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Brauchtumsgeschichte Kirchengeschichte Kulturgeschichte Sportgeschichte Verkehrsgeschichte

Ereignisse in der Zeit von 1803 und 1848/50

1803  / Samstag, 29. Januar 1803
Debatte über die Verfassung
Die Verfassung der gesamten Eidgenossenschaft wird von Vertretern der Unitarier und der Föderalisten mit dem ersten Konsul in einer siebenstündigen Sitzung in Paris beraten. Die Verfassung der einzelnen Kantone debattieren die Delegationen mit französischen Kommissären.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Geschichte des Landes Uri, Bd 2 b, S. 42.
        
1803  / Donnerstag, 6. Januar 1803
Erste Predigt in der neuen Pfarrkirche
An Dreikönigen hält der junge Priester Karl Martin Lusser von Altdorf die erste Predigt in der wieder aufgebauten Pfarrkirche.
Quellen / Literatur: Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Band 1, S. 1.
        
1803  / Sonntag, 27. März 1803
Landsgemeinde beauftragt Landrat mit dem Vollzug klerikaler Sittenpostulate
Die Landsgemeinde beauftragt den Landrat mit dem Vollzug der klerikalen Sitten-Postulate.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Geschichte des Landes Uri, Bd 2 b, S. 48.
        
1803  / Dienstag, 8. März 1803
Programm der Priesterschaft zur Hebung der Sitte
Das Priesterkapitel reicht der zuständigen Landeskommission ein ausführliches Programm zur Hebung der während der Revolutionszeit angeblich zerrütteten Sitten und der geschädigten Kirchlichkeit ein. Religionswidrige Schriften seien zu verbieten. Der Landsgemeindeeid solle ergänzt werden durch einen Eid auf die Religion. Die spärlich niedergelassenen Reformierten sollen einen Eid des Respektes auf die «herrschende Religion» schwören. Der Staat wird aufgefordert, bei der Durchsetzung der Sonntagsheiligung, des Besuches von Gottesdienst und Christenlehre mitzuwirken, weil Unwissenheit zum Laster führe. Zur Bekämpfung der vermeintlich grassierenden Ausschweifung, von Geilheit, Hurerei, Ehebrüchen und Laster sei das Strafrecht zu verschärfen. Luxus und fremde Moden müssten verboten werden. Zur Überwachung des Volkes und zur Bestrafung jeglichen Unfugs schlug der Klerus die Einrichtung von dörflichen Sittengerichten vor, bestehend aus Ratsherren, Kirchenvogt und Pfarrer. Das Schulwesen, die Lateinschulen und die Schulen in den Dörfern müsse gefördert werden, wozu die Geistlichkeit ihre Hilfe anbiete. Schliesslich fordert der Klerus die Einsicht in die Kirchengüter und zu seiner Entlastung die Einsetzung von Pfrundvögten. Die Kirchengüter müssten zur Sicherung des Einkommens der Seelsorger unantastbar bleiben.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Geschichte des Landes Uri, Bd 2 b, S. 47 f.
        
1803  / Sonntag, 2. Januar 1803
Einzug in die neue Pfarrkirche
Nach dem Dorfbrand von Altdorf 1799 wurde die Kapelle beim Oberen Heiligkreuz für die Gottesdienste benutzt. Mit einer Prozession findet der Einzug in die wieder aufgebaute Pfarrkirche statt. An dem Einzug nehmen Pfarrherr Karl Josef Ringold und Commissarius Karl Martin Arnold sowie die gesamte Ortsgeistlichkeit teil.
Quellen / Literatur: Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Band 1, S. 1.
        
1803  / Dienstag, 2. August 1803
Tagsatzung genehmigt das Verhältnis zwischen Uri zu Ursern
Die Tagsatzung genehmigt das Verhältnis zwischen Uri zu Ursern. Ursern ist nun die elfte Genosssame des Landes und übernimmt als solche die entsprechenden Rechte und Pflichten, in den Landesbehörden, im Militär wie bei den Staatsfinanzen. Das Tal besitzt im Rahmen der Landesgesetze die Autonomie in den Allmend- und Gerichtssachen.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Geschichte des Landes Uri, Bd 2 b, S. 46.
        
1803  / Samstag, 30. Juli 1803
Landrat befasst sich mit der Hebung des Schulwesens
Der Landrat beansprucht erstmals eine umfassende Weisungsbefugnis für die Schulen.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Geschichte des Landes Uri, Bd 2 b, S. 50.
        
1803  / Mittwoch, 9. März 1803
Freudiger Empfang für Ratsherr Emanuel Jauch
Ratsherr Emanuel Jauch, der nachmalige Pannerherr, welcher den Stand Uri bei der helvetischen Konsulta vertrat, kommt von Paris zurück und wird schon in Flüelen mit Freudenschüssen und herzlichen Beglückwünschungen begrüsst. Er habe endlich eine Verfassung nach Hause gebracht, die weit besser war, als man bei der Abreise habe hoffen dürfen. Am Abend wird manches «Schöpplein Welscher» auf Jauchs und «des grossen und mächtigen Vermittlers» Gesundheit geleert.
Quellen / Literatur: Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Bd. 2, S. 130.
        
1803  / Sonntag, 27. November 1803
Die neue grosse Glocke zu St. Martin wird getauft
In Altdorf wird die neue grosse Glocke von 38 q von Pfarrer Ringold getauft. Paten sind Landammann Thaddäus Schmid und Frau Hauptmann Viktoria Müller, geborene von Roll, welche je 8 Louisdors daran schenken.
Quellen / Literatur: Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Bd. 1, S. 122.
        
1803  / Dienstag, 26. April 1803
Spitalrat bestellt Ausschuss für Wiederaufbau des Fremdenspitals
Der wieder eingesetzte Spitalrat bildet für die Wiederherstellung des Spitals einen Ausschuss, dem an erster Stelle Spitalvogt Franz Josef Zwyssig angehört. Wegen immer noch knapper Mittel kann neben der Wiederherstellung der Dächer und den inneren Geschosskonstruktionen nur das untere Gebäude voll ausgebaut werden.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 76.
        
1803  / Sonntag, 20. März 1803
Spitalverwaltung wird wieder eingesetzt
Nachdem während der Helvetik die Spitalverwaltung aufgelöst war, setzt die Dorfgemeinde den Spitalrat wieder in seine alten, vom Dorf verliehenen Rechte ein.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 74.
        
1803  / Dienstag, 12. Juli 1803
Gemeinderat Altdorf fordert den Wiederaufbau des Türmli
Der Gemeinderat richtet an die Regierung das Gesuch, "das Denkmal Wilhelm Tells, so alle Durchreisenden betrachten, nemlich das Thürmlein" wieder herzustellen.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 39.
        
1803  / Mittwoch, 28. Dezember 1803
Bau einer obrigkeitlichen Sust wird bestätigt
Die Urner Regierung bestätigt den Bau einer obrigkeitlichen Sust.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 64.
        
1804  / Mittwoch, 22. Februar 1804
Landräte haben in Amtskleidung zu den Sessionen zu erscheinen
Der Fronfasten-Landrat verordnet, dass die Herren Räte wiederum in ehemaliger Staatskleidung mit schwarzem Mantel und weissem Kragen erscheinen sollen.
Quellen / Literatur: Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Bd. 2, S. 9.
        
1804  / Samstag, 29. Dezember 1804
Der Landrat erlässt eine Volksschulordnung
Der Landrat erlässt erstmals eine Volksschulordnung und ernennt als ausführende Spezialbehörde die Zentralschulkommission. Die Schulordnung verpflichtet alle Gemeinden zu einer Winterschule, die möglichst unentgeltlich in angemessenen Räumen anzubieten und unter die direkte Aufsicht des Pfarrers zu stellen war. Von den Lehrern waren Beherrschung des Schulstoffes, tadelloser Charakter und pädagogische Fähigkeiten verlangt. Lesen, Schreiben und Rechnen müssen nach der Methode und den Lehrmitteln von St. Urban vermittelt werden. Die Zentralschulkommission setzt sich aus fünf Klerikern und fünf Laien zusammen.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Geschichte des Landes Uri, Bd 2 b, S. 50.
        
1804  / Mittwoch, 19. Dezember 1804
Neue Sust- und Passordnung wird verabschiedet
Nach Rücksprache mit Schwyz, Luzern und Tessin wird die neue Sust- und Passordnung verabschiedet.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Geschichte des Landes Uri, Bd 2 b, S. 52.
        
1804  / Sonntag, 6. Mai 1804
Landsgemeinde beschliesst Einschränkung der Niederlassungsfreiheit
Die Urner Landsgemeinde beschliesst Einschränkungen der Niederlassungsfreiheit. Die Hauptpunkte sind: Verbot des reformierten Kultus; Heimatschein und guter Leumund sowie zugesichertes Recht auf Rückschaffung; Erlaubnis zur Ausübung nur eines Gewerbes; Hinterlegung einer Kaution von 300 Gulden für Erwachsene und von 100 Gulden für Minderjährige; Mittragen aller öffentlichen Lasten; Zuständigkeit des Landrates, von den Niedergelassenen direkte Sondersteuern zu erheben; ausschliessliche Zuständigkeit des Landrates, eine Niederlassung definitiv zu erlauben; Haftbarkeit der Gemeinde bei Missachtung der Vorschriften.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Geschichte des Landes Uri, Bd 2 b, S. 54.
        
1804  /
Wölfe am Furkapass
Es zeigten sich Wölfe am Furkapass.
Quellen / Literatur: www.urikon.ch
        
1804  / Dienstag, 27. November 1804
Der Kanton Tessin hat Uri für den Zoll zu entschädigen
Nachdem die eidgenössische Liquidationskommission geurteilt hat, dass die Zollgüter von Dazio Grande urnerisches Eigentum, treten die beiden Stände in Verkaufsverhandlungen. Der Vertrag über einen Verkauf der Zollgüter verlangt für das Zollhaus, die Kapelle, die Ställe und die Landstücke 18’000 Gulden.
Quellen / Literatur: Stadler Hans, Zollstation und Gasthaus Dazio Grande in Morasco, in: GF Bd 148 (1995); S. 131.
        
1805  / Sonntag, 13. Januar 1805
Wieder Musausteilung
Nachdem die Musausteilung während der Helvetik ausgesetzt hat, wird nach dem Ende Helvetik, einmal wöchentlich wieder eine warme Mahlzeit an die Armen abgegeben.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 74.
        
1805  / Montag, 6. Mai 1805
Bau einer neuen Sust in Altdorf wird beschlossen
Die Landsgemeinde beschliesst, in Altdorf eine allgemeine Sust zu bauen. Der Landrat wird bevollmächtigt, eine zeitgemässe Sust- und Passordnung zu erlassen sowie Sustmeister und Sustgehilfen anzustellen.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Geschichte des Landes Uri, Bd 2 b, S. 52.
        
1805  / Freitag, 15. Februar 1805
Liegenschaft Von Roll wird für Neubau des Rathauses angeboten
Witwe Waldburga Müller-Gehrig hat das Areal des ausgebrannten Von-Roll-Hauses für den Neubau des Rathauses zum Kauf angeboten. Es ist zudem eine Neubauvariante für diesen Platz erstellt worden. Der Landrat entscheidet sich jedoch für den alten Standort. Für die Instandstellung gibt die Gemeinde.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 184 f.
        
1805  / Donnerstag, 31. Januar 1805
Gemeinden werden um Mithilfe beim Neubau des Rathauses ersucht
Die obrigkeitliche Kommission für den Neubau des Rathauses ersucht die Gemeinden um Materialbeiträge, besonders Hartholz und Sagholz. Nebst anderen sichert Bürglen und Isenthal je zehn Stöcke zu. Flüelen verpflichtet sich für Sand. Einzelne Gemeinden übernehmen auch Fronarbeit. Zudem hat jede Altdorfer Haushaltung einen Arbeitstag an den Rathausbau zu leisten.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 21.
        
1805  / Dienstag, 22. Januar 1805
Neue Spitalordnung
Nach dem Untergang der Helvetik wird eine neue Spitalordnung, aufgesetzt von Spitalschreiber Josef Maria Gisler, genehmigt.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 74.
        
1805  / Freitag, 15. Februar 1805
Das neue Rathaus soll am alten Standort bleiben
Der Landrat fällt den Grundsatzbeschluss, für den Rathausneubau den bisherigen Standort beizubehalten. Daraufhin fordert die Kommission Steinwerkmeister Purtschert zur Vervollständigung der Pläne sowie zu deren farbigen Ausgestaltung auf. Ebenso zur unverzüglichen Ausarbeitung eines Kostenvoranschlags. Für die zeitaufwändigen Bausteinarbeiten sind bereits im Lauf des März acht bis zehn Steinhauer auf dem Platz.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 21.
        
1805  / Dienstag, 30. April 1805
Übereinkunft mit Baumeister Niklaus Purtschert
Gemäss Übereinkunft mit Baumeister Niklaus Purtschert, Luzern die Direktion über Maurer-, Steinhauer- und Zimmermannsarbeit, unter Einbezug von Rissen und Plänen um 60 Louisdors (780 Gulden), nebst einem Trinkgeld von wenigstens 10 Louisdors (130 Gulden), wenn die Arbeit zur vollen Zufriedenheit beendet ist. Purtschert soll zudem gegen Vergütung die Stein- und Holzlisten aufstellen und die Spedition der Bausteine veranlassen.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 21.
        
1806  /
Erster Pfarrer von Bauen wird gewählt
Mit der Wahl von Kaspar Würsch wählen die Kirchgenossen von Bauen ihren ersten Pfarrherrn.
Quellen / Literatur: Helmi Gasser, Kunstdenkmäler, Band II, S. 327.
        
1806  / Sonntag, 5. Oktober 1806
Beim Rathaus-Neubau wird der Firstwein spendiert
Beim Neubau des Rathauses kann der Firstwein spendiert werden.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 22.
        
1806  / Donnerstag, 15. Mai 1806
Bauen ersucht die Landsgemeinde, Land zugunsten des Kirchenbaus versteigern zu dürfen
Die Gemeinde Bauen gelangt an die die Landsgemeinde mit dem Ersuchen, die «Goetschenrütty» zugunsten der Vergrösserung der Kirche und der Anschaffung einer Glocke versteigern zu dürfen. Da im Bereich der Kapelle nur ein schmaler Uferstreifen bestand, war die erste Voraussetzung, das Areal zu vergrössern; es musste fast die Hälfte des Friedhofs mittels Auffüllens in den See hinausgebaut und durch eine seeseitige Mauer abgeschlossen werden. Diese Arbeit ausgeführt.
Quellen / Literatur: Helmi Gasser, Kunstdenkmäler, Band II, S. 327.
        
1806  / Sonntag, 2. November 1806
Bauen beschliesst den Kirchenbau
Die Dorfgemeinde von Bauen beschliesst einmütig, eine neue Kirche zu bauen.
Quellen / Literatur: Helmi Gasser, Kunstdenkmäler, Band II, S. 327.
        
1807  / Dienstag, 21. April 1807
Dorfgemeinde von Bauen beschliesst definitiv den Kirchenbau
Ermutigt von der zusammengebrachten Spendensumme beschliesst die Dorfgemeinde von Bauen definitiv «mit grosser Bedenklichkeit» den Kirchenbau auszuführen. Es wird eine weitere und eine engere Baukommission gewählt, der Pfarrer Kaspar Würsch und die Ratsherren Andreas Infanger und Franz Josef Aschwanden (Zimmermeister) angehören.
Quellen / Literatur: Helmi Gasser, Kunstdenkmäler, Band II, S. 327.
        
1807  / Sonntag, 10. Mai 1807
Die Vergnügungssteuer wird geboren
An der Nachgemeinde wird die Vergnügungssteuer geboren. Wer es sich leisten konnte, mit gedungenen oder bezahlten Spielleuten Tänze abzuhalten, sollte auch in die Staatskasse eine kleine Abgabe bezahlen können.
Quellen / Literatur: UW 14/1909
        
1807  / Samstag, 7. November 1807
Kanton kauft Liegenschaft zur Freihaltung des Rathauses
Der Kanton kauft um 158 Gulden von Witwe Lauener den hinter dem Rathaus gelegenen Bauplatz „um jede schädliche Verbauung“ des Rathauses zu verhindern.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 214.
        
1807  / Montag, 2. März 1807
Gemeinderat möchte Sitzungen im Rathaus abhalten
Der Altdorfer Gemeinderat ersucht darum, das Rathaus wiederum für Sitzungen benützen zu dürfen, was mit einigen Auflagen bewilligt wird.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 22.
        
1808  / Donnerstag, 28. April 1808
Erster Fundamentstein für die Kirche wird gesetzt
In Bauen wird der erste Fundamentstein für den Kirchenneubau gesetzt. Auch .die Lizenz des konstanzischen Generalvikars triff ein, dass an Sonn- und Feiertagen für den Kirchenbau gearbeitet werden dürfe und der Ortspfarrer die Ecksteinweihe selber vornehmen könne.
Quellen / Literatur: Helmi Gasser, Kunstdenkmäler, Band II, S. 327.
        
1808  / Mittwoch, 21. Dezember 1808
Ankenwaage soll wieder aufgebaut werden
In einem von der Regierung in Auftrag gegebenen Gutachten kommt die Rathausbaukommission zum Schluss, auch die Ankenwaage wieder voll auszubauen, insbesondere im Hinblick auf die dann wieder zur Verfügung stehenden drei Beamtenwohnungen. Bei der noch immer höchst angespannten Finanzlage hatte zunächst die bereits beschlossene Wiederherstellung von Schule und Türmli Vorrang, umso mehr, als Funktionen der Ankenwaage durch das Rathaus (Kanzlei) und die Kantonalsust (Waage) bereits abgedeckt sind.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 53.
        
1808  / Montag, 15. August 1808
Bach in Bauen richtet grossen Schaden an
Der Bach in Bauen bricht nach einem Unwetter um 4 Uhr aus, schwemmt drei Brücken und viele Bäume weg und versaart das Pfarrhaus mit Garten zwei Klafter tief mit Steinen und Schuttmaterial. Mit Schutt und Steinen überdeckt wird auch die Liegenschaft des Wirtshauses von Johann Josef Zwyssig, dem Vater von Pater Alberik Zwyssig.
Quellen / Literatur: Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Bd. 1, S. 103.
        
1808  / Dienstag, 10. Mai 1808
Brandplatz wird Werkplatz für den Wiederaufbau des Rathauses
Beim Wiederaufbau des Rathauses wird die dahinter liegende ebenfalls abgebrannte Liegenschaft als Werkplatz für den Wiederaufbau des Rathauses benützt. erlaubte die Besitzerin, das Areal als Werkplatz zu benützen. Für die dreijährige Beanspruchung vergütet man der Besitzerin Frau Lauener 39 Gulden.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 214.
        
