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Die Geologie der Urner Berge

Die Deckentheorie besagt, dass der Bau der Alpen geprägt ist von einzelnen Gesteinspaketen (Decken), die durch Überschiebungen aufeinandergestapelt wurden. So liegen in den Alpen Einheiten, die ursprünglich weit auseinander lagen, auf engem Raum übereinander, dabei können sehr alte Gesteine auf viel jüngere Schichten geschoben werden.
Bei der Anwendung der Deckentheorie auf den Kanton Uri wurde erkannt, dass die kalkigen Sedimente, die das Gebirge nördlich des Schächentals und nördlich Surenen aufbauen, ursprünglich südlich der Kristallinmassen des Aar-Massivs abgelagert wurden und dann nach Norden überschoben worden.
Das frühe 20. Jahrhundert war in der Erforschung der Alpen eine sehr produktive Zeit. Zahlreiche an den Hochschulen ausgebildete Geologen forschten in den Schweizer Alpen, viele betätigten sich später in der Erdölindustrie. Nebst der Erforschung der tektonischen Verhältnisse wurde die Schichtabfolge der Sedimente im Detail untersucht und daraus die marine Vorgeschichte der Alpen abgeleitet.
Auch die noch weiter zurückliegende geologische Geschichte der Urner Alpen wurde anhand detaillierter Studien im Kristallin des Aar- und des Gotthard-Massivs rekonstruiert. Die Deckentheorie mit ihren grossen seitlichen Verschiebungsbeträgen wurde später, auf der Grundlage der Geologie der Ozeane, erweitert um die globale Theorie der Plattentektonik. Die Deutung der Urner Geologie erfolgt heute aus dieser Perspektive.
Quelle: Ausstellung "Alpen und Naturforschung in Uri" im Historischen Museum Uri, 2011; www.wikipedia.de (2011).

URIS GEOLOGIE IM DETAIL

Johann Jakob Scheuchzer beschreibt den Gebirgsbau
Der Zugang in den Kanton Uri und weiter zum Gotthard erfolgte in früheren Zeiten in erster Linie über den Seeweg. Den Reisenden eröffnete sich dadurch der Ausblick auf die Felsstrukturen entlang der Ufer des Urnersees. Darum sind Beschreibungen der auffällig gefalteten Schichten in den Felswänden um den Urner See früh in die naturwissenschaftliche Literatur eingeflossen.
Die ältesten überlieferten Zeichnungen zum Gebirgsbau des nördlichen Kantons Uri wurden vom angehenden Arzt Johannes Scheuchzer und dem italienischen Graf Luigi Fernando Marsili angefertigt. Der berühmtere Bruder von Johannes Scheuchzer, der Universalgelehrte und Fossilienkundler Johann Jakob Scheuchzer übernahm die Darstellungen für seine sorgfältig illustrierten Werke.
Seine Deutung dieser Phänomene hält Scheuchzer wie folgt fest:
„Das Zeugnis der Sünd-Fluth ist in die harteste Felsen eingeschrieben; Beschaue die in ordentliche Lager (Schichten) getheilte, und aus denselben gleichsam aufgebaute Berge, so sind sie augenscheinlich von irdischen Theilen entstanden, welche durch eine sehr hohe Wasser-Säule sich anfaenglich gesetzet, so dann aber wieder gebrochen und aufgehoben worden.“
Die gebankten Kalkablagerungen wurden richtigerweise als Ablagerungen in tiefem Wasser gedeutet, welche später verformt und gehoben wurden. Diese aus der Naturbeobachtung abgeleitete Interpretation wurde zu jener Zeit entsprechend der damaligen Weltanschauung in einen Zusammenhang mit der biblischen Sintflut gebracht.
Quelle: Ausstellung "Alpen und Naturforschung in Uri" im Historischen Museum Uri, 2011; www.wikipedia.de (2011).

