URI UND SEIN VERKEHR

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Verkehrsmittel in Uri - Ereignisse

Die Eisenbahn in Uri

 / Samstag, 19. Juni 1926
Strecke Andermatt-Disentis wird dem Betrieb übergeben
Die Strecke Andermatt-Disentis kann dem Betrieb übergeben werden.
Seidel Kurt, Das grosse Buch der Furka-Oberalp-Bahn, S. 74.
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 / Freitag, 25. September 2009
Cisalpino stellt ihren operativen Betrieb ein
Die SBB und Trenitalia geben die Einstellung der operativen Tätigkeit der Cisalpino AG zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2009 bekannt. Der internationale Personenfernverkehr zwischen der Schweiz und Italien wird dann von den beiden Staatsbahnen wieder getrennt durchgeführt werden.
www.wikipedia.de (2021)
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1839  /
Idee einer Gotthardbahn kommt auf
Ende der 1830er Jahre tauchte die Idee auf, Von Basel nach Zürich eine Eisenbahn zu bauen, und es drohte damit die Gefahr, der Grossteil des Transitverkehrs werde den Bündnerpässen zugeleitet.
Stadler-Planzer Hans, Karl Emanuel Müller, S. 74.
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1847  / Montag, 9. August 1847
Spanisch-Brötli-Bahn wird eröffnet
Die Strecke Zürich-Baden der Nordostbahn (Spanisch-Brötli-Bahn) wird eröffnet.
Kuoni, Gotthardbahn, S. 12.
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1849  / Dienstag, 18. Dezember 1849
Bundesversammlung will Eisenbahnwesen fördern
Die Bundesversammlung beauftragt den Bundesrat:
a) einen Plan für ein schweizerisches Eisenbahnnetz zu erstellen,
b) einen Entwurf für ein Expropriationsgesetz vorzubereiten und
c) sich über die Frage zu äussern, ob die Schweiz sich für eine Staatsbahn oder für ein Privatbahnsystem entscheiden solle.

Kuoni, Gotthardbahn, S. 9.
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1850  / Mittwoch, 1. Mai 1850
Bundesversammlung genehmigt Expropriationsgesetz
Die Bundesversammlung genehmigt ein Expropriationsgesetz (Enteignungsgesetz), das den Bau von Eisenbahnen erleichtern soll.
Kuoni, Gotthardbahn, S. 10.
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1851  / Sonntag, 9. November 1851
Kommission untersucht Alpenbahnfrage
Die Regierungen von Preussen, Sardinien und der Schweiz setzten eine Spezialkommission ein, welche die Frage über die zweckmässigste Schienenverbindung zwischen Italien, der Schweiz und Deutschland erörtern soll. Der Kommission gehören H. Hähner, I. Negretti uncl Gottlieb Koller an. Gottlieb Koller zieht auch den Gotthard in seine Berechnung ein, und zeigt auf, dass der Gotthard und der Splügen nicht nur den Anforderungen des Verkehrs, sondern auch allen übrigen Eigenschaften einer Alpenbahn besser als der Lukmanier und der Simplon entsprechen würden.
Wanner Martin, Geschichte der Begründung des Gotthardunternehmens, 1880, S. 42.
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1852  / Mittwoch, 4. Februar 1852
Gründung der Schweizerischen Centralbahn
In Basel wird die Schweizerische Centralbahn mit Sitz in der Rheinstadt gegründet. Sie wird initiiert durch Johann Jakob Speiser, Achilles Bischoff und Karl Geigy. Geldgeber sind französische und Basler Banken, die Kantone beider Basel sowie private Aktionäre.
www.hls.ch (2016)
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1853  / Freitag, 1. Juli 1853
Studie von Karl Emanuel Müller für eine Gotthardbahn
Karl Emanuel Müller verfasst in den Monaten Mai und Juni während einer Reise nach Wien und München einen umfassenden Bericht über die Möglichkeit einer Gotthardbahn und stellte ihn anfangs Juli in Basel Johann Jakob Speiser, dem Präsidenten der Centralbahn, vor. Er porpagiert eine Gotthardbahn ohne "stehende Maschinen und schiefe Ebenen" und mit einem Tunnel von Göschenen nach Airolo.
Stadler, Planzer Hans, Karl Emanuel Müller, S. 491.
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1853  / Montag, 11. Juli 1853
Projekt von Lucchini und Koller für eine Gotthardbahn
Nachdem der Tessiner Kantonsingenieur Pasquale Lucchini im Auftrag der Schweizerischen Centralbahn (SCB) 1852 eine Studie für die Trasseeplanung der Gotthardbahn Südrampe ausgearbeitet hat, erstattet Ingenieur Gottlieb Koller dem Direktorium der SCB Bericht über seine Studie eines Trasses von Flüelen nach Bellinzona.
Alpenbahningenieure, S. 21-28 und 43-54.
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1853  / Freitag, 19. August 1853
Gotthard-Befürworter organisieren sich
Zur weiteren Besprechung von Kampfmassnahmen gegen das Lukmanierprojekts und zur Koordination der Interessen für eine Traverse durch den Gotthard treffen sich Vertreter der Kantone Bern, Luzern, Uri, Schwyz, Nid- und Obwalden, Solothurn, Basel-Stadt und Baselland in Luzern zu einer Gotthardkonferenz. Im Einverständnis mit den Konferenzteilnehmern ersucht der Kanton Luzern beim Bundesrat um Unterstützung für die Gotthardvariante. Die Landesregierung kann jedoch auf die Anfrage nicht eintreten, da ihr das Eisenbahngesetz von 1852 lediglich eine passive Rolle zugeteilt hat. Das Komitee erteilt Aufträge für die Aufnahme von Detailplänen. Die Nordseite des Gotthards soll der Urner Ingenieur Karl Emanuel Müller vermessen.
Wanner Martin, Geschichte der Begründung des Gotthardunternehmens, 1880, S. 42; Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 552.
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1853  / Samstag, 3. September 1853
Memoriam an den Bundesrat für den Bau einer Gotthardbahn
Luzern reicht im Namen der Gotthard-Konferenz vom 19. August an den Bundesrat und den Tessiner Regierungsrat ein Memorial ein. Dieses wurde vom Präsident der Centralbahn Johann Jakob Speiser auf Grund von Unterlagen von Karl Emanuel Müller entworfen. Die Eingabe bezweckt die Einflussnahme auf den Kanton Tessin bei der Beratung der Alpenbahnfrage. Auf alle Fälle möchte man das Lukmanier-Projekt verhindern.
Wanner Martin, Geschichte der Begründung des Gotthardunternehmens, 1880, S. 42; Stadler, Planzer Hans, Karl Emanuel Müller, S. 491.
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1860  / Montag, 14. Mai 1860
Sardisches Parlament für Splügen und Lukmanier
Die vom sardischen Parlament eingesetzte Kommission spricht sich in der Alpenbahnfrage für den Splügen oder den Lukmanier aus. Die Gründung einer Lukmanier-Eisenbahngesellschaft wird ins Auge gefasst, scheitert jedoch an der zu spät hinterlegten Kaution.
Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 556 f.
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1860  / Samstag, 15. September 1860
Bildung des Gotthardkomitees
Die Gefahr einer Umfahrung der Schweiz auf der Nord-Süd-Achse wird immer grösser (1854 Eröffnung der Semmeringbahn). Während im Ausland der Bau von Transversalen vorangetrieben wird, streitet man sich in der Schweiz weiterhin um die Wahl der Linien. In Luzern wird ein erweiterter Ausschuss jener Interessenkreise gebildet, welche die Errichtung einer Gotthardbahn anstreben. Aus den Kantonen, welche an der ersten Gotthardkonferenz mitgewirkt haben (LU, BS, BL, BE, UR, SZ, OW, NW, SO), bildet sich das Gotthardkomitee, welches im Jahr 1861 durch den Beitritt der Kantone ZG, FR und AG, des Stadtrats von Luzern sowie der Schweizerischen Centralbahn und der Französischen Ostbahn erweitert wird.
Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 554.
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1860  / Mittwoch, 31. Oktober 1860
Landammann Alexander Muheim sondiert Zürichs Interessen für Gotthardbahn
An der vierten Sitzung des Gotthardkomitees wird der Urner Landammann Alexander Muheim beauftragt, bei geeigneten Persönlichkeiten in Zürich zu sondieren, welche Meinungen an der Limmat betreffend Alpentransversalen vorherrschen und ob von dieser Seite Unterstützung für das Gotthardprojekt erwartet werden kann. Muheim trifft sich mit den Zürcher Regierungsräten Dubs und Zehnder. Der östliche Teil des Kantons Zürich favorisiert wegen seiner geographischen Lage eher den Lukmanier, der westliche Teil den Gotthard. Muheim schlägt vor, sowohl den Kanton als auch die Stadt Zürich und namentlich die Nordostbahn zu den Sitzungen des Gotthardkomitees einzuladen.
Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 554.
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1861  / Mittwoch, 20. Februar 1861
Italien will sich nicht für eine Eisenbahnvariante entscheiden
Das Gotthardkomitee versucht den sardischen Minister Camillo Benso Conte di Cavour von den Vorzügen eines zentralen Alpenübergangs (Gotthardvariante) zu überzeugen. Cavour äussert sich dahingehend, dass die Wahl des einen oder anderen Passes ihm gleichgültig sei. Italien befürworte dasjenige Projekt, welches zuerst eine tragfähige finanzielle und technische Grundlage aufweise und in der Schweiz auf die grösste materielle Unterstützung zählen könne.
Wanner Martin, Geschichte der Begründung des Gotthardunternehmens, 1880, S. 50.; Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 556.
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1861  / Samstag, 25. Mai 1861
Planaufnahmen für Gotthardbahn
Das Gotthardkomitee erteilt Ingenieur Kaspar Wetli den Auftrag, die Pläne über die Linie Flüelen-Lugano aufzunehmen. Dieser setzte sich mit der gehörigen Anzahl Gehilfen sofort ans Werk. Im Laufe des Sommers und Herbstes werden die Aufnahmen im Freien auf der ganzen bezeichneten Linie gemacht und sodann im Winter die Ausarbeitungen der Pläne vorgenommen. Im Monat Juli des folgenden Jahres (1862) sind diese Arbeiten vollendet. Für die Bergstrecken regt er die Errichtung von Spitzkehren an.
Wanner Martin, Geschichte der Begründung des Gotthardunternehmens, 1880, S. 51.
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1862  / Dienstag, 15. Juli 1862
Wetli reicht Gotthard-Projekt ein
Der Zürcher Ingenieur Kaspar Wetli wurde vom Gotthardkomitee beauftragt, den Abschnitt Brunnen-Biasca und Ceneri-Lugano zu vermessen. Wetli legt seine Arbeit im Juli 1862 vor. Für die Bergstrecken regt er die Errichtung von Spitzkehren an.
HNBl UR 1994/95, S.38; Stadler-Planzer Hans, Karl Emanuel Müller, S. 492.
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1863  / Mittwoch, 1. Juli 1863
Bundesrat fordert Berücksichtigung des Tessins durch die Alpentransversale
Der Bundesrat erklärt in seiner Stellungnahme zu einer offiziellen Note Italiens, die neu zu erstellende Alpenbahn habe jedenfalls auch den Kanton Tessin mit einzubeziehen.
Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 557.
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1863  / Samstag, 8. August 1863
Grosse Gotthardvereinigung gegründet
Auf Initiative von Alfred Escher kommt es zur ”Grossen Gotthardvereinigung”, an welcher die Schweizerische Centralbahn und die Schweizerische Nordostbahn sowie 15 Kantone - unter ihnen Uri - beschliessen, ”eine über den Gotthardt führende Alpeneisenbahn” anzustreben. Die Urner Delegation besteht aus Landammann Alexander Muheim und Ingenieur Karl Emanuel Müller. Alfred Escher wird zum Vorsitzenden einer siebenköpfigen Fachkommission gewählt, die ein Organisationskonzept mit Reglementen ausarbeiten soll. Vorgesehen sind die Linien Luzern-Goldau, Zug-Goldau, Goldau-Chiasso und Bellinzona-Luino mit Zweigbahn nach Locarno. An dem Gündungsfonds, woraus die laufenden Ausgaben für die Vorarbeiten bestritten werden, beteiligt sich Uri in zwei Tranchen mit 14 Aktien à 500 Franken. Beim Gotthardprojekt zur Wahl stehen zwei Tunnelvarianten: die eine von Göschenen aus mit 15 km Länge, die andere von Andermatt aus mit 10 km Länge. Es wird festgestellt, dass bei der Wahl des kürzeren Tunnels die Bahnlinie insgesamt um 18 km verlängert würde und sie auch verstärkt den Zufälligkeiten des Winters ausgesetzt wäre. Einhellig ist man der Meinung, dass die Angelegenheit einer schweizerischen Alpenbahn nicht mehr aufgeschoben werden kann.
StA UR R-720-12/14; RschB UR 1863/64, S. 6; Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 562 f.
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1863  / Dienstag, 29. September 1863
Gotthardvereinigung bestellt ihren Ausschuss
Die Gotthardvereinigung trifft sich zu einer weiteren Sitzung in Luzern. Ein Hauptgeschäft betrifft die Bestellung eines Ausschusses (Komitees), der aus sieben Mitgliedern sowie drei Ersatzmännern bestehen soll. Alfred Escher gibt eine Verzichterklärung ab, gewählt wird Josef Zingg.
Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 563.
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1864  / Freitag, 26. August 1864
Technisches Gutachten von August Beckh und Robert Gerwig für eine Gotthrdbahn
August Beckh, gewesener Oberingenieur der Schweizerischen Nordostbahn, und Robert Gerwig, grossherzoglicher badischer Oberbaurat, schliessen im Auftrage des Gotthard-Ausschusses ihr technisches Gutachten zu einem Gotthardprojekt ab.
Beckh August/Gerwig Robert, Projet d'un chemin de fer, 1864, StAUR R-720-12/17.
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1865  / Sonntag, 15. Januar 1865
Neues Projekt von Kaspar Wetli für Gotthardbahn
Kaspar Wetli tritt im Januar mit einem weiteren Projekt an die Öffentlichkeit, das von Attinghausen bis Göschenen eine Linienführung auf der linken Talseite vorsieht. Ein Trassee über Attinghausen hätte mit einer regelmässigen Steigung Spitzkehren und Kehrtunnel erübrigt und eine Streckenverkürzung im Vergleich zu den bisherigen Projekten von 9,5 Kilometern sowie geringere Bau- und Betriebskosten erbracht.
Koller Gottlieb, Die Gotthardbahn in technischer Beziehung , 1865.
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1865  / Sonntag, 12. November 1865
Ausserordentliche Landsgemeinde genehmigt Kredit für den Gotthardbahnbau
Die ausserordentliche Landsgemeinde genehmigt in der Pfarrkirche in Altdorf „in Betracht der unverkennbaren Vortheile einer Gotthard-Eisenbahn für den Kanton Uri, sowie in Betracht der demselben hinwiederum erwachsenden unabsehbaren Nachtheile, wofern eine Alpenbahn in anderer Richtung erstellt würde“ den Antrag des Landrates, sich an der für die Gotthardbahn von schweizerischen Kantonen und Eisenbahngesellschaften geforderten Subvention von 20 Millionen Franken mit einer Million zu beteiligen, Dem Kanton bleibt es vorbehalten, die Bezirke für einen Drittel dieser Beitragssumme in angemessener Weise „in Mitleidenschaft“ zu ziehen. Ein Protest des Bezirksrates Urseren gegen diese Kostenaufteillmg wird „als voreilig und unstatthaft“ zurückgewiesen.
AbI UR 1865/271 ff.
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1866  / Dienstag, 27. Februar 1866
Italien bevorzugt Gotthardlinie
Die italienische Regierung teilt dem Bundesrat mit, dass sie eine Gotthardlinie bevorzuge.
Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 572.
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1866  / Mittwoch, 9. Mai 1866
Konzessionsverhandlungen beginnen
In Flüelen setzen die Konzessionsverhandlungen für den Bau einer Gotthardbahn ein. Die Exponenten sind auf Urnerseite Karl Emanuel Müller, die Gotthardbahn stellt meist Josef Zingg und oft auch Alfred Escher. Diskussionsgrundlage bildet der von Escher adaptierte Konzessionstext des Kantons Tessin. Ingenieur Müller bringt erfolgreich wesentliche Anliegen vor: Berücksichtigung der Einheimischen beim Bahnbau und - betrieb; keine Schenkung von Korporationsland; vollständige Sicherung wissenschaftlicher Funde für den Staat; Archivierung der von der Regierung zu genehmigenden Pläne; Anreicherung der Bahnbrücken mit Fuss- und Fahrwegen usw.). Die grösste Aufmerksamkeit schenkt Müller dem Bahnbetrieb. Er lässt zahlreiche, teils recht detaillierte Vorschriften in den Konzessionstext aufnehmen (Fahrgeschwindigkeit, Anzahl Züge pro Tag, Ausrüstung der Personenwagen, Fahrtaxen für Leute, Vieh und Waren).
Stadler-Planzer Hans, Karl Emanuel Müller, S. 508.
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1867  / Sonntag, 7. April 1867
Axenstrecke wird einspurig gebaut
Die Fassung des Konzessionsvertrages mit der Gotthardvereinigung wird überarbeitet. Karl Emanuel akzeptiert einige Änderungsvorschläge. Die Gleise müssen nur von Amsteg bis an die Tessinergrenze zweispurig gebaut werden, die Zufahrt von Brunnen darf einspurig sein. Das Zugsangebot wird für die Sommerzeit von vier auf drei und für den Winter von drei auf zwei Züge in jede Richtung reduziert. Die Kaution fällt dahin. Die Verpflichtung, innert zwei Jahren das Unternehmen zu konstituieren, ansonsten die Konzession vom Landrat als erloschen erklärt werden könne, wird auf eine dreijährige Frist erhöht. Die Gotthardvereinigung wird dadurch von finanziellen Vorschüssen und einem übermässigen Zeitdruck befreit.
Stadler-Planzer Hans, Karl Emanuel Müller, S. 508.
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1869  / Sonntag, 27. Juni 1869
Urner Landsgemeinde genehmigt Gotthardbahn-Konzession
Die Urner Landsgemeinde genehmigt die vom Gotthardausschuss nachgesuchte Konzession für den Bau und Betrieb der Gotthardbahn auf Urner Gebiet. Bezüglich der Streckenführung legt diese fest, dass vor dem Beginn der Bauarbeiten dem Regierungsrat ein Plan über die Eisenbahnbauten und unter anderem die Anlegung der Bahnhhöfe zur Genehmigung vorzulegen sei.
Konzession für den Bau und Betrieb der Gotthardbahn auf Urnergebiet vom 27. Juni 1869 (LB UR I 335 ff.); AbI UR 1869/286.
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1869  / Mittwoch, 15. September 1869
Internationale Gotthard-Konferenz in Bern
In Bern beginnt unter dem Vorsitz von Bundesrat Emil Welti die internationale Gotthardkonferenz. Anwesend sind Abgeordnete der Schweiz, Italiens, des Norddeutschn Bundes, Badens und Württembergs. Das Schlussprotokoll wird am 13. Oktober unterschrieben werden. Der Bundesrat erhält in dem Vertrag eine beherrschende Rolle.
Jung Joseph, Alfred Escher - Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 577.
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1869  / Freitag, 15. Oktober 1869
Staatsvertrag mit Italen betreffend Bau einer Gotthardbahn
Auf der Grundlage des von sämtlichen Teilnehmern der Gotthard-Konferenz in Bern unterzeichnen Schlussprotokolls wird ein Staatsvertrag zwischen Italien und der Schweiz betreffend den Bau und Betrieb einer Gotthard-Eisenbahn abgeschlossen.Gemäss dem internationalen Gotthardvertrag wird die Gotthardbahn subventioniert: 20 Mio. Fr. aus der Schweiz, 20 Mio. aus Deutschland, 45 Mio. aus Italien. Die schweizerische Subvention ist keine Bundessubvention, sondern eine Finanzhilfe von Kantonen (1 Mio. UR), Städten und Bahngesellschaften. Die Kosten für den Bahnbau werden auf Fr. 187 Mio. geschätzt, wovon 59.6 Mio. auf den Gotthardtunnel entfallen. Nebst dem Subventionsbetrag von 85 Mio. müssen Fr. 102 Mio. an Privatkapital aufgetrieben werden.
Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 577.
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1869  / Freitag, 22. Oktober 1869
Bundesversammlung genehmigt die Konzession des Kantons Uri für eine Gotthardbahn
Die Bundesversammlung genehmigt die Konzession des Kantons Uri für eine Gotthardbahn unter anderem mit der Auflage, dass «behufs Wahrung der militärischen Interessen der Eidgenossenschaft» das definitive Trassee der Bahn dem Bundesrat zur Genehmigung vorzulegen sei.
Bundesbeschluss betreffend die Konzession für den Bau und Betrieb der Gotthardbahn auf dem Gebiete des Kt. Uri vom 22.10.1869 (LB UR I 348 ff.).
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1870  / Sonntag, 1. Mai 1870
Urner Landsgemeinde bestätigt die bereits zugesicherte Subvention
Die Urner Landsgemeinde bestätigt die bereits zugesicherte Subvention von einer Million Franken für den Bau einer Gotthardbahn, allerdings unter der «ausdrücklichen Voraussetzung, dass das Trace Flüelen-Amsteg auf dem rechten Reussufer erstellt werde.»
AbI UR 1870/157.
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1870  / Montag, 20. Juni 1870
Staatsvertrag wird unterzeichnet
Die Übereinkunft zwischen der Schweiz, Italien und dem Norddeutschen Bund betreffend den Bau und Betrieb einer Gotthard-Eisenbahn wird abgeschlossen. Für die Realisierung der Gotthardlinie verpflichten sich die Vertragsstaaten, namhafte Beiträge zu leisten, nämlich Italien 45 Millionen Franken, die Schweiz und Deutschland je 20 Millionen.
Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 577.
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1871  / Freitag, 3. November 1871
Bundesrat genehmigt die Statuten der Gotthardbahngesellschaft
Der Bundesrat genehmigt die Statuten der Gotthardbahngesellschaft vom 1. November 1871 und bestimmt darin, dass auf den Zufahrtslinien die Bauarbeiten zeitlich so zu beginnen sind, dass diese Strecken gleichzeitig mit der Vollendung des Gotthardtunnels erstellt und eröffnet werden können. Auf der Linie zwischen Flüelen und Biasca ist ein Doppelgeleise vorgesehen. Die Bauzeit für die Strecke Flüelen-Göschenen wird mit 4 Jahren und für den Gotthardtunnel mit 9 Jahren berechnet.
Gotthardbahn, Geschäftsbericht 1871/72, S. 3.
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1871  / Mittwoch, 6. Dezember 1871
Gotthardbahn-Gesellschaft wird gegründet
Die Gotthardbahn-Gesellschaft wird gegründet, deren Direktionspräsidium Alfred Escher übernimmt. Dem 24köpfigen Verwaltungsrat gehört auch der Urner Regierungsrat und Oberst Joseph Arnold an. In die Direktionen werden gewählt: Alfred Escher (Präsident; Bauwesen); Josef Zingg (Finanzwesen und Hochbau); Johann Weber (Expropriations- und Rechtswesen, Organisation und Leitung der Werkstätten, Beschaffung des Rollmaterials). Noch am selben Tag fand die erste Sitzung des Direktoriums statt. Es wird unter anderem beschlossen, die Stelle eines Oberingenieurs auszuschreiben.
Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 586 f.
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1872  / Montag, 22. Januar 1872
Ansturm bei Zeichnung der Gotthardaktien
Die Zeichnung für die Gotthardbahnaktien verläuft genauso erfolgreich wie turbulent. Die Aktiensubskription findet in verschiedenen Städten der Schweiz, Deutschlands und Italiens sowie in Amsterdam statt. Überall wird massiv überzeichnet. Die Aktein werden während der ganzen Bauphase zu 6 % verzinst.
Kuoni, Gotthardbahn, S. 47.; Alfred Escher, Briefe Band 1.1., S. 209.
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1872  / Freitag, 5. April 1872
Zuschlag für den Bau des Gotthardtunnels an Louis Favre
Im April werden die Bauarbeiten für den Gotthardtunnel in den wichtigsten Zeitungen der Schweiz, Deutschlands, Italiens, Österreichs, Englands und Amerikas ausgeschrieben. Insgesamt reichen sieben Gesellschaften Offerten ein (England 2, Schweiz 2, Deutschland 1, Italien 1, Amerika mit Agentur in Paris 1).
Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 587.
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1872  / Mittwoch, 1. Mai 1872
Robert Gerwig tritt als Oberingenieur in den Dienst der Gotthardbahn
Robert Gerwig tritt als Oberingenieur in den Dienst der Gotthardbahn. Er erhält damit die oberste technische Bauleitung über die Strecken Goldau-Göschenen und Airolo-Chiasso.Robert Gerwig wird als Oberingenieur angestellt mit einem Jahressalär von 40‘000 Franken und einer Gratifikation von 100‘000 Franken nach Vollendung des Baus.
Gisler-Jauch Rolf, Ein kleiner Abriss über die Wunsch- und Standorte der Bahnhöfe Altdorf und Flüelen, in: HNBL UR 1994/1995, S. 41.
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1872  / Sonntag, 23. Juni 1872
Bauprojekt am Gotthard setzt dem beschaulichen Dorfleben ein Ende
Das monumentale Bauprojekt des Gotthard-Eisenbahntunnels setzt dem beschaulichen Dorfleben an beiden Portalen ein jähes Ende. Das «Vaterland» spricht von Göschenen als «Uri's Zukunfts-Stadt», wo sich reges Leben breit mache, wo «gebickelt und geschaufelt, geschaufelt und gemauert» werde, dass es eine Freude sei. Gleichsam über Nacht werden die Einwohner von Göschenen mit der modernen Zeit konfrontiert.
Vaterland, 13.6.1872.
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1872  / Mittwoch, 7. August 1872
Favre erhält den Auftrag mit der Gotthardbahngesellschaft
Der Vertrag zwischen Favre und der Direktion der Gotthardbahngesellschaft betreffend den Bau des Tunnels zwischen Göschenen und Airolo kommt zustande. Grattoni, der Erbauer des Mont-Cenis-Tunnels galt als Gotthardtunnelunternehmer quasi als gesetzt. Favre musste, um ihn auszustechen, ein extrem günstiges Angebot machen. Er verpflichtet sich zudem, den Bau nicht innert neun, sondern schon nach acht Jahren zu vollenden. Favre ist bereit, sämtliche Risiken zu übernehmen. Dies wiegt insofern schwer, als der damalige Kenntnisstand der Wissenschaft die detaillierten geologischen Bedingungen im Gotthard nicht im voraus zu bestimmen erlaubt. Es fehlt zudem an bautechnischer Erfahrung, da bis anhin noch nirgendwo auf der Welt ein 15 km langer Tunnel gebaut worden ist, dessen Scheitelpunkt überdies auf 1152 m über Meer liegt. Dies hält Favre nicht davon ab, eine überaus restriktive Baufrist von lediglich acht Jahren vorzuschlagen.
Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 603 f.
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1872  / Donnerstag, 12. September 1872
Die Vorbereitungen für den Tunnelbau beginnen
In Göschenen beginnen die Vorbereitungs- und Installationsarbeiten für den Gotthardtunnel. Zum Betrieb der hydraulischen Maschinen werden die Wasserkräfte der Reuss benutzt. Die erste Phase (1872 -1875) beinhaltet die aufwendigen Aufbau- und Organisationsarbeiten. Es gilt die Grossbaustellen in Göschenen und Airolo einzurichten.
Wanner Martin, Geschichte der Gotthardbahn, 1885, S. 27.
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1872  / Dienstag, 1. Oktober 1872
Offizielle Baubeginn der Gotthardbahn
Der offizielle Baubeginn der Gotthardbahn wird durch den Bundesrat auf den 1. Oktober 1872 festgelegt.
Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 587.
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1872  / Donnerstag, 24. Oktober 1872
Favre beginnt mit dem Ausbruch des Gotthardtunnels in Göschenen
Louis Favre beginnt mit dem Bau des Firststollens. Er baut nach dem belgischen System (von oben nach unten). Zuerst wird der Richtstollen erstellt und dieser dann nach und nach bis zum Vollausbruch erweitert. Die Luft für den Bohrmaschinenbetrieb und die Belüftung wird mit guss- und schmiedeisernen Röhren in den Tunnel befördert. Anfänglich sind rund 100 Arbeiter in Göschenen beschäftigt (in drei Schichten zu acht Stunden). Gebohrt wird zunächst von Hand.
Wanner Martin, Geschichte der Gotthardbahn, 1885, S. 26 ff.
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1872  / Montag, 23. Dezember 1872
Revidiertes Eisenbahngesetz weist Konzessionserteilung dem Bund zu
Das revidierte Eisenbahngesetz vom 23. Dezember 1872 weist die Konzessionserteilung dem Bund zu, unter Mitwirkung der beteiligten Kantone bei den vorbereitenden Verhandlungen. Die Baupläne, namentlich auch diejenigen der Stationsanlagen, sind dem Bundesrat zur Genehmigung vorzulegen. Der Bundesrat soll den betreffenden Kantonsregierungen und durch deren Vermittlung auch den Gemeindebehörden Gelegenheit geben, bezüglich des Trasses und der Lage der Stationen ihre Interessen geltend zu machen. Die Bestimmungen der kantonalen Konzessionen bleiben zwar in Kraft, jedoch nur insofern sie dem neuen Bundesrecht nicht widersprechen. Den Kantonen verbleiben somit vor allem die aus dem Vertrag resultierenden Pflichten, die Rechte hingegen werden an den Bund delegiert.
Amtliche Sammlung AF XI 1 ff.; Gisler-Jauch Rolf, «Die jämmerliche Kiste eines Bahnhofes», in: HNBl UR 1994/95, S. 37.
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1874  / Donnerstag, 1. Januar 1874
Bundesversammlung erklärt Eisenbahnwesen zur Bundessache
Die Bundesverfassung von 1874 erklärt die Gesetzgebung über den Bau und Betrieb der Eisenbahnen auf verfassungsrechtlicher Ebene zur Bundessache.
Gisler-Jauch Rolf, Ein kleiner Abriss über die Wunsch- und Standorte der Bahnhöfe Altdorf und Flüelen, in: HNBL UR 1994/1995, S. 37.
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1874  / Donnerstag, 31. Dezember 1874
Der Bau der Talbahnen im Tessin legt grosse Kostenüberschreitungen an den Tag
Der Bau der so genannten „Tessinischen Thalbahnen“, welche zum Teil schon Ende 1874 fertiggestellt sind, legt grosse Kostenüberschreitungen an den Tag Es stellt sich heraus, dass der Kostenvoranschlag für den Bau der Gotthardbahn viel zu tief angesetzt ist. Die Ursache dafür liegt hauptsächlich darin, dass die Kostenvoranschläge teilweise auf Berechnungen aus dem Jahre 1864 beruhen. Inzwischen sind jedoch Löhne und Materialkosten um mindestens 30 Prozent angestiegen. Auch stellt sich im Verlauf der Bautätigkeit immer deutlicher heraus, dass die Planungen und Aufwandkalkulationen vielfach auf Schätzungen beruht haben. Selbst Ergebnisse der Geländerekognoszierungen der Planungsphase erweisen sich als unpräzis. Nebst technischen und administrativen Problemen versuchen insbesondere Wassereinbrüche im Stollen und Wasserschäden auf der Tessiner Zufahrtsstrecke Kostenüberschreitungen. Es ist ein offenes Geheimnis, dass das Projekt Beckh/Gerwig - in der Zwischenzeit immerhin zehnjährig - auf der Nordrampe nicht mehr zur Ausführung gelangen wird.
Gotthardbahn, Geschäftsberichte 1871/72, S.12; 1874,S.33: Gisler-Jauch Rolf, Ein kleiner Abriss über die Wunsch- und Standorte der Bahnhöfe Altdorf und Flüelen, in: HNBL UR 1994/1995, S. 41.
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1875  / Montag, 15. Februar 1875
Kündigung von Oberingenieur Robert Gerwig
Finanzielle Probleme und Bauverzögerungen führen bei den Verantwortlichen des Gotthardbahn-Baus zu Konflikten. Es kommt zu harten Auseinandersetzungen zwischen Direktionspräsident Alfred Escher, Generalunternehmer Louis Favre und den verantwortlichen Ingenieuren. Oberingenieur Robert Gerwig reicht seine Kündigung ein und wird gemäss Vertrag mit 100‘000 Franken entschädigt. Für die Nordrampe waren lediglich das generelle Projekt mit Plänen im Massstab 1:2'500 und der pauschale Kostenvoranschlag vorhanden.Gerwig verlässt im April die Gotthardbahn-Gesellschaft. Als sein Nachfolger wird Konrad Wilhelm Hellwag angestellt.
Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 587; Alfred Escher Briefe, Band 1.2., S.391.
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1875  / Freitag, 26. März 1875
Ingenieur Louis Favre legt das gewünschte Programm vor
Ingenieur Louis Favre erklärt sich bereit, das gewünschte Programm für den Gotthardtunnel vorzulegen. Er vertritt die Meinung, dass es untunlich sei, die Differenz zwischen Richtstollen und fertigem Tunnel auf maximal 600 m festzulegen, und verlangt, dass diese Entfernung mindestens 950 m betragen dürfe. Der Direktion fehlt jede Gewähr, dass die von Favre zugesagten Monats- und Jahresleistungen wirklich erbracht werden können. Sie weist das vorgelegte Programm als ungenügend zurück und besteht auf einem zweiten Entwurf.
Wanner Martin, Geschichte der Gotthardbahn, 1885, S.122; Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 616.
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1875  / Montag, 24. Mai 1875
Neue Planaufnahme befasst sich mit der Linienführung in der Reussebene
Von der neuen Planaufnahme beiben die Linienführung in der Reussebene sowie die Standorte der Bahnhöfe Altdorf und Flüelen nicht verschont. Die Regierung die Gotthardbahn-Direktion, ihr «Gelegenheit zu geben, ihre Wünsche und Bemerkungen über Anlage des Bahnhofes der zukünftigen Eisenbahnstation Altdorf sowie der damit in Verbindung stehenden Traces rechtzeitig noch vor Feststellung der diesbezüglichen Pläne betreffenden Ortes anbringen zu können».
AbI UR 1875/187.
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1875  / Sonntag, 6. Juni 1875
Urner fordern Eisenbahnlinie auf der rechten Talseite
An der Extra-Landsgemeinde erhält der Regierungsrat den Auftrag, «vor Abgabe der dritten Subventionsrate sich zu versichern, dass das Traçé der Eisenbahn von Flüelen-Amsteg laut der an die Subvention geknüpften Bedingung auf dem rechten Reussufer erstellt werde, sowie sich zu verwenden, dass die Anlage der Bahnstationen den Interessen der betreffenden Ortschaften bestmöglich entspreche».
Abl UR 1875, S.195
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1875  / Dienstag, 27. Juli 1875
Arbeiterunruhen in Göschenen
Am Abend weigern sich die Mineure nach einer Sprengung, wieder zu ihrer Arbeit zu gehen, und erklären dem Aufseher, das sie schon während der ganzen Schicht stark unter dem Rauch gelitten haben und sie die Arbeit erst wieder aufnehmen, wenn sich derselbe verzogen habe. Als ihnen hierauf der Aufseher erklärt, dass sie auch nur den halben Schichtlohn erhalten, verlassen sie die Arbeit und den Tunnel und erklären, dass sie so lange keinen Arbeiter mehr in den Tunnel lassen, als ihnen nicht der Lohn um einen Franken aufgebessert werde. Diesen Vorsatz führen sie durch und lassen bis zum 29. Juli nachmittags 3 Uhr keinen Arbeiter mehr an die Arbeit.
Wanner Martin, Geschichte der Gotthardbahn, 1885, S. 127.
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1875  / Donnerstag, 29. Juli 1875
Schüsse auf Arbeiter in Göschenen
Louis Favre trifft von Airolo kommend in Göschenen ein und unterhandelt mit einigen Arbeitern wegen der Streikforderung. Es kommt jedoch zu keiner Einigung. Nachmittags um drei Uhr trifft die in Altdorf requirierte Kompagnie Infanterie ein. Louis Favre reist daraufhin ab. Die Arbeiter halten die Tunnelzugänge in grosser Menge besetzt. An dem Streik beteiligen sich mehr als 1‘000 italienische Arbeiter. Der Gemeindepräsident fordert diese auf, auseinanderzugehen, ansonsten militärisch gegen sie eingeschritten werden müsse. Statt dessen verhöhnen die Arbeiter denselben und die eingetroffenen Milizen und erklären, nicht früher arbeiten zu lassen, bis ihnen die verlangte Lohnaufbesserung versprochen werde. Nach vergeblicher Aufforderung seitens des Militärs und der Polizei, den Hauptzugang beim Baudienstgebäude frei zu machen, sucht das Militär den Platz mit Gewalt durch den Gebrauch des Gewehrkolbens und des Bajonnets zu räumen. Die Arbeiter werden zurückgedrängt. Ein grosser Teil derselben aber begibt sich hierauf an die Berglehne zwischen dem Baudienst- und dem Postgebäude und bewirft das Militär mit Steinen. Da mehrere der Soldaten getroffen werden, machen sie von ihrer Munition Gebrauch. Es kommt zu einem förmlichen Gefecht. Nachdem mehrere Arbeiter gefallen oder verwundet sind, ziehen sie sich unter heftigen Drohungen mehr und mehr in die Häuser zurück. Die Ruhe ist wieder hergestellt. Zwei Italiener blieben tot auf dem Platze liegen.
Wanner Martin, Geschichte der Gotthardbahn, 1885, S. 127 f.
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1875  / Sonntag, 1. August 1875
Gotthardbahn-Gesellschaft stellt Zahlungen an Louis Favre ein
Die Direktion der Gotthardbahn-Gesellschaft stellt fest, dass sich der ausgebaute Tunnel dem Richtstollenort nicht (gemäss Abmachung vom 19.06.1874) bis auf die vorgeschriebene Entfernung von 600 m genähert hat. Die Entfernung ist im Gegenteil noch grösser geworden. Daher stellte die Direktion die entsprechenden Abschlagszahlungen zugunsten der Unternehmung Favre ein. Es kommt zu Vertragsverhandlungen,
Wanner Martin, Geschichte der Gotthardbahn, 1885, S.122.; Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 616.
