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Bildung und Schule im Urner Landbuch

Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel LB II Art. 425
Befugnisse der Zentralschulkommission
«Um dem durch die verhängnissvollen Ereignisse der Zeit so sehr in Verfall gerathenen Schulwesen wieder aufzuhelfen, und einen besseren, gleichförmigem und gedeihlichern Unterricht für die Jugend einzuführen, ist eine beständig bleibende hochobrigkeitliche Zentral- Schulkommission aufgestellt, die für zweckmässige Lehranstalt zur bürgerlichen und sittlichen Bildung der gestimmten Landjugend unter dem zugesicherten hochobrigkeitlichen Schutze und Beistände zu sorgen und zu wachen hat.

Diese Behörde besteht aus fünf geistlichen und fünf weltlichen Herren, nebst einem Schulvogt und Sekretär, jedoch so, dass jederzeit ein von der Gemeinde, ein vom Kirchenrath, und ein von der Spitalverwaltung von Altdorf gewähltes Mitglied darunter begriffen sein solle. Sie erwählt den Präsidenten aus ihrer Mitte, ernennet den Schulvogt und den Sekretär.

Die übrigen Mitglieder werden von ihr selbst vorgeschlagen, und von UGHHrn. bestätigt. Sie mag auch Ehren-Mitglieder aufnehmen so oft sie solches nöthig und nützlich findt.

Die Haupt-Bestimmung und die Befugniss der Zentralschulkommission beruht auf folgenden Grundlagen:

a) Sie verwaltet unabhängig den ihr angewiesenen Schul-Fond, und lässt die Zinsen und Gefälle, durch den Schulvogten besorgen, der auch die Ausgaben berichtigt, und eine ordentliche Rechnung dafür zu führen gehalten ist. b) Ihr kömmt zu, die Professoren der lateinischen Schule zu erwählen, und derselben Gehalte und Schullohn zu bestimmen. c) Sie schreibt die Lehr-Methode sowohl für die lateinischen als für die Dorfschulen vor; bezeichnet die Bücher die in allen Schulen gleichförmig eingeführt und gebraucht werden sollen: ertheilt den Hochw. Hrn. Seelsorgern, Schulmeistern, und Gemeindevorstehern die nöthigen Weisungen und Befehle: sie lässt sich aus allen Gemeinden des Landes jährlich durch die Schulvisitation (die nie unterbleiben soll) vom Zustande und Fortgange der Schule Bericht- erstatten: stellt eingeschlichene Missbräuche ab, und verfügt dagegen was nothwendig und nützlich ist, und hat aus genaue Vollziehung der obrigkeitlichen Schulordnung zu wachen, und überhaupt alles zu leiten und zu besorgen, was auf den Schulunterricht Bezug hat. d) Die Schulkommission bestimmt und vertheilt die jährlichen Unterstützungen an arme Studenten; besonders an diejenigen die sich dem geistlichen Stande widmen: soll aber dabei den Sinn der Stiftungen nie aus den Augen verlieren, und auch die studierenden Armen in den untery Schulen billig berücksichtigen. e) Die Prämien zu Belohnung des Fleisses und der Auszeichnung in den Dorf-Schulen, vertheilt sie nach billigem Verhältniss auf alle Schulen des ganzen Landes, in Ansehung der Prämien für die lateinischen Schulen bleibt es bei alter Uebung. k) Sie steht mit den Hochw. Hrn. Pfarrern, Schulmeistern, und Gemeinds-Vorstehern, um alles was die Schule betrifft, in beständiger Relation, und lässt von allen ihren Verhandlungen durch den Sekretär ein ordentliches Protokoll führen.Art. 425. Um dem durch die verhängnissvollen Ereignisse der Zeit so sehr in Verfall gerathenen Schulwesen wieder aufzuhelfen, und einen besseren, gleichförmigem und gedeihlichern Unterricht für die Jugend einzuführen, ist eine beständig bleibende hochobrigkeitliche Zentral- Schulkommission aufgestellt, die für zweckmässige Lehranstalt zur bürgerlichen und sittlichen Bildung der gestimmten Landjugend unter dem zugesicherten hochobrigkeitlichen Schutze und Beistände zu sorgen und zu wachen hat. Diese Behörde besteht aus fünf geistlichen und fünf weltlichen Herren, nebst einem Schulvogt und Sekretär, jedoch so, dass jederzeit ein von der Gemeinde, ein vom Kirchenrath, und ein von der Spitalverwaltung von Altdorf gewähltes Mitglied darunter begriffen sein solle. Sie erwählt den Präsidenten aus ihrer Mitte, ernennet den Schulvogt und den Sekretär. Die übrigen Mitglieder werden von ihr selbst vorgeschlagen, und von UGHHrn. bestätigt. Sie mag auch Ehren-Mitglieder aufnehmen so oft sie solches nöthig und nützlich findt. Die Haupt-Bestimmung und die Befugniss der Zentralschulkommission beruht auf folgenden Grundlagen: a) Sie verwaltet unabhängig den ihr angewiesenen Schul-Fond, und lässt die Zinsen und Gefälle, durch den Schulvogten besorgen, der auch die Ausgaben berichtigt, und eine ordentliche Rechnung dafür zu führen gehalten ist.
b) Ihr kömmt zu, die Professoren der lateinischen Schule zu erwählen, und derselben Gehalte und Schullohn zu bestimmen.
c) Sie schreibt die Lehr-Methode sowohl für die lateinischen als für die Dorfschulen vor; bezeichnet die Bücher die in allen Schulen gleichförmig eingeführt und gebraucht werden sollen: ertheilt den Hochw. Hrn. Seelsorgern, Schulmeistern, und Gemeindevorstehern die nöthigen Weisungen und Befehle: sie lässt sich aus allen Gemeinden des Landes jährlich durch die Schulvisitation (die nie unterbleiben soll) vom Zustande und Fortgange der Schule Bericht- erstatten: stellt eingeschlichene Missbräuche ab, und verfügt dagegen was nothwendig und nützlich ist, und hat aus genaue Vollziehung der obrigkeitlichen Schulordnung zu wachen, und überhaupt alles zu leiten und zu besorgen, was auf den Schulunterricht Bezug hat.
d) Die Schulkommission bestimmt und vertheilt die jährlichen Unterstützungen an arme Studenten; besonders an diejenigen die sich dem geistlichen Stande widmen: soll aber dabei den Sinn der Stiftungen nie aus den Augen verlieren, und auch die studierenden Armen in den untery Schulen billig berücksichtigen.
e) Die Prämien zu Belohnung des Fleisses und der Auszeichnung in den Dorf-Schulen, vertheilt sie nach billigem Verhältniss auf alle Schulen des ganzen Landes, in Ansehung der Prämien für die lateinischen Schulen bleibt es bei alter Uebung.
f) Sie steht mit den Hochw. Hrn. Pfarrern, Schulmeistern, und Gemeinds-Vorstehern, um alles was die Schule betrifft, in beständiger Relation, und lässt von allen ihren Verhandlungen durch den Sekretär ein ordentliches Protokoll führen.»

LR 1804/05; LB UR 1826 Bd II, S. 161-163.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel LB II Art. 426
Schulordnung
«1. §. Es soll in allen Gemeinden des Lands von Anfangs Wintermonat bis Ende Aprils täglich, Sonn- und größere Feyertäg, wie auch der Donnerstag ausgenommen, die übrige Zeit wenigstens wöchentlich zweymal Schul gehalten, und dazu vorzüglich jene Feyertäg benutzt werden, an denen die Arbeit erlaubt ist.
2. §. Die Aeltern sollen ihre Schulfähigen Kinder in die Schul schicken, und die Dorfgerichte sollen über diese Befolgung wachbar seyn. Auch die Herren Pfarrer sind ersucht die Kinder nicht zur Hl. Kommunion zu lassen, bevor sie die Schul fleissig besuchen, und wenigstens Gedrucktes lesen können.
3. §. Wünscht die w. w. Obrigkeit, daß jede Dorfschaft ein bequemmes Schulhaus sich anschaffe, und daß der Fleiß der Kinder mit Besetzen, Ehrenzeichen und Prämien belohnt werde.
4. §. Es solle das Gedruckte vor dem Geschriebenen gelehrt werden.
5. §. Die w. w. Obrigkeit wünscht, daß in jeder Gemeinde alle Kinder unentgeldlich die Schule besuchen können, unter dessen befiehlt sie solche Anstalten zu treffen, daß wenigstens die Armenkinder unentgeldlich gelehrt werden.
6. §. Die Dorfgerichte jener Gemeinde, wo die Schule nicht für alle unentgedlich eingerichtet ist, sollen die Entrichtung des Schulgelds monatlich oder nach Befinden eintreiben.
7. §. Es solle auch jeder Pfarrer mit einem respektiven Dorfgericht zu ernennenden Subjekt über seine Schule wachen, und die dießfalls nöthigen oder nützlichen Vorstellungen der Central Schulkommission eingeben.
8. §. Es ist den Aeltern untersagt dem Schul-Lehrer das Schulwesen betreffend einzureden, in so fern er nach Verordnung der Central-Schulkommission handelt.

