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Rabenvögel

Die Rabenvögel sind eine Vogelfamilie aus der Ordnung der Sperlingsvögel. Sie umfassen rund 120 lebende Arten in 25 Gattungen. Rabenvögel sind mittelgroße bis sehr grosse Singvögel – zum Teil auch krächzend – mit meist kräftigem Schnabel und robustem Körperbau.
In ihrer Ernährung sind Rabenvögel sehr vielseitig und fressen – je nach Verfügbarkeit – Früchte, Samen, Insekten, Weichtiere, kleinere Wirbeltiere oder auch Aas, wobei die meiste Nahrung auf dem Boden aufgenommen wird. Fast alle Arten legen Vorräte an, in denen sie überzähliges Futter verstecken und für später aufbewahren.
Rabenvögel zeigen ein stark soziales Verhalten und hohe kognitive Fähigkeiten. Vor allem die Raben und Krähen sind ausgeprägte Kulturfolger und konnten sich erfolgreich in vom Menschen geschaffenen Lebensräumen etablieren. Das Verhältnis des Menschen zu diesen Vögeln ist gespalten. Einerseits wurden ihnen Weisheit, biblisches Alter und Gewitztheit unterstellt, andererseits wurden sie als Unheilsbringer und Schädlinge verfolgt.

Den Ruf als Unheilsboten erhielten die Rabenvögel vor allem wegen ihrer Affinität zu Aas und ihres oft massenhaften Auftretens nach Schlachten, wo sie von den Leichen der Gefallenen frassen. Die nachgesagte Nähe zum Tod rührt auch her von dem vermehrten Auftreten von Raben an Hinrichtungsstätten, da die Leichname Hingerichteter in aller Regel hängenblieben, bis sie durch Tiere gefressen waren. Erst die Gebeine wurden dann verscharrt.
Die Rabenvögel gelten auch als Landwirtschafts- und Wildschädlinge. Elstern, Eichelhäher, Raben und Krähen dürfen in der Schweiz und in Uri gejagt werden.

Autor: Rolf Gisler-Jauch (www.urikon.ch)

Kolkrabe



Familie: Rabenvögel
Lateinischer Name: Corvus corax
Urner Dialekt: Rapp
Merkmale: ganz schwarz, metallisch glänzend
Standorte, Zugverhalten: Standvogel
Jagd: 1856: Abschussprämie (50 Rappen)
Schutz: ---
Schonzeit: vom 16. Februar bis 31. Juli
Jagd: Niederwildjagd
Abschussprämie: keine

     
Der Kolkrabe ist mit einer Länge von 54-67 cm und einer Spannweite von 115-130 cm der grösste Singvogel (Passeri) und auch grösser als ein Mäusebussard. Ausgewachsene Exemplare erreichen ein Gewicht von 1000-1500 g.
Das Gefieder der Kolkraben ist metallisch glänzend schwarz. Ebenfalls schwarz sind sein sehr kräftiger, nach unten gebogener Schnabel und seine Beine. Die Federn an der Kehle sind verlängert und stehen beim Rufen deutlich ab. Ein weiteres Merkmal ist sein keilförmiges Schwanzende.

Da er lange als Schädling galt, wurde er durch menschliche Verfolgung bis 1940 in weiten Teilen Mitteleuropas ausgerottet. Doch mit nachlassender Verfolgung ist es ihm geglückt, sich wieder auszubreiten und bewohnt mittlerweile neben Hochgebirgen, Wäldern, offenen und halboffenen Landschaften aller Art auch zunehmend siedlungsnahe Bereiche. Wie viele Familienmitglieder der Rabenvögel ist auch der Kolkrabe ein Allesfresser. So ernährt er sich von kleinen Wirbeltieren, Vogeleiern, Insekten, Wirbellosen, Früchten, landwirtschaftlichen Produkten und auch von menschlichen Nahrungsabfällen. Doch eines seiner Hauptnahrungsquellen ist Aas, was ihn zu einem wichtigen Gesundheitspolizisten für unser Ökosystem macht. Dass Rabenkrähen äusserst intelligente Tiere sind, macht sich unter anderem bei der Nahrungssuche bemerkbar. Beispielsweise fliegen sie mit Schnecken, Nüssen oder Muscheln im Mund hoch auf und werfen diese anschliessend auf Strassen oder andere harte Untergründe. Durch den harten Aufprall bricht die Beute auf und wird geniessbar für die Rabenkrähe.

