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Gesetzesbestimmungen

Das Landbuch des Kantons Uri, 1823/1826
Bd 1 (1823)
Militärwesen

248  
Organisation des Truppenkontingents und der Reserve
«1. §. Das stehende Kontingent solle, wie bisher, aus der 25 jährigen Mannschaft abwerts, und zwar mit diesem Jahr anzufangen, gebildet werden, 3 Jahr im Dienst verbleiben, und dann sammethaft ohne Rücksicht auf das Alter oder die Erfüllung eines gewissen Jahres austreten. Für die Mannschaft des wirklich stehenden Kontingents, welcher durch diese neue Einrichtung einige Beschwerde zuwächst, werden jedoch nur zwey Dienstjahre bestimmt, so daß dieselbe mit dem Neujahr 1819 sammethaft austritt.
2. §. Das austretende jedesmalige Kontingent bleibt dannoch 3 Jahr als Reserve bestimmt. Die Mannschaft ist schuldig die Uniform beyzubehalten, und solle gelegentlich noch hie und da die Musterung mit derselben vorgenommen werden. Für die 2 nächsten Jahre nämlich bis Neujahr 1819 bleibt auf nicht zu verhoffenden Fall der Nothwendigkeit einer Reserve die Mannschaft der 3 letzt ausgetretenen Jahrgänge bestimmt.
3. §. Die jüngere Mannschaft, so es noch nicht ins Kontingent trifft, bis auf 20 Jahre herab, solle ein Rekruten Dépot bilden; ist zwar noch nicht schuldig die Uniform anzuschaffen, wohl aber solle sie, soviel nach unsern Verhältnißen und Waffenvorräthen geschehen kann, exerziert werden, und bey denen Musterungen zu erscheinen pflichtig seyn, um dann mit einigen Kenntnissen versehen ins Kontingent einzutreten.
4. §. Es solle zwar nicht mehr als die erforderliche Mannschaft ins Kontingent gestellt werden, und wenn dann aber bey einem Auszug wegen geschehenen Todtfällen oder vom Dienst auf immer ausschließenden Lähmungen eine beträchtliche Anzahl mangeln, sollen die Aeltesten vorab ans dem Rekruten-Dépot zur Ergänzung genommen werden, die dann mit dem Kontingent aus der Dienstzeit austreten.
5. §. Für Abwesende solle diese Ergänzung nicht statt haben, sondern solche sind schuldig selbst zu erscheinen, oder selbst oder durch ihre Verwandte andere für sich nach Vorschrift des Kriegsraths anzustellen, und so ein solcher im Fall eines Abmarsches auf wiederholte Aufforderung nicht erscheint; solle er des Vaterlands verlurstig seyn. Wenn aber solch Abwesende außer der Schweiz oder in unbekannten Orten sich aufhalten, so wie jene, die in Militair-Diensten sind, so sollen sie verbunden seyn, nach der Rückkehr ins Vaterland ihre Dienstzeit nachzuthun; es wäre dann, daß sie oder die Ihrigen solche durch Stellung eines andern schon früher erfüllt hätten.
Hierüber sollen also die Hrn. Landmajors Verzeichnisse führen, und von Zeit zu Zeit Nachsuche halten, damit von solchen die Dienstzeit nach der Rückkunft erfüllt werde, welches sich auch auf diejenigen bezieht, die es in frühere Auszüge bis Dato getroffen hätte, und Landabwesend sind.
6. §. Die Offiziers sollen zwar ans der ins Kontingent treffenden Mannschaft mit besonderer Rücksicht auf Tauglichkeit genommen werden; wenn aber keine für die in vielen Hinsichten wichtigen Hauptmannsstellen Taugliche darunter sind; solle der Kriegsrath fähige Subjekte hiezu anstellen.
7. §. Wenn Umstände eintreten, wo gegen Ende der 3 jährigen Dienstzeit des Kontingents einen Auszug geschehen müßte, und der Aufruf dazu noch vor dem Neujahr eintrifft, solle das noch stehende Kontingent noch abmarschieren müßen. Es solle jedoch aber Bedacht genommen werden, das neue Kontingent in den letzten Monaten der Dienstzeit des stehenden so zu bilden, daß solches mit dem treffenden Neujahr so gut möglich ausgerüstet, seine Dienstzeit antreten kann. Wenn während der Dauer eines Auszugs früher oder später die Dienstzeit des Kontingents ausgeht, kann solches gleichwohl nicht austreten, sondern erst nach beendigtem Auszug; es wäre dann, daß das eidgenößische Militair-Kommando eine Ablösung gestattete.
8. §. In Fällen, wo es sämmtliche oder mehrere Söhne einer Familie aufs stehende Kontingent trifft, ist dem Kriegsrath überlassen, wenn bey Bildung des Kontingents schon begehrt wird, nach Umständen eine Abänderung eintreten zu lassen immer aber in dem Verstand, daß die Dienstpflicht gleichwohl nachgethan werde.
Die Zuläßigkeit der Stellung eines andern auf Genehmigung des Kriegsrath bleibt anerkannt, jedoch ebenfalls auch nur bey der Bildung des Kontingents, und nicht erst im Fall eines Auszugs.»