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1875  / Samstag, 4. September 1875
Schattdorf will Haltestelle der Gotthardbahn
Die Gemeinde Schattdorf reicht ein schriftliches Gesuch für eine Station Schattdorf ein.
AbI UR 1875/298.
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1875  / Samstag, 25. September 1875
Erster Nachtrag zum Hauptvertrag mit Ingenieur Louis Favre
Es kommt zum ersten Nachtrag zum Hauptvertrag vom 7. August 1872. Ziel ist die rechtzeitige Vollendung des Tunnels sicherzustellen. Auf dieser Grundlage wird es möglich, den Durchstich des Gotthardtunnels im voraus auf den 31. März 1880 festzusetzen.
Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 616.
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1875  / Donnerstag, 30. September 1875
Flüelen befürchtet Schäden durch die Gotthardbahn an der Pfarrkirche
Der Gemeinderat Flüelen äussert Befürchtungen, dass die Kirche durch eine allzu nahe Lage der Bahnanlagen beschädigt werde.
AbI UR 1875/319.
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1876  / Donnerstag, 30. November 1876
Schwerer Eisenbahnunfall in Wädenswil mit Auswirkungen auf die Gotthardbahn
Im Bahnhof Wädenswil kommt es bei einer Probefahrt der Wädenswil-Einsiedeln-Bahn zu einem schweren Unfall. Das Walzenradsystem des Zürcher Ingenieurs Kaspar Wetli kann bei der Talfahrt wegen eines Defekts nicht eingesetzt werden. Die Bremsen versagen und der Zug fährt mit überhöhter Geschwindigkeit in den Bahnhof ein und entgleist. Dieser Unfall bedeutet auch das Ende des Walzenradsystems.
www.wikipedia.de
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1877  /
Pläne für die Gotthardbahn müssen neu aufgenommen werden
Die Pläne von Beck/Gerwig erweisen sich nun als viel zu ungenau und müssen neu aufgenommen werden. Je weiter die Planaufnahme voranschreitet, desto deutlicher treten Fehler in der Kostenberechnung sowie Schwierigkeiten in der technischen Realisierung hervor. Zudem führt die Bahnlinie auf der Nordrampe ungeschützt durch gefährliches Lawinen- und Steinschlaggebiet. Es stellt sich die Notwendigkeit heraus, das ganze Trassee auf der Nordrampe noch einmal hinsichtlich der Ökonomie des Baus und der Sicherheit des Betriebs zu untersuchen.
Gisler-Jauch Rolf,, Ein kleiner Abriss über die Wunsch- und Standorte der Bahnhöfe Altdorf und Flüelen, in:HNBL UR 1994/1995, S. 41f.
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1877  / Sonntag, 6. Mai 1877
Protest der Urner Bevölkerung gegen das neue Projekt Hellwag
Der Protest der Urner Bevölkerung gegen das neue Projekt Hellwag äussert sich an der Landsgemeinde. Die Stimmberechtigten verweigern die Staatssteuer für das Jahr 1878 und verunmöglichen dadurch die Weiterzahlung der Gotthardbahnsubvention. Der Beschluss würde allerdings zum Bruch eines gültigen Vertrages führen. Der Landrat bringt deshalb das Steuergeschäft zur Wiedererwägung.
AbI UR 1877/187.
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1877  / Montag, 4. Juni 1877
Neue Kostenberechnungen für die Gotthardbahn
Nachdem Oberingenieur Konrad Wilhelm Hellwag eine neue Gesamtkostenrechnung mit einem zusätzlichen Mittelbedarf von rund 100 Millionen Franken vorgelegt hat, wird an der Internationalen Gotthardbahn-Konferenz in Luzern versucht, die Kosten in den Begriff zu bekommen. Die schweizerische Delegation schlägt zur Kostensenkung die Anwendung von Steilrampen mit oder ohne Zahnstangen (Zahnradbetrieb ) oder dem Einsatz von Trajektschiffen auf dem Vierwaldstättersee vor. Diese Vorschläge finden jedoch «entschiedenen» Widerspruch bei den Vertretern Deutschlands und Italiens. Es wird beschlossen, vom ursprünglich projektierten Netz vorerst nur die Stammlinie Immensee-Pino beizubehalten, welche eine ununterbrochene Verbindung der deutschen und italienischen Bahnen ermöglicht. Zudem wird auf eine Doppelspur vorläufig verzichtet. Schliesslich gelingt es, die Mehrkosten durch diese Redimensionierungen auf rund 40 Millionen Franken zu senken.
Gisler-Jauch Rolf, Ein kleiner Abriss über die Wunsch- und Standorte der Bahnhöfe Altdorf und Flüelen, in: HNBL UR 1994/1995, S. 42; Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 588.
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1877  / Sonntag, 28. Oktober 1877
Ausserordentliche Landsgemeinde beschliesst Gotthardbahnsubvention auszubezahlen
Die ausserordentliche Landsgemeinde beschliesst, die «vom Kanton Uri übernommene Gotthardbahnsubvention nach Massgabe der eingegangenen Verpflichtungen fernerhin auszubezahlen». Sie erklärt «hiebei als dringenden Wunsch» und beauftragte die Regierung, «sich dahin zu verwenden, dass bei den Ortschaften, welche an die Bahnlinie zu liegen kommen, passende Haltestellen errichtet, und der Bahnhof der Hauptstation Altdorf in kürzere Entfernung vom Flecken erstellt werde, als gegenwärtig projektirt» sei.
AbI UR 1877/461.
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1878  / Dienstag, 12. März 1878
Zusatzvertrag regelt Nachsubventionierung für Gotthardbahn
Die drei Staaten verhandeln erneut, und es wird dem Gotthard-Vertrag ein Zusatzvertrag angefügt. Von den zusätzlich erforderlichen 40 Millionen Franken werden 28 Millionen durch Nachsubventionen finanziert, von denen Deutschland und Italien je 10 Millionen Franken, die Schweiz 8 Millionen zu übernehmen hat. Der verbleibende Differenzbetrag von 12 Millionen Franken ist durch private Geldgeber aufzubringen. In der Folge dieses Vertrages werden mit den Kantonen neue Verhandlungen betreffend die Subventionsquoten geführt.
Aktengemässe Darstellung der Begründung der nördlichen Zufahrtslinien zur Gotthrdbahn, Zürich 1886, S. 5; Gisler-Jauch Rolf, Ein kleiner Abriss über die Wunsch- und Standorte der Bahnhöfe Altdorf und Flüelen, in: HNBL UR 1994/1995, S. 43.
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1878  / Sonntag, 5. Mai 1878
Landrat lehnt nach Subvention zu Gotthardbahn ab
Die Landsgemeinde lehnte auf Antrag des Landrates „das Verlangen um eine Nachsubvention“ im Betrage von 100'000 Franken für die Gotthardbahn „des Gänzlichen“ ab. Es wird nicht verkannt, dass durch die Ausführung der Gotthardbahn, namentlich während des Baus, den Bewohnern des Kantons viele Vorteile und Verdienstquellen zukommen werden. Man zieht jedoch in Erwägung, dass der kleine Kanton Uri mit der schon beschlossenen Subvention von einer Million „einem solchen Opfer sich herbeigelassen und verpflichtet“ habe, welches seine finanziellen Kräfte sowie auch das richtige Verhältnis zu den Subventionsquoten der andern subventionierenden Kantone und Gesellschaften übersteigen werde.
AbI UR 1878/152; Gisler-Jauch Rolf, Ein kleiner Abriss über die Wunsch- und Standorte der Bahnhöfe Altdorf und Flüelen, in: HNBL UR 1994/1995, S. 44.
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1878  / Donnerstag, 22. August 1878
Bundesgesetz entlastet Uri von einer Nachsubvention der Gotthardbahn
Uri steht bei der Ablehnung der Nachsubvention für die Gotthardbahn nicht alleine da (NW, ZG, ZH haben bereits abgelehnt). In anderen Kantonen droht das gleiche Resultat. Der Bund muss eine neue politische Lösung zur Finanzierung der zusätzlichen 8 Millionen finden. Das Bundesgesetz betreffend Gewährung von Subsidien für Alpenbahnen legt nun fest, dass die Schweiz an die in Aussicht genommene Subvention von 8 Millionen eine Summe von 4,5 Millionen unter der Bedingung leiste, sofern die Kantone 2 Millionen Franken und die beiden Eisenbahngesellschaften, Central- und Nordostbahn, 1,5 Millionen der genannten Subvention übernehmen, Der Kanton Uri bleibt hingegen von einer weiteren finanziellen Belastung verschont. Die Meinung der Urner Bevölkerung ist folglich fast einhellig, dass man ein solches Geschenk des Bundes nicht ausschlagen dürfe.
AS Bd 4, S. 1 ff.; AbI UR 1878/152; Gisler-Jauch Rolf, Ein kleiner Abriss über die Wunsch- und Standorte der Bahnhöfe Altdorf und Flüelen, in: HNBL UR 1994/1995, S. 44.
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1878  / Dienstag, 27. August 1878
Alfred Escher tritt als Direktionspräsident der Gotthardbahn-Gesellschaft zurück
Die Luzerner Konferenz hat auch personelle Konsequenzen. Alfred Escher tritt als Direktionspräsident der Gotthardbahn-Gesellschaft zurück. Verbittert und krank zieht er sich nach Zürich ins Privatleben zurück.
Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 588.
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1878  / Dienstag, 31. Dezember 1878
Gotthardbahn-Gesellschaft entlässt Oberingenieur Konrad Wilhelm Hellwag
Die Gotthardbahn-Gesellschaft entlässt Oberingenieur Konrad Wilhelm Hellwag. Da dieser seine Entlassung rechtlich bestreitet, muss der Streit vor einem Schiedsgericht ausgetragen werden, das Hellwag als Entschädigung für seine vorzeitige Entlassung insgesamt 174‘100 Franken zuspricht. Das Gericht argumentiert, dass diese Summe Hellwag als Verdienst für bereits geleistete Arbeit gutzuschreiben sei.
Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 588.
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1879  / Samstag, 4. Januar 1879
Urner Zeitungen machen sich stark für die Gotthardbahn
Gemäss den Urner Zeitungen bei der Abstimmung über das Bundesgesetz betreffend Gewährung von Subsidien für Alpenbahnen (Nachsubvention Gotthardbahn) die „Ehre der Unabhängigkeit der Schweiz“ auf dem Spiel. Ein Aufgeben der Gotthardbahn unter den gegebenen Verhältnissen wäre einem „Preisgeben der bisher mit Recht hochgeachteten Schweizerehre und einer beängstigenden Gefährdung der schweizerischen Unabhängigkeit“ gleichgekommen. Eine Rolle spielen auch die Beziehungen zum Tessin, ist man doch überzeugt, dass der südliche Nachbarkanton Dank der Gotthardbahn der Schweiz für immer gesichert würde. Deren Bau wird zudem als wirtschaftliche Notwendigkeit betrachtet. In der „verdienst- und geldlosen Zeit“ erwartete man von ihr Beschäftigung und eine rege Geschäftstätigkeit. Auch die Landwirtschaft und die Konsumenten sollen von der Bahn profitieren. Der Absatz der Landesprodukte soll sich in Zukunft auf einem „unendlich grösseren“ Markt abspielen. Für die einheimischen Landwirtschaftsprodukte (Käse, Butter, Milch, Schlachtvieh) sollen sich bald „die Thore Italiens“ öffnen. Die Zeitungskommentare versprechen, dass die Ausfuhr grosse Dimensionen annehmen werde, da der Bahntransport rascher, sicherer und billiger und der Nachteil des mühsamen Bergweges wegfallen werde. Es wird euphorisch verkündet, dass „das grosse Hemmniss“ zum Besuch der Urner Märkte von Italien her zusammenbrechen werde. Ja, man hoffe sogar, dass Altdorf dem „Lauiser Markt“ (Lugano) Dank der Bahn den Rang ablaufen könnte. Andererseits sollen sich die italienischen Importgüter (Wein, Mais, Korn, Weizen) durch die kürzeren Transporte verbilligen. .
UW 1/4.1.1879, 4/25.1.1879; UZ 2/11.1.1879,3/18.1.1879; Gisler-Jauch Rolf, Ein kleiner Abriss über die Wunsch- und Standorte der Bahnhöfe Altdorf und Flüelen, in: HNBL UR 1994/1995, S. 44 f
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1879  / Dienstag, 14. Januar 1879
Dampfschifffahrtsgesellschaft wehrt sich gegen den Standort des Bahnhofs
Die Vereinigte Dampfschifffahrtgesellschaft des Vierwaldstättersees zeig sich vom geplanten Standort des Bahnhofs Flüelen im Oberdorf gar nicht begeistert. Die Direktion richtet ein Schreiben an den Bundesrat. Das Aufnahmegebäude wünscht man sich in unmittelbarer Nähe der Dampfschiffbrücke. Die Forderungen zielen auf ein bequemes Umsteigen hinsichtlich des Transitverkehrs sowie auf einen leichten und billigen Umschlag der Export- und Importgüter vom Schiff auf die Bahn. Man ist überzeugt, «dass das Projekt der Gotthardbahn eine grosse Anzahl von wichtigen Interessen sowohl verschiedener Verkehrsanstalten als (auch) ganzer Landestheile verletzt und dass es ein Gebot der Notwendigkeit ist, dass die Station Flüelen in unmittelbare Verbindung mit der Seeroute gebracht wird.»
StAUR R-720-12/36; Gisler-Jauch Rolf, Ein kleiner Abriss über die Wunsch- und Standorte der Bahnhöfe Altdorf und Flüelen, in: HNBl UR 1994/1995, S. 47.
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1879  / Samstag, 18. Januar 1879
Urner stimmen mit knapp 88 Prozent dem Bundesgesetz betreffend Gewährung von Subsidien für Alpenbahnen zu
Die Urner Stimmberechtigten stimmen bei einer Stimmbeteiligung von 88 Prozent (!) mit 87,6 Prozent dem Bundesgesetz betreffend Gewährung von Subsidien für Alpenbahnen zu. Lediglich Hospental weist das „Geschenk“ (Uri wird von der Nachsubventionierung nicht getroffen) knapp ab. Das „Urner Wochenblatt“ kommentiert das Resultat mit: „Glück auf dem Vaterland und dem Gotthard!“ In Altdorf wird ein Fackelzug abgehalten, der Männerchor „Harmonie“ hält ein grosses «Gotthard-Concert», und das Bier wird für diesen Abend in „Gotthard-Bock“ umgetauft.
UZ 3/18.1.1879, UW 2/11.1.1879, UW 4/25.1.1.1879; Gisler-Jauch Rolf, Ein kleiner Abriss über die Wunsch- und Standorte der Bahnhöfe Altdorf und Flüelen, in: HNBL UR 1994/1995, S. 45.
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1879  / Samstag, 25. Januar 1879
Flüelen will bei Standortfrage des Bahnhofs keine «übersee'sche Einmischung»
Die Seenähe des Bahnhofs, wie sie die Dampfschiffsgesellschaft fordert, widerspricht den Interessen der Dorfschaft Flüelen, welche das Aufnahmegebäude - wie zuerst geplant - auf Seite des Dorfes sehen will. Die ausserkantonale «Einmischung» sieht man gar nicht gerne, und ein Korrespondent des «Urner Wochenblattes» wettert: «Lasse man also uns das Regiment im eigenen Hause. Der Flüeler Bahnhof gehört uns Flüelern und wird nur für Flüelen erstellt; daher keine übersee'sche Einmischung.»
UW 4, 25.1.1879; Gisler-Jauch Rolf, Ein kleiner Abriss über die Wunsch- und Standorte der Bahnhöfe Altdorf und Flüelen, in: HNBl UR 1994/1995, S. 47.
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1879  / Donnerstag, 6. Februar 1879
Petition an den Bundesrat wegen des Standorts des Flüeler Bahnhofs
Eine Petition von 90 Flüeler Stimmberechtigten fordert in einer Petition an den Bundesrat die Station Flüelen auf dem «geräumigen, wohl gelegenen Platz am Seegestade hinter der Kirche». Motivation für diese Projekteingaben waren vorwiegend private Geschäftsinteressen. Man fürchtete bei allzuweiter Entfernung vom Bahnhof, vom Verkehr abgeschnitten zu werden, und dass «die im Centrum gelegenen einen höheren Werth representierenden Gebäulichkeiten entwerthet und vieler gegenwärtig blühenden Gescheften ein unberechenbarer Schaden zugefügt ja dieselben voraussichtlich grösstentheils zu Grunde gerichtet werden würden».
StAUR R-720-12/36; Gisler-Jauch Rolf, Ein kleiner Abriss über die Wunsch- und Standorte der Bahnhöfe Altdorf und Flüelen, in: HNBl UR 1994/1995, S. 46 f.
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1879  / Freitag, 21. Februar 1879
In der Bahnhoffrage siegen die Interessen der Schiffahrt
Die Direktion der Gotthardbahn zeigt sich in ihrer Stellungsnahme an den Bundesrat nur gegenüber dem Vorschlag der Dampfschiffahrtgesellschaft kompromissbereit, welcher die Station näher an den See schieben und die Gebäude für den Personen- und Güterverkehr auf die Seeseite verlegen und in bessere Verbindung mit den Landungsplätzen setzten will. Die Mehrkosten dieses Projektes betragen für die Gotthardbahngesellschaft rund 35'000 Franken. Die Direktion legt jedoch einige Bedingungen fest, welche von der Dampfschifffahrtgesellschaft des Vierwaldstättersees, in deren Interesse die Projektänderung wesentlich liegt, übernommen werden müssen (Herstellung der neuen Landungsbrücke; Kostentragung für Landungsplatz; unentgeltliche Abtretung von Terrain für die Bahnanlage, Ausstattung der Landebrücke mit einem Geleise sowie Übernahme der Hälfte der Kosten).
Schreiben der Direction der Gotthardbahn an den Bundesrat vom 21./24.2.1879 (StAUR R-720-12/36; Gisler-Jauch Rolf, Ein kleiner Abriss über die Wunsch- und Standorte der Bahnhöfe Altdorf und Flüelen, in: HNBl UR 1994/1995, S. 48 f.
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1879  / Donnerstag, 27. Februar 1879
Schiffsgesellschaft erhält Rückendeckung
Rückendeckung in Bezug auf Standortverlegung des Bahnhofs erhält die Gesellschaft vom Stadtrat Luzern, von den Kantonen Luzern, Ob- und Nidwalden und Bern sowie vom Verwaltungsrat der Rigibahn, die sich alle an der Schifffahrt auf dem Vierwaldstättersee sehr interessiert zeigen. Von der Dampfschiffahrtgesellschaft werden deshalb zwei weitere Projekte eingebracht.
Schreiben Schweiz. Post- und Eisenbahndepartements an den Urner Regierungsrat vom 27.2.1879 (StAUR R-720-12/36).
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1879  / Montag, 10. März 1879
Regierungsrat unterstützt Gemeinde Altdorf bei der Bahnhofwahl
Der Urner Regierungsrat «zollt» diesem Projekt Segesser mit dem dorfnahen Bahnhof Beifall und empfiehlt dieses «nachdrucksam» dem eidgenössischen Post- und Eisenbahndepartement.
Abl UR 1879, Nr. 13, S. 118.
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1879  / Sonntag, 23. März 1879
Flüeler beschliessen in der Standortfrage gemeinsames Vorgehen
An der Dorfgemeinde von Flüelen kommt hinsichtlich der Standortfrage Einigkeit zustande. Man beschliesst an den Bundesrat eine Petition zu richten. Die Dorfschaft ist vor allem mit dem seeseitigen Standort nicht einverstanden.
Gisler-Jauch Rolf, Ein kleiner Abriss über die Wunsch- und Standorte der Bahnhöfe Altdorf und Flüelen, in: HNBl UR 1994/1995, S. 47.
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1879  / Montag, 31. März 1879
Flüelen schreibt betreffend Standort des Bahnhofes eine Petition an den Bundesrat
Nach Eingaben innerhalb der kantonalen Vernehmlassung wendet sich der Gemeinderat Flüelen offiziell an den Bundesrat. Das ellenlange, vom späteren Bundesrichter Dr. Franz Schmid verfasste Schreiben richtet sich vor allem einmal gegen den hohen Steindamm, worauf das Bahntrassee zu liegen kommen sollte, und welcher das Dorf «gleich der chinesischen Mauer» vom Fremdenverkehr abschneiden würde. Weiter zeigt man sich unzufrieden, dass der Bahnhof nicht auf der Dorfseite zu stehen kommt. Man fürchtet zudem, dass durch den Bahnbetrieb die nahe gelegene Pfarrkirche Schaden nehmen könnte und die Gottesdienste gestört werden. Ein grosses Problem sieht die Dorfschaft weiter in der Umleitung des Dorfbaches. Einerseits wird befürchtet, dass dieser nicht mehr als natürlicher Abfluss der bergseitigen Bergbäche dienen kann und es dadurch zur Versumpfung des Landes mit den damit verbundenen Seuchen und Fiebern kommen kann. Andererseits hat man Angst, dass bei Feuersbrünsten das bisher dem Dorfbach entnommene Löschwasser fehlen wird. Schliesslich wird noch darauf hingewiesen, dass die Holzreistzüge durch die offene Bahnlinie eine wesentliche Schmälerung erfahren werden. Man hält fest, dass man sich nicht gegen die Bahn an sich, sondern gegen das Projekt wendet, welches «für die Gemeinde Flüelen Zustände schaffen würde wie sie sich ungünstiger nicht denken lassen». Man erlaubt sich, «die Aufmerksamkeit des hohen Bundesrates auf den Plan der Herren Beckh und Gerwig ergebenst hinzulenken», welche vor Jahren in ihrem Projekt noch eine Umfahrung des Dorfes im Berg vorgesehen haben. Schliesslich meint man, seien «Menschen und Ortschaften nicht nur der Eisenbahn willen da, sondern diese werden vielmehr ihnen wegen gebaut.»
Schreiben des Ausschusses der Dorfgemeinde Flüelen, vertreten durch Fürsprecher Dr. Franz Schmid, an den Bundesrat vom 31. März 1879 (StA UR R-720-12/36); Gisler-Jauch Rolf, Ein kleiner Abriss über die Wunsch- und Standorte der Bahnhöfe Altdorf und Flüelen, in: HNBl UR 1994/1995, S. 47 f.
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1879  / Samstag, 12. April 1879
Abordnung der Gemeinden Altdorf und Flüelen bei Bundesrat Emil Welti
Im April 1879 sprich eine Abordnung der Gemeinden Altdorf und Flüelen beim Vorsteher des Post- und Eisenbahndepartements, Bundesrat Emil Welti, vor. Die Delegation bilden Landeshauptmann Joseph Huber, der Flüeler Ratsherr Rudolph Tobler und Dr. Franz Schmid
UW 15, 12.4.1879.
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1879  / Samstag, 3. Mai 1879
Gotthardbahn-Direktion besteht auf der geradlinigen Linienführung
In der Stellungnahme der Gotthardbahn-Direktion zum Projekt Segesser hält der Stellvertreter des Oberbauingenieurs, Eduard Gerlich, fest, dass anstelle der geplanten geradlinigen Linienführung drei Kurven die Strecke um 118 Metern verlängern würden. Bezüglich der moralischen Verpflichtungen hält der Bericht fest: «... moralische Verpflichtungen gebe es bei der Gotthardbahn eben viele und unter diesen befinde sich auch jene, welche es der Direktion zur Pflicht mache, mit den gegebenen finanziellen Mitteln eine dem internationalen Verkehr entsprechende Bahnanlage zu Stande zu bringen; übrigens habe man Rücksicht genommen, sonst wäre für Altdorf und Flüelen zusammen nur eine Station auch genügend gewesen.» Hinsichtlich der Grösse der Station wird festgehalten, dass diese immer «erweiterungsfähig» sei, und jedenfalls «das Angemessene in dieser Richtung» geschehen werde, sobald dafür «ein wirkliches Bedürfnis» sich zeige.
UW 18, 3.5.1879; Gisler-Jauch Rolf, Ein kleiner Abriss über die Wunsch- und Standorte der Bahnhöfe Altdorf und Flüelen, in: HNBl UR 1994/1995, S. 51 f.
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1879  / Freitag, 23. Mai 1879
Der Plan der Bergumfahrung von Flüelen hat keine Chance auf Verwirklichung
Im Mai finden zwischen dem Gemeinderat Flüelen und einer Delegation des Bundesrates Verhandlungen statt. Demgemäss ist die projektierte Dammhöhe um 40 cm zu reduzieren. Der Hauptübergang ist zu verlegen und mindestens die Hälfte des Dorfbaches östlich der Bahnlinie durch einen Kanal zu leiten. Es wird auch beschlossen, das Aufnahmegebäude dorfwärts zu verlegen, allerdings unter der Voraussetzung, dass von der Dampfschiffgesellschaft und «deren Verbündeten» kein Anlass zu weiterer «Protestation» daraus hergeleitet werde. Falls das Aufnahmegebäude da belassen werde, wo es laut Plan zu stehen kommt, ist eine Passarelle für Fussgänger direkt gegen das Aufnahmegebäude hin zu erstellen. Es wird auch festgehalten, dass für die Verwirklichung des Planes der Herren Beckh und Gerwig, welcher den Interessen der Gemeinde Flüelen «gebührend Rechnung» trägt, «gar keine Hoffnung mehr vorhanden» sei. Von Seiten der Gemeinde werden die Chancen für eine dorfseitige Verlegung des Stationsgebäudes als sehr gering eingestuft, denn es ist gemäss dem Gemeinderat Flüelen «eine altbekannte Thatsache, dass die Dampfschiffsverwaltung in einer zu exclusiven Art und Weise einzig auf Forderung ihrer Sonderinteressen bedacht» sei, «ganz unbekümmert darum, dass denselben die gerechtfertigthen Wünsche einer ganzen blühenden Ortschaft geopfert» würden.»
Schreiben des Gemeinderates Flüelen an den Regierungsrat des Kantons Uri vom 23.5.1879 (StAUR R-720-12/36); Gisler-Jauch Rolf, Ein kleiner Abriss über die Wunsch- und Standorte der Bahnhöfe Altdorf und Flüelen, in: HNBl UR 1994/1995, S. 49.
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1879  / Dienstag, 27. Mai 1879
Flüelen will Bahnstation von Ingenieur Leu
Der Regierungsrat empfiehlt dem Bundesrat den Bau einer Bahnstation Flüelen der Gotthardbahn nach einem durch Ingenieur Leu für die Gemeinde Flüelen entworfenen Projekt.
Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Bd. 1, S.25.
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1879  / Montag, 23. Juni 1879
Gemeinderat wendet sich wegen der Bahnhoffrage an den Bundesrat
Der Gemeinderat von Altdorf gibt zur Kenntnis, dass er sich, unterstützt durch ein Kollektivschreiben der Gemeinderäte von Bürglen, Spiringen und Unterschächen, direkt beim Bundesrat zur «Näherrückung» der Bahnstation verwendet habe.
Abl UR 1879, S. 296.
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1879  / Montag, 7. Juli 1879
Polizei-Verordnung für die an der Gotthardlinie liegenden Gemeinden
Der Kanton Uri erlässt eine «Polizei-Verordnung für sämtliche an der Gotthardbahnlinie liegenden Gemeinden». Doch die Bestimmungen werden weder von den Spekulanten ernst genommen, noch von den Behörden kontrolliert.
Abl UR 1879, nach 290; S. 618
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1879  / Freitag, 11. Juli 1879
Passarelle und Baumallee anstelle den gewünschten Standorten der Bahnhöfe
Anfangs Juli genehmigt der Bundesrat die von der Gotthardbahndirektion vorgelegten revidierten Pläne der Bahnstationen in den Gemeinden Flüelen, Altdorf und Erstfeld und teilt dies per Schreiben dem Urner Regierungsrat mit. Für Flüelen verbleibt der Bahnhof auf der Seeseite. Dafür soll - sofern die Gemeinde das wünscht - eine Passarelle erstellt werden. Die Gemeinde Flüelen muss sich jedoch verpflichten, die Hälfte der Erstellungskosten mit höchstens Fr. 3'500 an die Bahnverwaltung zu vergüten. Auch der Bahnhof Altdorf bleibt an seinem geplanten Standort. Als Entschädigung hat die Gotthardbahndirektion auf ihre Kosten «eine angemessene, mit Trottoir und Baumalleen versehene Zufahrtsstrasse» zur Station zu erstellen. Das Schreiben äussert sich auch zu einer eventuellen Verlegung der geplanten Rangier- und Maschinenstation von Erstfeld nach Flüelen
Kopie des Schreibens des Schweiz. Post- und Eisenbahndepartement an Landammann und Regierungsrath des Kantons Uri vom 11.7.1879 (StA URR- 720-12/36).
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1879  / Samstag, 19. Juli 1879
Favre bricht im Tunnel tot zusammen
Louis Favre bricht im Gotthardtunnel völlig unerwartet tot zusammen. Die Todesursache ist das Aufbrechen einer Erweiterung der Schlagader. Seine einzige Erbin ist seine Tochter Marie-Augustine, die mit ihrem Gatten, dem Türken Naoum Hava, in Paris lebt. Eine Rückweisung der Erbschaft hätte den Konkurs der Tunnelunternehmung, die Übernahme der Arbeiten durch die Gotthardbahngesellschaft und den Verlust der Kaution bedeutet. Die Tochter setzt Bossi, Ingenieur und Chef des Favreschen Zentralbüros in Altdorf zum Nachfolger ihres Vaters ein. Bossi ist damit nicht nur der Direktor der Tunnelunternehmung (Kommanditgesellschaft L. Favre & Cie), sondern auch Finanzchef und oberster Ingenieur.
Kuoni, Gotthardbahn, S. 103.
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1879  / Sonntag, 20. Juli 1879
Favre wird in Flüelen aufgebahrt
Die Leiche von Ingenieur Louis Favre wird im Haus Ochsen in der grossen Stube des ersten Stocks aufgebahrt.
Müller Robert, Flüelen 1912, S.14.
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1879  / Mittwoch, 30. Juli 1879
Gustave Bridel ist neuer Oberingenieur der Gotthardbahn
Der Verwaltungsrat der Gotthardbahn-Gesellschaft ernennt Gustave Bridel, Oberingenieur der Jura-Bern-Luzern-Bahn zum Oberingenieur der Gotthardbahn.
Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 588.
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1879  / Mittwoch, 31. Dezember 1879
Viele Angestellte im Dienst der Gotthardbahn
Am Ende des Jahres stehen auf der Stammlinie Immensee-Pino und Giubisaco-Lugano 106 Ingenieure, 10 Geometer, 12 Zeichner, 19 Schreiber, 30 Aufseher, 27 Messgehilfen und 11 Gehilfen, insgesamt also 215 Angestellte im Dienste der Gotthardbahn.
Gotthardbahn, Geschäftsbericht 1879, S. 21.
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1882  / Montag, 10. April 1882
Station Gurtnellen wird in Betrieb genommen
Die Station 3. Klasse „Gurtnellen“ der Gotthardbahn wird dem Betrieb übergeben.
UW 81, 16.10.2013, S. 8.
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1882  / Montag, 22. Mai 1882
Eröffnung der Gotthardbahn
Vom 22. bis zum 25. Mai wird in Luzern und Mailand die Eröffnung der Gotthardbahn gefeiert. Die Landesregierung kann sich durchringen, Alfred Escher einzuladen und auf den „hervorragenden Anteil“ hinzuweisen, den er am Gelingen des grossen Werkes gehabt hat. Der bereits todkranke Escher kann jedoch der Einladung keine Folge leisten. Der Bau hat 307 Arbeitern das Leben gekostet und bis zur Betriebsaufnahme 227 Millionen Franken verschlungen.
Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 588, 711.
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1882  / Mittwoch, 31. Mai 1882
Der erste Nachtschnellzug fährt durch den Gotthard
In der Nacht auf den 1. Juni fahren erstmals öffentliche Schnellzüge von beiden Richtungen durch den Gotthard. Das Dampfschiff in Luzern nimmt zum letzten Mal die Post über den Gotthard für seine Fahrt nach Flüelen auf. Der erste zur Ausführung gelangende öffentliche Nord-Süd-Zug der Gotthardbahn ist der um 19 Uhr 45 in Basel abgehende Nachtschnellzug, der ausnahmsweise um 23 Uhr 45 in Flüelen anhält, um die mit dem Schiff gekommene eidgenössische Post aufzunehmen. Der erste Süd-Nord-Zug ist der abends 19 Uhr 50 in Mailand abgehende Nachtschnellzug, der in der Frühe des 1. Juni um 5 Uhr 50 in Luzern eintrifft.
Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 588.
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1882  / Donnerstag, 1. Juni 1882
Eröffnung der Gotthardbahn
Die Gotthardbahn wird dem Verkehr einspurig geöffnet. Der Bau hat 307 Arbeitern das Leben gekostet und bis zur Betriebsaufnahme 227 Millionen Franken verschlungen. Nach der Betriebseröffnung verkehren täglich rund 15 regelmässige Züge.
Gisler-Jauch Rolf, Ein kleiner Abriss über die Wunsch- und Standorte der Bahnhöfe Altdorf und Flüelen, in: HNBL UR 1994/1995, S. 54.
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1883  / Freitag, 1. Juni 1883
Der Gotthardtunnel ist nun doppelspurig befahrbar
Als erstes Teilstück der Gotthardbahn wird der Gotthardtunnel zweispurig.
www.wikipedia.de (2016)
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1883  / Sonntag, 21. Oktober 1883
Hauptreparaturwerkstätte kommt nach Bellinzona
Die Direktion der Gotthardbahn entscheidet, dass die Hauptreparaturwerkstätte auf der Alpensüdseite in Bellinzona und die Nebenreparaturwerkstätte auf der Alpennordseite in Erstfeld zu liegen kommt. Altdorf und Flüelen haben das Nachsehen.
Gotthardbahn, Geschäftsbericht 1883, S. 23.
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1888  / Mittwoch, 15. Februar 1888
Lawine verschüttet und tötet Bahnarbeiter
Nach ausgiebigen Schneefällen bricht über Wassen eine Lawine los, die sechs Bahnarbeiter der Gotthardbahn-Gesellschaft (GB) verschüttet. Fünf davon werden getötet. Die Eisenbahner sind in der mittleren Entschigtal-Galerie mit Schneeräumungsarbeiten beschäftigt.
(> RSchB / Urner Zeitungen)
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1892  / Sonntag, 26. Juni 1892
Erster Teil der Gotthard-Bergstrecke ist doppelspurig
Als erster Teil der Bergstrecke wird der Abschnitt Gurtnellen nach Wassen auf der Doppelspur in Betrieb genommen.
www.wikipedia.de (2016)
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1893  / Montag, 6. März 1893
Bahnharbeiter wird bei Rangiermanöver überfahren
Der Bremser Kaspar Walker wird beim Rangiermanöver in Erstfeld von einer Lokomotive überfahren und getötet.
StAUR G-300-11/41-6 (1,2)
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1893  / Sonntag, 9. April 1893
Strecke Erstfeld nach Silenen ist doppelspurig befahrbar
Die Bahnstrecke von Erstfeld nach Silenen/Amsteg ist nun doppelspurig befahrbar.
www.wikipedia.de (2016)
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1893  / Sonntag, 14. Mai 1893
Bahnstrecke von Silenen nach Gurtnellen ist doppelsurig
Die Bahnstrecke von Silenen/Amsteg nach Gurtnellen ist nun doppelspurig befahrbar.
www.wikipedia.de (2016)
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1893  / Sonntag, 28. Mai 1893
Strecke Wassen-Göschenen zweispurig befahrbar
Die Bahnstrecke von Wassen nach Göschenen ist nun zweispurig befahrbar.
Gisler-Jauch Rolf, Ein kleiner Abriss über die Wunsch- und Standorte der Bahnhöfe Altdorf und Flüelen, in: HNBL UR 1994/1995, S. 54; www.wikipedia.de (2016).
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1894  / Donnerstag, 8. Februar 1894
Drei Wagen entgleisen im Bahnhof Erstfeld
Bei der Ausfahrt eines Güterzuges aus dem Bahnhof Erstfeld entgleisen drei Wagen. Eine Person wird leicht verletzt. Beide Geleise müssen gesperrt werden.
StAUR G-300-11/41-6 (1,6)
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1894  / Donnerstag, 26. Juli 1894
Versuchsfahrten mit der neuen Schnellzugslokomotive A 3/5
Auf der Gotthardstrecke werden Probefahrten mit der neuen Schnellzugslokomotive A 3/5 durchgeführt. Die Maschine der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM) erfüllt dabei die gestellten Anforderungen, indem bei den regelmässigen Zugsförderungen wiederholt die vorgesehene Normallast von 120 t mit einem Zeitgewinn von 5 bis 7 Minuten gegenüber dem Fahrplan befördert wird. Für die 28,9 km lange Strecke von Erstfeld nach Göschenen sieht der Fahrplan eine Zeit von 52 Minuten vor.
Bertschinger A., Schweizerische Bauzeitung, Band 24 (1894), Heft 25, S. 176.
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1895  / Freitag, 1. März 1895
Diskussionen um Bahnverbindung Alpnach-Altdorf
Diskussionen um eine Bahnverbindung Alpnach-Altdorf.
UW 9,24,/1895
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1896  / Sonntag, 15. November 1896
Die Bahnstrecke von Altdorf nach Erstfeld ist nun doppelspurig
Die Bahnstrecke von Altdorf nach Erstfeld kann nun doppelspurig befahren werden. Mit Ausnahme der Axenstrecke ist nun die ganze Bahnstrecke in Uri doppelspurig befahrbar.
www.wikipedia.de (2016).
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1896  / Sonntag, 6. Dezember 1896
Strecke Flüelen nach Erstfeld auf Doppelspur
Die Teilstrecke Flüelen nach Erstfeld ist nun ebenfalls doppelspurig befahrbar. Lediglich die Strecke bleibt somit in Uri noch einspurig.