Wie andere Rabenvögel sind Kolkraben sehr spielfreudig. Meistens spielen sie mit Artgenossen typische Spiele wie das «Schlitteln», das Herunterrollen lassen im Schnee, das Kopfunterhängen oder Schaukeln. Auch Spiele mit Gegenständen können oft beobachtet werden.

Kolkraben leben in einer monogamen Dauerehe und sind ganzjährig in ihren Revieren anzutreffen. Von Mitte Februar bis anfangs Juni dauert die Brutzeit. Während dieser werden vom Weibchen 3-6 Eier abgelegt und während 20-21 Tagen ausgebrütet. Die darauffolgende Nestlingszeit beträgt in der Regel 40-42 Tage, ehe die Jungvögel erstmals ausfliegen. Der schlechte Ruf der Rabenmütter haben die Kolkraben zu Unrecht. Denn ganz im Gegenteil schauen die Eltern sehr gut zu ihrem Nachwuchs und polstern beispielsweise ihr Nest je nach Temperatur unterschiedlich aus.

Autor: Raphael Gisler, Altdorf; Literatur, Quellen: www.vogelwarte.ch; https://de.wikipedia.org/wiki/Kolkrabe; www.tierpark.ch (2019); Foto: Rabe im Huon (Rolf Gisler-Jauch).

        

Rabenkrähe (Aaskrähe)



Familie: Rabenvögel
Lateinischer Name: Corvus corone coronne
Urner Dialekt: Chräijä, Gwäägger
Merkmale: ganz schwarz; kleiner als der Kolkrabe
Standorte, Zugverhalten: Standvogel
Jagd: Schutz: ---
Schonzeit: keine
Jagd: Niederwildjagd
Abschussprämie: 5 Franken

     
Die Aaskrähe tritt einerseits als vollständig als schwarze Rabenkrähe anderseits als grau-schwarze Nebelkrähe auf .

Ausgewachsene Rabenkrähen erreichen eine Körperlänge von bis zu 47 cm und eine Spannweite von 93 bis 104 cm. Männchen wiegen gewöhnlich 420-740 g, während weibliche Vögel mit 370-670 g etwas leichter sind. Die Rabenkrähe hat einen hohen, kräftigen Schnabel, kurze, anliegende Schenkelfedern und ein voluminöses Körpergefieder. Diese Merkmale verleihen ihr ein kompaktes, gedrungenes Erscheinungsbild. Die Beine und auch der Schnabel sind bei Raben- und Nebelkrähe schieferfarben.

Sie kommt in offenen bis halboffenen Lebensräumen mit Baumbestand vor. Im Winter wandern die nördlichen Populationen südwärts. Nachdem sich die jungen und unverpaarten Tiere vor allem in sogenannten Junggesellenschwärmen aufhalten, errichten Brutpaare Territorien, die sie gegenüber Artgenossen aktiv verteidigen.

Als Allesfresser ernähren sie sich von Samen, Insekten, Eiern, Fleisch und auch von menschlichen Abfällen.

Die Rabenkrähen sind für ihr intelligentes Verhalten bekannt.

Autor: Raphael Gisler, Altdorf; Quellen, Literatur: https://de.wikipedia.org/wiki/Aaskrähe (2019).