Ergänzung vom 5. Mai 1839 (Beschluss Landsgemeinde)
«Da laut Tagsatzungs-Beschluß in jedem eidgenössischen Stande ein Landwehr-Kontingent in der Stärke eines einfachen Kontingents aufgestellt und organisirt werden soll, so hat die h. Landesgemeinde nach angehörten Vorschlägen des w. w. Kriegsrathes beschlossen:
Daß dieses Landwehr-Kontingent jederzeit aus der Reserve tretenden Mannschaft auf die Dauer von 3 Jahren gebildet werden soll, welche im Fall der nöthigen Ergänzung aus den Gemeinen der früher ausgetretenen Reserve, Compagnieweise und so ergänzt werden soll, das die fehlende Anzahl Scharfschützen durch die früher ausgetretenen jüngsten Gemeinen der Scharfschützen und die fehlenden Füsiliers durch die früher ausgetretenen jüngsten Gemeinen der Füsiliers ergänzt werden sollen; die bei den Compagnieen fehlenden Offiziers und Unter-Offiziers aber sollen durch des Avancement in jeder Compagnie ersetzt werden. Die Stellung eines Andern soll bewilligt, wie es für das eintretende Kontingent festgesetzt ist.»

Ergänzung vom 1. Mai 1831 (Beschluss Landsgemeinde)
«Auf den Antrag des w. w. Landrathes ist nachstehender Vorschlag des w. w. Kriegsrathes einstimmig genehmigt worden:

Neue revidiere Milirairorganisation:

§ 1. Militärdienstpflichtig für's Vaterland ist:
a) jeder Landmann, wenn er das gesetzliche Alter erreicht hat,
b) jeder angesessene Schweizer-Bürger, und
c) jeder Tollerirte.

§. 2. Militärdienstfrei sind:
a) die Studenten der Theologie, und
b) solche, die wegen gehörig erwiesenen körperlichen Gebrechen untauglich befunden werden.

§. 3. Die Dienstdauer der militärpflichtigen Mannschaft soll mit Einbegriff der Landwehr auf neun Jahre festgesetzt sein.

§. 4. Der Ein- und Austritt der dienstpflichtigen Mannschaft geschieht jährlich, und zwar so, daß jedes Jahr auf den 1. Jänner ein Drittheil aus der an Jahren ältesten Mannschaft bestehend, austritt und durch eine gleiche Anzahl neuer aus der laut §. 3 des Art. 248 im Rekruten-Depot befindlichen ältesten Mannschaft ersetzt wird.
Um daher während dem Laufe des Jahres 1840 in die gehörige Ein- und Austritts-Ordnung zu gelangen, soll mit künftigem Spätjahr durch Loosung ein Drittheil der Landwehr in den Landsturm, ein Drittheil der Reserve in die Landwehr und ein Drittheil des stehenden Kontingentes in die Reserve übertrete», und dann diese Ausgetretenen durch eine gleiche Anzahl jüngerer Mannschaft im Kontingent ersetzt werden.
Eine ganz gleiche Umwechselung des 2. Dritttheils soll im Frühjahr 1840 und die Umwechselung des 3. Drittheils im Spätjahr 1840 statthaben, so zwar, daß derjenige Drittheil, der im Spätjahr 1839 eintritt, auf den 1. Jänner 1842, und derjenige Drittheil, so im Frühjahr 1840 eintritt auf den 1. Jänner 1843 und derjenige Drittheil endlich, so im Spätjahr 1840 eintritt, aus den 1. Jänner 1844 austritt.

