Die Geschichte der Haushaltsgegenstände
Schnapsbrennen
Das Brennen von Schnaps gehörte während Jahrhunderten zur bäuerlichen Vorratswirtschaft. Fallobst, überreife Früchte und Ernten, die sich weder lagern noch verkaufen liessen, konnten auf diese Weise verwertet und haltbar gemacht werden. Während gegorene Getränke wie Wein oder Most schon im Altertum bekannt waren, verbreitete sich die Kunst der Destillation in Europa vor allem seit dem späten Mittelalter. Zunächst galt Branntwein als Arznei und wurde deshalb als «Aqua vitae» – Lebenswasser – bezeichnet. Seit dem 16. und 17. Jahrhundert entstanden jedoch immer mehr kleine Haus- und Bauernbrennereien.
Auch in Uri wurde vorwiegend das verarbeitet, was auf den eigenen Hofstätten und in den Baumgärten wuchs. Besonders geeignet waren Birnen, Äpfel, Zwetschgen, Pflaumen und Kirschen. Hinzu kamen je nach Gegend Enzianwurzeln («Änzä»), Wacholderbeeren oder Rückstände der Weinbereitung. Das Brennen fand meist im Spätherbst oder Winter statt, wenn die Feldarbeit weitgehend ruhte und genügend Brennholz vorhanden war. Nicht jedes Bauerngut besass das Brennrecht und eine eigene Anlage. Häufig brachte man die vergorene Maische zu einem Brenner oder eine fahrbare Brennerei zog von Hof zu Hof.
Zunächst wurden reife und gesunde Früchte gesammelt, verlesen und gewaschen. Kernobst wurde mit einer Obstmühle zerkleinert, Steinobst zerquetscht. Die Fruchtmasse, die sogenannte Maische, kam in ein Holzfass. Natürlich vorkommende oder zugesetzte Hefen wandelten den Fruchtzucker während der Gärung in Alkohol und Kohlensäure um. Das Fass musste möglichst dicht verschlossen sein; ein Gärspund liess die Kohlensäure entweichen, verhinderte aber das Eindringen von Luft.
Nach der Gärung wurde die Maische in den kupfernen Brennkessel oder Brennhafen gefüllt und langsam erhitzt. Der Alkohol verdampft früher als das Wasser. Die alkoholhaltigen Dämpfe stiegen in den Brennhut, gelangten durch das Geistrohr in eine Kühlschlange und wurden dort wieder flüssig.
Bei älteren Anlagen erfolgte das Brennen häufig in zwei Durchgängen: Der erste Brand ergab den noch unreinen Rauhbrand, der zweite den Feinbrand. Dabei musste der Brenner Vorlauf, Mittellauf und Nachlauf sorgfältig voneinander trennen. Nur der aromatische Mittellauf wurde zum Trinkbrand. Anschliessend bestimmte man mit Alkoholmeter und Messzylinder die Stärke, verdünnte den hochprozentigen Brand mit Wasser und liess ihn in Glasballons, Steingutgefässen oder Holzfässern ruhen.
Das Schnapsbrennen erforderte viel Erfahrung. Verdorbene Früchte, eine fehlerhafte Gärung, zu starkes Feuer oder eine falsche Abtrennung der einzelnen Fraktionen beeinträchtigten Geschmack und Qualität. Schnaps diente als Genuss- und Stärkungsmittel, als Hausmedizin, zum Einreiben, Desinfizieren und Konservieren von Früchten. Er wurde Gästen angeboten und konnte für den Bauernhof ein zusätzliches Einkommen bringen.
Zugleich führte der verbreitete Konsum billigen Kartoffel- und Getreideschnapses im 19. Jahrhundert zu erheblichen sozialen Problemen. Deshalb übernahm der Bund die Kontrolle über die Herstellung: 1887 trat das erste eidgenössische Alkoholgesetz in Kraft und die Eidgenössische Alkoholverwaltung wurde geschaffen. Heute unterliegen Herstellung und Besteuerung weiterhin staatlichen Vorschriften; Eigenbrände müssen grundsätzlich in einer konzessionierten Lohnbrennerei destilliert werden.

Die wichtigsten Geräte zum Schnapsbrennen
Ernten und Transportieren: Pflückkorb, Tragkorb, Obstkisten, Säcke;
Verlesen und Reinigen: Sortiertisch, Waschzuber, Sieb;
Zerkleinern: Messer, Holzstampfer, Obstmühle oder Fruchtquetsche;
Einmaischen und Gären: Maischebottich, Holzfass, später Kunststofffass, Deckel und Gärspund;
Einfüllen: Schöpfer, Kessel, Trichter oder Maischepumpe;
Brennen: Feuerstelle oder Ofen, kupferner Brennkessel beziehungsweise Brennhafen;
Ableiten der Dämpfe: Brennhut oder Helm und Geistrohr;
Abkühlen: Kühlschlange in einem wassergefüllten Kühlfass;
Auffangen: Vorlage, Krug, Eimer oder Glasgefäss;
Prüfen: Alkoholmeter, Thermometer, Messzylinder und Probierglas;
Lagern und Abfüllen: Glasballon, Steingutkrug, Holzfass, Flaschen, Trichter und Verkorker.
Quellen / Literatur: www.bazg.admin.ch; www.urikon.ch (Zeichnungen und Unterstützung durch ChatGPT).
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HÄUSLICHE VORAUSSETZUNGEN ZUM ESSEN UND TRINKEN
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WOHNEN UND HAUSHALT
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