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Gesetzesbestimmungen

Das Landbuch des Kantons Uri, 1823/1826
Bd 2 (1826)
Strassen, Brücken, Gräben, und Pflichten einiger Gemeinden

319  
Pflichten hinsichtlich Unterhalt der Strassen
«Da die neue Landstraße von Stäg bis Göschenen durchgehends sechs Metter (18 Landschuh) breit ist angelegt worden, und künftig stets in dieser Breite offen erhalten werden solle, auch jede Beschädigung an diesem kostbaren Straßen-Werke sorgfältig verhütet werden muß; so wird zu jedermanns Verhalte Folgendes verordnet:
1. §. Daß niemand Häge oder Mauern auf die Landstraße oder in die zur Straße gehörigen Nebengräblein stellen, noch sonst Holz, Steine oder anderes auf die Straße legen, noch solche durch Schöneren oder Schutt-Dareinwerfen verunreinigen, oder etwas daran verderben solle.
2. §. Es solle niemand sich erfrechen, an der neuen Landstraße und Brücken, an Bergmauern, Schirmmäurlein, Schirmhägen etwas zu beschädigen, oder zu verderben, noch irgend etwas Schädliches daran zu machen.
3. §. Auch solle niemand im Wassnerwalde noch andern Waldungen unbehutsam und schädlich gegen die Landstraße reisten, sondern, wo zu reisten erlaubt ist, alle Vorsicht und Behutsamkeit anwenden, um die Straße nicht zu schädigen.
4. §. Das Holzschleifen über die Landstraße und Brücken, sey es auf der Erde oder vorne auf Rädern oder Schlitten, und hinten auf der Erde, ist ganz verbothen: mit Ausnahme im Winter bey Schnee und gefrornem Boden, wo es ohne Schaden geschehen kann; und auch alsdann soll es nur mit Vorsicht und Behutsamkeit geschehen: damit weder an Mauern noch an Schirmhägen, oder an Besetzenen etwas beschädiget werde. So jemand in ein oder andern: dieses Artikels sich verfehlen würde: soll er nicht nur zum vollen Ersatze der verursachten Beschädigung angehalten, sondern noch mit Gl. 26 unnachläßiger Buße, und in wichtigen Fällen auch noch um Mehreres, bestraft werden; wovon dem Anzeiger der halbe Theil zukommen soll.»

Ergänzung vom 15. Oktober 1832 (Ratserkenntnis)
«Dieser Art. ist zu Jedermanns Verhalt und Warnung, unter Androhung von Verschärfung der gesetzlichen Strafe neuerdings zu publiziren befohlen worden,

Verordnung, zur Oeffnung, Unterhaltung und Sicherung der Straße von Fluelen bis an die Grenze des Kantons Tessin.
«I. Kantonal. Einrichtung.
§. I. Die Oberaufsicht über die Straße von Fluelen bis an die Grenzen des Kantons Tessin, und die Leitung der Unterhaltung, Besserung und Sicherung wird vom w. w. Landrathe durch eine eigene hiezu erwählte Kantonal-Straßenkommission besorgt.
§. 2. Die Kantonal-Straßen-Kommission besteht aus 5 Mitgliedern, wovon 4 dem Distrikt Uri und 1 dem Distrikt Ursern angehören sollen.
§. 3. Die Mitglieder dieser Behörde werden vom w. w. Landrathe auf 10 Jahre gewählt, nach welcher Zeit sie in Austritt kommen, jedoch wieder wählbar sind. Damit die Kommission nie plötzlich ganz erneuert werde, so tritt von den 6 ersten vom w. w. Landrathe erwählten Mitgliedern alle zwei Jahre eins aus und wird wieder ersetzt. Der Austritt geschieht anfänglich durch's Loos, später nach Vollendung der Wahlzeit.
§. 4. Die Kantonal-Straßenkommission entwirft alle Vorschriften und Reglements, die zur Erhaltung der Straße nöthig sind, sowie auch alle polizeilichen Verfügungen, die geeignet sind Beschädigungen vorzubeugen, und frevelhaft verübte zu ahnden, hat jedoch über alle diese Gegenstände die Genehmigung der hohen Regierung nachzusuchen.
§. 5. Sie hat jährlich im Frühling und im Herbst regelmäßig die ganze Route zu bereisen, was sie auch nöthigenfalls, oder bei außerordentlichen Beschädigungen, oder Gefährdungen der Straße in der Zwischenzeit nach Erforderniß thun soll. Bei diesen Inspektionen giebt sie denjenigen Behörden oder Personen, die von den betreffenden Distrikten hiemit beauftragt sind, die nöthigen Weisungen.
§. 6. Sie hat bestens zu wachen, daß die Straße immer gut unterhalten werde, und daß alles, was dieselbe, oder die Sicherheit der Passage gefährdet, alsogleich beseitiget werde, und daß dieselbe im Frühling und Winter immer gehörig geöffnet sei.
§. 7. Alle Klägten, die daher über schlechte Unterhaltung, Gefährdung der Straße, oder nicht gehörige Oeffnung derselben eingehen, sollen an die Kantonal-Straßen-Kommission gewiesen werden, die den Sachbestand alsogleich zu untersuchen, und begründetenfalls das Uebel ungesäumt zu beseitigen hat.
§. 8. Sollten hiebei die Weisungen der Kantonal- Straßen-Kommission von denjenigen Behörden, die von den betreffenden Distrikten hiemit beauftragt sind nicht allsogleich befolgt werden; so soll sie den Uebelstand auf Unrecht habenden Kosten allsogleich beseitigen lassen und hierüber dem w. w. Landrathe Bericht erstatten.
§. 9. Die Kommission giebt jährlich dem Schwörlandrathe einen umständlichen Bericht über den wirklichen Zustand der Straße sammt den nöthigen, oder wünschbaren Verbesserungen.

