Die Geschichte der Haushaltsgegenstände
Alte Urner Kochbücher
Im Historischen Museum Uri in Altdorf liegt ein schweres und umfangreiches, von Hand geschriebenes Kochbuch aus dem Jahre 1749. Auf das Titelblatt steht in verschnörkelter Schrift: «Für Hoch- und Nider-Stands-Personen nützliches Koch-Buch in welchem zu finden von Gebratenem, Gesottenem und Gebackenem, Pasteten, Torten und Confecturen. 1749.» Es enthält 378 eng beschriebene Seiten im Format 20 x 32,5 cm. In 22 Kapiteln sind gesamthaft 783 Rezepte enthalten, in denen die urnerischen Tafelfreuden der damaligen Zeit in bunter Reihenfolge ausgebreitet werden. Ferner enthält es einen Anhang mit Menüzusammenstellungen sowie eine Liste von Menus für jeden Tag der Fastenzeit und Anweisungen für das Decken des Tisches für verschieden grosse Tischgesellschaften. Das Buch ist schliesslich mit einem Register versehen. Über seine Herkunft kann nur festgehalten werden, dass es aus urnerischem Besitz stammt und einst in Altdorf in Gebrauch war.
Das Kochbuch ist auch die Grundlage nach der Frau Landammann Maria Josepha Müller-Brand ihr Kochbuch anlegte, das 1758 entstand. Denn es enthält zahlreiche Rezepte fast wörtlich, so dass man annehmen kann, dass sie daraus abgeschrieben worden sind. Im Gegensatz zum Buch von Maria Josepha Müller-Brand, das offensichtlich in einem Zuge durchgeschrieben wurde, bekommt man beim älteren Buch von 1749 den Eindruck, dass es laufend ergänzt wurde. Das Buch ist in 22 verschiedene Kapitel eingeteilt, wobei zwischendurch immer wieder Platz freigelassen wurde, um spätere Ergänzungen aufzunehmen.
Literatur: Iten Karl, Stadler Emil; Zeitungsserie «Rings um ds Ürner Chuchigänterli», in: GP Nr. 3, 23.1.1971.
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