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Die Geschichte der Haushaltsgegenstände

Glätteisen

Das Glätteisen (Bügeleisen, UD «Glettiisä») gehört zu den wichtigsten Geräten der traditionellen Wäschepflege. Seine Aufgabe besteht darin, Gewebe durch eine Verbindung von Druck, Wärme und teilweise Feuchtigkeit zu glätten. Besonders bei Leinen und Baumwolle war das Glätten notwendig, weil diese Stoffe nach dem Waschen stark zerknitterten. Zugleich verlieh das Bügeln der Wäsche ein gepflegtes Aussehen und konnte durch die Hitze zur Verbesserung der Hygiene beitragen. In den Urner Haushalten bildete es zusammen mit Waschzuber, Waschbrett, Wäscheklammern, Mange und Nähzeug einen festen Bestandteil der Hausarbeit.

Bevor eigentliche Glätteisen gebräuchlich wurden, bearbeitete man Stoffe mit einfachen Glättsteinen, Glätthölzern oder Glättbrettern.

Das Flacheisen



Die einfachste und lange Zeit häufigste Form war das massive Flacheisen, (Block-, Plätt- oder Satzeisen) bestand aus einer schweren, annähernd dreieckigen Eisenplatte mit einem festen Griff. Das Gerät wurde unmittelbar am offenen Feuer, auf einer Herdplatte oder auf dem Kachelofen erhitzt. Anschliessend reinigte man die Sohle sorgfältig, damit Russ und Asche die frisch gewaschene Wäsche nicht verschmutzten. Die Temperatur prüfte die Büglerin häufig, indem sie das Eisen nahe an die Wange hielt, mit einem angefeuchteten Finger berührte oder zuerst über ein Probestück führte.
Da ein massives Eisen verhältnismässig schnell auskühlte, verwendete man häufig mehrere Exemplare gleichzeitig. Während mit einem Eisen gearbeitet wurde, standen die anderen auf dem Herd. Das Blockeisen war robust und einfach, erforderte aber viel Erfahrung. War es zu heiss, konnte es das Gewebe versengen; war es zu kalt, liess sich die Wäsche kaum glätten. Der feste Metallgriff wurde ebenfalls warm und musste vielfach mit einem Lappen angefasst werden.

Das Kasteneisen mit Heizbolzen



Eine Weiterentwicklung war das hohle Kasteneisen. Sein Gehäuse besass an der Rückseite eine Öffnung, in die ein glühend erhitzter Eisenbolzen eingeschoben wurde. Das Gehäuse blieb sauber, weil es nicht selbst in das Feuer gestellt werden musste. Damit verringerte sich die Gefahr, Russ auf die Wäsche zu übertragen.
Meist gehörten zu einem Kasteneisen mehrere Heizbolzen. Während sich ein Bolzen im Gerät befand, konnten die übrigen im Herdfeuer erwärmt werden. War das Eisen abgekühlt, wurde der kalte gegen einen heissen Bolzen ausgetauscht. Der Holzgriff isolierte die Hand besser als der eiserne Griff des älteren Blockeisens. Kasteneisen waren im 18. und 19. Jahrhundert weit verbreitet, blieben aber schwer und umständlich in der Bedienung.

Das Kohlebügeleisen





Das Kohlebügeleisen besass einen aufklappbaren Hohlkörper, der mit glühenden Holzkohlen gefüllt wurde. Seitliche Öffnungen sorgten für die Luftzufuhr; teilweise besassen die Geräte einen kleinen Kamin. Da die Kohle im Innern weiterglühte, hielt sich die Wärme länger als bei einem massiven Flacheisen. Das Gerät musste nicht ständig auf den Herd zurückgestellt werden.
Dem Vorteil der längeren Heizdauer standen erhebliche Nachteile gegenüber. Asche und Funken konnten austreten, Rauch und Kohlenmonoxid belasteten die Raumluft, und die Temperatur war schwierig zu regeln. Ausserdem waren Kohlebügeleisen schwer. Sie eigneten sich besonders dort, wo kein geeigneter Herd zum fortlaufenden Erhitzen massiver Eisen vorhanden war. Das elektrische Bügeleisen




Die entscheidende Veränderung brachte die Elektrizität. 1882 liess der Amerikaner Henry W. Seely ein frühes elektrisches Bügeleisen patentieren. Die ersten Geräte waren allerdings schwer, teuer und schlecht regulierbar. Zudem standen elektrische Anschlüsse zunächst nur in wenigen Häusern zur Verfügung. In der Schweiz verbreiteten sich elektrische Haushaltsgeräte deshalb erst allmählich im frühen 20. Jahrhundert.
Für Uri schuf der Ausbau der Elektrizitätsversorgung seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert die notwendige Grundlage. Trotzdem ersetzte das elektrische Bügeleisen die auf dem Holzherd erhitzten Geräte nicht sofort. Vor allem in abgelegenen Bauernhäusern wurden die älteren Eisen noch lange weiterverwendet. Elektrischer Strom war anfänglich hauptsächlich für die Beleuchtung bestimmt, Steckdosen waren selten und die Leitungen nicht immer für leistungsstarke Heizgeräte ausgelegt. Erst mit dem Ausbau der Hausinstallationen wurde das elektrische Bügeleisen zu einem verbreiteten Alltagsgerät.
Ein wichtiger Fortschritt war der Thermostat. Er schaltete die Stromzufuhr abhängig von der eingestellten Temperatur selbstständig ein und aus. Damit konnten empfindliche Stoffe bei niedriger und Leinen oder Baumwolle bei höherer Temperatur gebügelt werden. Das Risiko des Versengens nahm deutlich ab. Kontrollleuchten und Stoffbezeichnungen auf dem Temperaturregler erleichterten zusätzlich die Bedienung.

Das Dampfbügeleisen

Beim Dampfbügeleisen ist ein Wasserbehälter in das Gerät eingebaut. Das Wasser wird erhitzt und tritt durch Öffnungen in der Sohle als Dampf aus. Dieser dringt in das Gewebe ein und erleichtert das Glätten. Ab der Mitte des 20. Jahrhunderts verbreiteten sich Dampfbügeleisen zunehmend in den Haushalten. Spätere Geräte erhielten Dampfstösse, Sprühdüsen, stufenlose Temperaturregler, beschichtete Sohlen sowie automatische Abschaltungen.

Das Glätteisen in den Urner Haushalten

Wie andere häusliche Arbeiten lag auch das Bügeln überwiegend in den Händen der Frauen. In grösseren und wohlhabenden Haushalten übernahmen Mägde oder eigens beschäftigte Wäscherinnen einen Teil dieser Arbeit. Besonders aufwendig war die Pflege von weisser Leibwäsche, Tischwäsche, Hemden, Schürzen, Kragen und Trachtenbestandteilen. Gestärkte Textilien mussten noch leicht feucht und mit der passenden Temperatur behandelt werden.

Literatur: www.urikon.ch (mit Unterstützung von ChatGPT). Die Zeichnungen wurden von ChatGPT nach Vorlagen von Glätteisen im Historischen Museum Uri erstellt.

 

 
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Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 18.3.2018