        

Alpendohle



Familie: Rabenvögel
Lateinischer Name: Pyrrhocorax graculus
Urner Dialekt: Doolä
Merkmale: metallisch glänzend schwarzes Gefieder, gelber Schnabel, rote Beine rot
Standorte, Zugverhalten: Bergbewohner; bei Schlechtwetterlagen im Schwarm in Tallagen
Jagd: geschützt
     
Die Alpendohle ist eine Vogelart aus der Familie der Rabenvögel. Sie ist zwischen 36 und 39 cm gross und erreicht eine Flügelspannweite von 65-74 cm sowie ein Gewicht von 180-270 g.
Das Gefieder ist metallisch glänzend schwarz, der Schnabel auffallend gelb und die Beine rot. Die Vögel leben im Gebirge bis in Höhen von über 4000 m. Auf Nahrungssuche begibt sie sich auf Bergwiesen, gemähte Weiden oder Geröllfelder. Das Angebot an unzugänglichen Felsnischen, welche als Brutplätze genutzt werden, in der Nähe von den Nahrungshabitaten interessiert die Alpendohle nur bedingt. Oft kommt es nämlich vor, dass sie jeden Tag mehrere Kilometer von dem Schlaf- und Brutplatz zu den Nahrungsgründen hin und herpendeln. Dabei überwinden sie, wenn es sein muss, auch Hindernisse wie Bergkämme oder Wälder.
Als Nahrung dient ihr so ziemlich alles, was sie finden kann. Vor allem Wirbellose und Früchte stehen regelmässig auf dem Speisezettel. Daneben sind auch menschliche Abfälle, Insekten, Spinnen, Vogeleier, Aas oder kleine Wirbeltiere wichtige Nahrungsquellen der Alpendohle.
Als Brutort werden meist Felsnischen gewählt. Die Brutzeit dauert von Mai bis Juli und dabei werden die 4-5 gelegten Eier während 18-21 Tagen ausgebrütet. Die anschliessende Nestlingsdauer dauert 31-38 Tage.

Autor: Raphael Gisler (www.urikon.ch); Quellen, Literatur: www.vogelwarte.ch; www.tierpark.ch; https://de.wikipedia.org/wiki/Alpendohle (2019).

        

Eichelhäher



Familie: Rabenvögel
Lateinischer Name: Garrulus glandarius
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Merkmale: zartes weinrötliches Gefieder, blau-schwarz gebänderte Flügeldecken, schwarz-weiss gestreifte Scheiteitelfedern
Standorte, Zugverhalten: Standvogel, zum Teil Kurzstreckenzieher nach Südwesten
Jagd: Schutz: nein
Schonzeit: keine
Jagd: Niederwildjagd
Abschussprämie: keine

     
Der Eichelhäher wird 32-35 cm gross und erreicht eine Spannweite von 52-58 cm und ein Gewicht von 140-190 g. Mit seinem zarten weinrötlichen Gefieder, den blau-schwarz gebänderten Flügeldecken und den schwarz-weiss gestreiften Scheiteitelfedern ist er unverkennbar. Ausserdem hat er einen weissen Bürzel, welcher im Flug aufleuchtet, und einen schwarzen Schwanz. Die beiden Geschlechter sehen gleich aus.
Der Eichelhäher besiedelt Wälder, Obstgärten und auch Siedlungen. Vor allem zur Brutzeit ist er meist in Laub-, Misch- oder Nadelwäldern zu finden, aber durchaus auch in Parks. Nur selten ist er während der Brutzeit in der offenen Landschaft zu finden. Ist die Brutzeit vorüber, sucht er sich allerdings gezielt einzeln stehende Bäume oder Haselsträucher. Als Standvogel und Kurzstreckenzieher verlassen sie teilweise im Winter ihre Brutgebiete und ziehen nach Südwesten.
Die Ernährung des Eichelhähers ist sehr umfangreich und wird vom saisonalen Angebot beeinflusst. So überwiegt vom Frühjahr bis in den Herbst tierische Nahrung, während im Winter der pflanzliche Anteil stark zunimmt. Diese bestehen meist zu einem grossen Teil aus Vorräten, die vor dem Winter angelegt werden. Seiner Vorliebe für Eicheln hat er seinen Namen zu verdanken. Allerdings nutzt er auch gerne andere Nussfrüchte, wie Haselnüsse, Baumnüsse oder Edelkastanien. Sind diese nicht in genügendem Masse vorhanden, weicht er gelegentlich auch auf Mais, Getreide oder Weizen aus. Neben dieser Hauptkost verzehrt er auch Samen, Beeren, Früchte, Kartoffeln oder Pilze. Als Tierische Nahrung bieten sich vor allem Raupen, Engerlinge und Käfer an.
In einer monogamen Saisonehe tätigen die Eichelhäher jeweils eine Jahresbrut. Die Brutzeit ist jeweils zwischen April und Juni. Während dieser werden Gelege in der Grössenordnung von 3-6 Eiern 16 Tage lang ausgebrütet. Gleichzeitig wird das Revier gegen offensichtliche Rivalen verteidigt, was während dem Rest des Jahres nicht so ist. Die Nestlingszeit der geschlüpften Jungvögel dauert meist 20 Tage. Danach Verlassen sie erstmals das Nest und werden während den ersten 3-4 Wochen noch von ihren Eltern gefüttert.

