LEBENSBEREICHE

Allgemeines Alter Arbeit und Wirtschaft Bauen, Wohnen, Haushalt Bildung und Schule Das liebe Geld Digitalisierung Energie Essen und Trinken Familie Gesellschaft und Soziales Mode Gesundheit Jugend Kommunikation, Medien Militär, Landesverteidigung Mobilität und Verkehr Recht und Justiz Religion und Glauben Sicherheit und Ordnung Sport und Freizeit Staat und Politik Straftaten Umwelt Unfälle

Die Geschichte der Haushaltsgegenstände

Kienspan, Kerzen, Öl- und Petroleumlampen, Glühbirne und LED

Über Jahrhunderte spendete vor allem das offene Feuer Licht. In bäuerlichen Haushalten gehörte der Kienspan zu den einfachsten Beleuchtungsmitteln. Dabei handelte es sich um ein dünnes, harzreiches Stück Holz, das meist aus dem Stamm oder den Wurzeln von Kiefern gewonnen wurde. Der Span wurde in eine Halterung aus Holz oder Eisen eingespannt und angezündet. Das Harz sorgte für eine helle Flamme, doch der Kienspan brannte nur kurze Zeit, rauchte stark und stellte eine erhebliche Brandgefahr dar. Deshalb musste er ständig überwacht und regelmässig ersetzt werden. Auch in den Urner Häusern dürfte diese einfache Form der Beleuchtung lange verbreitet gewesen sein, besonders dort, wo geeignetes Holz leicht verfügbar war.



Eine gleichmässigere und besser zu transportierende Lichtquelle bot die Kerze. Ihre Vorläufer bestanden aus mit Fett oder Wachs getränkten Fasern. Im Mittelalter wurden in einfachen Haushalten überwiegend Kerzen aus Rindertalg oder anderem Tierfett verwendet. Sie waren vergleichsweise günstig, verbreiteten jedoch Russ und einen unangenehmen Geruch. Bienenwachskerzen brannten heller und sauberer, waren aber kostspielig und kamen deshalb hauptsächlich in Kirchen, Klöstern und wohlhabenden Haushalten zum Einsatz. Seit dem 19. Jahrhundert ermöglichten Stearin und später Paraffin die industrielle Herstellung preiswerter und gleichmässig brennender Kerzen. Trotz anderer Beleuchtungsmöglichkeiten blieb die Kerze im Haushalt wichtig und diente auch später noch als Not-, Fest- und Andachtslicht.

Neben der Kerze war die Öllampe seit der Antike eines der wichtigsten Beleuchtungsgeräte. Ein Gefäss enthielt pflanzliches oder tierisches Öl, in das ein Docht eintauchte. Durch die Saugwirkung stieg das Öl im Docht empor und verbrannte an dessen Spitze. Als Brennstoffe dienten je nach Region beispielsweise Raps-, Lein- oder Nussöl. Frühe Öllampen waren einfache offene Schalen aus Ton, Stein oder Metall. Spätere Ausführungen besassen geschlossene Ölbehälter, regelbare Dochte und Vorrichtungen zum Schutz der Flamme. Das Licht blieb jedoch häufig schwach, und minderwertiges Öl verursachte Russ und Geruch.

Im 19. Jahrhundert brachte die Petroleumlampe einen entscheidenden Fortschritt. Petroleum wurde bei der Verarbeitung von Erdöl gewonnen und stand mit dem Ausbau der Erdölindustrie in grösseren Mengen zur Verfügung. Die Lampe besass einen Brennstoffbehälter, einen verstellbaren Docht und einen gläsernen Zylinder. Dieser leitete die Luft gezielt zur Flamme und sorgte für eine ruhigere und vollständigere Verbrennung. Petroleumlampen spendeten deutlich mehr und gleichmässigeres Licht als ältere Öllampen. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verbreiteten sie sich rasch in Wohnhäusern, Werkstätten, Gaststuben und Ställen. Es gab einfache Tisch- und Wandlampen, tragbare Laternen sowie aufwendig verzierte Lampen für wohlhabendere Haushalte. Allerdings entstanden weiterhin Abgase, und umgestossene oder unsachgemäss gefüllte Lampen konnten Brände verursachen.



Mit der Elektrifizierung begann gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein neuer Abschnitt. Zwar waren elektrische Glühlampen schon zuvor erprobt worden, doch erst um 1880 entstanden ausreichend haltbare und wirtschaftlich nutzbare Modelle. In einer Glühbirne fliesst elektrischer Strom durch einen dünnen Glühdraht. Dieser erhitzt sich so stark, dass er Licht aussendet. Der Glühdraht befindet sich in einem luftleeren oder mit Schutzgas gefüllten Glaskolben, damit er nicht sofort verbrennt. Die elektrische Beleuchtung war sauberer, heller und sicherer als Kienspan, Kerze oder Petroleumlampe. Ihre Verbreitung hing jedoch vom Aufbau der Kraftwerke und Stromnetze ab. In Uri begann die Elektrifizierung Ende des 19. Jahrhunderts; dank der Wasserkraft konnten Strassen, öffentliche Gebäude, Gewerbebetriebe und zunehmend auch Privathäuser elektrisch beleuchtet werden. Kerzen und Petroleumlampen blieben in entlegenen Häusern und als Notbeleuchtung dennoch noch längere Zeit in Gebrauch.

Die Glühlampe wandelte allerdings nur einen kleinen Teil der elektrischen Energie in sichtbares Licht um. Der grösste Teil wurde als Wärme abgegeben. Im 20. Jahrhundert kamen deshalb sparsamere Beleuchtungsmittel wie Leuchtstoffröhren (Neon) und später Energiesparlampen) auf. Den bislang grössten Fortschritt brachte die LED-Lampe). Eine Leuchtdiode erzeugt Licht in einem Halbleitermaterial, wenn elektrischer Strom hindurchfliesst. Erste Leuchtdioden wurden seit den 1960er-Jahren als farbige Anzeigeleuchten verwendet. Mit der Entwicklung leistungsfähiger blauer und weisser LEDs konnten sie seit den 1990er-Jahren zunehmend auch zur Raumbeleuchtung eingesetzt werden. Heute benötigen LED-Lampen erheblich weniger Strom als Glühlampen, entwickeln weniger Wärme und besitzen eine wesentlich längere Lebensdauer.

Literatur / Quellen: www.urikon.ch (mit Unterstützung von ChatGPT.

HÄUSLICHE VORAUSSETZUNGEN ZUM ESSEN UND TRINKEN

Alte Urner Kochbücher  > Detailansicht
Das Tischgedeck im Bauernhaus  > Detailansicht
Das Tischgedeck im Bürger- und Herrenhaus  > Detailansicht
Trinkkultur, Kaffeezubereitung  > Detailansicht
Gegenstände zur Essenzubereitung  > Detailansicht
Aufbewahrung von Speisen  > Detailansicht

 

 
WOHNEN UND HAUSHALT

Bauen und Wohnen in Uri
Innenbeleuchtung, Licht
Heizung, Heizen
Küche, Kochen
Waschen
Wasserversorgung, Trinkwasser

Haushaltgegenstände

Bauen, Wohnen, Haushalt
Wohnungsstatistik
Vereine und Genossenschaften

Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 11.09.2026