II. Distrikts-Einrichtung
A. für den Distrikt Uri.
§. 1. Der Distrikt Uri übergiebt die Aufsicht über die Oeffnung, Unterhaltung und Sicherung der Hauptstraße innerhalb seinen Grenzen einer eigens hiezu erwählten Distrikts-Straßen-Kommission, welche nebst dem jeweiligen Bauherrn aus 4 Mitgliedern besteht, die der Landrath gutfindenden Falls auch aus der Kantonal-Straßen-Kommission wählt, hinsichtlich deren Austritte die gleichen Bestimmungen, wie bei der Kantonal-Kommission gellen sollen.
§. 2. Die Weisungen und Befehle der Distrikts- Straßen-Kommission werden vom jeweiligen Bauherrn , welchem alle Verpflichtungen eines Straßen-Inspektors zu kommen, in Erfüllung gebracht.
§. 3. Zur Aushilfe des jeweiligen Bauherrn werden von der Distrikts-Straßenkommission fünf Straßen-Knechte angestellt, und durch den regierenden Distrikts-Ammann beeidigt. Es wird denselben die Straße in nachbenannten Abtheilungen zur Besorgung angewiesen, als 1. von Fluelen bis zum Scheidnößlin am Rinächt, 2. von da bis Steeg, 3. von Steeg bis Föllibrück, 4. von der Föllibrücke bis Waffen, 5 von Waffen bis zur Sprengibrücke in der Schöllenen.
§. 4. Sie hat alle muthwilligcn Beschädigungen der Straße nach den zu entwerfenden Reglementen oder aber unter dessen nach Art. Landb. 319-326 mit einer Strafkompetenz von Gl. 10 zu Handen des Bezirkssäckelamts zu ahnden; gröbere Vergehungen, und wichtigere Beschädigungen der Straße aber einem w. w. Landrathe zur Ahndung anzuzeigen. Denjenigen, welche der Commission, sei es direkte oder durch den Herrn Bauherrn oder die Straßenknechte Anzeigen wegen Beschädigungen an der Straße machen würden, soll die Hälfte der aufgetstellten Buße verabfolgt werden.
§. 5. Sie hat zu sorgen, daß alle Weisungen, die ihr von der Kantonal-Straßen-Kommission zu kommen, durch den Bauherrn ungesäumt in Erfüllung gebracht werden.
§. 6. Bei bedeutenden Beschädigungen, oder Gefährdungen der Straße auf dem besagten Distrikts-Gebiet hat sie dieselbe alsogleich zu inspiciren. Bei solchen Inspektionen ertheilt sie dem Bauherrn die nöthigen Befehle.
§. 7. Bedeutende Anschaffungen von Straßenwerkzeug, die den Werth von Gl. 50 übersteigen, mag der jeweilige Bauherr nur auf Genehmigung der Kommission machen.
§. 8. Die Kommission soll stets ein genaues Inventarium des sämmtlichen, vorräthigen Straßen-Werkzeugs halten, in welches jährlich sowohl die frischen Anschaffungen, als der Abgang einzutragen sind. Für die Nichtigkeit der hiezu nöthigen Angaben ist ihr der Bauherr verantwortlich.
§. 9. Sie hat alle Rechnungen des Bauherrn, welche die Oeffnung, oder die Unterhaltung der Straße betreffen, genau zu untersuchen und zu kontrolliren, und dieselben bei Richtigfindung an das Distrikts-Säckelamt zur Bezahlung zu weisen.
§. 10. Die Kommission fordert jährlich vom w. w. Schwörlandrath, nachdem derselbe den Bericht der Kantonal-Straßen-Kommission über den Zustand der Straßen wird vernommen haben, einen dem Bedürfniß entsprechenden Kredit; über die Verwendung des vorjährigen Kredits aber hat sie sich durch eine ausführliche, gehörig belegte Rechnung auszuweisen.
§. 11. Sollte bei außerordentlichen, unvorhergesehenen Ereignissen der bewilligte Kredit nicht ausreichen, so hat die Kommission hierüber an einen w. w. Landrath zu berichten; sie soll jedoch veranstalten, daß in der Zwischenzeit die Straße wenigstens gehörig geöffnet werde, und daß der erwachsene Schaden sich nicht durch Unthätigkeit ferner vergrößere.» §. 12. Die Kommission erwählt nach ausgeschriebener freier Konkurrenz die Straßenknechte, und stellt dieselben, nachdem sie ihnen ihre Instruktionen, und eine zur unmittelbaren Aufsicht angemessene Strecke Straße ertheilt hat, unter die unmittelbaren Befehle des Bauherrn, und bestimmt denselben ihren Leistungen entsprechende Löhne.
§. 13. Die Kommission hat das Recht einzelne, hiezu geeignete Arbeiten gutscheinenden Falls im Verding herstellen zu lassen, in welchem Falle sie für genaue und gute Aufsicht Sorge tragen soll.
§. 14. Alle vom Bauherrn eingegangene Verdinge, die den Betrag von Gl. 50 übersteigen, bedürfen der Genehmigung der Distrikts-Straßen-Kommission.