§. 5. Durch den jährlichen Eintritt haben die ordentlichen Ergänzungen der gesammten dienstpflichtigen Mannschaft zu geschehen. Für außerordentliche Fälle geschieht aber die Ergänzung aus dem Rekruten-Depot laut Art. 248. §. 4. Landbuchs.

§. 6. Für Abwesende, welche in der Schweiz sich aufhalten, soll die Ergänzung nicht statthaben, sondern solche sind schuldig durch ihre Verwandten, andere für sich nach Vorschrift des Kriegsraths anzustellen oder selbst zu erscheinen.
Der w. w. Kriegsrath wird dafür sorgen, daß solche auch zu den nöthigen Instruktionen einberufen werden. Wer auf wiederholte Aufforderung im Falle eines Abmarsches nicht erscheint, soll des Vaterlandes verlustig sein. Wenn aber solche Abwesende außer der Schweiz oder in unbekannten Orten sich aufhalten, so wie jenen, die in Militärdiensten sind, so sollen sie verbunden sein, nach der Rückkehr ins Vaterland ihre Dienstzeit nachzuthun, es wäre dann, daß sie oder die Ihrigen solche durch Stellung eines andern schon früher erfüllt hätten.
Wer aber während der Dienstzeit von hier weg, außer die Schweiz sich begiebt, ist schuldig nach seiner allfälligen Zurückkunft die zurückgebliebene Dienstzeit zu vollenden.

§. 7. Die Offiziere vom Hauptmann abwärts werden in der Regel aus der auf der Kontrolle stehenden Mannschaft genommen, müssen aber Landleute sein. Der w. w. Kriegsrath ist übrigens auch befugt nach Umständen andere Landleute, außer dem dienstpflichtigen Alter zu Offizieren zu ernennen.

§. 8. Die Ernennung der Offiziere geschieht nach Vorschlag der Militair-Commission in freier Wahl nach ihren Fähigkeiten und in möglichster Berücksichtigung ihres Dienstalters.

§. 9. Die Unteroffiziers und Korporale werden von der Militär-Commission gewählt.

§. 10. Für Ernennung und Beförderung der Offiziere und Unteroffiziere sind die betreffenden Behörden nicht an eine regelmäßige Sukzession der verschiedenen Dienstklassen gebunden, jedoch ist dabei ihr Dienstzeit in diesen Klassen so viel möglich zu berücksichtigen.

§. 11. Die dienstpflichtige Mannschaft ist gehalten die auf sie gefallene Ernennung anzunehmen. §. 12. Während der Dauer eines Auszuges kann keine Ablösung statthaben, ohne Bewilligung des eidgenössischen Militär-Commandos. §. 13. In Fällen, wo es sämmtliche oder mehrere Söhne einer Familie auf's stehende Contingent trifft, ist dem w. w. Kriegsrath überlassen, wenn es beim Eintritt ins Kontingent schon begehrt wird, nach Umständen eine Abänderung eintreten zu lassen, immer aber in dem Verstand, daß die Dienstpflicht gleichwohl nachgethan werde.
Die Zulässigkeit der Stellung eines andern auf Genehmigung des Kriegsrathes bleibt anerkannt, jedoch ebenfalls auch nur beim Eintritt ins Kontingent und nicht erst im Falle eines Auszuges. §. 14. Unwürdig die Waffen fürs Vaterland zu tragen sind:
a) Die durch ein Criminal-Urtheil zu einer infamirenden Strafe verurtheilt worden sind;
b) diejenigen, welche des Aktiv-Bürgerrechts verlustig erklärt sind; jedoch bei allfälliger Rehabilitation mag ihre Dienstpfiichtigkeit nachgenommen werden.
Um nähern Bestimmungen über diese Militärrorganisation inner den von derselben festgesetzten Schranken sind dem w. w. Kriegsrathe überlassen. Derselbe hat auch vorstehende Punkte in ein geordnetes Militär-Reglement zu fassen.
Sodann ist zur Bildung eines bleibenden Artillerie-Korps, da die Dauer des bisherigen Freikorps für sämmtliche Mitglieder nach 2 Jahren zu Ende ist, beschlossen worden:
1) Es sei der Grundsatz ausgesprochen, und aufgestellt, daß ein Artillerie-Korps zur Bedienung von 4 Stucken gebildet werden soll.
2) Zur Bildung dieses Korps wird beim jedesmaligen Eintritt der Mannschaft ins Kontingent die nöthige Anzahl Leute aus derselben ausgehoben und diesem Korps einverleibt.
3) Der Kriegsrath soll beauftragt und ermächtigt sein, für die weitere Bildung und Leitung, dieses Korps die nöthigen Verfügungen und Anordnungen zu treffen.»

