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Frosch
lateinischer Name: Rana
Urner Dialekt: Frosch, Fresch (Mz)
Bestand: an Gewässern und in Sumpfgebieten

Als echte Frösche (Rana) wird eine Gattung innerhalb der namensgleichen Familie (Ranidae) bezeichnet. Sie haben lange kräftige Hinterbeine, die es ihnen ermöglichen, sich durch grosse Sprünge fortzubewegen. Von den ähnlich aussehenden Kröten (Bufo) unterscheiden sich Frösche durch ihre glattere und feuchtere Haut. Ausserdem besitzen Frösche keine Parotiden (Ohrdrüsen), die für Kröten typisch sind. Stattdessen besitzen sie auf dem Rücken zwei Drüsenleisten. Zwischen den Zehen der Hinterfüsse haben Frösche in der Regel gut ausgebildete Schwimmhäute. Die Männchen besitzen häufig Schallblasen, welche bei Wasserfröschen gut sichtbar paarig hinter den Mundwinkeln zum ausstülpen angelegt sind. Da Braunfrösche nur innere Schallblasen besitzen, rufen diese auch nur recht leise.
Wie auch Kröten leben Frösche in feuchter, nasser Umgebung und bevorzugen daher die Nähe von Flüssen, Seen oder auch Teichen. Beim Laichen geben die weiblichen Frösche die Eier ins Wasser ab.
Urner Frösche fanden früher auch Verwendung als Feinkost in der Küche.

In Uri treten gleich mehrere Froscharten auf:
- Europäischer Laubfrosch (Hyla arborea arborea)
- Grasfrosch (Rana temporaria)
- Teichfrosch (Pelophylax esculentus)
- Kleiner Wasserfrosch (Pelophylax lessonae)
- Laubfrosch (Hyla arborea), zuletzt gesichtet im August 1991 in Bauen (www.fauna-uri.ch)

Literatur: Literatur: www.fauna-uri.ch; www.nachhaltigleben.ch; https://de.wikipedia.org; www.karch.ch (2019).

KRANKHEITEN

Chytridiomykose

EREIGNISSE

1533  / Dienstag, 24. Januar 1533
Frösche, Schnecken und Donner
Vor St. Pauli Bekehrung werden die Frösche und Schnecken sichtbar und einen Monat später donnert es.
Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 35.
     
1967  / Montag, 23. Januar 1967
Der Froschfang wird verboten
Da der Bestand an Fröschen ständig zurückgeht, beschliesst der Urner Regierungsrat, den Froschfang auf Urner Gebiet zu verbieten.
Abl UR 1967, S. 79.
     

WEITERES (L)URCHIGES


     
Fröschenzunft Seedorf
Die Fröschenzunft besteht seit 1951. 1952 erhielt man eine Vereinsfahne und es wird ein Fähnrich gewählt. Im Jahre 1956 wurde ein Kredit von 50 Franken gesprochen, um den Zunftmeister mit einem würdigen Mantel einzukleiden. 1964 wurde die Anschaffung eines zweiten Zunftmantels in der Grösse XXL dem Zunftrat überlassen. Die Insignien des Zunftmeisters sind der grün-gelbe Mantel, der Stab, die Plakette und der Hut..
Foto: Ehemaliges Signet der Fröschenzunft; Literatur: Gisler-Jauch Rolf, Fasnächtliches Uri, S. 306.

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Froschschenkel
In die Fasnachts- und anschliessende Fastenzeit fiel auch der Froschfang. So wurde 1910 den Leserinnen und Lesern der Urner Zeitungen mitgeteilt, dass in Seedorf auf die Fasnacht schon Frösche serviert werden konnten. Langjährige Beobachter sollen zudem übereinstimmend einen sehr ausgiebigen Fisch- und Fröschenfang festgestellt haben, und man hörte, der Handel werde dieses Jahr aus hiesiger Gegend lebhafter betrieben als je, schon in der Absicht, die HH. Metzger zu mässigeren Fleischpreisen zu zwingen oder die Würste länger und besser zu machen. In den 1950er-Jahren wurde die Regierung von einem Leserbriefschreiber aufgefordert, das Fangen von Fröschen, das Feilbieten und Kaufen, Versenden sowie Verabreichen von Froschschenkeln in Gaststätten zu verbieten. Das Ausreissen oder Abschneiden der Schenkel an lebenden Tieren sei eine Tierquälerei. Der Froschfang wurde schliesslich im Januar 1967 verboten.
Literatur: GP 8/1910, 13/1954; RRB 23.1.1967, in: R-360-11/100 (8); Gisler-Jauch Rolf, Fasnächtliches Uri, S.40.

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SAGENHAFTES ZU LURCHEN

Die Schwierigkeit, eine Alraune los zu werden
«... Er (das Bäuerlein) klagte ihm (dem Mandli) seine Bedrängnis und erhielt den Rat, er solle einen bestimmten Ort aufsuchen, den ihm das Mandli genau bezeichnete, dort werde er einen grünen Frosch (nach andern: eine Kröte) finden; den solle er in ein Lumpli einwickeln, mit nach Hause nehmen und ihm dort ein Geldstück unterlegen, so werde er am nächsten Tag das Doppelte wegnehmen können. ... Lange besann sich der Pater und schien keinen Ausweg zu finden. Endlich sprach er ein erlösendes Wort und nahm dem Bäuerlein den Stein vom Herzen: „Bringet die Alraune morgen abends, in ein Lumpli fest eingewickelt, hieher an die Pforte; ich werde dann bereit stehen und euch öffnen; werfet sie blitzschnell hinein, schliesst die Türe und macht euch davon! Aber ich fürchte, es wird schwierig sein.“ ...»

«Nach anderer Darstellung hatte er die Kröte in der Heiligen Nacht, während es zur Wandlung läutete, unter einem Weisshaselbusch hervorgegraben.»

«Statt der Kröte oder des Frosches eine Spinne.»

Müller Josef, Sagen aus Uri, Sage 355 a-c.
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NOCH MEHR FAUNA

Die Naturforschende Gesellschaft Uri unterhält eine ausführliche und interessante Webseite zur Fauna des Kantons Uri. Nebst vielen wissenschaftlichen finden sich dort auch Fotos und eine Liste der Fundorte.

> www.fauna-uri.ch

 

 

 

Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 6.6.2019