   
Die Freundschaft von Johann Gottfried Ebel mit Karl Franz Lusser
Der Arzt und Naturforscher Johann Gottfried Ebel befasste sich eingehend mit der Struktur und der Mineralogie des Alpenquerschnitts entlang der Gotthard-Route. Seine Beobachtungen fasste er in einem grossräumig gefassten Profil zwischen Zürich und Gotthard-Pass zusammen.
Ebel verband eine enge Freundschaft mit dem Urner Naturforscher Karl Franz Lusser. Diesem gelang unter der Leitung von Hans Indergand 1823 die Erstbesteigung des Bristen. Die Entwicklung des Alpinismus förderte auch die Kenntnis über den Gebirgsbau. Lusser hat auf seinen Bergfahrten zahlreiche Beobachtungen festgehalten, welche in die Beschreibungen Ebels und anderer Naturforscher eingeflossen sind. So hat er beispielsweise erkannt, dass die im zentralen Voralpengebiet verbreiteten Erratiker aus Porphyrgesteinen ihre Herkunft im Windgällengebiet haben. Ebenso lieferte er die Grundlage zur Erklärung der Faltenstrukturen in diesem Gebiet.
Lusser hat auch auf die Bedeutung des Kristallin-Sediment-Kontaktes am Scheidnössli bei Erstfeld hingewiesen und den Aufschluss mit Arnold Escher von der Linth, erster Geologieprofessor an der ETH-Zürich, begangen. Escher und sein Kollege Bernhard Studer, Geologieprofessor an der Universität Bern, begründeten die moderne naturwissenschaftliche Bearbeitung der Urner Geologie.
Quelle: Ausstellung "Alpen und Naturforschung in Uri" im Historischen Museum Uri, 2011; www.wikipedia.de (2011).

   
Von der Deckentheorie zur Plattentektonik
Mit der Etablierung der Deckentheorie wurde erkannt, dass der Bau der Alpen geprägt ist von einzelnen Gesteinspaketen (Decken), die durch Überschiebungen aufeinander gestapelt wurden. So stapeln sich in den Alpen Einheiten, die ursprünglich weit auseinander lagen, auf engem Raum übereinander, dabei können sehr alte Gesteine auf viel jüngere Schichten geschoben werden.
Bei der Anwendung der Deckentheorie auf den Kanton Uri wurde erkannt, dass die kalkigen Sedimente, die das Gebirge nördlich des Schächentals und nördlich Surenen aufbauen, ursprünglich südlich der Kristallinmassen des Aar-Massivs abgelagert wurden und dann nach Norden überschoben worden.
Das frühe 20. Jahrhundert war in der Erforschung der Alpen eine sehr produktive Zeit. Zahlreiche an den Hochschulen ausgebildete Geologen forschten in den Schweizer Alpen, viele betätigten sich später in der Erdölindustrie. Nebst der Erforschung der tektonischen Verhältnisse wurde die Schichtabfolge der Sedimente im Detail untersucht und daraus die marine Vorgeschichte der Alpen abgeleitet.
Auch die noch weiter zurückliegende geologische Geschichte der Urner Alpen wurde anhand detaillierter Studien im Kristallin des Aar- und des Gotthard-Massivs rekonstruiert. Die Deckentheorie mit ihren grossen seitlichen Verschiebungsbeträgen wurde später, auf der Grundlage der Geologie der Ozeane, erweitert um die globale Theorie der Plattentektonik. Die Deutung der Urner Geologie erfolgt heute aus dieser Perspektive.
Quelle: Ausstellung "Alpen und Naturforschung in Uri" im Historischen Museum Uri, 2011; www.wikipedia.de (2011).

   

IM URIKON AUFGEFÜHRTE GEOLOGEN

Ebel Johann Gottfried (1764-1830)
Heim Albert (1849-1937)
Lusser Karl Franz (1790-1859)
Scheuchzer Johann Jakob (1672-1738)