B. Pflichten des Bauherrn.
§. 15. Der jeweilige Bauher ist als wirklicher Straßen-Inspektor Mitglied der Distikts-Straßenkommission.
§. 16. Er steht als Inspektor unter den Befehlen der Straßen-Kommission, deren Weisungen er zu beobachten hat.
§. 17. Ihm liegt es ob die Straßen öfters zu inspiciren, für deren Unterhalt, Offenhaltung und Sicherheit bestens zu sorgen, kleinere Mängel alsogleich beseitigen zu lassen, alles was dieselben gefährden könnte möglichst zu entfernen, wichtige Gebrechen oder Gegenstände aber der Straßen-Kommission anzuzeigen.
§. 18. Er hat die unmittelbare Aufsicht und Leitung der Straßenknechte, die er zu ihrer Pflicht aufmuntern und anhalten soll. Jede Nachläßigkeit im Dienste, oder anderseitige Vergehung gegen ihre Pflicht als Angestellte hat er strenge zu ahnden, und bei wichtigen Fällen und im Wiederholungsfälle der Straßen-Kommission anzuzeigen; ihre Rechnungen hat er zu prüfen, und richtigfindenden Falls abzunehmen.
§. 19. Er soll das Werkzeug-Magazin gut besorgen lassen, und über den jeweiligen Stand desselben ein genaues Jnventarium halten.
§. 20. Er besorgt die nöthigen Anschaffungen für das Werkzeug-Magazin falls sie den Werth von Gl. 50 nicht übersteigen, widrigenfalls berichtet er hierüber an die Straßen-Kommission.
21. Er ertheilt den Straßenknechten das nöthige Werkzeug, führt hierüber genaue Inventarien und beaufsichtigt sie in Beziehung der Verwendung desselben.
§. 22. Er ist befugt einzelne, hiezu geeignete Arbeiten im Verding herstellen zu lassen. Sobald solche Verdinge den Wertb von Gl. 60 übersteigen, hat er die Genehmigung der Straßen-Kommission einzuholen.
§. 23. Er besorgt alle die Straße betreffenden Rechnungen, die er prüft, und sodann nebst Anzeige etwaiger Zweifel über die Richtigkeit derselben der Straßen. Kommission übergiebt. Findet die Kommission die Rechnungen richtig, so weist sie dieselben an das Distrikt-Säckelamt zur Bezahlung.

