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Gesetzesbestimmungen

Das Landbuch des Kantons Uri, 1823/1826
Bd 1 (1823)
Die Eide

001  
Eid des Landammanns
«Der Landammann soll zu Gott und den Heiligen schwören: Des Landes Ehre und Nutzen zu fördern, Schande, Schaden und Laster zu wenden, vorzubringen, was vorzubringen ist, und ein unpartheyischer Richter zu seyn und zu richten nach dem Recht dem Armen wie dem Reichen, dem Reichen wie dem Armen, dem Fremden wie dem Einheimischen, und hierum weder Geschenke, Geld noch Geldswerth zu nehmen außer dem gewohnten Lohn, auch Hierin nicht zu handeln aus Freundschaft noch Feindschaft, noch aus andern Beweggründen; sondern allein nach dem Recht. Alles getreu und ohne Gefährde.»
LB UR 1823 Bd I, S. 9.
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002  
Eid der Landsgemeinde
«Die ganze Landsgemeinde solle zu Gott und den Heiligen schwören: Des Landes Nutzen nnd Ehre zu fördern, Schand, Schaden nnd Laster zn wenden, vorzubringen, was vorzubringen ist, und dem Landammann und seinen Bothen gehorsam zu syn und nachzukommen, so oft sie von ihm oder seinen Bothen gemahnt und berufen werden, das Recht helfen fördern und das Unrecht unterdrücken, auch den Landammann zu schirmen und Hand zu haben zu Recht. Alles getreu und ohne Gefährde.»
LB UR 1823 Bd I, S. 10.
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003  
Eid der «Vorgesetzten Herren» und Räte
«Nachdem die drey alten freyen Lande Ury, Schwyz und Unterwalden aus göttlicher Gnade und Barmherzigkeit von unbilligem Gewalt und Tyranney erledigt, wohl erkannten, daß ihr freyer Stand ohne gute Regierung weder ruhig noch beständig erhalten werden, und seine wohlgeordnete Regierung seyn könne, bey welcher die einen aus Begierlichkeit der Ehrsucht oder des Gutgeizes durch ungerechte Mittel sich über andere erheben, und andere sich der Dienstbarkeit um schlechte verächtliche Gaben und Schankungen schändlich unterwerfen würden, und deswegen im Jahr 1315 einen ewigen Bund aufgerichtet, gelobt und geschworen heben, daß sie keinen Richter nehmen noch haben wollen, der das Amt kaufe mit Pfenningen oder anderm Gut; so sollen die Hrn. Vorgesetzten und Räthe zu Gott und den Heiligen schwören:

1) Da sie um zu ihrem Amt zu gelangen nicht praktiziert, keinerley Gaben noch Schankungen, kein Geld noch Geldeswerth weder gegeben, noch verdeutet, noch versprochen haben , noch durch andere haben geben , verdeuten noch versprechen lassen.

Sie sollen dann ebenfalls zu Gott und den Heiligen schwören:

2) Dem Landammann und seinen Btchen gehorsam zu seyn, und zu ihm zu kommen, so oft sie berufen werden,und zu helfen das Recht fördern und das Unrecht unterdrücken und haben zu verschweigen, was zu verschweigen ist, und vorzubringen, was vorzubringen ist, auch in Gerichts-und Rechtssachen, Freyheits-oder Gnaden-Ertheilungen weder Geschenke, Geld noch Geldswerth oder was immer an eines Nutzen kommen möchte, noch für sich noch die Seinigen, weder vor, noch in, noch nach Verhandlung der Sache anzunehmem. Alles getreu und ohne Gefährde.

(Der ganze Eid wird im ersten Rath, da der Neugewählte sein Amt antritt, geschworen, im jährlichen Schwörlandsrath aber nur der zweyte Theil.)»

LB UR 1823 Bd I, S. 10 f.
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004  
Eid des Säckelmeisters (1823) / Eid des Bauherrn (1839)
«Der Säckelmeister des Lands solle zu Gott den Heiligen schwören: Des Landes und UGHhrn. getreuer Amtsverwalter zu seyn im Einnehmen und Ausgeben, und alles gehörig einzuziehen und zu verrechnen, auch alle, die ihm um Bußen angeklagt werden, oder er selbst genugsam vernähme, an Behörde anzuzeigen. Alles getreu und ohne Gefährde.»