Autor: Raphael Gisler, Altdorf; Quellen, Literatur: https://de.wikipedia.org/wiki/Eichelhäher; www.vogelwarte.ch; Foto: Rolf Gisler-Jauch (Eichelhäher im Huon).

        

Elster



Familie: Rabenvögel
Lateinischer Name: Pica pica
anderer Name:
Urner Dialekt:

Merkmale: schwarzweisses Gefieder; schimmert ja nach metallisch blau oder grün. langer, keilförmiger Schwanz
Standorte, Zugverhalten: Standvogel
Jagd: 1856: Abschussprämie (20 Rappen)
Schutz: nein
Schonzeit: keine
Jagd: Niederwildjagd
Abschussprämie: 5 Franken

     
Die Elster wird bis zu 51 cm gross, 200-250 g schwer und ihre Flügelspannweite wird 52-60 cm lang. Ihr sehr kontrastreiches schwarzweisses Gefieder schimmert je nach Licht metallisch grün oder blau. Ein weiteres Merkmal ist ihr langer, keilförmiger Schwanz. Die beiden Geschlechter sehen gleich aus.
Ideale Lebensräume stellen gut strukturierte, teilweise offene Landschaften mit Wiesen, Büschen und einzelnen Baumgruppen dar. Allerdings lebt sie auch an Waldrändern und in der Nähe von Gewässern. Als Kulturfolger bewohnt sie auch Parkanlagen, Alleen und Friedhöfe.
Als Allesfresser ernährt sich die Elster das ganze Jahr über sowohl von tierischer, als auch von pflanzlicher Nahrung. Diese besteht aus Insekten und deren Larven, Würmern, Spinnen und Schnecken. Des Weiteren werden auch kleine Wirbeltiere, wie etwa Feldmäuse, Amphibien, Echsen, Kleinsäuger, Nestlinge und Eier verzehrt. In urbanen Bereichen durchstöbern Elstern gerne auch Kompost- und Abfallhaufen auf der Suche nach Essbarem.
Elstern leben in lebenslanger Monogamie, nur wenn einer der Partner stirbt, wird dieser durch einen meist einjährigen Vogel ersetzt. Auch bei wiederholt erfolglosem Brüten kann es einer Trennung kommen. Läuft aber alles nach Plan, brüten die Paare zwischen April und Juli während 17-18 Tagen 4-8 Eier aus. Ihr Nest bauen sie meist hoch in Bäumen um den Nachwuchs von Nesträubern, wie der Aaskrähe, zu schützen. Die jungen Elstern bleiben nach dem Schlüpfen vorerst 22-24 Tage im Nest, ehe sie das Fliegen erlernen.

Des Weiteren haben sie den Ruf der diebischen Elster. Dies stammt daher, dass man dachte Elstern tragen gerne glänzende Gegenstände in ihre Nester ein. Eine Untersuchung zu dieser Hypothese kam aber zum Schluss, dass Elstern keine generelle Vorliebe für glänzende Objekte haben.
In der Urner Sage sieht man die Elster nicht gerne in der Nähe von Häusern, denn dann wird es bald Streit geben.

Autor: Rolf Gisler-Jauch, Altdorf; Quellen, Literatur: https://de.wikipedia.org/wiki/Elster; www.vogelwarte.ch; Foto: Rolf Gisler-Jauch (Elstern im Huon, 2016).