Pflichten und Eigenschaften der Schullehrer.

1. §. Vor allen Dingen soll der Schullehrer ein rechtschaffener, gottesförchtiger Mann seyn, der den Kindern aller Orten mit dem Beyspiel der Zucht, Ehrbarkeit, Gottesforcht und guten Namen vorangebt, und dem es angelegen ist, daß die Kinder viel Gutes lernen, zu wahren Christen, wohlgesitteten Menschen, und nützlichen Bürgern gebildet werden.
2. §. Er soll daher sowohl selbst, als dann den Seinigen, alles was den Kindern anstössig seyn möchte, in Reden und Handlungen verhüten, und sich des Schimpfens und Fluchens und aller Grobheiten enthalten, auch in seinem Hause Reinlichkeit und gute Ordnung beobachten.
3. §. Er soll wohl und regelmässig schreiben und lesen, auch Brief aufsetzen, und ziemlich wohl was die Fälle im gemeinen Leben erheischen, rechnen können, sich auch hierüber wo es die Schul-kommission verlangte, der Prüffung unterwerfen.
4. §. Er soll die Kinder nicht nur in der Schule zur Ordnung halten, sondern auch besorgt seyn, daß sie zu Haus, in der Kirche und auf Gassen und Strassen, artig, gehorsam und eingezogen auch gegen jedermann höfflich und dienstfertig sind.
5. §. Er soll auch nicht ein Kind besonders verachten oder hintansetzen noch ein anders aus natürlicher Vorliebe den andern vorziehen, und Nachsicht gegen dessen Fehler haben, sondern gegen alle Kinder gerecht und gütig seyn.
6. §. Die fehlerhaften Kinder soll er mit Bescheidenheit und liebendem Ernst, nicht mit Schwäch-Worten, oder im Zorn bestraffen. Er soll sie auch niemals solcher Schläge bedienen, die den zarten Kindern nachtheilig seyn könnten, überhaupt darf er nur bey Kindern, die kein Ehrgefühl haben, Streiche gebrauchen und zwar nur dann, wann und so viel es die Noth erfordert. Gröbere und unverbesserliche Fehler soll er dem Herr Pfarrer und Schulinspektor anzeigen.
7. §. Soll er monatlich, oder nach gut Befinden des Pfarrers demselben eine Tabelle, in welcher der tägliche Schulbesuch, Fleiß und Betragen der Schulkinder ordentlich ausgezeichnet ist, eingeben, auch besonders schöne Thaten der Kinder bemerken. Es wird ihm auch der Pfarrer eine genaue Listen der schulfähigen Kinder einhändigen.
8. §. Der Lehrer soll nicht meinen, die Kinder seyen erwachsene Leute, sondern es seyen unmündige Kinder, die man mit Geduld, Liebe, Freundlichkeit behandeln muß. Wer nicht ziemlich wohl sich selbst besiegen kann, wird niemals für Kinder ein guter Lehrer seyn; er wird besonders in Bestraffung derselben leichtsinnig, und aussert die Schranken tretten. Diesfalls ein paar Lehren.
a) Den Kindern soll man zuweilen wenig bedeutende Fehler übersehen, damit nicht durch vieles Straffen der Nutzen der Züchtigung ganz zerfliesse.
b) Man soll niemals in der Hitz des Eifers straffen, weil die Straf leicht unbesonnen seyn könnte, auch nicht da, da das Herz des Strafbaren in Gährung ist, denn da würde der Strafbare zur nützlichen Bußnahme unfähig seyn.
c) Die Straf soll nicht härter seyn, als das Verbrechen, und der Verbrecher verdient auch nicht grössere Straf als die zu bezwekende Besserung es erfordert. Damit die Liebe nicht verletzt wird.
d) Nicht Zorn oder Trübsinn, sondern weise Liebe soll den Straffenden leiten, denn so wird dauerhafte Besserung erzwecket.

Lehrart und Lehrfächer.

1. §. Damit der Unterricht zweckmäßiger gegeben werden kann, so sollen die Kinder in drey Hauptklassen eingetheilt werden.
Zur ersten Klaffe gehören die Kinder, welche das A. B. C. lernen, sie bleiben in dieser Klasse bis sie das A. B. C. wie es auf dem Normal A. B. C. Blatt ist, wohl wissen, und jeden einzigen Buchstaben wohl kennen, und von jedem andern ihm ähnlichen unterscheiden können.
Zur zweyten gehören jene welche Buchstabieren, sie bleiben in dieser, bis sie alle nicht nur ein- und mehrsilbige Wörter, sondern das ganze Normalbüchlein, geläufig und regelmäßig buchstabieren, auch die ein- und mehrsilbigen Wörter zu lesen wissen. Wie auch sollen sie das Schreiben und das kleine Einmaleins zu lernen angefangen haben.
Die Kinder der dritten Klasse üben sich im auswendig Buchstabieren und im Lesen 1 tens des Normalbüchleins 2 tens des kleinen Kathechismus von Konstanz und des Kathechismus von St. Urban, welche sie verstehen und auswendig lernen sollen. 3 tens des Lesebuchs von St. Urban, 4 tens auch 2 mal in der Woche sollen sie sich in Lesung des Geschriebenen üben, woben aber zu sorgen, daß ihnen nicht fehlerhafte Schriften in die Hand gegeben, oder wenigstens die Fehler vom Lehrer angemerkt werden.— Beym Lesen sollen alle Kinder der nemlichen Klassen gleiche Bücher vor sich haben, und alle auf dasjenige, was von einem gelesen wird fleißig aufmerken. 5 tens: sie sollen auch in Rechnungen die für gemeine Leben nützlich, oder nothwendig sind, und in leichten Aufsätzen geübt werden. 6 tens: Übrigens haben in dem Unterricht die Schullehrer nach jenen Regeln sich zu richten, die in dem vorgeschriebenen Lehrbüchlein enthalten sind, damit aber den Kindern das Lesen um so leichter und verständlicher, hiemit um so nützlicher werde, so müssen auch die Kinder auf die erklärten Regeln und auf den Inhalt des gelesenen aufmerken, und durch schickliche Fragen geprüft werden. Besonders haben die Schullehrer zu sorgen, daß die Kinder im Lesen die Worte recht aussprechen, und regelmäßig mit der Stimme absetzen lernen.