1808  / Mittwoch, 21. Dezember 1808
Gemeinde soll für Wiederaufbau der "Metzg" besorgt sein
Die Rathausbaukommission befürwortet in einem Gutachten den Wiederaufbau der „Metzg“. Dies könne jedoch vom Land Uri wegen der andern Bauaufgaben kaum realisiert werden. Die Kommission schlägt vor, deren Wiederaufbau der Gemeinde anzutragen. Das Vorgehen wird auch vom Landrat gebilligt.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 87.
        
1808  / Samstag, 1. Oktober 1808
Zerstörte Ankenwaage erhält Ziegeldach
Wegen des schlechten baulichen Zustands der als Gefängnis dienenden ehemaligen Archivgewölbe in der Ankenwaage erteilt der Regierungsrat der Rathauskommission den Auftrag, diese unverzüglich mit einem Ziegeldach überdecken zu lassen.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 52.
        
1808  / Donnerstag, 30. April 1908
Zentralheizung für das Rathaus
Im Rathaus wird eine Zentralheizung eingerichtet. Dies bedingt den Aushub eines zusätzlichen Kellers für einen Kessel- und einen Kohlenraum. Da für das Legen der Leitungen die Sandsteinplatten der Gänge aufgerissen werden müssen, beschliesst man, an deren Stelle Mosaikplättchenböden anzubringen. Durch die Zentralheizung werden auch die Kachelöfen überflüssig. Sie werden - mit Ausnahme des grossen Ofens im Landratssaal - versteigert. Die beiden weissen Rundöfen aus der kleinen Ratsstube und dem Abstandszimmer fanden keinen Abnehmer.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 28.
        
1808  / Donnerstag, 21. April 1808
Altdorf stellt Bauholz für den Neubau eines Schulhauses zur Verfügung
Der Landrat nimmt zustimmend Kenntnis vom Angebot der Gemeinde, an den neuen Schulhausbau 30 Stöcke Bauholz zur Verfügung zu stellen.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 59.
        
1808  / Donnerstag, 25. August 1808
Angebot für Uhr am Türmli
Nachdem die Gemeinde Altdorf dem Land Uri die Uhr des Unteren Hl. Kreuzes für das Türmli zum Kauf angeboten hat, beschliesst der Landrat das Türmli so bald wie möglich wiederherzustellen und für die Uhr eine Kostenschätzung einzuholen.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 39.
        
1808  / Mittwoch, 9. November 1808
Hausplätze auf der Gerbe kommen erneut in Liquidation
Durch Liquidation erwirbt Johann Schillig die beiden abgebrannten Hausplätze, „die Gerbe genannt“, um 1100 Gulden. Der Preis lässt darauf schliessen, dass das Haus schon einigermassen wiederhergerichtet war.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 213.
        
1809  /
Obrigkeitlicher Befehl zum Zusammenschluss der Schiffahrtsgesellschaften
Wegen dauernden Streitigkeiten zwischen den zwei Flüeler Schiffahrtsgesellschaften bestimmt eine Landratserkanntnis, dass die beiden Flüeler Schiffahrtsgesellschaften zur "Theilfahrenden Schiffahrts-Gesellschaft" zusammengeschlossen und unter besondere staatliche Aufsicht gestellt werden. Von nun an galt die eigentliche staatliche Protektion der Urinauengesellschaft, deren Mitglieder als die "patentierten Urner Schiffer" erklärt wurden. In der Schiffahrtsordnung von 1809 wird ausdrücklich festgehalten, dass "jeder Schiffmann oder Angestellter" sich "besonders vor Trunkheit hüten" soll.
Quellen / Literatur: Fryberg Stefan, Urnersee, S. 16, 19.
        
1809  / Samstag, 18. Februar 1809
Schulhausbau soll in Altdorf auf der Liegenschaft Püntener erfolgen
Gestützt auf die Pläne von Bruder Natter von Einsiedeln beschliesst die Baukommission, das neue Schulhaus auf der Liegenschaft Püntener zu erbauen. Die Gesamtkosten betragen 13‘672 Gulden. Bereits zwei Tage später erfolgt der Kauf dieses Hausplatzes mit Stall und Garten, nebst ausgearbeitetem Bauholz, Dachlatten und Gipslatten um 1400 Gulden. An den folgenden vier Tagen finden die Unterredungen mit Bruder Jakob Natter statt. Es ergeht der Beschluss, alle Fenstereinfassungen in Sandstein auszuführen sowie Kalk, Sand und Sandsteine anzuschaffen. Holz liegt schon bereit. Sowohl Zimmer- wie Maurerarbeit werden nicht im Verding, sondern im Taglohn vergeben. Die Arbeiten stehen unter der Aufsicht eines entlöhnten Sachverständigen. Vom Bauplatz werden 51 Fuhren Schutt weggeschafft.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 59.
        
1809  / Freitag, 12. Mai 1809
Rathaus Altdorf – Differenzen mit Baumeister Purtschert
Nachdem Baumeister Purtschert die Forderung vorgelegt hat, ihm für seine Arbeit den Akkord nebst Trinkgeld auszubezahlen, wird die Angelegenheit einer Untersuchung unterzogen. Die Baukommission teilt ihm ihr Befremden mit, dass er nicht nur den vollen Betrag verlange, sondern noch ein Trinkgeld. Man sei mit seiner Direktion des Rathausbaus gar nicht zufrieden. Der von ihm angestellte Bauleiter habe verschiedentlich Fehler begangen. Sowohl an der Vorderfassade wie an der Rückfront musste vieles wieder abgebrochen und neu gemacht werden. Die Kamine seien derart fehlerhaft ausgeführt, dass sie ganz erneuert werden müssten. Auch die Steinlieferungen seien nicht reibungslos verlaufen. Zudem sei der Bau noch nicht vollendet. Ohne Verpflichtung, jedoch um „Verdriesslichkeiten“ zu vermeiden und aus grossmütiger Gesinnung, würden Purtschert noch 423 Gulden ausbezahlt, er sei damit aus aller Verpflichtung entlassen.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 24.
        
1809  / Mittwoch, 4. Januar 1809
Schulhausneubau soll in Angriff genommen werden
Die obrigkeitliche Baukommission beschliesst nach dem Rathausneubau als Erstes das Schulhaus wieder zu errichten. Durch einen unparteiischen Fachmann sollen der alte Schulhausplatz an der Kirchgasse und die neu angetragene Liegenschaft Püntener genau untersucht und Pläne erstellt werden. Man wendet sich in dieser Angelegenheit an den Abt von Einsiedeln, mit der Bitte, Bruder Jakob Natter für einige Tage nach Altdorf zu schicken.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 59.
        
1809  / Samstag, 21. Januar 1809
Bruder Natter besichtigt Plätze für Schulhausneubau
Bruder Jakob Natter von Einsiedeln besichtigt die Standorte für ein neues Schulhaus und erstellt für beide Pläne und Kostenvoranschläge.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 59.
        
1810  / Dienstag, 7. August 1810
Strafreglement für die Reinhaltung der Brunnen
Die Gemeinde Altdorf erlässt ein strenges Strafreglement für die Reinhaltung der Dorfbrunnen. Im Hinblick auf den Passverkehr wird dieses auch vom Landrat ratifiziert.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 91.
        
1810  / Dienstag, 6. Februar 1810
Feldmusikanten dürfen den Säbel einstweilen behalten
Der Geheime Rat beschliesst, die angeschafften musikalischen Instrumente dem Landschreiber Anton Müller zur Obsorge anzuvertrauen und ihm für die bisher in dieser Sache gehabten Bemühungen zu danken. Den Feldmusikanten werden die Säbel einstweilen belassen.
Quellen / Literatur: Wymann Eduard; Uris Kriegsbereitschaft im Jahre 1813 und seine Stellung zur Neutralitätsfrage, in: 21. HNbl UR 1915, S. 36 f.
        
1810  / Montag, 6. August 1810
Entscheid für ein Mansarddach am Schulhaus
Die Baukommission begutachtet die Dachstuhlrisse von Zimmermeister Anton Melz und entscheidet sich für ein Mansarddach wie am Kornmagazin (Kollegium) und am Haus Landammann Megnets (Schmiedgasse 18).
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 60.
        
1810  / Montag, 15. Januar 1810
Bruder Natter wird in Einsiedeln gebraucht
Die Baukommission entscheidet sich beim Schulhausneubau zwei Keller auf der Südseite einzurichten. Man hofft, Bruder Jakob Natter auch während des Auf- und Ausbaus als Bauleiter beiziehen zu können. Abt Konrad Tanner vom Kloster Einsiedeln kann jedoch den Bruder wegen klostereigener Bauaufgaben nicht länger zur Verfügung stellen. Dieser kommt Ende April nochmals nach Altdorf, legt den verbesserten Riss vor und trifft noch einige bauliche Anordnungen. Seine Mitarbeit am Schulhausneubau ist hiermit beendet. Mit der Bauaufsicht wird zunächst Maurermeister Johann Grass, später Zimmermeister Anton Melz beauftragt.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 60.
        
1811  / Mittwoch, 3. April 1811
Erfolglose Wolfsjagd
Nachdem man auf einen verspürten Wolf mehrere Jagden und Treibe abgehalten hat, findet unter Anführung von Ratsherr Anton Marty die Hauptjagd statt. Das Raubwild kann jedoch nicht erlegt werden.
Quellen / Literatur: UW 27/1945.
        
1811  / Sonntag, 5. Mai 1811
Abänderung der «Geschlechterordnung»
Die Landsgemeinde ermöglicht die Liberalisierung der «Geschlechterordnung» und ermöglicht, dass aus derselben Sippe nicht mehr nur wie bis anhin vier, sondern gleichzeitig sechs Räte oder Vorsitzende Herren im Landrat sein dürften. Davon profitieren vor allem die einflussreichen Altdorfer Familien.
Quellen / Literatur: LB UR 1823, Bd. 1, S. 36-37.
        
1811  /
Harnische für die Sustenstrasse
Der Säckelmeister wird angewiesen, die Harnische und alte Eisenware im Kornmagazin einschmelzen zu lassen und daraus Werkzeug für die Sustenstrasse zu schmieden.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 69.
        
1811  /
Vertrag über Schiffahrt
Der geschlossene Vertrag beschränkt den gesamten Verkehr zwischen Flüelen und Luzern im wesentlichen auf den Luzerner Pfisternauen und den Urinauen und schafft für den gewöhnlichen Verkehr die Fürleite ab.
Quellen / Literatur: Fryberg Stefan, Urnersee, S. 19.
        
1811  / Montag, 28. Oktober 1811
Landrat erteilt Auftrag für "Metzg"-Neubau
Der Landrat erteilt den Auftrag, eine Metzgordnung sowie Plan und Kostenberechnung für einen Metzgneubau zu erstellen. Es ist ein lang gestrecktes, bloss eingeschossiges Gebäude vorgesehen. Dieses wird jedoch nicht ausgeführt, wohl vorab wegen der Befürchtung, die "Metzg" würde von den Metzgern zu wenig benützt.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 87.
        
1812  / Montag, 28. Dezember 1812
Einbau einer Dachwohnung im Altdorfer Schulhaus
Die Baukommission beschliesst beim Neubau des Altdorfer Schulhauses auch das Dachgeschoss als Wohnung auszugestalten und hierfür noch einen Ofen anzuschaffen. Zudem wird ein Zimmer für die Schulkommission eingerichtet.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 61.
        
1812  / Montag, 28. Dezember 1812
Pläne für Wiederaufbau des Türmli werden genehmigt
Die Baukommission genehmigt die von Zimmermeister Anton Melz gemachten Risse für die Wiederherstellung und besonders für Neuerrichtung des Dachs. Sie beschliesst auch, das Dach mit Sturzplatten zu decken, die anzustreichen sind. Der Dachreiter muss in Eichenholz möglichst offen erstellt werden. Weiter sind Uhr und Glöcklein erforderlich.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 39.
        
1812  / Donnerstag, 7. Mai 1812
Auswärtige dürfen auch fischen
Die Landsgemeinde beschliesst auf Antrag der Finanzkommission und des Landrats eine Lockerung des bislang gültigen Fischerei-Verbots. Künftig können auch Nichturner ein Jagd- oder Fischereipatent lösen. Ausserkantonale Schweizerbürger bezahlen für das Fischen mit der Rute 3 Gulden und 10 Schilling, für das Fischen mit Fanggarn und Netzen 6 Gulden und 20 Schilling. War «der Beysass kein Eidgenoss», so galt für ihn in allem der doppelte Tarif.
Quellen / Literatur: Fryberg Strefan, Die Urner Fischerei, S. 18.
        
1812  / Sonntag, 10. Mai 1812
Krebse für die gute Stimmung des Landammanns
Der für den Neubau der Pfarrkirche Bauen verantwortliche Bauherr Andreas Infanger überbringt dem Landammann Josef Maria Schmid persönlich 80 Krebse, um diesen günstig zu stimmen, aus dem Landessäckel eine ansehnliche Summe für den Kirchenbau zu sprechen. Der Erfolg bleibt nicht aus: Das Land Uri stiftet daraufhin grosszügig 100 Gulden.
Quellen / Literatur: Gasser, Seegemeinden, S. 329.
        
1812  / Dienstag, 26. Mai 1812
Feldmusik wird finanziell unterstützt
Alt Landschreiber Müller richtet als Direktor der Feldmusik ein Schreiben an den Geheimen Rat, mit der Bitte um Unterstützung, damit dieses Korps nicht in Zerfall kommen möchte. Es werden einstweilen jährlich 3 ½ Louisdor aus der Salzkasse bewilligt und Müller für seine Bemühungen neuerdings der der Dank des Landes ausgesprochen.
Quellen / Literatur: Wymann Eduard; Uris Kriegsbereitschaft im Jahre 1813 und seine Stellung zur Neutralitätsfrage, in: 21. HNbl UR 1915, S. 37.
        
1813  / Dienstag, 2. November 1813
Landsgemeinde hat Gesandte für ausserordentliche Tagsatzung zu wählen
Räte und Landleute werden zusammengerufen, um Gesandte zu einer ausserordentlichen Tagsatzung in Zürich zu wählen. Diese soll wegen des Kriegs zwischen dem französischen Kaiser und den allierten Mächten beraten. Die Wahl fällt auf Landammann und Pannerherr Karl Josef Bessler und Landschreiber Karl Florian Lusser.
Quellen / Literatur: Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Bd. 1, S. 55.
        
1813  / Donnerstag, 30. September 1813
Kriminelle sollen zum Militärdienst verurteilt werden
Der Landrat beschliesst, Kriminelle zum Militärdienst zu verurteilen. Sämtliche Ratsherren werden ersucht, Fehlbare anzuzeigen.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Geschichte des Landes Uri, Bd 2 b, S. 56.
        
1813  / Samstag, 16. Oktober 1813
Napoleon verliert Vormachtstellung
In der Völkerschlacht von Leipzig vom 16. bis 19. Oktober verliert Napoleon seine Vormachtstellung endgültig. Die Streitkräfte Englands, Russlands, Preussens und Österreichs drängen sein Heer zurück bis Paris.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Geschichte des Landes Uri, Bd 2 b, S. 56.
        
1813  / Mittwoch, 29. Dezember 1813
Mediationsakte wird ausser Kraft gesetzt
Zehn alte Orte setzen die Mediationsakte ausser Kraft und fordern eine neue Verfassung ohne Untertanengebiete.
Quellen / Literatur: www.hls.ch (Christian Koller, 2016).
        
1813  / Donnerstag, 23. Dezember 1813
Uri will gegen Napoleon tätig werden
Rät und Landleute beschliessen «tätigen Anteil an dem grossen Kampf» gegen Napoleon. Ein gerechter und solider Friede soll endlich den Leiden der Menschheit ein Ziel setzen und sämtliche europäische Staaten sicherstellen. Für allfällige Truppendurchzüge über den Gotthard werden umfassende Vorbereitungen getroffen, die von der Schweiz geforderten kleineren Truppenkontingente stellt Uri sofort bereit.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Geschichte des Landes Uri, Bd 2 b, S. 56.
        
1814  / Montag, 11. April 1814
Napoleon wird zum Abdanken gezwungen
Kaiser Napoleon wird zum Abdanken gezwungen und auf die Insel Elba verbannt. Die Niederringung von Napoleon befreit auch die Eidgenossenschaft aus ihrer drückenden Umklammerung durch Frankreich.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Geschichte des Landes Uri, Bd 2 b, S. 56.
        
1814  /
Druckerei in Flüelen
Buchdrucker Brönner richtet in Flüelen eine Druckerei ein. Das Gewerbe kann zwar Fuss fassen, doch zieht Brönner 1819 wieder weg.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Karl Emanuel Müller, S. 104.
        
1814  / Samstag, 12. November 1814
Erstausgabe des „Wochenblatts für die löblichen Kantone Ury, Schwytz, Unterwalden und Zug“
In Zug erscheint die erste Ausgabe des „Wochenblatts für die löblichen Kantone Ury, Schwytz, Unterwalden und Zug“ des Verlegers und Redaktors Beat Josef Blunschi im damals üblichen Quartformat und umfasst vier Seiten.
Quellen / Literatur: Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 40.
        
1814  / Sonntag, 28. August 1814
Urner Volk stimmt dem Bundesvertrag erneut zu
Das Urner Volk stimmt der Bundesakte an der Landsgemeinde erneut zu.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Geschichte des Landes Uri, Bd 2 b, S. 61.
        
1814  / Sonntag, 3. Juli 1814
Urner Volk stimmt dem Bundesvertrag zu
Das Urner Volk steht mehrheitlich auf der Seite der Fortschrittlichen und genehmigt die Bundesakte an der Landsgemeinde.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Geschichte des Landes Uri, Bd 2 b, S. 61.
        
1814  / Montag, 12. September 1814
Aufnahme drei neuer Kantone
Die Tagsatzung nimmt Neuenburg, Genf und das Wallis als neue Kantone in den Bund auf.
Quellen / Literatur: www.hls.ch (Christian Koller, 2016)
        
1814  / Dienstag, 29. November 1814
Urner Kompagnie wird von der Feldmusik abgeholt
Als eine Kompagnie aus Uri vom Tessin, die sie einige Zeit besetzt halten mussten, um allfällige Gärungen zufolge Aufhebung der Mediationsverfassung und hierauf eintretender politischer Schwankungen zu vermeiden, in die Heimat zurückkehrt, findet morgens um 10 Uhr auf dem Altdorfer Lehn die Abdankung und die Übergabe der Waffen an das Magazin statt. Die Altdorfer Feldmusik mit begleitenden Tambouren zieht der Kompagnie entgegen, und die Obrigkeit bewilligt ihnen einen Trunk von höchsten 1/2 Mass, 1/4 Käse und 1 Brötchen pro Mann.
Quellen / Literatur: Wymann Eduard; Uris Kriegsbereitschaft im Jahre 1813 und seine Stellung zur Neutralitätsfrage, in: 21. HNbl UR 1915, S. 36.
        