Ergänzung vom 2. Mai 1841 (Beschluss Landsgemeinde)
«Von der Kenntnißgabe des w. w. Landraths, daß derselbe Kraft der ihm von der h. Landesgemeinde im verflossenen Jahr übertragenen Vollmacht in Betracht der Einstimmigkeit aller eidg. Stände sich entschlossen habe, der Tagsatzungsbe- schluß betreffend die Vereinigung des Bundes-Contingents und der Reserve in ein Ganzes, und die Verminderung der von den Kantonen zu liefernden Mannschaft von 4 auf 3 Mann auf 100 Seelen Bevölkerung als in Kraft erwachsen, und auch für den Kanton Ury verbindlich anzusehen, wurde hiemit einfache Notiz am Protokoll zu nehmen beliebt.»

LG 1817; LB UR 1823 Bd I S. 229 ff. / LG 01.05.1831, LG 05.05.1839, LG 02.05.1841; LB UR 1842 Bd III, S. 134-140.
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249  
Bildung einer Militärkasse
«1. §. Die Mannschaft, so während der ersten Organisation der Kontingenter an bis 1819, sey es wegen Wanderschaften oder anderwärtigen Geschäften, oder daß in fremden Kriegsdiensten außer dem Kanton sich aufgehalten hatte, ihre treffenden Dienstpflichten nicht erfüllt haben, theils auch schon über die pflichtmäßige Dienstesjahre vorgerückt sind, sind der Nachnahm ins aktive Kontingent entlassen; jedoch sollen sie angehalten werden, den Betrag von Fr. 10 bis 20 je nach Umständen in die Militair-Kasse für Kleidung der armem Kontingents-Mannschaft zu bezahlen, welches mehrere oder mindere dann der w.w. Kriegsrath zu bestimmen hat.
2. §. Vom Jahr 1819 an sollen Alle, so beym Eintritt in’s Contingent die Begünstigung erhalten, einen andern für sich zu stellen, Fr. 4 in diese Militair-Kasse abgeben; sollte in der Zwischenzeit, nämlich außert der ersten Bildung diese Begünstigung bewilliget werden, so soll dem w.w. Kriegsrath überlassen seyn, nach Umständen diese Summe bis auf Fr. 12 zu erhöhen.
3. §. Jene, so im aktiven Contingent stehen, aber während ihrer ganzen Dienstzeit, sey es in Geschäften oder sonst außer dem Kanton sind, und sich dem Uniformiren und Exerzieren zum Theil entziehen, sollen am Schlusse des dritten Dienstjahres einen Beytrag von Fr. 8 in die gemeldte Kasse bezahlen; in Fällen von Auszügen aber bleibts beym obigen Art. 248.
4. §. Da sich öfters der Fall ereignet, daß einer wegen kleinen oder zweifelhaften Gebrechlichkeiten vom Militair-Dienst entlassen wird, ohne einen andern für sich stellen zu müssen, so soll es dem w.w. Kriegsrath überlassen seyn, für diese Gnade nach Umständen derselben zur Bezahlung von Fr. 2 bis 8 in obige Kasse anzuhalten.
5. §. Haushaltungen nur in weiblichem Geschlecht bestehend, die folglich nichts zur Vertheidigung des Vaterlandes beytragen, und die aber zugleich einiges Vermögen besitzen, sollen bey Fällen von Auszügen zu einer Beysteuer von Fr. 6 bis Fr. 16 je nach den Vermögens-Umständen in die Militair-Kasse zu bezahlen angehalten werden, welches Mehrere oder Mindere ein wohlweiser Kriegsrath zu bestimmen hat, der zugleich auch den diesfälligen Beytrag der Frauenklöster festsetzen soll. .
6. §. Diese Kasse soll von der Militair-Commission verwaltet werden, und jederzeit unter der Aufsicht des w. w. Kriegsraths verbleiben.
7. §. Gegen Fremde oder Angesessene, hinsichtlich allfälligen Beytrags in diese Kasse, soll das Gegenrecht geübt werden, wie die unsrigen in ihren Kantonen für gleiche Beyträge gehalten werden.
8. §. Derjenige, so also wegen Unvermöglichkeit aus dieser Kasse uniformiert zu werden verlangt, soll beym Eintritt in's Contingent bey dem w.w. Kriegsrath sich melden, und von selbem hierüber den Entscheid gewärtigen, in jedem Fall sollen dann diese Montierungsstücke im Zeughause wohl aufbewahrt, und nur dann ausgehändigt werden, wenn der Mann in Dienst gerufen wird.»