Für die Kinder

1. §. Da es bisher üblich war alle Tag 2 mal Schul zu halten, so soll diese Ordnung fortgesetzt werden, an den übrigen Ortschaften aber solle wenigstens drey Stund ununterbrochen Schule seyn.
2. §. Wo es die Ortsumstände erlauben, solle die Schule gleich nach der Meße: (welcher die Kinder, soviel möglich mit einander in ihren bestimmten Stühlen beywohnen, und von dannen paarweis in die Schule ziehen müße:) gehalten werden. Wo aber dieses nicht füglich geschehen kann, wird es den Pfarrherren und Schulinspektoren jedes Orts überlassen, die den Umständen angemeßneste Zeit zu bestimmen.
3. §. Alle Schulkinder müssen fleißig und genau zur bestimmten Zeit in der Schule erscheinen, wer zu spät kommt, oder gar ausbleibt, muß die Ursach dem Lehrer anzeigen, welche dieser aufzeichnen wird, um hierüber die nähere Bewandniß bey den Aeltern einzuziehen, und die erforderlichen Masregeln nehmen zu können.
4. §. Jedes Kind muß gewaschen und gekämmt, sauber und ehrbar angekleidet erscheinen, und alles was es in der Schul nöthig hat mitbringen.
5. §. Die Schule wird allzeit mit einem kurzen und andächtigen Gebeth anfangen, und beschlossen, wer zu spät kommt, soll dies Gebeth im Stillen andächtig verrichten.
6. §. Dies Gebeth soll sehr langsam, und mit lauter deutlicher Stimme jedesmal von demjenigen Kinde vorgebethet werden, welches am vergehenden Tage das fleissigste und artigste gewesen ist.
7. §. In der Schule muß alles still und ruhig seyn, wer schwätzt oder andere stört muß aus dem Bank heraus, und an einem besondern Ort stehen.
8. §. Nie soll mehr als ein Kind hinausgehen, und dieses soll unverzüglich zum lernen zurük kommen.
9. §. Zum Essen ist während der Schule keine Zeit.
10. §. Keines darf das andere fälschlich oder boshafter weiß verklagen, oder verschwärzen, wer es thut, soll die Straf des Fehlers tragen, den es andern gedichtet hat, doch muß jedes dem Lehrer anzeigen, was es in der Schule, auf dem Schulweg ungebührliches sieht oder hört, nicht aus Feindseligkeit oder Schadenfreude, sondern um das fehlende Kind zu bessern.
11. §. Dem Schullehrer muß jedes Kind willigen Gehorsam und die schuldige Ehrenbiethung erzeigen, auch demselben die Wahrheit sagen, und sich vor jeder Lüge hüten.
12. §. Nicht nur in, sondern auch aussert der Schule sollen sich die Kinder sittsam und eingezogen aufführen. Sie sollen auch auf dem Schul- und Kirchweg, auf Gassen und Strassen nicht lärmen, und noch viel weniger rauffen und schlagen am allerwenigsten aber andere Leut beschimpfen, ausspielen, beschädigen oder auf eine andere Art beleidigen, sondern gegen alle sich als wohlgesittete Kinder und besonders gegen Alte ehrenbietbig, gegen Arme mitleidig, gegen Fremde höfflich und dienstfertig sich erzeigen.
Bey Haus den Aeltern Hilf und Gehorsam, den Geschwisterten Liebe und Vertraulichkeit erweisen, den Dienstbothen und Hausgenossen mit Bescheidenheit und Achtung begegnen.
Bey den Gottesdiensten sich an Son- und Feyertägen zu rechter Zeit in dem Schulhaus versammeln, von dannen paar und paar zur Kirche, und da jedes an seinen angewiesenen Ort gehen, den Predigten und Christenlehren aufmerksam und der hl. Meß, und übrigen heiligen Verrichtungen andächtig beywohnen.
In der Schule soll jedes Kind an dem Ort sitzen, den es sich durch seinen Fleiß und Betragen erworben, und ihm der Lehrer angewiesen hat, wer aber zu spät kommt sitzt unten an.

Ergänzung vom 7. Ferbuar 1838 (Beschluss Landrat)
«Der w. w. Landrath des Kantons Uri.
Nachdem er von der l. Central-Schulkommission auf den in mehreren Gemeinden bestehenden Uebelstand aufmerksam gemacht worden ist, wonach die Schulkinder, wenn sie kaum zur ersten h. Kommunion gelangt sind, der Schule gänzlich entzogen werden, in Betracht der nachtheiligen Folgen, welche dieser Uebelstand in Bezug auf das moralische und bürgerliche Wohl der Jugend nach sich zieht, indem dadurch die Kinder des nothwendigen Unterrichtes nicht nur beraubt werden, sondern auch selbst die sich erworbenen Anfangsgründe bald wieder vergessen; in der wohlmeinenden Absicht, diesen Uebelstand zu heben
Beschließt und verordnet hiemit:
1) Es seien die Eltern verpflichtet, und nachdrucksamst aufgefordert, von nun an die Kinder, nachdem selbe zur ersten h. Kommunion gelangt sind, noch wenigstens zwei Schuljahre in die betreffende Dorfschule zu schicken.
2) Die Hochw. Herren Pfarrherren sind jedoch ermächtiget, Kinder, die in einer vorzunehmenden Prüfung die nöthigen Kenntnisse und Fähigkeiten an Tag legen, auch vor Ablauf dieser zwei Jahre ans der Schule zu entlassen.
3) Der gegenwärtige Beschluß soll zu Jedermanns Verhalt und zur genauen Befolgung in sämmtlichen Pfarrkirchen des Bezirks Uri öffentlich verlesen werden.»)

LR 1805; LB UR 1826 Bd. 2, S. 163-172; LR 7.2.1838; LB UR 1842 Bd III, S. 205-206.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel LB II Art. 427
Lateinschule
«Die Ordnung für die lateinischen Schulen ist der Zentralschulkommission zu machen überlassen.»
LB UR 1826 Bd II, S. 172.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel LB II Art. 428
Beiträge an die Schulen
«UGHHern. und Obern tragen zu Unterstützung der Schule nebst der gänzlichen Unterhaltung des großen Schulhauses in Altdorf jährlich noch Folgendes bey:
Dem Professor der Rethorik Gl. 39
Dem Schullehrer von Altdorf Gl. 50
Dem Schulmeister von Bürgeln. Gl. 10
Dem Schulmeister von Silenen. Gl. 10
Dem Schulmeister von Wassen. Gl. 10
Dem Schulmeister von Erstfeld. Gl. 10
Dem Schulmeister von Schattdorf. Gl. 10
Dem Schulmeister von Seelisberg. Gl. 10
Dem Schulmeister von Seedorf. Gl. 10
Dem Schulmeister von Attinghausen. Gl. 10
Dem Schulmeister von Spiringen. Gl. 10
Dem Schulmeister von Sisikon. Gl. 10
Dem Schulmeister von Isenthal. Gl. 10
Dem Schulmeister von Fluelen. Gl. 10
Dem Schulmeister von Unterschächen. Gl. 10
Dem Schulmeister von Bawen. Gl. 10
Dem Schulmeister von Steg. Gl. 10
Dem Schulmeister von Brüsten. Gl. 10
Dem Schulmeister von Gurtnellen. Gl. 10
Dem Schulmeister von Meyen. Gl. 10
Dem Schulmeister von Göschenen. Gl. 10
Dem Schulmeister von Göscheneralp. Gl. 10
Und an die Prämien der lateinischen Schule Gl. 12.

Ergänzung vom 28. Dezember 1833 (Beschluss Landrat)
«Auf die Einfrage des respektiven Gemeinderaths von Altdorf, wie die Gl. 50, welche laut Gesetz dem Schullehrer von Altorf gegeben werden, zwischen dem Professor der Principie der lateinischen Sprache und dem Lehrer der deutschen Schule, zu vertheilen seien? ward erkannt:
Die Gl. 50, welche für den Schullehrer von Altdorf bestimmt sind, sollen, da nun zwei Lehrer aufgestellt sind, so vertheilt werden, daß Gl. 40 dem Professor der Principie, und Gl. 10 dem Lehrer der deutschen Schule zu kommen.»