Gisler-Jauch Rolf, Ein kleiner Abriss über die Wunsch- und Standorte der Bahnhöfe Altdorf und Flüelen, in: HNBL UR 1994/1995, S. 54 (auch 11.10 als Tag der Eröffnung); www.wikipedia.de (2016)
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1898  / Samstag, 22. Januar 1898
Verlängerung der Eingabefrist für Konzession einer Schöllenenbahn
Der Bundesrat macht die Mitteilung, dass auf Gesuch von Ingenieur Glaser die in der Konzession einer Schöllenenbahn angesetzte Frist zur Einreichung der technischen und finanziellen Vorlagen und der Gesellschaftsstatuten bis den 23.12.1899 verlängert wurde.
UW 6/5.2.1898
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1898  / Sonntag, 20. Februar 1898
Volk heisst Verstaatlichung von Eisenbahnen gut
Das Schweizer Volk stimmt der Verstaatlichung der fünf grossen Eisenbahn-Gesellschaften zu. Der erste Verwaltungsrat besteht aus 54 Mitgliedern.
www.wikipedia.de (2016)
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1898  / Sonntag, 20. Februar 1898
Volk nimmt Vorlage zur Verstaatlichung der Eisenbahnen an
Das Schweizer Volk nimmt nach einem heftigen und emotionsgeladenen Abstimmungskampf die neue Vorlage für die Verstaatlichung der Eisenbahnen (Hauptbahnen: Schweizerische Centralbahn, Schweizerische Nordostbahn, Jura-Simplon-Bahn, Vereinigte Schweizerbahnen) deutlich an. Die Gotthardbahn bleibt – nebst einigen kleineren Gesellschaften – von der Verstaatlichung ausgeschlossen, da deren Rückkauf vertragsmässig frühestens 1909 erfolgen kann. Uri lehnt die Vorlage hingegen ab, nur Altdorf und Wassen stimmen zu.
Abl UR 1898, S. 85; Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S 410.
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1898  / Sonntag, 20. Februar 1898
Volksabstimmung über die Verstaatlichung der Eisenbahnen
Das Schweizer Volk stimmt über Bundesgesetz betreffend den Erwerb und Betrieb von Eisenbahnen auf Rechnung des Bundes ab. Mit einer Stimmbeteiligung von 88,5 Prozent lehnen die Urner die Vorlage mit 72 Prozent Nein-Stimmen ab. Altdorf, Hospental und Wassen nehmen das Gesetz mit der Schweizer Mehrheit an.
Gisler-Jauch Rolf, Ein kleiner Abriss über die Wunsch- und Standorte der Bahnhöfe Altdorf und Flüelen, in: HNBL UR 1994/1995, S. 54 f.
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1898  / Samstag, 5. März 1898
Projekt zur Nutzung der warmen Tunnelluft
Im UW wird ein Projekt publiziert, welches die warme Tunnelluft als Energie nutzen will (u.a. zur Verbesserung des Klimas im Urserntal).
UW 10/5.3.1898
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1900  / Freitag, 12. Januar 1900
Verlängerung der Konzession für eine Schöllenenbahn
Der schweizerische Bundesrat verlängert Ingenieur J. Glaser in Brig die in der Konzession einer Eisenbahn von Göschenen nach Andermatt vom 5. April 1895 angesetzte und erstreckte Frist zur Einreichung der technischen und finanziellen Vorlagen sowie der Gesellschaftsstatuten um weitere 2 Jahre.
LB UR Band 5, S. 387.
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1900  / Freitag, 16. Februar 1900
Verlängerung für Linksufrige
Der schweizerische Bundesrat verlängert Emil Lussy in Bern die in der Konzession einer schmalspurigen Eisenbahn von Alpnachstad nach Altdorf vom 11. Juni 1892 angesetzte und wiederholt erstreckte Frist zur Einreichung der technischen und finanziellen Vorlagen sowie der Gesellschaftsstatuten um weitere 18 Monate.
LB UR Band 5, S. 388.
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1900  / Mittwoch, 24. Oktober 1900
Konstituierende Sitzung der Staatlichen Eisenbahn
Der Verwaltungsrat der Staatlichen Eisenbahn hält seine erste konstituierende Sitzung ab. Der Betrieb wird zwar im Auftrag der Bundes, aber noch in der Organisation der Privatbahnen geführt.
www.wikipedia.de (2016)
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1901  / Samstag, 9. November 1901
Linksufrige Eisenbahn
Der Urner Regierungsrat empfiehlt dem Bundesrat, die Konzession von O. Camenzind-Keyser aus Basel für die Schmalspurbahn Alpnach-Altdorf zu erteilen. Die Bahnlinie soll über Treib, Bauen und Seedorf nach Altdorf führen. Der Regierungsrat fordert für die Gemeinden Seelisberg (Treib), Bauen, Isenthal (Isleten) und Seedorf die Erstellung von günstig gelegenen Bahnstationen. Gleichzeitig verlangt er, dass der Sitz der Bahngesellschaft nach Altdorf verlegt wird. Am 14.7.1905 wird die Konzession um 1 Jahr verlängert.
UW 23.11.1901; AB 1901/598; LB UR Band 6, S. 240
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1902  / Mittwoch, 1. Januar 1902
SBB nehmen den Betrieb auf
Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) nehmen mit einem Stab von 61 Beamten ihren Betrieb auf.
Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 410.
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1902  / Samstag, 1. Februar 1902
Geburtstag der SBB
Die SBB existieren als vollständige Organisation. An diesem Tag fährt auch der erste Zug, der wirklich von der SBB-Generaldirektion geführt wird. Damit gilt dieser Tag als offizielles «Geburtsdatum» der SBB.
www.wikipedia.de (2016)
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1902  / Donnerstag, 24. April 1902
Konzession für Vierwaldstättersee-Bahn
Die Bundesversammlung erteilt O. Camenzind-Keyser die Konzession für den Bau und Betrieb einer schmalspurigen Eisenbahn von Alpnachstad über Stans nach Altdorf.
AB 1902/250
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1903  /
Konzessionsgesuche für Schöllenenbahn
Beim eidgenössischen Eisenbahndepartement sind zwei Konzessionsgesuche für den Bau einer Schöllenenbahn eingereicht worden. Das eine von den Herren Rathacher & Cie, Zschokke und Glaser. Das andere von den Herren Hürlimann, Müller, Meyer, Camenzind und Furrer aus Ursern.
UW 14.3.1903; Verlängerung um 2 Jahre: LB UR Band 6, S. 240
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1903  / Donnerstag, 1. Januar 1903
Konzession für Schöllenenbahn läuft ab
Mit Neujahr ist die an Ingenieur Glaser erteilte Konzession für eine Schöllenenbahn abgelaufen. Im Urserntal bildet sich daraufhin ein Initiativkomitee, das sich um eine neue Konzession zum Bau einer Bahn von Göschenen nach Andermatt bewirbt. Von einem Winterbetrieb will aber dasselbe vorläufig absehen.
UW 7.2.1903
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1904  / Sonntag, 1. Mai 1904
Bund kündigt Gotthardbahn-Konzession
Der Bund kündigt die Gotthardbahn-Konzession.
UW 1, 1.1.1904
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1904  / Freitag, 17. Juni 1904
Bundesversammlung erteilt Konzession für eine Schöllenenbahn
Nach der Eingabe von verschiedenen Projekten, die nicht realisiert wurde, bewarben sich 1903 Architekt Hürlimann in Brunnen, als Vertreter eines Konsortiums, sowie die Firma Rothenbach & Cie. in St. Immer um die Erteilung einer Konzession. Nachdem beide Gruppen sich vereinigt haben, wird die nachgesuchte Bewilligung von der Bundesversammlung erteilt.
Müller Albert; Fünfundzwanzig Jahre Schöllenen-Bahn, s. 8 f.
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1904  / Samstag, 18. Juni 1904
Zahn wendet sich gegen Schöllenbahn
Der Schriftsteller Ernst Zahn wendet sich gegen den Bau einer Schöllenenbahn. Die Bahn nütze allein einzelnen Andermatter Geschäftsleuten, zerstöre aber die Schöllenen, die nicht einer Gemeinde allein, die dem Kanton Uri, der Schweiz, ja einer Welt gehören. Sie zerreisse die stolzen, stillen Wände, sie spanne hoch über die finstere Teufelsbrücke eine grosse eiserne Schienenbrücke, die Einsamkeit der Teufelsschlucht entweihend und vernichtend.
UW 25, 18.6.1904
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1904  / Freitag, 24. Juni 1904
Konzession für schmalspurige Eisenbahn von Göschenen nach Andermatt
Die Bundesversammlung erteilt einem Konsortium die Konzession für den Bau und Betrieb einer schmalspurigen Eisenbahn (teilweise Zahnradbahn) von Göschenen nach Andermatt.
LB UR Band 6, S. 145.
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1905  / Dienstag, 31. Januar 1905
Konzessionsgesuch der Gotthardbahn für Nutzbarmachung der Wasserkräfte
Die Direktion der Gotthardbahn reicht zu Handen des Regierungsrates ein Konzessionsgesuch für die gesamt-Wasserkräfte der Reuss auf der Strecke Andermatt (Urnerloch) bis Amsteg unter Mitverwertung der Wassermengen der Göschener-Reuss, der Meien-Reuss, des Fellibaches und des Kerstelenbaches mit Einschluss der drei Kraftzentralen bei Göschenen, Wassen und Amsteg zugunsten des elektrischen Bahnbetriebes. Der Regierungsrat überweist diese wichtige Angelegenheit zur Prüfung einer Spezialkommission.
Wasserkraft UW 36, 7.9.1907; 37, 14.9.1907; Konzessionsvertrag: UW 52, 28.10.1907; Wasserkonzessionen UW 1-5/1908
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1905  / Samstag, 2. September 1905
Klausenbahn
In den Urner Zeitungen taucht die Idee einer Klausenbahn auf.
UW 35, 2.9.1905
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1907  / Sonntag, 21. Juli 1907
Erteilung einer Bahnkonzession für die Strecke von Brig nach Gletsch
Der Bundesrat erteilt die Konzession für eine elektrische Meterspurbahn von Brig nach Gletsch an Xaver Imfeld, Roland Zehnder und die Firma Alioth SA.
www.hls.ch (2016, Rolf Gisler-Jauch)
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1907  / Samstag, 7. Dezember 1907
Konzessionsvertrag mit der Gotthardbahn
Der Regierungsrat des Kantons Uri schliesst mit der Gotthardbahndirektion auf die Dauer von 50 Jahren einen Konzessionsvertrag betreffend Ausnutzung der Gesamtwasserkräfte der Reuss auf der Strecke Andermatt bis Amsteg unter Mitverwertung der Wassermengen und Gefälle der Meien-Reuss, des Felli-Baches und des Kärstelenbaches. Der Konzessionsvertrag räumt der Gotthardbahn das Recht ein, an geeigneten Stellen im Reussgebiet Stauseen von genügender Grösse anzulegen und den Abfluss derselben so zu regulieren, wie es die möglichst wirtschaftliche Ausnutzung des Wassers erheischt. Als Konzessionsgebühr wird der Betrag von 250'000 Franken festgesetzt, Der jährliche Wasserzins beträgt 72'000 Franken, erstmals zahlbar nach Ablauf des dritten Jahres.
RB UR, Band 6, S. 363 ff.
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1908  /
Furka-Oberalp-Bahn
Furka-Oberalpbahn (Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse)
UW 39, 26.9.1908
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1908  /
Linksufrige Bahn soll über Seelisberg führen
In der Presse wird die Anregung gemacht die linksufrige Vierwaldstättersee-Bahn von Beckenried nach Flüelen nicht durch unbewohntes Gebiet als Normalbahn zu führen, sondern als eigentliche Touristenbahn über Emmetten und Seelisberg. => Juni
UW 25, 20.6.1908
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1908  /
Bestrebungen für eine Bahn von Meiringen nach Göschenen
In der Presse ist von Bestrebungen für eine Bahn von Meiringen nach Göschenen die Rede. Unter den Fünffingerstöcken soll die Bahn ins Meiental führen. In Färnigen und im Dörfli sollen Stationen errichtet werden. Schnellzüge sollen die 50,8 Kilometer lange Strecke in zwei Stunden durchfahren. Das Konzessionsgesuch wird in der Folge dem Eidg. Eisenbahndepartement eingereicht. => März
UW 13, 28.3.1908
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1908  / Mittwoch, 11. März 1908
Pilgerzug der belgischen Staatsbahn sorgt in Flüelen für Aufsehen
Ein Pilgerzug der belgischen Staatsbahn sorgt in Flüelen für Aufsehen: "Die Wagen waren braun angestrichen und hatten für unser Auge ein fremdartiges Aussehen. Was uns an denselben nicht gefiel, waren die verhältnissmässig kleinen Fenster. Alle Aufschriften waren französisch und vlämisch. Die Pilger machten einen sehr vorteilhaften Eindruck."
UW 11, 14.3.1908
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1908  / Donnerstag, 8. Oktober 1908
Konzession für FOB
Die Bundesversammlung erteilt einem auswärtigen Iniitiativkomitee die Konnzession zum Bau und Betrieb einer elektrischen Schmalspurbahn von Gletsch über Andermatt nach Disentis (Furka-Oberalpbahn).
RB UR Band 7, S. 3 ff.
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1908  / Donnerstag, 8. Oktober 1908
Erteilung der Bahnkonzession zur Weiterführung von Gletsch nach Disentis
Der Bundesrat erteilt die Konzession für die Weiterführung der Bahn von Brig-Gletsch bis Disentis an Albert Müller, Albert Zeerleder, Ludwig Thormann, Albert Gobat und die Firma Alioth SA.
www.hls.ch (2016, Rolf Gisler-Jauch)
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1909  / Samstag, 6. Februar 1909
Projekt einer linksufrigen Vierwaldstättersee-Bahn
In der Urner Presse wird über das Projekt einer linksufrigen Vierwaldstättersee-Bahn berichtet. Diese Touristenbahn sollte von Luzern nach Seelisberg und an die Treib führen. Man rechnet pro Saison mit Bruttoeinnahmen von 500’000 Franken. Die Strecke Seelisberg-Flüelen wird aus Rentabilitätsgründen fallen gelassen.
UW 6, 6.2.1909
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1909  / Samstag, 1. Mai 1909
Eidgenossenschaft übernimmt Gotthardbahn
Die Eidgenossenschaft übernimmt die Gotthardbahn.

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1909  / Mittwoch, 5. Mai 1909
Vierwaldstättersee-Bahn am Ende
Der Verwaltungsrat der linksufrigen Vierwaldstättersee-Bahn reicht beim Bundesgericht die Insolvenzerklärung und das Begehren um Liquidation ein.
UW 19, 8.5.1909; Geschichte der Bahn: UW, 22, 29.5.1909
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1910  / Freitag, 27. Mai 1910
Kompagnie für eine Furkabahn konstituiert sich
In Lausanne konstituiert sich auf Grund der beiden Konzessionen von 1907 und 1908 die «Compagnie Suisse du Chemin de fer de la Furka» (Brigue-Furka-Disentis, B.F.D.) mit Sitz in Bern. Präsident des Verwaltungsrates der neuen Gesellschaft wird der ehemalige französische Botschafter in Bern, Graf d'Ormesson. Dem Verwaltungsrat gehören noch vier weitere Mitglieder französischer Staatsangehörigkeit an: Der Ingenieur Laval, Ingenieur, der Unternehmer Edouard Gouin sowie die beiden Pariser Bankdirektoren Ducoulombier und Verde-Delisle. Die restlichen sechs Mitglieder des Verwaltungsrates sind Schweizer Bürger: der Ingenieur Julien Chappuis aus Genf als 1. Vizepräsident Raymond Evequoz aus Sion, der Bündner Regierungsrat Alois Steinhauser, Bankier Ch. E. Masson aus Lausanne, der Geologe Professor Henry Golliez aus Bern sowie der Urner Ständerat Josef Furrer aus Silenen.
Seidel Kurt, Das grosse Buch der Furka-Oberalp-Bahn, S. 61.
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1910  / Donnerstag, 8. September 1910
Tunnelwärter wird von Zug überfahren
Der 27-jährige Tunnelwärter Johann Jauch von Silenen wird im Gotthardtunnel von einem Zug überfahren und getötet. Die Ventilationsanlage des Tunnels war ausser Betrieb. Der Verunfallte muss somit eine Rauchgasvergiftung erlitten haben.
StAUR G-300-11/41-6 (2,9)
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1911  / Freitag, 27. Januar 1911
Bundesrat genehmigt Finanzausweis für den Bau einer Furkabahn
Der Bundesrat genehmigt den Finanzausweis über die verfügbaren Mittel in Höhe von insgesamt 38 Millionen Franken (8 Millionen Franken Aktienkapital und 30 Millionen Franken, ebenfalls fast ganz aus Frankreich und der Westschweiz stammendes Obligationenkapital). Mit den Bauarbeiten für den Abschnitt Brig­Gletsch kann damit begonnen werden.
Seidel Kurt, Das grosse Buch der Furka-Oberalp-Bahn, S. 61.
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1911  / Donnerstag, 22. Juni 1911
Beginn der Bauarbeiten für eine Furka-Bahn
Bei Naters wird der erste Spatenstich für die Furkabahn vollzogen. Der ausnehmend schöne Sommer bietet die allerbesten Voraussetzungen, um unverzüglich mit den Bauarbeiten zu beginnen. Dies geschieht auf annähernd der Hälfte der Strecke.
www.hls.ch (2016, Rolf Gisler-Jauch); www.wikipedia.de (2016); Seidel Kurt, Das grosse Buch der Furka-Oberalp-Bahn, S. 63 f.
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1912  /
Elektifizierung der Gotthardbahn
Die Studienkommission für die Vorarbeiten der Elektrifizierung der Gotthardbahn veröffentlicht ihren Schlussbericht. Nach dessen Berechnungen kann der elektrische Fahrzeit zwischen Luzern und Chiasso für Express-, Personen- und Güterzüge zwischen 47 und 200 Minuten verkürzen.
UW 46, 16.11.1912; siehe UW 45, 8.11.1913 (grosser Artikel)
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1912  / Montag, 24. Juni 1912
Konstituierende Generalversammlung der Schöllenen-Bahn
In Altdorf findet die konstituierende Generalversammlung der Schöllenen-Bahn statt. Es wird dabei festgestellt, dass das Grundkapital von 1'200'000 Franken vollständig gezeichnet ist und dass 20 % auf jede Aktie einbezahlt worden sind. Der Verwaltungsrat wird aus Nationalrat Josef Furrer, Silenen, als Präsident und aus Vertretern des Kantons Uri, der Korporation Urseren, der Gemeinde Andermatt, der Furka- und der Rhätischen Bahn, sowie des Bankenkorsortiums bestellt. Es wird ersterem Vollmacht zur Vergebung des Baues und zum Abschluss finanzieller Abmachungen erteilt. Das Bankenkonsortium ist von Anfang an durch die Schweizerische Bankgesellschaft in Zürich vertreten.
UW 54, 18.7.1942; Müller Albert; Fünfundzwanzig Jahre Schöllenen-Bahn, s. 11.
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1913  /
Bahn von Luzern über Stans nach Altdorf
Beim Bundesrat wird eine Konzessionsgesuch für den Bau einer Normalspurbahn von Luzern über Stans nach Altdorf eingereicht. Unter den Initianten ist auch Landammann Josef Wipfli. Die Bahn ist auf der ganzen Strecke horizontal geplant, soll durch einen Seelisbergtunnel führen und die Fahrzeit zwischen Luzern und Altdorf von einer Stunde auf eine halbe Stunde reduzieren.
UW 42, 13.10.1913
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1913  / Freitag, 23. Mai 1913
Bauarbeiten für die Schöllenenbahn beginnen
Mit mehrmonatiger Verspätung werden die Bauarbeiten für die Schöllenenbahn aufgenommen. Schlechtes Wetter und Arbeitskräftemangel verzögerten den Baufortschritt.
Müller Albert; Fünfundzwanzig Jahre Schöllenen-Bahn, s. 13.
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1913  / Dienstag, 4. November 1913
Erster Zug der Furkabahn erreicht Sedrun
Die erste BFD-Lokomotive Nr. 3 mit fünf Wagen erreicht Sedrun. Der Zug verliess Disentis um 15.40 Uhr und erreicht Sedrun erst um 16.30 Uhr erreicht. Am anderen Tag fährt der Zug um 17.00 Uhr wieder zurück nach Disentis.
Seidel Kurt, Das grosse Buch der Furka-Oberalp-Bahn, S. 67.
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1914  / Donnerstag, 22. Januar 1914
Finanzierung der Schöllenenbahn wird in Frage gestellt
Im Zusammenhang mit der Motion Karl Huber zur Ersparniskasse wird die Finanzierung der Schöllenenbahn von Landrat Ernst Zahn in Frage gestellt.
UW 5, 31.1.1914; UW 6, 7.2.1914
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1914  / Freitag, 13. März 1914
Eine ungemütliche Fahrt
In Gurtnellen muss ein Zug mit Personen- und Güterwagen ausstellen, da sich die Öfen überhitzt haben und zu brennen beginnen. Der Wagen wird ausgestellt und die Passagiere müssen bis Erstfeld im Gepäckwagen Platz nehmen.
UW 11, 14.3.1914
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1914  / Donnerstag, 2. April 1914
Jostbachtunnel der Schöllenenbahn wird durchschlagen
In der Schöllenen wird de 340 m lange Jostbachtunnel durchschlagen.
Müller Albert; Fünfundzwanzig Jahre Schöllenen-Bahn, s. 14.
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1914  / Freitag, 5. Juni 1914
In den Schöllenen wird der Bruckwaldbodentunnel durchschlagen
In den Schöllenen wird für die Bahn der 204 m lange Bruckwaldbodentunnel durchschlagen. Der Granit war so hart, dass pro Tag im Dreischichtenbetrieb ein Fortschritt von kaum 1,5 m erzielt werden konnte.
Müller Albert; Fünfundzwanzig Jahre Schöllenen-Bahn, s. 14.
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1914  / Dienstag, 30. Juni 1914
Feierliche Eröffnung der Teilstrecke Brig bis Gletsch
400 geladene Gäste fahren in drei Extrazügen zu je vier Reisezugwagen zur kirchlichen und weltlichen Eröffnungsfeier der Furkabahn nach Gletsch, dem vorläufigen Endpunkt der Strecke. Nach der kirchlichen Weihe entbietet Graf d'Ormesson als Präsident des Verwaltungsrates beim Festessen den Willkommensgruss der Gesellschaft. Hermann Seiler, Präsident des Staatsrates des Kantons Wallis, hebt in seiner Festrede die Bedeutung der Bahn für den Kanton und darüber hinaus für die gesamte Eidgenossenschaft hervor.
www.hls.ch (2016, Rolf Gisler-Jauch); Seidel Kurt, Das grosse Buch der Furka-Oberalp-Bahn, S. 68.
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1914  / Dienstag, 30. Juni 1914
Strecke Brig-Gletsch der Furkabahn wird eröffnet
Die 46 Kilometer lange Strecke Brig-Gletsch der Furkabahn wird eröffnet.
UW 27, 4.7.1914
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1915  /
Gewaltiger Gütertransport auf der Gotthardlinie
Der Gütertransport auf der Gotthardstrecke nimmt gewaltig zu. Auf der Strecke verkehren täglich in beiden Richtungen insgesamt rund 40 schwerbeladene Güterzüge. Während im Nord-Süd-Transit Kohlen, Eisen, Maschinen und Holz vorherrschen, bringt der Süd-Nord-Verkehr vornehmlich Getreide, Lebensmittel, Wein, Baumwolle und Hanf, Öle und Petrol, sowie schwefel- und erzhaltige Mineralien.
UW 15, 10.4.1915
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1915  / Dienstag, 30. März 1915
Schöllenenbahn-Gesellschaft wählt den Betriebsleiter
Die Schöllenenbahn-Gesellschaft wählt als Betriebsleiter Eduard Zimmermann von Winterthur, Beamter der Gais-Altstätten-Bahn. Er tritt seine Stelle am 1. August an. Er erhält die Aufgabe, die elektrischen Einrichtungen zu prüfen und die Betriebsaufnahme der Bahn vorzubereiten.
Müller Albert; Fünfundzwanzig Jahre Schöllenen-Bahn, s. 15.
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1915  / Sonntag, 4. Juli 1915
Inbetriebnahme der Strecke Brig-Gletsch
Nachdem Nachbesserungen an der Bahnstrecke Brig-Gletsch gemacht wurden, kann der Dampfbetrieb aufgenommen werden.
www.hls.ch (2016, Rolf Gisler-Jauch)
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1915  / Samstag, 25. September 1915
Durchstich im Furkatunnel
Genau um 21.30 Uhr abends, gelingt der Durchstich im Furkatunnel, dessen letzte 160 Meter noch auf die Vollendung gewartet haben.
Seidel Kurt, Das grosse Buch der Furka-Oberalp-Bahn, S. 69.
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1916  / Dienstag, 16. Mai 1916
Steffenbachbrücke der Furkastrecke wird zerstört
Naturgewalten zerstören die Steffenbachbrücke bei Tiefenbach; sie kann vorläufig auch nicht mehr wiederhergestellt werden.
Seidel Kurt, Das grosse Buch der Furka-Oberalp-Bahn, S. 69.
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1916  / Montag, 4. September 1916
Erste Probefahrten mit der Schöllenenbahn
Nachdem die Umformerstation in Göschenen fertiggestellt und die Fahrleitung montiert sind, wird das Teilstück Göschenen bis Steinlikehr unter Spannung gesetzt. Die ersten Probefahrten und Materialtransporte können durchgeführt werden.
Müller Albert; Fünfundzwanzig Jahre Schöllenen-Bahn, s. 16.
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1916  / Freitag, 1. Dezember 1916
Präsident des Verwaltungsrates der Schöllenenbahn tritt zurück
Die finanziellen Schwierigkeiten der Schöllenen-Bahn, die eine Rückwirkung auf die Ersparniskasse Uri haben, veranlassen den Präsidenten des Verwaltungsrates, Nationalrat Josef Furrer in Silenen, auf den zu demissionieren. Zum neuen Präsidenten wählt der Verwaltungsrat sodann sein bisheriges Mitglied, Albert Müller in Andermatt.
Müller Albert; Fünfundzwanzig Jahre Schöllenen-Bahn, s. 16.
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1917  / Mittwoch, 11. Juli 1917
Schöllenenbahn ist eröffnet
Mit einer den Zeitumständen angemessenen Eröffnungsfeier wird die Schöllenenbahn dem öffentlichen Betrieb übergeben. Mittags 12 Uhr führt ein sinnvoll geschmückter Zug, zusammengesetzt aus der elektrischen Lokomotive und zwei Personenwagen, die Gäste vom Bahnhof Göschenen nach Andermatt. Unter Freudenschüssen treffen die Festteilnehmer nach 22 Minuten Fahrt von Göschenen im Bahnhof Andermatt ein.
UW 28, 14.7.1917 (Artikel über die Geschichte der Schöllenenbahn).
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1917  / Donnerstag, 12. Juli 1917
Erste fahrplanmässige Fahrt der Schöllenenbahn
Ein Tag nach der Einweihung nimmt die Schöllenenbahn ihren fahrplamässigen Betrieb auf.
www.wikipedia.de (2021)
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1918  / Samstag, 28. September 1918
Urner Regierung will dem Verwaltungsrat der Schöllenenbahn Décharge verweigern
Zufolge der Überschreitung der budgetierten Baukosten und wegen des angeblich nicht konzessionsmässigen Winterbetriebes beantragt die Urner Regierung der Generalversammlung der Schöllenenbahn-Gesellschaft die Décharge an den Verwaltungsrat zu verweigern. Dieser Antrag wird indessen mit grosser Mehrheit abgelehnt. Auch sonst bestehen ernste Differenzen zwischen der Bahn und der Urner Regierung und deren Vertreter im Verwaltungsrat, hauptsächlich wegen des verlustbringenden Winterbetriebes.
Müller Albert; Fünfundzwanzig Jahre Schöllenen-Bahn, s. 15.
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1918  / Sonntag, 1. Dezember 1918
Sonntagsreiseverkehr wird wegen Kohlemangels eingestellt
Wegen Kohlenmangels müssen die SBB von Anfang Dezember 1918 bis Ende August 1919 den Sonntags-Reiseverkehr gänzlich einstellen.
Kläger Ferdi, 50 Jahre FCA, S. 6.
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1919  /
Verstärkung der Eisenbahnbrücken
Da die elektrischen Lokomotiven ein grösseres Gewicht haben, müssen die Brücken verstärkt werden. Wegen der Bauarbeiten kann die Gotthard-Strecke nur noch einspurig befahren werden.
UW 31, 2.8.1919
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1919  /
Elektrifizierung der SBB
Nachdem die Bohrarbeiten der Mauerbolzenlöcher zur Fahrdrahtaufhängung in den Tunneln zwischen Flüelen und Brunnen beendigt sind, wird in den Tunnels mit den Aushubarbeiten zur Tieferlegung des Fahrgeleises (50-60 cm) begonnen.
UW 7, 15.2.1919
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1919  / Samstag, 22. Februar 1919
Forderung nach Bergumfahrung von Flüelen
Anlässlich der Diskussionen um den Ausbau der Axenstrecke auf Doppelspur schreibt der junge Flüeler BäckermeisterJonas Bühler in einer Einsendung an das «Urner Wochenblatt», dass alles daran gesetzt werden müsse, damit die Flüeler keinen «zweiten Nasenring» verpasst bekämen. Wenn es auch nicht gelingen werde, das bestehende Geleise wegzubringen, so dürfe «unter keinen Umständen» das zweite Geleise vor dem Dorfe angelegt werden. Er schloss seine Einsendung mit den Worten: «In den Berg hinein damit!» Der Leserbrief bleibt nicht ohne Reaktionen. In der «Gotthard-Post» wird gemahnt, «ruhig Blut» zu bewahren, da die Vorarbeiten für ein zweites Geleise noch nicht aufgenommen worden seien. Eine zweite Einsendung ist der Ansicht, dass diese Idee «der Komik nicht entbehre» und man sich hüten solle, «aus einem Übel zwei zu machen.» Statt dessen sei die Quaistrasse zu verbreitern und auf der Bahnseite mit Bäumen zu bepflanzen.
UW 8/22.2.1919; GP 9, 1.3.1919 und GP 10, 8.3.1919
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1919  / Sonntag, 14. Dezember 1919
Protestversammlung in Andermatt
Im Rathaus von Andermatt findet eine Protestversammlung der Bevölkerungg von Ursern gegen den Entscheid des Verwaltungsrates der Schöllenenbahn statt, den Betrieb der Bahn im Winter einzustellen.
UW 52, 25.12.1919
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1919  / Donnerstag, 25. Dezember 1919
Betrieb der Schöllenenbahn muss eingestellt werden
Der Bahnbetrieb der Schöllenenbahn muss eingestellt werden, da der Bund den Winterbetrieb nicht mehr subventioniert. Die Eidgenössische Postverwaltung übernimmt die Beförderung von Personen und Gepäck zwischen Göschenen und Andennatt wieder auf eigene Rechnung. Gegen den Beschluss des Verwaltungsrates, den Betrieb einzustellen, macht sich im Urserntal eine starke Opposition geltend, die zu Protestversammlungen führt.
Müller Albert; Fünfundzwanzig Jahre Schöllenen-Bahn, s. 18.
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1920  / Mittwoch, 7. Januar 1920
Generalversammlung der Schöllenenbahn lehnt Wiedereröffnung ab
In einer ausserordentlichen Generalversammlung der Schöllenbahn-Gesellschaft wird der Antrag der Korporation Ursern und der Gemeinde Andermatt auf sofortige Wiederaufnahme des Betriebs der Schöllenenbahn abgelehnt. Hingegen wird der Verwaltungsrat beauftragt, die nötigen Studien zu machen und Voranschläge für den Ausbau der Schöllenen-Bahn zur Sicherung des Winterbetriebes auszuarbeiten und der nächsten ordentlichen Generalversammlung Bericht zu erstatten.
Müller Albert; Fünfundzwanzig Jahre Schöllenen-Bahn, s. 18 f.
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1920  / Montag, 13. September 1920
Inbetriebsetzung der Elektrifizierung der Strecke Göschenen-Airolo
Elektrifizierung der Strecke Göschenen-Airolo (Gotthardtunnel; 15,5 km): Inbetriebsetzung.
UW 22/1922.
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1920  / Montag, 18. Oktober 1920
Inbetriebssetzung der Elektrifizierung der Strecke Erstfeld-Göschenen
Elektrifizierung der Strecke Erstfeld-Göschenen (28,9 km): Inbetriebsetzung.
UW 22/1922.
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1920  / Montag, 18. Oktober 1920
Elektrifizierung der SBB-Linie
Auf der Strecke Erstfeld-Airolo nehem die SBB ihren elektrischen Betrieb auf. Dampfzüge sollen nur noch ausnahmsweise und vereinzelt verkehren.
Valentin Sicher, Gurtnellen, S. 53
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1920  / Sonntag, 31. Oktober 1920
Be 4/6 wird am Gotthard fahrplanmässig eingesetzt
Die neuen Gotthard-Lokomotiven Be 4/6 kommen am Gotthard fahrplanmässig zum Einsatz. Sechs Loks werden im Depot Erstfeld eingestellt.
www.wikipedia.de (2016)
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1922  /
Bahnhof Göschenen mit elektrischem Stellwerk
Im Bahnhof Göschenen wird die erste elektrische Stellwerkanlage der Schweiz in Betrieb genommen.
UW 27, 7.7.1923
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1922  / Montag, 1. Mai 1922
Inbetriebsetzung der Elektrifizierung der Strecke Erstfeld-Goldau
Elektrifizierung der Strecke Erstfeld-Goldau (32,7 km): Inbetriebsetzung.
UW 22/1922.
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1922  / Montag, 1. Mai 1922
Strecke Goldau-Erstfeld elektrifiziert
Auf der Bahnstrecke Arth-Goldau - Erstfeld wird der elektrische Betrieb aufgenommen.
UW 18, 6.5.1922
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1922  / Sonntag, 21. Mai 1922
Elektrischer Betrieb auf der ganzen Gotthardlinie
Auf der ganzen Gotthardlinie von Luzern bis nach Chiasso mit neuen Lokomotiven wird der elektrische Betrieb aufgenommen.
Furrer, Gotthardbahn, S. 160; siehe: SBB, Die Gotthardlinie und ihre Elektrifikation 1916/24, Bern 1924.
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1922  / Sonntag, 28. Mai 1922
Elektrischer Betrieb auf der Gotthardstrecke
Auf der Gotthardbahn-Strecke wird der elektrische Betrieb durchgehend aufgenommen.
UW 22, 3.6.1922: Berichte siehe UW 39, 25.9.1920;
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1922  / Samstag, 23. September 1922
Probezug mit elektrischer Lokomotive auf der Gotthardstrecke
Auf der Gotthardstrecke finden mit der Be 4/6 Nummer 12328 Messfahrten statt, um die Bedingungen des Pflichtenheftes in der Praxis zu prüfen. Der Versuchszug mit einem Gewicht von 302 t wird dabei während 25 Stunden dreimal von Luzern nach Chiasso und zurück gefahren. Die durchschnittliche Geschwindigkeit beträgt dabei durchschnittlich 62 km/h, was für damalige Verhältnisse beachtlich ist. Auf den 26 Rampen werden 55–60 km/h erreicht. Die zulässigen Temperaturen werden während der ganzen Versuchsphase nie überschritten.
www.wikipedia.de (2016)
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1922  / Montag, 18. Dezember 1922
Der Nennwert der Schöllenbahn-Aktien wird herabgesetzt
Die ausserordentliche Generalversammlung der Schöllenenbahn beschliesst die Herabsetzung des Aktienkapitals von 1'400'000 Franken auf 560'000 Franken durch Reduktion des Nennwertes der Aktien von 500 auf 200 Franken sowie die Emission eines Prioritätsaktienkapitals im Betrage von 616'000 Franken in Verrechnung mit einem entsprechenden Teil des Baukredites des Bankenkonsortiums und mit aufgelaufenen Zinsen aus einem Vorschuss der Urner Kantonalbank.
Müller Albert; Fünfundzwanzig Jahre Schöllenen-Bahn, s. 18 f.
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1923  / Donnerstag, 23. August 1923
Bundessubvention für den Winterbetrieb der Schöllenenbahn
Der Bundesrat springt einen Bundesbeitrag von 185'000 für den Winterbetrieb der Schöllenbahn. Den Betrag teilen sich das Eidgenössisches Arbeitsamt, die Eidgenössische Postverwaltung sowie das Eidgenössische Militärdepartement. An die Entrichtung dieser Beiträge knüpft der Bundesrat die Bedingung, dass vom Kanton Uri, von der Gemeinde Andermatt, der Korporation Urseren und der Schöllenen-Bahn selbst der Restbetrag der Ausbaukosten, im Minimum 125'000 Franken übernommen werden. Nach langen Unterhandlungen gelingt es endlich, die vom Bund gestellte Bedingung zu erfüllen, nachdem der Verwaltungsrat der Schöllenen-Bahn sich bereit erklärt hat, an den Ausbau einen Beitrag von 20'000 Franken aus dem Betriebsfonds und während 6 Jahren von je 5'000 Franken aus den Betriebseinnahmen zu leisten.
Müller Albert; Fünfundzwanzig Jahre Schöllenen-Bahn, s. 20.
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1923  / Freitag, 5. Oktober 1923
Änderung der Konzession für die Schöllenenbahn
Der ganzjährige Betrieb der Schöllenenbahn verlangt nach einer Änderung der Konzession, die von der Bundesversammlung beschlossen wird. Der Betrieb darf nun während des ganzen Jahres durchgeführt werden. Subventionen für das ganze Jahr werden zugesagt. Dem Bundesrat bleibt die Bestimmung des Zeitpunktes für das Inkrafttreten dieses Beschlusses überlassen.
Müller Albert; Fünfundzwanzig Jahre Schöllenen-Bahn, s. 20.
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1923  / Sonntag, 2. Dezember 1923
Furkabahn erklärt Konkurs
Versuche zur Rettung der Furkabahn haben zu keinem Erfolg. Geführt. Das Bundesgericht in Bern eröffnet das Konkursverfahren über die Furkabahn-Gesellschaft. Mit Hilfe von Vorschüssen, die vom Bund wie auch vom Kanton Wallis geleistet werden, kann die Furkabahn trotzdem, auch während der Liquidationsperiode, den Betrieb weiterführen.