Ergänzung vom 5. Mai 1839 (Beschluss Landsgemeinde)
«Als Anhang zu §. 1 dieses Artikels; während dem §§. 2. 3. 4. 5. 6. 7 und 8 bleiben.» «Diejenigen Militärpflichtigen, welche aber nicht 4 Schuhe 9 Zoll französisch Maas haben, mögen nach Ermessen des Kriegsrathes zu andern Dienstzweigen gebraucht, auf 6 Jahre zurückgesetzt oder gegen Entrichtung der im §. 4 dieses Artikels für zweifelhafte Gebrechen bestimmte Taxen entlassen werden.»

LG 1819; LB UR 1823 Bd I S. 232 ff. / LG 05.05.1839; LB UR 1842 Bd III, S. 141.
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250  
Vorschriften zur Uniform
«Es solle jeder, so lang er auf dem Standes-Kontingent oder in der Reserve steht, eine gehörige Uniform nach Vorschrift des Kriegsraths haben, auch dieselbe nebst allen zu einem Feldzug benöthigten Kleidungsstücken nicht in Pfand geben, noch verkaufen mögen bey Gl. 5 Buß und Ungültigkeit des Kaufs und Pfands.»

Ergänzung vom 5. Mai 1839 (Beschluss Landsgemeinde)
«Jeder ist während seiner Dienstzeit schuldig, seine Uniform in gutem Zustande zu erhalten, und soll selbe nebst allen zu einem Feldzuge benöthigten Kleidungsstücken nicht in Pfand geben, noch verkaufen mögen bei Gl. 5 Buße und Ungültigkeit des Kaufs und Pfandes.»

Alt Art. Landb. 179-181; LB UR 1823 Bd I S. 234 / LG 05.05.1839; LB UR 1842 Bd III, S. 142.
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251  
Wahl der Offiziere des Kontingents und der Landesmiliz
«Die Offiziers bey unsern Kontingentern und der Landmiliz zu ernennen ist dem Kriegsrath überlassen. Es sollen aber sämmtliche Offiziers nur Landleut seyn.»
LG 1703, 1733; LB UR 1823 Bd I S. 235.
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252  
Verpflichtungen der Hauptleute und höheren Offiziere
«Obersten oder andere kommandierende Offiziers, wenn sie gegen die Capitulation in fremden Diensten oder bestehende Bündniße handelten, oder sich gebrauchen ließen, sollen dafür der Obrigkeit verantwortlich seyn und nach Gebühr bestraft werden.
Hauptleut und andere betreffende Offiziers sollen den austretenden Unteroffiziers und Soldaten, oder beym Absterben, deren Erben das Schuldige wie Littlohn bezahlen, ansonst zur Verantwortung und Straf gezogen werden. Jeder Hauptmann in anerkanntem fremdem Dienst solle jährlich Gl. 60 dem Land bezahlen.»