        

Tannenhäher



Familie: Rabenvögel
Lateinischer Name: Nucifraga caryocatactes
anderer Name:
Urner Dialekt:

Merkmale: dunkelbraun und weiss getupft
Standorte, Zugverhalten: Standvogel
Jagd: ---
     
Mit einer Körpergrösse von 32-33 cm ist der Tannenhäher ungefähr gleich gross wie der verwandte Eichelhäher. Seine Spannweite beträgt in der Regel 49-53 cm und sein Gewicht 160-250 g.
Sein Federkleid gleicht dem des grossen Stars im frischen Ruhekleid. Es ist dunkelbraun und weiss getupft, sein Schwanz schwarz mit breiter, weisser Endbinde.

Der im ganzen Jahr in der Schweiz anzutreffende Singvogel hat sein Zuhause in Nadelwäldern. Während er sich im Sommer überwiegend von Insekten, Eidechsen, Fröschen, Vogeleiern und Nestlingen ernährt, findet er dort auch seine Hauptnahrungsmittel für den Winter. Diese sind Arven- und Haselnüsse. Er beginnt bereits im Herbst solche zu Sammeln und in seinen Vorratsverstecken zu lagern. Es wird geschätzt, dass jeder Vogel seiner Art jährlich zwischen 30’000 und 100’000 pro Jahr sammelt und in seinen Verstecken lagert. Da er nur etwa 80 Prozent der gelagerten Nüsse im Schnee wiederfindet, ist er ein wichtiger Garant für den Forstbestand der Bergwälder.

Für die Fortpflanzung bauen sie bereits früh im Jahr ihre Nester hoch in Nadelbäumen. Dafür werden bevorzugt Fichten oder Kiefern gewählt. Während der einzigen Jahresbrut, die zwischen März und Juli stattfindet, werden jeweils 3-4 aufgezogen. Die Brutzeit und die anschliessende Nestlingszeit dauert 18-21, respektive 23-25 Tage.

Autor: Raphael Gisler, Altdorf; Quellen, Literatur: www.vogelwarte.ch; https://de.wikipedia.org/wiki/Tannenhäher (2019); Foto: Rolf Gisler-Jauch (Huon Altdorf, 2019).

        

WEITERE RABENVÖGEL IN URI

Dohle
Familie:
Lateinischer Name:
Merkmale:
Standorte, Zugverhalten:
Jagd:
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Nebelkrähe (Aaskrähe)
Familie: Rabenvögel
Lateinischer Name: Corvus corone cornix
Merkmale: gleich wie Rabenkrähe, jedoch grau-schwarzes Fell
Standorte, Zugverhalten: brütet nicht in Uri
Jagd: Jagd: seit 1994 nicht mehr jagdbar (Änderung Jagdverordnung 1993, Abl UR 1993/1643).
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Saatkrähe
Familie:
Lateinischer Name:
Merkmale:
Standorte, Zugverhalten:
Jagd:
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WEITERES ZU RABENVÖGELN

Die Krähe im Volksglauben
Die Rabenkrähe gehörte (wie die Elster) zu jenen Vögeln, die das Landvolk nur ungern bei seinen Behausungen sah. Krähen und Elstern zeigten Unheil an. Flatterten Krähen zahlreich und kreischend ums Haus, stand ein Todesfall bevor. Tote, an Pfählen aufgehängte Krähen wurden als Vogelscheuchen in Äcker aufgestellt.
Autor: Bär-Vetsch Walter, Aus einer anderen Welt, S. 350; Literatur: Zihlmann Josef, Volkserzählungen und Bräuche, S. 278.

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Elster verkündet Streit
Wenn sich Elstern, die durch ihr geschwätziges und flatterndes Benehmen auffielen, sich in der Nähe von Häusern aufhielten, war ein Streit nicht mehr weit.
Autor: Bär-Vetsch Walter, Aus einer anderen Welt, S. 144; Literatur: Zihlmann Josef, Volkserzählungen und Bräuche, S. 132.