LB UR 1826 Bd II, S. 172-173; LR 28.12.1833; LB UR 1842 Bd III, S. 207.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 02

„a) Er führt die Oberaufsicht über die Kantonsschule in Altdorf, wählt die erforderlichen Professoren und bestimmt deren Gehalt.
b) Er schreibt die Lehrmethode vor für die Kantonsschule sowohl, als für die Primarschulen, bezeichnet die einzuführenden Schulbücher und überwacht das gesammte Volksschulwesen, sowie die Leistungen der Sekundarschulen.
c) Er sorgt für pünktliche Vollziehung der aufgestellten Schulordnung, ertheilt den untergeordneten Behörden die nöthigen Weisungen, namentlich auch mit Bezug auf Herstellung und Instandhaltung der Schullokalien, und veranlasst die entsprechende Ahndung der Zuwiderhandelnden.
d) Ihm liegt die Verwaltung des Kantonsschulfondes ob, in Gemässheit der Gesetze und bezüglichen Stiftungen.
e) Die Vertheilung der Stipendien an Studierende steht in seiner Befugniss, immerhin unter Berücksichtigung stiftungsgemässer Verfügungen.
f) Er prüft und patentirt alle Lehrer und Lehrerinnen an den öffentlichen Volksschulen; Privatschulanstalten bedürfen seiner Genehmigung.
g) Die Berichte der Schulinspektion sind ihm jährlich zur Prüfung vorzulegen; er gibt davon den Gemeinden und dem Lehrerpersonal die erforderliche Kenntniss und verbindet damit die zur Hebung hervorgetretener Mängel gutfindenden Weisungen.
h) Er steht mit Bezug auf das Schulwesen mit den Gemeindebehörden und Lehrern in steter Relation; es haben sich dieselben seinen sachbezüglichen Verfügungen zu unterziehen.
i) Er ist befugt, untaugliche Lehrer oder solche, die wiederholt den zuständigerseits ertheilten Weisungen hartnäckig zuwiderhandeln, nach vorausgegangenem Untersuche, in ihren lehramtlichen Verrichtungen zeitweilig einzustellen und deren Ersetzung bei der Wahlbehörde zu veranlassen.
k) Auf Verbesserung des Unterrichtswesens hinzielende Anträge bringt er durch das Organ der Regierung jederzeit an den Landrath und begutachtet alle in dieser Richtung zu erlassenden Verordnungen und Beschlüsse.“

LB UR Bd II (1901), S. 439 f.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 03

"Der Erziehungsrath überträgt die Inspektion und Leitung Les Prnnarschulwesens einem oder mehreren Fachmännern, Welchen infolge dieser Wahl, sofern sie nicht bereits Mitglieder des Erziehungsrathes sind, berathende Stimme in dieser Behörde zukömmt."
LB UR Bd II (1901), S. 441.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 04

„a) Jährliche Visitation sämmtlicher Primär- und Sekundarschulen des Kantons,
b) Aussicht über Handhabung der bestehenden Verordnungen seitens der Lehrer und Gemeindebehörden,
c) Überwachung der genauen Einhaltung und Beobachtung der eingeführten Lehrmethode.
d) Prüfung der Schulordnung und Orientirung über die in jeder Schule herrschende Disziplin.
e) Achtnahme auf die Leistungen der Lehrer, den Fortgang der Schule, den fleissigen Schulbesuch, sowie auf die Fortschritte und Befähigung der Kinder. .
f) Einsichtnahme der von der Schule seitens der Schulgemeinde zugewendeten materiellen und moralischen Unterstützung. .
g) Untersuchung des Bestandes und der Einrichtung der Schullokalien; Obsorge, dass dieselben die Verwirklichung des Schulzweckes ermöglichen und auch in samtarischer Beziehung den berechtigten Anforderungen gebührend Rechnung tragen. .
Die nähere Regelung der Thätigkeit der Schulinspektoren wird durch ein vom Erziehungsrathe zu entwerfendes Reglement bestimmt. .
"

LB UR Bd II (1901), S. 441 f.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 05

„In jeder Gemeinde besteht ein aus 3-5 Mitgliedern: zusammengesetzter Schulrath, dem die Beaufsichtigung der Ortsschulen speziell zur Pflicht gemacht wird.“
LB UR Bd II (1901), S. 442 f.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 07

„Der Schulrathspräsident versammelt und leitet die Behörde, sorgt für Vollziehung ihrer Beschlüsse, bewilligt -Len Lehrern auf Vorweis genügenden Grundes einzelne Ferientage, unterzeichnet die vom Schulrathe ausgehenden Schreiben, ertheilt bei erster Klage über wiederholte unent- schuldigte Absenzen der Schulkinder deren Eltern oder Vormündern eine ernste Verwarnung, gestattet unter besondern Umständen auf daheriges Verlangen der Eltern einzelnen -Kindern für die Dauer von höchstens drei Tagen aus der Schule wegzubleiben, nimmt sowohl die Klagen der Lehrer, -als Beschwerden über dieselben in erster Linie entgegen.“

LB UR Bd II (1901), S. 444.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 08

„Zur Ausübung des Lehrerberufes im ganzen Kanton bedarf es eines vom Erziehungsrathe auf Grund genüglicher Zeugnisse oder aber auf vorausgegangene Prüfung hin zu ertheilenden Patentes, dessen Besitz zur Bekleidung einer -Lehrerstelle an jeder Gemeindeschule des Kantons legitimirt.
Die vor Erlass dieser Verordnung bereits angestellten Lehrer und Lehrerinnen haben auf Verlangen des Erziehungs- rathes ebenfalls einer Prüfung sich zu unterwerfen.
Betreffend die Lehrerprüfungen wird der Erziehungsrath ein Regulativ aufstellen.“

LB UR Bd II (1901), S. 444.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 09

„Die Einführung der neugewählten Lehrer in die Schule erfolgt durch die betreffenden Ortsschulräthe. Dem Lehren wird eine willige und strenge Erfüllung seiner Pflichten,, ein taktvolles und liebreiches Betragen gegenüber den Kindern, eine tadellose sittliche Aufführung ausserhalb der Schule,, sowie ein unentwegtes redliches Streben, seine Ausbildung, durch emsiges Selbststudium zu fördern, nachdrucksamst anbefohlen.“

LB UR Bd II (1901), S. 445.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 10

„Der Lehrer übt die unmittelbare Aufsicht über die ihm anvertraute Schuljugend, er eifert die Kinder zum fleissigen Lernen, zu aufmerksamem und ruhigem Betragen während- der Schule an; er lobt die guten Schüler und sucht durch. Anwendung geeigneter Strafmittel auf Besserung der Fehlbaren hinzuwirken, hat sich aber hinsichtlich der Strafarten,. wie in Bezug auf den Lehrplan und feine sämmtlichen Obliegenheiten nach den Vorschriften und Weisungen des Ortsschulrathes und der Erziehungsbehörde genau zu richten. Anstände zwischen Lehrern und Schulräthen entscheidet der- Erziehungsrath.“

LB UR Bd II (1901), S. 445.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 11

„Der Erziehungsrath ist ermächtigt, den Lehrern die Betreibung anderer Nebengeschäfte, welche der Stellung eines Lehrers nicht angemessen sind, oder seine gedeihliche Wirksamkeit in Frage zu ziehen geeignet erscheinen, zu untersagen.“

LB UR Bd II (1901), S. 445.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 12

„Der Lehrer führt ein genaues Verzeichniss über die entschuldigten und unentschuldigten Absenzen der Schulkinder und macht nach vorangegangener fruchtloser Mahnung und Bestrafung der Ausbleibenden dem Schulrathspräfidenten zu Händen des Schulrathes schriftliche Anzeige, und zwar wenigstens einmal monatlich.
Als entschuldigte Absenzen gelten:
a) Krankheit, welche aber bei längerer Dauer durch Beibringung eines glaubwürdigen Zeugnisses belegt werden muss.
b) Plötzliche Erkrankung der Eltern oder der nächsten Familienglieder.
c) Verhinderung durch starkes Unwetter, Ungangbarkeit von Weg und Steg rc., was besonders bei weiter Entfernung von den Schullokalen und bei Berggemeinden in Betracht fallen mag.
Beförderliche Kenntnissgabe von den Verhinderungsgründen an den Lehrer hat jeweilen stattzufinden.“

LB UR Bd II (1901), S. 445 f.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 13

„Die Wahl der Lehrer verbleibt den Gemeinden, unter Beachtung der Bestimmungen des § 8; unpatentirte Lehrer sind nicht wahlfähig.“

LB UR Bd II (1901), S. 446.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 14

„Die Gemeinden haben für angemessene Lehrer-Besoldung zu sorgen.“

LB UR Bd II (1901), S. 446.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 15

„Zur Aneiserung und Fortbildung der Lehrer und Lehrerinnen finden alljährlich Lehrerkonferenzen statt, deren Besuch obligatorisch ist. Die Theilnehmer erhalten ein Taggeld von Fr. 4 nebst einmaliger Reiseentschädigung, laut Tarif für den Landrath. Wegbleiben ohne genügsame Entschuldigung zieht das erste Mal eine Geldbusse bis auf Fr. 30 nebst einem Verweise, im Wiederholungsfälle Einstellung im Amte nach sich. Dispensationen erthssilt auf besondere Gründe hin der Erziehungsrath.
Für die Lehrerinnen werden die Konferenzen gesöndert abgehalten.“