1814  / Montag, 14. März 1814
Zuger bietet Wochenblatt für amtliche Publikationen an
Buchdrucker Beat Josef Blunschi aus Zug teilt der Urner Regierung mit, dass er ein Wochenblatt herauszugegeben gedenkt, in dem auch amtliche Mitteilungen veröffentlicht werden können. Dem Drucker erscheint es wichtig darauf hinzuweisen, dass er in seinem „Wochenblatt“ nichts dulden werde, was wider die Religion, Moralität, Wahrheit des Vaterlandes läuft. Auch solle es kein Tummelplatz endloser Federkriege werden.
Quellen / Literatur: Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 39.
        
1814  / Samstag, 2. April 1814
Kantonale Werkhütte erhält Ziegeldach
Die Regierung beschliesst, die stark reparaturbedürftige Werkhütte (Witter) instand zu stellen und anstatt mit Schindeln mit Ziegeln zu bedecken.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 89.
        
1814  / Freitag, 19. August 1814
Uri fordert Livinen zurück
Uri bemüht sich um die Wiedervereinigung mit der Leventina und findet auch Gehör beim Volk. Uri fordert Livinen förmlich zurück. Der Kanton Tessin hingegen hält an der Integrität seines Gebietes fest. Der Streit wird durch den Wiener Kongress entschieden werden.
Quellen / Literatur: Stadler Hans, Zollstation und Gasthaus Dazio Grande in Morasco, in: GF Bd 148 (1995); S. 131.
        
1814  / Samstag, 10. Dezember 1814
Uri muss Leventina endgültig abschreiben
Die Siegermächte entscheiden, dass die 19 Kantone innerhalb der alten Grenzen die Grundlage für die territoriale Einteilung der Schweiz seien. Damit erlischt Uris Hoffnung auf Livinen endgültig. Hingegen wird erreicht, dass die Hälfte des Zollertrages am Monte Piottino Uri zugesprochen wird. Zudem dringt Uri durch mit der Forderung durch, die neuen Kantone hätten den alten Ständen ihre Privateigentumsrechte in den ehemaligen Untertanengebieten zu entschädigen. Aargau, Waadt, St. Gallen und Tessin zahlen Uri, Schwyz, Unterwalden, Zug, Glarus und Appenzell zusammen 500‘000 Pfund.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Geschichte des Landes Uri, Bd 2 b, S. 59.
        
1814  / Samstag, 19. Februar 1814
Uri beansprucht die Leventina
Mit einer einseitigen Erklärung annektiert der Kanton Uri die Leventina unter Zusicherung ihrer Selbständigkeit als Teil dieses Kantons. Die Leventiner sind in dieser Frage geteilter Ansicht. In der Mediationszeit haben sie zum neuen Kantons Tessin gehört. Der Kanton Tessin protestiert beim eidgenössischen Vorort und auf der Tagsatzung gegen diesen Gebietsanspruch Uris.
Quellen / Literatur: www.urikon.ch
        
1814  / Donnerstag, 17. März 1814
Die restaurativen Kantone fordern Rückkehr zur dreizehnörtigen Eidgenossenschaft
Eine Sondertagsatzung der restaurativen Kantone spricht sich für die Rückkehr zur dreizehnörtigen Eidgenossenschaft und zu den Untertanenverhältnissen aus. Die alliierten Mächte beharren auf dem Bund der 19 Orte, drohen mit einer Intervention und forderten die Auflösung der Sondertagsatzung. Uri vertritt hingegen eine offene, 19-örtige Eidgenossenschaft, zu der die neuen Kantone, also auch die Waadt und der Aargau, zählten. Die Wiedererrichtung einstiger Vogteien und die Erneuerung vergangener Untertanenverhältnisse kommt nicht in Frage. Damit distanziert sich Uri von der Berner Aristokratie. Landschreiber Karl Florian Lusser ist dabei Uris diplomatischer Hauptvertreter.
Quellen / Literatur: www.hls.ch (Christian Koller, 2016); Stadler-Planzer Hans, Geschichte des Landes Uri, Bd 2 b, S. 59.
        
1814  / Freitag, 9. September 1814
Verabschiedung des Bundesvertrages
Von April bis August tagte in Zürich mit Unterbrechungen die so genannte Lange Tagsatzung, in welche die Gesandten der Grossmächte lenkend eingriffen. Als Resultat wird der Bundesvertrag verabschiedet.
Quellen / Literatur: www.hls.ch (Christian Koller, 2016)
        
1815  / Samstag, 20. Mai 1815
Salzverkauf im Haus zur Treib
Im Haus zur Treib wird Salzgewicht gegeben und der hintere Speicher fortan als Salzkammer benützt.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd II S. S. 430.
        
1815  / Montag, 7. August 1815
Der Bundesvertrag wird beschworen
Die Gesandten beschwören im Zürcher Grossmünster den Bundesvertrag. Der Eid verpflichtet, Wohlfahrt und Nutzen des gesamten Vaterlandes und jedes einzelnen Standes nach besten Kräften zu fördern, Schaden abzuwenden, im Glück und Unglück als Brüder und Eidgenossen miteinander zu leben, «alles zu leisten, was Pflicht und Ehre von treuen Bundesgenossen fordert.»
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Geschichte des Landes Uri, Bd 2 b, S. 60.
        
1815  / Mittwoch, 17. Mai 1815
Einrichtung eines Warnfeuers auf Seelisberg
Der Schwör- und Fronfastenlandrat gibt dem Säckeimeister den Auftrag zur Aufstellung eines Wachtfeuers in Seelisberg und einer ständigen Wache in Flüelen, welche von ihrer Beobachtung der Regierung sofort Bericht zu geben hat.
Quellen / Literatur: Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Bd. 2, S. 140.
        
1815  / Freitag, 16. Juni 1815
Niederlage von Napoleon bei Waterloo
Das Heer von Napoleon wird von England und Preussen bei Waterloo endgültig geschlagen. Napoleon wird auf die einsame Pazifikinsel St. Helena verbannt. Das Land stellte alle von der Tagsatzung verlangten Mittel zur «Unterdrückung und Vernichtung des Usurpators» ohne Verzug bereit. Die Auszugstruppen unter Bataillonskommandant Kaspar Arnold von Bürglen werden zum Grenzschutz im Waadtland eingesetzt und nehmen im Juli am Ausfall über die Grenze nach Blamont teil.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Geschichte des Landes Uri, Bd 2 b, S. 56.
        
1815  / Freitag, 23. Juni 1815
Pfarrer Johann Georg Aschwanden wird verurteilt
Fünfzehn Landleute müssen vor dem Landrat erscheinen, über sechs Hauptverantwortliche richtet gar der dreifache Landrat. Pfarrer Johann Georg Aschwanden erscheint vor der Strafbehörde des Landes in Malefizverbrechen und sein Vorgehen darzulegen. Auf der kirchenrechtlichen Seite gibt der Landammann das Verdikt des Generalvikars bekannt. Pfarrer Aschwanden muss bei den Kapuzinern achttägige Exerzitien absolvieren. Darüber hinaus schliesst der dreifache Landrat Pfarrer Aschwanden für 6 Jahre von der Lands-, Bezirks- und Dorfgemeinde aus. Überhaupt darf er sich in- und ausserhalb des Landes nicht mehr in die Politik einmischen. Das Strafverfahren steht in krassem Gegensatz zur sonst immer hervorgestrichenen Freiheit im Landsgemeinde.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Politisches Denken des Urner Klerus, in HNBl UR 2004, S. 51.
        
1815  / Sonntag, 7. Mai 1815
Ordentliche Mailandsgemeinde stimmt der Wiener Deklaration zu
Die ordentliche Mailandsgemeinde unterzieht sich widerstandslos der Deklaration des Wienerkongresses, mit welcher die Mächte die eidgenössischen Territorial- und Entschädigungsfragen festgelegt haben.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Geschichte des Landes Uri, Bd 2 b, S. 62.
        
1815  / Montag, 20. November 1815
Immerwährende Neutralität wird festgelegt
Im Zweiten Pariser Frieden wird für die Schweiz die immerwährende Neutralität als im Interesse aller europäischen Staaten festgeschrieben. Vor allem die Grossmächte begrüssen die eine neutrale Zone. Der unverletzbare Bestand der Eidgenossenschaft wird gewährleistet.
Quellen / Literatur: www.hls.ch (Christian Koller, 2016)
        
1815  / Mittwoch, 1. März 1815
Napoleon kommt zurück
Napoleon taucht erneut auf, usurpiert die Macht und sammelte sofort ein neues Heer von Veteranen.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Geschichte des Landes Uri, Bd 2 b, S. 56.
        
1815  / Sonntag, 26. Februar 1815
Grösste Kantonsgemeinde auf der Landleutematte
Auf der Landleutenmatte in Altdorf findet die seit Menschengedenken grösste Kantonsgemeinde statt, an der - betreffs des eidgenössischen Bundes – 4‘000 Personen teilnehmen.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 88.
        
1815  / Montag, 20. März 1815
Wiener Kongress anerkennt die 22 Kantone
Der Wiener Kongress regelt die Abfindungen und die Landesgrenzen und anerkennt die 22 Kantone.
Quellen / Literatur: www.hls.ch (Christian Koller, 2016)
        
1815  / Sonntag, 26. Februar 1815
Spannungsgeladene Landsgemeinde stimmt dem Bundesvertrag zu
Nach intensiver Wühlarbeit in Schwyz und Nidwalden durch Karl Ludwig von Haller kommt ein Siebengeschlechtsbegehren an der Landsgemeinde zur Abstimmung, das den neuen, noch nicht ratifizierten Bund stürzen und in die «alte Freyheit und Suveränitäts Rechte zurückzutreten» will. In der Urschweiz soll der Dreiländerbund von 1315 erneuert werden und die Zustände vor 1798 wieder hergestellt werden. Die Stimmung an diesem Sonntag ist gereizt. In Altdorf predigt Pfarrer Johann Anton Dewaya für und in Erstfeld Pfarrer Aschwanden gegen den Bundesvertrag. Den zahlreich angereisten Schwyzern und Nidwaldnern wird der Zutritt in den Ring verwehrt. Ihren Wortführer, Landesfähnrich Ludwig Auf der Maur von Schwyz, setzt die Obrigkeit in Hausarrest. Eine Wachtmannschaft schützt Zeughaus und Kirchturm. Die Tagsatzungsgesandten erläutern ihre Arbeit. Die Initianten bringen - teils sehr emotional - ihr Begehren vor. Das Volk lehnt den Austritt aus dem neuen Bund «mit grosser Mehrheit» ab. Nun wurden die Landleute aufgefordert, «mit entblössten Häuptern dem Vaterlande und den bestehenden Behörden den Eid der Treue und des Gehorsam abzuschwöhren, welches auf eine feyerliche und rührende Art befolgt worden ist.»
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Geschichte des Landes Uri, Bd 2 b, S. 61 f.
        
1815  / Montag, 20. März 1815
Livinen bleibt beim Kanton Tessin
Am Wiener Kongress erklären die europäischen Mächte in ihrer Schlussnahme über die schweizerischen Angelegenheiten die Integrität des Standes Tessin. Livinen bleibt somit Teil des Kantons Tessin. Die Zollerträgnisse sollen zwischen Uri und Tessin hälftig geteilt werden. Die Auslegung dieser Klausel führt zwischen Uri und Tessin zu einem Streit. Während Tessin vom Reinertrag, also nach Abzug gewisser Strassenunterhaltskosten und der Aufwendungen für den Bezug des Zolles, die Hälfte ausbezahlen will, beharrt Uri auf der Hälfte des gesamten Zollertrages. Der Zwist kommt vor die Kommission, welche die Tagsatzung mit der Aufsicht über den Vollzug der Wienerbeschlüsse beauftragt hat. Uri und Tessin einigen sich hierauf, den Zollertrag nach Abzug von 15 Prozent für den Bezug unter sich zu teilen.
Quellen / Literatur: Stadler Hans, Zollstation und Gasthaus Dazio Grande in Morasco, in: GF Bd 148 (1995); S. 131.
        
1816  / Dienstag, 8. Oktober 1816
Erneuter Anlauf zum Wiederaufbau der Ankenwaage
In einem Kommissionsgutachten betreffend Verwendung von Geldern aus Helvetischen Schuldscheinen wird vorgeschlagen, rund 7‘000 verbleibende Franken für die Wiedererbauung des „Kanzley- oder Ankenwaaggebäudes“ zu verwenden. Es wird vor allem auf das hier untergebrachte, kaum gesicherte Gefängnis und die 2000 Gulden Zins, die seit dem Brand für drei Amtsleutewohnungen jährlich bezahlt werden müssen, hingewiesen.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 53.
        
1816  / Freitag, 28. Juni 1816
Neubau der Ankenwaage
Der Auftrag zur Planaufnahme für den Neubau der Ankenwaage wird erteilt.
Quellen / Literatur: Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Band 1, S. 32.
        
1816  / Donnerstag, 15. Februar 1816
Basler Glocken fürs Türmli
Bereits anlässlich der Tagsatzung von 1812 haben die beiden Basler Gesandten in Aussicht gestellt, für das Türmli zwei im Basler Zeughaus lagernde Glocken zur Verfügung zu stellen. Darauf Bezug nehmend, gelangen Landammann und Rat an die Basler Regierung mit dem Ersuchen, für den als schönes Denkmal „ des unvergesslichen Freyheitsstifters Wilhelm Tells“ auf dem Platz in Altdorf stehenden alten, wiederhergestellten Turm zwei Glöcklein im Gewicht von 136 und 83 Pfund erhalten zu können. Basel schenkt diese als Beweis bundesbrüderlicher Teilnahme bei Errichtung eines Monuments zu Ehren des Freiheitsstifters.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 39.
        
1816  / Mittwoch, 13. März 1816
Uri beschliesst Verwendung des alten Landessiegels
Der Urner Landrat beschliesst, nun wieder das alte Landessiegel zu verwenden und sich der Titulaturen vor der Revolution zu bedienen.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Geschichte des Landes Uri, Bd 2 b, S. 63.
        
1816  / Mittwoch, 11. Dezember 1816
Landrat genehmigt Wiederaufbau des Ankenwaagegebäudes
Der Landrat genehmigt den Wiederaufbau des Ankenwaagegebäudes.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 53.
        
1817  / Dienstag, 14. Oktober 1817
Wallfahrt der Realper nach Maria Einsiedeln
Die Realper führen ihr Gelöbnis einer Wallfahrt nach Maria Einsiedeln aus, welches sie in schwerer Lawinengefahr versprochen haben.
Quellen / Literatur: Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Bd. 1, S. 51.
        
1818  / Sonntag, 17. Mai 1818
Kirche von Seelisberg soll verlängert werden
Die Kirchgemeinde von Seelisberg beschliesst, die Kirche zu verlängern sowie eine Oberkirche und eine Orgel einzubauen.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Die Seegemeinden, KDM II, S. 376.
        
1819  / Samstag, 9. Oktober 1819
Uri wird dem Bistum Chur unterstellt
Papst Pius VII. unterstellt die Urkantone, zusammen mit andern deutschschweizer Kantonen dem Bischof von Chur, Karl Buol von Schauenstein. Der Bischof von Chur wird dadurch apostolischer Administrator dieser Gebiete.
Quellen / Literatur:
        
1820  / Samstag, 8. Januar 1820
Eisige Kälte in Uri
Mit dem Schnee kommen auch die tiefen Temperaturen nach Uri. Vom 8. bis 16. Januar ist es so kalt, wie Jahre zu vor nicht mehr. Brunnen, laufende Wasser und gar der Dorfbach frieren zu. Auch die Landstrasse ist vereist, was einigen Schaden verursacht.
Quellen / Literatur: Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, in: StAUR P-1/2084 (1).
        
1820  / Montag, 29. Mai 1820
In Isenthal wird ein Bär erlegt
Kirchenvogt Karl Josef Infanger, Säger in Isenthal, erlegt gleich hinter dem Dorf einen Bären von drei Zentnern Gewicht. Es wird berichtet, der Bär habe im Schatten einer Tanne am Fusse des nahen Horn geruht und sei von einem Knaben entdeckt worden, der ihn für den „Flüehlerteufel“ gehalten habe, eine Art Gespenst, mit dem die Kinder geschreckt wurden. Der Knabe lief ins Dorf, schlug Lärm, der alte Jäger griff zur Waffe und erlegte den Bären dann in der Nähe des kleinen Wasserfalles an der Mündung des Kleintalbaches. Der Bär von grau-brauner Farbe hat im Unterkiefer eine alte Kugel, die im Knochen ganz eingenarbt ist.
Quellen / Literatur: Muheim Hans; 50 Jahre Urner Jägerverein, S. 10.
        
1820  / Mittwoch, 31. Mai 1820
Im Isenthal wird ein Bär erlegt - ein zweiter auf Surenen entkommt
Einige Isenthaler bringen einen 280 Pfund schweren Bären nach Altdorf, den sie ohne grosse Mühe im Kleintal aufgespürt und zu erlegen wussten. Der alte, aber immer noch treffsichere Schütze Karl Josef Infanger behält als Trophäe eine Vorder- und eine Hintertatze und hängt sie an einer Kette unter der Vorlaube der Säge auf. Den Schädel dieses Untiers sendet der Naturforscher Karl Franz Lusser dem Zürcher Gelehrten Dr. Schinz.Wenige Tage danach wird berichtet, dass ein anderer Bär in den Höhen von Surenen wahrgenommen wurde, der unter dem Schmalvieh einigen Schaden angerichtet hat. Es wird daher obrigkeitlich auf denselben eine Jagd verordnet, unter Anleitung von Ratsherr Franz Martin Schmid. Der Bär kann jedoch nicht erlegt werden.
Quellen / Literatur: Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Bd. 1, S. 152.
        
1820  / Donnerstag, 24. August 1820
Tagsatzung beschliesst hinsichtlich Tessiner Zoll
Die Tagsatzung gestattet dem Kanton Tessin, den Zoll während 10 Jahren zu erhöhen wegen der Fahrbarmachung der Strasse von Giornico bis Airolo. Als Gegenleistung müssen hingegen die Weggelder der Gemeinden Piotta, Prato, Faido und Chiggiogna aufgehoben werden.
Quellen / Literatur: Stadler Hans, Zollstation und Gasthaus Dazio Grande in Morasco, in: GF Bd 148 (1995); S. 132.
        
1820  / Sonntag, 7. Mai 1820
Landsgemeinde gibt Verfassungserklärung ab
Die Landsgemeinde erklärt, dass das Land nie eine als Urkunde geschriebene Verfassung gehabt habe. Grundlage der öffentlichen Ordnung seien Jahrhunderte lange Übung und bestehende Gesetze. Die Obrigkeit fasst diese, der Forderung des Bundesvertrages endlich nachkommend, für das Bundesarchiv rudimentär in sechs Punkten zusammen. Die drei ersten betreffen die katholische Religion als Staatsreligion und die Landsgemeinde als souveräne, oberste Gewalt. Es bleibe dem Volk vorbehalten, Änderungen zu beschliessen.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Geschichte des Landes Uri, Bd 2 b, S. 63.
        