Ergänzung vom 18. Mai 1839 (Beschluss Landrat)
Des Bauherrn Eid.
«Der Bauherr soll zu Gott und den Heiligen schwören, der ihm übertragenen Aufsicht und Besorgung der Gebäuden, Straßen, Wuhren, oberkeitlichen Werkzeuge, Waldungen, Liegenschaften, Allmenden und der Strafanstalt sorgfältig getreu und unpartheyisch obzuliegen, und auf gleiche Weise die ihm übertragenen Verrichtungen und Aufträge zu erfüllen und vollziehen, und in Allem den bessern Nutzen und Ehre des Landes zu fördern und den Schaden zu wenden. Alles getreu und ohne Gefährde.»

LB UR 1823 Bd I, S.12 / LR 18.05.1839; LB UR 1842 Bd III, S. 7.
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005  
Eid der Landschreiber
«Die Landschreiber sollen zu Gott und den Heiligen schwören: Dem Landammann und der Oberkeit gehorsam zu seyn auch zu verschweigen, was zu verschweigen, und vorzubringen, was vorzubrngen ist, und die Urtheile und Erkenmniße gewissenhaft und unpartheyisch zu schreiben, und überhaupt getreue Schreiber zu seyn und jedermann um den gesetzlichen Lohn die in ihr Amt einschlagenden Akten zu fertigen. Alles getreu und ohne Gefährde.»
LB UR 1823 Bd I, S. 12.
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006  
Eid der Landesfürsprecher
«Die Landsfürsprechen sollen zu Gott und den Heiligen schwören: Ihr Amt getreu zu verrichten, ihrer Parth Sachen nach ihrem Wssen und Verstand treu darzustellen und vorzutragen, und keinerley Gefahr zu gebrauchen, auch ihrer Parthen Angelegenheit nur auf dem Rathhause, vorzubringen und nicht vorher im Land herumzulaufen und Richter oder Räth zu berichten, vielweniger denselben etwas anzubiethen, oder durch andere unerlaubte Mittel Rechtshändel zu führen, oder andere Sachen vor Oberkeit zu bewirken zu suchen; auch gleich den Richtern und Räthen zu verschweigen, was zu verschweigen, und anzuzeigen, was anzuzeigen ist. Alles getreu und ohne Gefährde.»
LB UR 1823 Bd I, S. 12 f.
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007  
Eid der Weibel und Landesläufer
«Die Weibel sollen zu Gott und den Heiligen schwören: Der Oberkeit und dem Landammann gehorsam zu seyn und ihn zu schützen und schirmen zu Recht und des Lands getreue Diener zu seyn, auch zu verschweigen, was zu verschweige«, und anzuzeigen, was anzuzeigen ist; die ihnen zu übergebenden Briefe an Bestimmung treu und beförderlichst zu übertragen; jedem um gesetzlichen Lohn zu Pfänden und andere ihnen obliegende Verrichtungen zu thun, jedoch ohne des Landammanns oder seines Statthalters Erlaubniß kein Verboth anzulegen. Alles getreu und ohne Gefährde.»
LB UR 1823 Bd I, S. 13.
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008  
Eid des Waagmeisters
«Der Wagmeister soll schwören zu Gott und den Heiligen: Mit der Wag und der Sinne treu und aufrecht umzugehen, und jedermann um den bestimmten Lohn zu wägen und zu fechten, und des Lands getreuer Amtmann zu seyn. Alles getreu und ohne Gefährde.

(Da der Wagmeister zugleich auch Weibel oder Landsläufer ist, hat er derselben Eid auch zu leisten.)»