Seidel Kurt, Das grosse Buch der Furka-Oberalp-Bahn, S. 70.
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1924  / Samstag, 12. April 1924
Starke Verkehr auf der Gotthardlinie
Das "Urner Wochenblatt" berichtet, dass auf der elektrifizierten Gotthardlinie starker Verkehr herrsche, hauptsächlich wegen der Reparationskohle von Deutschland nach Italien. Die Züge folgen einander bergwärts mit Stationsdistanz.
UW 15, 12.4.1924
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1924  / Montag, 15. Dezember 1924
Steigerung der Furkabahnanlagen bringt keinen Erfolg
Im Anschluss an die Konkurseröffnung der Furkabahn wird eine erste Steigerung ausgeschrieben. Das Bundesgericht hat den Anschlagspreis für die gesamten Anlagen der Bahn, die Liegenschaften und das Rollmaterial eingeschlossen, auf 2,5 Millionen Franken festgesetzt. Dabei ist auch berücksichtigt worden, dass man in die Bahn schon über 40 Millionen Franken investiert hat. Bei dieser ersten Steigerung kann jedoch noch kein Abschluss erzielt werden.
Seidel Kurt, Das grosse Buch der Furka-Oberalp-Bahn, S. 71.
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1925  / Dienstag, 17. Februar 1925
Bundesrat tritt für die Weiterführung der Furkabahn ein
In seiner Botschaft an die Bundesversammlung, in der es um eine Beteiligung des Bundes an der Furkabahn in Höhe von 3,35 Millionen Franken geht, führt der Bundesrat unter anderem aus, «dass sich aus der Betriebsgeschichte des Rumpfstückes Brig- Gletsch nicht einfach entsprechende Schlüsse auf die Aussichten für den Betriebshaushalt der ganzen Linie ziehen lassen. Dieses Rumpfstück würde sich allerdings wahrscheinlich auch fürderhin nicht selber erhalten können; es wäre aber als selbständige Bahn auch kaum je gebaut worden.» Mit diesem «Pro Bahn»-Appell wird zugleich auch all denen der Kampf angesagt, die einem Abbruch der brachliegenden Strecke über den Oberalppass in Richtung Disentis das Wort reden.
Seidel Kurt, Das grosse Buch der Furka-Oberalp-Bahn, S. 71.
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1925  / Montag, 23. März 1925
Bund erteilt der Furka-Oberalp-Bahn Finanzhilfe
Der Bundesrat beschliesst nach Artikel 23 BV Hilfe für die Furka­Oberalp-Bahn. Die FO steht im Konkurs und der Bundesrat glaubt es dem Ansehen des Landes schuldig zu sein, den Abbruch dieses Schienenweges, für dessen Bau gegen 40 Millionen Franken aufgewendet worden sind, zu verhindern. Die volkswirtschaftliche und militärische Bedeutung dieser Bahn rechtfertigt eine Bundeshilfe. Für die Kosten der Erwerbung und des Ausbaues der Bahn wird ein Kredit von 3'350’000 Franken bewilligt und zur Deckung der Hälfte allfälliger Betriebsfehlbeträge die Leistung von Zuschüssen während der ersten zehn Jahre nach der Betriebseröffnung zugesichert. Diese Zuschüsse werden vom Bund den Betrag von 326’462 Franken erfordern.
Seidel Kurt, Das grosse Buch der Furka-Oberalp-Bahn, S. 84.
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1925  / Samstag, 4. April 1925
Versteigerung der Furkabahn
Die Anlagen und des Rollmaterials der ehemaligen Furkabahn (BFD) werden versteigert. Den Zuschlag erhält ein Syndikat (Kantone und Nachbarbahnen) für 1,75 Millionen Franken.
www.hls.ch (2016, Rolf Gisler-Jauch); www.wikipedia.de (2016)
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1925  / Sonntag, 5. April 1925
Zweite Steigerung der Furkabahn bringt Erfolg
Ein zweiter Steigerungstermin für die Furkabahn führt zum Ziel. Es kommt nun ein Abschluss über 1,75 Millionen Franken zustande. Um diesen Preis verpflichten sich die Partner im Syndikat zum Ausbau und Betrieb der gesamten Strecke. Wichtigste Voraussetzung für diese Festlegung ist die Zusicherung einer finanziellen Beteiligung des Bundes durch einen festen Beitrag, durch Zinserleichterungen und eine allfällige Hilfe bei einem drohenden Defizit.
Seidel Kurt, Das grosse Buch der Furka-Oberalp-Bahn, S. 71.
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1925  / Freitag, 17. April 1925
Furka-Oberalp­Bahngesellschaft wird konstituiert
In Brig konstituiert sich ein neues Unternehmen, das unter dem Namen «Furka-Oberalp­Bahngesellschaft» mit einem Aktienkapital von 3,3 Millionen Franken in das Handelsregister eingetragen wird. Präsident des Verwaltungsrates ist der Bankdirektor Ch. E. Masson aus Lausanne; ihm zur Seite stehen die Herren Dr. R. Herold, Chef der Eisenbahnabteilung beim Eidgenössischen Post- und Eisenbahndepartement; Gustav Bener, Direktor der Rhätischen Bahn und Nationalrat Joseph Escher aus Brig. An die Spitze des Unternehmens wird der Direktor der Visp-Zermatt-Bahn, Auguste Marguerat, be­ rufen. Für die Bauarbeiten zur Rekonstruktion der brachliegenden Streckenteile wird Oberingenieur Erminio Bernasconi angestellt.
www.hls.ch (2016, Rolf Gisler-Jauch); Seidel Kurt, Das grosse Buch der Furka-Oberalp-Bahn, S. 73.
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1925  / Samstag, 23. Mai 1925
Bund beteiligt sich am Aktienkapital der Furka Oberalp Bahn
Angesichts der volkswirtschaftlichen und strategischen Bedeutung der neu gegründeten Furka Oberalp Bahn beteiligt sich die Eidgenossenschaft am Aktienkapital und gewährt darüber hinaus Darlehen im Gesamtbetrag von 3.35 Millionen Franken. Dies erlaubte die Fertigstellung der Strecke.

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1925  / Mittwoch, 5. August 1925
Zerlegbare Steffenbachbrücke wird eingeweiht
Die als Stahlkonstruktion und zerlegbare Steffenbachbrücke auf der Furkastrecke ist fertig erstellt.
Seidel Kurt, Das grosse Buch der Furka-Oberalp-Bahn, S. 73.
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1925  / Sonntag, 18. Oktober 1925
Vollendung der Furkabahn
Erstmals durchfährt ein Zug der Furka-Oberalp-Bahn die gesamte 97 Kilometer lange Strecke von Brig über Andermatt nach Disentis.
UW 43, 24.10.1925
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1926  / Freitag, 1. Januar 1926
Fahrvergünstigungen für Urner Bevölkerung
Die Billettaxen ohne Bergzuschlag auf der Strecke Erstfeld-Bodio treten für die Urner Bevölkerung in Kraft. Ein entsprechender Ausweis muss auf der Gemeindekanzlei des Wohnortes bezogen werden.
UW 1, 1.1.1926
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1926  / Samstag, 1. Mai 1926
Die Zuammenarbeit zwischen der Schöllenenbahn und der Furka-Oberalp-Bahn wird geregelt
Das Zustandekommen der neuen Furka-Oberalp-Bahn-Gesellschaft führt zu verschiedenen Abmachungen mit der Schöllenen-Bahn. Es werden Verträge über die Mitbenützung der Station Andermatt, sowie je ein solcher betreffend die Übernahme der Bahnaufsicht der Schöllenenlinie durch die Furka-Oberalp-Bahn-Gesellschaft und ein solcher betreffend die gemeinsame Direktion der beiden Unternehmungen mit der Visp-Zermatt-Bahn abgeschlossen. Alle drei Verträge treten vorläufig für die Dauer eines Jahres in Kraft, mit gegenseitiger sechsmonatiger Kündigungsmöglichkeit,
Müller Albert; Fünfundzwanzig Jahre Schöllenen-Bahn, s. 21 f.
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1926  / Samstag, 26. Juni 1926
Durchgehender Zug von Zermatt nach St. Moritz
Nachdem das schmalspurige Verbindungsstücks zwischen Visp und Brig erstellt ist, kann der erste durchgehend Zug von Zermatt nach St. Moritz verkehren. Mit Einführung der aus Richtung Visp verlängerten Strecke wird der Bahnhof Brig «Gemeinschaftsbahnhof» beider Bahnen.
Seidel Kurt, Das grosse Buch der Furka-Oberalp-Bahn, S. 77.
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1926  / Donnerstag, 1. Juli 1926
Die Furka-Oberalp-Bahn nimmt den durchgehenden Betrieb auf
Die Furka-Oberalp-Bahn nimmt den durchgehenden Verkehr von Brig nach Disentis auf.
Müller Albert; Fünfundzwanzig Jahre Schöllenen-Bahn, s. 22.
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1926  / Samstag, 3. Juli 1926
Eröffnung der Furka-Oberalp-Bahn
Die Furka-Oberalp-Bahn, die Bahn-Verbindung zwischen Wallis, Uri und Graubünden, wird eröffnet.
UW 83, 10.7.1926
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1926  / Samstag, 3. Juli 1926
Einweihung der durchgehenden Strecke Brig-Disentis
Die Furka Oberalp Bahn kann die durchgehende Strecke Brig-Disentis im Dampfbetrieb einweihen. Die Stammstrecke (96,9 km) umfasst neun Abschnitte mit Zahnstangen (System Roman Abt). In Andermatt findet am Eröffnungstag ein festliches Bankett statt, bei dem Bundesrat Dr. Haab dieses Ereignis «als einen Tag der Freude, des Dankes und der Hoffnung» würdigt. Er hebt besonders hervor, dass die direkte Verbindung der Rhone-Rhein-Gebiete und damit der welschen, alemannischen und romanischen Schweiz nun endlich Wirklichkeit geworden sei. Einen Tag später kann der durchgehende fahrplanmässige Betrieb aufgenommen werden.
Seidel Kurt, Das grosse Buch der Furka-Oberalp-Bahn, S. 74.
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1926  / Sonntag, 11. Juli 1926
FO hat erste Bewährungsprobe zu bestehen
Die erste grössere Bewährungsprobe für die neue Furka-Oberalp-Bahn bringt wenige Tage nach der Eröffnung das traditionelle Disentiser Patroziniumsfest der Klosterheiligen Sigisbert und Placidus mit sich.
Seidel Kurt, Das grosse Buch der Furka-Oberalp-Bahn, S. 75.
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1927  /
Erstfeld Bahnhof erster Klasse
Dank der gestiegenen Frequenz ist der Bahnhof in Erstfeld zu einem Bahnhof 1. Klasse erhoben worden.
UW 24, 11.6.1927
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1927  /
Flüeler Bahnhof 1. Klasse
Infolge grosser Frequenzen wird auch der Bahnhof Flüelen zu einem Bahnhof 1. Klasse erhoben.
UW 44, 29.10.1927
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1927  / Freitag, 1. April 1927
Konzession für die Furka-Oberalp-Bahn
Die neue einheitliche Betriebskonzession für die Furka-Oberalp-Bahn (Brig-Disentis) wird erteilt. Die FO ist danach verpflichtet, den Betrieb auf den Strecken Brig-Oberwald und Disentis-Sedrun während des ganzen Jahres aufrechtzuerhalten, in der Meinung, dass die anwohnende Bevölkerung ihr beim Schneebruch auf den Stationen und im Falle von Lawinengängen angemessene Hilfe leiste.
Seidel Kurt, Das grosse Buch der Furka-Oberalp-Bahn, S. 76.
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1927  / Donnerstag, 1. September 1927
Pullmann-Zug auf der Gotthardstrecke
Neuerung auf der Gotthardstrecke: Auf der Strecke von Basel nach Mailand verkehrt neu ein Pullmann-Express mit dunkelblau-weissen Wagen. Die Wagen sind mit mit einem Maximum an Bequemlichkeit und Behaglichkeit ausgerüstet.
UW 37, 10.9.1927
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1927  / Montag, 19. Dezember 1927
Schöllenenbahn-Gesellschaft beschliesst Reorganisation
Eine ausserordentliche Generalversammlung der Schöllenbahn-Gesellschaft beschliesst eine nochmalige, gründliche Reorganisation der Gesellschaft. Das Stammaktienkapital von 560'000 Franken wird auf 56'000 Franken reduziert, indem die Aktien von nominell 200 auf 20 Franken herabgesetzt werden. Das gleiche geschieht mit dem Prioritätsaktienkapital. Zudem werden für 500'000 Franken neue Aktien herausgegeben.
Müller Albert; Fünfundzwanzig Jahre Schöllenen-Bahn, s. 22.
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1930  /
Keine Bremserlehrlinge mehr
Immer mehr Güterwagen werden mit der durchgehenden Güterzugsbremse ausgerüstet. Die Genraldirektion der SBB beschliesst deshalb, bis auf weiteres von der Einstellung von Bremserlehrlingen abzusehen.
UW 6, 8.2.1930
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1930  / Mittwoch, 25. Juni 1930
Die erste Fahrt des Glacier Express
Um 7.30 Uhr startet der erste Glacier Express in Zermatt, führt 70 geladene Gäste mit und erreicht St. Moritz nach knapp elf Stunden.
Literatur: www.wikipedia.de (2021).
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1931  /
Neue Schnellzugslokomotiven auf der Gotthardlinie
Auf der Gotthardlinie werden neue elektrische Schnellzugslokomotiven verwendet, welche die bisherige doppelte Bespannung der schweren Schnell- und Expresszüge auf den Steilrampen überflüssig machen und damit eine wesentliche Ersparnis herneiführen. Die neuen Maschinen sind mit nicht weniger als 8500 Pferdekräften ausgerüstet. Statt 300 Tonnen, wie die in Betrieb stehenden Lokomotiven, werden sie eine Zuglast von 750 Tonnen über den Berg schleppen. Die neue Lokomotive hat das Aussehen von zwei aneinander gekoppelten bisherigen Maschinen. Sie ist deshalb 34 Meter lang.
UW 49, 5.12.1931
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1931  / Montag, 19. Januar 1931
Rangierunfall im Bahnhof Erstfeld
Bei Einfahrt eines Zuges im Bahnhof Erstfeld um 12.56 Uhr fährt demselben ein Rangierzug trotz geschlossenem Rangiersignal in die Flanke. Personen werden keine vetrletzt. Es entsteht bedeutender Materialschaden. Der Zusammenstoss hat keine Störung des Eisenbahnbetriebs zur Folge.
StAUR G-300-11/41-3 (12,7)
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1931  / Montag, 19. Januar 1931
Rangierunfall im Bahnhof Erstfeld
Bei Einfahrt eines Zuges im Bahnhof Erstfeld um 12.56 Uhr fährt demselben ein Rangierzug trotz geschlossenem Rangiersignal in die Flanke. Personen werden keine vetrletzt. Es entsteht bedeutender Materialschaden. Der Zusammenstoss hat keine Störung des Eisenbahnbetriebs zur Folge.
StAUR G-300-11/41-3 (12,7)
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1932  / Mittwoch, 1. Juni 1932
Gotthard-Lichtwoche
Zur Feier der 50. Wiederkehr des Tages der Betriebseröffnung der Gotthardbahn erleuchten während drei Wochen alle grösseren Ortschaften und Sehenswürdigkeiten entlang der Gotthard-Linie in Festbeleuchtung.
UW 20, 14.5.1932
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1935  / Dienstag, 27. August 1935
Der "Rote Pfeil" der SBB fährt erstmals am Gotthard
Der "Rote Pfeil" der SBB fährt erstmals am Gotthard. Der Leichttriebwagen mit 50 Plätzen erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 125 km/h. Auch auf der Bergfahrt sank die Geschwindigkeit nie unter 70 km/h.
UW 36, 7.9.1935
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1936  / Sonntag, 5. Juli 1936
Autofreier Sonntag als Folge des Benzinstreiks
Die in Automobilverbänden zusammengeschlossenen Motorfahrzeugbesitzer der Schweiz beabsichtigen an diesem Sonntag "in einer machtvollen und gut vorbereiteten Kundgebung gegen die Benzinzollpolitik der Eidgenossenschaft" zu demonstrieren. Die Hälfte des Benzinpreises (45 Rappen), den der Fahrer an der Tankstelle entrichten muss, nimmt der Bund ein. Alle Benzinkonsumenten werden an diesem Tag aufgefordert, freiwillig auf den Gebrauch jeglichen Fahrzeuges zu verzichten und, wenn irgendwie möglich, auch zu Hause zu bleiben. Nach Ansicht der Automobilistenverbände haben die hohen Benzinsteuern zum Rückgang im Motorfahrzeugverkehr mitbeigetragen. Die Benzinpolitik habe nach Ansicht der Initianten die Automobilisten auf das schwerste bedroht und untergrabe ihnen den, wenn auch bescheidenen, so doch sichern Boden ihrer Existenz. Gemäss den Urner Zeitungsberichten wird die Stillegung des Autoverkehrs durch die Autoinhaber des Urnerlandes strikte durchgeführt. Kein einziges Urner Auto hat sich blicken lassen, und alle Autoreparaturwerkstätten bleiben geschlossen. Der Transitverkehr durchs Urnerland nach den Alpenpässen Gotthard und Furka ist stark eingeschränkt. Am meisten Freude sollen die Fussgänger und Velofahrer an diesem Autostreik empfunden haben, denn sie durften sich wieder einmal als Herr und Meister der Strasse fühlen."
GP, No. 28, 11. Juli 1936; Gisler-Jauch Rolf, Uri und das Automobil – des Teufels späte Rache, S. 223 f.
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1936  / Sonntag, 19. Juli 1936
Blinde Passagiere
Auf dem Bahngeleise in Erstfeld werden zwei blinde Passagiere, ein Franzose und ein Pole, aufgefunden. Die beiden ungefähr 20-jährigen hatten in Metz einen Zug bestiegen, um nach Belfort zu gelangen. Da sie jedoch einen falschen Zug bestiegen, gelangen sie ungewollt mitten in die Schweiz.
UW 30, 25.7.1936
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1937  / Samstag, 3. Juli 1937
Bäckermeister Jonas Bühler fordert Verlegung der Eisenbahnlinie in den Berg
In den Urner Zeitungen erscheint ein Artikel aus der Feder von Jonas Bühler. Einleitend weist er auf die Notwendigkeit eines neuen Bahnhofes hin, da man an der ganzen Gotthardlinie keine „so jämmerliche Kiste eines Bahnhofes“ finde, „wie wir Flüeler ihn zu besitzen die Ehre haben“. Fortfahrend zählt Jonas Bühler aus seiner Sicht die Unannehmlichkeiten auf, welche die Eisenbahn Flüelen gebracht hat. Nebst den Einheimischen würden auch die Hotelgäste vor allem unter dem Nachtlärm leiden. Jonas Bühler ruft in seinem Artikel deshalb die Flüeler auf, sich zusammenzufinden, um endlich „diesem Übelstande zu Leibe zu gehen“ und nicht nur einen neuen Bahnhof zu wünschen, sondern auch die Entfernung der ganzen Geleiseanlagen zu fordern, welche den schönsten Platz von Flüelen für sich beanspruchen und jede Entwicklung des Dorfes gänzlich verunmöglichen würden.
GP 3.7.1937.
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1937  / Montag, 5. Juli 1937
Rangierunfall mit Autozug
Infolge eines Unterbruchs der Axenstrasse durch zwei Erdrutsche muss die Spedition von Autos von Brunnen nach Sisikon durch einen Autozug bewerkstelligt werden. Ein Personenzug kollidiert nun im Bahnhof Sisikon wegen einer falsch gestellten Weiche mit dem Traktor des Autozuges. Fünf Personen werden leicht verletzt.
StAUR G-300-11/41-3 (32,3)
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1938  / Donnerstag, 10. November 1938
Flüeler Delegation findet wegen Bergumfahrung kein Gehör
Eine Flüeler Delegation mit Jonas Bühler spricht wegen der Bergumfahrung bei der Kreisdirektion in Luzern vor. Jonas Bühler hat für diese Unterredung von Josef K. Muheim zwei Pläne als Diskussionsgrundlage anfertigen lassen. Die Unterredung dauert 95 Minuten. Der Flüeler Bäckermeister beklagt sich nicht nur über das mangelnde Interesse seitens der Kreisdirektion, sondern auch über fehlende Unterstützung seiner Kommissionsmitglieder, für welche nicht die Bergvariante, sondern die Doppelspur im Vordergrund stehen.
Notizen Jonas Bühler, in: StAUR P-74/54-7.
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1938  / Dienstag, 22. November 1938
Kreisdirektion wendet sich an den Gemeinderat Flüelen
Kreisdirektor Eugen Labhardt unterbreitet in einem siebenseitigen Brief dem Gemeinderat Flüelen die Stellung der SBB. Darin wird festgehalten, dass man mit dem Bau der Doppelspur von keiner „nennenswerten, der Bauentwicklung von Flüelen hinderlichen Durchschneidung der Ortschaft“ sprechen könne und die Bahn nur der Strasse opfern wolle. Durch Aufhebung der Niveauübergänge durch Unterführungen werde in ungehinderter, nicht mehr durch Barrieren gehemmter Verkehr von der einen nach der andern Seite stattfinden können. Dadurch werde das störende Läuten und das Lärm verursachende Bremsen verschwinden. Im übrigen wird bemerkt, dass man eben mit dem Verkehr, der ja belebend und befruchtend sei, gewisse Inkonvenienzen in Kauf nehmen müsse. Man könne nicht an einer Weltverkehrslinie liegen, ohne sich mit gewissen, damit verbundenen Erscheinungen abzufinden. Zur Bergvariante hält Kreisdirektor Eugen Labhardt fest, dass sich technisch alles lösen lasse. Man müsse sich jedoch auch darüber Rechenschaft geben, ob ein Bauwerk volkswirtschaftlich zu rechtfertigen und ob es finanziell tragbar sei. Der Tunnel im Schuttkegel des Gruonbachs bedinge einen erschwerten Vorstoss und damit einen hohen Meterpreis. Kritisiert wird auch der vorgeschlagene Standort des Bahnhofs im Gebiet Reider, weil dadurch der Umschlag zwischen Dampfschiff und Bahn ziemlich verlängert würde, was zu Verspätungen führen werde. Der Kreisdirektor weist schliesslich darauf hin, dass der Reisende während der Fahrt auf der Gotthardlinie als weltberühmte Touristenbahn den Anspruch auf schöne und grossartige Blicke auf Seen und Berge erhebe. Es sei deshalb, von diesem ideellen Standpunkt aus betrachtet, ganz abwegig, wenn man die ohnehin reichlich oft durch Tunnels geführte Strecke künstlich noch mehr in den Berg verlege als absolut notwendig sei. Die Mehrkosten werden mit 6 Millionen Franken, die geschätzten Abschreibungen für den Untergang der bestehenden Linien- und Stationsanlagen mit 2 Millionen beziffert. Angesichts dieser Sachlage sei es absolut ausgeschlossen, dass die Schweizerischen Bundesbahnen auch nur einen Rappen an die betrieblich ganz unerwünschte Linienverlegung entstehenden Mehrkosten leisten würden.
Notizen Jonas Bühler, in: StAUR P-74/54-7.
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1938  / Freitag, 2. Dezember 1938
Kommission will nochmals Unterredung mit den wegen Bergumfahrung
An der Kommissions-Sitzung im Restaurant Bühler nehmen Regierungsrat Arnold, Ratsherr Muheim, Ratsherr Müller, Gemeindepräsident Gisler Karl, Jonas Bühler und Gemeindeschreiber H. Muheim teil. Die Kommissionssitzung deckt jedoch klar auf, dass für die Bergvariante von den Flüeler Politikern nebst Jonas Bühler nur noch Alt-Landrat Josef Muheim eintritt. Der Flüeler Regierungsrat Franz Arnold betrachtet seine Arbeit in der Kommission als erledigt, da er tagtäglich wegen Schotter- und Sandlieferungen mit den SBB zu verkehren habe. Es wird jedoch beschlossen, mit einem Schreiben an die SBB zu gelangen, um eine nochmalige Besprechung und zugleich Begehung zu erbitten, um dann mit dieser nochmaligen Antwort an eine Gemeindeversammlung zu gelangen und definitiv Beschluss zu fassen.
StAUR P-74/54-7
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1938  / Sonntag, 18. Dezember 1938
Schreiben von Jonas Bühler an den Kreisdirektor wegen Bergumfahrung
In vorweihnächtlicher Stimmung schreibt Jonas Bühler persönlich versöhnliche Worte an Kreisdirektor Eugen Labhardt, bittet um nochmalige Besprechung und anerbietet diesem seine SBB-Filmsequenzen zu zeigen. Er macht auch den Vorschlag, den Umfahrungstunnel dereinst „Labhardt-Tunnel“ zu nennen.
StAUR P-74/54-7
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1938  / Freitag, 23. Dezember 1938
Kreisdirektion reagiert barsch auf erneute Verhandlungen
Kreisdirektor Eugen Labhardt weist die erneuten Vorschläge des Jonas Bühler für eine Bergumfahrung Flüelens ab, und erklärt, dass eine erneute Besprechung keinen grossen Zweck habe. In gleichem barschen Ton ist auch das offizielle Schreiben Labhardts an den Gemeinderat von Flüelen gehalten. Weitere Diskussionen bezüglich der Bergvariante bezeichnete er als zweckslos, umsomehr als seine Auffassung auch von der Generaldirektion in Bern „voll und ganz“ geteilt werde.
StAUR P-74/54-7
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1939  / Donnerstag, 6. April 1939
Annahme des «Privatbahnhilfegesetzes»
Im Parlament wird das so genannte «Privatbahnhilfegesetz» erlassen. Für seinen ersten Abschnitt sieht es einen Kredit von 125 Millionen Franken vor für die finanzielle Wiederaufrichtung notleidender privater Eisenbahn- und Schiffahrtsunternehmungen, die wegen ihrer volkswirtschaftlichen oder militärischen Bedeutung den Interessen der Eidgenossenschaft oder eines grösseren Teils derselben dienen.
Seidel Kurt, Das grosse Buch der Furka-Oberalp-Bahn, S. 84.
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1939  / Donnerstag, 6. April 1939
Bundesgesetz soll notleidenden Bahnen helfen
Ein Bundesgesetz für die Hilfeleistung an notleidende, volkswirtschaftlich oder militärisch wichtige private Eisenbahnen wird geschaffen.
Müller Albert; Fünfundzwanzig Jahre Schöllenen-Bahn, s. 22.
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1939  / Montag, 31. Juli 1939
Bericht zur Vernehmlassung zum zweiten Geleise
Das Ergebnis der Vernehmlassung der Pläne für das 2. Geleise von Sisikon nach Flüelen schweigt sich über die Idee von Jonas Bühler zur Verlegung der Bahnlinie in den Berg aus. Der Urner Regierungsrat erwähnte in seinem Antrag die Verlegung der Bahnlinie in den Berg ebenfalls mit keinem Wort.
StAUR P-74/54-7.
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1940  / Freitag, 5. Juli 1940
Elektrifizierung der FOB
Das Teilstück Andermatt-Oberalppass ist fertig elektrifiziert.
UW 50, 10.7.1940
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1941  / Sonntag, 1. Juni 1941
Elektrifizierung der Furka-Oberalp-Bahn von Disentis bis Andermatt
Entlang der neuen, sich jedoch noch im Bau befindlichen Doppelgalerie beim Oberalpsee wird für die FO eine provisorische Fahrleitung gelegt. Dadurch ist es möglich, den elektrischen Betrieb auf der gesamten Strecke Andermatt-Disentis zu eröffnen.
UW 44, 7.6.1941; Seidel Kurt, Das grosse Buch der Furka-Oberalp-Bahn, S. 83.
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1941  / Freitag, 27. Juni 1941
Furka-Oberalp-Bahn erhält Bundesunterstützung
Zu den 13 Unternehmungen, denen gemäss «Privatbahnhilfegesetz» auf Antrag des Eidgenössischen Post- und Eisenbahndepartementes vorbehaltlos Unterstützung gewährt wird, gehörten auch die FO und die Schöllenenbahn. Die SchB wird allerdings ihr Gesuch aufgrund der ausserordentlich guten Wirtschaftsergebnisse ab 1940 wieder zu­ rückziehen.
Seidel Kurt, Das grosse Buch der Furka-Oberalp-Bahn, S. 84 f.
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1941  / Dienstag, 1. Juli 1941
Die FO fährt auch elektrisch nach Oberwald
Nach der Montage der Fahrleitung kann die Strecke nach Oberwald erstmals elektrisch befahren werden.
Seidel Kurt, Das grosse Buch der Furka-Oberalp-Bahn, S. 83.
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1941  / Freitag, 17. Oktober 1941
Schöllenbahn stellt auf Wechselstrom um
Die Schöllenenbahn stellt ihren Betrieb von Gleich- auf Wechselstrom um, damit die Bahn mit der Furka-Bahn wie auch mit der Rhätischen Bahn kompatibel ist. Die Antriebe der Lokomotiven werden ausgetauscht. Der Betrieb wird mit 11 kV 16,7 Hz durchgeführt.
www.wikipedia.ch (2021)
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1942  /
Doppelspur Sisikon-Flüelen


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1942  / Mittwoch, 1. Juli 1942
Elektrifizierung der Furka-Oberalpbahn
Nachdem seit dem 1. Juni die FO zwischen Andermatt und Disentis elektrisch verkehrte, wurde am 1. Juli mit der Elektrifikation zwischen Andermatt und Brig begonnen. Am 4. Oktober dürften die Arbeiten abgeschlossen sein.
UW 48, 27.6.1942
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1942  / Dienstag, 1. September 1942
Inspektionsfahrt des elektrischen Betriebs bei der FO
Zwischen Brig und Disentis findet die offizielle Inspektionsfahrt statt. An ihr beteiligen sich Bundesrat Dr. Kobelt, Vorsteher des Eidgenössischen Militärdepartements und General Guisan sowie Repräsentanten des öffentlichen Lebens der Kantone Wallis, Uri und Graubünden, der Bundesbehörden und der angrenzenden Bahnen. Viktor Bieler, Bischof von Sion, nimmt dabei die kirchliche Weihe der nun gänzlich elektrifizierten Strecke vor.
Seidel Kurt, Das grosse Buch der Furka-Oberalp-Bahn, S. 83.
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1945  / Donnerstag, 15. März 1945
Sanierungsvertrag der VO wird ratifiziert
Die Verhandlungen über den Sanierungsvertrag für die FO wurden Ende 1944 fabgeschlossen. Die Urkunden werden nun durch alle beteiligten Stellen anlässlich der Generalversammlung der FO in Brig ratifiziert.
Seidel Kurt, Das grosse Buch der Furka-Oberalp-Bahn, S. 85.
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1945  / Montag, 8. Oktober 1945
Keine regelmässigen Fahrten mehr von Realp nach Disentis
Mit dem Kriegsende und der folgenden Demobilisierung der Armee wird der bisherige Vertrag über die Offenhaltung der Strecke Realp-Andermatt-Disentis nicht mehr erneuert, weil die Voraussetzungen dafür weggefallen sind. Es werden daher wieder nur die Strecken Brig-Oberwald und Disentis-Sedrun regelmässig im Plandienst befahren.
Seidel Kurt, Das grosse Buch der Furka-Oberalp-Bahn, S. 87.
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1945  / Samstag, 15. Dezember 1945
FO fährt auch im Winter über die Oberalp
Da nach dem Krieg mit der Beförderung amerikanischer Militärurlauber gerechnet wird, wird wieder ein beschränkter Winterverkehr mit einem Zugspaar über die Oberalpstrecke aufgenommen.
Seidel Kurt, Das grosse Buch der Furka-Oberalp-Bahn, S. 87.
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1947  / Freitag, 1. August 1947
Profetische Vision
In der Zeitschrift "Prisma" macht sich der Ingenieur Eduard Gruner Gedanken über die Zukunft der Gotthardbahn. Anhand von Plänen und technischen Unterlagen entwirft er ein Bild der Gotthardbahn im Jahr 2000. Eduard Gruner vertritt die Ansicht, dass bis in 50 Jahren der Bau eines rund 50 Kilometer langen Gotthard-Basistunnels unbedingt notwendig ist. Die zukünftigen Schnellbahnen eürden nicht mehr über die steile und kurvenreiche Gotthardlinie geleitet werden können. Nach den Vorstellungen Gruners stösst der Basisitunnel in gerader Linie durch den Bristenstock bis Sedrun. Von dort führt er in einer leichten Kurve direkt nach Biasca. Den Bahnhof Sedrun stellt sich Gruner 830 Meter unterhalb des Dorfes vor. Er wäre in modernen Liften in sieben Minuten zu erreichen. Die Reisezeit von Basel nach Chiasso würde sich mit dem Gotthard-Basisitunnel um zwei Stunden verringern. Der Bau des Tunnels wird von einem Schacht und von den beiden Portalen erfolgen. Am Bau, der nach Gruners Vorstellungen acht Jahre dauern dürfte, wären rund 3000 Mann beteiligt.
UW 66, 27.8.1947
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1948  / Mittwoch, 14. Juli 1948
Doppelspur zwischen Sisikon und Flüelen fertig erstellt

UW 52/1948
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1951  / Freitag, 27. April 1951
FO-Strecke Andermatt-Realp nach drei Monaten wieder offen
Nach über drei Monaten kann die Strecke Andermatt-Realp der FO wieder durchgehend befahren werden. Am 18. Januar war der letzte Zug vor den grossen Lawinengängen verkehrt.
Seidel Kurt, Das grosse Buch der Furka-Oberalp-Bahn, S. 91.
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1951  / Freitag, 15. Juni 1951
Bahnbetrieb über die Oberalp ist wieder offen
Der Bahnbetrieb auf der Strecke Nätschen-Sedrun kann wieder aufgenommen werden. Er war seit dem 19. Januar eingestellt.
Seidel Kurt, Das grosse Buch der Furka-Oberalp-Bahn, S. 91.
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1953  / Mittwoch, 23. September 1953
Ae 6/6-Lokomotive "Uri" wird eingeweiht
Grosser Tag im Bahnhof Altdorf! Die neu Gotthardlokomotive vom Typ Ae 6/6 wird auf den Namen «Uri» getauft. Vom Dorf führt der Festumzug mit Uristier, Harst- und Folkloregruppe zum Bahnhof. An der Feier nimmt der gesamte Regierungsrat teil. Zahlreiche Gäste und über 1000 Schulkinder fahren in einem Extrazug nach Bellinzona und zurück.
UW 72, 74/1953; Fryberg Stefan, Strube Zeiten, S. 129.
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1954  / Mittwoch, 15. Dezember 1954
2. Gotthard-Tunnel
Um den wachsenden Autoladeverkehr durch den Gotthard besser bewältigen zu können, wird das Projekt einer 2. Gotthard-Tunnels geprüft. Gleichzeitig wird auch wieder der Bau eines zehn Kilometer langen Strassentunnels zwischen Hospental und Motto Bartla diskutiert. Einig ist man sich, dass von den Tunnelbenützern eine Strassengebühr erhoben würde.
UW 98, 18.12.1954
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1955  / Dienstag, 10. Mai 1955
Einsturz eines Teils einer FO-Brücke
Auf der Bergstrecke der Furka-Oberalp-Bahn stürzt einer der vier Pfeiler des Furkareuss-Viadukts II, der so genannten Wilerbrücke, ein. Die Ursache des Einsturzes liegt wohl im schlechten Zustand des Mauerwerkes und in der Senkung des Baugrundes. Die Bahn ist noch nicht im Sommerbetrieb. Es wird eine Notbrücke und eine neue Balkenbrücke gebaut. Die Fahrgäste müssen dann an der Brückenstelle umsteigen.
Seidel Kurt, Das grosse Buch der Furka-Oberalp-Bahn, S. 90 f.
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1955  / Donnerstag, 8. September 1955
Neue Wilerbrücke ist fertig erstellt
Anstelle der eingestürzten Wilerbrücke wurde eine neue Balkenbrücke gebaut. Mit der Eröffnung der neuen Brücke entfällt auch das Umsteigen an der Brückenstelle.
Seidel Kurt, Das grosse Buch der Furka-Oberalp-Bahn, S. 91.
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1956  / Sonntag, 3. Juni 1956
Es gibt in den Zügen keine 3. Klasse mehr
Auf den Fahrplanwechsel hin gehen die SBB zusammen mit den anderen europäischen Bahnen in den Zügen zum Zweiklassensystem über. Die dritte Wagenklasse wurde zur zweiten, die zweite und die erste wurden zur neuen ersten Klasse zusammengelegt.
www.wikipedia.de (2016)
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1956  / Freitag, 26. Oktober 1956
100'000 Motorfahrzeug durch den Gotthard
In Göschenen wird das 100'000 Motofahrzeug dieses Jahres verladen. Eine so hohe Zahl ist bisher noch nie erreicht worden.
UW 83, 27.10.1956
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1957  / Dienstag, 18. Juni 1957
75 Jahre Gotthardbahn
Mit einem Jubiläumszug, einem Festzug und einem Festakt in Bellinzona wird die röffnung der Gotthardbahn vor 75 Jahren gefeiert. Zum 75-jährigen Jubliäum werden einzelne Streckenabschnitte und markante Gebäude in der Nacht hell beleuchtet. Diese Lichtstrasse der Gotthardlinie fällt auf grosse Beachtung.
UW 46, 15.6.1957
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1959  / Donnerstag, 6. August 1959
Tödlicher Unfall in Flüelen
Nördlich des Bahnhofs von Flüelen wird eine junge Norwegerin von einem Gütereilzug erfasst und getötet. Sie trennte sich von der Reisegruppe und wollte sich den Geleisen entlang zum Hotel begeben.
StAUR G-300-12/80-3 (1,17)
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1960  / Freitag, 6. Mai 1960
Italiener stürzt aus dem Zug und wird getötet
Im Gotthardtunnel stürzt ein 54-jähriger Italiener aus dem fahrenden Zug und wird dabei getötet. Das Ehepaar reiste aus Anlass ihrer Silbernen Hochzeit in die Schweiz, um ihren Sohn in Luzern zu besuchen. Der Verunfallte hat wohl die Toilettentür mit der Wagentür verwechselt.