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SAGEN- UND MÄRCHENHAFTES ZU RABENVÖGELN

Der Tod und «d'Teetälä»
Das Volk stellte sich den Tod in einer Menschengestalt vor. Die Frau vom Tod nannte man Tötin oder «d'Teetälä».

Wie oft sich die Gedanken der Menschen mit dem Tode beschäftigten, zeigte die grosse Menge von Todesvorzeichen. Das zufällige Springen eines Glases, eines Spiegels oder einer Flasche bedeutete für manche Leute Unglück und Tod. Auch Tiere und Pflanzen kündeten nach dem Volksglauben den baldigen Hinschied eines Angehörigen. Wenn die «Wiggle», das Weibchen des Waldkauzes, auf dem Hausdach oder in der Nähe schrie, eine Rabe übers Haus flog oder die Hausgrille zirpte, starb jemand im Haus. Ein Todesfall wurde auch befürchtet, wenn der Hund nachts ohne sichtbaren Grund heulte. Die Richtung, in die er klagte, zeigte, wo der Tod eintrat. Überall verbreitet war der Glaube an die Totenuhr, das Klopfen des Holzwurmes, als ernstes Todesvorzeichen. Pflanzen, die aus unerklärlichen Gründen abstarben, regten die Phantasie der Menschen an. Wenn ein Geranienstock vor dem Fenster gelb wurde und abging, starb bald jemand in der Verwandtschaft (auch vom Hauswurz gesagt).

Wenn jemand nach einem Besuch in einem Haus oder Ort beim Weggehen oft und intensiv zurückschaute, lebte er nicht mehr lang, kehrte nicht mehr an diesen Ort zurück. Sah ein Pferd eines Leichenzuges zum Haus des Toten zurück, starb bald wieder jemand aus diesem Haus. Wenn jemand plötzlich seine Gewohnheiten änderte, so sagte man: «Jetzt lebt er nicht mehr lang.»

Totenvogel, Sterbevogel, Totenschreier, Totenlacher, Grabeule, Todeule, Leichehuhn, Totenhuhn, Klagmüetterle – die vielen Namen, mit denen der Steinkauz, die Wiggle (vom althochdeutschen Verb wigla = prophezeien), bedacht wurde, zeugten von seinem unheimlichen Ruf: Unter allen Eulen und Käuzen galt er als der meist genannte Todeskünder. Zahlreich waren die Worte, mit denen man in den verschiedenen Sprachen den Ruf des Steinkäuzchens deutete: «Chumm mit!» oder «Mours, mours!» (stirb, stirb!). Auch in vielen Reimen wurde der Steinkauz als Todeskünder dargestellt: «Wenn d Wiggle schreit, wirsch bald usetreit.», oder: «Schreit e Wiggle bi dem Huus, so gits e Todesfall gly drus.»

Als Leichenvögel galten, schon wegen ihrer Farbe, alle Rabenvögel. Weil Raben und Krähen weitherum als verwandelte Teufel galten, drohte man ihnen dauernd, dass sie ein anderer Teufel, nämlich der Kuckuck, holte, wenn sie nicht von selbst aus der Gegend verschwanden: «Grag-grag, der Gugger chunt, er nimmt di ins Grab!»

Drei Insekten galten weitherum als unheimliche Todesboten. Der Pochkäfer bohrte seine Gänge durchs alte Holz. Als Locksignal erzeugte er, wie sein Name es sagte, feine, tickende Geräusche. In Nachtstunden fielen diese Laute besonders auf, vielleicht während einer Totenwache. Das tickende Geräusch deutete man als Todeszeichen, das Käferchen hiess darum sinnigerweise auch Totenuhr. Gelegentlich zirpte da und dort eine Hausgrille im Gebälk. Hörte man die monotonen Laute aus der Umgebung der Küche, bedeuteten sie Glück. Musizierte das wärmeliebende Heimchen jedoch aus einer Stuben- oder gar Schlafzimmerwand, kündete es den Tod an. Flog nachts, vom Licht angelockt, der Totenkopfschwärmer heran, ahnte man Schlimmes. Die seltsame Schädelzeichnung auf dem Rücken des grossen Falters, die düstere Färbung und die unerwarteten Zirp- oder Piepsgeräusche, die er bei Berührung von sich gab, wiesen ihn als Todesboten aus. Selbst der wissenschaftliche Name des nächtlichen Besuchers – Acherontia – erweckte eine gewisse Beklemmung, erinnerte er doch an Acheron, den Grenzfluss zur Unterwelt.