LB UR 1823 Bd I, S. 13. f.
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009  
Eid der Richter
«Die Richter sollen zu Gott und den Heiligen schwören: Zu richten nach Recht und ans das Landbuch, was vorgetragen und ans Recht gesetzt wird, Red und Widerred, Kundschaften, Akten und Rechtsbelege anzuhören und zu vernehmen, nicht zu achten die Person, sondern allein die Sache, das Recht und die Gesetze, nicht sich leiten zu lassen durch Freundschaft noch Feindschaft, noch andere Nebenursachen; keine Geschenke, Geld noch Geldswerth, oder was immer an eines Nutzen kommen möchte, noch für sich noch die Seinigen anzunehmen, noch weder vor, noch bey, noch nach dem Urtheile, sondern mit dem gesetzlichen Gerichtgeld sich zu gegnügen. Alles getreu und ohne Gefährde.»
LB UR 1823 Bd I, S. 14.
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010  
Eid der Zöllner
«Die Zoller sollen zu Gott und den Heiligen schwören: Den Zoll und das Weggeld einzuziehen von allem, was dem Zoll oder Weggeld laut Tarifen unterworfen ist, dies alles dem Land zukommen zu machen und gehörig und treu zu verrechnen, und überhaupt des Landes getreue Beamte zu seyn. Alles getreu und ohne Gefährde.»
LB UR 1823 Bd I, S. 14 f.
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011  
Eid der Sustbeamten
«Der Sustmeister und die Bestätter sollen schwören: Des Landes getreue Beamte zu seyn, und alle ihre vorgeschriebenen Pflichten unpartheyisch, mit Beflissenheit und Treue zu erfüllen, und so des Landes Nutzen und Ehre zu fördern, auch strenge Verschwiegenheit über die Geschäfte der resp. Kaufmannschaft zu beobachten. Alles getreu und ohne Gefährde.»
LB UR 1823 Bd I, S. 15.
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012  
Eid des Kornhausmeisters
«Der Kornhausmeister soll zu Gott und den Heiligen schwören: Des Lands und UGHhrn. getreuer Diener zu seyn, und das Gebührende nach bisheriger Uebung und Vorschrift einzuziehen, in Rechnung zu nehmen und dem Hrn. Landssäckelmeister zu behändigen. Alles getreu und ohne Gefährde.»
LB UR 1823 Bd I, S. 15.
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013  
Eid des Schiffmeisters
«Der Schiffmeister soll schwören: , Ein unpartheyischer Schiffmeister zu seyn, und dre zuerst Ankommenden, gleich fremd oder einheimisch, vor abzufertigen bey Tag und bey Nacht nach Inhalt des Theilbriefs; doch mit Rücksicht auf Wind und Wetter nach Gestalt der Sachen und gewissenhaftem Befinden, damit Niemand in seinen Geschäften versäumt, aber auch Niemand augenscheinlicher Gefahr ausgesetzt und verwahrloset werde; — die Kaufleute mit ihren Waaren und andere Durchreisende um den oberkeitlich bestimmen Lohn zu fertigen, und den Schiffleuten nicht zu gestatten mehreres zu fordern, als was festgesetzt ist, was aber Jemand aus freyem Willen ohne Zumuthung als Trinkgeld geben würde, mag er ihnen zulassen; dann auch auf den Zustand von Schiff und Geschirr zu wachen, die Theilordnung nach bestem Vermögen aufrecht zu erhalten, die Ungehorsamen und Widerspenstigen der oberkeitlichen Schifffahrts-Kommission anzuzeigen, und U.G. Hrn. und Obern hohen Verordnungen gewärtig und gehorsam zu seyn. Alles getreu und ohne Gefährde.»
LB UR 1823 Bd I, S. 15 f.
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014  
Eid der Dorfweibel
«Sie sollen schwören: Nicht nur der Lands-Obrigkeit, sondern auch dem Dorfgericht der Gemeinde, wo sie als Weibel angestellt, und deren Vorstehern gehorsam zu seyn; den Nutzen des Kantons überhaupt, so wie den Nutzen dieser Gemeinde insbesondere zu befördern, und den Schaden zu wenden; das, so ihnen aufgetragen wird, treu und redlich zu besorgen; jedermann um den gebührenden Lohn das Pfänden, Citieren und andere von ihrem Amt abhangende rechtlichen .Akten in der Gemeinde gewissenhaft und unpartheytsch zu verrichten, und überhaupt der Gemeinde getreuer Ammann zu seyn. Alles getreu und ohne Gefährde.»
LB UR 1823 Bd I, S. 16 f.
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015  
Eid der Landjäger
«Sie sollen schwören MGHhrn. getreue Beamte zu seyn, die von Hochdenselben, von der Finanzkommission , dem Hrn. Säckelmeister oder andern, gesetzlichen Behörden erhaltenen Aufträg gewissenhaft zu vollziehen, und überhaupt ihre aushabenden Pflichten in Rücksicht guter Polizey genau und getreu zu erfüllen, sich durch keine Schankungen, Versprechen oder Drohungen davon abwendig machen zu laßen, sondern alles zu thun, wie es ihnen aufgetragen ist, fremdes Gesindel und Landstreicher u. d. g. sogleich fortzuweißen oder nach Umständen zu der ihnen angewiesenen Behörde zu bringen, und so überhaupt des Lands Nutzen angelegentlich zu fördern und Schaden oder Gefahr abzuwenden, alles gemu und ohne Gefährde.»
LB UR 1823 Bd I, S. 17.
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VERFASSUNGEN DES KANTONS URI

Verfassung von 1803
Verfassung von 1820
Verfassung von 1850
Verfassung von 1888
Verfassung von 1984

Verfassung nach Datum

Im URIkon befindet sich von der Verfassung 1850 nur der ursprüngliche Text. Die Verfassungsänderungen werden nachgetragen!

 

 

Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 15.09.2020