StAUR G-300-12/80-3 (1,12)
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1960  / Sonntag, 29. Mai 1960
Passagier fällt im Gotthardtunnel aus dem Zug
Im Gotthardtunnel fällt ein 43-jähriger Berner, Schneider von Beruf, aus dem Zug und wird tödlich verletzt. Er befand sich mit seiner Braut auf der Rückfahrt von einem Vereinsausflug des Velo-Clubs Bärau nach Lugano. Der Verunglückte wohl die Zugstoilette aufsuchen.
StAUR G-300-11/41-4 (76,3)
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1960  / Samstag, 31. Dezember 1960
Schöllenbahn und Furka-Oberalp-Bahn fusionieren
Die Schöllenenbahn AG fusioniert mit der Furka-Oberalp-Bahn. Die Schöllenenbahn AG wird in der Folge aus dem Handelsregister gestrichen.
www.wikipedia.de (2021)
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1968  / Montag, 29. April 1968
Eisenbahnunglück im Gotthardtunnel
Im Gotthardtunnel wird ein entgleister Personenzug von einem entgegenkommenden Autozug touchiert. Mehrere Fahrgäste des Personenzugs werden verletzt.
> RSchB / Zeitungen
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1970  / Samstag, 20. Juni 1970
Experten-Kommission spricht sich für den Gotthard-Basistunnel aus
Die Kommission «Kommission Eisenbahntunnel durch die Alpen» (KEA) spricht sich für den Bau eines Gotthard-Basistunnels aus. Die Kommission hat zudem die Varianten Lötschberg, Gotthard West (Luzern/Interlaken–Locarno), Tödi–Greina und Splügen geprüft. Die Kommission empfiehlt zudem, mit dem Bau rasch zu beginnen. Die Kapazitäten müssten insbesondere für den internationalen Transitverkehr dringend erweitert werden. Finanziert werden soll die Alpentransversale im «Rahmen einer gesamtschweizerischen Wirtschaftspolitik».
www.alptransit-portal.ch (2016); www.wikipedia.de (2016)
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1971  / Sonntag, 31. Januar 1971
"Krokodil" entgleist bei Amsteg
Infolge Bruch der Kurzkupplung zwischen den beiden Vorbauten entgleist bei Amsteg eine Lokomotive Ce 6/8 II ("Krokodil", Nr. 14'277).
Willen Peter, Lokomotiven der Schweiz, S. 34.
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1973  / Freitag, 4. Mai 1973
Eisenbahnunglück -- Die Reuss in Silenen in Flammen
Ein entgleister Güterwagen setzt einen entgegenkommenden Zisternenzug in Brand. Zwölf Güterwagen brennen aus. Benzin und Öl ergiessen sich brennend in die Reuss. Neun Häuser und ein Stall werden evakuiert.
UW 35/1973
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1981  / Sonntag, 11. Oktober 1981
Letzter Personenzug der FO fährt über die Furka
Der letzte Personenzug FO fährt über die grösstenteils mit Zahnstange ausgerüstete Bergstrecke der Furka. In Zukunft passieren die Züge die Furka im Basistunnel von Realp mach Oberwald.
www.wikipedia.de (2016)
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1982  / Samstag, 26. Juni 1982
Furka-Basis-Tunnel wird eröffnet
Der 15,381 km lange Basistunnel durch die Furka wird eröffnet. Ab diesem Zeitpunkt kann die FO auf der ganzen Länge auch im Winter betrieben werden. Es ist ein Autoverlad eingerichtet.
www.wikipedia.de (2016)
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1988  / Dienstag, 12. Juli 1988
Fünf Varianten für einen Eisenbahn-Alpentransversale
Die Neat-Projektleitung präsentiert Bundesrat Adolf Ogi fünf Neat-Varianten: Lötschberg-Simplon, Gotthard, Ypsilon und – zweifach durch den Splügen.
www.alptransit-portal.ch (2016)
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1988  / Samstag, 24. September 1988
Letzte Fahrt des TEE
Als letzter internationaler TEE fährt der «Gottardo» zum letzten Mal von Milano nach Zürich.
www.wikipedia.de (2021)
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1990  / Samstag, 7. April 1990
DFB kauft Lokomotiven in Vietnam
In Vietnam wird ein Vertrag zum Kauf von von ehemaligen Dampflokomotiven der FO sowie zwei zusätzlichen unterzeichnet. Da der Vertrag nur bis Ende Jahr Gültigkeit hat, müssen die Loks innerhalb der nächsten acht Monate das Land verlassen haben. Die Eisenbahnstrecke besteht jedoch nur mehr in Teilen. Der Abtransport hat bis an die Stamm-Bahnlinie über die Strasse zu erfolgen.
https://www.dfb.ch/index.php?id=337 (2016)
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1990  / Mittwoch, 23. Mai 1990
Entscheid für den Gotthard und Splügen
In der Botschaft des Bundesrats zum Bau der «schweizerischen Eisenbahn-Alpentransversale» schlägt dieser vor, die Varianten Gotthard und Lötschberg-Simplon weiterzuverfolgen.
www.alptransit-portal.ch (2016)
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1990  / Montag, 18. Juni 1990
Abklärungen betreffend Abtransport der FO-Loks in Vietnam
36 Tonnen technische Ausrüstung zur Heimbringung der FO-Loks verlassen die Schweiz. Ein Vorausdetachement klärt in Vietnam die Strassenbeschaffenheit und die Brückenbelastbarkeiten ab. Schwache 25-Tonnen-Brücken stellen sich als das Hauptproblem des Projektes heraus.
https://www.dfb.ch/index.php?id=337 (2016)
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1990  / Donnerstag, 2. August 1990
Der Abtransport der FO-Loks in Vietnam kann beginnen
Eine Woche später als das Team trifft das Schiff „Georg Handke“ mit technischer und logistischer Ausrüstung in Saigon ein. Noch gleichentags setzt sich ein Sonderzug mit Mannschaft und Material nach dem 300 km entfernten Thap Cham in Bewegung.
https://www.dfb.ch/index.php?id=337 (2016)
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1990  / Sonntag, 12. August 1990
Transport der ersten Furka-Lok in Vietnam
Nachdem vor drei Tagen der 20-tönnige Güterwagen in 16 Stunden von Da Lat über die volle Distanz von 108 km nach Thap Cham mit einem Spezialanhänger, gezogen von einem russischen Lastwagen des Typs Kamaz, gebracht wurde, trifft die bereits teilweise demontierte ehemalige FO-Lok Nr.9 in Song Pha ein.
https://www.dfb.ch/index.php?id=337 (2016)
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1990  / Donnerstag, 16. August 1990
Lokalbehörden stoppen Lok-Transport in Vietnam
Lokale Behörden bei der Zentralverwaltung wegen des Transports über ihre Strassen und Brücken. zentralen Stellen. Der Transport der Lok Nr.1 kommt gerade noch bis zum Pass, wo Strassenbehörden mit Baumaschinen den Konvoi stoppen. Nervenaufreibende Verhandlungen folgen. Heimlich wird das restliche Material herangeschafft. Es bleibt schliesslich bei einer saftigen Geldbusse.
https://www.dfb.ch/index.php?id=337 (2016)
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1990  / Donnerstag, 6. September 1990
Dampf-Loks werden in Vietnam transportfähig gemacht
Nachdem die ehemaligen FO-Lokomotiven nach Thap Cham gebracht wurden, werden die Maschinen in der Eisenbahnwerkstätte transportfähig gemacht. Nach vorsichtiger, 36-stündiger Langsamfahrt mit vielen Kontroll- und Ölstopps erreicht der Sonderdienstzug tags darauf Saigon.
https://www.dfb.ch/index.php?id=337 (2016)
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1990  / Donnerstag, 20. September 1990
Ehemalige FO-Loks verlassen Vietnam
Das DDR-Schiff „Friedrich Engels“ verlässt mit Loks, Wagen, Ersatzteilen und der technischen Ausrüstung im Gesamtgewicht von gegen 250 Tonnen Vietnam, wechselt auf hoher See anlässlich des deutschen Zusammenschlusses das Hoheitszeichen.
https://www.dfb.ch/index.php?id=337 (2016)
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1990  / Mittwoch, 31. Oktober 1990
Die ehemaligen FO-Loks treffen in Hamburg ein
Das ehemalige DDR-Schiff „Friedrich Engels“ lauft mit neuer Flagge und den FO-Loks als Ladung in Hamburg ein. Die Loks werden vom Schwimmkran direkt ab Schiff auf Tiefladewagen der Deutschen Bundesbahn umgeladen.
https://www.dfb.ch/index.php?id=337 (2016)
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1991  / Freitag, 4. Oktober 1991
Bundesversammlung entscheidet sich für den Bau der Neat
Kurz nach dem Ständerat spricht sich der Nationalrat mit 118 zu 18 Stimmen für den Bau der Neat aus. Er führt regional- und umweltpolitische Argumente ins Feld und betont den Europabezug des Vorhabens. Zudem will er den Güterverkehr stützen und eine leistungsfähige Verbindung für den Personenverkehr schaffen. Mit der föderalistisch motivierten Anbindung der Ost- und der Westschweiz wird die Vorlage stark an das Projekt Bahn 2000 gekoppelt. Gegen den Parlamentsentscheid ergreifen drei Komitees das Referendum, die finanz- und umweltpolitisch argumentieren.
www.alptransit-portal.ch (2016)
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1993  / Mittwoch, 9. Juni 1993
Die DFB kann restaurierte Dampflokomotive in Betrieb nehmen
Als erste der vier aus Vietnam zurückgeholten Dampflokomotiven der FO kann die Dampfbahn Furka-Bergstrecke AG die Lok 1 mit kobaltblauem Anstrich in Betrieb genommen werden.
www.wikipedia.de
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1993  / Mittwoch, 25. August 1993
Zweite Dampflokomotive der DFB kann in Betrieb genommen werden
Die DFB kann ihre zweite Dampflokomotive in Betrieb nehmen. Die Lok 9 mit einem ebenfalls kobaltblauen Anstrich trägt im Sinne einer durchgehenden Nummerierung aller Dampfbahn-Furka-Bergstrecke-Lokomotiven vorübergehend die Nummer 2, erhält aber 1999 ihre ursprüngliche Nummer zurück. Anlässlich einer 2013 abgeschlossenen Revision wird Lok 9 in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Seitdem trägt sie wieder die ursprüngliche schwarze Farbgebung, wie sie bei BFD und FO üblich war.
www.wikipedia.de
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1995  /
Wieder Vinylchlorid-Transporte
Die SBB transportieren seit September wieder Vinylchlorid aus Belgien durch die Schweiz nach Italien. Es wird für optimale Sicherheit gesorgt, verlautet es bei den SBB.
UW 102, 30.12.1995
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1995  /
Arbeitsgruppe empfiehlt auf die Zufahrtslinien zu verzichten
Die vom Bundesrat eingesetzte Arbeitsgruppe veröffentlicht im August ihren Bericht. Danach soll die Neat um 5 Milliarden Franken redimensioniert werden. Es wird vorgeschlagen, auf den Ausbau der Zufahrten am Gotthard und Lötschberg zumindest vorderhand zu verzichten. Die Bahn-Grossprojekte sollen mit einem "Benzinzehner", einem einfränkigen Billettzuschlag und aus Teilen der neuen Schwerverkehrsabgabe finanziert werden.
UW 102, 30.12.1995
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1995  /
Einsprache der Regierung gegen das aufgelegte Projekt des Gotthard-Basistunnels der Neat
Der Urner Regierungsrat entschliesst sich zu einer Einsprache gegen das aufgelegte Projekt des Gotthard-Basistunnels der Neat. Es sei insbesondere ein vorgängiger Entscheid betreffs der Festlegung der Linienführung und des Realisierungszeitpunktes der Zufahrtslinien notwendig. Ihre Bedenken bringen auch die die Gemeinden Erstfeld und Silenen ein.
UW 102, 30.12.1995
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1995  /
Beide Neat-Vorprojekte werden weiter behandelt.
Der Bundesrat entscheidet sich, beide Neat-Vorprojekte weiter zu behandeln. => April
UW 102, 30.12.1995
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1995  / Montag, 30. Januar 1995
Urner Regierungsrat gibt Neat-Entscheid bekannt
Der Urner Regierungsrat gibt seinen Entscheid zur Neat-Linienführung bekannt. Die Variante "Berg 2", vorerst ohne Umfahrung des Dorfes Flüelen, hat sich im breit angelegten Vernehmlassungsverfahren als Bestvariante herauskristallisiert. Wenn aber der Verkehr auf der Stammlinie zunehme und unzumutbare Immissionen verursache, dann sei auch die Umfahrung von Flüelen als spätere Ergänzung auszuführen. Es liegt nun am Bundesrat, den Antrag zu prüfen. Die Urner Regierung fordert, dass ohne Verzug ein Vorprojekt ausgearbeitet werde, das noch im Jahr 1995 vorliegen müsse.
UW 102, 30.12.1995
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1995  / Mittwoch, 8. November 1995
Auflage der definitiven Neat-Linienführung
Am 8. November wird die definitive Neat-Linienführung des Gotthard-Basistunnels aufgelegt. Noch nicht in der Planauflage enthalten ist der nördliche Tunnelabschnitt zwischen Erstfeld und Amsteg. In seiner Vernehmlassungsanwort vom 15. November lehnt der Urner Regierungsrat eine redimensionierte Neat ab. Bei einer allfälligen Etappierung fordert er Priorität für die gesamte Gotthardachse von Arth-Goldau bis Lugano. Die Gotthardachse sei die wichtigste Alpenquerung. Bei Bedarf könnten dann die nächsten Elemente des Neat-Systems realisiert werden. Der gleichzeitige Bau der Neat-Zufahrtslinien mit dem Gotthard-Basistunnel sei absolut unumgänglich. Eine weitere Finanzquelle zur Neat-Finanzierung sieht die Urner Regierung in einem befristeten Zuschlag zur Mehrwertsteuer.
UW 102, 30.12.1995
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1996  / Montag, 12. Februar 1996
Regierungsrat will rascher Bau der Neat
Der Urner Regierungsrat will, dass die Neat rasch gebaut wird und beharrt in seiner Stellungnahme zum Neat-Projekt auf einer gleichzeitigen Fertigstellung des Gotthardbasistunnels und der "umwelt- und raumverträglichen" Zufahrtsstrecken.
UW 102, 31.12.1996
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1996  / Montag, 12. Februar 1996
Test-Güterzug mit einer Last von 3'200 Tonnen
Ein Test-Güterzug mit einer Last von 3'200 statt 1'800 Tonnen (wie üblich) fährt von Basel nach Chiasso. Fünf Lokomotiven des Typs Re 460 bringen den 740 Meter langen Zug über die Gotthardstrecke. Mit dem Versuch wollen die SBB abklären, ob die Stromversorgung und die Fahrleitung solchen Belastungen standhalten.
UW 102, 31.12.1996
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1996  / Mittwoch, 6. März 1996
70 Einsprachen gegen Neat
Gegen die Neat (Gotthard-Basistunnel, Fensterstollen am Lötschberg) 258 Einsprachen eingegangen. Die Bearbeitung der Einsprachen wird etwa ein Jahr in Anspruch nehmen. Während aus dem Kanton Uri rund 70 Einsprachen erfolgten, kamen 160 Einsprachen aus dem Kanton Tessin.
UW 102, 31.12.1996
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1996  / Mittwoch, 24. April 1996
Bundesrat fällt hinsichtlich Bau und Finanzierung der Neat seine Grundsatzentscheide
Der Bundesrat fällt hinsichtlich Bau und Finanzierung der Neat seine Grundsatzentscheide. Danach sollen Gotthard und Lötschberg gleichzeitig durchbohrt werden; die Zufahrtsstrecken - zum Beispiel im Urnerland - werden nicht gebaut. Autofahrerinnen und Autofahrer sollen mit einem "Benzinzehner", die Camionneure mit der Schwerverkehrsabgabe die Neat und die anderen Eisenbahn-Grossprojekte mitfinanzieren.
UW 102, 31.12.1996
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1996  / Montag, 6. Mai 1996
Regierungsrat drückt dem Bundesrat seinen Unwillen aus
Der Regierungsrat drückt dem Bundesrat seinen Unwillen über den Beschluss betreffs des Bauprogrames der Neat aus. Er fordert neben der raschen Festlegung der Linienführung die Verwirklichung der Zufahrtsstrecken.
UW 102, 31.12.1996
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1996  / Samstag, 1. Juni 1996
Hans Stadler-Planzer - neuer Präsident des Neat-Kontaktgremiums.
Der Regierungsrat wählt Dr. Hans Stadler-Planzer zum neuen Präsidenten des Neat-Kontaktgremiums.
UW 102, 31.12.1996
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1996  / Dienstag, 11. Juni 1996
Historischer Tag für die Dampfbahn-Furka-Bergstrecke AG
Ein historischer Tag für die Dampfbahn-Furka-Bergstrecke AG: Erstmals seit 15 Jahren fährt wieder ein Personenzug von Realp aus durch den 1'874 Meter langen Furka-Scheiteltunnel (2'160 Meter über Meer) bis zur Station Muttbach-Belvédère. Dieses Ereignis ist der Startschuss für die Bauarbeiten auf der Walliser Seite.
UW 102, 31.12.1996
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1996  / Dienstag, 2. Juli 1996
Bundesrat unterbreitet dem Parlament die Neat-Botschaft
Der Bundesrat unterbreitet dem Parlament die Neat-Botschaft. Jetzt stellen der Nationalrat- und der Ständerat die Weichen. "Der Regierungsrat wird alles daransetzen, dass die für Uri wichtigen Anliegen in die parlamentarische Beratung einfliessen", versichert Volkswirtschaftsdirektor Ambros Gisler. Der Regierungsrat setzt seine Hoffnungen nicht zuletzt auf die drei Urner Parlamentarier.
UW 102, 31.12.1996
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1996  / Dienstag, 2. Juli 1996
SBB bestellt Neigezüge
Für das Konzept Bahn & Bus 2000 bestellen die SBB in der ersten Serie 24 siebenteilige Intercity-Neigezüge mit der Bezeichnung RABDe 500 bei Adtranz, FIAT-SIG und SWG für 497 Millionen Franken.
www.wikipedia.de (2021)
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1996  / Donnerstag, 15. August 1996
Flüeler Gemeinderat erachtet Realisierung von Neat-Basistunnel und Zufahrtslinie als unrealistisch
Das Gotthard-Komitee spricht sich für eine Auftrennung der Neat-Netzlösung und für einen vorläufigen Verzicht auf den Lötschberg aus finanziellen Gründen aus. In einem Schreiben an den Urner Regierungsrat geht der Gemeinderat Flüelen davon aus, dass die Erfüllung der Hauptforderung des Kantons Uri -- Neat-Basistunnel und Zufahrtslinie am Gotthard gleichzeitig -- unrealistisch ist. Aufgrund dieser veränderten Ausgangslage ist der Gemeinderat Flüelen der Ansicht, mit Schwergewicht die Forderung nach Erfüllung der Lärmschutzmassnahmen an der bestehenden Zufahrtslinie (Umfahrung Flüelen) zu vertreten.
UW 102, 31.12.1996
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1996  / Dienstag, 20. August 1996
Der Urner Regierungsrat bekräftigt seine Forderung nach der Neat-Zufahrtslinie
"Die Zufahrtsstrecken müssen ins Bau- und Finanzierungsprogramm aufgenommen werden!" Der Urner Regierungsrat bekräftigt seine Forderung nach der Neat-Zufahrtslinie und weist auch auf den Unterschied zur Stellungnahme des Gotthard-Komitees hin. Die zeitliche und finanzielle Optimierung des Baus der Zufahrtslinien habe so zu erfolgen, "dass die integrale Gotthard-Achse von Arth-Goldau bis Lugano im gleichen Zeitraum dem Betrieb übergeben werden kann."
UW 102, 31.12.1996
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1996  / Sonntag, 3. November 1996
Überführung wird über Nacht eingesetzt
In der Nacht vom 3./4. November wird der zwischen den Bahnhöfen Amsteg und Gurtnellen gelegene Niveauübergang Dangel durch eine Überführung ersetzt. Um das rund 40 Tonnen schwere und 16,5 Meter lange Zwischenstückstück der Brücke verankern zu können, muss die Gotthardstrecke für 115 Minuten gesperrt und der weltgrösste Schienenkran Kirow eingesetzt werden.
UW 102, 31.12.1996
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1996  / Samstag, 9. November 1996
FO wieder in Betrieb
Die Furka-Oberalp-Bahn kann zwischen Göschenen und Andermatt den normalen Bahnbetrieb wieder aufnehmen Wegen Totalsanierung einer Teilstrecke wurden die Reisenden seit dem 20. Oktober per Bus befördert.
UW 102, 31.12.1996
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1996  / Dienstag, 10. Dezember 1996
Ständerat genehmigt den Bundesbeschluss über den ersten Gesamtkredit der Neat
Der Ständerat genehmigt den Bundesbeschluss über den ersten Gesamtkredit für die verwirklichung der Neat (1'596 Millionen). Der teilbeschluss, die Neat nicht zu etappieren und die Netzvariante des Bundesrates zu unterstützen, fällt mit 23:22 Stimmen.
UW 102, 31.12.1996
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1997  / Mittwoch, 22. Januar 1997
Pendolino-Verbindung zwischen Zürich und Mailand wird eingeweiht
Die neue Pendolino-Verbindung zwischen Zürich und Mailand wird eingeweiht. Vom 25. Januar an verkehrt dieser Hochgeschwindigkeitszug fahrplanmässig auf der Gotthardstrecke.
UW 102, 31.12.1997
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1997  / Mittwoch, 19. Februar 1997
Studie für "Lötschberg allein"
Eine im Auftrag des Bundesamtes für Verkehr (BAV) in Auftrag gegebene Wirtschaftlichkeitsstudie kommt zum Schluss, dass auch bei einer redimensionierten Neat die Wirtschaftlichkeit schlecht sei. Nur die Variante "Lötschberg allein" zahle ihre Investitionskosten vor dem Jahre 2070 aus. Die heutigen Bahnkapazitäten seien zudem grösser als bisher angenommen.
UW 102, 31.12.1997
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1997  / Mittwoch, 19. Februar 1997
Neuer Lösch- und Rettungszug der SBB
Der Bahnhof Göschenen erhält einen neuen Lösch- und Rettungszug der SBB. Ein LRZ 1996 besteht aus einem Tanklöschwagen, einem Gerätewagen und einem Rettungswagen. Dazu kommt eine Diesellokomotive. Der Sollbestand der Besatzung beträgt 35 ausgebildete Personen, rekrutiert aus Abteilungen wie Baudienst und Zugförderungsdienst. Ein LRZ kostet rund 2,5 Millionen Franken.
UW 102, 31.12.1997
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1997  / Mittwoch, 26. März 1997
Mitteilung der SBB sorgt für Aufregung
Eine Mitteilung der SBB sorgt für Aufregung: Die Kosten für den Bau des Basistunnels am Gotthard werden neu je nach Baumethode und geologischen Prognosen für den Bereich Piora auf 200 bis 700 Millionen Franken veranschlagt. Bisher ist man im schlimmsten Fall von 300 Millionen ausgegangen. Die SBB nehmen an, dass die Ausdehnung der gefürchteten Pioramulde auf Tunnelniveau 250 Meter beträgt.
UW 102, 31.12.1997
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1997  / Montag, 7. April 1997
FDP-Fraktion reicht Interpellation zur Neat ein
Thomas Arnold reicht im Namen der FDP-Fraktion eine Interpellation zur Neat ein. Uri soll öffentlich erklären, den Gotthard-Basistunnel zu wollen, und Dialogbereitschaft bezüglich Zufahrtslinien signalisieren.
UW 102, 31.12.1997
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1997  / Donnerstag, 17. April 1997
Tessiner gehen in der Neat-Diskussion in die Offensive
Die Tessiner Delegation der Bundesparlamentarier geht in der Neat-Diskussion in die Offensive. Eine Neat ohne Gotthard-Röhre soll mit dem Referendum bekämpft werden.
UW 102, 31.12.1997
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1997  / Freitag, 18. April 1997
SP-Geschäftsleitung von FDP-Vorstoss nicht begeistert
Die Geschäftsleitung der SP Uri beurteilt in einer Medienmitteilung die Neat-Interpellation der FDP Uri als "politisch absurd", "kopflos" und "gefährlich".
UW 102, 31.12.1997
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1997  / Mittwoch, 23. April 1997
"Erklärung von Sedrun"
Die elf Kantone des Gotthard-Komitees sowie sieben Ostschweizer Kantone verlangen in einer "Erklärung von Sedrun" den Bau des Gotthard-Basistunnels als unverzichtbares Rückgrat der Neat. Der Urner Volkswirtschaftsdirektor Ambros Gisler fordert dabei eine "innovative Neat am Gotthard" aus Gründen der Marktwirtschaft, der Verkehrspolitik und des Umweltschutzes. "Der Gotthard bleibt nach den weiterhin gültigen Annahmen der Verkehrsfachleute unentbehrlich und wird somit durch die frühere Fertigstellung des Lötschbergs nicht etwa überflüssig. Eine gestaffelte Inbetriebnahme wird die Vorzüge beider Achsen dieses Netzsystems optimal und zeitgerecht zur Geltung bringen. Diese zusätzliche Zeit sollte auch in Uri genützt werden, vor allem für die Evaluierung der Varianten der Zufahrtsstrecken. Zurzeit besteht hier keine Eile. Wichtig ist nach meinem Dafürhalten die Verankerung des Grundsatzes, dass die Zufahrtsstrecken integrierende Bestandteile der Neat bilden, wie es ja der Ständerat beschlossen hat. Die Umstellung auf die neuen Verhältnisse "am Berg" darf nicht zur Panik führen, sie kann vielmehr als eine Chance für eine sinnvolle und ausgereifte Gesamtlösung genutzt werden." (CVP-Ständerat Hans Danioth im UW Nr. 32/1997).
UW 102, 31.12.1997
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1997  / Mittwoch, 7. Mai 1997
Lötschberg zuerst, Gotthard bei Bedarf später
Lötschberg zuerst, Gotthard bei Bedarf später, als Pfand für die Gotthardkantone der Zimmerberg und der Ceneri: Auf diese Mittellösung legt sich die Verkehrskommission des Nationalrates mit grosser Mehrheit fest. Die Lötschberg-Befürworter reagieren mit Genugtuung, das Gotthard-Komitee ist enttäuscht.
UW 102, 31.12.1997
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1997  / Donnerstag, 15. Mai 1997
Kritik der CVP an der FDP wegen Neat
An der Delegiertenversamm-lung der CVP Uri übt Präsident Leo Brücker harte Kritik an der FDP Uri und ihrer Neat-Politik: "Es ist für uns nicht nachvollziehbar, was für Ziele die FDP Uri mit ihrem Kurswechsel verfolgt. Die Interessen des Kantons Uri jedenfalls vertritt sie nicht."
UW 102, 31.12.1997
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1997  / Dienstag, 20. Mai 1997
Kritische Analyse der Ecoplan-Studie
Professoren der ETH Zürich und weitere Verkehrsökonomen präsentieren anlässlich der Medienkonferenz des Gotthard-Komitees Ergebnisse ihrer Studien zur Wirtschaftlichkeit der Neat, das heisst ihre kritische Analyse der Ecoplan-Studie. Danach ist klar: "Die Gotthard-Achse kann betriebswirtschaftlich rentabel sein und ist volkswirtschaftlich die beste Variante." Die Notwendigkeit des Gotthard-Basistunnels hält auch die Verkehrskommission des Nationalrates für gegeben. Sie hat deshalb die Auflage des Bedarfsnachweises aus dem Alpentransitbeschluss gestrichen.
UW 102, 31.12.1997
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1997  / Sonntag, 1. Juni 1997
Fahrplanwechsel bringt massiven Angebotsausbau
Der Fahrplanwechsel bringt einen massiven Angebotsausbau im unteren Reusstal: Neu verkehren zwischen Flüelen, Altdorf und Erstfeld 15 zusätzliche Regionalzüge.
UW 102, 31.12.1997
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1997  / Montag, 2. Juni 1997
Regierungsrat nimmt Stellung zur FDP-Interpellation
Der Regierungsrat erklärt sich in der Beantwortung auf die Dringliche Interpellation der FDP-Fraktion zur Neat nicht bereit, "im voraus rechtlich unnötige und inhaltlich missverständliche Erklärungen zur Linienführungswahl abzugeben."
UW 102, 31.12.1997
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1997  / Mittwoch, 18. Juni 1997
Nationalrat verzichtet auf Benzinfünfer
Der Nationalrat beschliesst, dass für die Finanzierung der Neat-Netzvariante und der anderen Eisenbahn-Grossprojekte auch die Mehrwertsteuer beigezogen werden soll. Dafür verzichtet er für den Bezug einer Alpentransitabgabe und eines Benzinfünfers. Tagsdrauf spricht sich der Nationalrat klar für eine Etappierung der Neat aus: die Lötschberg-Basislinie, der Zimmerberg- und der Monte-Ceneri-Tunnel zuerst, der Gotthard-Basistunnel später. Der Urner Regierungsrat reagiert enttäuscht.
UW 102, 31.12.1997
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1997  / Freitag, 4. Juli 1997
Ohne Alpentransitabgabe keine Verlagerung auf die Schiene
Aus einer Studie, die das Eidgenössische Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement (EVED) beim Büro Ecoplan in Auftrag gegeben hat, geht hervor, dass, umden Marktanteil der Bahn im Güterverkehr zu halten, bei der Zulassung von 40-Tonnen-Lastwagen eine leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA) von 2,5 Rappen nötig sein wird. Nur mit einer zusätzlichen Alpentransitabgabe können die Gütertransporte von der Strasse auf die Schiene verlagert werden.
UW
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1997  / Donnerstag, 24. Juli 1997
Tunnelrettungsdienst der FO mit zwei neuen Sanitätswagen
Zwei in Eigenproduktion in der FO-Werkstätte in Göschenen hergestellte neue Sanitätswagen werden den Medien vorgestellt. Diese können künftig zusammen mit den bestehenden Rettungswagen ab den Stationen Oberwald und Realp eingesetzt werden. Für diese Investition in die Sicherheit wendete die FO rund 500'000 Franken auf.
UW 58, 26.7.1997
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1997  / Samstag, 30. August 1997
Dampflokomotive im Urnerland
"Die Bahn bewegt seit 1847": Die Jubiläumsfeierlichkeiten erreichen der Bahn erreichen auch das Urnerland. So stampft eine Dampflokomotive mit einem Nostalgiezug nach Göschenen hinauf, wo ein Bahnhoffest stattfindet.
UW 70/6.9.1997
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1997  / Montag, 17. November 1997
Gotthard: mehr Personen- und Güterverkehr
Bei einem Treffen zwischen Vertretern des Regierungsrates des Kantons Uri und einer Delegation des SBB-Kreises II wird festgestellt, dass in den vergangenen Monaten die transportierte Gütermenge auf der Gotthardachse um über 20 Prozent angestiegen ist. Das erweiterte Bahnangebot und die Weiterführung der Regionalzüge von Flüelen bis Erstfeld sei gut aufgenommen worden.
UW 92/22.11.1997
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1997  / Donnerstag, 4. Dezember 1997
Güterverkehr: Rekord auf Gotthard-Schiene
Rekordverkehr auf der Gotthardachse: 147'608 Bruttotonnen transportieren an diesem Tag die SBB. Damit wird das alte Rekordergebnis vom 16. Februar 1995 mit 139'126 Bruttotonnen übertroffen.
UW 97/10.12.1997
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1998  / Donnerstag, 30. Juli 1998
Dampfbahn-Furka-Bergstrecke (DFB): Zug im Bahnhof Gletsch eingefahren
Zum ersten Mal nach 17 Jahren fährt wieder ein Zug im Bahnhof Gletsch ein. Bis die Strecke im Jahr 2000 für den Personenreiseverkehr geöffnet werden kann, sind noch weitere Arbeiten nötig. Unter anderem muss der Bahnhof von Gletsch saniert werden. Die Gleisanlagen durch den 1,875 Kilometer langen alten Scheiteltunnel unter dem Furkapass müssen ebenfalsls renoviert werden. 1997 wurden zwischen Realp und dem Furkapass 37'000 Passagiere befördert.
UW 60, 3.8.1998
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1998  / Freitag, 11. Dezember 1998
Depots und Werkstätten der FO in Brig eingeweiht
In Brig können die neuen Depots und Werkstätten der Furka-Oberalp-Bahn (FO) nach einer dreieinhalbjährigen Bauzeit eingeweiht werden.
UW 99, 19.12.1998
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1998  / Freitag, 25. Dezember 1998
Bombenalarm im Gotthard-Eisenbahntunnel
Wegen einem Bombenalarm muss der Gotthard-Eisenbahntunnel während zweier Stunden gesperrt und untersucht werden. Zwei Pendolini und drei Schnellzüge haben auf die Durchfahrt zu warten. Eine Bombe wird nicht gefunden und kurz nach 22.00 Uhr kann der Tunnel wieder freigegeben werden. Die Polizei rechnet mit einem nachahmungstäter, welcher sich durch die Bombendrohungen gegenüber der Deutschen Bahn verleiten liess.
Radiomeldung DRS 1 26.12.1998
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1999  / Donnerstag, 10. Juni 1999
Furka-Oberalp-Bahn AG: Bahnertrag um 8,5 Prozent gesteigert
An der GV der Furka-Oberalp-Bahn (FO) AG in Andermatt warten Verwaltungsratspräsident Carlo Dittli und Direktor Rolf Escher mit erfreuliche Zahlen auf. Der Gesamtertrag des Bahnbetriebes kann 1998 im Vergleich zum Vorjahr um 4,5 Millionen Franken oder 8,5 Prozent auf 57,14 Millionen Franken gesteigert werden.
UW 45, 12.6.1999
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1999  / Donnerstag, 30. September 1999
Erste Dampflok von Realp nach Gletsch
Ein Meilenstein für die Wiederinbetriebnahme der Furka-Bergstrecke ist gelegt: Die erste Dampflock mit Beizug fährt - von Realp kommend - im Bahnhof Gletsch ein.
UW 77, 2.10.1999
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1999  / Donnerstag, 4. November 1999
Baubeginn beim Gotthard-Basistunnel
Mit der ersten Sprengung beginnt offiziell der Bau am Gotthard-Basistunnel. Bereits seit 1993 werden jedoch Sondierbohrungen durchgeführt.
www.alptransit-portal.ch (2016); www.wikipedia.de (2016)
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1999  / Donnerstag, 25. November 1999
SBB-Güterverkehr: Neuer Rekord auf der Gotthardachse
Die SBB schleppen die rekordmenge von 150 159 Bruttotonnen Güter über den Gotthard. An einem Durchschnittstag werden 120 000 bis 130 000 Tonnen befördert. Die Rekordlast verteilt sich auf 158 Züge.
UW 93, 27.11.1999
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2000  / Mittwoch, 9. Februar 2000
Neuer Rekord auf der Gotthardachse
Die SBB verzeichnen einen Rekord an beförderten Gütertonnen auf der Gotthardachse. Insgesamt schleppen 155 Güterzüge 155'237 Bruttotonnen Güter durch den Gotthard. Davon fuhren 84 Züge in den Süden und 71 in den Norden. An einem Durschnittstag werden 120'000 bis 130'000 Tonnen befördert.
UW 12, 12.2.2000
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2000  / Montag, 29. Mai 2000
FO: Autoverlad und Verkehrsertrag als Sorgenkinder
Für die Furka-Oberalp-Bahn (FO) war das Geschäftsjahr 1999 ein recht unterschiedliches Jahr. Wie an der Bilanz-Pressekonferenz im Bahnhof Andermatt bekannt gegeben wird., konnte der Unternehmungsgewinn gegenüber 1998 von 0,2 auf 0,4 Millionen verdoppelt werden. Zur Ergebnisverbesserung beigetragen haben Leistungen für Dritte, insbesondere für den Ausbau AlpTransit in der Surselva, sowie die Eigenleistungen für Anlagen. Unerfreulich für die FO ist die Reduktion des Verkehrsertrages von 21,6 auf 19,8 Millionen Franken. Besondere Sorge bereitet bereitet der Frequenzrückgang beim Autotransport durch den Furkatunnel. Ein wesentlicher grund für den Ertragseinbruch ist der vergangene Lawinenwinter, während dem die Bahnstrecke volle 40 Tage in grösseren und kleineren Teilen gesperrt war.
UW 42, 31.5.2000
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2000  / Donnerstag, 8. Juni 2000
Deutscher Tunnelarbeiter wird im Gottahrd-Basistunnel tödlich verletzt
Im Schacht von Sedrun wird der 33-jährige Deutsche Andreas Reichhardt von einer 40 Kilogramm schweren Förderstange getroffen. Er hinterlässt seine Frau und den dreijährigen Sohn.
www.tagesanzeiger.ch (12.10.2010)
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2000  / Freitag, 14. Juli 2000
Mit der Dampfbahn von Realp nach Gletsch
Die Strecke Realp-Gletsch ist wieder mit der Dampfbahn befahrbar. Ddie Reisenden können mit den Dampfzügen wieder am Rhonegletscher vorbeifahren. Die Strecke wird nach 32-jährigem Unterbruch wieder offiziell eröffnet. Viele begeisterte Eisenbahnfreunde, Helferinnen und Helfer haben während Jahren hart auf diese Ziel hin gearbeitet.
UW 55, 15.7.2000
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2000  / Donnerstag, 5. Oktober 2000
Bergvariante lang ist nicht ein "Trösterli"
Die Bergvariante lang für die neat-Zufahrt zum Gotthard-Basistunnel im Kanton Uri ist nicht ein "Trösterli", sondern sie wird ernsthaft geprüft. Das versichert Bundesrat Moritz Leuenberger im Ständerat in seiner Antwort auf die Interpellation von Hansheiri Inderkum.