Nach alter Überlieferung witterten die meisten Haustiere den Tod und zeigten sein Kommen an, allen voran der Hund, der allgemein als geistersicher galt. Auch das Pferd soll Gespenster wittern und sehen. «An dem Haus, in dem bald eine Leiche liegen wird, wollen Pferde nicht vorbei», hiess es bei den Fuhrleuten.

Der Gesunde und vor allem der Kranke hörte die Todeszeichen nicht gern. Sie wurden oft Ursache dafür, dass einer den Arzt aufsuchte oder dass der Priester und Doktor zu einem Überzeitigen gerufen wurden. Es starb selten einer, auch wenn er verunfallte oder aus vollem Leben herausgeholt wurde, ohne die Segnung seiner heiligen Religion. «Am glychä Tag nu het är sy Sach g’macht», tröstete man sich immer wieder. Bei vielen beruhte jenes Glück allerdings nicht nur auf Vorahnung allein, denn wer irgendwie konnte, ging täglich oder wöchentlich zur heiligen Messe und zu den Sakramenten.
Autor: Bär-Vetsch Walter, Aus einer anderen Welt, S. 555 ff. Literatur: Zihlmann Josef, Volkserzählungen und Bräuche, S. 20; Müller Josef, Volksglauben aus Uri, in Schweizerische Volkskunde Nr. 8, Basel, 1918, S. 71.

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Tiere künden den Tod



Gewisse Tiere wie Hunde, weisse Pferde sowie Raben konnten durch ihre Anwesenheit den Tod von Menschen voraussagen. Auch wenn der Holzwurm sich im Gebälk bemerkbar machte, konnte dies gedeutet werden -positiv, dass es schönes Wetter geben werde, negativ, dass im Hause bald jemand stirbt.
Autor: Rolf Gisler-Jauch (www.urikon.ch); Quellen: Müller: Sagen auch Uri.

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Totenvögel
Beim Einnachten hörte man die Eule in den Wäldern und Baumgärten. Die «Wigglä» (Eule) war der landläufige Kinderschreck. Wenn Kinder nach dem Betzeitläuten noch ausser Haus waren, drohten die Eltern mit dem «Nachthüüri» (Eule).
Die «Wigglä», der Wald- oder Steinkauz, die Elster und der Specht galten als Totenvögel. Die Ansicht, dass die Eule oder der Kauz mit ihrem Ruf den baldigen Tod eines Menschen ankündigte, war überall verbreitet. Der Kranke hörte den Totenvogel nicht, nur seine Angehörigen. Wenn sie nahe ans Haus herankam, galt dies als Zeichen, dass bald jemand starb. Man begegnete ihr darum mit grossem Respekt. Ihren Ruf hörte man ungern, war er doch Unheilverkündend.
Autor: Bär-Vetsch Walter, Aus einer anderen Welt, S. 168. Literatur: Zihlmann Josef, Volkserzählungen und Bräuche, S. 144; Muheim-Büeler Josef, Domus, S. 265.

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Raben sehen den Tod voraus
«Das Volk glaubt von ihnen (den Raben), dass sie Todesfälle unte dem Vieh voraussehen.»
Müller Josef, Märchen, Sagen, Schwänke, Legenden aus Uri, Nr. 210 2.
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EREIGNISSE MIT RABENVÖGELN