1821  / Samstag, 24. November 1821
Erscheinung des „Wochenblatts für die löblichen Kantone Ury, Schwytz, Unterwalden und Zug“ wird verboten
Das „Wochenblatt für die löblichen Kantone Ury, Schwytz, Unterwalden und Zug“ des Zugers Beat Josef Blunschi wird vom Urner Wochenrat "auf unbestimmte Zeit" verboten und zusätzlich verlangt, dass im Titel des Blatts der Kanton Uri weggelassen werden solle. Ab den 1. Dezember fehlt die Angabe "Uri" im Zeitungskopf. Das „Wochenblatt der löblichen Kantone Schwyz, Unterwalden und Zug“ ging dann im Jahre 1822 in die „Zuger Zeitung“ über.
Quellen / Literatur: Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 44.
        
1823  / Sonntag, 29. Juni 1823
Eduard Wolf führt Wilhelm Tell von Schiller auf
Nachdem Direktor Eduard Wolf und seine Schauspieler-Gesellschaft einige Komödien in Altdorf aufgeführt hat, führt dieser im Theater zum ersten Mal "Wilhelm Tell“ von Schiller auf. Eine grosse Volksmenge wohnt diesem Schauspiel im Kornhaus auf dem Schächengrund bei und spendet viel Applaus.
Quellen / Literatur: Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Band 1, S. 32.
        
1823  / Mittwoch, 19. März 1823
Primizmesse in Altdorf
Der neugewählte Pfarrer Alois Herger aus Isenthal kann in der Pfarrkirche Altdorf die Primizmesse feiern. Landsfähnrich Arnold und Frau Carolina Curti (geborene Diogg) sind seinge geistlichen Eltern.
Quellen / Literatur: Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Band 1, S. 13.
        
1823  / Mittwoch, 19. März 1823
Erdbeben in Altdorf verspürt
Morgens um 6 Uhr ist in Altdorf eine Erderschüttrung zu verspüren. Nachmittags schneit es lange und stark.
Quellen / Literatur: Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Band 1, S. 13.
        
1824  /
Ein Wolf wird in Ursern verjagt
Ein Wolf streift im Urserental umher und wird von den Talbewohnern verjagt.
Quellen / Literatur: www.urikon.ch
        
1824  / Montag, 9. Februar 1824
Beim Neubau der Ankenwaage erhält das geräumigere Projekt den Vorzug
Landesstatthalter Zgraggen und Säckelmeister Schmid legen der Baukommission zwei Pläne vor. Der eine sieht einen Wiederaufbau bloss auf den Fundamenten der alten Ankenwaage vor (Kosten 2881 Gulden), der andere erstreckt sich noch um 18 Schuh Breite auf den Platz des ehemaligen Gasthauses zum Lämmlein (Kosten 4210 G.). Es wird diesem zweiten Plan im Hinblick auf die geräumigeren Verhältnisse der Vorzug gegeben.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 53 f.
        
1824  / Mittwoch, 17. März 1824
Landrat genehmigt Pläne für den Ausbau der Ankenwaage
Der Landrat genehmigt die Pläne zum Ausbau der Ankenwaage. Zur Finanzierung werden 4000 Gulden aus zurückbezahlten Aargauischen Schuldscheinen verwendet. Da die Ankenwaage als Kantonalgebäude zu betrachten war, hatte zudem Urseren einen Beitrag von 850 Gulden zu entrichten.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 54 f.
        
1824  / Samstag, 14. August 1824
Erstes Dreiorte-Schiessen der Urkantone in Schwyz
Die Urkantone wollen noch nichts von Eidgenössischen Schützenfesten wissen und organisieren ihr eigenes Fest. So findet in Schwyz das erste Dreiorte-Schiessen statt. Dabei hält Landessäckelmeister Schmid von Uri für die Urner das Begrüssungswort, und Landschreiber Arnold stimmt das von Dr. Lusser aus Altdorf auf diesen Tag umgearbeitete „Tellenlied“ an.
Quellen / Literatur: Baumann Joseph, Urner Schützenchronik, S. 15.
        
1824  / Samstag, 6. März 1824
Anfrage betreffend Gründung eines Eidgenössischen Schützenbundes
Von der festgebenden Schützengesellschaft Aarau erfolgt eine Einladung zur Gründung eines Eidgenössischen Schützenbundes an alle bekannten Schützenvereine des Schweizerlandes. Die Landesschützenbruderschaft Uri gibt auf das Schreiben eine zustimmende Antwort.
Quellen / Literatur: Baumann Joseph, Urner Schützenchronik, S. 16.
        
1824  / Freitag, 26. November 1824
Leitungswasser für die Küche des Gasthofs Adler
Franz Josef Schillig, Wirt des „Adlers“ am Rathausplatz stellt bei der Gemeinde das Gesuch um ein „Röhrlein“ Wasser, da er in der Küche des Gasthofs einen Brunnen einrichten möchte, was er mit 200 Gulden in bar entgelte. Er darf daraufhin beim Türmli von der Franziskusbrunnenleite auf seine Kosten ein „Röhrlein“ abzapfen.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 210.
        
1824  / Mittwoch, 14. Januar 1824
Gutheissung der Pläne für Neubau der Ankenwaage
Der Landrat bestimt für den Wiederaufbau der Ankenwaage einen engern Ausschuss. Dieser besteht aus alt Landammann Carl Martin Müller, Landesstatthalter Josef Maria Zgraggen und Landessäckelmeister Franz Martin Schmid. Diese haben Pläne und Kostenvoranschläge einzuholen.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 53.
        
1824  / Samstag, 3. Januar 1824
„Zuger Zeitung“ darf in Uri wiederum erscheinen
Die Urner Regierung beschliesst auf Ansuchen des Buchdruckers Beat Josef Blunschi von Zug, dass sein vor zwei Jahren verbotenes Zeitungsblatt in Uri wiederum erscheinen darf.
Quellen / Literatur: Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 44.
        
1824  / Montag, 7. Juni 1824
Erstes Eidgenössisches Schützenfest in Aarau ohne Urner Beteiligung
In Aarau findet vom 7. bis 12. Juni das anlässlich des erste Eidgenössische Schützenfest statt. Die Urkantone wollen jedoch von Eidgenössischen Schützenfesten noch nichts wissen und bleiben dem Anlass fern. Es kommt dabei auch zur Gründung des Schweizerischen Schützenverbandes.
Quellen / Literatur: Baumann Joseph, Urner Schützenchronik, S. 15 ff.
        
1826  / Sonntag, 18. Juni 1826
Dreiörtiges Scheibenschiessen
Anlässlich des Dreiörtigen Scheibenschiessens werden die Schützen von Schwyz und Unterwalden mit Feldmusik und dem Kantonssalut begrüsst. Zwischen dem "Adler" und dem "Ochsen" ist ein schöner Triumphbogen aufgerichtet. Das Scheibenschiessen dauert drei Tage.
Quellen / Literatur: Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Band 1, S. 30.
        
1826  /
Basel, Solothurn und Tessin wollen geregelte Schiffahrt
Um endlich die leidigen Schiffahrstverhältnisse zu bessern, greifen 1826 die an einem ungehinderten Gotthardverkehr intressierten Kantone Basel, Solothurn und Tessin ein. Man trifft sich zu einer Konferenz in Altdorf und fordert nachdrücklich, die monopolistischen Fesseln zu sprengen und einen zweimaligen wöchentlichen Kurs in beiden Richtungen einzuführen. Uri und Luzern wird eindringlich die Anschaffung eines Dampfschiffes empfohlen.
Quellen / Literatur: Fryberg Stefan, Urnersee, S. 19.
        
1826  / Montag, 17. April 1826
Messerstecherei mit tödlichem Ausgang
Der 26-jährige Barthalomäus Tasso trifft mit einem Rekrutentransport under dem Befehl von Hauptmann Landerfett in Hospental ein. Beim Wirtshaus zum Rössli streitet er sich wegen einer Flasche Wein mit Josef Antonin von Freiburg. Im Wirtshaus zum goldenen Löwen ersticht er denselben und verwundet den Rekruten Franz Josef Dufour. Tasso kommt in Altdorf in Haft.
Quellen / Literatur: Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Band 1, S. 18 f.
        
1826  / Donnerstag, 15. Juni 1826
Messerstecher wird hingerichtet
Der 26-jährige Barthalomäus Tasso, vor zwei Monaten in Hospental im Streit einen Rekruten niedergestochen hat, wird vom zweifachen Malefizlandrat zum Tode verurteilt und enthauptet.
Quellen / Literatur: Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Band 1, S. 18 f.
        
1826  / Freitag, 4. August 1826
Zwei Bären im Etzlital geschossen
Johann Tresch im Dörfli zu Silenen hat mit Hilfe anderer im vorgehenden Monat (Juli) 2 Bären im Etzli geschossen, wofür ihm das laut Gesetz Bestimmte nämlich Gl. 50 von jedem bezahlt wird.
Quellen / Literatur: Wochenratsprotokoll vom 4. August 1826 StA UR; UW 31.3.1993.
        
1826  / Sonntag, 18. Juni 1826
Dreiorte-Schiessen der Urkantone in Altdorf
In Altdorf findet das Dreiorte-Schiessen der Urkantone statt. Auf geschmückten Nauen, unter heiteren Musikklängen, im Rütli und an der Tellsplatte von Mörserschüssen begrüsst, fahren die Schwyzer und Unterwaldner gegen Uri. Eine grosse Menge Volkes jeden Alters und aller Stände erwartet sie im Lande tells. Das Mahl wird von Deklamationen und auf diesen Anlass eigens gedichteten Liedern gewürzt.
Quellen / Literatur: Baumann Joseph, Urner Schützenchronik, S. 15.
        
1826  / Sonntag, 7. Mai 1826
Gebühr für Bürgerrecht als Stipendium für Studierende
Auf Begehren von sieben und mehr ehrlichen Geschlechtern unterstützt durch ein Gutachten des Landrats wird Konstantin Siegwart, Gemeindsberechtigter in Seelisberg, von der Landsgemeinde das Urner Land- und Bürgerrecht gegen Erlegung einer Summe von 1400 Gulden an barem Geld oder 1500 Gulden an guten annehmbaren Kapitalien erteilt. Das Geld kommt in einen Fonds und darf nur für junge Studierende, sei es für den geistlichen oder weltlichen Stand, Verwendung finden. Die Landsgemeinde beschliesst zudem, dass jeder, der sich um das Kantonsbürgerrecht bewirkt, 400 Gulden in die Kantonskasse zu bezahlen habe.
Quellen / Literatur: Landsgemeindebeschluss 1.5.1836; LB UR 1842 Bd 3, S. 27.
        
1827  / Donnerstag, 15. November 1827
Glockenweihe in Altdorf
Obwohl die Glocke im Fremdenspital schon längst gegossen ist, findet die Weihe erst 15 Jahre später statt, gemeinsam mit der neuen grossen Glocke der Pfarrkirche. Sie wird von Pfarrer Anton Dewaya geweiht zu Ehren des Apostels Jacobus d.Ä, der Maria und der Vincentia. Glockenpaten sind die Verordneten zur Kirche und Vincentia Schmiel, Frau von Landammann Aloys Müller.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 79.
        
1827  / Mittwoch, 28. März 1827
Konferenz zur Bereinigung von Bündner Geschlechtern in Uri
Alt Landammann Jakob Anton Müler und Statthalter Josef Leonz Lauener bereinigen an der Konferenz in Zürich die Schwierigkeiten mit Graubünden wegen den in Uri angesessenen Geschlechtern Loretz und Furger.
Quellen / Literatur: Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Band 1, S. 15.
        
1828  / Freitag, 21. November 1828
Tilgung der Schuld an die Kapuziner
Bruder, Kaplan Victor Josef Straumeyer, neuer Besitzer der Liegenschaft am Rathausplatz (heute Kaufhaus Türmli), tilgt die Verpflichtung gegenüber den Kapuzinern durch Kapitalien.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 205.
        
1828  /
Herausgabe einer Schrift wider die Pressefreiheit
In der Druckerei Z’graggen in Altdorf erscheint die Schrift des Luzerner Chorherrns Franz Geiger mit dem Titel "Auch Etwas über die Pressfreyheit". Der Verfasser versucht darin, die Argumentation Kasimir Pfyffers für die Einführung der Pressefreiheit zu widerlegen.
Quellen / Literatur: Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 45
        
1829  /
Grosser Andrang beim Dreiorte-Schiessen
Beim Dreiorteschiessen in Schwyz können wegen des grossen Andrangs am Sonntag nur die Urner und Unterwaldner schiessen; die Schwyzer als Gastgeber müssen bis am Montag warten.
Quellen / Literatur: Baumann Joseph, Urner Schützenchronik, S. 15.
        
1830  / Dienstag, 5. Januar 1830
Zugefrorener See
Da der See zugefroren ist, müssen die Schiffsleute des Urner Nauens das Marktschiff an Seilen über das Eis ziehen. Die Aktion ist lebensgefährlich. Der Nauen in Luzern muss zurückgelassen werden. Für die Rückkehr nach Altdorf bedient man sich kleineren Schiffen.
Quellen / Literatur: Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Band 1, S. 2.
        
1830  / Montag, 10. Mai 1830
Neubau des Armbrustschützenhauses
Die Jungschützen legen an der Dorfgemeinde dar, dass sie ihr Armbrustschützenhaus am alten Platz neu errichten möchten. Da sie es in Stein erbauen wollen, ersuchten sie, den ohnehin kleinen Platz in Länge und Breite um 2 Schuh auf der Allmend erweitern zu dürfen. Zum Andenken an den Bogenschützen Tell und weil Bogenschiessen für die Jugend eine schöne Unterhaltung bedeute, wird dies bewilligt.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 84.
        
1830  / Samstag, 18. September 1830
Ausführen von Sand und Kies wird gebührenpflichtig
Der Landrat erlässt einen Beschluss, mittels dessen das Ausführen von Sand aus dem Kanton eingeschränkt werden sollte, da "vieles Griess und Sand von hiesigen Seegestaden in's Auslande verführt werde, und da man aber auch diese Baumaterialien für unsern Kanton bedarf oder nöthig hat." Wer Sand und Kies von den Seegestaden ausserllalb der Kantonsgrenzen führen wollte, wurde nun verpflichtet, dem eigens hierfür bestellten Aufseher, dem Sandzoller, für jedes Fuder oder für jede Ladung unabhängig der Grösse 4 Franken zu bezahlen. Wer die Ladung fortführte, ohne zu bezahlen, wurde mit 8 Franken pro Ladung bestraft, wovon als Leidlohn dem Kläger die Hälfte zukam.
Quellen / Literatur: Abl UR 1886, s. 296; LB UR Bd 3.
        
1831  / Sonntag, 10. April 1831
Einweihung des Kirchhofes in Seelisberg
In Seelisberg wird der vergrösserte Kirchhof (Freidhof) durch Anton de Waya, Bischöflicher Kommissar, eingeweiht.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Die Seegemeinden, KDM II, S. 378.
        
1831  /
Papst Gregor XVI. verfügt die Angliederung von Uri ans Bistum Basel
Papst Gregor XVI. verfügt die Angliederung von Uri, Nidwalden und Obwalden ans Bistum Basel, doch das entsprechende Konkordat mit den Kantonen kommt nie zustande. So bleibt die Urschweiz bei Chur, auch wenn noch jahrelang Bemühungen um ein eigenes Bistum Urschweiz laufen.
Quellen / Literatur:
        
1832  / Sonntag, 9. September 1832
Dreiorte-Schiessen in Altdorf
In Altdorf findet wiederum ein Dreiorte-Schiessen stattIn 52 grösseren und kleineren Schiffen fahren die Teilnehmer über den Urnersee und halten bei der Tellskapelle einen feierlichen Gottesdienst ab. Dann rudern die Schiffe unter Freudenschüssen, Musik, Gejauchze und beim Schall der Harsthömer dem Hafen von Flüelen zu. Ein Zug von 2‘000 Männem bewegt sich nach Altdorf, wo Oberst Schmid die Schützen im Kantonshauptort willkommen heisst. .
Quellen / Literatur: Baumann Joseph, Urner Schützenchronik, S. 16
        
1832  / Dienstag, 27. November 1832
Die Idee der Herausgabe einer eigenen Zeitung in Uri
Die Instruktionskommission, der alle Vorsitzenden Herren angehören, beschliesst, da immer wieder Inserate in öffentlichen Blättern, die über die „Urstände“ losziehen, auf eine angemessene aber kräftige Weise widerlegt würden, so soll man sich mit verschiedenen Leuten, welche eine "geschickte Feder" führen, in Verbindung setzen. So werden angefragt: Professor Albin Gnos (Pfrundkaplan), Dr. Karl Franz Lusser, Karl Emanuel Müller und Pfarrhelfer Melchior Baumann.
Quellen / Literatur: Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 48 f.
        
1832  / Samstag, 30. Juni 1832
Uri wehrt sich gegen Dampfschiff
Die Urner Regierung erklärt, sie habe "hinsichtlich der Errichtung eines Dampfschiffes auf dem Vierwaldstätteresee sorgfältige Berechnung aufnehmen lassen, aus welchen sich ergeben habe, dass der ganze Transit auf dem See mit Inbegriff seiner sämtlichen Gestade nicht hinreichen würde, um die Existenz eines Dampfschiffes auf demselben zu sichern." Dieser Ansicht schliesst sich auch Solothurn an. Dafür fordern um resoluter Basel und Tessin die Anschaffung eines Dampfschiffes.
Quellen / Literatur: Fryberg Stefan, Urnersee, S. 19.
        
1833  / Dienstag, 1. Januar 1833
10 Prozent der Flüeler Bevölkerung leben von der Schiffahrt
75 Flüeler verdienen entweder auf eigene Rechnung oder als Angestellte ihr Brot in der Schiffahrt (1812: 61, 1826: 64).
Quellen / Literatur: Fryberg Stefan, Urnersee, S. 22.
        
1834  / Montag, 31. März 1834
Grössere Allmendgärten für die Bevölkerung
Die Landsgemeinde entspricht dem Begehren, dass die ärmsten Familien und diejenigen, die von der Allmend keinerlei Nutzen ziehen, bevorzugt und grosszügig mit Gartenland erhalten, und erlaubt die Zuweisung von Gärten bis zu einer Grösse von 500 m2. Für den Vollzug wird eigens der Allmendrat geschaffen, in den jede Gemeinde einen Vertreter delegiert. Gemeinden ohne geeignetes Gartenland erhalten in einer andern Gemeinde Boden zugewiesen. Die Urbarisierung wurde im Gemeinwerk bewerkstelligt. Die Pfarrer sind gebeten, an Feiertagen, an denen die Arbeit nicht erlaubt ist, zu sogenannten Ehrentagen aufzumuntern. Entstehende Kosten wurden mittels erhöhtem Viehauflag finanziert.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Geschichte des Landes Uri, Bd 2 b, S. 94.
        
