Die Geschichte der Haushaltsgegenstände
Waschschüssel und Waschkrug

Das Waschgeschirr bestand aus Waschkrug und Waschschüssel. Sie waren die unmittelbaren Vorläufer des heutigen Waschbeckens. Sie dienten vor allem der persönlichen Körperpflege und sind von Gefässen für die eigentliche Wäsche, etwa Waschzubern und Waschbottichen, zu unterscheiden.
In wohlhabenden Haushalten bestanden solche Gefässe aus Bronze, Silber oder kostbarer Keramik. Im Mittelalter wurde Wasser häufig aus einem Krug über die Hände gegossen und in einem darunter gehaltenen Becken aufgefangen. Diese Form der Handwaschung gehörte besonders vor und nach dem Essen zum höfischen und klösterlichen Alltag. In einfacheren Haushalten dienten gewöhnliche Krüge, Schüsseln oder Holzbottiche mehreren Zwecken; eigens zusammengehörende Waschsets waren noch nicht überall üblich.
Seit dem 17. und besonders im 18. Jahrhundert wurden Waschkrug und Waschschüssel zunehmend als zusammengehöriges Paar hergestellt. Sie standen auf einer Kommode, einem kleinen Waschtisch oder in einem besonderen Waschständer. Der Krug enthielt frisches Wasser, das in die Schüssel gegossen wurde. Nach dem Waschen musste das gebrauchte Wasser von Hand weggetragen werden. Ergänzt wurde die Ausstattung häufig durch einen Seifenbehälter, einen Zahnputzbecher und einen kleineren Nachttopf. In vornehmen Haushalten standen solche Garnituren im Schlafzimmer oder in einem eigenen Ankleidezimmer.
Im 19. Jahrhundert erlebte das Waschgeschirr seine grösste Verbreitung. Neben einfachen Gefässen aus glasierter Irdenware gab es Garnituren aus Steingut oder Porzellan, häufig mit Blumen, Ornamenten oder farbigen Linien verziert. Wohlhabende Haushalte besassen aufwendig bemaltes Waschgeschirr, während in bäuerlichen und handwerklichen Haushalten robuste, schmucklose Gefässe verwendet wurden. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen zudem emaillierte Blechschüsseln und Metallkrüge auf. Sie waren bruchfester, leichter zu reinigen und deshalb im Alltag besonders praktisch.
Auch in den Urner Haushalten musste das Wasser lange am Brunnen, an einer Quelle oder in der Küche geholt und in die Wohn- und Schlafräume getragen werden. Eine vollständige tägliche Körperwäsche war vor dem 20. Jahrhundert keineswegs selbstverständlich. Häufig wusch man vor allem Gesicht, Hände und Oberkörper. In kalten Räumen wurde das Wasser nach Möglichkeit erwärmt. Waschkrug und Waschschüssel waren daher nicht nur Gegenstände der Körperpflege, sondern erinnern auch an den grossen Arbeitsaufwand, der früher mit der Wasserversorgung verbunden war.
Mit dem Ausbau der Hauswasserversorgung und der Einrichtung fest installierter Waschbecken verloren die mobilen Waschgarnituren allmählich ihre Funktion. In städtischen und wohlhabenden Haushalten begann dieser Wandel bereits im späten 19. Jahrhundert, in abgelegenen ländlichen und alpinen Gebieten teilweise erst im Verlauf des 20. Jahrhunderts. Danach wurden Waschkrüge und Waschschüsseln häufig als Ziergegenstände, Blumenbehälter oder Erinnerungsstücke weiterverwendet.
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HÄUSLICHE VORAUSSETZUNGEN ZUM ESSEN UND TRINKEN
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WOHNEN UND HAUSHALT
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