LB UR Bd II (1901), S. 446 f.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 24

„In jeder Gemeinde oder Filiale soll wenigstens eine Schule bestehen.“

LB UR Bd II (1901), S. 449.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 25

„Wo die Schülerzahl die Trennung in zwei oder mehrere Schulen erheischt, ist vorzüglich auf Absönderung der Geschlechter Bedacht zu nehmen.“

LB UR Bd II (1901), S. 449 f.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 26

„Kein Lehrer soll mehr als 70 Schüler gleichzeitig unterrichten; wo diese Zahl überstiegen wird, ist ein weiterer Lehrer anzustellen bezw. die Trennung der Schule vorzunehmen.
Mit Bewilligung des Erziehungsrathes mag unter Umständen die erwähnte Schülerzahl, jedoch nur ausnahmsweise, überschritten werden.“

LB UR Bd II (1901), S. 450.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 27

„Jeder Schulkursus soll mindestens 30 Wochen mit wenigstens je 18 Stunden wöchentlichem Unterricht umfassen, und dauert in der Regel vom 1. Oktober bis 1. Mai; der Ortsschulgemeinde wird empfohlen, wo die Verhältnisse es ermöglichen, die Schulzeit auf 40 Wochen zu erstrecken und vor- und nachmittägige Schulen halten zu lassen.“

LB UR Bd II (1901), S. 450.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 28

„Als Lehrgegenstände sind für die Primarschulen vorgeschrieben :
a) Religionsunterricht (Katechismus und biblische Geschichte).
b) Verstandes- und Gedächtnissübungen, Anschauungsunterricht.
c) Lesen und Schreiben.
d) Kopf- und Zifferrechnen.
e) Für die obern Abtheilungen kleinere Stylübungen, die ersten Anfangsgründe der Aufsatzlehre, der vaterländischen Geschichte und der Geographie der Schweiz.
f) Turnunterricht für die Knaben vom 10. bis und mit dem 15. Altersjahre.
Ferner, wo es immer thunlich ist, Gesang und für die Mädchen auch Anleitung zu weiblichen Arbeiten.“

LB UR Bd II (1901), S. 450 f.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 29

„Als Quellen zur Bestreitung der nöthigen Ausgaben für Lehrergehalte, Unterhalt der Schullokalien, Anschaffung von Schulmaterialien für arme Kinder und anderweitige Schul- bedürfnisse werden bezeichnet:
a) Die vorhandenen Schulsonde, für deren Unveräusserlichkeit und gehörige Verwaltung die Gemeinden verantwortlich sind.
b) Die Beiträge des Kantons, der Korporationen, sowie der Stiftungen.
c) Das Ergebniss der allfällig mit Einholung der nöthigen Bewilligung innerhalb der Gemeinden vorzunehmenden Schulkollekten.
d) Direkte Gemeindesteuern, wo die ordentlichen Einnahmen nicht ausreichen.“

LB UR Bd II (1901), S. 451.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 30

„Die Gemeinderäthe sind verflichtst, für gesunde, Helle und geräumige Schullokalien zu sorgen und dieselben zu keiner zweckwidrigen Verwendung zu benutzen oder benutzen zu lassen.“

LB UR Bd II (1901), S. 451.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 31

„Der Errichtung von Sekundarschulen wird die Unterstützung der Erziehungsbehörden zu deren Ermöglichung und Förderung zugesichert. Der Staat wird bei erstelltem Ausweise über zweckmässige Organisation und entsprechende Leistungsfähigkeit solcher Sekundarschulen einen jährlichen Beitrag von Fr. 200—500 an die betreffenden Gemeinden ausrichten und zu diesem Behufe einen bestimmten Kredit in sein Budget aufnehmen.
Die Sekundarschulen stehen unter der Oberaufsicht des Erziehungsrathes, welcher die gutfindenden Verordnungen für dieselben aufstellt, deren jährliche Visitation durch die Schul- inspektoren verfügt und sich über die erzielten Resultate Bericht erstatten lässt. (§ 2, b; § 4 a.)“

LB UR Bd II (1901), S. 451 f.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 32

„Bezüglich Organisation und Verwaltung der Kantonsschule verbleibt es beim bestehenden Gesetze.“

LB UR Bd II (1901), S. 452.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 33

„Durch gegenwärtige Schulordnung, welche sofort in Kraft tritt, werden die Landraths-Erkanntnisse von 1804 und 1805 aufgehoben.“

LB UR Bd II (1901), S. 452.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 34

„Der Erziehungsrath wird mit dem weitern Vollzüge dieser- Schulordnung beauftragt.“

LB UR Bd II (1901), S. 452.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 03

„Der Erziehungsrat überträgt die Inspektion des Volksschulwesens einem oder mehreren Fachmännern, Welchen infolge dieser Wahl, sofern sie nicht bereits Mitglieder des Erziehungsrates sind, beratende Stimme in dieser Behörde zukömmt.“

LB UR Bd 6 (1901), S. 276.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 04

„Die Obliegenheiten des Schulinspektorates sind:
a) Jährliche Visitation sämtlicher Primär-, Fortbildungs und Sekundarschulen des Kantons und rechtzeitige schriftliche Berichterstattung an den Erziehungsrat.
b) Aufsicht über die Handhabung der bestehenden Verordnungen seitens der Gemeindebehörden u. des Lehrerpersonals.
c) Überwachung der genauen Einhaltung und Beobachtung der eingeführten Schulorganisation und der vorgeschriebenen Schulzeit.
d) Prüfung der Schulführung, Lehrmethode und der Stundenpläne, letzteres wenn möglich bei Beginn des Schuljahres, sowie Orientierung über die in jeder Schule herrschende Disziplin.
e) Achtnahme auf die Leistungen der Lehrer, den Fortgang der Schule, den fleißigen Schulbesuch, sowie auf die Fortschritte und Befähigung der Kinder.
f) Einsichtnahme der der Schule seitens der Schulgemeinde zugewendeten materiellen und moralischen Unterstützung.
g) Untersuchung des Bestandes und der Einrichtung der Schullokale, Obsorge, daß dieselben die Verwirklichung des Schulzweckes ermöglichen und auch in sanitarischer Beziehung Len berechtigten Anforderungen gebührend Rechnung tragen, überhaupt Überwachung der Schulgesundheitspflege.
Die nähere Regelung der Tätigkeit des Schulinspektorates wird durch ein vom Erziehungsrate zu erlassendes Reglement bestimmt.

LB UR Bd 6 (1901), S. 276 f.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 05

„In jeder Gemeinde besteht ein Schulrat aus 3-5 Mitgliedern, dem die Beaufsichtigung der Ortsschulen speziell Zur Pflicht gemacht wird.“

LB UR Bd 6 (1901), S. 277.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 06