1834  / Sonntag, 16. März 1834
Plan für neues Schützenhaus auf der Schützenmatt
Anton Schmid, Landesstatthalter und Schützenmeister, legt einen Plan und einen Kostenvoranschlag von Ingenieur Ludwig Pfyffer von Altishofen für ein neues Schützenhaus vor. Dem zweigeschossige Gebäude auf quadratischem Grundriss ist auf drei Seiten ein mit einem Pultdach überdeckter Säulengang vorgelagert. Die Hauptschauseite an der Rückfront zeigt im Obergeschoss hohe Fenster, in der Mitte ein Palladiomotiv (Venezianisches Fenster). Das bemerkenswerte Projekt eines kleineren klassizistischen Schützenhauses wird aus Kostengründen nicht ausgeführt.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 85.
        
1835  / Dienstag, 30. Juni 1835
Gründung einer Dampfschiffahrtsgesellschaft
In Luzern gründet der aus dem Elsass stammende Kaufmann Casimir Friedrich Knörr mit einem Aktienkapital von 100'000 Franken eine "Aktiengesellschaft behufs Errichtung eines Dampfschiffes auf dem Vierwaldstättersee". Gleichzeitig ersucht er die Luzerner Regierung um die Bewilligung und Gewährung der notwendigen Privilegien. Die Luzerner Regierung gibt die Erlaubnis und stellt gleich ein Konkurrenzverbot für sechs Jahre in Aussicht. Die Dampfschiffahrtsgesellschaft erhält zudem das Recht und die Pflicht, "alle Transitwaren und Effekten, welche ihr aufgeladen werden, und alle Personen, welche das Dampfschiff benutzen wollen, von hier an alle gestade zu führen", und zwar zu den vom Kleinen Rat festgesetzten Taxen.
Quellen / Literatur: Fryberg Stefan, Urnersee, S. 20.
        
1835  / Mittwoch, 4. November 1835
Karlstag ohne Feierlichkeiten
Der Karlstag, im Gedenken an Karl Borromäus errichtet, wird ohne äussere Feierlichkeit mit nur höherem liturgischen Rang begangen.
Quellen / Literatur: Arnold Seraphin, Gründung des ersten Kapuzinerklosters diesseits der Alpen, in HNBl UR Bd. 72 (1981), S. 17.
        
1835  / Samstag, 28. März 1835
Steine des Alten Zeughauses für den Bau der Flüelerstrasse
Ingenieur Karl Emanuel Müller ersucht um Schleifung des alten Zeughauses auf der Schiesshütte zur Verwendung der Steine für den Ausbau der Flüelerstrasse. Dies wird ihm mit folgenden Auflagen bewilligt: Die Mauer gegen das Eselmätteli soll stehen bleiben, der eingefallene Keller ist auszuebnen, die eisernen Maueranker müssen dem Säckelmeister übergeben werden.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 87.
        
1835  / Mittwoch, 22. Juli 1835
Das alte Schützenhaus wird verkauft
Das alte Schützenhaus auf dem Besslerschen Anwesen an der Landstrasse nach Flüelen wird um 350 Gulden an Alphons Bessler, Hauptmann in Neapel, verkauft.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 84.
        
1835  / Samstag, 26. Dezember 1835
Priesterkapitel verlangt Verbot von Zeitungen
Das Priesterkapitel verlangt in einem Schreiben an den Landrat "ein allgemeines Verboth" liberaler und radikaler Blätter, um dem "Press-Unfug" endlich ein Ende zu setzen. Diesem Gesuch wird jedoch nicht entsprochen.
Quellen / Literatur: Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 50.
        
1836  / Samstag, 26. März 1836
Dampfschiffahrtsgesellschaft wird gegründet
Casimir Friedrich Knörr gründet zusammen mit Josef Martin Ronca in Luzern die "Dampfschiffahrts-Gesellschaft für den Vierwaldstättersee", eine Aktiengesellschaft mit einem Gründungskapital von Fr. 100'000.--. Ein Grossteil der Aktien wird von Basler Bürgern gezeichnet. Die Initiative wird von Luzern gefördert und die Vorrechte der dortigen Schhiffergesellschaften aufgehoben.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Karl Emanuel Müller, S. 267.
        
1836  /
Gesuch um Urner Konzession für Dampfschiffe
Die beiden Handelshäuser Muheim und Müller ersuchen den Urner Landrat, ihnen die Inbetriebnahme eines Urner Dampfschiffes zu bewilligen. Die von Karl Muheim verfasste Eingabe weist eindringlich auf die Entwicklung des Verkehrs und die Stellung des Gotthardpasses hin. Das Vorhaben zeitigt jedoch vorerst keinen Erfolg.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Karl Emanuel Müller, S. 267.
        
1836  / Montag, 27. Juni 1836
Schwyz regt den Bau einer Axenstrasse an
Der Bezirk Schwyz wird bei den Urner Behörden vorstellig und regt zum ersten Mal offiziell den Bau einer Strasse zwischen Brunnen und Flüelen an. Im Tessin zeigt man sich begeistert. In Uri tritt man dem Ansinnen mehr mit Skepsis denn mit Euphorie entgegen. Man hegt Bedenken wegen technischer Schwierigkeiten und will vor allem die beiden Stände Zug und Zürich beiziehen.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Karl Emanuel Müller – Ingenieur, Unternehmer, Staatsmann, Schattdorf 1999, S. 75.
        
1837  / Montag, 20. November 1837
Volksauflauf wegen Dampfschiff
Die "Basler Zeitung" berichtet von einem bedrohlichen Volksauflauf in Flüelen, der die Mannschaft, die Passagiere und die Ladung des Dampfschiffs in ernsthafte Gefahr bringt. Uri versucht in der Folge mit marktgerechten Mitteln die Oberhand zu behalten. Während das Dampfboot anfänglich nur einmal wöchentlich zum Preis von 25 Batzen pro Person fährt, setzt die Nauenvereinigung drei wöchentliche Fahrten an und reduziert den Preis auf 20 Batzen für Fremde und 10 Batzen für Einheimische.
Quellen / Literatur: Fryberg Stefan, Urnersee, S. 21.
        
1837  / Freitag, 30. Juni 1837
Ingenieur Karl Emanuel Müller legt Urner Regierung erste Projektstudie vor
Dem Ingenieur und Unternehmer Karl Emanuel Müller gelingt es, die massgebenden Stellen in Uri für das Projekt einer Axenstrasse zu gewinnen. Müller schätzt die Erstellungskosten auf rund 500'000 Franken, er legt erste Finanzierungspläne vor: Die Handelshäuser der Schweiz sollen mit den Kantonen Uri und Schwyz die Bausumme beschaffen. Eine andere Möglichkeit ist die Gründung einer Aktiengesellschaft und auf deren Rechnung die Strasse zu bauen. Zur Deckung der Bauzinsen soll die Tagsatzung einen neuen Zoll sprechen.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Karl Emanuel Müller – Ingenieur, Unternehmer, Staatsmann, Schattdorf 1999, S. 76.
        
1837  / Freitag, 22. Dezember 1837
Dreitägige Konferenz in Altdorf betreffend Projekt einer Axenstrasse
Die Vertreter der an einer Axenstrasse interessierten Stände Tessin, Schwyz, Zug und Zürich kommen auf Einladung Uris in Altdorf zu einer dreitägigen Konferenz betreffend "Erbauung einer Commerzial-Strasse von Flüelen bis Zürich" zusammen. Die Tagung steht unter der Leitung des Urner Landammanns Anton Schmid Der Kanton Zürich solle eine neue Strasse durch das Sihltal anlegen, der Kanton Zug diese bis zur Schwyzer Kantonsgrenze instand stellen und erweitern und Schwyz die Strasse bis Brunnen übernehmen. Die beteiligten Kantone sollen Beiträge an einen Amortisationsfonds leisten. Da Uri durch den Bau der Gotthardstrasse finanziell stark belastet wird, will es das kostspielige Werk einer privaten Aktiengesellschaft übergeben. Zu einem Axenprojekt äussern sich zwar alle Stände wohlwollend, doch hat Zürich kantonsinterne Strassenbauprojekte und ist in seinem Handelsverkehr auf die Bündnerpässe ausgerichtet. Schwyz sieht Opposition für das Bauprojekt durch die äusseren Bezirke und Zug hegt damals noch finanzielle Bedenken. Als Entgelt für die Investitionen von rund 500'000 Franken beabsichtigt der Stand Uri, der Gesellschaft einen Teil der alten Zölle abzutreten, zudem soll ein Weggeld auf der Axenstrasse erhoben und dieser überlassen werden, ein Amortisationsfond soll zur Ablösung der Aktien dienen. Nur Uris südlicher Nachbar, das Tessin, ist vorbehaltlos für das Axenprojekt.
Quellen / Literatur: StAUR R-150-13/111; Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Uri, Band 2, S. 51.
        
1837  / Samstag, 29. Juli 1837
Dampfschiff beginnt kursmässige Fahrten
Das Dampfschiff "Stadt Luzern" läuft vom Stapel und nimmt die kursmässigen Fahrten auf. Die Dampfschiffe sorgen für eine schnellere Postverbindung zwischen Luzern und Flüelen
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Karl Emanuel Müller, S. 267
        
1837  / Freitag, 29. Dezember 1837
Landrat grundsätzlich für den Bau einer Axenstrasse
Der Urner Landrat stimmt den Konferenzbeschlüsssen zum Bau einer Axenstrasse zu und beauftragt Ingenieur Carl Emanuel Müller mit der Projektleitung.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Karl Emanuel Müller – Ingenieur, Unternehmer, Staatsmann, Schattdorf 1999, S. 74 f.
        
1837  / Montag, 26. Juni 1837
Uri klärt betreffend Axenstrasse das Interesse der Mitstände ab
Der Urner Landrat ermächtigt die Tagsatzungsdelegation, betreffend Bau einer Axenstrasse mit den mitinteressierten Städnen in Verbindung zu treten und ihre Meinung zu sondieren. Bei allen hegt man jedoch finanzielle Bedenken.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Karl Emanuel Müller – Ingenieur, Unternehmer, Staatsmann, Schattdorf 1999, S. 74 f.
        
1837  / Dienstag, 5. Dezember 1837
Neue Pläne für den Bau eines Schützenhauses
Alt Landessäckelmeister Schmid und Leutnant Aloys Müller unterbreiten zwei Pläne für den Bau eines Schützenhauses auf der Schützenmatte. Dem zweiten wird der Vorzug gegeben.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 85.
        
1837  / Sonntag, 24. September 1837
Erstes Dampfschiff landet in Flüelen
Mit der "Stadt Luzern" landet das erste Dampfschiff in Flüelen.
Quellen / Literatur:
        
1837  / Montag, 29. Mai 1837
Knaben werfen der Lehnbrunnenfigur den Kopf ab
Einige Knaben werfen der Figur auf dem „Lehnbrunnen“ den Kopf ab. Ihre Eltern müssen die Reparatur bezahlen.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 99.
        
1837  / Donnerstag, 1. Juni 1837
Ersparniskasse Uri nimmt ihren Betrieb auf
Bereits zwei Monate nach der Genehmigung des Statuts nimmt die Ersparniskasse ihre Tätigkeit auf. Nach dem Zusammenbruch 1915 wird sie in die Urner Kantonalbank umgewandelt.
Quellen / Literatur: Püntener/Tschalèr; Leben des Peter Josef Zwyssig; in: HNBl UR 1992/93, S. 8.
        
1838  / Samstag, 30. Juni 1838
Anlegestelle für das Dampfschiff
Die anfänglichen Streitigkeiten über den Standort des Landungsplatzes für das Dampfschiff in Flüelen können gelöst werden, so dass schliesslich auf Kosten der Dampfschiffahrtsgesellschaft in der Nähe der heutigen Schifflände eine weit in den See hinausführende Holzbrücke angelegt wird.
Quellen / Literatur: Fryberg Stefan, Urnersee, S. 21.
        
1838  / Montag, 15. Oktober 1838
Tagsatzung bewilligt neuen Zoll für Axenstrasse
Die Tagsatzung bewilligt den von Uri neu zu erhebenden Zoll auf der Axenstrasse. Die Handelsstadt Basel bekräftigte dabei den Vorbehalt, dass die Handelsgüter von jedem Weggeld befreit sein mussten. Der Handelsverkehr forderte nicht nur durchgehend fahrbare Strassen, sondern wollte diese auch von zusätzlichen Schranken befreit wissen
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Uri, Band 2, S. 52.
        
1838  / Donnerstag, 28. Juni 1838
Uri will für Axenstrasse einen neuen Zoll erheben
In einem Kreisschreiben an die eidgenössischen Stände ersuchen Landammann und Rat des Kantons Uri wegen der hohen Baukosten für eine Axenstrasse einen Zoll erheben zu dürfen. Der Zoll wird in der Folge von der Tagsatzung bewilligt (15.10.1838). Die Handelsstadt Basel bekräftigt dabei den Vorbehalt, dass die Handelsgüter von jedem Weggeld befreit sein müssen. Der Handelsverkehr fordert nicht nur durchgehend fahrbare Strassen, sondern will diese auch von zusätzlichen Schranken befreit wissen.
Quellen / Literatur: Kreisschreiben vom 28.6.1838 an sämtliche eidgenös. Stände (StAUR R-150-13/111); Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Uri, Band 2, S. 52.
        
1838  / Montag, 14. Mai 1838
Ingenieur Müller bittet die Regierung, eine zweite Axenvariante aufgreifen zu dürfen
Angesichts der hohen Kosten der ersten Variante für eine Axenstrasse ersucht Ingenieur Carl Emanuel Müller die Urner Regierung, eine zweite, schon früher von ihm ausgearbeitete Variante wieder aufgreifen zu dürfen, die jedoch auf Ablehnung der Tessiner Vertreter gestossen war. Das Projekt sieht am Axen eine höher geführtes, in Galerien verlaufende Strasse vor. Der Voranschlag geht von Kosten von 520‘300 Franken aus Es ergibt sich jedoch ein Stillstand, da Zürich eine Begutachtung der beiden Projektvarianten in Auftrag gibt.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Uri, Band 2, S. 52.
        
1838  / Sonntag, 6. Mai 1838
Urner Landsgemeinde gibt dem Landrat die Kompetenz, das Projekt der Axenstrasse weiter zu verfolgen
Nachdem der Landrat dem Projekt einer Axenstrasse zugestimmt hat, ermächtigt die Urner Landsgemeinde diesen, zu allem Hand zu bieten, was zur Verwirklichung dieses Werkes führen mag, und die als angemessen erscheinenden finanziellen Verpflichtungen zum Bau einer Axenstrasse einzugehen.
Quellen / Literatur: StAUR Protokoll der Landsgemeinde vom 6. Mai 1838; Stadler-Planzer Hans, Karl Emanuel Müller – Ingenieur, Unternehmer, Staatsmann, Schattdorf 1999, S. 77.
        
1838  / Samstag, 7. April 1838
Pläne und Kostenvoranschlag für eine horizontale Axenstrasse
Die Ingenieurgemeinschaft Karl Emanuel Müller, Rocco von Mentlen und Porro arbeitet für die Urner Regierung Pläne und einen Kostenvoranschlag (605'500 Franken) für eine Axenstrasse aus. Die geplante Strasse verläuft von Flüelen bis vor Sisikon horizontal wenige Meter über dem Wasserspiegel des Urnersees. Dies entspricht der damaligen Bauweise und dem Bedürfnis nach möglichst steigungsfreien Strassen, um vor allem Pferdekräfte zu sparen. Zwischen Sisikon und Brunnen führt die Linie wegen des stark zerklüfteten und verwitterten Felsens trotzdem zum Wasiwald hinauf und dann wieder nach Brunnen hinunter.
Quellen / Literatur: StAUR R-150-13/111; Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Uri, Band 2, S. 52.
        
1838  / Samstag, 30. Juni 1838
Dampfschiff bleibt über Nacht in Flüelen
Im April wagt das Dampfschiff "Stadt Luzern" über eine Nacht in Flüelen zu bleiben.
Quellen / Literatur: Fryberg Stefan, Urnersee, S. 21.
        
1838  /
Schiessstand kommt in Altdorf mitten ins Dorf
Der Altdorfer Schiessstand wird von der Schiesshütte-Matte beim Unterheiligkreuz mitten ins Dorf, auf die Schützenmatte, verlegt. Das Schützenhaus befand sich an der Stelle des Tellspielhauses. Da ein guter Schütze bekanntlich auch Zielwasser braucht, gehörte zum Schützenhaus auch ein Restaurationsbetrieb. Das Schützenhaus bietet zudem Platz für Theateraufführungen.
Quellen / Literatur: Gisler-Jauch Rolf, „Schützenfeste - einst und …“, in: UW Nr. 54, 14.07.2001.
        
1838  / Dienstag, 27. März 1838
Vertrag zwischen Knörr und Schiffergesellschaften
Nach langen Streitereien um die Bezahlung von Abfahrtsgebühren in Flüelen schliesst Knörr mit den beiden Urner Schiffergesellschaften einen Vertrag ab und verpflichtet sich, ihnen jährlich 1'000 Franken Schadenersatz zu zahlen, so lange kein zweites Dampfschiff auf dem See fährt. Uri behält damit die Schiffahrtshoheit, die freie Schiffahrt wird abgewehrt und die Urner Schiffsleute erhalten einen Ausgleich.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Karl Emanuel Müller, S. 269.
        
1838  / Freitag, 23. Februar 1838
Vertrag für ein „Wochenblatt von Uri“ wird unterzeichnet
Das Gesuch von Landschreiber Josef Anton Arnold (1795-1839), dessen Bruder Karl Martin Arnold (1812-1864) sowie Franz Xaver Zgraggen wird von der Finanzkommission positiv beurteilt und der Vertrag durch die Urner Regierung und die Verleger genehmigt.
Quellen / Literatur: Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 50 f.
        
1838  /
Abkommen mit den Urner Schiffahrtsgesellschaften
Casimir Friedrich Knörr gelingt es ein Abkommen mit den Urner Schiffahrtsgesellschaften abzuschliessen. Für das Recht, von Flüelen Personen und Waren abzuführen, erhalten die Urner Schiffahrtsgesellschaften 1000 Franken Entschädigungssumme. "Zum Zeichen des Friedens und der Versöhnung" werden, wie das Wochenblatt von Uri schreibt, auf dem Dampfschiff die beiden Flaggen von Uri und Luzern gehisst.
Quellen / Literatur: Fryberg Stefan, Urnersee, S. 21.
        
1838  / Donnerstag, 5. April 1838
Erste Urner Zeitung erscheint
Mit dem „Wochenblatt von Uri“ erscheint erstmals eine Urner Zeitung. Es wird von Buchdrucker Zgraggen und Karl Martin Arnold herausgegeben. Das Blatt enthält obrigkeitliche Mitteilungen sowie private Anzeigen, durfte jedoch nichts „Politisches“ enthalten.
Quellen / Literatur: Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 53.
        
