ÜBERSICHT

Name Wappen Siegel Banner Verfassungen Gesetzgebung Landsgemeinde Abstimmungen Wahlen Parlamentarische Vorstösse Eckdaten Bevölkerung Geografie Diverses

BEZIEHUNGEN

Ausland Kantone

Gesetzesbestimmungen

Das Landbuch des Kantons Uri, 1823/1826
Bd 1 (1823)
Landrecht

082  
Erteilung des Kantons- und Gemeindebürgerrechts
«Es solle von keinem Gewalt jemand zum Landmann angenommen werden mögen, als von einer ordentlichen Landsgemeinde zu Betzlingen für's Kantonsbürgerrecht, und an der betreffenden Bezirks-Landsgemeinde für den Genuß der Gemeingüter.
Es soll ein solcher sich persönlich stellen und darum anhalten, und solle keiner angenommen werden, der nicht durch vorherigen mehrjährigen Aufenthalt im Land, oder dann durch gute, hinreichende Zeugniße seinen unbescholtenen Wandel beweiset. Es solle auch an der Landsgemeinde über solche Annahme gehörige Umfrage gehalten, und die Bedingniße, unter denen dieselbe zu gestatten, festgesetzt und erkennt werden.
Es sollen auch die vor der Annahm erzeugten Kinder nicht darin begriffen seyn, und des Landrechtn nicht genößig werden, sondern müßte für solche besonders angehalten und erkennt werden.»

Änderung vom 7. Mai 1826 (Beschluss Landsgemeinde)
«Auf daherigen Antrag des w. w. Landraths und in Abänderung der bisherigen Annahmsart soll künftig jeder, der sich um das Kantonsbürgerrecht bewirbt, für die daherige Bewilligung Gulden Vierhundert in die Kantonskasse bezahlen, und es soll aber diese Bewilligung erst dann in Kraft erwachsen, wenn er auch das Bürgerrecht in einem der beiden Bezirke Uri oder Ursern sich erworben hat, welchen jedoch die Bestimmung der Einkaufs-Summe überlassen bleibt.»

Änderung vom 6. Mai 1838 (Beschluss Landsgemeinde)
«Auf diesfalls gestellten Antrag ist der w. w. Landrath ermächtigt, zum Behuf der Errichtung einer Strafanstalt gegen eine auszumittelnde Einkaufs-Summe wenigst drei alte Hintersäßen zu Landleuten anzunehmen.»

Alt. Art. LB 149; LG 1621; LB UR 1823 Bd I, S. 67 / LG 7.5.1826; 6.5.1838; LB UR 1842 Bd III, S. 27 f.
-------------------------
083  
Verbot des Kaufs des Landrechts
«Keiner solle um das Landrecht praktizieren oder Gaben geben bey angemeßener Straf, und solle ihm, wenn er dies thäte, das Landrecht dann nicht gegeben und nicht darüber gemehrt werden. Es sollen auch keine fremde Bothen für einen zu bitten zugelassen werden.»
Alt LB 154; LB UR 1823 Bd I, S. 68.
-------------------------
084  
Verlust des Landrechts
«Wenn ein angenommener Landmann die allfällig zu entrichtende Summe Geldes in Monatsfrist nicht bezahlte, oder andere ihm aufgelegte Bedingungen nicht erfüllte, soll er das Landrecht wieder verloren haben.
Desgleichen, wenn ein solcher die öffentliche Ruhe gefährden, oder sonst sich so schlecht aufführen würde, daß UGHHrn. denselben dem Lande zur Beschwerde oder gefährlich erfinden würden, soll er das Landrecht auch wieder verloren haben, ohne daß ihm das allenfalls dafür Bezahlte zurückzustellen ist.»

Alt LB 152; LG 1821; LB UR 1823 Bd I, S. 68.
-------------------------
085  
Verbot der Ämtebesetzung von neu ins Landrecht Aufgenommenen
«Ein eingekaufter oder neu angenommener Landmann soll nicht in Rath mögen gewählt werden, wohl dann aber seine Kinder; übrigens aber wird er aller andern Rechte als Landmann genößig.
Wenn ein solcher nicht im Lande wohnet, soll er alle zehn Jahre sein Landrecht erneuern müssen, und sich jedesmal dabey persönlich vor der Landsgemeinde stellen.»

