FASNÄCHTLICHES URI

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Die Urner Katzenmusik im Detail


   
Chlefälä, Lefflä
Das Chlefäli besteht aus zwei kleinen Holzbrettchen und ist oft rhythmisches Begleitinstrument bei volkstümlichen Formationen an. Zu rassigen Klängen werden eigene Schläge erfunden. Früher wurde das Chlefäli auch in der Fasnacht verwendet. Auch das "Lefflä" mit Ess- oder Holzlöffeln wird gleich gehandhabt.
    

   
Internierung von Bourbaki-Soldaten in Altdorf
Während des Deutsch-Französischen Krieges trat Anfang Februar die französische Ostarmee, bestehend aus rund 85’000 Soldaten, unter dem Befehl von General Charles Denis Sauter Bourbaki (1816-1897) bei Les Verrières im Val de Travers über die Grenze auf Schweizergebiet. Ihr Auftrag, die Festung Belfort von der deutschen Belagerung zu befreien, war gescheitert. Der Bundesrat beschloss, die Kriegsgefangenen auf die Kantone aufzuteilen. Sechs Tage später trafen um Mitternacht, bei hohem Schnee und grimmiger Kälte, die französischen Truppen der geschlagenen Bourbaki-Armee, 383 Mann stark, in verwahrlostem Zustand in Altdorf ein.
Die Franzosen waren für die an ihnen erwiesene Wohltätigkeit und Gastfreundschaft sehr dankbar; der Aufenthalt der französischen Internierten in Uri gestaltete sich sehr herzlich. Die Franzosen lehrten die Altdorfer Jungmannschaft die Kunst des Billardspiels. Sie durchstreiften aber auch Feld und Wald auf der Suche nach Pilzen, Kräutern und dem Löwenzahn, aus dessen Blättern sie einen schmackhaften Salat zuzubereiten verstanden.
Trotz der guten Pflege sollten zwei junge französische Soldaten ihre Heimat nicht mehr wieder sehen. An Nervenfieber verschieden im Fremdenspital der 24-jährige, ledige Jäger zu Fuss, Louis Leguay, und der gleich alte Korporal Eugène Rives. Dumpf tönten die schwarz umflorten Trommeln, als die Bewachungsmannschaft die Toten im Fremdenspital abholte, um diese auf dem Friedhof beizusetzen.
Am 21. März erfolgte die Abreise der Internierten, nachdem die Truppe am Vorabend festlich verabschiedet wurde. Auch beim Abschied am Morgen spielte die Musik wieder auf. Zurück blieben in Uri eine grössere Anzahl Bourbaki-Pferde und Maulesel – und die Melodie von «Aux champs en marchant...», aus der Urner Katzenmusikmarsch entstand.
Literatur: Gisler-Jauch Rolf, Fasnächtliches Uri, S. 69 ff. Foto: Gruppenbild mit Bourbaki-Soldaten und ihren Urner Bewachern, 1871.

    

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Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 08.01.2018