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Gesetzesbestimmungen

Das Landbuch des Kantons Uri, 1823/1826
Bd 2 (1826)
Wildheu, Streue und Obst auf Allmenden

339  
Wildheuen auf Allmengebiet
«Heuen in Kühweiden, in Alpen und Boden ist gänzlich verbothen bey Gl. 5 Buß von jedemmal. In Geißweiden aber, und wo das Rindvieh nicht hinkommen kann, ist es nach St. Lorenzen- bis Gallen-Tag erlaubt: mit Vorbehalt der, einigen Kirchgängen gegebenen, im Art. 344. bemerkten Privilegien.
Dabey ist einem w. w. Rathe überlassen, im Fall ungünstiger Witterung, diese Erlaubniß zurückzustellen. So aber einer früher oder am Herbst nach erlaubter Zeit sichelte, oder mähete, verfällt er in Gl. 25 unnachläßlicher Buß von jedemmal.»

aLB 103; LR 1822; LG 1769, 1791; LB UR 1826 Bd II, S. 99.
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340  
Beschränkung des Wildheuens
Art. 340. «Es soll auch jeder nur in einem Kirchgang mähen mögen; und soll man den Platz nicht auszeichnen, und nur vorwärts, nicht hin und wieder mähen: auch nicht zu gleicher Zeit 2 Tristbetter angreifen, sondern zuerst eins ausmachen, ehe man das Andre anfängt. Alles bey Gl. 5 Buß.»
aLB 104; LR 1732; LG 1668; LB UR 1826 Bd II, S. 99 f.
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341  
Beschränkung des Wildheuens auf zwei Personen pro Haushalt
«Von Landleuten oder geschwornen Beysäßen mögen überhaupt nur 2 Personen aus einer Haushaltung Heu und Streue sammeln, bey Gl. 25 unnachläßlicher Buß: und zwar sollen unter keinem Vorwande mehr als 2 Personen aus einer Haushaltung — selbst nicht für andre im Taglohne noch sonst in's Wildheu und Streue gehen mögen. Wer aber nicht Landmann oder geschworner Beysäß ist, mag gar nicht wildheuen noch streuenen.»
aLB 105; LR 1812, 1823; LG 1752, 1791; LB UR 1826 Bd II, S. 100.
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342  
Mähen von Riedstreue
«In Kühweiden ist wie obenbemerkt, zu mähen gänzlich verbothen: mit Vorbehalt der Riedstreue und Nätsch; die aber auch nur über's andere Jahr, und zwar nur am ersten Werktag nach St. Michael zu rechter Tagszeit zu mähen erlaubt ist, bey Gl. 25 Buß: und bey gleicher Buß ist solche in guten Bödmern zu mähen gänzlich verbothen. Es sind auch alle Aelpler ermahnet, keinen Mißbrauch unter dem Vorwande in's Nischt (Lagerstätte) zu mähen sich zu erlauben: und so einer mehr als in Bescheidenheit für's Lager erforderlich ist, und erweißlich dazu gebraucht wird, mähete oder einsammelte, soll er angezeigt und mit der gesetzlichen Strafe belegt werden. Dieß ist aber einzig in Geißweiden zugelassen: hingegen in den Küheweiden ist es des Gänzlichen verbothen.»
LR 1752, 1822, 1824; LG 1716, 1777; LB UR 1826 Bd II, S. 100 f.
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343  
Ausfuhrverbot von Allmendheu
«Das gesammelte Allmendheu mag nicht aussers Land gelhan, aufgehirtet, noch daraus verkauft werden bey Gl. 50 Buß: wovon dem Kläger X zukommen soll. Jedoch in soweit entlegenen Gegenden, von denen dasselbe nicht wohl eingebracht werden kann: soll mit Einholung oberkeitlicher Bewilligung der eigne Verbrauch — nicht aber das Verkaufen — statthaben mögen.»
LG 1729; LB UR 1826 Bd II, S. 101.
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344  
Privilegien von Gemeinden zum Wildheuen
«Nachfolgenden Gemeinden oder Kirchgängen ist die Zeit des Wildheuens an nachgenannten Orten, selbst auch vor der gesetzlichen Zeit zu erlauben, und zu bestimmen gestattet:
a) Die Gemeinde Silenen ist befugt, das Heuen in Ruppleten, Föllenen und Klüßer zu erlauben.
b) Die Gemeinde Erstfeld mag bestimmen, wann in demseben Kirchgänge an den schattigen Orten auf der Allmend geheuet werden solle; jedoch daß dieses jedesmal denen benachbarten Kirchgängen kund gethan werde.
c) Die Gemeinde Attinhausen kann 8 oder 14 Tag vor St. Lorenzentag in dortigen Wäldern und schattigen Orten das Sicheln und Rupfen erlauben.
d) Die Gemeinde Wassen hat das Recht zu erlauben, daß im schattigen Diederberg, in den Schanzflueen und am Rohrthal vor der gewöhnlich erlaubten Zeit möge gesichelt, und gekrautet werden.
e) Die Gemeinde Isenthal mag die Zeit bestimmen, wann im Schartiwald bis an die Schwanle und vom Ruoßthal bis an den Seikberg, und unter dem wilden Butzen durch die Bänder hintern solle mögen geheuet werden: selbes aber jederzeit den benachbarten Gemeinden bekannt zu machen verpflichtet seyn solle.
f) Die Gemeinde Seedorf mag das Heuen an folgenden Orten erlauben, als nämlich: im Geigenthal Schattenhalber bis an den Weg, so vom Bärenstock auf Wang führt: in dem Bann- und Scheittwald bis an das Stäuberthal: auch ab dem Gitschenberg in den Hörnern bis an das Großhorn und an das Schopflithal, solle aber auch den benachbarlen Gemeinden allemal zu gehöriger Zeit den bestimmten Tag anzeigen. g) Es ist auch zugegeben, daß die 2 Bergstäfel in der Göschner-Alp wegen Verprugen über das andere Jahr gemähet werden mögen.»