1838  / Samstag, 22. Dezember 1838
Zürcher Gutachten favorisiert obere Variante
Der Zürcher Strasseninspektor Andreas Merian äussert sich in seinem, von der Zürcher Regierung verlangten Gutachten zu den beiden Axenstrassen-Projekten diplomatisch. Sofern es darauf ankomme diese Strasse mit möglichst geringen Kosten zu bauen, wäre die obere Linie zu wählen, sollt "aber dieses an sich schon grossartige Werk mit der möglichsten Vollkommenheit gekrönt werden", so müsse man sich für die horizontale Linie entscheiden. Andreas Merian schägt schliesslich als Mittelweg bis Sisikon eine modifizierte Linie vor.
Quellen / Literatur: Bericht über den Axenberg von A. Merian vom 22.12.1838, in: StAUR R-150-13/111; Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Uri, Band 2, S. 52.
        
1839  / Donnerstag, 24. Januar 1839
Zürich gibt den Bau der Sihltalstrasse und damit das Axenprojekt auf
Der Regierungsrat des Kantons Zürich fasst den Beschluss, im Hinblick auf die angespannte Finanzlage und anderweitige Bauprojekte vom Bau der Sihltalstrasse abzusehen, desgleichen von der Leistung von 50‘000 Franken an den Amortisationsfonds der Axenstrasse. Mit dem Wegfall dieses Teilstücks fällt die Hauptfunktion des Strassenprojekts dahin. Die ohnedies etwas schwankenden Kantone Zug und Schwyz fühlen sich gleichfalls zum Rückzug bewogen.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Uri, Band 2, S. 52.
        
1839  / Sonntag, 26. Mai 1839
Uri wirbt bei Schwyz und Zug nochmals für den Bau einer Axenstrasse
Aufgrund eines persönlichen Ansuchens von Ingenieur Carl Emanuell Müller an die Urner Regierung bemüht sich Uri um die erneute Mitwirkung von Schwyz und Zug am Projekt einer Axenstrasse.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Uri, Band 2, S. 52.
        
1839  / Dienstag, 6. August 1839
Erfolglose Verhandlungen mit Zürich betreffend Bau einer Axenstrasse
An der Tagsatzung im September werden die Gesandtschaften von Uri, Schwyz, Zug und Tessin nochmals bei Bürgermeister und Regierungsrat von Zürich hinsichtlich Bau einer Axenstrasse vorstellig; jedoch auch dieser Versuch misslingt.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Uri, Band 2, S. 52.
        
1839  /
Urner anerbieten Knörr Kooperation
Die Urner Firmen Müller und Muheim bieten Knörr eine Kooperation an, dieser will das Monopol jedoch alleine ausüben. Karl Emanuel Müller beteiligt sich bei der Erhöhung des Aktienkapitals. Er baut für die Knörr'sche Gesellschaft auch eine Schiffsbrücke in Flüelen.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Karl Emanuel Müller, S. 268.
        
1839  /
Idee einer Gotthardbahn kommt auf
Ende der 1830er Jahre tauchte die Idee auf, Von Basel nach Zürich eine Eisenbahn zu bauen, und es drohte damit die Gefahr, der Grossteil des Transitverkehrs werde den Bündnerpässen zugeleitet.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Karl Emanuel Müller, S. 74.
        
1839  / Mittwoch, 1. Mai 1839
Das Dampfschiff verkehrt täglich
Das Dampfschiff Stadt Luzern verkehrt im Sommer täglich. 1838 liessen sich 31'202 Personen über den See fahren.
Quellen / Literatur:
        
1840  / Montag, 28. Dezember 1840
Keine Benützung des Rathauses durch den Altdorfer Gemeinderat
Wegen der starken Zunahme kantonaler Verwaltungsaufgaben können die Altdorfer Gemeindebehörden das Rathaus nach Ausgestaltung der beiden Ratssäle nicht mehr mitbenützen.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 25.
        
1840  /
Mit dem Dampfschiff zum Dreiorte-Schiessen nach Sarnen
Erstmals fahren die Schützen mi dem Dampfboot „Stadt Luzem“ zum Dreiorte-Schiessen nach Samen. Es ist das letzte seiner Art.
Quellen / Literatur: Baumann Joseph, Urner Schützenchronik, S. 16.
        
1840  / Donnerstag, 17. Dezember 1840
Brand der Isenthaler Sust an der Isleten
Um 9 Uhr abends brennt an der Isleten die so genannte Isenthaler-Sust nieder. Laut Verkommnis der Gemeinde Isenthal mit dem Besitzer der Isleten ist dieser verpflichtet, diese Gebäulichkeit zu unterhalten und auch für die nötige Schiffung zu sorgen.
Quellen / Literatur: Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Bd. 1, S. 62.
        
1841  / Montag, 22. November 1841
Schweizerpsalm von Zwyssig wird erstmals gesungen
Im Karlshof in Oberwil wird von einem Zuger Sängerquartett der von Pater Alberik komponierte «Schweizerpsalm» erstmals gesungen.
Quellen / Literatur: Püntener/Tschalèr; Leben des Peter Josef Zwyssig; in: HNBl UR 1992/93, S. 9.
        
1842  / Sonntag, 20. März 1842
Schlussrechnung für das gescheiterte Axenprojekt wird erstellt
Die Schlussabrechnung für die gescheiterte Projektierung einer Axenstrasse wird getätigt. Die Projektkosten werden auf die fünf Stände aufgeteilt.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Uri, Band 2, S. 52.
        
1842  / Montag, 28. Februar 1842
Gesuch für Theateraufführungen im Schützenhaus
Ende Februar stellt Komponist Gustav Arnold namens der Theatergesellschaft das Gesuch, im Schützenhaus Theatervorstellungen geben zu dürfen.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 85.
        
1842  / Mittwoch, 28. Dezember 1842
Landrat fordert staatliche Förderung der Viehzucht
Am Unschuldigen-Kinder-Landrat stellt Bauherr Ambros Trachsel den Antrag auf staatliche Förderung der Viehzucht. Die Viehauflagskommission arbeitete hierauf einen Vorschlag aus.
Quellen / Literatur: UW 77, 3.10.1987.
        
1842  / Donnerstag, 30. Juni 1842
Knörr schafft zweites Dampfschiff an
Da die Postbeförderung für die Seestrecke der Dampfschiffgesellschaft übertragen wird, schafft Friedrich Knörr ein zweites Dampfschiff, die St. Gotthard, an.
Quellen / Literatur: Fryberg Stefan, Urnersee, S. 22.
        
1843  / Sonntag, 14. Mai 1843
Bezirksgemeinde lehnt Viehprämierung ab
Die Bezirksgemeinde Uri lehnt einen Vorschlag der Viehauflagskommission betreffend einer Viehschau mit Prämierung ab. Die Viehbesitzer sollten durch jährliche Viehschauen und Prämien zum Besitze schöner Zuchttiere aufgemuntert werden. Für Stiere wären 30 Prämien, zusammen 300 Gulden, für Hengste 2 Prämien vorgesehen gewesen. Die Kosten der Prämien wollte man aus der Kantons- und den Gemeindekassen sowie durch eine Erhöhung des Viehauflags bestreiten. Man glaubt, dass die zerstreuten Vieheigentümer von den wenigen ausgezeichneten Stieren für ihr Vieh keinen Nutzen ziehen können.
Quellen / Literatur: UW 77, 3.10.1987.
        
1843  / Donnerstag, 10. August 1843
Die Aussenrenovation der Kirche Flüelen ist abgeschlossen
Maurermeister Joseph A. Tscholl aus dem Montafon kann als Abschluss der Aussenrenovation das Kreuz aufstecken. Die Gesamtkosten betragen 1181 Gulden. Die Maurerarbeit leistete Johann Grass, Altdorf, als Zimmermann wurde Jakob Joseph Gisler, Schattdorf, zugezogen.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler, Bd. 2, S. 80 f.
        
1843  / Mittwoch, 5. April 1843
Platz der "Metzg" soll der Gemeinde übergeben werden
Der Landrat beschliesst, den Platz der ehemaligen „Metzg“ der Gemeinde zu übergeben. Es besteht die Auflage, dass die Strassenbaukommission zwecks Erweiterung der dort engen Strasse noch einen Streifen abtrennen dürfe. Sofern das Vorhaben innert zweier Jahre nicht ausgeführt wird, fällt das Areal an den Kanton zurück. Die Strassenbaukommission entscheidet, dass die Breite der Hauptstrasse in diesem Bereich neu 16 Schuh (rund 5 m) betragen müsse. Daraufhin zerschlägt sich das Gemeindehausprojekt.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 88.
        
1843  / Sonntag, 14. Mai 1843
Beschränkung der Verwandtenunterstützungspflicht
Die Bezirksgemeinde 1843 modifiziert die Verwandtenunterstützungspflicht. Das neue Gesetz engte die subsidiäre Unterstützungspflicht der Angehörigen auf den zweiten Verwandtschaftsgrad vaterseits ein. Bisher waren die Verwandten bis zum fünften Grad vater- und mutterseits subsidiär unterstützungspflichtig. Das Gesetz verpflichtet auch die Gemeinden zu vermehrten Leistungen.
Quellen / Literatur: LB UR 1856, S. 23 ff.
        
1843  /
Knörr nimmt zweites Dampfschiff in Betrieb
Um der 1842 beschlossenen täglichen Postverbindung zu entsprechen, nimmt Knörr ein zweites Dampfschiff, die "Gotthard", in Betrieb. Er kauft auch den Grossteil der Aktien zurück, verliert dadurch die Verankerung in den massgebenden Finanzkreisen von Luzern und Basel.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Karl Emanuel Müller, S. 270.
        
1843  / Mittwoch, 18. Januar 1843
Verbot des Verschiffens von Waren an Sonn- und Feiertagen
Der Landrat erlässt ein "Verbot des Verschiffens gewisser Waaren an Sonn- und Feiertagen" um dem "überhandnehmenden Missbrauche zu steuern, demzufolge man sich erlaubte, namentlich Holz und Sand über den See zu verführen, und dadurch der gebotenen Heiligung dieser Tage unerlaubten Abbruch zu thun."
Quellen / Literatur: LB UR 1856, S. 21.
        
1843  / Donnerstag, 29. Juni 1843
Klosteraufhebung gefährde Religionsfrieden
Das „Wochenblatt von Uri“ hält fest, dass die Klosteraufhebung im Aargau einen offenen Bundesbruch darstelle, und daher zur „Lebensfrage“ geworden sei, „zum Probestein, ob der religiöse Friede ferner bestehen solle?"
Quellen / Literatur: Wochenblatt von Uri, Nr. 26, 29.6.1843; Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 62.
        
1844  / Sonntag, 5. Mai 1844
Landsgemeinde legt Schonzeiten fest
Die Landsgemeinde verbietet das Fischen erstmals während ganz bestimmter Wochen, um dem schädlichen Fischfang während der Laichzeit nähere Schranken zu setzen. In der Reuss (ausgenommen mit der Rute), im Schächen und allen anderen laufenden Gewässern das Fischen vom 29. September (St. Michaelstag) bis Mitte November untersagt. Ursern protestiert erfolglose gegen diesen Beschluss mit der Begründung, die verschärfte Gesetzgebung greife in die Hoheitsrechte des Bezirks ein.
Quellen / Literatur: Fryberg Strefan, Die Urner Fischerei, S. 19.
        
1844  / Freitag, 24. Mai 1844
Kostenvoranschlag für den Ausbau des grossen Ratssaales im Rathaus
Die Instruktionskommission erteilt der Finanzkommission den Auftrag, bei Fachleuten Pläne und Kostenvoranschlag für den Ausbau des grossen Ratssaals einzuholen. Daraufhin unterbreitete Ferdinand Wuhrmann, Dekorationsmaler in Zürich, Entwürfe.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 25.
        
1844  / Samstag, 28. Dezember 1844
Erneute Forderung nach Ausbau des Ratssaales
Gestützt auf frühere Beschlüsse verlangen Landrat und Landammann erneut, Pläne und Kostenvoranschläge für den Ratssaal einzuholen und dem Landrat vorzulegen.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 25.
        
1844  / Freitag, 19. April 1844
„NZZ“ und „Eidgenosse von Luzern“ werden in Uri verboten
Auf Verlangen des bischöflichen Kommissars J.J. Gisler verbietet der Landrat das Erscheinen der „NZZ“ und des «Eidgenossen von Luzern» in Uri.
Quellen / Literatur: Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 46 f.
        
1845  / Samstag, 7. Juni 1845
Uri droht Gotthardzoll in Hospental einzuziehen
Uri gelangt Uri mit einem Kreisschreiben an alle eidgenössischen Stände und verlangt von der Tagsatzung, den Kanton Tessin zu veranlassen, Uri jährlich 50 Prozent des reinen Zollertrages nach altem Tarif zu bezahlen. Sonst werde Uri diese Hälfte an seiner Zollstelle in Hospental selber einziehen, und Tessin hätte diesen Betrag von seinem neuen Tarif von 1843 abzurechnen.
Quellen / Literatur: Stadler Hans, Zollstation und Gasthaus Dazio Grande in Morasco, in: GF Bd 148 (1995); S. 132.
        
1845  /
Einführung des Kutscherteils
Aufgrund eines Siebengeschlechterbegehrens führt Uri den Kutschenteil ein. Alle Urner Kutscher, welche sich im Personentransport engagieren wollen, nüssen sich zwangsweise daran beteiligen und sich den Vorschriften des Teilers unterziehen. Dadurch haben sie aber auch das Recht, bei der Zuteilung von Reisenden und der Stellung von Pferden für die Postbeiwagen nach einer garantierten Kehrordnung berücksichtigt zu werden.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Karl Emanuel Müller, S. 71.
        
1845  / Dienstag, 1. April 1845
Korporal Herger fällt bei Gefecht
Auf dem Vormarsch Richtung Littau kommt es in einem Wäldchen zum ersten Gefecht gegen die Freischaren. Dabei verliert Korporal Anton Herger an der Seite von Peter Josef Zwyssig sein Leben. Herger ist der einzige Gefallene, den die Urner zu beklagen haben. Nach gewonnener Schlacht steht auch das Urner Kontingent für den Sicherheitsdienst in und um Luzern zur Verfügung.
Quellen / Literatur: Püntener/Tschalèr; Leben des Peter Josef Zwyssig; in: HNBl UR 1992/93, S. 10.
        
1845  / Donnerstag, 11. Dezember 1845
Sonderbund wird gegründet
Da sich die katholischen Stände auch nach dem Sieg über die Freischaren bedroht fühlen, schliessen sich In Luzern die sieben konservativen Kantone Uri, Schwyz, Nid- und Obwalden, Zug, Luzern, Freiburg und Wallis den Sonderbund. Es ist dies der letzte verzweifelte Versuch des katholisch-konservativen Antimodernismus, die alte Welt in der Form in die moderne Welt hinüberzuretten. Die Gründung ging in aller Stille vor sich und wird erst Mitte 1846 bekannt.
Quellen / Literatur: Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 61.
        
1846  / Donnerstag, 19. November 1846
Müller erhält Zuschlag für Posttransport
Knörr ist zwar bereit, die Minimalanforderungen zu erfüllen, hält jedoch am stets geforderten Konkurrenzverbot fest. Die Konferenz der beiden Stände Uri und Luzern entscheidet sich deshalb für Karl Emanuel Müller (Genehmigung des Vertrages durch den Urner Landrat 26.11.1846).
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Karl Emanuel Müller, S. 270.
        
1846  / Mittwoch, 28. Januar 1846
Zollstreitigkeiten mit dem Tessin finden ein Ende
Uri und Tessin einigen sich über einen Auskauf des urnerischen Anspruches am Zoll auf dem Gotthard-Hospiz.
Quellen / Literatur: Stadler Hans, Zollstation und Gasthaus Dazio Grande in Morasco, in: GF Bd 148 (1995); S. 132.
        
1846  / Dienstag, 30. Juni 1846
Müller gründet Postdampfschiffahrtsgesellschaft
Der Urner Ingenieur Karl Emanuel Müller, der seit 1841 das Luzerner Bürgerrecht besitzt und als Baudirektor der Luzerner Regierung angehört, gründet die Postdampfschifffahrtsgesellschaft. Er kann mit den Regierungen von Uri und Luzern einen Konzessionsvertrag abschliessen, der seiner Gesellschaft den Posttransport zusprach. Für die Reisenden wurde ein fester Tarif festgesetzt. Die Fahrt nach Flüelen kostet in der 2. Klasse Fr. 1.20. Die Einwohner der Uferkantone profitieren von der Einführung eines Abonnements, wonach die Fahrt nur noch auf 10 Batzen zu stehen kommt. In der 3. Klasse bezahlt man 8 Batzen.
Quellen / Literatur: Fryberg Stefan, Urnersee, S. 23.
        
1846  /
Müller regelt Abfuhrrechte
Karl Emanuel Müller gelingt es, mit den beiden urner Schiffahrtsgesellschaften die Abfuhrrechte zu regeln und sie zu einer finanziellen Beteiligung an seinem Unternehmen in der Höhe von 16'000 Fr. zu überreden.
Quellen / Literatur: Fryberg Stefan, Urnersee, S. 23.
        
1846  /
Interesse der Urner an Dampfschiffahrt
Bei der Neuregelung von Postangelegenheiten wird auch der Dampfschiffvertrag neu verhandelt. Die Regierungen von Luzern und Uri stellen verschiedene Bedingungen. Man kann sich nicht einigen. Die Beauftragten von Uri und Luzern tragen sich mit dem Gedanken, eine neue Dampfschiffsgesellschaft zu gründen. Der Grosse Rat von Luzern lehnt ein solches Vorhaben jedoch ab. Überzeugt von der Rentabilität eines solchen Unternehmens, bewirbt sich K.E. Müller im November vertraulich für die Übernahme der Postschifffahrt.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Karl Emanuel Müller, S. 270.
        
1846  / Montag, 21. Dezember 1846
Müller einigt sich mit Urner Schiffgesellschaften
K.E. Müller einigt sich mit den Urner Schiffergesellschaften. Er bezahlt jährlich 800 Franken und lässt sie mit 16 Aktien à 1000 Franken am Unternehmen teilhaben. Müller verpflichtet sich weiter, vorzugsweise die Schiffer von Flüelen als Matrosen anzustellen (auf dem "Waldstätter" waren drei der fünf Matrosen Urner; die Restauration besorgte Gastwirt Gisler vom "Adler" in Flüelen). Sowohl die "Theilfahrende Schiffsgesellschaft" wie die Schiffer des Urinauens stehen deshalb positiv zum neuen Dampfschiffunternehmen. Knörr lehnt ein Übernahmeangebot ab, setzt auf die freie Konkurrenz, welche er mit Hilfe der Radikalen und gegen die urner zu erreichen hofft.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Karl Emanuel Müller, S. 271, 279.
        