C. Wegknechte.
§. 24. Die Wegknechte werden nach ausgeschriebener freier Konkurrenz von der Straßen-Kommission gewählt und vom regierenden Herrn Distrikts-Ammann in Pflicht und Eid genommen.
§. 25. Die Wahl geschieht auf 2 Jahre, nach welcher Zeit sie (je nach der Auskunft, welche der Bau- Herr über ihre Leistungen zu ertheilen im Falle ist), entweder mit oder ohne Ausschreibung freier Konkurrenz wieder gewählt werden können.
§. 26. Bei groben Fehlern, Pflichtverletzungen, wiederholten Nachlässigkeiten können sie von der Kommission auch während der Zeit entlassen werden, das Reinliche kann auch statthaben, wenn weitere Verfügungen die Straßenknechte entbehrlich machen würden.
§. 27. Sie erhalten vom Bauherrn das zur Unterhaltung der ihnen angewiesenen Strecke nöthige Werkzeug, welches sie unter Verantwortlichkeit gehörig zu besorgen, und nur zu dem bestimmten Zweck zu verwenden haben. Können sie sich über das ihnen übergebene Werkzeug nicht gehörig ausweisen, oder mangeln ihnen einzelne Stücke, oder zeigt es sich, daß sie muthwilligerweise verbrochen wurden, so wird ihnen der Betrag derselben abgezogen.
§. 28. Alle Wegknechte stehen unter den unmittelbaren Befehlen des Bauherrn, dessen Befehle sie genau zu befolgen haben.
§. 29. Jeder Wegknecht soll über die aufgetragenen Arbeiten gewissenhafte und genaue Rechnung führen, und dieselbe nach dem ihm mitzutheilenden Formular einrichten, und von Zeit zu Zeit dem Bauherrn übergeben.
§. 30. Sie sollen das ihnen allenfalls zur Bezahlung der Arbeiter übergebene Geld denselben alsogleich, und zwar unter Strafe und Verantwortlichkeit aushändigen, und unter keinem Vorwände etwas hievon abziehen.
§. 31. Jeder Wegknecht har die ihm anvertraute Strecke genau zu beaufsichtigen, Alles was auf derselben dem Passe hinderlich ist, oder die Sicherheit gefährdet, ungesäumt zu beseitigen, kleinere Mängel alsogleich zu entfernen, Obacht zu geben, daß das Wasser überall ungesäumt und ohne Gefährdung der Straße von derselben entfernt werde, für die gehörige Offenhaltung der Straße bestens zu sorgen, und den Reisenden und den Frachtwägen bei außerordentlichen Umständen Hilfe zu leisten und ihnen den nöthigen Vorschub zu ertheilen. Treten große Gefährdungen der Straße ein, oder wird der Paß durch Hindernisse geschlossen, deren Beseitigung große Kräfte und Unkosten erfordert, so berichtet er dieses alsogleich und zwar unter Verantwortlichkeit dem Bauherrn.
§. 32. Bei außerordentlichen Ereignissen, starken Regengüssen, lange anhaltendem Regen, plötzlichem Thauwetter hat jeder Wegknecht seine Strecke genau zu inspiciren, und sie vor allen schädlichen Einwirkungen möglichst zu sichern.
§. 33. Jeder Wegknecht ist amtlich verpflichtet etwaigen Beschädigungen der Straße nachzuforschen, und den Schuldigen dem Bauherrn anzuzeigen.
§. 34. Alle Wegknechte haben sich nöthigenfalls gegenseitig Hilfe und Vorschub zu leisten.
§. 35. Jeder Wegknecht ist unter Verantwortlichkeit verpflichtet, diejenigen Arbeiten die ihm der Bauherr auferlegt, genau nach dessen Weisungen herzustellen.
§. 36. Die Wegknechte haben den im Art. Landb. 284 enthaltenen Eid zu leisten. Was die Distrikts-Einrichtung für den Bezirk Ursern betrifft, so wird dieselbe der Regierung von Ursern überlassen, welche aber die daherigen Verordnungen der Kantonal-Straßenkommission zur Kenntniß bringen soll.
Vorstehender Verordnung ist in ihrem ganzen Inhalte blos mit dem Beisatze, daß die Distrikts-Einrichtungen für Ursern ebenfalls der Genehmigung dieser hohen Behörde unterlegt werden sollen, genehm gehalten und bestättigt worden.
Von Tit. Herrn Landammann und Oberstlieutenant Ant. Schmid und dem w. w. Rath zu Uri den 17. Mai 1837.»