UW 79, 7.10.2000
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2001  / Dienstag, 13. März 2001
Südafrikaner wird im Abschnitt Sedrun verschüttet
Im Schacht von Sedrun wird der der 23-Jährige Südafrikaner Jacques du Plooy von Ausbruchmaterial verschüttet. Die Unfalluntersuchungen der zuständigen Bündner Behörden ergeben eine Verkettung unglücklicher Umstände.
www.tagesanzeiger.ch (12.10.2010)
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2003  / Mittwoch, 1. Januar 2003
Furka Oberalp Bahn fusioniert mit Zermatt Bahn
Die Furka Oberalp (FO) Bahn fusioniert mit der Zermatt-Bahn (BVZ) zur Matterhorn-Gotthard-Bahn (MGB). Das Streckennetz wird von Brig nach Zermatt erweitert.
www. wikipedia.de (2016)
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2003  / Donnerstag, 23. Januar 2003
Matterhorn Gotthard Bahn soll die ehemalige FO heissen
Nachdem sich per 1. Januar die Furka-Oberalp-Bahn (FO) und die Brig-Visp-Zermatt-Bahn (BVZ) bereits formell zusammengeschlossen haben, geben die Verwaltungsräte noch den neuen Namen „Matterhorn Gotthard Bahn“ bekannt.
www.wikipedia.de (2016)
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2003  / Donnerstag, 23. Januar 2003
Bahnfusion BVZ und FO
Matterhorn-Gotthard-Bahn nennt sich das neue Bahnunternehmen, das letzten Herbst aus der Fusion der BVZ Zermatt-Bahn (BVZ) und der Furka-Oberalp-Bahn entstanden ist. Sitz der neuen Gesellschaft ist Brig. An der offiziellen Taufe wird auch das neue Firmenlogo vorgestellt. Die Schwerpunkte der strategischen Stossrichtung der Matterhorn-Gotthard-Bahn bestehen in der Optimierung der Regionalverkehrsleistungen und dem Ausbau des touristischen Fernverkehrs.
UW 7, 25.1.2003; 14, 19.2.2003
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2003  / Montag, 17. Februar 2003
Zur Zielsetzung der Matterhorn-Gotthard-Bahn
Die Fusion der Furka-Oberalp-Bahn (FOB) und der Brig-Visp-Zermatt-Bahn (BVZ) führt bis 2007 zu einem Abbau von total 56 Stellen. Uri verliert sieben Arbeitsplätze. Die Lehrstellen bleiben erhalten. Der Zusammenschluss zur Matterhorn-Gotthard-Bahn sei grundsätzlich eine Stärkung des Unternehmens und langfristig eine Sicherung der Arbeitsplätze, betont der Urner Regierungsrat in der Antwort auf die kleine Anfrage von Landrätin Edith Rosenkranz (SP), Altdorf.
UW 14, 19.2.2003
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2003  / Donnerstag, 3. April 2003
Tödlicher Arbeitsunfall im Basistunnel
Auf der Südseite des Tunnelvortriebs bei Faido kommt es zu einem tödlichen Zwischenfall. Der deutsche Mineur Heiko Bujak wird bei Felssicherungsarbeiten von einem grossen Steinbrocken erschlagen. Bujak war 35-jährig und hatte mit seiner Partnerin eine Tochter. Der Mineur hatte sich zum Ziel gesetzt, Sprengmeister zu werden.
www.tagesanzeiger.ch (12.10.2010)
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2003  / Donnerstag, 11. September 2003
Tödlicher Arbeitsunfall bei der ATG-Baustelle in Amsteg
Auf der Baustelle der AlpTransit Gotthard (ATG) AG in Amsteg ereignet sich ein tödlicher Arbeitsunfall. Beim Abrollen eines Hochspannungskabels löst sich die Kabelrolle aus der Halterung und trifft einen 37-jährigen österreichischen Mineur am Kopf. Der 37-jährige Albert Günzinger aus dem Bundesland Salzburg verstirbt noch auf der Umfallstelle. Der Verunfallte hatte einen kleinen Sohn.
UW 72, 13.9.2003; www.tagesanzeiger.ch (12.10.2010)
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2003  / Freitag, 10. Oktober 2003
MGB auf der Oberalp: Beneidenswerte Infrastruktur
Nach drei Jahren Bauzeit werden auf der Oberalp der neu erstellte Oberalptunnel und die Bahnhofstation offiziell ihrem Zweck übergeben. Die Matterhorn Gotthard Bahn (MGB) verfügt nun auf ihrer höchsten Stelle über die ideale Infrastruktur, um im Winter dem Ansturm von Wintersportlern gewachsen zu sein.
UW 81, 15.10.2003
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2003  / Sonntag, 7. Dezember 2003
Neue Dienstkleider für Matterhorn-Gotthard-Bahn
Mit einer Modeschau präsentiert in Andermatt die Matterhorn-Gotthard-Bahn ihre neuen Dienstkleider.
UW 98, 13.12.2003
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2004  / Samstag, 24. April 2004
SBB Cargo: In Uri fallen sechs Stellen weg
SBB Cargo reorganisiert den Güterwagenunterhalt und hofft auf Einsparungen von 1,7 Millionen Franken, enn unproduktive Überfahrten sollen künftig vermieden werden. Diese Reorganisation trifft das SBB-Depot in Erstfeld hart: Sechs Stellen fallen weg.
UW 31, 24.4.2004
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2004  / Donnerstag, 6. Mai 2004
SBB-Tochter lässt Eisenbahnerdorf fallen
SBB Cargo lässt den Standort Erstfeld während der nächsten zehn bis 15 Jahren zugunsten von Arth-Goldau fallen. Die Behörden und tags darauf die Angestellten des Cargo-Standortes Erstfeld werden darüber informiert. Bei den betroffenen rund 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter herrscht Unverständnis, Wut und Enttäuschung. Es wird nun politischer Druck gefordert. Auch die Urner Regierung nimmt den Entscheid mit Befremden zur Kenntnis.
UW 36, 12.05.2004
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2004  / Mittwoch, 26. Mai 2004
Dringliche Interpellation zum SBB-Depot in Erstfeld
Erstfeld werde mit der neuen Strategie von SBB Cargo «Seele und Herz» genommen, sagt Paul Jans (CVP) im Landrat. «Wir erwarten, dass der Regierungsrat alles unternehmen wird, um den einzigen grossen SBB-Stützpunkt in Uri zu erhalten», schreiben die Landrätinnen und Landräte aus Erstfeld. Ihre Interpellation, unterschrieben von insgesamt 55 Mitgliedern des Landrates, wirds dringlich erklärt. Regierungsrat und Landrat sind verärgert über den Entscheid der SBB cargo AG, den Standort Erstfeld aufzugeben.Der Regierungsrat ist vor vollendete Tatsachen gestellt worden. alten der SBB-Spitze. Informationsblätter von SBB Cargo und das Protokoll zur Sitzung der Behördendelegation Kanton Uri / SBB widersprechen sich.
UW 41, 29.5.2004
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2004  / Donnerstag, 3. Juni 2004
SBB Cargo hält am Entscheid fest
Mit dem Entscheid von SBB Cargo, den Standort Erstfeld nach Arth-Goldau zu verlagern, verliert die Gemeinde Erstfeld bis 2015 gut 250 Arbeitsplätze. In einem Gespräch mit der SBB-Spitze will die Urner Regierung bewirken, dass die SBB auf diesen Entscheid zurückkommt. Das Gespräch findet in Luzern statt. Die SBB halten an ihrer Strategie fest, Uri werden jedoch Zugeständnisse zugesichert. So soll ein Erhaltungs- und Interventionszentrum Neat Nord aufgebaut werden - mit rund 40 Arbeitsplätzen.
UW 43, 5.6.2004
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2004  / Sonntag, 12. Dezember 2004
Grosser Fahrplanwechsel der SBB
Im Rahmen der Realisierung des Projekts Bahn 2000 ändern 90 Prozent aller Züge den Fahrplan, ausserdem werden schweizweit gleichzeitig 12 Prozent mehr Züge eingesetzt.
www.wikipedia.de (2016)
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2005  / Mittwoch, 16. Februar 2005
Kantonsbeitrag an die Matterhorn-Gotthard-Bahn
Der Kanton Uri leistet einen Beitrag von 1,392 Millionen Franken an die Investitionen für die Ostausfahrt Brig der Matterhorn-Gotthard-Bahn (MGB). Es handelt sich um ein bedingt rückzahlbares Darlehen. In Brig soll aus dem Kopf- neu ein Durchgangsbahnhof entstehen. Die Reisezeit von Uri nach Visp wird sich um 30 Minuten verkürzen. Diese Investition wird besonders für die Tourismusregion Ursern als bedeutungsvoll erachtet.
UW 13, 19.2.2005
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2005  / Montag, 21. Februar 2005
Tödlicher Unfall von zwei Arbeitern im Gotthard-Basistunnel
Im Stollen von Bodio springen von einem Zug mit Ausbruchmaterial die beiden hintersten Wagen aus den Gleisen und setzen dadurch auf der Parallelspur einen Servicewagen ungewollt in Bewegung. Zwei italienische Arbeiter werden erdrückt. Salvatore di Benedetto, 24-jährig, trifft der Unfall am letzten Arbeitstag im Tunnel. Sein Landsmann Andrea Astorino, 31-jährig, wäre wenige Monate später Vater geworden.
www.tagesanzeiger.ch (12.10.2010)
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2005  / Mittwoch, 22. Juni 2005
Grosse Strompanne legt SBB lahm
Am frühen Abend bringt ein netzweiter Stromausfall den Zugverkehr der SBB und vieler anderer Bahnen für über drei Stunden zum Erliegen. Geschätzte 200'000 Reisende und rund 2000 Züge sind von dieser bisher grössten Betriebspanne der SBB direkt betroffen. Ursache für die Störung ist eine Überlast auf der Stromübertragungsleitung Amsteg–Rotkreuz. Diese hat infolge von Bauarbeiten an der Leitung Amsteg–Steinen als einzige Verbindung den gesamten Energieaustausch zwischen der Gotthardregion und den anderen Landesteilen zu bewältigen, verfügte aber über eine geringere Transportkapazität als in der Anlagendokumentation angegeben.
www.wikipedia.de (2016)
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2005  / Samstag, 3. September 2005
Glacier Express: Zum Gebrutstag neues Rollmaterial
Der Glacier Express, ein gemeinsames Angebot der Matterhorn-Gotthard-Bahn (MGB) und der Räthischen Bahn (RhB), kann heuer auf sein 75-jähriges Bestehen zurückblicken. Dieses Jubiläum soll unter anderem genutzt werden, neues Rollmaterial anzuschaffen. Anlässlich einer würdigen Feier im Depot Andermatt wird ein erster modernen Panoramawagen vorgestellt.
UW 71, 10.9.2005
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2005  / Sonntag, 11. Dezember 2005
Rauchen in den Zügen wird verboten
Mit dem Fahrplanwechsel verbieten die Schweizer Bahnen das Rauchen in allen Zügen; auch in den Bahnhöfen werden rauchfreie Zonen markiert.
www.wikipedia.de (2016)
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2006  / Montag, 3. April 2006
Deutsche Bahn beendet Kooperation mit SBB Cargo: Sieben Zugspaare pro Tag weniger auf Gotthardlinie
Auf der Nord-Süd-Achse Deutschland-Italien hat die Deutsche Bahn die Zusammenarbeit mit SBB Cargo beim Kooperationsverkehr gekündigt. Dies führt dazu, dass für SBB Cargo auf der Gotthardlinie täglich sieben Zugspaare wegfallen. Trotz vorübergehenden Auslastungsproblemen beim Lokpersonal in Erstfeld, Basel und Tessin will SBB Cargo aber keine Stellen abbauen.
UW 20, 18.3.2006
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2006  / Montag, 24. Juli 2006
DFB kann dritte Dampflokomotive in Betrieb nehmen
Die ehemals im Besitz der Furka-Oberalp-Bahn befindliche Lok 4 ging 1997 leihweise an die Dampfbahn Furka-Bergstrecke über. Nachdem sie in der DFB-Werkstätte Chur betriebsfähig aufgearbeitet wurde, kann sie als dritte Dampflokomotive der DFB in Betrieb genommen werden. Die Lok wurde historisch korrekt restauriert und vollständig schwarz lackiert. Anlässlich der Eröffnung des Streckenabschnitts Gletsch–Oberwald im Jahr 2010 geht die Lok als Geschenk an die DFB über.
www.wikipedia.de
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2006  / Mittwoch, 6. September 2006
Erster Durchschlag im Gotthard-Basistunnel in Faido
Ein erstes Etappenziel im Gotthard-Basistunnel ist erreicht. Kurz vor 12.00 Uhr durchbricht die erste Tunnelbohrmaschine (TBM) in Faido die letzte Gesteinsschicht. Im Dampf und Staub erleben rund 1400 Personen den denkwürdigen Durchstich - 1500 Meter unter der Erde - mit. 1'000 Arbeiter haben in den vergangenen rund vier Jahren um die 4 Millionen Stunden im Tunnelvortrieb von Bodio Richtung Faido respektive von Faido Richtung Bodio gearbeitet. Sie haben die 13,450 Kilometer Vortrieb massgeblich geschafft. Für sie wird der Tag des Durchstichs als Festtag gestaltet. Auch Peter Zbinden, Vorsitzender der Geschäftsleitung der AlpTransit Gotthard AG, würdigt in seiner Festansprache die grosse Leistung aller Beteiligten: «Noch nie wurde ein derart langer Tunnel so tief unter dem Gebirge gebaut.» Der Durchschlag ist für den April 2005 eingeplant gewesen, doch erfolgt dieser aufgrund von geologischen Problemen erst 17 Monate später (Oströhre), jener in der Weströhre noch einen Monat später.
Bevor der neue Tunnelabschnitt Faido-Sedrun in Angriff genommen werden kann, gilt es, zahlreiche Vorbereitungsmassnahmen zu treffen. Die beiden Tunnelbohrmaschinen werden zuerst einem Umbau mit einer Erweiterung des Bohrkopfes auf 9,40 Meter und einer gründlichen Revision unterzogen. Ab Juni 2007 soll mit dem Anfräsen in Richtung Sedrun begonnen werden.

UW 70, 9.9.2006
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2006  / Donnerstag, 23. November 2006
Tödlicher Arbeitsunfall im Gotthard-Basistunnel
Auf der Neat-Baustelle in Sedrun ereignet sich ein tödlicher Arbeitsunfall. Der 28-jährige, deutsche Schachtkopfdisponent Thorsten Elsemann überwacht von der sicheren Kabine aus den Abtransport von Ausbruchmaterial. Vermutlich verlässt er seinen sicheren Posten für eine Überprüfung und wird von einem mit Ausbruchmaterial beladenen Schotterwagen erdrückt. Möglicherweise ist er mit dem Anzug hängengeblieben und dann gestürzt. Erst gut ein Jahr zuvor war er mit Frau und Kind von Deutschland nach Sedrun gezogen.
UW 92, 25.11.2006; www.tagesanzeiger.ch (12.10.2010)
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2007  / Donnerstag, 6. September 2007
Champagner für die Bahn und den Gottardo
125 Jahre ist ein Grund zum Feiern. Seit der Eröffnung des Gotthard-Bahntunnels 1882 sei die Schweiz keine Insel mehr, erklärt Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey beim Festakt zum 125-Jahr-Jubiläum der Gotthardbashn in Bellinzona. Bei einem Suppenhalt der Sonderzüge in Göschenen wird eine Lokomotive RE 484 von SBB Cargo auf den Namen "Gottardo" getauft. Beim Arbeiterdenkmal in Airolo legen sie eine Kranz nieder zum Gedenken an die 177 Arbeiter, die während der zehnjährigen Bauzeit ums Leben gekommen waren.
UW 70, 8.9.2007
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2007  / Montag, 10. September 2007
Übergabe einer Elektrolokomotive an die Dampfbahn Furka-Bergstrecke
HGe 4/4 I Nr. 16, die nach einem Umbau für Pendelzugbetrieb 1987 als Reserve für die Pendelzüge Täsch–Zermatt in Einsatz kam und bei Dienstzügen eingesetzt wurde, wird zu einem symbolischen Preis an die Dampfbahn Furka-Bergstrecke verkauft. Die Lokomotive wird in Gletsch abgestellt. www.wikipedia.de (2016)
www.wikipedia.de
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2007  / Mittwoch, 17. Oktober 2007
Durchschlag zwischen Amsteg und Sedrun
Ereignis im Berg. Ein weiterer Durchstich ist gelungen. Die Mineure von Sedrun und Amsteg reichen sich die Hand, Die Abweichung der beiden Abschnitte betrug horizontal knapp 15 und vertikal nur gerade 1 Zentimeter. Nach Angaben der Bauherrin, der AlpTransit Gotthard AG, sind inzwischen 105 Kilometer am Gotthard ausgebrochen, fast 70 Prozent des 153 Kilometer langen Teilabschnitt Amsteg der Weströhre frassen sich zwei Tunnelbohrmaschinen durch den Berg. Der 6 Kilometer lange Abschnitt Sedrun wurde im Sprengvortrieb ausgebrochen.
UW 82, 20.10.2007
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2007  / Dienstag, 4. Dezember 2007
Maschineller Vortrieb beginnt - Seit gestern dreht sich Gabi I wieder
Am Barbaratag wird im Rahmen der Andrehfeier die Tunnelbohrmaschine Gabi I (S-229) gestartet. 21 Meter lang ist die im Sprengvortrieb ausgebrochene Startröhre: Darin steckt der Kopf von Gabi I mit einem Durchmesser von 9,55 Meter. Dieser fräst sich nun durch den Erstfelder Gneis nach Amsteg. Mihilfe von zwei Seitenstützen (Gripper) presst sich die Tunnelbohrmaschine (TBM) seitlich gegen die Stollenwand und drückt mit gewaltigem Druck nach vorne. Dort fräsen 62 Rollenmeissel jeweils 2 Meter in den Berg. Anschliessend folgt der nächste Hub: Die Gripper werden vorgezogen und neu verspannt, um weitere 2 Meter zu fräsen. Schritt für Schritt bis nach Amsteg.
Die Tunnelbohrmaschine Gabi I der Arbeitsgemeinschaft Gotthardbasistunnel Nord (Murer/ Strabag) hat bereits die rund 11 Kilometer lange Oströhre on Amsteg bis zur Losgrenze Sedrun ausgefräst. Bis Ende Februar 2008 läuft der Rumpfvortrieb: Der erste Teil der Maschine – der rund 150 Meter lange Rumpf – frisst sich in den Berg, um Platz zu schaffen für den Nachläufer. Dieser rund 300 Meter lange Teil beherbergt alle logistischen Einrichtungen für den Vortrieb und wird an die Rumpfmaschine angehängt. Sobald Gabi I anfangs April 2008 komplett ist, beginnt sie mit dem Leistungsvortrieb. Bis Mai 2008 soll dann auch ihre Weggenossin Gabi II den Leistungsvortrieb in der Weströhre aufnehmen. Ziel der Verantwortlichen ist es, bis Ende 2009 anfangs 2010 mit beiden Tunnelbohrmaschinen in Amsteg einzutreffen.

UW 95, 5.12.2007
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2008  / Samstag, 5. April 2008
In Erstfeld kommt es zum Stellenabbau
Die Cargo-Leitstelle in Erstfeld wird aufgehoben und wird neu in Goldau angesiedelt. Die betroffenen Mitarbeiter werden aber nicht entlassen. Hoffen dürfen die Lokführer.
UW 26, 5.4.2008
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2008  / Samstag, 29. November 2008
SBB Cargo setzt immer mehr auf Goldau
Sechs SBB-Angestellte weniger in Erstfeld: Die Disponenten der SBB-Cargo-Leitstelle haben ab Dezember ihren Arbeitsplatz neu in Goldau statt wie bisher in Erstfeld. Die Leitstelle der SBB Cargo wird in Erstfeld das letzte Mal besetzt sein. Die fünf Disponenten und der Teamleiter werden ihre Arbeit von Goldau aus erledigen. In der neu gegründeten Leitstelle Goldau werden künftig rund zehn Personen für die Disposition der Lokführer und Güterzüge der SBB Cargo zuständig sein. Der Entscheid zugunsten von Goldau und gegen die bisherigen Standorte Erstfeld und Basel erfolgte aus Rentabilitätsgründen. Hauptgrund: Die SBB Cargo hat wegen des freien Schienenzuganges mittlerweile im Güterverkehr rund 50 Prozent Marktanteil an die Konkurrenz verloren.
UW 93, 26.11.2008
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2009  / Montag, 9. März 2009
Spatenstich - Erste Etappe Richtung Kantonalbahnhof hat begonnen
Das Ziel ist klar: Der Bahnhof Altdorf soll dereinst zum Kantonalbahnhof werden. Am Montag feierten Kanton, Gemeinde und die SBB mit dem Spatenstich den Beginn der Arbeiten. Die Um- und Ausbauarbeiten am Bahnhof Altdorf haben begonnen. Insgesamt 32 Millionen Franken investieren die SBB und die AlpTransit Gotthard für die Neugestaltung der Bahnhofanlage. Am Bahnhof Altdorf entsteht eine stufenfreie Personenunterführung, ein neuer, überdachter Aussenperron mit Wartehalle, und die Gleisanlagen werden angepasst. Der bestehende Güterschuppen wird zu einem Dienstleistungszentrum umgebaut, in dem ein SBB-Schalter, ein Coop-Pronto-Shop und ein Kiosk Platz finden werden. Dieses Zentrum soll bereits im September dieses Jahres eröffnet werden. Auch die WC-Anlagen werden erneuert, und neue Parkplätze werden entstehen. In einer weiteren Phase soll der Bahnhof so ausgebaut werden, dass InterCity-Züge regelmässig in Altdorf halten. Dazu werden insbesondere Perrons mit einer Länge von 400 Metern benötigt. Bis 2011 wird die erste Etappe realisiert. Für die Standortwahl des zukünftigen Kantonalbahnhofs Uri waren für den Regierungsrat mehrere Argumente ausschlaggebend.
UW 18, 11.3.2009
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2009  / Mittwoch, 13. Mai 2009
Neat-Zufahrtslinie im Landrat
Die Urner Regierung soll sich beim Bahn-Ausbaupaket «Bahn 2030» für die Realisierung einer ersten Etappe der Neat-Bergvariante starkmachen. Zumindest für einen einspurigen Tunnel. Dies forderte Landrat Leo Brücker (CVP), Altdorf, in seiner Parlamentarischen Empfehlung vom 10. Dezember. Der Regierungsrat jedoch ist für ein anderes Vorgehen und empfiehlt dem Landrat in seiner Antwort, die Parlamentarische Initiative nicht zu überweisen. Er bevorzuge das Vorgehen, dass zum gleichzeitigen Bau eines zweiröhrigen Axentunnels, wie dies die SBB möchten, ein Flüelen-Umfahrungstunnel erstellt wird. Erst in einer zweiten Etappe sei der Tunnel Berg lang in Angriff zu nehmen.
UW 37. 16.5.2009
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2009  / Dienstag, 16. Juni 2009
Durchschlagsfeier in der Oströhre zwischen Erstfeld und Amsteg
In Rekordzeit von nur 18 Monaten hat sich die Tunnelbohrmaschine Gabi I durch die 7,2 Kilometer lange Strecke von Erstfeld nach Amsteg durch den Berg gefressen. Sechs Monate früher als geplant, kann der Durchschlag gefeiert worden. Um 11.58 Uhr ist es soweit: unter lautem Getöse und einer grossen Staubwolke ergibt sich in der Oströhre der Berg zwischen Erstfeld und Amsteg dem ständigen Druck der Tunnelbohrmaschine Gabi I. Bei ihrer Ankunft in Amsteg beträgt ihre horizontale und vertikale Abweichung weniger als 1 Zentimeter. Bundesrat Moritz Leuenberger spricht denn auch von einem Sieg der Mineure. «Sie haben in den letzten Monaten und Jahren grossartiges geleistet.» Für Renzo Simoni, Geschäftsleitungsvorsitzender AlpTransit Gotthard AG, ist der Durchschlag ein weiterer wichtiger Meilenstein beim Bau der ersten Flachbahn durch die Alpen.
UW 46, 17.6.2009
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2009  / Donnerstag, 3. September 2009
Bahnhof Altdorf mit neuem Dienstleistungszentrum
Im ehemaligen Güterschuppen beim Bahnhof Altdorf wird ein grosszügiges SBB-Reisezentrum mit angegliedertem Kiosk und Coop-Laden eingeweiht.
UW 69, 5.9.2009
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2009  / Montag, 30. November 2009
Lawine reisst Personenwagen der MGB mit
Am frühen Nachmittag entscheidet die Matterhorn-Gotthard-Bahn (MGB), den Betrieb der Oberalpstrecke ab 15 Uhr wegen Lawinengefahr einzustellen. Kurs vor 14 Uhr reisst eine Neuschneelawine zwischen Nätschen und dem Oberalppass die drei Personenwagen und den beladenen Autotransportwagen eines von Andermatt nach Disentis/Mustér fahrenden Zuges den Hang hinunter. Die Lokomotive HGe 4/4 II 105 bleibt auf den Schienen. Von den neun Fahrgästen werden zwei leicht verletzt.
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2010  / Mittwoch, 31. März 2010
Die SBB planen Bahnausbau ohne den Axentunnel
Bis zu 21 Milliarden Franken soll der Ausbau der Bahninfrastruktur kosten. Nicht eingeplant ist aber der Axentunnel. Denn ausgebaut wird vor allem die Ost-West-Verbindung. 12 Milliarden Franken investiert der Bund in den Bau der Neat-Strecke am Gotthard. Doch für den Bau der Zufahrtslinie am Axen fehlt nun offensichtlich das Geld - oder der Wille. Denn gemäss dem in der vergangenen Woche vorgestellten Plänen des Bundesamtes für Verkehr (BAV) und den SBB wird bis 2030 kein Axentunnel zwischen Brunnen und Flüelen gebaut, lediglich eine Profilerweiterung auf 4 Meter Eckhöhen ist vorgesehen. «Damit werden die Zufahrten auf einem absoluten Minimum gehalten», erklärt Landammann Isidor Baumann. «Man kann sich wirklich fragen, ob die Erstellung des Neat-Basistunnels damals die richtige Botschaft war, wenn man am Schluss der Nutzung dieser Grossinvestition nicht einen grösseren Stellenwert geben will.» Versprechen nicht eingehalten Dass SBB und BAV bei der «Bahn 2030» keinen Axentunnel vorsehen, überrascht Isidor Baumann. «Insbesondere wenn man sich vor Augen führt, was im Umfeld der Neat in den letzten 20 Jahren alles versprochen wurde», meint der Landammann. Jahrelang habe man bei den SBB davon gesprochen, dass man zuerst den Basistunnel am Gotthard erstelle und anschliessend die Zufahrtsstrecken ausbaue. «Dies wurde dem Volk bei der Neat-Vorlage auch so kommuniziert.» Aufgrund der von den SBB und dem BAV vorgestellten Ausbauprojekten stellt der Urner Volkswirtschaftsdirektor nun aber fest, dass sich die Prioritäten verlagert haben: «Wurde früher dem Güterverkehr und der Verlagerung der Güter auf die Schiene grosse Bedeutung zugemessen, scheint nun für die SBB vor allem der Personenverkehr von Bedeutung zu sein.» Entsprechend seien die im Bericht der SBB vorgeschlagenen Ausbauprojekte vor allem auf die Ost-West-Achse ausgerichtet sowie auf mehr Sitzplätze und mehr Züge im Personenverkehr. Selbst die Profilerweiterung auf 4 Meter am Axen würden mit dem Einsatz von Doppelstockzügen begründet. Seine Forderung nach Bern ist klar: «Eine Überarbeitung der Pläne der SBB und des BAV ist zwingend.» Zudem müsse die SBB Klarheit schaffen, was mit den für den Bau des Axentunnels reservierten Gebieten im Norden Altdorfs geschehen werde. Altdorf fordert Ausbau Betroffen von einem möglichen Verzicht auf den Axentunnel sind vor allem die Gemeinden Altdorf, Flüelen und Sisikon. Die Gemeindepräsidentin von Altdorf, Barbara Bär, setzt ein Fragezeichen hinter die reduzierten Ausbaupläne der Bahn: «Wie soll die Flachbahn durch die Alpen Realität werden, wenn die Zufahrtslinien in Altdorf Nord nicht entsprechend ausgebaut sind?» Für Barbara Bär stehen aus Sicht von Altdorf zwei Anliegen ganz klar im Vordergrund: «Der Kantonalbahnhof und die entsprechende Zufahrt im Norden müssen vorangetrieben werden. Grosse Bedenken habe ich zudem betreffend der Trassekapazitäten.» Die SBB rechneten in Zukunft mit mehr Verkehr auf der Axenlinie. Sie hätten auch schon durchblicken lassen, dass ohne Ausbau der Axenlinie die Kapazitäten knapp werden könnten. «Für den Kanton Uri wäre es katastrophal, wenn die Regionalverbindungen von und in den Kanton auf Busse verlegt würden, wenn die Kapazitäten eben nicht mehr reichen. Diesbezüglich fordern wir, dass die SBB Klarheit schafft, wie sie damit umzugehen gedenkt.» Eine Auswirkung auf die laufende Orts- und Zonenplanung der Gemeinde haben die Pläne der SBB aber nicht. Klar ist hingegen für Barbara Bär, dass sich Uri weiterhin für die Umfahrung von Flüelen stark machen soll. Damit liegt sie auf einer Linie mit dem Flüeler Gemeindepräsidenten Beat Walker. Auch er möchte, dass Flüelen zumindest von den Güterzügen in Zukunft umfahren werden kann. «Falls man die Neat wirklich zur Neat machen will, dann muss der Axentunnel gebaut werden.» Noch sei allerdings nichts verloren, auch wenn man es in Flüelen lieber gesehen hätte, dass der Axentunnel bereits in der Planung der SBB und des BAV integriert wäre. «Aufgrund der engen Kurvenradien muss in Flüelen früher oder später sowieso ausgebaut werden», ist Beat Walker überzeugt. Und das könne nur im Berg passieren. Uri will den Axentunnel Wie aber geht es nun für Uri weiter? Isidor Baumann: «Wir werden uns – gemeinsam mit den anderen Zentralschweizer Kantonen dafür stark machen, dass sowohl der Axentunnel, als auch der Tiefbahnhof Luzern und der Zimmerbergtunnel gebaut werden.» Noch haben die Kantone Zeit, sich für ihre Anliegen in Bern einzusetzen. Denn zunächst werden sich nun alle Betroffenen zu den vorgestellten Plänen äussern. Danach verabschiedet der Bundesrat ein Projekt, das in eine ordentliche Vernehmlassung geht. «Und das letzte Wort hat das Volk, wenn über die Finanzierung der Bahn 2030 abgestimmt wird», so Isidor Baumann. Die SBB sehen keinen zusätzlicher Trassenbedarf am Axen Für die SBB hat der Ausbau der Axenstrecke keine Priorität, wie Mediensprecher Roman Marti festhält. Er weist allerdings darauf hin, dass der Axentunnel sehr wohl in der Planung zur Bahn 2030 erwähnt sei, «nämlich unter Engpassbehebung Güterverkehr Gotthard-/Lötschbergachse, momentan jedoch in der Kategorie ‹Priorität 2›», heisst es in einer Stellungsnahme. «Der Axentunnel wurde im Hinblick auf die Frage von Kapazitätserweiterungen im Rahmen von Bahn 2030 untersucht. Die Untersuchungen ergaben, dass zirka bis ins Jahr 2030 kein zusätzlicher Trassenbedarf im Personen- wie im Güterverkehr diese Massnahme erforderlich macht. Der mögliche Zusatznutzen dieses Tunnels kann die sehr hohen Investitionskosten nicht aufwiegen», so Roman Marti weiter. Allerdings sei der Sanierungsbedarf des Seegleises am Axen ab 2030 unbestritten. Bei diesem könne gegebenenfalls der Bau eines neuen Tunnels nötig werden. «Da diese Frage jedoch durch den Unterhalt beziehungsweise die Instandhaltung des Tunnels ausgelöst wird, ist eine Lösung ausserhalb des Rahmens von Bahn 2030 zu suchen. Zweckmässigkeitsuntersuchungen für den Bau eines neuen Axentunnels stehen noch aus.» Roman Marti betont, dass es sich beim vorgelegten Bericht um ein Zwischenergebnis handelt. Noch könne sich einiges ändern. Mit dem Projekt «Bahn 2030» sollen bestehende Engpässe auf dem Schweizer Schienennetz beseitigt werden. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) erarbeitete zusammen mit der SBB zwei Varianten des Projektes mit Investitionsvolumen von 21 beziehungsweise 12 Milliarden Franken. Schwerpunkte darin sind zusätzliche Züge auf der Ost-West-Achse sowie, in der Variante für 21 Milliarden Franken, Verbesserungen für den regionalen öffentlichen Verkehr. Für den Güterverkehr sind nebst anderen auch Massnahmen auf der Nord-Süd-Achse vorgesehen.
UW 24, 31.2010
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2010  / Donnerstag, 24. Juni 2010
Tödlicher Arbeitsunfall im Basistunnel
Ein deutscher Ingenieur fällt bei Faido aus einem Personenzug und verletzt sich dabei tödlich.
www.tagesanzeiger.ch (12.10.2010)
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2010  / Donnerstag, 12. August 2010
Furka-Bergstrecke - Es dampft von Realp nach Oberwald
Nach fast 30 Jahren ist die Furka-Bergstrecke wieder durchgehend mit Dampfzügen befahrbar. Als letztes Gleisstück wird der Abschnitt von Oberwald nach Gletsch eröffnet. Die 1926 eröffnete Verbindung Brig–Andermatt–Disentis der Furka-Oberalp-Bahn (FO) war vor allem durch den «Glacier Express» weltbekannt geworden. Nach der Eröffnung des Basistunnels als Ganzjahresverbindung zwischen Oberwald und Realp sollte die nur während der Sommermonate befahrbare Furka-Bergstrecke stillgelegt und abgebrochen werden. Damit waren die Bahnfreunde im In- und Ausland nicht einverstanden. Sie sammelten sich im Verein Furka Dampfbahn (VFB) und erreichten zunächst den Aufschub der Abbrucharbeiten. Mit bescheidenen Mitteln begannen sie in Realp, das grösstenteils mit Zahnstangen versehene Gleis in Fronarbeit wieder herzurichten. Die 1985 gegründete Dampfbahn Furka Bergstrecke (DFB) AG übernahm den Sommerbetrieb als touristische Eisenbahn mit historischen Dampflokomotiven und Wagen. Von 1992 an verkehrten die Nostalgiezüge vorerst bis Tiefenbach und von 1993 an bis zur Station Furka. Im Jahr 2000 wurde nach der Instandstellung des Furka-Scheiteltunnels die Walliser Kleinsiedlung Gletsch erreicht. Am Donnerstag, 12. August, kann nun das letzte Teilstück bis Oberwald wieder in Betrieb genommen werden. Zwei historische Loks stellt die Matterhorn Gotthard Bahn (MGB) leihweise zur Verfügung. Gekaufte oder als Geschenk übernommene Personen- und Dienstwagen wurden sorgfältig restauriert oder für verschiedenste Aufgaben umgebaut. Der VFB zählt rund 7000 Mitglieder, die sich an Arbeitseinsätzen und Werbeauftritten beteiligen. Die DFB kann auf 490 ständige Fronarbeitskräfte sowie auf fünf Angestellte und vier auf Mandatsbasis beschäftigte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählen. Sie verfügen über die notwendigen Fachausbildungen und sind im Bau und Unterhalt oder als Lokomotivführer, Heizer, Zugbegleiter, Fahrdienstleiter, Köchin, Zimmermädchen, Informations- und Kioskpersonal tätig. Die Furka-Dampfbahn ist organisatorisch in drei Einheiten gegliedert: Der VFB hat 23 selbstständige Sektionen in der Schweiz, in Deutschland sowie in den Niederlanden und in Belgien. Für Betrieb, Unterhalt und kommerzielle Aspekte zeichnet die DFB AG verantwortlich. Die Stiftung Furka Bergstrecke sammelt Geld. Die AG verfügt über vier Dampflokomotiven, zwölf Personenwagen und Dienstfahrzeuge, die in Werkstätten in Realp, Aarau, Chur und Goldau unterhalten werden.