1846  / Donnerstag, 19. November 1846
Uri erhalten Möglichkeit der Beteiligung
Im Postvertrag erhalten die beiden Stände Luzern und Uri die Möglichkeit einer Beteiligung. Uri kauft 25 Aktien.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Karl Emanuel Müller, S. 276.
        
1847  / Mittwoch, 14. Juli 1847
Weitere Schwestern kommen zur Erholung nach Seelisberg
Nachdem im Mutterhaus in Steinerberg die 14. Schwester seit Ausbruch einer ansteckenden Krankheit gestorben ist, schickt Vikar Karl Joseph Rolfus kurz entschlossen fünf weitere Schwestern und am folgenden Tag nochmals fünf Schwestern, die alle kränkelten, zur Erholung nach Seelisberg, das für seine gute Luft bekannt ist.
Quellen / Literatur: Degler-Spengler Brigitte, Die Schwestern vom Kostbaren Blut, HNBl UR 2010; S. 31.
        
1847  / Mittwoch, 7. Juli 1847
Die Seelisberger Schwestern können ihr Haus beziehen
Die Schwestern vom Kostbaren Blut können in Seelisberg ihr ersehntes Haus beziehen. Die Pionierinnen sind Schwester M. Cölestina, die spätere Oberin der Filiale, Schwester M. Casparina, Schwester M. Verena, Schwester M. Viktoria, Schwester M. Agatha, sowie Schwester M. Philomena. Sie werden von Mutter M. Theresia Weber und der Assistentin Schwester Cäcilia begleitet, die aber wieder nach Steinerberg zurückkehren. Am gleichen Tag trifft Vikar Karl Joseph Rolfus, der Gründer der Ordensgemeinschaft, in Seelisberg ein, um nach dem Rechten zu sehen.
Quellen / Literatur: Degler-Spengler Brigitte, Die Schwestern vom Kostbaren Blut, HNBl UR 2010; S. 30 f.
        
1847  / Donnerstag, 24. Juni 1847
„Wochenblatt von Uri“ fürchtet Machtübernahme durch die Radikalen
Das „Wochenblatt von Uri“ fürchtet eine Machtübernahme durch die Radikalen. Die Selbständigkeit oder Kantonalsouveränität, auf die man mit Recht stolz sei, würde verschwinden mit samt den geerbten Freiheiten: „Deine schönen Alpen und Allmenden, - dir so theuer und werth - als Nationalgut erklärt werden. Oder gefiele es dir, Volk von Uri! wenn z.B. die Züribieter ganze Heerden von Vieh auf deine Höhen und Alpen zu treiben befugt würden?"
Quellen / Literatur: Wochenblatt von Uri, Nr. 25, 24.6.1847; Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 62.
        
1847  / Donnerstag, 8. Juli 1847
Vikar Rolfus spricht bei den Urner Behörden wegen der Seelisberger Klostergründung vor
Vikar Karl Joseph Rolfus begibt sich von Seelisberg nach Altdorf, um mit Landammann Franz Xaver Zgraggen, Statthalter Karl Franz Lusser und Dr. Franz Müller sowie nach Bürglen zum bischöflichen Kommissar Johann Josef Gisler, um mit ihnen über die Niederlassung der Schwestern in Seelisberg zu sprechen. Er kann seine Absichten offen darlegen, und man verspricht ihm Unterstützung.
Quellen / Literatur: Degler-Spengler Brigitte, Die Schwestern vom Kostbaren Blut, HNBl UR 2010; S. 31.
        
1847  / Montag, 1. November 1847
Probefahrt für den "Waldstätter"
Mitten in den Sonderbundswirren findet die Probefahrt der "Waldstätter", des ersten Dampfers der Postschiffahrtsgesellschaft statt. Das Schiff wurde von der Londoner Firma Ditchborn & Mare hergestellt und in acht Kisten und 174 unverpackten Stücken während fünf Monaten per Schiff, Bahn und Pferdefuhrwerk nach Luzern transportiert wurde. Der Raddampfer ist rund 40 Meter lang und 5 Meter breit und kann neben der Besatzung von neun Mann 300 Personen aufnehmen. Seine Leistung beträgt 45 PS. Auf seiner ersten Probefahrt braucht der "Waldstätter" für die Fahrt von Luzern bis Flüelen 93 Minuten und erregt mit dieser nie gesehenen Leistung das Erstaunen der Zeitgenossen.
Quellen / Literatur: Fryberg Stefan, Urnersee, S. 23 f.
        
1847  / Donnerstag, 9. September 1847
"Waldstätter" läuft vom Stapel
Das Dampfschiff "Waldstätter" läuft in Luzern vom Stapel. Während dem Herbst werden Maschine und Kessel eingebaut. Das Dampfschiff ist 42,20 m lang und 9,64 m breit. Die Leistung beträgt 45 PS.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Karl Emanuel Müller, S. 275
        
1847  / Dienstag, 20. Juli 1847
Sonderbund wird aufgelöst
Die Tagsatzung erklärt mehrheitlich das Schutzbündnis der katholischen Orte als unverträglich mit dem Bundesvertrag und daher als aufgehoben. Die katholischen Orte widersetzen sich diesem Beschluss; da zudem die «Jesuitenfrage» die freundeidgenössische Zusammenarbeit stark belastet, scheint der Graben zwischen den beiden Parteien unüberbrückbar zu sein, so dass sich beide Seiten militärisch aufrüsteten.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Karl Emanuel Müller, S. 180; Püntener/Tschalèr; Leben des Peter Josef Zwyssig; in: HNBl UR 1992/93, S. 10.
        
1847  / Donnerstag, 4. November 1847
Auflösung des Sonderbundes mit Waffengewalt
Die Tagsatzung entscheidet sich zur Auflösung des Sonderbundes mit Waffengewalt.
Quellen / Literatur: Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 62.
        
1847  / Samstag, 3. Juli 1847
Die Seelisberger Schwestern treten erstmals in die Öffentlichkeit
Die Schwestern vom Kostbaren Blut treten in Seelisberg erstmals in die Öffentlichkeit, indem sie in der Pfarrkirche die Anbetung mit lauter Stimme halten.
Quellen / Literatur: Degler-Spengler Brigitte, Die Schwestern vom Kostbaren Blut, HNBl UR 2010; S. 30.
        
1847  / Sonntag, 24. Oktober 1847
Entscheid zur Mobilmachung gegen die Sonderbündler
Die Tagsatzung entscheidet sich zur Mobilmachung gegen die Kantone des Sonderbundes. Den Oberbefehl über die 50'000 Mann führt General Dufour.
Quellen / Literatur: Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 61.
        
1847  / Donnerstag, 5. August 1847
Peter Josef Zwyssig wird Adjudant des Generals
General Johann Ulrich von Salis-Soglio designiert Peter Josef Zwyssig als «Souchef» des Generalstabes und lässt ihn auf Mitte Oktober zu seinem Adjudanten im Majorsrang aufrücken.
Quellen / Literatur: Püntener/Tschalèr; Leben des Peter Josef Zwyssig; in: HNBl UR 1992/93, S. 11.
        
1847  / Freitag, 5. November 1847
Zwyysig braucht Dampfschiff für Fahrt nach Luzern
Major Peter Josef Zwyssig kommt in Altdorf an. Er gibt den Befehl, das Dampfschiff müsse auf der Stelle mit ihm nach Luzern fahren, die Wallisertruppen seien dagegen nicht einzuschiffen.
Quellen / Literatur: Püntener/Tschalèr; Leben des Peter Josef Zwyssig; in: HNBl UR 1992/93, S. 11.
        
1847  / Dienstag, 20. Juli 1847
Sonderbund wird verboten
Die Tagsatzung erlässt ein Verbot des Sonderbundes.
Quellen / Literatur: Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 61.
        
1847  / Dienstag, 9. November 1847
Major Zwyssig orientiert Kriegsrat über die Verstärkung der Gotthardtruppen
An der Sitzung des Kriegsrates kann Major Peter Josef Zwyssig diesen orientieren, dass weitere vier Kompagnien «Walliser und Freiwillige» zur Verstärkung des Gotthards angekommen und die Urner Truppen im Tessin erfolgreich seien.
Quellen / Literatur: Püntener/Tschalèr; Leben des Peter Josef Zwyssig; in: HNBl UR 1992/93, S. 11.
        
1847  / Dienstag, 23. November 1847
Luzerner fliehen mit "Waldstätter" nach Uri
Der "Waldstätter" erlebt seine Feuertaufe, als sie den Häuptern des Sonderbundes und den in Luzern anwesenden Jesuiten die Flucht nach Uri verhilft. Constantin Siegwart-Müller verlässt Luzern, um sich mit Gefolge nach Flüelen und von da über die Furka und den Simplonpass abzusetzen.
Quellen / Literatur: Fryberg Stefan, Urnersee, S. 23; Püntener/Tschalèr; Leben des Peter Josef Zwyssig; in: HNBl UR 1992/93, S. 11.
        
1847  / Dienstag, 9. Februar 1847
Müller lässt Dampfschiffe in England bauen
Da Knörr die Zürcher Schiffsbaufirma Escher, Wyss & Cie. durch einen Exklusivvertrag an sich gebunden hatte, sieht sich K.E. Müller gezwungen, die Schiffe in England (Ditchburn & Mare) zu bestellen. Auf einer beschwerlichen und wegen des Sonderbunskriegs verzögerten Reise gelangt die letzten Teile erst im Januar 1848 in die Werft in Luzern.
Quellen / Literatur:
        
1847  / Donnerstag, 2. Dezember 1847
Warnung der Urner Regierung an das Volk
Nach der Kapitulation richtet sich die Urner Regierung im «Wochenblatt von Uri» an die Bevölkerung und warnt: "Vor Allem hütet Euch, die Schuld dieses Ausganges des in bester Absicht unternommenen, und mit edlem Eifer für Erhaltung Eurer religiösen und politischen Rechte geführten Kampfes, irgend Jemandem beizumessen." Die Landleute könnten versichert sein, dass die Regierung stets in Gewissenhaftigkeit und genauer Pflichterfüllung gehandelt, und das Wohl des Vaterlandes immerfort angestrebt habe.
Quellen / Literatur: Wochenblatt von Uri, Nr. 47, 2.12.1847; Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 70.
        
1847  / Donnerstag, 8. Juli 1847
Die Radikalen werden gebührend empfangen werden
Angesichts des drohenden Bürgerkrieges drohte das „Wochenblatt von Uri“, dass die Radikalen schon gebührend empfangen würden. Die Urner Grenzjäger und Scharfschützen würden das „einflatternde schwarze Geflügel mit blutigen Federn“ wieder heimschicken, wenn es dann noch fliegen könne.
Quellen / Literatur: Wochenblatt von Uri, Nr. 27, 8.7.1847; Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 63.
        
1847  / Donnerstag, 22. Juli 1847
Der Landammann richtet sich via Zeitung ans Urner Volk
Franz Xaver Z'graggen, Landammann und Verleger des «Wochenblatts von Uri» richtet sich in seinem Blatt ans Urner Volk und beruhigt, dass die Regierung Massregeln getroffen habe, welche „des Vollkommensten beruhigen mögen".
Quellen / Literatur: Wochenblatt von Uri, Nr. 29, 22.7.1847; Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 63.
        
1847  / Sonntag, 3. Oktober 1847
Bischöflicher Kommissar erinnert an der Landsgemeinde an die Gräuel der französischen Revolution
An der Extra-Landsgemeinde ergreift der Bischöfliche Kommissar Gisler aus Bürglen das Wort und zeichnet in lautloser Stille „mit eben so scharfen als wahren Farben“ die Gräuel der französischen Revolution. Er versucht aufzuzeigen, dass die Radikalen in der Schweiz nichts besseres anstreben werden.
Quellen / Literatur: Wochenblatt von Uri, Nr. 40, 7.10.1847; Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 63.
        
1847  / Freitag, 22. Oktober 1847
Keine Chance für Vermittlungsversuche
Die beiden Herren Jenni und Hoffmann treffen für Vermittlungsversuche in Uri ein. Diese haben jedoch keinen Erfolg. Das „Wochenblatt von Uri“ berichtet, dass sie es für gut befanden, „am gleichen Abend wieder per Dampf sich zu entfernen."
Quellen / Literatur: Wochenblatt von Uri, Nr. 43, 28.10.1847; Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 63.
        
1847  / Donnerstag, 18. November 1847
Aufruf für Vorrat an Verbandsmaterial
Das Kantons-Kriegskommissariat ruft die Bevölkerung auf, einen "hinlänglichen Vorrath von rein gewaschener Leinwand" parat zu halten, um die Verletzten des Sonderbungskrieges angemessen verarzten zu können.
Quellen / Literatur: Wochenblatt von Uri, Nr. 46, 18.11.1847; Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 63.
        
1847  / Samstag, 27. November 1847
Uri kapituliert
Uri kapituliert. Insgesamt 104 Tote und 374 Verletzte sind die traurige Bilanz des Sonderbundkrieges. Die katholisch-konservativen Kantone sind endgültig geschlagen. Einem radikalen Umschwung in der Schweiz steht nichts mehr im Weg.
Quellen / Literatur: Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 63.
        
1847  / Dienstag, 13. April 1847
Postdampfschifffahrts-Gesellschaft wird gegründet
In Luzern wird die Postdampfschifffahrts-Gesellschaft wird gegründet.
Quellen / Literatur:
        
1847  / Donnerstag, 25. November 1847
Kein «Wochenblatt von Uri»
Es erscheint kein «Wochenblatt von Uri», sondern lediglich ein einzelnes Blättchen. Es beinhaltet eine amtliche Bekanntmachung der ausserordentlichen Landsgemeinde auf den folgenden Tag, ein Inserat der Dampfschiffahrtsgesellschaft und den lapidaren Hinweis des Verlegers: "Wegen andern spät eingegangenen wichtigen Arbeiten, erscheint diese Woche kein Wochenblatt."
Quellen / Literatur: Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 63 f.
        
1847  / Montag, 1. November 1847
Müller erhält den Befehl, den Gotthardpass zu besetzen
K.E. Müller erhält den Befehl, den Gotthardpass, unter Geheimhaltung der Vorbereitungen, zu besetzen und zu halten. Hierzu wird ihm die zweite Landwehr und die Landsturm-Artillerie Uris unterstellt. Peter Josef Zwyssig wird mit Sondermissionen beauftragt. Er sucht das Expeditionskorps «St. Gotthard», unter dem Kommando von Oberstleutenant. Karl Emanuel Müller, auf. Aus Andermatt gibt er die Meldung weiter, dass die Wallisertruppen voraussichtlich am 6. November in Flüelen zur Einschiffung nach Luzern bereit seien.
Quellen / Literatur: Püntener/Tschalèr; Leben des Peter Josef Zwyssig; in: HNBl UR 1992/93, S. 11.
        
1847  / Sonntag, 12. Dezember 1847
Alte Führung wird zum Teil abgewählt
Die ausserordentliche Landsgemeinde setzt an die Stelle der alten eine provisorische neue Regierung ein, welche den Auftrag erhält, einen Gesetzesentwurf auszuarbeiten.
Quellen / Literatur: Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 73.
        
1847  / Sonntag, 19. Dezember 1847
Ausserordentliche Landsgemeinde zu Verfassungsentwurf
Die provisorische Regierung legt der ausserordentlichen Landsgemeinde einen Verfassungsentwurf vor. Die wesentlichsten Neuerungsvorschläge sind: Die Lebenslänglichkeit aller Staatsbeamtungen soll aufgehoben werden; an die Stelle der lnstruktionskommission tritt ein Regierungsrat; die Landratsverhandlungen und die Prozesse sollen öffentlich sein.
Quellen / Literatur: Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 73.
        
1847  / Montag, 9. August 1847
Spanisch-Brötli-Bahn wird eröffnet
Die Strecke Zürich-Baden der Nordostbahn (Spanisch-Brötli-Bahn) wird eröffnet.
Quellen / Literatur: Kuoni, Gotthardbahn, S. 12.
        
1847  / Sonntag, 21. November 1847
Brisantes Aktenpaket bleibt liegen
In der Nacht, als Major Zwyssig Landammann Zgraggen aufsucht, vergisst er offenbar in der Eile, dem Landammann das Aktenpaket auszuhändigen. Der Aktenbündel wird nämlich im Gasthaus Bären auf offenem Tisch gefunden. Bärenwirt Josef Maria Baumann überbringt den Fund sogleich dem Landammann. Das nicht versiegelte Paket trägt die Aufschrift «Kriegsrat». Ein Begleitschreiben liegt keines bei. Dem Aktenbündel wird nicht die erforderliche Aufmerksamkeit geschenkt; es wird ungeöffnet Landschreiber Lauener und später Landschreiber Gisler zuhanden der Kanzlei übergeben.
Quellen / Literatur: Püntener/Tschalèr; Leben des Peter Josef Zwyssig; in: HNBl UR 1992/93, S. 11.
        
1847  / Donnerstag, 1. Juli 1847
Die Schwestern vom Kostbaren Blut treffen in Seelisberg ein
Sechs Schwestern vom Kostbaren Blut des Mutterhauses in Steinerberg treffen in Seelisberg ein. Zumindest in diesem Moment sind sie dem Ortspfarrer Peter Anton Furrer nichts weniger als unwillkommen. Es braucht die Aufdringlichkeit ihres Beichtvaters Pfarrer Joseph Leonhard Loser damit sie schliesslich eine provisorische Unterkunft im Haus des Kaplans finden.
Quellen / Literatur: Degler-Spengler Brigitte, Die Schwestern vom Kostbaren Blut, HNBl UR 2010; S. 29 f.
        
1848  / Sonntag, 22. Oktober 1848
Urner Landsgemeinde nimmt die neue Verfassung unter Vorbehalt an
Die Urner Landsgemeinde nimmt die neue Verfassung nur unter Vorbehalt an.
Quellen / Literatur: Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 78.
        
1848  / Mittwoch, 26. April 1848
"Metzg" ist von Steinen und Schutt zu räumen
Die Regierung beauftragt das Bauamt, den Platz der „Metzg“ von Steinen und Schutt zu räumen, Landesstatthalter Carl Franz Lusser hat sich mit dessen zweckmässiger Instandstellung zu befassen.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 88.
        
1848  / Sonntag, 5. November 1848
Ursern sagt Ja zur neuen Bundesverfassung
Die Ursener, welche an den beiden Landsgemeinden zur Genehmigung der Bundesverfassung gar nicht erschienen sind, erklären an der Talgemeinde den unbedingten Beitritt zum Bund. Josef Lusser entschuldigt die Ursener im «Alpen-Boten»: «Freilich ist es ärgerlich, wenn man das Volk, und namentlich die Ursener, für welche die Reise mit Beschwerlichkeiten und Geldkosten verbunden ist, wegen einem Gegenstande, der mit dem ersten Male könnte abgethan werden, zwei, drei bis vier Mal zusammensprengt, nur um Halsstarrigkeit durchzusetzen, und am Ende aller Ende weiter nichts davon trägt, als dass man sich vor der Welt lächerlich gemacht hat.
Quellen / Literatur: ABU Nr. 16, S. 1.11.1848; Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 78.
        
