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Obstbau in Uri

DIE BEDEUTUG DES OBSTBAUS IN URI

Der Urner Obstbau ist zwar nicht von grosser Bedeutung, ein Urner Apfel erlangte jedoch Berühmtheit, indem in der Legende Wilhelm Tell diesen seinem eigenen Kinde von dem Haupte schoss.
Die Obstkultur war im Mittelalter weit verbreitet. Die Baumgärten befanden sich an den milden und geschützten Gestaden des Urnersees, in den Matten des Talbodens sowie an den sanften Hängen bis nach Spiringen und Silenen. Die Bauern ernteten Äpfel, Birnen und Kirschen. Auch die Nussbäume waren in Uri und Ursern verbreitet. Ihre Früchte dienten als Nahrung oder wurden in den Trotten zu Öl verarbeitet, womit die Lampen, namentlich die Ewiglichtampeln der Gotteshäuser, gespeist wurden.
Im 17. und 18. Jahrhundert nahm der Bestand an Fruchtbäumen im Urnerland zugunsten des Grasbaues sehr stark ab.
Die Baumzählung von 1961 ergab 15‘000 Apfel-, 14‘000 Birn-, 5‘000 Kirsch-, 5‘000 Nussbäume und 7000 Zwetschgen-, Pflaumen-, Pfirsich- und Aprikosenbäume. Von den insgesamt 46‘000 Obstbäumen gehörten 32‘000 zu Landwirtschaftsbetrieben. Im Jahre 2001 gab es in Uri lediglich noch 13‘000 Obstbäume. Der eigentliche Erwerbsobstbau spielt nur in einigen bevorzugten Lagen eine Rolle. Negativen Einfluss hat auch der Föhn, der allzu oft die unreifen Früchte von den Bäumen schüttelt.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Kernobstbäume in Uri ist gering. Gerade mal drei kleinere Obstanlagen befinden sich im Kanton (2007). Das Gedeihen der Früchte wird durch den warmen Föhn begünstigt. So wachsen am Urnersee, aber auch in Altdorf vereinzelt Feigenbäume und Edelkastanienbäume — Reste von älteren Beständen — gedeihen ausgezeichnet.
Die klimatischen Voraussetzungen und die Bodenbeschaffenheit für einen erfolgreichen Obstbau sind im Urnerland zweifelsohne gegeben. Trotzdem war der Ertrag nicht immer der gewünschte.

DIE ENTWICKLUNG DES OBSTBAUMBESTANDES IN URI

KRANKHEITEN DER OBSTBÄUME

Feuerbrand
Der Feuerbrand trat in Uri erstmals im Frühjahr 2007 auf. Die Krankheit wird durch das Bakterium Erwinia amylovora ausgelöst. Die Übertragung erfolgt vor allem durch die Insektenbestäubung. Gefährdet sind neben Kernobstbäumenauch Zier- und Wildpflanzen, besonders die Pflanze Cotoneaster. Die Feuerbrand-Bakterien dringen vorwiegend durch die Blüten in die Pflanze ein. Etwa zwei bis sechs Wochen nach der Blüte sind erste Symptome sichtbar. Befallene Blüten und Blätter welken und verfärben sich dunkelbraun bis schwarz, sterben ab und trocknen ein. Die abgestorbenen Blätter, Blüten oder Früchte bleiben meist an der Pflanze hängen. Charakteristisch ist auch eine zu Beginn auftretende Schwärzung der Haupt- und Nebenadern der Blätter vom Blattstiel her. Die einzelnen Blätter sterben zuerst beim Stiel und zuletzt an der Spitze ab. – Wegen Verschleppungsgefahr dürfen befallene Pflanzen nicht berührt werden, und es herrscht gesetzliche Meldepflicht beim Landwirtschaftlichen Beratungsdienst Uri (Telefon 041 875 24 84).
In der Schweiz stehen gegen Feuerbrand keine wirksamen Bekämpfungsmittel zur Verfügung. In den gefährdeten Gebieten sind regelmässige Befallskontrollen und sofortige Rodung von kranken Pflanzen eine wichtige Abwehrmassnahme.
In Deutschland ist die Bekämpfung mit dem Antibiotikum Streptomycin erlaubt. Besonders in Gebieten, wo der Obstbau eine grosse Bedeutung hat, laufen jedoch Diskussionen, dieses Mittel zu verwenden. Umstritten ist das Antibiotikum vor allem aus medizinischer Sicht wegen der Angst vor möglichen Resistenzen.
Quelle: Landwirtschaftlicher Beratungsdienst Uri; UW 48, 23.6.2007.

  

OBSTBAULICHE EREIGNISSE IN URI

1923  /
Gemüsen- und Obstanbaukurs in Isenthal
In Isenthal findet ein Kurs für Obst- und Gemüseanbau statt.
UW 18, 5.5.1923

1933  / Donnerstag, 6. April 1933
Obstbaukurs in Erstfeld
Rund 30 Interessenten nehmen m Obstbaukurs des Obstbauvereins Erstfeld teil. Kursthemen sind: Obstbaumpflanzung, Obstbaumschnitt, Fruchtsortimente, Krankheitserscheinungen und deren Bekämpfung.
UW 13, 1.4.1933

1997  / Samstag, 8. November 1997
Planzaktion von Hochstamm-Feldobstbäumen
Planzaktion von Hochstamm-Feldobstbäumen dank einem Vermächtnis: Auf 155 Landwirtschaftsbetrieben werden insgesamt 931 Apfel-, Birn-, Nuss-, Zwetschgen- und Kirschbäume gepflanzt.
UW 88/8.10.1997

2007  / Mittwoch, 20. Juni 2007
Feuerbrand nun auch in Uri ausgebrochen
Derzeit wütet in der Schweiz die schlimmste Feuerbrand-Seuche. Nun hat sie auch erstmals den Kanton Uri erreicht. In Seelisberg wurden zwei befallene Obstbäume entdeckt. Es wurde umgehend die Rodung der Bäume angeordnet, und im Umkreis von mindestens 500 Meter wurden sämtliche möglichen Wirtspflanzen untersucht.
UW 48, 23.6.2007

 
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Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 1.4.2018