KULTUR

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Danioth Heinrich

01.05.1896 - 03.11.1953
Flüelen
Beruf: Kunstmaler
Ehepartner: Hedi Weber

Heinrich Danioth wurde am 1.Mai 1896 in Altdorf als Sohn von Balthasar Danioth und Babetta Kupper geboren. Sein Vater war ein unruhiger, temperamentvoller, grosszügiger, ehrgeiziger Mann, und betrieb in der Schmiedgasse, dann am Rathausplatz ein Uhrengeschäft. Wider seinen Willen musste Heinrich drei Jahre die Mittelschule besuchen, bis ihn die Fürbitte der mit der Familie bekannten Schriftstellerin Sophie Haemmerli-Marti (1868-1942) davon erlöste und er in Basel 1912 das Kunstausbildung aufnehmen durfte. Er arbeitete im Atelier von Rudolf Löw (1878-1948) und besuchte Abendkurse an der Gewerbeschule. Hier holte sich Danioth das handwerkliche und technische Rüstzeug. In Basel stand Danioth durch seinen Lehrer unter dem Einfluss des französischen Impressionismus und demjenigen Ferdinand Hodlers. Entscheidend für das weitere Schaffen war die in Basel formulierte Programmatik; die unbedingte Suche nach der Eigenständigkeit, die Danioth fortan dann auch unbeirrt suchte. 1916 begann er als freier Künstler im eigenen Atelier im Vaterhaus in Altdorf zu arbeiten. Es ist die Zeit der malerischen Verselbständigung, der Persönlichkeitsfindung, aber auch die Zeit geselligen Beisammenseins (Fasnacht, Vereinigungen «Blaue Nacht» und «Nächstenliebe» mit Berti Jütz), aber auch des Aufbäumens gegen alles Biedere und Bürgerliche. Nach dem Aktivdienst gab er 1919 eine Anstellung als Kirchenmaler im Oberwallis aus «künstlerischen Gewissensgründen» wieder auf. Seine Geisteshaltung verhinderte, dass seine Romaufenthalte (1920/21) für ihn zum Erlebnis werden konnten.
In seiner engeren Heimat rang Danioth um Anerkennung. Eine erste Ausstellung 1922 in Altdorf wurde zum fast totalen Misserfolg. Ab 1922 erfolgt die geistige Zusammenarbeit mit dem Arzt Eduard Renner und ab 1925 setzten die entscheidenden Kontakte mit August Babberger (1885-1936) ein, die 1925/26 zu einem kurzen Aufenthalt in dessen Karlsruher Atelier führten. 1927 schuf er nach der Rückkehr in die Schweiz seine ersten Wandbilder im Altdorfer Tellspielhaus und an einer Fassade am Lehnplatz. Wie ein jäher Föhnsturm drang damit der Expressionismus ins traditionalistische Uri ein.
Von 1927-1931 wohnte Danioth in Sisikon, nach der Heirat 1931 mit Hedi Weber in Flüelen und baute 1932 am Urnersee sein eigenes Haus im Geiste des «modernen Bauens». Sie hatten drei Kinder.
Mit den Wandbildern am Bundesbriefarchiv in Schwyz (1935/36) und im Schweizer Pavillon an der Pariser Weltausstellung (1937) sowie am Landwirtschaftspavillon an der Landi 1939 gelang ihm der Durchbruch zum anerkannten Meister des Wandbildes. Es folgten die «Föhnwacht» im Flüeler Bahnhof (1944) und das Felswandbild über der Teufelsbrücke in den Schöllenen (1950).
Trotz der vielen Aufträge blieb er in Geldnot; Danioth war einerseits zu grosszügig und konnte andererseits nicht mit Geld umgehen. Die Aufenthalte auf der Rigi wurden zum echten Erlebnis und bewirkten zahlreiche schöne Bilder und Zeichnungen; die innere Wendung zum Religiösen liess unter anderem den eindrücklichen Grabesengel von Altdorf entstehen. Seine grosse Leistung bestand in der bildlichen Darstellung der Verschmelzung von Natur und Leben. Als «Berufssatiriker» wie er sich nannte, war er auch als Zeichner und Illustrator tätig, darunter während 15 Jahren für den «Nebelspalter». Er bereicherte mit seiner Satire auch die Altdorfer Fasnacht. Er schuf Plakate, Glasmalereien und Tafelbilder und arbeitete zudem als Theatermaler und Kostümbildner. Seine bekanntesten Werk als Dichter sind das Marionettentheater «Das Urner Krippenspiel» (1945) und das Hörspiel «Der sechste von sieben Tagen» (1951). Heinrich Danioth starb am 3. November 1953 und ist auf dem Flüeler Friedhof begraben.