LR 1822; LB UR 1826 Bd II, S. 81 f. / RA 15.10.1833, 17.05.1837; LB UR 1842 Bd III, S. 177.
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320  
Ordnung und Verhalten der Strassenmeister
«Die Straßenmeister werden von UGHHrn. dem w. w. Schwor-Landsrathe erwählt, und müssen jährlich vor dieser hohen Behörde um die Wieder-Bestättigung ihres Dienstes anhalten: wo sie dann sogleich laut Art. 284 in Eid genohmen werden. Und wenn der Straßmeister Bannwart eines oberkeitlichen Bannwaldes ist; so soll er zugleich den im Art. 282. vorgeschriebenen Eid auch leisten. Dann haben die Straßenmeister Folgendes zu beobachten:
1. §. Sie sollen die ihrer Aufsicht anvertraute Straße in einem guten, sichern und offenen Zustande zu erhalten bedacht seyn, und sobald sie wahrnehmen, daß an der Straße durch Zufall etwas beschädigt, oder daß sie sonst einiger Ausbesserung bedörfe solches sogleich dem Hrn. Landsekelmeister anzeigen, und ohne desselben, oder im Nothfall eines Rathsherrn Erlaubnis; auf einmal nicht mehr als für Gl. 2 an der Straße verarbeiten.
2. §. An der Hauptstraße sollen die gewöhnlichen Ueberführungs-Arbeiten mit dem Monat April anfangen, und mit dem Monat May beendiget werden: und soll nicht angefangen werden, außer der Hr. Landsäkelmeister seye zuvor dessen gehörig avisirt worden: auch soll die Arbeit im trocknen Wetter gemacht werden.
3. §. Für eine halbe Fuhr mit einem guten Pferde sammt dem Mann zum Auf- und Abladen sollen Gl. 2 Sch. 10 Taglohn bezahlt werden: er ist aber gehalten von 8 Uhr frühe bis 6 Uhr Abends an der Arbeit zu seyn, und nur eine Stund beym Essen auszuruhen. Ganze Fuhren werden gar keine zugelassen.
4. §. Jedem rechten tauglichen Taglöhner, der vom Hrn. Säckelmeister oder einem Rathsherrn kann gutgeheißen werden, solle für den ganzen Tag Sch. 24, einem Buben oder schlechten Arbeiter aber Sch. 15 Taglohn bezahlt werden.
5. §. Auch sollen die Straßmeister im Regenwetter das Wasser gehörig ableilen, und die Straße soviel möglich trocken halten: und übrigens das Jahr hindurch das allenfalls Nöthige selbst verarbeiten, und nicht anstellen; und dafür dem Säkelmeister nichts mehr in Rechnung bringen, als das, was im bestimmten Lohn an Tägen und Stunden verarbeitet wird.
6. §. Die Straßenmeister sollen diejenigen, so durch Schönen, Aeufnung von Gärten, oder mit Holz, Hägen, Mauern oder auf was immer für eine andre Art die Straßen verunreinigen, belegen oder beschädigen, dem Hrn. Landsäkelmeister anzeigen: damit die Fehlbaren zur Ahndung und Ersatz des Schadens können angehalten werden; insofern selbe nicht vorher auf Abmahnung die Straßen wieder reinigen, und den daherigen Schaden wieder gutmachen würden. Auch sollen die Straßmeister diejenigen Güter-Besitzer, so Tagwerke an der Straße schuldig sind, dazu anhalten, und dann bey der Rechnung anzeigen, ob solche verarbeitet worden seyen, oder nicht.»