UW 62, 11.8.2010
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2010  / Donnerstag, 19. August 2010
Uri muss noch lange auf das Weltkulturerbe warten
Die SBB arbeiten zurzeit am Betriebskonzept der Gotthard-Bergstrecke nach der Eröffnung der Neat. Noch aus der Ferne grüsst das Unesco-Weltkulturerbe. Die weltweite Bedeutung der Strecke gebiete, auch künftig einen betriebsfähigen Zustand zu gewährleisten. Wenn finanziell irgendwie möglich, sollte die Erhaltung der Strecke einen rein statischen, musealen Zustand übersteigen, also auch einen Bahnbetrieb im Interesse des öffentlichen Verkehrs, der SBB und des Tourismus mit einschliessen. Der Aufwand für die Infrastruktur von heute 50 bis 55 Millionen soll aber um 20 Millionen Franken reduziert werden können, erklärte Toni Häfliger, Leiter der SBB-Fachstelle für Denkmalschutz, gegenüber Medienschaffenden des öffentlichen Verkehrs am vergangenen Donnerstag, 19. August, in Göschenen. Bei den SBB werde das Betriebskonzept untersucht. Gefordert seien aber auch der Bund und die Kantone. Was mit der SBB-Bergstrecke am Gotthard passiere, sei letztlich auch ein verkehrspolitischer Entscheid. «Die Gotthardlinie ist ein wichtiges Kulturgut für das Verständnis der Schweiz», betonte Toni Häfliger. Der Urner Regierungsrat hatte die Vorbereitungen zur definitiven Lancierung einer Kandidatur zur Anerkennung der Gotthard-Bergstrecke als Unesco-Weltkulturerbe im Frühjahr 2007 in Angriff genommen. Der Beschluss stützt sich auf die Ergebnisse einer aus den Kantonen Uri und Tessin sowie den SBB zusammengesetzten Arbeitsgruppe. Danach ist eine Kandidatur inhaltlich gerechtfertigt. Die Arbeitsgruppe schätzte die Chancen für eine Anerkennung als Unesco-Weltkulturerbe als gut ein. Der Kanton Tessin und die SBB haben ihre Bereitschaft signalisiert, die Kandidatur mitzutragen und zu unterstützen. Das Bundesamt für Kultur (BAK) unterstützt eine Kandidatur der Gotthard-Bergstrecke ebenfalls. Es hat auch eine finanzielle Unterstützung der Kandidatur in Aussicht gestellt. Wie Toni Häfliger in Göschenen ausführte, gehe es heute um die Transitlandschaft generell. Bearbeitet werde das Projekt «Transitlandschaft – via delle genti». In einer ersten Phase hat eine aus den vier Trägern – Kanton Uri, Kanton Tessin, SBB und Bundesamt für Kultur (BAK) – gebildete Projektgruppe ein Vorgehens- und Finanzierungskonzept sowie erste Fachgutachten und einen detaillierten Terminplan erarbeitet. Basierend darauf wollte der Regierungsrat die Lancierung gegebenenfalls 2008 ins Auge fassen und bis 2010 ein umfassendes Kandidaturdossier erarbeiten. Eine Nomination für die Aufnahme der SBB-Bergstrecke am Gotthard und der historischen Wege über den Gotthardpass in die Liste der Unesco-Weltkulturerbe könnte somit frühestens 2011 erfolgen. Voraussetzung ist, dass der Bundesrat die Bahnlinie, die von Immensee durch das Gotthardmassiv nach Chiasso verläuft, und den sogenannten «Weg der Völker» auch in die nationale Liste aufnimmt. Nur falls das geschieht, kann eine Unesco-Kandidatur überhaupt eingereicht werden. Insgesamt umfasst die Unesco-Liste des Welterbes 890 Denkmäler in 148 Ländern. Davon sind 689 als Kulturdenkmäler und 176 als Naturdenkmäler gelistet, weitere 25 Denkmäler werden sowohl als Kultur- als auch als Naturerbe geführt. Die Schweiz ist bislang in der Unesco-Liste mit zehn Weltkulturerbestätten und zwei Biosphärenreservaten vertreten. Es handelt sich um die Altstadt von Bern (1983), das Kloster St. Johann in Müstair (1983), den Stiftsbezirk St. Gallen (1983), die drei Burgen von Bellinzona (2000), die Schweizer Alpen Jungfrau–Aletsch–Bietschhorn (2001), den Monte San Giorgio (2003), die Weinbergterrassen in Lavaux (2007), die Tektonikarena Sardona (2008), die Uhrenindustrie-Stadtlandschaft La Chaux-de-Fonds und Le Locle (2009), die Rhätische Bahn in der Landschaft Albula und Bernina (2008) sowie den Schweizer Nationalpark (1979) und das Entlebuch (2001). Zurzeit laufen Kandidaturen des urbanistischen und architektonischen Werks von Le Corbusier und von La Chaux-de-Fonds / Le Locle. Das urbanistische und architektonische Werk von Le Corbusier und die prähistorischen Pfahlbauten um die Alpen werden zurzeit von der Unesco geprüft. Die Prozedur einer Kandidatur für die Einschreibung auf die Liste des Welterbes ist in den Richtlinien für die Durchführung des Übereinkommens zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt, einer Art Gebrauchsanweisung für das Welterbe, präzis geregelt. Jeder Vertragsstaat kann aufgrund dieser Richtlinien pro Jahr zwei Kandidaturen einreichen. Erste Bedingung für eine Kandidatur ist der Eintrag des Objekts auf die Liste Indicative der Schweiz. Das BAK und das Bundesamt für Umwelt (Bafu) legen dann im Einvernehmen mit den betroffenen Kantonen und lokalen Trägerschaften den Zeitpunkt der Einreichung der Objekte fest, die auf der Liste Indicative verzeichnet sind. BAK und Bafu begleiten in enger Zusammenarbeit mit den Trägerschaften die Erstellung der Kandidaturdossiers. Sie prüfen diese Dossiers auf nationaler Ebene, bevor sie dann über die ständige Delegation der Schweiz bei der Unesco in Paris eingereicht werden. Nun ist die Schweiz am 26. Oktober 2009 aber für die nächsten vier Jahre (bis 2013) in das Unesco-Welterbekomitee gewählt worden. Und in dieser Zeit werde nach internen Gepflogenheiten von Komiteemitgliedern selbst keine Kandidatur eingereicht. Das heisst: Vor frühestens 2014/15 ist die Kandidatur der SBB-Bergstrecke am Gotthard und der historischen Wege über den Gotthardpass für den Bundesrat kein Thema mehr. Das erklärten auch die Mitarbeiter der SBB-Fachstelle für Denkmalpflege vor zwei Tagen in Göschenen.

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2010  / Dienstag, 12. Oktober 2010
Letzter FO-Triebwagen wird der DFB übergeben
Von den ursprünglich fünf Triebwagen des Typs BCFhe 2/4 ist nur die Nr. 41 erhalten geblieben. Dieses Fahrzeug ist seit 2001 im Depot Glisergrund der Matterhorn Gotthard Bahn abgestellt. Nun wird dieser an die Dampfbahn Furka-Bergstrecke (DFB) übergeben. In Realp abgestellt soll dieser für neue Einsätze genutzt werden. Es wird überprüft, ob ein Einsatz mit einem Dieselgeneratorwagen auf der alten Bergstrecke Oberwald-Gletsch(-Realp) möglich ist.
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2010  / Freitag, 15. Oktober 2010
Durchschlag im Gotthard-Basistunnel wird zum Medienereignis
Die Tunnelbohrmaschine durchbricht, von Fadio herkommend die letzten Meter Fels auf dem Weg nach Sedrun. Das Ereignis wird im Fernsehen live übertragen. Kameras sind sowohl bei der Tunnelbohrmaschine auf der Seite von Faido sowie bei den geladenen Gästen auf der Sedruner Seite positioniert. Die Fernsehzuschauer können sehen, wie die trennende Felswand von rund 10 Meter Durchmesser von dem rotierenden Bohrkopf in Brocken vor die Ehrengäste fällt und schliesslich um 14:17 Uhr durchbrochen ist. Mitfiebern, mitjubeln und mitfeiern darf beim Hauptdurchschlag im Gotthard-Basistunnel insbesondere auch die Bevölkerung von Erstfeld. Die Einwohnerinnen und Einwohner sind zu einem grossen Fest beim Infocenter eingeladen. 1'800 Anmeldungen hat die AlpTransit Gotthard AG verzeichnet.
Über 1'200 Gäste verfolgen in Erstfeld diesen Meilenstein auf der Grossleinwand. «Wir wurden heute Zeugen einer grossen technischen Meisterleistung», freut sich Regierungsrätin Heidi Z’graggen. Die Neat werde nach der Eröffnung 2017 Veränderungen in Uri mit sich bringen, versichert sie.
Nach dem Durchschlag folgt das Volksfest: Mit Aufführungen von regionalen Vereinen und Musikformationen sowie mit Konzerten von Mundartsänger Ritschi und der heimischen Band Feensturm feiern die Urnerinnen und Urner das Ereignis in Erstfeld noch lange weiter.
Mit einer Barbara-Statue auf dem Arm steigt der österreichische Polier Hubert Bär als erster Mensch von der Südseite durchs Loch auf die Nordseite. Bevor er den historischen Schritt vollzieht, wird ein Bild durchgereicht. Darauf sind die Fotos der acht beim Bau tödlich Verunfallten.

UW 81, 16.10.2010
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2010  / Freitag, 17. Dezember 2010
Neues Bahnzentrum in Erstfeld geplant
In Erstfeld und Biasca wird für den Betrieb des Gotthard-Basistunnels je ein Erhaltungs- und Interventionszentrum gebaut. Die SBB sprechen von rund 80 Mitarbeitenden. Die Erhaltungs- und Interventionszentren dienen den Vorbereitungsarbeiten und der Logistik für den Unterhalt des Gotthard-Basistunnels. Sie sind Stützpunkt bei Ereignisfällen. Von Erstfeld aus werden zudem die Anlagen von Göschenen bis in den Raum Goldau unterhalten. Das erklären die SBB in einem Schreiben vom 17. Dezember. In diesem geplanten Erhaltungs- und Interventionszentrum werden rund 80 Mitarbeitende beschäftigt. Davon arbeiten künftig zirka 60 Personen im Unterhalt und rund 20 im Bereich Sicherheit. Die SBB wollen die Zentren Ende 2015 in Betrieb nehmen. «Mit dem Beginn des Probebetriebes im Gotthard-Basistunnel und auf den Anschlüssen ans bestehende SBB-Netz werden die Teams aufgebaut und die Mitarbeitenden sukzessive operativ in Erstfeld und Biasca zu arbeiten beginnen.» Für den Bau des neuen Zentrums in Erstfeld wird Gelände benötigt, auf dem heute Gebäude der Instandhaltung von SBB Cargo stehen. Diese müssen dem Neubau weichen. Die historischen Bauten bleiben erhalten. Während des Baus des Erhaltungszentrums werden Provisorien geschaffen. Mit der Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels werden sich die Lokumläufe auch für den Güterverkehr ändern. Dies wird Auswirkungen auf die Serviceanlage von SBB Cargo in Erstfeld haben. Im Bereich des Güterwagenunterhalts fällt mit dem Ende des Ausbruchs des Gotthard-Basistunnels der Unterhalt an den Schotterwagen von SBB Infrastruktur weg. Aus diesen Gründen prüft SBB Cargo die weitere Entwicklung des SA-Standortes und rechnet mit einem Entscheid im Verlauf des Jahres 2011.
UW 99, 18.12.2010
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2011  / Mittwoch, 23. März 2011
Endgültiger Durchstich im Neat-Tunnel
Endgültiger Durchstich im Neat-Tunnel! Mittwoch, 12.20 Uhr, die Tunnelbohrmachine bricht in der Weströhre von Faido in den Teilabschnitt Sedrun durch.
UW 23, 26.3.2011
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2011  / Mittwoch, 30. November 2011
Die SBB bauen in Erstfeld rund 60 Arbeitsplätze ab
Die SBB informieren im voll besetzten Casino-Saal in Erstfeld über das geplante Erhaltungs- und Interventionszentrum (EIZ). Die Gemeinde Erstfeld erhalte mit der Inbetriebnahme des Neat-Basistunnels eine neue Aufgabe. Die SBB werden ab 2017 mindestens 140 Stellen beim Unterhalt und beim EIZ angeboten. Das heisst aber auch, dass es ab 2017 keine der heute rund 70 SBB-Cargo-Lokführer mhr in Ersfeld braucht. Das sind 60 weniger als heute. Entlassungen soll es jedoch keine geben.
UW 95, 3.12.2011
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2011  / Montag, 12. Dezember 2011
Urner gelangen nun in weniger als 1 Stunde nach Zürich
In Flüelen hält neu ein Intercity nach Zürich! Rund 50 Urner Pendler nutzten am vergangenen Montag, 12. Dezember, die Chance, erstmals mit dem neuen ICN von Flüelen in Richtung Zürich zu fahren. Und das ohne lästiges Umsteigen. Seit dem vergangenen Wochenende gelangen Urnerinnen und Urner mit der Bahn in nur 58 Minuten nach Zürich. Möglich macht dies der Intercity 650 N, der seit dem 11. Dezember jeden Morgen kurz vor 7.00 Uhr in Flüelen hält. Uri bekommt damit nach einigen Jahren wieder einen Intercity-Halt. Symbolisch gab Volkswirtschaftsdirektor Isidor Baumann dem neuen Intercity am vergangenen Montag, 12. Dezember, um 6.53 Uhr den Abfahrtsbefehl.
UW 98, 14.12.2011
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2012  / Samstag, 28. Januar 2012
Die SBB unterstützen den Neat-Halt in Uri
Die SBB rechnen nach der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels Ende 2016 mit einer Verdoppelung der Reisenden auf der Gotthardroute von heute rund 8000 auf rund 16`000 Personen pro Tag. Das vorgesehene Basis-Angebotskonzept geht von folgenden Verkehrsleistungen aus: Stündlich verkehren zwei Züge je Richtung durch den Gotthard-Basistunnel (Halbstundentakt); einer davon soll in Uri halten. Die SBB unterstützen diesen Halt. Er soll auf den Zeitpunkt der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels realisiert werden. Jede Stunde soll zudem ein Zug pro Richtung über die Bergstrecke fahren. Je nach Bedürfnissen (Wochenende, touristischer Verkehr) können diese Basisleistungen durch zusätzliche Angebote erweitert werden.
UW 7, 28.1.2012
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2012  / Mittwoch, 7. März 2012
Gurtnellen - Felssturz blockiert Gotthardstrecke
In der Nähe des Bahnhofs Gurtnellen stürzen am Mittwochnachmittag insgesamt 300 bis 400 Kubikmeter Gestein zu Tal. Der grösste Teil wird von den Schutzbauwerken oberhalb der Gleise aufgefangen, welche damit ihre Wirksamkeit bewiesen haben. Nur rund 5 Kubikmeter Gestein landen auf den Schienen. Der grösste Felsbrocken auf den Bahngleisen ist etwa 2 Kubikmeter gross. Kurze Zeit nach dem Felssturz fährt ein Güterzug von SBB Cargo auf die Steine auf. Weil der Lokführer aber rechtzeitig die Bremsung einleitet, entsteht am Zug kein Schaden, verletzt wird niemand. Geologen beurteiln den Berghang in der Folge als instabil. Es droht ein weiterer Felssturz. Drei Tage später wird das instabile Gestein gesprengt. Anschliessend müssen die Bahngleise geräumt werden. Am 12. März wird der Streckenabschnitt zwischen Flüelen und Göschenen wieder freigegeben.
UW 18, 10.3.2012
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2012  / Samstag, 31. März 2012
Gotthard-Basistunnel - In Erstfeld wird die Bahntechnik eingebaut
Im Herbst 2011 erfolgte beim Nordportal in Erstfeld der Startschuss für den Einbau der bahntechnischen Anlagen. Zuerst wurden die notwendigen temporären Anlagen eingebaut. Im Februar 2012 begann dann der Generalunternehmer Transtec Gotthard mit dem Bau der festen Fahrbahn. Der Einbau erfolgt in Etappen. Nachdem die Schwellen und Schienen im Tunnel montiert worden sind, wird das Gleis exakt ausgerichtet. Erst danach können die Schwellen einbetoniert werden. Dies passiert mit einem eigens für den Gotthard-Basistunnel entwickelten mobilen Betonwerk auf Schienen – dem rund 500 Meter langen Betonzug. Dieser ermöglicht die Produktion von Frischbeton direkt am Einbauort. Pro Tag werden im Tunnel rund 220 Meter Gleis betoniert. Parallel zur Bahntechnik laufen im Gotthard-Basistunnel die letzten Arbeiten des Rohbaus. Und schliesslich sind auf allen Installationsplätzen Rückbauarbeiten in Gang: Hochbauten und Förderbänder werden abgebaut, das betroffene Gebiet wird so gestaltet, dass es wieder der Landwirtschaft zugeführt werden kann.
UW 24, 31.3.2012
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2012  / Samstag, 23. Juni 2012
Dampfbahn geht rechtzeitig in Betrieb
Die Züge der Dampfbahn-Furka-Bergstrecke (DFB) starten plangemäss in die Saison. Die im vergangenen herbst durch Hangrutsche und Murgänge verursachten Verwüstungen an der Strecke konnten beseitigt werden.
UW 39, 23.5.2012
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2012  / Donnerstag, 28. Juni 2012
Erstfeld erhält "Werkgleisbrücke"
(...)
UW 50, 30.6.2012
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2012  / Montag, 2. Juli 2012
Züge auf der Gotthardlinie rollen wieder nach Fahrplan
Rund vier Wochen nach dem Felssturz in Gurtnellen vom 5. Juni rollen die Züge über den Streckenabschnitt Erstfeld-Göschenen der Gotthard-Bahnlinie wieder. Allein die Arbeiten in Gurtnellen dürften zwischen 5 und 6 Millionen Franken kosten. Während der Sperrung verkehrten 25 Extrabusse zwischen Flüelen und Göschenen.
UW 31, 4.7.2012
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2012  / Mittwoch, 5. September 2012
Erstfeld - Bundesrat besucht Neat-Baustelle
Am Mittwoch, 5. September, erhielt die Neat-Baustelle in Erstfeld hohen Besuch: Die Landesregierung reiste nach Uri, um die Baustelle zu besichtigen. Hoher Besuch in Erstfeld: Am Mittwoch, 5. September, durfte Landesstatthalterin Heidi Z’graggen die Bundesrätinnen und Bundesräte vor dem Neat-Infocenter in Erstfeld begrüssen. Als kleine Erinnerung schenkte die Urner Regierung den Bundesratsmitgliedern je eine Bergkristallspitze im Hosensackformat. Der Bundesrat reiste anschliessend mit dem ersten Personenzug im längsten Eisenbahntunnel der Welt auf den definitiven Schienen von Erstfeld bis nach Sedrun, wie es in einer Mitteilung heisst.
UW 70, 8.9.2012
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2012  / Donnerstag, 20. September 2012
Rückschlag für Alpentransitbörse
Erfolg und Misserfolg am Donnerstag, 20. September, für die beiden Urner Ständeräte. Eine Motion zur Einführung der Alpentransitbörse von Markus Stadler lehnte der Rat ab. Mit einer Motion hatte GLP-Parlamentarier Markus Stadler den Bundesrat verpflichten wollen, bis zur Eröffnung des Gotthard-Basistunnels im Jahr 2016 eine Alpentransitbörse einzuführen. Damit könnte das Verlagerungsziel des Bundes endlich erreicht werden, so Markus Stadler. Der Ständerat allerdings stellte sich gegen die Motion und lehnte den Vorstoss – wenn auch knapp – ab. Die Alpen-Initiative zeigt sich vom Entscheid der Kleinen Kammer in einer Stellungnahme enttäuscht. Mehr Erfolg hatte hingegen CVP-Ständerat Isidor Baumann mit einem Postulat zur Zukunft des alten Gotthard-Bahntunnels. Der Vorstoss wurde vom Ständerat einstimmig überwiesen. Isidor Baumann fordert einen Bericht über die zukünftige Verwendung des Tunnels.
UW 74, 22.9.2012
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2012  / Sonntag, 30. September 2012
Arbeiten am Basistunnel sind auf Kurs
Die Arbeiten auf allen Baustellen der AlpTransit Gotthard AG laufen auf Hochtouren. In der Oströhre des neuen Basistunnels ist der Einbau der Fahrbahn zwischen Erstfeld und Sedrun bereits abgeschlossen. Im Februar 2012 begann der Generalunternehmer Transtec Gotthard beim Nordportal in Erstfeld mit dem Einbau der festen Fahrbahn. «Anfang September 2012 konnte in der Oströhre zwischen Erstfeld und Sedrun der letzte Einbauintervall der festen Fahrbahn abgeschlossen werden», schreibt die AlpTransit Gotthard AG nun in einer Medienmitteilung. Zurzeit wird die Fahrbahn in der Weströhre eingebaut. Parallel zur Bahntechnik laufen im Gotthard-Basistunnel die letzten Arbeiten am Innenausbau. Entlang der offenen Strecken nördlich des Tunnelportals bei Erstfeld entstehen zurzeit diverse Kunstbauten, hält die AlpTransit weiter fest. Im Süden ist der «Nodo della Giustizia» im Bau. Er wird den neuen Basistunnel mit der bestehenden Stammlinie verknüpfen. «Auf allen Installationsplätzen des Rohbaus sind bereits Rückbau-Arbeiten in Gang.» Dies ist besonders im Abschnitt Erstfeld bereits deutlich sichtbar. Die kommerzielle Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels ist per Ende 2016 vorgesehen.
UW 74, 22.9.2012
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2012  / Mittwoch, 24. Oktober 2012
Neuer Niederflur-Doppelwagen ermöglicht neue Transportlösungen
Auf den Zufahrten am Axen und auf der Gotthard-Bergstrecke kann die Bahn Dank der neuen Niederflur-Doppelwagen Auflieger von 4 Metern Eckhöhe ohne Anpassungen transportieren. Dies ergeben Testfahrten.
UW 84, 27.10.2012
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2012  / Donnerstag, 15. November 2012
Landammann Josef Dittli "tauft" neue Alp-Transit-Lok
Beim Nordportal des Basistunnels in Erstfeld wird durch Landammann Josef Dittli die neue hauptsächlich graue AlpTransit-Lock. Der Name des Taufkindes ist nicht "Beppi", sondern Re460 075-5. Bis 2016 rollt die Lokomotive noch auf dem schweizerischen Schienennetz.
UW 90, 17.11.2012
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2012  / Sonntag, 9. Dezember 2012
SBB Cargo streicht Verladebahnhof Flüelen
SBB Cargo streicht 128 Verladebahnhöfe. Ab Dezember wird es auch den Bedienpunkt Flüelen nicht mehr geben. In Flüelen, Altdorf, Erstfeld und Gurtnellen bestehen heute Verladebahnhöfe. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember verschwindet einer dieser Bedienpunkte – und zwar derjenige in Flüelen. Das bedeutet, dass keine einzelnen Güterwagen oder Wagengruppen mehr durch SBB Cargo zugestellt oder abgeholt werden. Für Flüelen heisst das: Betroffene Firmen müssen auf einen anderen Bedienpunkt ausweichen.
UW 45, 13.6.2012
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2012  / Freitag, 21. Dezember 2012
Bahnhof Altdorf wird zum Kantonsbahnhof
Das Bundesamt für Verkehr (BAV), die SBB und der Kanton Uri sind sich einig: Der Bahnhof Altdorf soll zum Kantonsbahnhof werden. Am 20. Dezember wurde eine Vereinbarung unterzeichnet. «Der Bahnhof Altdorf soll zur Drehscheibe des öffentlichen Verkehrs im Kanton Uri werden», schreibt der Urner Regierungsrat in einer Medienmitteilung vom 21. Dezember. Die Perrons im Bahnhof Altdorf sollen für den Halt von Interregio- und Intercity-Zügen auf zirka 400 Meter ausgebaut werden. «Anderthalb Jahre nach Inbetriebnahme des Ceneri-Basistunnels der Neat dürften die baulichen Infrastrukturanpassungen am Bahnhof Altdorf abgeschlossen sein», heisst es in der Medienmitteilung weiter. Die Vereinbarung halte auch den gemeinsamen Willen aller drei Vertragspartner fest, dass «eine noch zu definierende Anzahl» von Zügen, die durch den Neat-Tunnel verkehren, am Bahnhof Altdorf halten.
UW 100, 22.12.2012
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2013  / Dienstag, 2. April 2013
BLS streicht Lokführer-Stellen in Erstfeld
Die BLS Cargo baut in der Schweiz bis zu 80 Stellen ab. Davon betroffen sind in erster Linie Lokführerstellen in Erstfeld und Bellinzona. Der Grund: Die BLS kann sich mit der deutschen Bahn nicht über eine Sanierung einigen. Nun übernehmen die SBB den Auftrag. 50 bis 60 Stellen werden in Bellinzona und Erstfeld abgebaut. Auf der Gotthardachse fallen bei der BLS ab 2014 zehn Zugspaar pro Tag im Güterverkehr weg. Die BLS prüft zudem die Verlegung des Lokführerstandorts Erstfeld in den Raum Arth-Goldau.
UW Nr. 25, 3.4.2013, S. 3.
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2013  / Dienstag, 2. April 2013
AlpTransit Gotthard AG - Bald fahren Testzüge im Neattunnel
Ab Dezember fahren erste Testzüge zwischen Bodio und Fadio im neuen Gotthard-Basistunnel – mit bis zu 230 Stundenkilometern. Bereits fertiggestellt ist die Fahrbahn von Erstfeld nach Sedrun. Nachfolgend zur Fahrbahn werden in den Tunnelröhren die Fahrleitungen montiert. Parallel zum Einbau der Bahntechnik werden im Gotthard-Basistunnel die letzten Arbeiten des Rohbaus ausgeführt. Im Dezember soll plangemäss der Versuchsbetrieb zwischen Faido und dem Südportal bei Bodio starten.
UW 25, 3.4.2013
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2013  / Freitag, 5. April 2013
Das letzte Pfeifsignal der Linie Basel–Chiasso verstummt
Es ist das letzte Pfeifsignal der SBB auf der Bahnstrecke zwischen Basel und Chiasso: Jeder herannahende Zug muss im Gebiet Grossprächtigen bei Gurtnellen ein Warnsignal entsenden. Trotz lauten Pfiffs ist das Überqueren der Gleise aber sehr gefährlich. Die Züge rauschen nämlich mit 80 km/h vorbei. Doch nun wird dieser heikle Bahnübergang sicher. In den vergangenen Tagen wurde im Grossprächtigen eine Bedarfsschranke erstellt. Künftig lassen sich die Schranken per Knopfdruck öffnen – sofern kein Zug naht. Damit können die SBB den letzten unbewachten Bahnübergang im Kanton Uri sichern. Und so verstummt das letzte Pfeifsignal endgültig.
UW 26, 6.4.2013
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2013  / Dienstag, 9. April 2013
Die SBB bauen neues Stellwerk in Altdorf
Im Hinblick auf die Inbetriebnahme der Neat nehmen die SBB ein weiteres Schlüsselprojekt in Angriff. Damit die Reisezüge im Gotthard-Basistunnel die nötige Geschwindigkeit erreichen, wird vor der Tunneleinfahrt die Beschleunigungsstrecke Flüelen–Altdorf–Rynächt benötigt. Voraussetzung dafür ist unter anderem der Bau eines neuen Stellwerks in Altdorf.
UW 27, 10.4.2013
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2013  / Dienstag, 14. Mai 2013
Dampflok in der Schöllenenschlucht
Ein spektakulärer Schwertransport geht von Flüelen nach Realp von stattten. Die 99-jährige «Lok 9» der Dampfbahn Furka Bergstrecke kehrt nach fünf Jahren Revision zurück. Die spektakuläre Fahrt hat bereits am Vortag in Chur ihren Anfang genommen. In der dortigen Revisionswerkstatt war die «Lok 9» der Dampfbahn Furka-Bergstrecke (DFB) seit 2008 einer Totalrevision unterzogen worden. Den Transport führte das Flüeler Unternehmen Wipfli Transporte durch.
UW 37, 15.5.2013
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2013  / Freitag, 30. August 2013
AlpTransit - Erste Durchfahrt im Gotthard-Basistunnel
Premiere am Gotthard: Zum ersten Mal wurde am Freitag, 30. August, der gesamte Gotthard-Basistunnel von Bodio bis Erstfeld durchfahren. Der Gotthard-Basistunnel ist in 1000 Tagen betriebsbereit. Gemeinsam mit den am Rohbau beteiligten Hauptunternehmern, Projektverfassern sowie dem Bahntechnikkonsortium führte die Bauherrin AlpTransit Gotthard Medienvertreterinnen und Medienvertreter durch den längsten Tunnel der Welt. Mit dem Zug, in Bussen und zu Fuss waren sie auf der 57 Kilometer langen Strecke unterwegs. 6 Stunden dauerte die erste Durchfahrt von Bodio bis Erstfeld. Noch ist der Weg durch den längsten Eisenbahntunnel der Welt aufgrund der vielen Baustellen beschwerlich. 2016 legen die Züge die gleiche Strecke in rund 20 Minuten zurück. In den einzelnen Abschnitten informierten die Verantwortlichen über den aktuellen Stand der Arbeiten. Im Herbst werden die letzten Rohbauarbeiten abgeschlossen sein. Der Einbau der Bahntechnik schreitet planmässig voran. Der Countdown für die AlpTransit Gotthard AG läuft. Ende August waren 55 Prozent der bahntechnischen Anlagen im Gotthard-Basistunnel eingebaut. Ab Ende 2013 finden auf der rund 16 Kilometer langen Teilstrecke Bodio West Testfahrten mit Geschwindigkeiten bis zu 220 Stundenkilometern statt. Mit den Testfahrten kann das komplexe Zusammenspiel aller bahntechnischen Systeme im Gotthard-Basistunnel getestet werden. Renzo Simoni, Vorsitzender der Geschäftsleitung der AlpTransit Gotthard AG, informierte, dass die Arbeiten im Zeitplan sind. «Für uns beginnt heute der Countdown: In 1000 Tagen müssen wir den Tunnel dem Bund und den SBB fixfertig zum Probebetrieb übergeben.» Während am Gotthard die Rohbauarbeiten bald abgeschlossen sind, laufen die Vortriebsarbeiten am Ceneri-Basistunnel weiterhin auf Hochtouren. Vom rund 40 Kilometer langen Tunnelsystem sind 65 Prozent ausgebrochen. Die AlpTransit Gotthard AG ist zuversichtlich, dass der Ceneri-Basistunnel im Jahr 2019 für den fahrplanmässigen Betrieb bereit ist.
UW 68, 31.8.2013, S. 7.
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2013  / Dienstag, 3. September 2013
Regierung verteidigt Kantonsbahnhof Altdorf
Obwohl der Bahnhof Flüelen auch in den nächsten Jahren voll funktionsfähig ist, soll in Altdorf der neue Kantonsbahnhof entstehen. Die Regierung verteidigt ihren Entscheid gegenüber der Kritik der drei Flüeler Landräte. Gleich zwei Vorstösse im Landrat beschäftigten sich mit der Verkehrssituation in Uri. Die Flüeler Landräte stellten bereits im Frühjahr kritische Fragen zum geplanten Kantonsbahnhof Altdorf. Nun hat die Regierung geantwortet und dabei ihren Entscheid verteidigt. Altdorf sei aus wirtschaftlichen Gründen der richtige Standort. Zudem stehe Flüelen langfristig wegen der Umfahrung wohl nicht mehr zur Verfügung. CVP-Landrat Paul Jans sorgt sich derweil wegen der zahlreichen Baustellen an den Transitachsen um die Urner Pendler. Die Regierung hält nun dagegen. Trotz vieler Baustellen seien die Verbindungen für Pendler jederzeit gewährleistet. Verkehrsbehinderungen seien zwar zu erwarten, diese dürften aber nur wenig Zeit kosten, so die Regierung.
UW 69, 4.9.2013, S. 2.
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2013  / Samstag, 28. September 2013
Flüelen fordert beim Bundesrat einen IC-Halt
Uri will einen Kantonalbahnhof und einen IC-Halt in Altdorf. Flüelen nicht. Die Gemeinde wendet sich nun mit einem direkten Schreiben an Bundesrätin Doris Leuthard. Die Urner Regierung wusste davon bislang nichts. Der Kanton Uri will den Bahnhof Altdorf zum Kantonsbahnhof ausbauen und zur Drehscheibe des öffentlichen Verkehrs machen. Der Widerstand aus Flüelen gegen dieses Vorhaben ist gross – und wird jetzt noch grösser: Der Flüeler Gemeindepräsident Simon Arnold ist vor zwei Wochen mit einem Schreiben direkt an Bundesrätin Doris Leuthard gelangt. Seine Forderung: ein Intercity-Halt in Flüelen, nicht in Altdorf. Mit dem Schreiben nach Bern torpediert Flüelen die Arbeit der Urner Regierung. Diese hatte bislang nicht Kenntnis davon. Entsprechend überrascht reagiert Regierungsrat Urban Camenzind: «Wir sind absolut erstaunt über das Vorgehen der Gemeinde und können das in keiner Weise nachvollziehen.» Damit gefährde Flüelen die weiteren Verhandlungen mit dem Bund betreffend IC-Halt in Uri.
UW 76, 28.9.2013, S. 5.
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2013  / Samstag, 5. Oktober 2013
Flüelen nimmt Stellung zum Kantonsbahnhof
Der Gemeinderat Flüelen erachtet es nicht als notwendig, in den nächsten Jahren in neue Haltestellen zu investieren. Der Regierungsrat erklärt: Die Umsetzung des Kantonsbahnhofs hat bereits begonnen. Der Kantonalbahnhof und das Schreiben aus Flüelen an Bundesrätin Doris Leuthard gibt weiter zu reden (UW vom 28. September). Nun nimmt der Gemeinderat Flüelen Stellung zu den Vorwürfen. «Es ist und war nie die Absicht des Gemeinderats, in Verhandlungen zwischen Bund und Kanton einzugreifen», schreibt er in einer Medienmitteilung. Zugleich hält der Gemeinderat fest, dass seiner Ansicht nach bis zur Inbetriebnahme der Bahnumfahrung Flüelen keine zwingende Notwendigkeit bestehe, in neue Haltestellen zu investieren oder «massiv in das bestehende Haltestellengefüge einzugreifen», da in Flüelen die Infrastrukturen bereits vorhanden seien. Das sieht Regierungsrat Urban Camenzind anders. Im Interview spricht er über die Wichtigkeit des Kantonsbahnhofs, und er verrät, was schon bald umgesetzt wird: Auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2014 werden die Busfahrpläne im Talboden angepasst. Ausserdem hat sich inzwischen bereits der erste Investor gemeldet. Dieser will auf der Bauernhofmatte bauen – ein Quartiergestaltungsplan mit Wohnungen und Geschäften ist bereits genehmigt.
UW 78, 5.10.2013, S. 5.
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2013  / Samstag, 12. Oktober 2013
SBB investieren 162 Millionen Franken in Uri
Mit dem Bau des Kantonsbahnhofs in Altdorf, der Sanierung am Axen und weiteren Projekten machen die SBB Uri fit für die Zukunft nach der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels. Über einen IC-Halt in Uri wird noch immer diskutiert. 162 Millionen Franken investieren die SBB in den Ausbau der Bahninfrastruktur in Uri – hauptsächlich am Axen, beim Kantonalbahnhof Altdorf sowie beim Erhaltungs- und Interventionszentrum in Erstfeld. Änderungen gibt es aber auch beim Fahrplan, wie an einem Mediengespräch klargestellt wurde. Da die Strecke Zug–Arth Goldau bis Mitte 2018 gesperrt bleibt, das seeseitige Gleis am Axen bis 2019 saniert wird und auch im Tessin noch Arbeiten anfallen, geht es auch nach der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels im Jahr 2016 nur schrittweise zum definitiven Fahrplan, wie Nicolas Germanier, Leiter SBB-Fahrplan und Netzdesign, am Mediengespräch erläuterte. Ab 2017 fährt der Interregiozug aus Basel fährt stündlich nur noch bis Erstfeld und nicht mehr – wie bis dahin – nach Göschenen. Wer über die Gotthard-Bergstrecke nach Bellinzona will, muss dann also auf den Regioexpress in Form eines Flirt-Zugs umsteigen. «Mit den hohen Fenstern im ‹Flirt› wird den Reisenden damit eine bessere Sicht auf die Bergstrecke geboten», erklärte Nicolas Germanier. Ausserdem bleibe die Fahrzeit von Erstfeld nach Göschenen in etwa gleich wie bis anhin mit den Interregiozügen. Zudem hätten es Reisende, die über die Bergstrecke fahren, ohnehin nicht sehr eilig. Und: Saisonal an Wochenenden fährt der Interregiozug weiterin bis nach Göschenen.
UW 80, 12.10.2013, S. 3.
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2013  / Montag, 14. Oktober 2013
Letzte bediente Station an der Gotthardstrecke wird aufgehoben
In der Nacht auf den 14. Oktober wird die Gotthardstrecke zwischen Erstfeld und Wassen für 6 Stunden komplett gesperrt. Die Station Gurtnellen und der Abschnitt Silenen-Amsteg-Gurtnellen mit der Spurwechselstelle „Zgraggen“ werden so umgestellt, dass sie zukünftig von der Betriebszentrale in Bellinzona fernbedient werden können. Bis jetzt war das alte Stellwerk der Grund dafür, dass nicht auf Fernbedienung umgestellt werden konnte.
UW 81, 16.10.2013, S. 8.
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2014  / Dienstag, 4. Februar 2014
Südostbahn ist an der Gotthard-Bergstrecke interessiert
Die Schweizerische Südostbahn (SOB) AG stellt in Arth-Goldau ihr Projekt "Treno Gottardo" vor. Die SOB möchte nach Eröffnung des Gotthard-Basistunnels auf der Gotthardbergstrecke stündlich von Arth-Goldau nach Lugano fahren und die historische Strecke touristisch vermarkten.
UW 11, 8.2.2014, S. 4.
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2014  / Dienstag, 1. April 2014
SBB Cargo - Lokdepots auf der Nord-Süd-Achse werden neu ausgerichtet
SBB Cargo setzt ein neues Depotkonzept um, das die Standorte des Lokpersonals am Gotthard und Lötschberg/Simplon nach dem Hauptnutzerprinzip zuordnet. Pro Depot tritt künftig entweder SBB Cargo oder die im Transitverkehr tätige Tochter SBB Cargo International als Arbeitgeberin auf, um sich für die Zeit nach Eröffnung des Gotthard-Basistunnels optimal aufzustellen. Das neue Depotkonzept erlaubt SBB Cargo International, künftig auch in der Schweiz mit eigenem, schweizerischem Lokpersonal zu fahren. Bis anhin wurde dieses beim Mutterhaus SBB Cargo angemietet.
UW 89, 13.11.2013
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2014  / Freitag, 9. Mai 2014
SBB entscheiden sich bei den neuen Zügen für Stadler Rail
Die SBB geben ihren Entscheid bezüglich der Anschaffung von 29 Züge für den Nord-Süd-Verkehr bekannt. Die Züge sollen einstöckig und nicht mit Neigetechnik ausgestattet sein, Der Auftrag von 980 Millionen Franken geht an Stadler Rail für den Zug SMILE. Ausserdem bestehe eine Option für den Kauf von 92 weiteren Kompositionen. Stadler Rail kann sich gegen die Konkurrenzangebote von Alstom und Talgo durchsetzen.
www.wikipedia.de (2021)
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2014  / Sonntag, 14. Dezember 2014
SBB mit neuen Zügen am Gotthard
Rechtzeitig auf den Fahrplanwechsel setzen die SBB auf der Gotthardachse neue Züge des Typs ETR 610 ein. Insgesamt fahren am Gotthard und am Simplon künftig 15 Züge dieses Typs. Diese Züge verfügen über bequeme Sitze, Speisewagen, Steckdosen an allen Plätzen, ein Kundeninformationssystem sowie viel Platz für Gepäck. Sie lösen schrittweise die bisherigen ETR 470-Kompositionen der SBB ab. Richtung Mailand werden während der Weltausstellung Expo Milano 2015 vom 1. Mai bis 31. Oktober zudem zahlreiche Extrazüge von SBB und Trenitalia verkehren: Täglich werden bis zu vier, ab August sogar bis zu fünf Extrazüge mit rund 2500 zusätzlichen Sitzplätzen aus allen Landesteilen an den Messebahnhof Rho Fiera Milano und zurück fahren. Damit sei ein Expo-Besuch auch als Tagesreise möglich, halten die SBB weiter fest.