GEOLOGISCHE EREIGNISSE

Mittwoch, 5. Februar 2014
Geologische Vermessung des Urserentals abgeschlossen
Die Landestopografie legt das Kartenblatt "1231 Urseren" des Geologischen Atlas der Schweiz (Massstab 1:25'000) vor. Der Berner Geologe Toni Labhart hat im Kanton Uri rund 500 Quadratkilometer abgeschritten und geologisch kartiert. Bereits 1966 hat er den ersten Auftrag für den Geologischen Atlas der Schweiz im Raum der Urner Alpen erhalten. Dann konnte er während Jahrzehnten nur in den wenigen freien Stunden im Gelände geologische Daten sammeln. Erst nach seinem Rücktritt als Professor an der Universität fand er genug Zeit, um das Kartenblatt "Ursern" fertigzustellen. MItgearbeitet beim Kartenblatt haben noch weitere Geologen. Einzelne Teilgebiete hat der Urner Christian Gisler kariert. Der Urner Felix Renner hat die Moränen inventarisiert und darauf gestützt die Gletscher- und Vegetationsgeschichte rekonstruiert.
UW 10, 5.2.2014, S. 9.

Mittwoch, 27. Juli 2016
Das Meiental wird neuestes Atlasblatt
Im Jahr 1930 erschien mit dem Blatt Delémont das erste von insgesamt rund 220 Kartenblättern des Geologischen Atlas der Schweiz. Bis spätestens im Jahr 2030 soll das Generationenprojekt von Swisstopo fertig werden. Am vergangenen Mittwoch konnte das Bundesamt mit der Präsentation der Karte über das Meiental einen weiteren Meilenstein feiern. Die Erstellung der geologischen Karte über das Urner Seitental dauerte mehr als 30 Jahre. Massgeblichen Anteil an dieser Pionierleistung hatte der bald 80-jährige Berner Geologieprofessor und Autor Toni Labhart
UW 60, 30.7.2016, S. 1. 11 f.

SAGENHAFTE STEINE

Bernstein gegen Zahnweh
Dem Bernstein wurde in vorchristlicher Zeit wegen seiner elektrostatischen Aufladefähigkeit, seiner besonderen Farbe und seiner Weichheit eine spezielle Heilkraft zugewiesen. Dieser Glaube währt bis in die heutige Zeit. So hängt man zahnenden Kindern eine Bernsteinkette um den Hals, um ihnen das Zahnen zu erleichtern.

Autor: Bär-Vetsch Walter, Kraft aus einer andern Welt, S. 83. Literatur: Hofmann Lea; Anhängen, zeigen, S. 66; Niederberger Hanspeter, Hirtler Christof; Geister, Bann und Herrgottswinkel, S. 89.

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Belemniten
Die prähistorischen Belemniten, d. h. versteinerte Überreste von Vorläufern der Tintenfische, nannte man Donnerkeile und meinte, dass sie vom Himmel herabgeschleuderte Blitze waren.
Bei Gewittern legte man sie als Schutz auf das Fensterbrett. Als Phallussymbol wurden Belemniten bei Geschlechtskrankheiten verwendet. Der Donnerkeil erinnerte von der Form her an Pfeilspitzen. Deshalb wurde er auch Albgeschoss genannt und gegen das Albdrücken («Toggäli») unter das Kissen gelegt. Wahrscheinlich hielt man sie in der Urzeit für Geschosse elbischer Geister. An ihre Stellen traten später die Hexen. Hatte jemand unwillkürlich auftretende stechende Schmerzen, sah man die Ursache in solchen Geschossen, daher der Name Hexenschuss («Es ist mir in den Rücken geschossen!»)

Autor: Bär-Vetsch Walter, Kraft aus einer andern Welt, S. 81. Literatur: Niederberger Hanspeter, Hirtler Christof; Geister, Bann und Herrgottswinkel, S. 129.

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Abwehrmittel
Gegen Geister, Gespenster, Krankheiten und böse Einflüsse von aussen kannte das Volk verschiedene Abwehrmittel. Die Empfehlungen waren zwiespältig darüber, was zu tun war, wenn man sich einem Gespenst gegenüber sah, wenn man in etwas hineingeraten oder wenn man vom rechten Weg abgekommen war. Nicht nur Menschen wollte man vor dem Zugriff des Bösen und vor Krankheiten schützen, sondern auch Tiere und ganze Hausgemeinschaften.

Literatur: Zihlmann Josef, Volkserzählungen und Bräuche, S. 20; Walter Bär-Vetsch, Volksfrömmigkeit, S. 21.

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Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 6.6.2019