LG 1658, 1643 1647, 1648, 1655, 1816; LB UR 1823 Bd I S. 235.
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253  
Verordnung über die Werbung für fremden Dienst
«1. §. Es solle jedem, sowohl Militaire als Bürger verbothen seyn, in hiesigem Kanton jemand für die Capitulierten Schweizer Regimenter anzuwerben, es sey dann daß er hiezu patentiert sey, und von der Werbskammer die Patente dazu erhalten habe. Für nicht kapitulierten Dienst solle gar nicht geworben werden.
2. §. Es solle kein Rekrut vom Land abgeführt werden, ohne daß er vorher der Werbungskammer vorgestellt worden sey.
3. §. Die Werber sollen beym Anwerben keine Gefahr, Betrug oder Hinterlist, als z. B. mit Betrunken machen und d. gl. gebrauchen. Es sollen aber auch eben so die Rekruten gegen die Werber keinerlei Betrug oder Hinterlist sich erlauben.
4. §. Im Kantons-Dienst stehende Tambours und Pfeiffer, so wie Landjäger sollen, solang sie im Dienst sind, gar nicht angeworben werden mögen.
5. §. Leute unter 20 Jahren, die bey ihren Eltern sind, und von selben unterhalten werden, oder unter Vormundschaft stehen, mögen zwar angeworben, aber nicht vom Land abgeführt werden, ohne daß ihre Eltern, Vögte oder die Waisenvögte vorher davon benachrichtigt und in Kenntniß gesetzt seyen.
Sollte sich dann deßwegen einiger Anstand erheben; so hat der w.w. Rath hierüber zu entscheiden.»

Ergänzung vom 19. März 1832 (Beschluss Landrat)
«Zu Jedermanns Verhalt wird bekannt gemacht, das in hiesigem Kanton bis auf weitere Verfügung von UGHerrn. und Obern die Werbung für den Militärdienst nach Rom gänzlich verboten ist, und zwar bei Strafe und Verantwortlichkeit.»

Ergänzung vom 20. März 1834 (Beschluss Landrat)
«In Abänderung des im Jahre 18Z2 erlassenen Verbotes das Leute, die im Kontingente und in der Reserve stehen nicht angeworben werden sollen, wurde erkannt: Daß dieses Verbot aufgehoben, und mit Ausnahme derjenigen, welche für andere eingetreten sind, oder als Exerziermeister, Tambour oder Trompeter im Dienste der Regierung stehen, die Werbung sowohl für die im Kontingent als in der Reserve stehenden wieder frei sein soll.»

Ergänzung vom 21. Juni 1839 (Beschluss Landrat)
«Da bemerkt und angetragen wird, daß die Werbskammer sich nicht mehr complett befinde, und daß bei den immer seltneren Verrichtungen derselben, diese Behörden füglich aufgelöst, und die löbl. Militärkommission mit der Besorgung der daherigen Geschäfte beauftragt werden könnte, und auf gleichzeitigen Antrag, des Hrn. Altlandammann und Landshauptmann Epp in Betracht seiner vieljährigen Erfahrungen und der daherigen Kenntnisse im Militärfache, um so eher als Ehrenmitglied in die löbl. Militärkommission gewählt werden möchte, da dieser Behörde schon seit längerer Zeit ein Mitglied mangele, so wurde in Uebereinstimmung mit diesen Vorschlägen erkannt und beschlossen: Die bisher bestandene Werbskammer sei aufgelöst und die löbl. Militärkommission von nun an mit der Besorgung der daherigen Geschäfte beauftragt und Tit. Hrn. Altlandammann Epp als Ehrenmitglied in dieselbe gewählt.»

Ergänzung vom 28. Dezember 1835 (Beschluss Landrat)
Dem Art. 262 soll beigesetzt werden: «Daß ein jeweiliger Landsäckelmeister alljährlich auf die Landrechnung ein Verzeichniß derjenigen Bestraften eingeben soll, welche während einem Jahr ihre Bußen nicht bezahlt haben, damit dieselben an diejenigen Behörden verzeigt werden können, von welchen sie bestraft worden sind.»

LR 1823; LB UR 1823 Bd I S. 235 f. / LG 19.03.1832, LG 20.03.1834, LR 21.06.1839, LR 28.12.1835; LB UR 1842 Bd III, S. 143-145.
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VERFASSUNGEN DES KANTONS URI

Verfassung von 1803
Verfassung von 1820
Verfassung von 1850
Verfassung von 1888
Verfassung von 1984

Verfassung nach Datum

Im URIkon befindet sich von der Verfassung 1850 nur der ursprüngliche Text. Die Verfassungsänderungen werden nachgetragen!

 

 

Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 15.09.2020