LR 1808, 1811; LB UR 1826 Bd II, S. 82 ff.
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321  
Kompetenz des Landrats beim Strassenunterhalt
«Es liegt im Befugniß UGHHrn. des w. w. Landrathes in Ansehung des Unterhalts der Straßen gutfindende Abänderungen zu treffen: die Straßenmeister zum Theile oder ganz aufzuheben: den Straßenunterhalt zu verpachten, oder die dießfälligen Arbeiten auf andere Weise anzuordnen, wie solches alles zum bessern Nutzen und Vortheile des Landes wird erachtet werden.»
LR 1824; LB UR 1826 Bd II, S. 85.
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322  
Pflichten des Säckelmeisters beim Strassenunterhalt
«Der jeweilende Säckelmeister soll jährlich die Landstraßen wenigstens einmal selbst bereisen, und vom Zustande derselben Kenniniß nehmen, und bey Vorfallenheiten, oder auch während der Zeit von wichtigen Arbeiten die Inspektion machen, oder durch einen Bevollmächtigten machen lassen. Er solle auch bey Anordnung der Werke seiner Pflicht und Befugniß eingedenk seyn, und nichts Kostspieliges unternehmen, bevor er UG.HHrn. und Obern Anzeige davon wird gemacht haben.»
LR 1808; LG 1665; LB UR 1826 Bd II, S. 85.
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323  
Ableiten von Wasser auf die Strassen / Unterhalt der Attinghauserstrasse
«Wie man die Brünnen und lauffenden Wässer aus den Straßen leiten soll, und über die Pflicht der Eigenthümer für Wegbarhaltung anstossender Straßen, müßen die Art. 165. und 215. im 1. Theile des Landbuchs nachgelesen werden.
Nebstdem sind die Besitzer der an die Attinghauser-Straß anstoßenden Güter noch schuldig, die längs ihrem Eigenthum nach lauffenden Nebenbesetzenen zu machen, und dieselben in gutem Stande zu unterhalten.»

aLB 40, 249; LR 1823; LB UR 1826 Bd II, S. 86.
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324  
Unterhalt der Isenthalerstrasse
«Von den Bolzbacher-Gütern bis zum Fruttkäppeli hat das Land die Straße zu erhalten übernohmen; und an die Straße vom Fruttkäppeli bis zu den Käsgädmern der Gemeinde Isithal Gl. 200 gesteuert: welche daher diese Straße zu erhalten schuldig und verbunden ist.»
LB UR 1826 Bd II, S. 86.
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325  
Fahren mit Karren über die Allmend
«Wer mit Karren oder Wagen über Allmend fährt, soll Bescheidenheit brauchen, dem gewöhnlichen Weg nachfahren, und keine neuen Leißen machen. Es soll auch kein Holz anderswo als am Gestade in Fluelen, oder in Seedorf an der Strasse aus- oder abgeladen und die Allmend nicht verkarret werden, bey Gl. 5 Buß sowohl für den so anderswo aus- oder abladet, als für den so es wegführt.»
LR 1813; LG 1727; LB UR 1826 Bd II, S. 87.
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326  
Verbot, Holz über Brücken zu schleifen
«Holz über die Brücken und Allmend zu schleifen, ist gänzlich verkochen, und zwar bey Gl. 5 Buß von jedemmal und Abtrag Schadens.»
LR 1818; LB UR 1826 Bd II, S. 87.
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327  
Genehmigungspflicht von Stegen
«Es sollen keine Winterstege noch andre gefährliche Stege über Flüsse, Bäche oder Abgründe ohne besondere hiefür erhaltene oberkeitliche Erlaubniß gemacht werden, bey Gl. 25 Strafe. Und wenn dergleichen Stege auch mit Erlaubniß gemacht werden; so solle der oder diejenigen so sie machen lassen, Schuldigkeit haben, ein Rathsglied auf den Augenschein zu führen, um zu sehen, ob der Steg sicher seye, oder nicht.»
LR 1768; LB UR 1826 Bd II, S. 87.
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328  
Unterhalt der Brücke auf dem Urnerboden und in Attinghausen
«Das Brücklein in der Kluß Ennetmärcht soll auf Kosten der Fiseter-Hirti gemacht, und stets in einem sichern Stande erhalten werden. Das Brücklein zu Attinghausen ins Albescheid zu gehen wird oberkeitlich gemacht: die dortige Gemeinde aber soll das Holz dazu anschaffen.»
LG 1744, 1781; LB UR 1826 Bd II, S. 87 f.
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329  
Unterhalt der Reussbrücke in Attinghausen
«Das Land hat die Reuß-Brücke zu Attinghausen zu machen und zu unterhalten übernohmen: dagegen soll aber die löbl. Gemeinde Attinghausen die schuldigen Tagwen: nämlich alljährlich auf jede Haushaltung 2 Tagwerke an einer oberkeitlichen Arbeit, nach Anordnung des jeweilenden Landsäkelmeisters verrichten. Der Säkclmeister bestellt deßwegen jemanden in der Gemeinde, der über diese Pflichtleistung Rechnung halten, und die Täge zum Arbeiten umsagen muß.»
LB UR 1826 Bd II, S. 88.
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330  
Unterhalt der Gräblein in Altdorf
«Der Graben an der Landstraße nach Fluelen soll von den Besitzern der an denselben anstoßendcn Güter gehörig offen gehalten, und dem Wasser stets genügsamer Abzug verschaffet werden, daß die Straße nicht schaden leide.
So solle auch der Besitzer des Feldleins an der Allmend unter der sogenannten Kühe-Gaß, und der Besitzer des Fuchsachers den Gießen dem ihrigen nach, und die Gemeinde Altdorf in der sogenannten eingeschlossenen Allmend gehörig ausziehen, und dem Wasser den erforderlichen Abzug verschaffen. Der Feldlein-Besitzer soll auch den altgewohnten Weg oder die Besetze beym Feldlein in brauchbaren Stand stellen und erhalten.»

