt Mobiliar und Kapellenfond.
Gasser Helmi, Altdorf 1. Teil (Die Kunstdenkmäler des Kantons Uri, Band I.I). Basel 2001, S. 261-262.
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1927  - Dienstag, 8. November 1927
Die Kapelle St. Joseph erhält einen Tabernakel
Die Marianhiller Mission erhält für die Kapelle St. Joseph die bischöfliche Erlaubnis zur Errichtung eines Tabernakels zur Aufbewahrung der geweihten Hostien. Schlosser Griesemer erstellt diesen, Schreiner Huonder macht die nötigen Altarveränderungen.
Gasser Helmi, Altdorf 1. Teil (Die Kunstdenkmäler des Kantons Uri, Band I.I). Basel 2001, S. 261-262.
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Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 16.08.2022