1856  / Mittwoch, 29. Oktober 1856
Ein Teil der Singvögel wird geschützt
Der Landrat erlässt die «Verordnung gegen schädliche Thiere und Vögel» und setzt für die Erlegung von gewissen Vögeln und Tieren Abschussprämien fest: Geier (5 Franken), Habicht und Sperber (je 1 Franken), Fischreiher (1 Franken), Kuckuck (50 Rappen), «Fleischraben» (50 Rappen), Elster (20 Rappen) sowie für den Rotgimpel (7 Rappen). Prämien sind auch für den Fischotter (4 Franken) und den Iltis (1 Franken).
Die Gebühr kann auf Vorweisung des toten Tieres beim Kantonssäckelamt bezogen werden. Die vorgewiesenen Tiere sind durch das Abschneiden eines Fusses zu bezeichnen. Die Tiere dürfen mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage auch zu verbotener Zeit geschossen werden.
Um hingegen dem Raupenschaden an Obst- und Feldbäumen entgegen zu wirken wird verordnet, dass es verboten ist, jede Art Meisen, Stelzen, Finken, Rothkehlchen, Rothschwänzchen («Rötheli») und kleinere Singvögel überhaupt auf jegliche Art zu fangen oder zu töten, im Frühjahr oder im Sommer ihre Nester zu zerstören und deren Eier oder Junge auszunehmen, bei einer Busse von 3 ½ - 10 Franken. Einzig im Oktober und November ist das Fangen und Schiessen der kleineren Singvögel erlaubt.

Abl UR 1856, S. 205 f.
     
1904  / Dienstag, 24. Mai 1904
Staatliche Prämie für die Erlegung der Rabenkrähe
Der Landrat beschliesst für die Erlegung einer Rabenkrähe eine Prämie von 50 Rappen zu verabfolgen.
LB UR Band 6, S. 169.
     
1905  / Dienstag, 8. August 1905
Abschussprämien
In der Vollziehungsverordnung zum Bundesgesetz über Jagd und Vogleschutz werden die Abschussprämien festgelegt: Bär und Wolf 100 Franken; Luchs 25 Franken; Fischotter 20 Franken, Adler und Geier 10 Franken. Nebst Marder und Itlis reicht die Liste über Raub- und Singvögel bis zur diebischen Elster, für deren Abschuss noch 30 Rappen bezahlt werden.
LB UR Band 6, S. 266
     
2012  / Donnerstag, 16. August 2012
Rabenkrähe sorgt für Stromausfall
Eine Krähe hat eine 15000-Volt-Stromleitung lahmgelegt und kurz vor Mittag für einen kurzen Stromausfall in den Gemeinden Seelisberg, Isenthal und Bauen gesorgt.
Der Vogel touchiert mit einer Freileitung des Mittelspannungsnetzes (15000 Volt) und sorgt so für einen Erdschluss. Die Energie- und Netzleitstelle des EWA kann das betroffene Versorgungsnetz nach einer rund 15 Minuten dauernden Überprüfung wieder einschalten. Beim anschliessenden Kontrollgang wird schliesslich der Verursacher des Unterbruchs, eine Rabenkrähe, ausfindig gemacht.

UW 64, 18.8.2012
     

 
VOGELCLANS

Übersicht

Greifvögel und Eulen
Greifvögel
Uhu, Eule, Kauz & Co.

Hühnervögel
Glatt- und Raufüsser

Wasservögel
Entenvögel
Möwen
Schnepfen
Pfeiffer, Taucher, Rallen
Reiher
Weitere Wasservögel

Singvögel
Amsel, Drossel & Lerche
Finken & Ammern
Grasmücken und Rohrsänger
Läufer & Kleiber
Meisen
Pieper & Stelzen
Rabenvögel
Schnäpper & Würger
Schwalben
Sperlinge und Braunellen
Der Star und der singende Rest

Weitere Vögel
Spechte
Tauben
Weitere Vögel

SESSHAFTE UND WANDERVÖGEL

Sesshafte Vögel
Zugvögel (Sommer in Uri)
Zugvögel (Winter in Uri)
Durchreisende Vögel
       
Jagdbare Vögel
Schräge Vögel

VÖGEL IN URI

Vögel, die gemäss Liste von www.fauna-uri.ch in Uri nachgewiesen werden konnten.

VOGELINFORMATIONEN

Auf der Webseite der Vogelwarte Sempach finden sich alle Angaben zu den einzelnen Vögeln.
> www.vogelwarte.ch

Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 05.03.2020