LG 1778, 1792, 1806, 1807, 1811, 1812; LB UR 1826 Bd II, S. 101 f.
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345  
Das Mähen von Allmendstreue
«Die Allmend- oder die sogenannte untreue Streue auf den Allmenden im Boden zu Seedorf, Fluelen, Schattdorf und Erstfelden soll jährlich vor heilig Kreuztag im Herbstmonat zu Gunsten des Landsäckels durch öffentliche Versteigerung verkauft werden; und bleibt die gesammelte Streue dem Herrn Landssäckelmeister bis zu gänzlicher Auszahlung im Pfand.»
LR 1820; LB UR 1826 Bd II, S. 103 f.
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346  
Eigenbäume auf Allmend
«Wie einer Eigenbäume auf der Allmend haben, und die Früchten davon benutzen möge, darüber sind die Art. 173. und 174. im I. Theile des Landbuches nachzusehen.
Dann ist noch das Fernere bestimmt: daß einer zwar die gesetzliche Anzahl Bäume auf der Allmend haben möge: soll sie aber, einen jeden 10 Klafter vom andern entfernet setzen, ohne die Güter und Straßen dadurch zu benachcheiligen.»

LR 1810, 1812; LG 1634, 1674; LB UR 1826 Bd II, S. 103 f.
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347  
Beschränkung von Allmend-Nüssen auf zwei Personen pro Haushalt
«Die Allmend - Nüsse zu schütteln ist jährlich am Tag nach dem heiligen Kreuz-Tage erlaubt, wenn es ein Werktag ist; sonst aber am erst darauf folgenden Werktag. Wenn aber wegen schlechter Witterung die Nüsse dann noch nicht reif find: so mag ein w. w. RaTh die Zeit weiters zurückstellen. Auch soll man in jeder Gemeinde mit dem Nußschütteln nicht früher, als wann es daselbst Weise läutet, anfangen dürfen, bey Gl. 10 Buß wovon dem Kläger ¼ zukömmt. Die zu frühe geschüttelten Nüsse aber fallen der Kirche anheim, in welcher Gemeinde sie geschüttelt worden.
Es sollen aus einer Haushaltung nicht mehr als 2 Personen, die Landleute sind, weder für sich noch für andere Nuß schütteln oder ausheben mögen, bey gleicher Buß. Es soll auch niemand vor obbestimmter Zeit auf die Bäume gehen: und wenn zur bestimmten Zeit mehrere bey einem Baume sich befänden, sollen sie die Nüsse gemeinschaftlich theilen und nutzen. Die Nüsse gehören immer denjenigen, die sie schütteln, und soll ohne ihre Bewilligung dieselben niemand auflesen und wegnehmen mögen.»

LB UR 1826 Bd II, S. 104 f.
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348  
Das Sammeln von Kirschen auf Allmendbäumen
«Kirschen ab Allmendbäumen zu sammeln ist zwar keine Zeit bestimmt; doch soll es nicht geschehen, ehe sie gehörig reif sind: auch sollen es nicht mehr als 2 Personen aus einer Haushaltung, die Landleute sind, zu thun berechtiget seyn.»
LG 1745; LB UR 1826 Bd II, S. 105.
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VERFASSUNGEN DES KANTONS URI

Verfassung von 1803
Verfassung von 1820
Verfassung von 1850
Verfassung von 1888
Verfassung von 1984

Verfassung nach Datum

Im URIkon befindet sich von der Verfassung 1850 nur der ursprüngliche Text. Die Verfassungsänderungen werden nachgetragen!

 

 

Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 15.09.2020