1963 erfolgte die Gründung der Stiftung Danioth-Ring (heutiger Kunstverein Uri).


Gabelmann Andreas; August Babberger (1885-1936), Leben und Werk; Karlsruhe 1999; Aebersold Rolf, Latzel Eliane; Biographische Notizen zu einer Auswahl verstorbener Künstler; Begleitschrift zur Ausstellung «Kunst in Uri - Urner Künstler», S. 2 ff.; www.hls.ch (2018).

EHEPARTNERIN VON HEINRICH DANIOTH

Dienstag, 14. April 1931
Ehefrau: Weber Hedwig (1901)


      

KINDER VON HEINRICH DANIOTH

Danioth Madeleine
Lebensdaten: -
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Danioth Albin Heinrich (Bini)
Lebensdaten: 03.07.1936 - 15.02.1994
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Danioth Cilli
Lebensdaten: 30.06.1941 -
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ELTERN VON HEINRICH DANIOTH

Vater: Danioth Balthasar (1866)
Lebensdaten: 10.03.1866 - 14.03.1954
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Mutter: Kupper Babetta (1866)
Lebensdaten: 21.12.1866 - 16.02.1948
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GESCHWISTER VON HEINRICH DANIOTH

Danioth Barbara
28.01.1894 -
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Danioth Maria Heinrika
28.03.1895 -
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Danioth Franz
08.03.1898 - 16.06.1937
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Danioth Josefina (Josy)
22.12.1899 - 05.09.1932
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Danioth Martha
29.10.1906 - 29.12.1999
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BEZIEHUNGSPERSONEN VON HEINRICH DANIOTH

WERKE VON HEINRICH DANIOTH



Teufel
/ Schöllenen, Teufelsbrücke
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Föhnwacht (Wandbild im Bahnhof Flüelen)
um 1940 / Bahnhofgebäude
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AUSSTELLUNGEN

1953
"2. Kunstausstellung der Urschweiz / Gedächtnisausstellung Eugen Püntener 1904-1952"
Aula Hage
Diverse Künstlerinnen und Künstler
Organisation:  0
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1979
"Kunst in Uri - Urner Künstler"
Höfli-Kaserne (Ausstellungsraum)
Diverse Urner Künstler
Organisation:  8368
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1983
«Die Erdrosselung der freien Muse – Der satirische Heinrich Danioth»
Tellspielhaus, Theater (Uri)
Heinrich Danioth
Organisation: 
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1985
"Föhnsturm - Die Kulturlandschaft um den Vierwaldstättersse im Spannungsfeld der zwanziger und dreissiger Jahre"
Höfli-Kaserne (Ausstellungsraum)
Diverse Künstlerinnen und Künstler
Organisation:  8368
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1991
"Goldener Ring über Uri - Eduard und Gedeon Renner - Zwei Weltbilder zwischen Magie und Animismus"
Höfli-Kaserne (Ausstellungsraum)
Eduard Renner, Gedeon Renner, Heinrich Danioth
Organisation:  8368
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1992
"Schwarz und Weiss - Der Holz- und Linolschnitt in Uri"
Höfli-Kaserne (Ausstellungsraum)
Diverse, Heinrich Danioth
Organisation:  8368
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2009
"Blickwechsel: Heinrich Danioth - Maria Zgraggen"
Haus für Kunst Uri
Heinrich Danioth und Maria Zgraggen
Organisation: 
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2010
"Bergbilder von Heinrich Danioth"
Haus für Kunst Uri
Heinrich Danioth
Organisation: 
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2011
"Porträts von Heinrich Danioth, Malerei"
Haus für Kunst Uri
Heinrich Danioth
Organisation: 
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2012
"Heinrich Danioth - Schnitzelbankhelge"
Haus für Kunst Uri
Heinrich Danioth
Organisation: 
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2013
"Heinrich Danioth - Restaurierte Arbeiten, 2011-13"
Haus für Kunst Uri
Heinrich Danioth
Organisation: 
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2015
"Heinrich Danioth und Weggefährten"
Haus für Kunst Uri
Heinrich Danioth
Organisation: 
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2018
Ständige Ausstellung
Historisches Museum Uri
Verschiedene Urner Künstler
Organisation:  5874
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2018
"Frühlingserwachen"
Haus für Kunst Uri
Heinrich Danioth; Eduard, Ernst und Max Gubler
Organisation: 
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EREIGNISSE