„Dem Schulrate kommen folgende Rechte und Pflichten zu:
a) Er vollzieht die das Gemeindeschulwesen betreffenden kantonalen Vorschriften; er ist der Vollstrecker der Weisungen und Aufträge des Erziehungsrates.
b) Er richtet seine Aufmerksamkeit auf die Pflichterfüllung des Lehrerpersonals, auf die Schulzucht und das Betragen der Schüler in und außer der Schule.
c) Er überwacht den regelmäßigen Schulbesuch und sorgt für Bestrafung der Eltern, Pflegeeltern, Vormünder oder Dienstherren, welche ihre schulpflichtigen Kinder und Untergebenen nicht zum fleißigen Besuche der Schule anhalten oder ihnen denselben gar erschweren oder verunmöglichen.
Als Strafmittel werden erklärt:
1. Eine Geldbuße von 20 bis 50 Rappen für jede Versäumnis bei 3 unentschuldigten Schulversäumnissen.
2. Bei Renitenz und Disziplinarvergehen Schularrest eventuell Geldbusse bis auf Fr. 10 im ersten Falle und- bis auf Fr. 20 in Rückfällen.
3. Erweisen sich diese Strafen als unzureichend, so sind die Straffälligen der Staatsanwaltschaft behufs Abwandlung durch die korrektionellen Gerichte zu überweisen, welche auf Geldbusse von 20 bis 100 Franken, oder aber auf Gefängnis von 2 bis 8 Tagen erkennen werden.
Polizeiliche Abholung widerspenstiger Kinder und Hinführung in die Schule bleibt überdies Vorbehalten.
Die vom Schulrate ausgefällten Geldstrafen fallen in die betreffende Ortsschulkasse.
d) Er untersucht minder wichtige Beschwerden gegen die Lehrer und spricht nach Umständen Rügen aus. Klagen auf Einstellung im Amte oder Entlassung überweist er, nachdem, er von deren Begründetheit sich überzeugt har, an den Erziehungsrat.
e) Er unterstützt die Lehrerschaft in der Ausübung ihres- Berufes und bietet ihr zur Beseitigung von Hindernissen, welche einem gedeihlichen Wirken entgegenstehen, hilfreiche Hand.
f) Er trägt Sorge, dass nur die vom Erziehungsrate genehmigten Lehrmittel in der Schule Verwendung finden.
g) Er visitiert wenigstens 4 Mal zum Jahr die sämtlichen Schulabteilungen, nimmt Einsicht von dem Zustande der Schule in innerer und äusserer Beziehung, lässt sich wenigstens 2 Mal monatlich die Absenzverzeichnisse vorlegen und von den Lehrern über ihre Wahrnehmungen in dieser oder jener Richtung Aufschlüsse erteilen.
h) Er sorgt für regelmäßige Auszahlung der Gehältern an das Lehrpersonal, unterhält fortwährend die geeigneten. Beziehungen mit den Lehrern und stellt ihnen bei Weggang oder auf Verlangen über ihre Leistungen und ihre Aufführung amtliche Zeugnisse aus.
i) Er sorgt im Erkrankungsfalle eines Lehrers für einem geeigneten Ersatz unter Kenntnisgabe an den Erziehungsrat.
k) Wegziehende Kinder hat er der Schulbehörde des neuen Wohnortes sofort zu melden.
l) Er überwacht und handhabt die Schulgesundheitspflege in seiner Gemeinde. Er wird auch beim Ausbruch ansteckender Kinderkrankheiten die zur Verhinderung der Ausbreitung derselben geeigneten Schutzmaßregeln treffen und sich hiebei an folgende Vorschriften halten:
1. Schüler, die an einer ansteckenden Kinderkrankheit, wie Diphtherie, Scharlach, Masern, Keuchhusten, Röteln und Windpocken leiden, sind vom Schul- und Kirchenbesuche auszuschliessen. Dieselben dürfen die Schule- und den Gottesdienst erst dann wieder besuchen, wenn die Gefahr einer Ansteckung als beseitigt zu betrachten ist. Hiefür ist bei Scharlach und Diphtherie ein ärztliches Zeugnis beizubringen.
2. Bei Diphtherie und Scharlach sollen auch die andern im gleichen Gebäude wohnenden Kinder die Schule solange nicht besuchen, bis die Gefahr einer Verschleppung als beseitigt, gilt.
3. Die Eltern haben dafür zu sorgen, dass die kranken: mit gesunden Kindern anderer Familien nicht in Berührung kommen.

LB UR Bd 6 (1901), S. 277 f.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 07

„Der Schulratspräsident versammelt und leitet die Behörde sorgt für Vollziehung ihrer Beschlüsse, bewilligt den Lehrern auf Vorweis genügenden Grundes einzelne Ferientage, unterzeichnet die vom Schulrate ausgehenden Schreiben, erteilt: bei erster Klage über unentschuldigte Absenzen der Schulender deren Eltern oder Vormündern eine ernste Verwarnung (Z 6, Ziff. 1), gestattet unter besondern Umständen auf daheriges Verlangen der Eltern einzelnen Kindern für die Dauer von höchstens 3 Tagen bei Ganztagschulen und von 3 halben Tagen bei Halbtagschulen aus der Schule wegzubleiben (§ 22), nimmt sowohl die Klagen der Lehrer, als Beschwerden über dieselben in erster Linie entgegen.“

LB UR Bd 6 (1901), S. 279 f.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 08

„Zur Ausübung des Lehrerberufes im Kanton bedarf es eines vom Erziehungsrate auf Grund genüglicher Zeugnisse oder aber auf vorausgegangene Prüfung hin zu erteilenden Patentes, dessen Besitz zur Bekleidung einer Lehrerstelle an jeder Gemeindeschule des Kantons legitimiert.
Die vor Erlass dieser Schulordnung bereits angestellten Lehrer und Lehrerinnen haben auf Verlangen des Erziehungsrates ebenfalls einer Prüfung sich zu unterwerfen.
Für die Lehrerprüfungen stellt der Erziehungsrat ein Regulativ auf.
Definitive, gleichwertige Patente von andern Kantonen können vom Erziehungsrate anerkannt werden.“

LB UR Bd 6 (1901), S. 280.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 09

„Die Einführung neugewählter Lehrer in die Schule erfolgt durch die betreffenden Ortsschulräte. Dem Lehrer wird eine willige und strenge Erfüllung seiner Pflichten, ein taktvolles und liebreiches Betragen gegenüber den Kindern, eine tadellose sittliche Aufführung außerhalb der Schule, sowie ein unentwegtes redliches Streben, seine Ausbildung durch Selbststudium zu fördern, nachdrucksamst anbefohlen.“

LB UR Bd 6 (1901), S. 280.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 10

„Der Lehrer übt die unmittelbare Aufsicht über die ihm anvertraute Schuljugend; er nimmt sich aller Kinder mit gleicher Sorgfalt an und eifert die Kinder zu fleissigem Lernen, zu aufmerksamem und ruhigem Betragen während der Schule an; er lobt die guten Schüler und sucht durch Anwendung, geeigneter Strafmittel auf Besserung der Fehlbaren hinzuwirken, hat sich aber hinsichtlich der Strafarten, sowie in Bezug auf die Schulorganisation, den Lehrplan und seine sämtlichen Obliegenheiten genau nach den Vorschriften und Weisungen des Ortsschulrates und der kantonalen Erziehungsbehörden zu richten. Anstände zwischen Lehrern und Schulräten entscheidet der Erziehungsrat.“

LB UR Bd 6 (1901), S. 281.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 11

„Der Erziehungsrat ist nach Anhörung der Ortsschulbehörde ermächtigt, den Lehrern Nebenbeschäftigungen, welche der Stellung eines Lehrers nicht angemessen sind, oder seine gedeihliche Wirksamkeit in Frage ziehen, zu untersagen.“

LB UR Bd 6 (1901), S. 281.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 12

„Der Lehrer führt ein genaues Verzeichnis über die entschuldigten und unentschuldigten Absenzen der Schulkinder und macht nach vorhergegangener fruchtloser Mahnung und Bestrafung der Ausbleibenden dem Schulratspräsidenten zuhanden des Schulrates schriftliche Anzeige und zwar wenigstens zweimal monatlich.
Als entschuldigte Absenzen gelten:
a. Krankheit, welche aber bei längerer Dauer durch Beibringung eines glaubwürdigen Zeugnisses nachgewiesen werden muss.
b. Plötzliche Erkrankung der Eltern oder der nächstens Familienglieder und Todesfälle in der Familie.
c. Verhinderung durch starkes Unwetter, Ungangbarkeit von Weg und Steg rc., was besonders bei weiter Entfernung von den Schullokalen und bei Berggemeinden in Betracht fallen mag.
Die Lehrerschaft hat darüber zu Wachen, dass Verhinderungsgründe unverzüglich zur Anzeige gebracht werden.“

LB UR Bd 6 (1901), S. 281 f.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 13

„Die Wahl der Lehrer verbleibt den Gemeinden, unter Beachtung der Bestimmungen des § 8. Unpatentierte Lehrer sind nicht wahlfähig.“

LB UR Bd 6 (1901), S. 282.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 14

„Die Gemeinden haben für angemessene Lehrerbesoldung zu sorgen.
Das Minimum der Besoldung eines weltlichen Primarlehrers mit vollständiger Seminarbildung und definitivem Lehrerpatente beträgt (für die Primarschule) bei 30 wöchentlicher Schulzeit (§ 18) 1000 Fr., bei 40 jährlichen Schulwochen 1300 Fr.; hiebei ist der Einschluss der Organistenstelle gestattet.
Die Besoldung von Primarlehrern, die zugleich eine geistliche Pfründe versehen, sowie von Lehrern und Lehrerinnen, welche einer religiösen Genossenschaft angehören, beruht auf vertraglichem Übereinkommen zwischen der Gemeinde und dem betreffenden Lehrerpersonal, beziehungsweise der Genossenschaft.“