LR 1769, 1804, 1806; LB UR 1826 Bd II, S. 88 f.
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331  
Vorschriften zu Kalk und anderen Gruben
«Kalk- oder andere Gruben auf der Allmend und besonders in der Nähe der Gassen und Strassen zu machen oder zu halzen, ist bey Gl. 5 Buß und Abtrag Schadens verbothen.
Dergleichen sollen keine neue Wassergräben ohne besonders hiezu erhaltener Erlaubniß auf der Allmend aufgethan werden. Auch sind die Rozenen auf der Allmend abgekennt und verbothen, und zwar ebenfalls bey Gl. 5 Buß. Und bey gleicher Buße ist auch das Duggraben am Gangbach zu Schattdorf verbothen.»

LG 1691, 1720, 1781; LB UR 1826 Bd II, S. 89.
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332  
Unterhaltspflicht für einen Stall in Spiringen / Hagpflicht auf Seenalp und dem Urnerboden
«1. §. Die von Spiringen sind für erhaltenen Beytrag verpflichtet den Stall unter dem dortigen Tanzhause an der Straße zu jedermanns Gebrauch, Pferde und Vieh einzustellen, offen zu erhalten.
2. §. Den Hag im Grund zu Seealp gegen Schwyz, so weit es uns betrifft, sollen die von Seelisberg jährlich bey guter Zeit machen; damit von keiner Seite vom Vieh Schaden geschehe. So aber ein ganz neuer Hag oder Mauer gemacht werden müßte: sollen sie es in rechter Zeit der Obrigkeit anzeigen, damit sie das Erforderliche anordnen könne.
3. §. Zwischen Enetmärcht und Fiseten soll der Hag von jedem Theile zur Hälfte erhalten werden.
4. §. Wer einen Fäll- oder Schirm-Hag zu Gemsfeyer oder andern Orten der Fiseter-Hirte, sey es eine Lücke oder den Hag selbst öffnen oder brechen, und nicht wieder gehörig zumachen würde, soll in Gl. 10 Straf verfällt werden, und für den Schaden, der hieraus erfolgte, verantwortlich seyn.»

aLB 247; Satzbuch 244; LR 1820; LG 1788; LB UR 1826 Bd II, S. 89 f.
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VERFASSUNGEN DES KANTONS URI

Verfassung von 1803
Verfassung von 1820
Verfassung von 1850
Verfassung von 1888
Verfassung von 1984

Verfassung nach Datum

Im URIkon befindet sich von der Verfassung 1850 nur der ursprüngliche Text. Die Verfassungsänderungen werden nachgetragen!

 

 

Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 15.09.2020