1928  / Samstag, 23. Juni 1928
Aufführung von «Dr Amerika-Schwyzer» von Heinrich Danioth
Anlässlich des Schweizerischen Gewerbetages in Altdorf wird mit 18 Laiendarstellern das Theaterstück «Dr Amerika-Schwyzer» von Heinrich Danioth aufgeführt.
http://tls.theaterwissenschaft.ch (2018)
  
1939  / Mittwoch, 24. Mai 1939
Erstfelder Männertracht von Heinrich Danioth wird vorgestellt
Anlässlich der Aktivversammlung der Trachtengruppe Erstfeld kann die von Heinrich Danioth entworfene Männertracht vorgestellt werden. Als diese von der Schweizerischen Trachtenvereinigung genehmigt wurde, wurden 12 Stück zu einem Stückpreis von von 150 Franken bestellt. Ein Nähkurs für Frauen soll die Anschaffung der Frauentrachten erleichtern.
Trachtengruppe Erstfeld, 50 Jahre Trachtengruppe Erstfeld, S. 11.
  
1949  / Samstag, 23. April 1949
Calderóns «Welttheater» wird in Flüelen aufgeführt
In der Alten Kirche in Flüelen wird Calderóns «Welttheater» aufgeführt. Der Kunstmaler Heinrich Danioth ist für die Inszenierung und Ausstattung verantwortlich. Die Musik stammt von Franz Xaver Jans.
http://tls.theaterwissenschaft.ch (2018)
  
1951  / Mittwoch, 17. Januar 1951
Hörspiel von Heinrich Danioth am Radio
Radio Basel sendet das Hörspiel «Der sechste von sieben Tagen» von Heinrich Danioth.
http://tls.theaterwissenschaft.ch (2018)
  
1953  / Sonntag, 9. August 1953
Kunstausstellung in Altdorf
Im Hagenschulhaus an der Bahnhofstrasse in Altdorf findet die 2. Kunstausstellung der Urschweiz statt. Gezeigt werden unter anderem Werke von Robert Seeger, Altdorf; Franz Fedier, Bern; Josef Kottmann, Flüelen; Ferdinand Della Pietra, Altdorf; Heinrich Danioth, Flüelen; Gedeon Renner, Basel; Leo Schönenberger, Flüelen. Eine Sonderausstellung ist dem Bildhauer Eugen Püntener (1904-1952) gewidmet.
StAUR P-251/388-74 (Intus).
  
1956  / Sonntag, 22. April 1956
Urner Radio-Abend
Radio Basel strahlt einen Urner Radio-Abend aus. Die literarischen und musikalischen Vorträge werden auf der Bühne des Tellspielhauses gehalten und direkt ins Radio übertragen. Der 1. Teil, der unter dem Thema «Wiege der Freiheit» steht dauert 39 Minuten und hat Gedichte und Lieder zur Urner Geschichte zum Inhalt. Im 2. Teil werden auf der Bühne Darbietungen zum Thema «Fröhliches Volk» dargeboten, währenddessen im Radio unter dem Titel «Steile» Welt der verstorbene Kunstmaler und Dichter Heinrich Danioth das Thema ist (40 Minuten). Der dritte Teil unter dem Motto «Zogge-n-am Booge» bringt dann 52 Minuten lang fröhliche Volkslieder und «lüpfige» Volksmusik.
StAUR P-245/379-7 (13).
  
1963  / Samstag, 30. März 1963
Gründung des Danioth-Rings in Luzern
In Luzern wird der Danioth-Ring durch Dr. Edwin Muheim zur Förderung und Erhaltung des künstlerischen Nachlasses des Urner Malers und Dichters Heinrich Danioth (1896–1953) gegründet. Der Danioth-Ring setzt sich zum Ziel, das Danioth-Werkverzeichnis aufzunehmen, ein Danioth-Archiv zu schaffen und eine Danioth-Monografie heraus zugeben. Mit der Zentralbibliothek in Luzern wird ein Depotvertrag zur Schaffung des Danioth-Archivs vereinbart.
Festschrift "50 Jahre Kunstverein Uri".
  