Alt LB 153; LG 1703; LB UR 1823 Bd I, S. 67.
-------------------------
086  
Landrechts-Erneuerung
«In Bestätigung des bestehenden Gesetzes wegen zehnjähriger Landrechts-Erneuerung der sogenannten auswärtigen Landsleute, die das Landrecht erkauft oder verehrt erhalten, und aber nie im Kanton gesessen sind, wird hiemit ferner festgesetzt, daß von jetzt an alle andere Landsleute, die wirklich außer Lands sind, oder künftig sich daraus begeben würden, mit Ausnahm derjenigen, die aus hiesigem Land selbst in anerkannten Militair-Diensten getreten und darin sich aufhalten, so wie derjenigen, die nur ans hiesige, gehörige, für ihre Nachkommen jederzeit erneuerte und fortgesetzte Heimathscheine anderwärts angesessen sind und kein anderes Land- oder Bürgerrecht ausüben, schuldig seyn sollen, ihr Landrecht von jetzt an innert 8 Jahren, und dann künftig, alle 20 Jahre zu erneuern, und ihre ehelichen Nachkommen gehörig anzugeben und zwar bey Verlust des Landrechts, es wäre dann, daß sie die Verabsäumung einiger Jahre durch wichtige Gründe rechtfertigen könnten, worüber zu entscheiden der Landsgemeinde Vorbehalten bleibt. Auch ist die w. w. Obrigkeit ermächtigt, solchen auf Ansuchung und Einsendung der zu Erwahrung ihres Herstammens erforderlichen Akten in Fällen weiter Entfernung oder andrer hinreichenden Ursachen, die zur Landrechtserneuerung sonst erforderliche persönliche Stellung nachzusehen.
Es sollen auch solche, gleich den erkauften auswärtigen Landsleuten, auf kein Amt des hiesigen Standes, noch eine demselben zukommende Militairstelle in kapituliertem fremdem Dienst Anspruch machen können, sie seyen dann wenigstens ein volles Jahr vorher wieder in hiesigem Land angesessen gewesen.»

LG 1821; LB UR 1823 Bd I, S. 69 f.
-------------------------
087  
Verlust des Landrechts für Frauen durch Heirat
«Wenn eine Landstochter mit einem Fremden sich verehelicht, verliert sie das Landrecht, und wenn ihr Mann kein Eidgenoß oder Angehöriger eines Staats, mit dem gleiche Rechte bestehen, ist, solle sie selbem keine Morgengab, Leibgeding oder andres Vermächniß machen mögen ohne Wissen und Willen ihrer rechtmäßigen hiesigen in der Schweiz befindlichen Erben oder nächsten Verwandten.
Wenn eine Wittwe oder ledige Weibsperson mit einem Fremden fleischlich sich verfehlt, soll sie das Landrecht verloren haben, und auch bey künftiger Verehelichung, wie eine Fremde betrachtet; doch aber nicht als heimathlos verwiesen, sondern als Ansaßin im Land geduldet werden.»

Alt LB 156, 158; LB UR 1823 Bd I, S. 70 f.
-------------------------
088  
Verlust des Landrechts durch Heirat einer auswärtigen Frau
«Wer eine fremde Weibsperson heirathet, die nicht Gl. 300 eigenes Vermögen besitzt, der verliert den Genuß der Allmenden oder Gemeingüter, und ist in dieser Hinsicht wie ein Beysaß zu achten; seine Kinder aber tretten dann wieder in den Genuß desselben als Landleute ein. Die Gl. 300 eignes Vermögen der fremden Person sollen bey dem betreffenden Dorfgericht hinterlegt werden.»

Erläuterung vom 2. Mai 1824 (Beschluss Landsgemeinde)
«Daß von nun an jede fremde Weibsperson, so nicht hiesigen Landrechts genoßig ist, und sich mit einem hiesigen Landmann verehelichen will Gl. 300 eigenes Vermögen an gutem und werthschaftlichem Kapital beym betreffenden Dorfgerichte für ihr Mannrecht hinterlegen solle, ohne welches die Copulation nicht zugelassen werden soll. Und im Fall ein Dorfgericht die zu hinterlegenden Gl. 300 nicht als annehmbares Kapital fände; so solle es solches einem w. w. Rathe anzeigen, und dann von solchem entschieden werden, ob es angenommen werden mäße oder nicht. Diese nachträgliche Verfügung aber soll auf die schon bestehenden Ehen nicht rückwirken, sondern in Ansehung derselben beym Artikel 88. sein Verbleiben haben.»

LR 1806; LG 1677, 1700, 1702; LB UR 1823 Bd I, S. 70 f. / LG 2.5.1824; LB UR 1826 Bd 2, S. 20 f.
-------------------------

 
VERFASSUNGEN DES KANTONS URI

Verfassung von 1803
Verfassung von 1820
Verfassung von 1850
Verfassung von 1888
Verfassung von 1984

Verfassung nach Datum

Im URIkon befindet sich von der Verfassung 1850 nur der ursprüngliche Text. Die Verfassungsänderungen werden nachgetragen!

 

 

Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 15.09.2020