UW 94, 29.11.2014, S. 16.
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2015  / Sonntag, 1. Februar 2015
Abend-GA
Die SBB testet ein sogenanntes Abend-GA. Dieses Generalabonnement gilt ab 19 Uhr bis Betriebsschluss auf dem ganzen Netz. Es kostet in der 2. Klasse 490 Franken und ist für ein halbes Jahr gültig. Der Pilotversuch dauert bis Oktober, dann will die SBB Bilanz ziehen.
www.srf.ch
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2015  / Mittwoch, 13. Mai 2015
Zwei Güterzüge kollidieren im Bahnhof Erstfeld
Ein Güterzug von SBB Cargo International, gezogen von der Re 6/6 «Cham» und einer Re 4/4 II, prallt kurz nach Mitternacht um 00.03 Uhr bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof Erstfeld Richtung Süden bei einer Flankenfahrt seitlich in einen Güterzug von BLS Cargo. Die beiden Züge sind in dieselbe Richtung unterwegs. Bei der Kollision entgleisen beide Lokomotiven des Zuges sowie drei Wagen. Die Züge haben kein Gefahrgut geladen. An den Gleisanlagen entstehen erhebliche Schäden. Die beiden BLS-Cargo-Loks Re 485 und Re 486 blieben unbeschädigt. Spezialisten der SBB Intervention beginnen noch in der Nacht mit den Bergungsarbeiten. Die entgleisten Lokomotiven und Güterwagen müssen mit einem Schienenkran wieder in die Schienen gehoben werden. Anschliessend reparieren Fachleute der SBB die beschädigten Weichen und Gleise. Die Gotthardstrecke ist damit unterbrochen.
UW 37, 16.5.2015, S. 4.
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2015  / Montag, 17. August 2015
Bald fahren Züge auf der neuen Stammlinie
Die Eröffnung des Gotthard- Basistunnels rückt näher. Nun wird ein Gleis der neuen Stammlinie in Betrieb genommen. Ende Februar 2016 folgt das zweite Gleis.Es ist ein weiterer Schritt in die neue Bahnzukunft.
UW 61, 8.8.2015, S. 7.
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2015  / Montag, 24. August 2015
Der Gotthard-Basistunnel steht nun auf dem Prüfstand
Sämtliche Bahntechnikarbeiten sind abgeschlossen. Sowohl die technischen Einrichtungen wie auch die Sicherheitskonzepte werden auf Herz und Nieren geprüft. Alle Tunnelsysteme müssen bis dann ohne Probleme ineinandergreifen. Nun stehen auch die Fahrleitungen unter Strom. Theoretisch sollen die Züge ab 2016 mit bis zu 250 km/h durch den Tunnel fahren können. Faktisch werden es «nur» 200 km/h sein. Da bei diesem Tempo ein Lokführer Signale gar nicht mehr lesen kann, läuft das Verkehrsleitsystem im Tunnel vollkommen elektronisch. Scanpunkte am Boden ermöglichen es dabei der Betriebsleitstelle in Pollegio, immer genau zu wissen, wo sich ein Zug im Tunnel gerade befindet. Die Richtzahlen des Tunnels sind derweil beeindruckend. 114 Kilometer lang sind beiden Tunnelröhren. Daneben wurden weitere 38 Kilometer ausgebrochen, 40 Kilometer offene Strecken neu erstellt sowie 850 Räumlichkeiten erbaut. Für all diese Bauwerke gilt es nun, saubere Dokumentationen zu erstellen, um den Tunnel am 1. Juni 2016 den SBB zu übergeben. An diesem Tag werden nur 1000 Menschen den neuen Tunnel durchfahren können. Wer zur Jungfernfahrt einsteigen darf, entscheidet das Losverfahren. Dieses beginnt im Januar 2016.
UW 66, 26.08.2015, S. 3.
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2015  / Freitag, 23. Oktober 2015
Dampfbahn auf ungewohnten Gleisen
Ein Extrazug der Furka-Dampfbahn fährt von Realp nach Disentis/Mustér. Es ist die erste Dampffahrt über den Oberalp seit 47 Jahren. Der Dampfzug ist für einen englischen Reiseveranstalter unterwegs. Er benötigt für die 38 Kilometer lange Strecke inklusive der Wasserstopps pro Weg rund 3 Stunden. Das Personal und die über 100 Jahre alte Dampflok HG 3/4 Nr. 4 mit den drei historischen Personenwagen bewältigten die ungewohnte Strecke problemlos.
UW 85, 31.10.2015, S. 16.
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2016  / Montag, 25. Januar 2016
Zugverkehr auf Gotthardachse liegt lahm
Auf der Gotthardstrecke der SBB rollt am Montagnachmittag von 16.00 bis 18.00 Uhr kein Zug mehr. Wegen eines Problems mit dem Zugssicherungssystem fällt der gesamte Bahnverkehr zwischen Brunnen (SZ) und Castione Arbe do (TI) aus. Vom Unterbruch betroffen sind sämtliche Güter- und Personenzüge.
UW 7, 27.1.2016, S. 16.
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2016  / Samstag, 19. März 2016
Letzte Rettungsübung im Basistunnel
Im Gotthard-Basistunnel wird seit Oktober 2015 getestet. Den Anfang machte der Tunnelfunk. Anschliessend wurde mit der stufenweisen Erhöhung der Geschwindigkeit das Zusammenspiel von Schiene, Fahrleitung und Rollmaterial geprüft. Güterzugfahrten leiteten die dritte Testphase ein. An der letzten und zugleich auch grössten Rettungsübung werden 800 Passagiere aus dem Basistunnel evakuiert. Die Evakuierung ist ohne nennenswerte Zwischenfälle verlaufen. Neben der Sicherheit wird auch die Stabilität des Handynetzes im Tunnel getestet.
UW 23, 23.3.2016, S. 3.
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2016  / Donnerstag, 31. März 2016
Bahnschalter in Flüelen schliesst Ende März
Die SBB wandeln den Bahnhof Flüelen in eine Station mit Selbstbedienung um. Bisher war der Bahnschalter jeweils in der Sommersaison bedient. Die SBB begründen den Entscheid mit der abnehmenden Nachfrage nach bedientem Verkauf und der Auflösung eines Dienstleistungsvertrags mit Uri Tourismus per Ende 2015
UW 20, 12.3.2016, S. 11.
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2016  / Freitag, 8. April 2016
Urner Schüler gestalten SBB-Lokomotive
Unter der Leitung des Künstlers Kerim Seiler und Katja Lang, der Atelierleiterin des Creaviva, formulierten, zeichneten, malten und gestalteten die Jugendlichen einen Tag lang ihre Zukunftswünsche und Hoffnungen für die Welt, in der sie erwachsen sein werden. Aus diesen kleinen Kunstwerken ist nun ein rollendes Gesamtkunstwerk entstanden: die sogenannte Zukunftslok der Versicherung Mobiliar. Die Lokomotive mit den visualisierten Zukunftsvisionen und -wünschen der 30 Jugendlichen wird im Depot in Erstfeld im Beisein von Ex-Miss-Schweiz Christa Rigozzi und TV-Star Müslüm getauft.
UW 29, 13.4.2016, S. 7.
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2016  / Mittwoch, 20. April 2016
Gotthard: SBB geloben Besserung
Im Schnitt erreichen 89 Prozent der Züge in der Schweiz ihr Ziel mit weniger als 3 Minuten Verspätung. Am Gotthard liegt der Wert nur bei 82 Prozent. 31 Prozent der Verspätungen auf der Gotthardstrecke werden durch das Rollmaterial verursacht. Das grosse Sorgenkind ist der Neigezug ETR 610, den die SBB bis Ende 2018 technisch verbessern wollen. 31 Prozent der Verspätungen zwischen dem Tessin und der Deutschschweiz sollen in Italien verursacht werden. In diesem Punkt soll eine Arbeitsgruppe mit der italienischen Bahn Besserung bringen. Ein weiteres Problem sind Störungen, die durch die neue Führerstandssignalisation ETCS Level 2 verursacht werden.
UW 31, 20.4.2016, S. 1.
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2016  / Mittwoch, 27. April 2016
In Flüelen halten neu sechs Intercitys
Die einzige Gelegenheit für einen Intercity bot sich bisher jeden Morgen um 6.53 Uhr, ausschliesslich in Richtung Norden. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember, nachdem der Gotthard-Basistunnel auch für den Personenverkehr freigegeben sein wird, werden sechs Eurocity- beziehungsweise Intercityzüge in Flüelen Halt machen: zwei am Vormittag, einer am Nachmittag, und das in beiden Richtungen. Der definitive Entscheid dafür steht zwar noch aus. Doch der Kanton Uri, das Bundesamt für Verkehr und die SBB haben eine Absichtserklärung unterschrieben. Die Halte würden sich nicht negativ auf die Pünktlichkeit auswirken: Es sind Fahrplanreserven eingeplant. Der definitive Entscheid ist abhängig von den Ergebnissen des laufenden Testbetriebs auf der Neat-Strecke. Die EC/IC-Züge werden in Flüelen halten, bis der neue Kantonsbahnhof Altdorf in Betrieb genommen wird.
UW 33, 27.4.2016, S. 1.
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2016  / Freitag, 29. April 2016
Das Lokomotivdepot in Erstfeld ist endgültig geschlossen
In Erstfeld schliesst das Depot für den Unterhalt der Gotthardloks für immer seine Tore. Still und heimlich, ohne Dank, Ansprachen und was dazugehören würde. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wechseln zwei Mann in das EIZ, andere werden irgendwo in der Schweiz untergebracht – bis nach Basel. Wieder andere stehen ohne Job da. Das EIZ konnte sein Versprechen, die Angestellten des Depots zu übernehmen, nur teilweise einlösen.
UW 35, 4.5.2016, S. 1.
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2016  / Freitag, 29. April 2016
SBB übernehmen den Lead beim Bahnhof Altdorf
Der Bahnhof Altdorf soll zum Kantonsbahnhof werden, zur eigentlichen Drehscheibe des öffentlichen Verkehrs im Kanton Uri. So ist der Richtplan angepasst und eine Vereinbarung über die Entwicklung des Bahnhofs Altdorf zwischen Kanton, Bund und SBB getroffen worden. Ab Inbetriebnahme des Kantonsbahnhofs werden pro Richtung acht Intercity-Züge in Altdorf halten. Das Angebot umfasst weiter S-Bahn- und Interregio-Halte sowie der «Urnersprinter», ein Regionalexpress der zur Hauptverkehrszeit verkehrt. Der Kantonsbahnhof wird auch zur Schnittstelle des öffentlichen Nahverkehrs im Kanton Uri. Die SBB werden die Perrons an den Geleisen 1 und 4 um 200 Meter auf 420 Meter in Richtung Norden verlängern. Dies bedingt auch verschiedene Anpassungen im Gleisfeld. So etwa an den Weichen und am Anschlussgleis der Hubrol-Entladeeinrichtung. Auch ein zusätzlicher Treppenaufgang auf dem Aussenperron ist geplant. Die SBB werden schätzungsweise 45 Millionen Franken in den Ausbau des Bahnhofs Altdorf investieren. Bis Ende 2021 wird der Bahnhof Schritt für Schritt ausgebaut. Um die lückenlose Transportkette sicherzustellen, werden die SBB als Bauherrin für den gesamten Umbau des Bahnhofsareals auftreten. Mit der Projektführung aus einer Hand haben die SBB bereits an anderen Bahnhöfen gute Erfahrungen gemacht. Auch der Kanton Uri investiert in den Kantonsbahnhof: Er ist für die strassenseitigen Infrastrukturen zuständig. Geplant sind der Umbau des Bahnhofplatzes, Anpassungen an den Zufahrtsstrassen, der Neubau des Busbahnhofs sowie eine Park-and-Ride-Anlage auf der Westseite des Bahnhofs. Der öffentliche Busverkehr im Kanton Uri wird künftig sternförmig auf den Kantonsbahnhof zulaufen. Dafür werden auf der Ostseite des Bahnhofs sechs Haltekanten gebaut. Die drei Haltekanten auf der Westseite werden hauptsächlich dem Tellbus beziehungsweise dem Winkelriedbus dienen, welche wiederum vom neuen Autobahn-Halbanschluss profitieren werden. Die Gemeinde Altdorf schliesslich wird die Verlängerung der Personenunterführung finanzieren. Kanton und Gemeinde rechnen gemeinsam mit Kosten von 12 bis 15 Millionen Franken. In Altdorf wird die Bevölkerung im Juni 2017 über die Finanzierung abstimmen können. Über die Kostenbeteiligung des Kantons wird der Urner Landrat voraussichtlich im Frühjahr/Sommer 2017 bestimmen können.
UW 34, 30.04.2016, S. 3.
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2016  / Montag, 9. Mai 2016
Am Nätschen sind die Bagger aufgefahren Matterhorn-Gotthard- Bahn
Der alte Bahnhof auf dem Nätschen gehört bald der Vergangenheit an. Die Bauarbeiten für den neuen Bahnhof am Nätschen beginnen. Die Arbeiten werden bis Herbst 2017 andauern. Der Neubau sieht zwei Gleise mit zwei Aussenperrons und einer Personenunterführung vor. Die Matterhorn Gotthard Bahn (MGB) hat bewusst auf eine Sanierung des alten Bahnhofs verzichtet – unter anderem auf grund der erforderlichen Umsetzung des Behindertengleichstellungsgesetzes nach barrierefreien Bahnzugängen. Stattdessen wird zirka 450 Meter westlich vom heutigen Standort ein Neubau realisiert, der näher an der Zwischenstation der zuünftigen Gondelbahn Andermatt Nätschen Gütsch zu liegen kommt. Die Distanz vom Bahnhof Nätschen zur Skianlage wird in Zukunft nur noch 100 Meter betragen. Die Matterhorn Gotthard Bahn rechnet mit Projektkos ten von rund 19 Millionen Franken.
UW 38, 14.5.2016, S. 16.
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2016  / Samstag, 21. Mai 2016
Dampflokomotiven auf der Gotthardstrecke
In Eisenbahnerdorf Erstfeld riecht es nach Kohle und Dampf. Zu Gast sind zwei Dampflokomotiven, die A 3/5 (Baujahr 1904) und die C 5/6 (1917), die im Bahnhof für die Fahrt auf der Gotthard- Bergstrecke bereit gemacht werden. Die beiden Loks von SBB Historic werden im Zusammenhang mit der Neat-Eröffnung am ersten Juni-Wochenende in der Rollmaterial- Ausstellung in Biasca präsentiert. Der Transfer von Brugg (AG) ins Tessin erfolgte als Publikumsfahrt. Es ist das erste Mal seit 2007, dass diese beiden Loks wieder gemeinsam auf der Gotthard-Bergstrecke fahren. Viele Hundert Bahnfans aus dem In- und Ausland wollen sich dieses besondere Ereignis nicht entgehen lassen.
UW 41, 25.5.2016, S. 14.
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2016  / Mittwoch, 1. Juni 2016
Der Gotthard-Basistunnel ist eröffnet
Uri und das Tessin erleben ein rauschendes Fest. 1100 Gäste feiern die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels, des längsten Eisenbahntunnels der Welt. Unter ihnen hochrangige Staatsgäste wie Bundeskanzlerin Angela Merkel, Präsident François Hollande und Premierminister Matteo Renzi. 300 Journalisten tragen die Bilder der Eröffnungsfeier in die ganze Welt. Neben dem offiziellen Staatsakt und der ersten Tunneldurchfahrt begeistert die Eröffnungsinszenierung «Sacre del Gottardo» mit vielen Urner Mitwirkenden. Am Samstag und Sonntag feiert die Bevölkerung den Tunnel in Erstfeld und Pollegio.
UW 44, 1.6.2016, S. 1 ff.
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2016  / Montag, 20. Juni 2016
Ausbau der Zulaufstrecken gefordert
Das Gotthard-Komitee tagt nach der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels. Es rüstet sich an seiner Generalversammlung in Zürich bereits für neue Aufgaben. Die Fertigstellung des Ceneri-Basistunnels und die Erstellung von Zufahrten stehen vor der Tür. Die Gotthardkantone nehmen zur Kenntnis, dass das Bundesamt für Verkehr bei den Arbeiten für Step 2030/35 auf Kurs ist und die Vernehmlassung der Botschaft für nächstes Jahr startet. Mit dem Fahrplan 2017 wird eine 30 Minuten schnellere Fahrt der IC-/ EC-Züge durch den Gotthard-Basistunnel realisiert. Die Bergstrecke wird weiterhin stündlich von Erstfeld nach Bellinzona, mit teilweiser Verlängerung bis nach Milano, bedient. Somit sind erste Forderungen des Gotthard-Komitees in Erfüllung gegangen.
UW 50, 25.6.2016, S. 2.
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2016  / Mittwoch, 31. August 2016
Intercity-Halte in Flüelen gesichert
Der Fahrplanentwurf 2017 sorgte für verunsicherung! In der gemeinsamen Absichtserklärung zwischen dem Kanton Uri, dem Bundesamt für Verkehr und den SBB gingen die Parteien von täglich drei EC-/IC-Zügen in beiden Richtungen ab Dezember 2016 aus, die in Flüelen halten. Im Fahrplanentwurf 2017 waren diese Halte nicht mehr aufgeführt, was für Irritation sorgte. Rund 100 Tage vor der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels gibt es Entwarnung: «Sechs EC/IC-Züge pro Tag – je drei pro Richtung – werden in Flüelen halten», versichert Toni Häne, Leiter Verkehr der SBB, anlässlich einer Medienorientierung in Flüelen. Die Verantwortlichen der SBB werben für die neue Flachbahn und stelten ihre Pläne für die Nutzung der Gotthard-Bergstrecke vor. Sie bekräftigen zudem ihren Anspruch, auch nach Ablauf der Konzession 2017, die Bergstrecke weiter zu betreiben.
UW 70, 3.9.2016, S. 9.
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2016  / Sonntag, 11. Dezember 2016
SBB-Cargo-Depot in Erstfeld ist Geschichte
Eine Eisenbahner-Ära ist zu Ende. Der Lokführerstandort von SBB Cargo in Erstfeld wird geschlossen. Die betroffenen Lokführer haben ihren Dienstort neu in Arth-Goldau. Mit dem Fahrplanwechsel fahren die Güterzüge durch den 57 Kilometer langen Basistunnel. Aus technischen Gründen sind Lokpersonalwechsel vor dem GBT-Portal nicht möglich. Damit ist der Zeitpunkt für SBB Cargo gekommen, auch den Lokführerstandort in Erstfeld aufzuheben.
UW 99, 14.12.2016, S. 2.
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2016  / Samstag, 17. Dezember 2016
Symbolträchtige Taufe zweier Züge in Göschenen und Airolo
Auf der Bergstrecke Erstfeld–Pollegio verkehren seit dem Fahrplanwechsel, abgesehen von ein paar wenigen saisonalen Wochenendzügen, Nahverkehrskompositionen, welche fahrplantechnisch als Regio-Expresszüge betitelt werden. Zum Einsatz gelangen in der Regel die für den regionalen S-Bahnverkehr konzipierten Niederflurzüge, welche vom Hersteller Stadler Rail den Marketingtitel Flirt erhalten haben. Die SBB und ihr Tochterunternehmen Ticino-Lombardia (Tilo) taufen beidseits des alten Gotthardtunnels einen Triebwagen auf die Namen «Göschenen» und «Airolo».
UW 101, 21.12.2016, S. 11.
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2017  / Sonntag, 2. Juli 2017
Das Urner Stimmvolk sagt klar Ja zum Kredit für den Ausbau des Bahnhofs Altdorf
Für 55 bis 60 Millionen Franken soll der Bahnhof Altdorf bis ins Jahr 2021 in Uris zentrale Verkehrsdrehscheibe umgewandelt werden. Die Gemeinde Altdorf wird sich an diesem Generationenprojekt mit einem Beitrag von 3,19 Millionen Franken beteiligen. Ein entsprechendes Kreditbegehren haben die Stimmberechtigten der Gemeinde an der Urne gutgeheissen. Nun hat sich auch das Urner Stimmvolk mit deutlicher Mehrheit für den Ausbau des Regionalbahnhofs Altdorf zum Kantonsbahnhof ausgesprochen. 74 Prozent der Stimmbürgerinnen und -bürger sagten Ja zum Investitionskredit des Kantons in Höhe von 10,87 Millionen Franken. Der Betrag ist für den Bau der Busterminals auf der Ost- und Westseite des Bahnhofs sowie die dazugehörigen Anpassungen an der Strasse vorgesehen. Die für die Perronverlängerungen und Gleisanpassungen erforderliche Summe von 40 bis 45 Millionen Franken werden die SBB aufbringen, bei der auch die Gesamtleitung des Projekts liegt. Am höchsten fällt der Ja-Anteil zum Bahnhofkredit in Altdorf mit 90,6 Prozent aus, gefolgt von Hospental mit 85,7 Prozent und Seedorf mit 83,7 Prozent. In Erstfeld halten sich die Befürworter und die Gegner die Waage. In Flüelen, Wassen und Gurtnellen legt die Mehrheit der Stimmbürgerinnen und -bürger sogar ein Nein in die Urne.
UW 53, 5.7.2017, S. 3.
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2017  / Mittwoch, 12. Juli 2017
Schöllenenbahn feiert Geburtstag
Seit 100 Jahren fährt die Bahn durch die Schöllenen. Auf einer Strecke von Göschenen nach Andermatt, die nur 3,8 Kilometer lang ist. 67 Prozent der Schöllenenstrecke sind mit Zahnstangen ausgestattet, 57 Prozent verlaufen durch fünf Tunnels und fünf schützende Galerien. Vier Mal fährt die Schmalspurbahn über eine Brücke, darunter die Teufelsbrücke.
UW 54, 8.7.2017, S. 3.
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2017  / Montag, 11. September 2017
Viele Verletzte nach Rangierunfall in Andermatt
Beim Bahnhof Andermatt ereignet sich um 11.30 Uhr ein Unfall, bei dem 33 Personen verletzt werden – niemand lebensbedrohlich. Unter den Verletzten befinden sich auch 18 Jugendliche, denn im Zug sind auch drei Schulklassen mit insgesamt 65 Schülerinnen und Schülern unterwegs. In den Abteils befinden sich rund 100 Gäste. Die betroffene Zugkomposition steht im Bahnhof Andermatt und umfasst eine Lokomotive sowie fünf Wagen. Der Vorfall ereignet sich bei einem Rangiermanöver, bei dem die Lokomotive über ein Parallelgleis vom hinteren Ende zum vorderen Ende des Zuges geführt werden soll. Die Lokomotive prallt jedoch wieder zurück gegen die Zugkomposition, von der sie kurz zuvor gelöst worden ist. Es ist bereits der dritte Bahnunfall im Bahnhof Andermatt innerhalb eines Jahres.
UW 73, 13.9.2017, S. 1.
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2017  / Donnerstag, 12. Oktober 2017
Unfallursache ist geklärt – Weiche falsch gestellt
Eine falsch gestellte Weiche ist der Grund für den Bahnunfall am 11. September in Andermatt gewesen, bei dem 35 Personen leicht verletzt worden sind. Wie die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) in ihrem Bericht schreibt, sei die Kollision der Lokomotive mit abgestelltem Reisezug auf eine falsch gestellte Rangierfahrstrasse zurückzuführen. Die am Vorfall beteiligten Personen hätten mehrere Vorgaben, die der Sicherung des Rangierablaufs dienen würden, nicht angewendet.
UW 82, 14.10.2017, S. 1.
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2017  / Samstag, 21. Oktober 2017
Fans feiern 100. Geburtstag des «Elefant» C 5/6 2978
Auf der Gotthard-Bergstrecke ist ein Dampfspektakel angesagt. Anlass dafür ist der 100. Geburtstag der Dampflok C 5/6 Nr. 2978, welche sich im Besitz von SBB Historic befindet. Der restaurierte «Elefant» Nr. 2969 und die Nr. 2978 von SBB Historic fahren die Gotthardstrecke hinauf. Die Nordrampe wird mit den beiden C 5/6 an der Zugspitze und der B 3/4 1367 als Nachschiebelokomotive erklommen. Bei der Talfahrt auf der Südrampe muss die 2978 jedoch wegen eines heissgelaufenen Triebstangenlagers schadhaft und muss ausgereiht werden.
UW 85, 25.10.2017, S. 10.
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2017  / Donnerstag, 14. Dezember 2017
Cargo Schweiz feiert Flottenerweiterung
Die Flottenerweiterung von SBB Cargo International mit der ersten von insgesamt 18 Vectron-Lokomotiven wird gefeiert.
www.wikipedia.de (2021)
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2017  / Freitag, 15. Dezember 2017
SBB Spezialfahrzeuge werden auf die Namen «Erstfeld» und «Wassen» getauft
Damit der Gotthard- und der Ceneri- Basistunnel optimal unterhalten werden kann, beschafften die SBB 30 Spezialfahrzeuge. Einige sind bereits im Einsatz. Nun haben die SBB sechs Erhaltungsfahrzeuge mit Zweikraftantrieb übernommen. Die 30 Spezialfahrzeuge werden in den Erhaltungs- und Interventionszentren in Erstfeld und in Biasca stationiert sein. Den Zuschlag für den Bau der Erhaltungsfahrzeuge hatte die Firma Harsco Rail erhalten. Um ihre Verbundenheit mit der Gotthardregion zu zeigen, taufen die SBB die Basisfahrzeuge nach 13 Bahnstationen der alten Bergstrecke. So heissen die neuen Spezialfahrzeuge auch «Erstfeld» und «Wassen». Taufpatinnen und -paten der ersten Fahrzeuge sind die Gemeindepräsidenten und Gemeindepräsidentinnen von Erstfeld, Wassen, Airolo, Ambri-Piotta, Giornico und Biasca.
UW 100, 16.12.2017, S. 7.
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2017  / Donnerstag, 21. Dezember 2017
SOB bestellt elf Züge für die Gotthard-Panoramastrecke
Die Schweizerische Südostbahn (SOB) bestellt bei Stadler elf neue Züge für rund 170 Millionen Franken. Mit diesen wird sie ab Dezember 2020 im Auftrag der SBB über die Gotthard-Bergstrecke fahren. Die Züge werden von Basel und Zürich über die Gotthard-Bergstrecke ohne Umsteigen in Erstfeld nach Locarno oder Lugano verkehren. Es handelt sich dabei um dieselben Züge, die die SOB bereits für Ende 2019 für den Voralpen-Express bestellt hat. Die SOB wird die Linie über die Gotthard- Panoramastrecke im Auftrag der SBB mit eigenem Rollmaterial, aber gemeinsamem Logo fahren und vermarkten – dies unter einer Fernverkehrskonzession bei den SBB.
UW 102, 23.12.2017, S. 11.
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2018  / Sonntag, 1. April 2018
Geschwindigkeitsrekord im Basistunnel
Die SBB haben bei einer Testfahrt durch den Gotthardtunnel über Ostern einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt. Erstmals fährt der neue Hochgeschwindigkeitszug Giruno mit einem Tempo von 275 Kilometern pro Stunde durch den Tunnel. Die Probefahrt verläuft erfolgreich mit. Die zukünftige Tempolimite im Tunnel beträgt 250 km/h. Damit der neue Zug mit dieser Geschwindigkeit verkehren darf, werden Testfahrten mit einer höheren Geschwindigkeit durchgeführt. Die SBB hatten beim Schienenfahrzeugbauer Stadler Rail 29 dieser Giruno- Züge bestellt, weil sie auf der neuen Nord-Süd-Verbindung eine grössere Nachfrage erwarten. Die Doppelkompositionen bieten Sitzplätze für 810 Fahrgäste und haben eine Länge von 404 Metern. Sie sollen ab 2019 zum Einsatz kommen.
UW 26, 4.4.2018, S. 13.
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2018  / Donnerstag, 5. April 2018
Matterhorn-Gotthard-Bahn erzielt Gewinn
2017 übertraf die Matterhorn-Gotthard- Verkehrs AG mit 115,7 Millionen Franken den Ertrag des Vorjahrs um 4 Prozent. Im Regionalverkehr wurde ein Ertrag von 51,5 Millionen Franken (+7,9 Prozent) erwirtschaftet. Beim Glacier Express erhöhte sich der Ertrag auf 10,6 Millionen Franken (+5 Prozent). Die Autotransporte erzielten einen Ertrag von 6 Millionen Franken (–0,7 Prozent) und der Güterverkehr einen Ertrag von 1,8 Millionen Franken (–1,1 Prozent). Unter dem Strich hat die Matterhorn-Gotthard- Bahn 2017 einen Gewinn von 1 Million Franken erzielt.
UW 27, 7.4.2018, S. 14.
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2018  / Freitag, 6. April 2018
Bahnstrecke Uri–Graubünden wegen Lawine unterbrochen
Die Bahnstrecke der MGB zwischen den Kantonen Uri und Graubünden ist durch eine Nassschneelawine blockiert. Die Schneemassen verschütteten in der Nacht das Bahngleis in der Nähe des Oberalppasses auf einer Länge von etwa 60 Metern. Menschen wurden durch die Lawine nicht verletzt. Auch die Bahninfrastruktur – Gleise und Fahrleitung – wurde nicht beschädigt.
UW 27, 7.4.2018, S. 36.
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2018  / Montag, 11. Juni 2018
Neu renovierte Lok auf der Bergstrecke
In den letzten zwölf Jahren ist die Lok in 48’000 Stunden Freiwilligenarbeit vom Rosthaufen zu einer neuwertigen Lokomotive umgebaut worden. Rund die Hälfte der Lok besteht aus neuen Teilen. Die HG 4/4 704 hat eine Leistung von 800 PS und ist nach Angaben der DFB die stärkste Schmalspur-Zahnrad- Dampflokomotive Europas. Sie war von der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik Winterthur (SLM) für das französische Kolonialministerium gefertigt und nach Indochina geliefert worden. Die Dampfbahn Furka-Bergstrecke hat vier Dampflokomotiven mit vietnamesischer Vergangenheit. Die HG 4/4 708 ist noch in Revision. Zwei Lokomotiven des Typs HG 3/4 sind am Furka im Einsatz, diese waren bereits bis 1947 für die damalige Furka-Oberalp- Bahn unterwegs gewesen und dann nach Vietnam verkauft worden. 1990 holte die DFB die vier Dampflokomotiven zurück in die Schweiz. Die neu restaurierte HG 4/4 704 der DFB verlässt die Werkstätte in Uzwil. Per Tieflader wird sie nach Luzern gebracht, wo sie während drei Tagen im Verkehrshaus der Schweiz zu sehen ist. Dann tritt sie ihre Reise nach Realp an.
UW 46, 13.6.2018, S.13.
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2018  / Dienstag, 25. September 2018
Lokomotive macht sich auf der Furka-Bergstrecke selbständig
Eine auf einer Baustelle zwischen Realp und Tiefenbach abgestellte dieselelektrische Lokomotive rollt gegen Mittag unbemerkt weg und entgleist nach 700 Metern in einer Kurve. Die Lokomotive der Dampfbahn Furka-Bergstrecke AG (DFB) entgleist mit allen vier Achsen und kommt zirka 2 Meter neben den Gleisen aufrecht zum Stehen. Es befindet sich kein Lokführer auf der Lokomotive. Das Fahrzeug wird am kompletten Fahrwerk und seitlich am Wagenkasten stark beschädigt, die Bahninfrastruktur nur gering. Die Unfallursache unbekannt Zur Höhe des Schadens konnte Christian Nellen, Leiter Betrieb der DFB, auf Anfrage keine Angaben machen. Auch konnte er nicht sagen, weshalb sich die Lok selbständig machte. Diese Fragen würden dann wohl im Sust-Schlussbericht
UW 79, 6.10.2018, S. 1.
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2019  / Dienstag, 5. Februar 2019
Bahnunfall vor dem Südportal des Gotthardtunnels
Vor dem Südportal des Gotthardtunnels, auf der Bergstrecke bei Airolo, werden zwei Bahnarbeiter während der Streckenpflege von einer TILO-Komposition erfasst. Einer stirbt noch auf der Unfallstelle, der andere wird schwerverletzt ins Krankenhaus eingeliefert.
www.wikipedia.de (2021)
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2019  / Dienstag, 5. März 2019
Bereits sind 100’000 Züge durch den Basistunnel gerollt
Es sind bereits 100’000 Züge durch den im Dezember 2016 in Betrieb genommenen Gotthard-Basistunnel gerollt. Der Betrieb des Tunnels verläuft nach Ansicht der SBB planmässig, stabil und sicher. In einigen Fällen sei es zu Störungen an Fahrzeugen oder an den Tunnelanlagen gekommen, sodass Züge über die Panorama-Strecke hätten umgeleitet werden müssen. Lediglich in Einzelfällen hätten Züge aus dem Tunnel abgeschleppt werden müssen, im Personenverkehr ein einziges Mal. Die Sicherheit sei für die Reisenden jederzeit gewährleistet gewesen. Der Anteil des Güterverkehrs durch den Basistunnel habe im letzten Jahr 59 Prozent betragen. Bis zu 120 Güterzüge seien an Spitzentagen durch den Tunnel geschleust worden. Davon entfielen knapp 83 Prozent auf SBB Cargo und SBB Cargo International.
UW 19, 9.3.2019, S. 1.
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2019  / Donnerstag, 4. April 2019
Betriebsbewilligung für 200 km/h für «Giruno»
Das Bundesamt für Verkehr (BAV) erteilt dem neuen Hochgeschwindigkeitszug SMILE von Stadler die Betriebsbewilligung für 200 km/h in Einzeltraktion auf dem Schweizer Netz.

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2019  / Donnerstag, 8. August 2019
«San Gottardo» in Bellinzona getauft
«San Gottardo» heisst der jüngste Zug der SBB. Der neue Giruno-Zug fährt erstmals durch den Gotthard-Basistunnel und wird in Bellinzona getauft. Taufpaten sind die Regierungsräte Christian Vitta (TI), Mario Cavigelli (GR) und der Urner Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind.
UW 63, 10.8.2019, S. 1, 5.
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2019  / Samstag, 31. August 2019
Grosser Bahnhof für den «Giruno» namens Uri
Der Andrang im Eisenbahnerdorf Erstfeld auf dem Perron beim Gleis 1 ist gross. Aus Zürich der «Giruno» eingetroffen. Der 501 007 mit dem Wappen des Kanton Uri wird getauft. Das Wappen ist unter den Seitenfenstern der Führerkabinen sowie im Speisewagen angebracht. Der mehrgliedrige Zug wird im Laufe des Jahres im internationalen Nord-Süd-Verkehr eingesetzt. Die Jungfernfahrt führt anschliessend nach Bellinzona.
UW 70, 4.9.2019, S. 1.
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2019  / Mittwoch, 11. September 2019
Depot für das Zugpersonal in Erstfeld soll geschlossen werden
In einem offenen Brief an die SBB und die Südostbahn zeigt sich der Gemeinderat Erstfeld sehr enttäuscht über die Schliessung des Kundenbegleiterdepots in Erstfeld. Damit gehen 15 Vollzeitstellen der SBB, drei davon temporär, im Eisenbahnerdorf verloren. Die betroffenen Kundenbegleiterinnen und Kundenbegleiter können sich bei der SOB am Standort Goldau bewerben oder aber in andere Depots der SBB wechseln.
UW 72, 11.09.2019; S. 6.
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2020  / Samstag, 18. April 2020
Kundenbegleiterdepot in Erstfeld wird geschlossen
Das Kundenbegleiterdepot in Erstfeld wird geschlossen, daran kann der Regierungsrat nichts ändern. Auch wenn es für die betroffenen Personen kein Trost sei: Unterm Strich resultiert ein kleiner Stellenaufbau. Per Ende 2020 werden 14 Kundenbegleiterstellen abgebaut, da diese mit der Übernahme der Kundenbegleitung der Züge über die Gotthard-Panoramastrecke durch die Südostbahn (SOB) entfallen. Ein künstlicher Erhalt des Kundenbegleiterdepots wäre aus SBB-Sicht weder operativ effizient noch hinsichtlich der Arbeitsplatzqualität attraktiv. Die SBB wollen mit den Betroffenen individuelle Lösungen finden. Gleichzeitig baut die SOB aber in Erstfeld 16 bis 18 Lokführerstellen auf. Per Ende 2020 gebe es also total 35 bis 37 Lokführer- Vollzeitstellen in Erstfeld.
UW 31, 18.04.2020, S. 9.
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2020  / Freitag, 8. Mai 2020
Erste kommerzielle Fahrt des «Giruno»
Der «Giruno», der neue Hochgeschwidigkeitszug der SBB, absolviert seine erste kommerzielle Fahrt zwischen Zürich HB und Erstfeld.
www.wikipedia.de (2021)
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2020  / Sonntag, 13. Dezember 2020
Die Schweizerische Südostbahn befährt die Gotthard-Bergstrecke
Mit dem Fahrplanwechsel befährt die Südostbahn mit dem Treno Gottardo wiederum die Gottthard-Bergstrecke. Die Bahnlinie verbindet von Zürich–Zug–Arth-Goldau (IR 46) sowie Basel–Olten–Luzern–Arth-Goldau (IR 26) über die Gotthard-Bergstrecke mit dem Tessin (Bellinzona). Der Zug verkehrt im Stundentakt.
www.wikipedia.de (2021)
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2021  / Montag, 5. April 2021
Treno Gottardo fährt bis Locarno
Der von der Schweizerischen Südostbahn betriebene Treno Gottardo fährt über die alte Gotthard-Bergstrecke von Basel und Zürich aus neu bis Locarno (bisher Bellinzona).
www.wikipedia.de (2021)
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Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 05.03.2021