LB UR Bd 6 (1901), S. 282.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 15

„Zur Aneiserung und Fortbildung der Lehrer und Lehrerinnen finden alljährlich Lehrerkonferenzen statt, deren Besuch obligatorisch ist. Die Teilnehmer erhalten ein Taggeld von Fr. 4 nebst einmaliger Reiseentschädigung laut Tarif für den Landrat.
Für die Lehrerinnen können besondere Konferenzen abgehalten werden.“

LB UR Bd 6 (1901), S. 282.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 16

„Geeigneten und gut vorgebildeten Lehramtskandidaten werden vom Erziehungsrate Stipendien zugesprochen.“

LB UR Bd 6 (1901), S. 283.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 17

„Die Primarschulpflicht beginnt für alle geistig und körperlich gesunden Kinder mit dem Jahre, in welchem sie das siebente Altersjahr erfüllen und dauert mindestens bis nach erfülltem dreizehntem Jahre (siehe § 19). Kinder, welche auf Neujahr das siebente Altersjahr zurücklegen, werden für das laufende Jahr schulpflichtig.
Ein Austritt aus der Schule während des Schuljahres ist in der Regel unzulässig.“

LB UR Bd 6 (1901), S. 283.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 18

„Um den verschiedenen Ortsverhältnissen Rechnung zu tragen, umfasst die Primarschulzeit je nach freiem Ermessen der Gemeinden und Schulorte entweder
a) sechs Schuljahre, jedes Schuljahr zu mindestens 30 Schulwochen und zu mindestens 600 Schulstunden, welche der Erziehungsrat, wo außerordentliche Schwierigkeiten es rechtfertigen, auf 550 reduzieren kann, oder aber
b) sieben Schuljahre, jedes Schuljahr zu mindestens 30 Schulwochen und zu mindestens 520 Schulstunden.
Es wird den Gemeinden empfohlen, das Primarschuljahr, wo immer möglich, auf 40 Wochen auszudehnen und zu diesem Zwecke fakultative oder obligatorische Sommerschulen zu halten.
Jedes Primarschuljahr beginnt mit dem 1. Oktober und darf vor dem 1. Mai nicht geschlossen werden. Gemeinden mit Ganzjahrschulen sind befugt, mit Genehmigung des Erziehungsrates das Schuljahr im Sommerhalbjahr zu beginnen.“

LB UR Bd 6 (1901), S. 283.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 19

„Alle normal entwickelten Kinder haben sämtliche Primarschulklassen durchzumachen. Am Schlusse der obersten Primarschulklasse haben alle Schüler derselben in Gegenwart des Schulrates und unter Leitung des Schulinspektors eine Entlassungsprüfung zu bestehen. Diejenigen Kinder, deren Leistungen als ungenügend befunden werden, müssen noch ein Jahr die Primarschule besuchen.
Für die Anforderungen, die bei dieser Prüfung zu stellen sind, ist der vom Erziehungsrate erlassene Lehrplan massgebend.
Bei der Entlassungsprüfung ist hauptsächlich auch darauf zu sehen, ob ein Kind die Schule fleissig oder unfleissig besucht und ob es geleistet hat, was es gemäss seinen Fähigkeiten bei Fleiss und Eifer leisten konnte.
Kinder, welche mit dem erfüllten 15. Altersjahre die Primarklassen noch nicht absolviert haben, sind zum ferner Schulbesuch nicht mehr anzuhalten. Dabei gilt Neujahr als Altersgrenze. Wenn also ein Kind während des Schuljahres erst nach dem 1. Januar das 15. Altersjahr erfüllt, so ist es pflichtig, den betreffenden Kurs bis zum Schluffe desselben zu besuchen.
Schwachbegabte, die wenigstens 7 Jahre die Schule fleissig besucht und geleistet haben, was in ihren Kräften lag, werden zum fernern Schulbesuch nicht mehr verpflichtet, auch wenn ihre Leistungen den Anforderungen des Lehrplanes nicht in jeder Beziehung entsprechen, selbst wenn sie die 6. bezw. 7. Primarschulklasse noch nicht durchgemacht haben.“

LB UR Bd 6 (1901), S. 284.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 20

„Nach dem Austritte aus der Primarschule hat jedes Schulkind bis zum erfüllten 15. Altersjahre noch einen Repetitionskurs von wenigstens zwei Stunden wöchentlich zu besuchen. In dringenden Fällen mag der Ortsschulrat von diesem Kurse dispensieren. Gemeinden mit Ganzjahrschulen sind an diese Vorschrift nicht gebunden.“

LB UR Bd 6 (1901), S. 284.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 21

„Das sogenannte Überspringen einzelner Primarklassen ist gänzlich verboten.
Mehr als zwei Jahre darf kein Kind in derselben Primarklasse behalten werden.“

LB UR Bd 6 (1901), S. 285.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 22

„Die Schüler sind zum regelmäßigen Schulbesuche verpflichtet. Bewilligung zum Ausbleiben kann der Lehrer per Monat für einen Tag, der Schulratspräsident für 3 Tage erteilen, beides jedoch nur in wohlbegründeten Fällen. (Siehe § 7.)“

LB UR Bd 6 (1901), S. 285.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 23

„Der Eintritt der Schüler in die Schule erfolgt bei Beginn des Schuljahres. Ausnahmen erfordern eine Genehmigung des Schulrates, der sich darüber mit dem Lehrer ins Einvernehmen zu setzen hat. Der Übertritt eines Schülers aus einer Ortsschule in eine andere erfordert die Genehmigung der betreffenden Ortsschulräte. (Vergl. auch § 6, lit. k.)“

LB UR Bd 6 (1901), S. 285.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 24

„Eltern, Pflegeeltern, Vormünder, Dienst- und Arbeitsherren find für den Schulbesuch und die Disziplin der ihnen untergebenen Kinder verantwortlich. Den Schülern wird ein gesittetes Betragen zur Pflicht gemacht. Der Aufenthalt im Freien nach Eintritt der Abenddämmerung ohne Aufsicht ist ihnen untersagt. Die Eltern werden dafür sorgen, dass ihre Kinder alsdann zu Hause gehalten werden. Eine der Schule und Gesundheit nachteilige Verwendung der Kinder ist verboten und strafbar.
Das Rauchen ist Schülern unter fünfzehn Jahren strengstens untersagt. Rauchutensilien sind ihnen wegzunehmen. Übertretungen des Rauchverbotes werden vom Schulrate nach Maßgabe von § 6, Ziff. 2 bestraft.“

LB UR Bd 6 (1901), S. 285.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 25

„Der Schulbesuch ist unentgeltlich. Überdies werden die Ortsschulgemeinden angewiesen, auch die unentgeltliche Verabfolgung der Schulmaterialien an dürftigere Kinder durchzuführen. Die Kinder von Nichtortsbürgern sind denjenigen der Ortsbürger gleich zu stellen.“

LB UR Bd 6 (1901), S. 286.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 26

„Eltern und Vormünder find befugt, ihre Kinder und Pflegebefohlenen, statt sie in die öffentlichen Gemeindeschulen zu schicken, selbst zu unterrichten oder durch patentierte Hauslehrer oder in Privatanstalten unterrichten zu lassen, wofern das Lehrziel der öffentlichen Volksschulen erreicht wird.
Wer von dieser Befugnis Gebrauch machen will, ist gehalten, den Schulrat seiner Wohngemeinde davon in Kenntnis zu setzen, und es hat sich letzterer von der gehörigen Durchführung des Unterrichts jederzeit zu überzeugen.“

LB UR Bd 6 (1901), S. 286.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 27

„In jeder Gemeinde oder Filiale soll wenigstens eine Primarschule bestehen.“

LB UR Bd 6 (1901), S. 286.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 28

„Wo die Schülerzahl die Trennung in zwei oder mehrere Schulen erheischt, ist vorzüglich auf Trennung der Geschlechter Bedacht zu nehmen.“