1977  / Sonntag, 13. Februar 1977
Urner Künstler stellen im Seedamm-Kulturzentrum aus
Unter dem Namen «19 Künstler aus der Urschweiz» werden in der Ausstellung im Seedamm-Zentrum in Pfäffikon (SZ) auch Werke von Heinrich Danioth, Ferdinand Della Pietra, Franz Fedier, Gedeon Renner und Tino Steinemann gezeigt.
StAUR P-251/388-82 (1)
  
1983  / Montag, 3. Oktober 1983
Danioth-Ausstellung in Zürich
Im Stadthaus in Zürich findet die Vernissage zur Wanderausstellung «Die Erdrosselung der freien Muse - Der satirische Heinrich Danioth» statt.
StAUR P-251/388-82 (1)
  
1996  / Dienstag, 30. April 1996
Danioth-Ausstellung im Seedamm-Kulturzentrum
Im Seedamm-Zentrum in Pfäffikon (SZ) wird die «Gedenkausstellung Heinrich Danioth (1896-1953)» eröffnet Die von Karl Iten und vom Kunst- und Kulturverein Uri konzipierte Ausstellung dauert vom 1. Mai bis 30. Juni. Die einführenden Worte hält Beat Stutzer der Direktor des Bündner Kunstmuseums.
StAUR P-251-388-81 (4)
  
2015  / Donnerstag, 15. Januar 2015
Uraufführung - Premierenpublikum begeistert von Danioth-Film
Der Dokumentarfilm «Danioth – der Teufelsmaler» wird im Cinema Leuzinger in Altdorf uraufgeführt. Der Regisseur, Felice Zenoni, erntet viel Lob und Anerkennung für sein Werk. Drei Jahre haben die Arbeiten zum Dokumentarfilm «Danioth – der Teufelsmaler» gedauert. Das Premierenpublikum goutiert die Leistung mit grossem Applaus und Begeisterung. Der Film erzählt die Lebensgeschichte des Künstlers Heinrich Danioth und basiert vor allem auf seinen Tagebucheinträgen und Briefen. Eine tragende Rolle erhält der Film durch persönliche Erinnerungen einer Reihe Zeitzeugen, darunter die beiden Töchter des Künstlers, Madeleine und Cilli Danioth.
UW 4, 17.1.2015, S. 7.
  

LITERATUR

Iten Karl; Uri - Die Kunst- und Kulturlandschaft am Weg zum Gotthard; Altdorf 1991.
«Die Weite des Menschlichen in der Enge der Heimat: Der Maler und Dichter Heinrich Danioth» (S. 276 ff.).
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ZITATE

1979 / Ausstellungsführer «Kunst in Uri - Urner Künstler»
«Es gibt einen einzigen Maler, der die Welt dieser Hirten innerlich erfasst und darstellt; Heinrich Danioth!»
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1979 / Ausstellungsführer «Kunst in Uri - Urner Künstler»
«Insbesondere das im Bergler-Dasein allgegenwärtige Ringen des Lebens um die Existenz war für Danioth die letzte Wahrheit des Menschseins. Mit seiner stark entwickelten Vereinfachung und Abstraktion bannte Danioth das Urmenschliche, die Naturhaftigkeit für jedermann sichtbar auf die (Lein-)Wand. Das in den Bildern Danioths zum Ausdruck kommende Vorstossen bis zu den Urgründen des Bergler-Daseins ist Danioths grosse Leistung.»
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MALEREI UND GRAFIK

Übersicht
Malerei in bestimmtem Zeitraum

VERSTORBENE KÜNSTLER

Hans Heinrich Gessner (+1622)
Friedrich Schröter (+1660)
Karl Leonz Püntener (1667-1720)
Felix Maria Diogg (1762-1834)
Franz-Xaver Triner (1767-1824)
Karl Franz Lusser (1790-1859)
Johann Heinrich Triner (1796-1873)
Jost Muheim d.Ä. (1808-1880)
Kaspar Käsli (1826-1913)
Jost Muheim (1837-1919)
Adolf Müller-Ury (1862-1947)
August Babberger (1885-1936)
Eduard Gubler (1891-1971)
Ernst Gubler (1895-1958)
Heinrich Danioth (1896)
Franz Bär (1897-1970)
Max Gubler (1898-1973)
Erna Schillig (1900-1993)
Josef Kottmann (1904-1980)
Willy Mayer (1904-1974)
Eugen Püntener (1904-1952)
Alfred Anklin (1909-1997)
Ferdinand Della Pietra (1910-1992)
Ludwig Lussmann (1911-2003)
Franz Fedier (1922-2005)
Gertrud Von Mentlen (1927-2006)
Edmund Caviezel (1929-2006)
Karl Iten (1931-2001)

Diverse verstorbene Kunstmalende
Auswärtige Künstler

GEGENWARTSKUNST

Verzeichnis

MALERISCHE INSTITUTIONEN

Kunstverein Uri

Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / letzte Aktualisierung: 5.6.2018