1848  / Sonntag, 27. August 1848
Uri sagt Nein zur Bundesverfassung
Die Urner Landsgemeinde versagt der neuen Bundesverfassung die Zustimmung. Resigniert berichtet Redaktor Josef Lusser im «Alpen-Bote von Uri» von „zusammenhangslosen, derb pöbelhaften, zum Theil unverschämten Reden" gegen die neue Bundesverfassung und vom „Klatschen und Schreien einiger angestellten Brüller''.
Quellen / Literatur: ABU Nr. 6, 2.9.1848; Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 78.
        
1848  / Mittwoch, 15. November 1848
Das endgültige Ende der ersten Urner Zeitung
Die Finanzkommission mit Franz Xaver Z'graggen über eine mögliche Fortsetzung des «Wochenblatt von Uri». Z'graggen, der durch die Unterdrückung des politischen Teils fast sämtliche Abonnenten verloren hat, fordert von der Regierung mehr finanzielle Unterstützung. Da es zu keiner Einigung kommt, überlässt die Kommission über den Fortbestand der Zeitung dem Entscheid des Regierungsrates.
Quellen / Literatur: StAUR R-362-21/5; Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 77.
        
1848  / Samstag, 1. April 1848
Die "Rigi" wird in Betrieb genommen
Die Postdampfschiffahrtsgesellschaft nimmt die "Rigi", ihr zweites Dampfschiff in Betrieb.
Quellen / Literatur: Fryberg Stefan, Urnersee, S. 24.
        
1848  / Samstag, 23. Dezember 1848
Der «Alpen-Bote» soll weiterhin erscheinen
Der «Alpen-Bote von Uri» berichtet, dass er gewillt ist, seine Wanderungen wacker und unerschrocken fortzusetzen, „wenn gleich ihm grosse Steine in den Weg gelegt werden, damit er den Hals breche.“ Er werde ferner alle wichtigen amtlichen Anzeigen gehörig mitteilen, so dass das sogenannte Wochenblatt jedem ganz entbehrlich werde. 1849 sollte das Blatt jedoch nur mehr unter dem Namen «Alpen-Bote von Uri und Schwyz» erscheinen.
Quellen / Literatur: ABU Nr. 22, 13.12.1848; Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 79.
        
1848  / Dienstag, 5. September 1848
Brandkatastrophe in Realp
Realp wird durch eine verheerende Feuersbrunst zerstört. Die Kapelle Hl. Kreuz übersteht den Brand unbeschadet.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Karl Emanuel Müller, S. 248; Brunner Thomas, Kunstdenkmäler Uri, Band IV., S. 422.
        
1848  / Donnerstag, 27. Januar 1848
Liberale kommen im «Wochenblatt von Uri» zu Wort
Josef Lusser, der neue Redaktor des «Wochenblatt von Uri» will einen gemässigt liberalen, aber durchaus dem katholischen Glauben verbundenen Geist im Kanton verbreiten. Seine Kritik richtet sich vor allem gegen die absolutistisch herrschenden „Gnädigen Herren und Obern". Nun kamen erstmals die liberal gesinnten Urner in einer eigenen Zeitung zu Wort.
Quellen / Literatur: Wochenblatt von Uri, Nr. 4, 27.1.1848; Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 74.
        
1848  / Donnerstag, 4. Mai 1848
Lusser warnt vor der Wahl der alten Regierung
Vor der Landsgemeinde ruft Josef Lusser, der Redaktor des «Wochenblatt von Uri», im Artikel «ein Wort zur Zeit» die Landleute zum Besuch der Landsgemeinde auf, «obschon man Euch gerade in diesem Blatt vor kaum sechs Monaten noch so ziemlich gewiss sagte, dass, wenn der Sonderbund unterliege, wir keine Landsgemeinde mehr halten können.» Gleichzeitig warnt er davor, die alten Politiker wieder zu wählen.
Quellen / Literatur: Wochenblatt von Uri, Nr. 18, 4.5.1848; Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 74.
        
1848  / Sonntag, 7. Mai 1848
Landsgemeinde wählt konservative Regierung
Die Landsgemeinde wählte den reaktionären Karl Franz Lusser (ein Onkel des liberalen Josef Lussers) zum Landammann. Er tritt damit an die Stelle von Franz Xaver Z'graggen, der (vorübergehend) aus der Regierung ausscheidet. Der konservative «Umschwung» ist somit vollzogen.
Quellen / Literatur: Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 74 f.
        
1848  / Donnerstag, 13. Juli 1848
Josef Lusser meldet sich letztmals im «Wochenblatt von Uri»
Josef Lusser, der Redaktor des «Wochenblatt von Uri» meldet sich ein letztes Mal in aller Schärfe in seiner Zeitung: „Mag man das nicht leiden, dass die mittelalterliche Tyrannei der geheimen Prozessirung weg ist? Dass die Staatsverwaltung öffentlich Rechnung geben muss? Dass das aristokratische Institut der Lebenslänglichkeit der Wahlen weggeworfen?" Man könne nicht verhehlen, dass man solche Tendenzen habe.
Quellen / Literatur: Wochenblatt von Uri, Nr. 29, 13.7.1848; Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 75.
        
1848  / Montag, 17. Januar 1848
Regierungsrat fordert eine andere Redaktion beim «Wochenblatt von Uri»
Der Regierungsrat beschliesst, das «Wochenblatt von Uri» solle eine dem Sinn des gegenwärtigen Systems entsprechende Redaktion erhalten.
Quellen / Literatur: Regierungsratsprotokoll vom 17.1.1848 (StAUR RR-88/112); Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 76.
        
1848  / Samstag, 1. Januar 1848
Postdampfschifffahrtsgesellschaft nimmt den regelmässigen Betrieb auf
Die Postdampfschifffahrtsgesellschaft nimmt den regelmässigen Betrieb auf. Die neue liberale regierung Luzerns steht auf der Seite Knörrs und fordert die freie Schiffahrt in Flüelen. Uri schützt jedoch die rechte der beiden Schiffergesellschaften. Luzern verhängt gegen die Müller'sche gesellschaft Repressalien.Sie darf keinerlei Güter noch Personen, ausser Postreisende und -güter ab den Gestaden Luzerns fortführen. Es entbrennt ein unerbitterlicher Konkurrenzkampf.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Karl Emanuel Müller, S. 279.
        
1848  / Donnerstag, 20. Juli 1848
«Wochenblatt von Uri» letztmals unter der Redaktion von Josef Lusser
Das «Wochenblatt von Uri» erscheint zum letzten Mal unter der Redaktion von Josef Lusser.
Quellen / Literatur: Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 78.
        
1848  /
Müller baut Landebrücke
Karl Emanuel Müller erbaut in Flüelen zwischen den Gasthäusern Adler und Kreuz beim Wehrehaken die erste Landebrücke aus Stein (erste steinerne Landebrücke am Vierwaldstättersee). Der Standort des Stegs vor der obrigkeitlichen Sust und dem Speditionsgebäude der Firma Sebastian Crivelli & Cie wurde ihm von den Dorfbewohnern aus Angst vor dem Funkenwurf der Schiffstornsteine verhindert. Der alte Wehrehaken wurde abgetragen und der See ausgebaggert. Mit dem Aushub wurde vor dem Grundstück Ringli der See aufgeschüttet und darauf zwei Holzlagerschuppen erbaut (Feuerung der Dampfschiffkessel).
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Karl Emanuel Müller, S. 276
        
1848  / Sonntag, 19. November 1848
Landsgemeinde stimmt der neuen Bundesverfassung zu
Im dritten Anlauf stimmt die Urner Landsgemeinde der neuen Bundesverfassung zu.
Quellen / Literatur: Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 78.
        
1848  / Mittwoch, 23. Februar 1848
Aktenbündel wird endlich geöffnet
Da man auf der Kanzlei ein für Uri wichtiges Sonderbundsprotokoll vermisst, bequemt man sich auf der Standeskanzlei, das verwaiste Paket zu öffnen, das Major Peter Josef Zwyssig im letzten November vergessen hat, dem Landammann abzuliefern. Dabei stösst man nicht nur auf das gesuchte Protokoll, sondern auch auf zahlreiche höchst brisante Schriftstücke. Davon Kenntnis erhalten, beantragt Alt-Landammann Vinzenz Müller dem Landrat, es seien die Akten oder wenigstens die Privatbriefe seinem Schwager Constantin Siegwart auszuhändigen. Das Gesuch findet wenig Verständnis und wird daher abgelehnt. Von der mysteriösen Entdeckung erfährt auch der eidgenössische Vorort, der postwendend schriftlich die Herausgabe der Akten verlangt.
Quellen / Literatur: Püntener/Tschalèr; Leben des Peter Josef Zwyssig; in: HNBl UR 1992/93, S. 11 f.
        
1848  / Mittwoch, 15. März 1848
Kommissäre des Vororts erscheinen wegen Aktenbündel in Altdorf
Da der Aufforderung des Vororts, das Aktenbündel abzuliefern, in Altdorf nicht gleich Gehör findet, erscheinen zwei Kommissäre des Vorortes im Urner Hauptort (Vizepräsident Alex Funk und Oberrichter Kernen von Bern), um unmissverständlich die Übergabe der Schriften zu verlangen. Der gleichentags versammelte Landrat beschliesst nach lebhafter Diskussion, dies im Beisein der Kommissäre, der Forderung nicht stattzugeben.
Quellen / Literatur: Püntener/Tschalèr; Leben des Peter Josef Zwyssig; in: HNBl UR 1992/93, S. 12.
        
1848  / Donnerstag, 27. Juli 1848
Der «Alpen-Bote von Uri» - Lussers zweiter Anlauf
Nachdem vor einer Woche das «Wochenblatt von Uri» zum letzten Mal unter der Redaktion von Josef Lusser erschienen ist, meldete sich dieser mit einem neuen Blatt, dem «Alpen-Boten von Uri», zurück. In der ersten Nummer begründet er dessen Erscheinen damit, dass der Landmann nicht aller politischen Nachrichten beraubt und so allem politischen Leben entrückt in Teilnahmslosigkeit und Unkenntnis staatswissenschaftlicher Zustände verfalle und so sich dem blinden Glauben und Vertrauen in die Arme zu werfen gezwungen sei. Der «Alpen-Bote» werde künftighin die „reine, ungeschminkte Wahrheit berichten und sich so als „Friedensbote" zeigen.
Quellen / Literatur: ABU Nr. 1, 29.7.1848; Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 78.
        
1848  / Donnerstag, 20. Juli 1848
Landrat stimmt dem Vorstoss der Zensurkommission zu
Der Landrat behandelt den Vorstoss der Zensurkommission und beschliesst, dass im «Wochenblatt von Uri», das die amtlichen Bekanntmachungen bringt, von nun an alles Politische wegzufallen habe. Die Finanzkommission wird beauftragt, mit dem Verleger über den Druck der amtlichen Artikel eine neue Übereinkunft zu treffen.
Quellen / Literatur: Landratsprotokoll vom 20.7.1848 (StAUR LL-8/134); Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 77.
        
1848  / Dienstag, 12. September 1848
Neue Bundesvrefassung bringt die Abschaffung der Strassenzölle
Mit der Gründung des Bundesstaates werden Post, Zoll und Münzwesen zur Bundessache erklärt und der Grundsatz der Handels- und Gewerbefreiheit proklamiert. Der Strassenbau verliert eine traditionelle Finanzierungsquelle!
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Uri, Band 2, S. 52.
        
1848  / Mittwoch, 20. Dezember 1848
Landrat entscheidet sich für die Herausgabe eines Amtsblattes
Es kommt zwar zu Verhandlungen betreffend Fortbestand des «Wochenblatt von Uri». Offensichtlich hat Franz Xaver Z'graggen aber kein Interesse mehr an der Herausgabe. Eine Einigung zwischen Franz Xaver Z'graggen und dem Regierungsrat kommt nicht zustande. So beschliess der Landrat, die 200 Franken der Kanzlei mit dem Auftrag zu übergeben, Beschlüsse, Verordnungen und Erlasse der Behörden, die sich eignen, in einem Amtsblatte herauszugeben. Dieses Amtsblatt soll „mit Ausschluss von Politischem" auch Privatanzeigen aufnehmen.
Quellen / Literatur: Landratsprotokoll vom 20.12.1848 (StAUR LL-8/153); Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 77.
        
1848  / Montag, 10. Juli 1848
Erste Urner Zeitung verschwindet
Der Landrat beschliesst, dass das "Wochenblatt von Uri" sich fortan jeglicher Politik zu enthalten habe und nurmehr die amtlichen Beiträge veröffentlichen dürfe. Damit verschwindet die erste Urner Zeitung, ohne ein Nachfolgeorgan gefunden zu haben.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Karl Emanuel Müller, S. 239.
        
1848  / Mittwoch, 9. Februar 1848
Sämtliche Zeitungsverbote werden aufgehoben
Dem Antrag an den Landrat, aufgrund der „veränderten Zeitverhältnisse" sämtliche früher erlassenen Zeitungsverbote aufzuheben, wird zugestimmt. Allerdings wird die Zensurkommission beauftragt, die «in hier gelesenen Zeitungen zu überwachen».
Quellen / Literatur: Regierungsratsprotokoll vom 28.1.1848 (StAUR RR-88/143); Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 76.
        
1849  / Donnerstag, 4. Oktober 1849
Bischof weiht Altar in der Fremdenspitalkapelle
Anlässlich einer Diözesanvisitation weiht Kaspar Karl von Hohenbalken, Bischof von Chur, den neu errichteten Altar mit dem Gemälde der Himmelfahrt ein. In den Altar versenkt er Reliquien der Märtyrer Felicianus und Aurea.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 79.
        
1849  / Dienstag, 18. Dezember 1849
Bundesversammlung will Eisenbahnwesen fördern
Die Bundesversammlung beauftragt den Bundesrat:
a) einen Plan für ein schweizerisches Eisenbahnnetz zu erstellen,
b) einen Entwurf für ein Expropriationsgesetz vorzubereiten und
c) sich über die Frage zu äussern, ob die Schweiz sich für eine Staatsbahn oder für ein Privatbahnsystem entscheiden solle.

Quellen / Literatur: Kuoni, Gotthardbahn, S. 9.
        
1849  /
Die beiden Dampfschiffgesellschaften einigen sich auf gleiche Tarife
Auf Druck der Bundesgesetzgebung einigen sich die beiden Dampfschiffgesellschaften auf gleiche Tarife und einen gemeinsamen Fahrplan.
Quellen / Literatur: Fryberg Stefan, Urnersee, S. 25.
        
1849  / Sonntag, 13. Mai 1849
Der Reusskorrektion wird von der Nachgemeinde zugestimmt
Fachingenieure haben klar gemacht, dass eidgenössische Hilfsgelder nur für ein technisch einwandfreies Bauvorhaben freigegeben werden. Ingenieur Karl Emanuel Müller hat zudem namens der kantonalen Gemeinnützigen Gesellschaft eine Aufklärungsschrift an das Volk gerichtet, welche die Frage stellt, ob sich Uri die Ausschlagung der dargebotenen Summe von 80‘000 Franken leisten könne. Das Volk stimmt an der Nachgemeinde dem Vorhaben sodann zu.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Geschichte des Landes Uri, Bd 2 b, S. 97 f.
        
1849  / Montag, 10. September 1849
Schächengrund soll für Exerzierplatz ausgeebnet werden
Der Landrat beschliess, den Schächengrund zu einem Exerzierplatz auszuebnen, mit Verlegung des Grundermarktes (26. September) auf den Sust- oder Lehnplatz zu Altdorf.
Quellen / Literatur: Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Bd. 1, S. 169.
        
1849  / Montag, 23. April 1849
Freie Konkurrenz auf dem Vierwaldstättersee
Der Bundesrat beantragt dem Parlament, auf dem Vierwaldstättersee die freie Schiffahrt voranzutreiben. Die Räte stimmen zu und die bestehenden Beschränkungen werden aufgehoben. Erst jetzt kann sich die freie Konkurrenz entfalten. Die Urner Schiffahrtsgesellschaften verlieren dadurch grösstenteils die Existenzgrundlagen.
Quellen / Literatur: Stadler-Planzer Hans, Karl Emanuel Müller, S. 281.
        
1849  / Samstag, 3. Februar 1849
Der neue «Alpen-Bote» erscheint
Die erste Nummer des neuen «Alpen-Boten» erscheint als «Alpen-Bote von Uri und Schwyz». Unter dem Titel «Der Bote an seine verehrtesten Leser» rechnete Josef Lusser mit den Urner Magistraten ab: Im Kanton Uri geschehe «eben noch gar zuviel», das «nach dem Sonderbunde riecht und dem vernünftigen Fortschritt der Zeit zuwider ist».
Quellen / Literatur: ABUS Nr. 5, 13.2.1849; Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 80.
        
1849  / Mittwoch, 30. Mai 1849
Bundesgesetz beendet Konkurrenzkampf auf dem Vierwaldstättersee
Das Bundesgesetz über den freien Verkehr auf der Wasserstrasse Luzern-Flüelen hebt alle Schiffahrtsrechte auf und ebnet - nach jahrelangem harten Korrurenzkampf - den Weg zu einer verständigung zwischen den beiden Gesellschaften.
Quellen / Literatur: Fryberg Stefan, Urnersee, S. 25.
        
1850  / Mittwoch, 1. Mai 1850
Bundesversammlung genehmigt Expropriationsgesetz
Die Bundesversammlung genehmigt ein Expropriationsgesetz (Enteignungsgesetz), das den Bau von Eisenbahnen erleichtern soll.
Quellen / Literatur: Kuoni, Gotthardbahn, S. 10.
        
1850  /
Urner Landrat spricht Beitrag für Bau eines neuen Nauens
Trotz des Einzugs der neuen Technik versucht sich die Urinauengesellschaft hartnäckig am Leben zu erhalten. Der Urner Landrat spricht der Gesellschaft einen Beitrag von vier Louisdors für den Bau eines neuen Nauens.
Quellen / Literatur: Fryberg Stefan, Urnersee, S. 25.
        
1850  / Samstag, 28. Dezember 1850
Antrag auf Renovation der Tellskapelle
Die Urner Regierung stellt einen Antrag zu einer Renovation der Tellskapelle.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd II S. S. 33.
        
1850  / Montag, 30. Dezember 1850
Prüfung der Altdorfer Sust als Kaserne
Die Militärkommission erhält den Auftrag zu prüfen, ob die Sust als Zeughaus oder als Kaserne genutzt werden könne. Dieser schien sie zunächst grössenmässig besser zur Aufnahme des Zeughauses geeignet.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 65 f.
        

 
MEDIATION, REGEGENERATION, RESTAURATION

Übersicht
Mediationsverfassung
Kantonsverfassung von 1820
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Räte
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Vorsitzende Herren
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Zeugen der Geschichte im Historischen Museum Uri.

 

Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 6.2.2016