LB UR Bd 6 (1901), S. 286.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 29

„Die Maximalzahl der Primarschüler für eine Lehrstelle wird auf 60 festgesetzt. Wo diese Zahl mehr als 5 Jahre nach einander überstiegen wird, ist eine weitere Lehrkraft anzustellen.“

LB UR Bd 6 (1901), S. 286.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 30

„Als Lehrgegenstände sind für die Primarschulen vorgeschrieben :
a) Religionsunterricht (Katechismus und biblische Geschichte).
b) Verstandes- und Gedächtnisübungen, Anschauungsunterricht.
c) Lesen und Schreiben.
d) Sprachübungen und Aufsätze mit besonderer Berücksichtigung des Briefes.
e) Kopf- und Zifferrechnen.
f) Vaterlandskunde, vorab Geschichte und Geographie der Schweiz.
g) Turnunterricht für die Knaben vom 10. Altersjahre an.
h) Wo es immer möglich ist, Gesang, Zeichnen und für die Mädchen Anleitung, zu weiblichen Arbeiten.“

LB UR Bd 6 (1901), S. 287.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 36

„Die Gemeinden sind verpflichtet, für gesunde, Helle und geräumige Schullokale zu sorgen und dieselben zu keiner zeckwidrigen Verwendung zu benutzen oder benutzen zu lassen.
Im übrigen wird hier ausdrücklich auf den Landsgemeindebeschluss vom 4. Mai 1902, sowie auf die landrätliche Vollziehungsverordnung vom 26. März 1903 verwiesen.“

LB UR Bd 6 (1901), S. 288 f.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 37

„An jedem Primarschulort soll eine Fortbildungsschule bestehen, welche nebst dem allgemeinen- Erziehungs- und Bildungszweck die für Jedermann notwendigen Schulkenntnisse wiederholen, üben und erweitern, damit dem praktischen Leben dienen und indirekt auch für die Rekrutenprüfung vorbereiten soll.“

LB UR Bd 6 (1901), S. 289.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 38

„Die Fortbildungsschule umfasst drei Jahre mit je vierzig Unterrichtsstunden nebst einer jährlichen Prüfung.
Drei Viertel der Stunden sind in der Regel von Anfang November bis Mitte März zu erteilen. Das Nähere bestimmt der Erziehungsrat unter Berücksichtigung der Ortsverhältnisse.
Für die Schüler des dritten Jahrganges wird vor der pädagogischen Prüfung ein Kurs von 20 Stunden abgehalten. Dieselben dürfen von den allgemeinen 40 Stunden nicht in Abzug gebracht werden.
Den Schulräten steht es frei, die Abhaltung des Unterrichtes an Werktagen oder Sonntagen, niemals aber gleichzeitig mit einem Gottesdienste, anzusetzen.“

LB UR Bd 6 (1901), S. 289.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 39

„Zum Besuch der Fortbildungsschule sind alle bildungsfähigen Jünglinge verpflichtet, die jeweilen mit dem 31. Dezember das 16. Altersjahr zurücklegen und die militärische Aushebung noch nicht bestanden haben. Die Schulräte haben auswärts wohnende Schüler den Schulbehörden des Aufenthaltsortes für den Schulbesuch anzumelden.
Wegen geistiger oder körperlicher Gebrechen nicht Bildungsfähige kann der Schulrat vom Besuche der Fortbildungsschule dispensieren.
Nicht pflichtig find einzig jene, welche gleichzeitig eine Sekundarschule oder höhere Lehranstalt besuchen oder aber über den Besitz genügender Kenntnisse durch eine vom Schulrate anzuordnende Prüfung, deren Ergebnis dem Schulinspektorat zum endgültigen Entscheide vorzulegen ist, sich ausweisen.“

LB UR Bd 6 (1901), S. 289 f.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 40

„Als Lehrer an der Fortbildungsschule können von den Gemeindeschulräten die Ortslehrer oder andere geeignete Persönlichkeiten angestellt werden. Dem Erziehungsrate steht das Genehmigungsrecht zu.
Einer Lehrstelle sind höchstens 30 Schüler zum gleichzeitigen Unterrichte zuzuweisen. Die Klassentrennung erfolgt nach den Fähigkeiten der Schüler.
Das Lehrpersonal bezieht für die Unterrichtsstunde je 1 Fr. 50 Rp. von der kantonalen Schulfondverwaltung.
Der Erziehungsrat wird von Zeit zu Zeit Bildungskurse und Konferenzen der Fortbildungslehrer veranstalten (§ 15- der Schulordnung).“

LB UR Bd 6 (1901), S. 290.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 41

„Die Unterrichtsfächer der Fortbildungsschule sind: Lesen, Schreiben, Rechnen (mündlich und schriftlich) und Vaterlandskunde.“

LB UR Bd 6 (1901), S. 290.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 42

„Die Lehrmittel bestimmt der Erziehungsrat. Sie werden den Gemeinden nach Massgabe der Schülerzahl von der kantonalen Schulfondverwaltung gratis geliefert.“

LB UR Bd 6 (1901), S. 290 f.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 43

„Der jährliche Staatsbeitrag für die Bedürfnisse der Fortbildungsschule wird auf Fr. 2500 festgesetzt.“

LB UR Bd 6 (1901), S. 291.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 44

„Die Fortbildungsschule steht unter den nämlichen Aufsichtsbehörden, wie die übrigen Gemeindeschulen. Die Oberleitung ist Sache des Erziehungsrates.“

LB UR Bd 6 (1901), S. 291.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 45

„Für jede unentschuldigte Schulversäumnis soll der Schulrat unnachsichtlich eine Geldbuße von 50 Rp. bis 1 Fr. 50 Rp. ausfällen. Als Entschuldigung gelten die in § 12 aufgeführten Gründe.
Fortbildungsschüler, welche sich grober Fehler im Betragen oder fortgesetzten Unfleisses schuldig machen, werden vom Schulrat im ersten Falle mit einem scharfen Verweis oder einer Geldbusse bis, auf 10 Fr., im Rückfalle bis auf 20 Fr. bestraft. Die Bussengelder fallen in die Gemeindeschulkasse.
Polizeiliche Abholung widerspenstiger Schüler und Hinführung in die Schule bleibt überdies Vorbehalten.
Wenn sich diese Strafen als wirkungslos erweisen, so sind die Straffälligen vom Schulrate der kantonalen Erziehungsbehörde zu verzeigen, welche auf begründeten Antrag des erstern einen Disziplinar-Arrest von höchstens 4 Tagen erkennt, den der Gebüsste auf eigene Kosten im Zeughaus zu Altdorf abzusitzen hat.
Die Schulräte sind verpflichtet, die Schüler beim Beginn der Schule auf die Strafbestimmungen aufmerksam zu machen.“

LB UR Bd 6 (1901), S. 291.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 46

„Der Errichtung von Sekundarschulen wird die Unterstützung der Erziehungsbehörden zu deren Ermöglichung und Förderung zugesichert. Der Staat richtet bei erstelltem Ausweise über zweckmäßige Organisation und entsprechende Leistungsfähigkeit solcher Sekundarschulen einen jährlichen Beitrag von Fr. 300-500 aus und nimmt zu diesem Behufe einen bestimmten Kredit ins Budget auf.
Die Sekundarschulen stehen unter der Oberaufsicht des Erziehungsrates, welcher die gutfindenden Vorschriften für dieselben aufstellt, deren jährliche Visitation durch die Schulinspektoren verfügt und sich über die erzielten Resultate Bericht erstatten lässt.“

LB UR Bd 6 (1901), S. 292.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 47

„Die Schulordnung des Kantons Uri vom 24. Februar 1875, das Dekret betreffend Abänderung der Schulordnung vom 8. April 1875, die Dekrete über Ergänzung der Schulordnung vom 18. Mai 1880, vom 27. Januar 1886 und Vom 3. Oktober 1888 werden hiemit aufgehoben.“

LB UR Bd 6 (1901), S. 292.

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Das Landbuch des Kantons Uri, 1820-1841
Artikel 48

„Der Erziehungsrat wird mit dem weitern Vollzug dieser Schulordnung beauftragt.“

LB UR Bd 6 (1901), S. 292.

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Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 16.3.2018