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Die Urner Gesellschaft

In Uri lässt es sich gut sein und leben. Seine ersten Spuren hinterliess der Mensch im Urserntal. Einzelne Jäger haben das Land am Gotthard auf der Suche nach Wild durchstreift, wahrscheinlich sind diese von Süden über die Pässe gekommen. Ein Jäger hat sein Ziel verfehlte in der Jungsteinzeit (ca. 2000 v. Chr.) sein Ziel und hat so Uri mit seiner Silex-Pfeilspitze den ältesten Kulturgegenstand hinterlassen. Münzen und Kleidernadeln geben einen Hinweis, dass die Urner Pässe schon in der Bronzezeit begangen wurden, mit dem Surenen- und dem Chrüzli-Pass jedoch nicht in erster Linie diese, über die sich heute die wichtigen Verkehrslinien ziehen. Die Kelten haben uns mit den Goldringen von Erstfeld auf ihre Anwesenheit im 4. Jahrhundert v. Chr. gegeben, jedoch auch einige Rätsel aufgegeben, wie solche Kunstwerke in das wilde Bergtal kommen konnten. Die römische Kultur hat in Uri nur ein paar Münzen und Tonscherben hinterlassen. Im späten 7. Jahrhundert kamen die Alemannen von Norden und wurden wohl als erste in Uri sesshaft. Sie rodeten den Wald, machten das Land urbar, bauten Siedlungen und in Altdorf eine erste Kirche. Das erste schriftliche Zeugnis, ist noch kein Hinweis für wundervolles Sein in Uri, denn Abt Heddo wurde 732 von der Insel Reichenau nach Uri verbannt. Das Jahr des Urner Bauern beginnt mit dem langersehnten Tag der Alpauffahrt. Je nach den Schneeverhältnissen findet sie früher oder später statt, meist jedoch zwischen Anfang und Mitte Juni. Wenn der frühe Herbst in die urnerischen Täler hereindringt, ist die ganze Familie wieder vollständig beieinander: jene, die auf die Alp gezogen und die andern, die im Tal geblieben sind. Nun ist es Zeit, die wenigen Feste zu feiern, die den Jahreslauf des Urners spärlich durchziehen. Wenn sich das Laub der Bäume golden verfärbt und ein abendlicher Nebeldunst aus den Matten steigt, dann ist es Zeit für die «Chilbenen». Landauf, landab wurde gefeiert, getanzt — «beedelät» — und natürlich auch geschlemmt. In den letzten Jahrzehnten hat die Chilbi jedoch etwas an Bedeutung verloren. Das ursprünglichste aller Urner Herbstfeste ist die Bürgler Sennenchilbi, die alljährlich im Oktober stattfindet und wo die Sennen für den Alpsommer danken. Der Spätherbst war auch die Zeit der «Hüsmetzgetä», die in Uri in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch gang und gäbe war. Schweine, Schafe und Ziegen wurden geschlachtet und das Fleisch entweder gleich verwertet oder aber für eine längere Haltbarkeit vorbereitet. Im Herbst finden auch die Viehmärkte und die Viehprämiierung statt, bei der Bauern aus der näheren und weiteren Umgebung zusammenströmen. Seit Jahrhunderten kennt der Urner eine grosse Leidenschaft: Die Jagd! Im «Langgsi», im Frühling, wenn der Föhn den Schnee auf den Matten rasch weggeschmolzen hatte, fand bis 1928 in Schattdorf die Urner Landsgemeinde statt, ein Grossereignis für jung und alt.

Literatur: Iten Karl, Stadler Emil; Zeitungsserie «Rings um ds Ürner Chuchigänterli», in: GP Nr. 28, 17.7.1971. Gefahren > Wasser, Lawinen

DIE GESELLSCHAFTLICHEN EREIGNISSE IM ÜBERBLICK

Freitag, 11. Januar 1799
Stimmung wird zunehmend schlechter
Regierungsstatthalter Vonmatt bezeichnet die Stimmung im Distrikt Altdorf als „verdorben“. Viele Priester geben ihre bisherige Zurückhaltung auf. Beim Sonnenwirt Gisler in Altdorf halten die seit dem vergangenen September bekannten Unruhestifter ihre Versammlungen ab. Bei der allgemeinen Missstimmung wagen die meisten der ohnehin kleinen Zahl der Revolutionsanhänger aus Furcht vor den Repressalien des Volkes nicht mehr, ihre Gesinnung frei zu äussern.
Arnold, Helvetik, S. 101.

Montag, 18. Februar 1799
General beschwert sich über revolutionsfeindliches Benehmen
Obergeneral Massena beschwert sich beim helvetischen Direktorium über das revolutionsfeindliche Benehmen einzelner Personen und besonders der Priester im Distrikt Altdorf.
Arnold, Helvetik, S. 105.

Samstag, 13. März 1999
Erneuter Weltrekordversuch in Andermatt
Erneuter Weltrekordversuch in Andermatt: Mit einer 57,6 Meter langen, leuchtend roten Krawatte hofft die Schöpferin Anna Zgraggen auf einen Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde.
UW 20, 17.3.1999

ABSTIMMUNGEN ZUR GESELLSCHAFTSPOLITIK

Datum Titel E/K UR CH
26.10.1975 Sozialhilfegesetz K Ja -
06.12.1992 Änderung des Gesetzes über die Sozialhilfe im Kanton Uri K Ja -
28.11.1993 Massnahmen zur Erhaltung der Sozialversicherung E Ja Ja
28.09.1997 Änderung der KV betreffend Sozialhilfegesetz K Ja -
28.09.1997 Gesetz über die öffentliche Sozialhilfe (Sozialhilfegesetz) K Ja -

 
SOZIALWESEN

Öffentliches Sozialwesen

GESELLSCHAFT

Die Urner Gesellschaft
Ab- und Auswanderung
Abtreibung der Leibesfrucht
Armut und Hunger
Ethik und Gentechnik
Feste und Feierlichkeiten
Flüchtlings- und Asylwesen
Gleichberechtigung
Homosexualität
Invalidität / Körperbehinderung
Katastrophenhilfe
Kult
Rassismus
Schönheitsideal
Selbstmord, Suizid
Sitte und Moral
Soziale Vereine und Serviceclubs
Sozialhilfe, Sozialdienste, Wohltätigkeit
Sozialversicherungen
Zuwanderung, Ausländer

MODE

Kleidermode
Uniformen
Frisurenmode

 

 

 

 

 

Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 16.3.2018