ÜBERSICHT

Name Wappen Siegel Banner Verfassungen Gesetzgebung Landsgemeinde Abstimmungen Wahlen Parlamentarische Vorstösse Eckdaten Bevölkerung Geografie Diverses

BEZIEHUNGEN

Ausland Kantone

Gesetzesbestimmungen

Das Landbuch des Kantons Uri, 1823/1826
Bd 2 (1826)
Verschiedene Eide (Fortsetzung Landbuch)

280  
Eid der Alp- und Hirtevögte
«Die Alp-und Hirte-Vögte sollen zu Gott und den Heiligen schwören: ihr Amt getreu zu verwalten, und nach beßtem Vermögen zu verhüten, daß die Alp durch Schmalvieh oder andern Frevel nicht geschädiget werde. Im Frühling, sobald sie finden, daß die Alp zu verwachen nothwendig sey, Ordnung zu geben, daß solches geschehe, oder der Hirt zur Beschirmung auffahre. Sie sollen wenigst dreymal, und auch mehr, wenn es die Nothwendigkeit erfordert, persönlich in die Alp sich verfügen, gute Aufsicht halten, und in der Alp nichts gedulden, was wider das Land-Buch ist: auch die Fehlbaren anzeigen; und überhaupt dafür wachen, daß der festgesetzten Alp- oder Hirte-Ordnung nachgelebt, und der Schwand-Batzen laut Satz und Ordnung gehörig verarbeitet werde. — Alles getreu und ohne Gefährde.»
LB UR 1826 Bd II, S. 27.
-------------------------
281  
Eid der Hirte auf Surenen, Fisseten, Matten und Ruosalp
«Der Hirt von Surrenen, Fisseten, Seen-Alp, Matten, Alplen und Ruosalp solle zu Gott und den Heiligen schwören: den ihm übertragenden Hirtendienst getreu und fleißig zu versehen, ein unparteyischer Hirt zu seyn, daß ihm anvertraute Vieh gut zu besorgen, und selbes nach seinem beßten Vermögen vor Schaden zu hüten, das Salz unter das Hirtevieh zu vertheilen, und hierin niemanden besonders zu begünstigen, seine Alp-Knechte zu genauer Pflicht-Erfüllung anzuhalten: auch die zur Unterhaltung ihm obliegenden Gebäude, Häge, Mauern und Gräben in gutem Stande zu erhalten, und dafür zu sorgen, daß beständig ein Vorrath an Heu für krankes Vieh vorhanden sey.
In Ansehung der Annahme des Viehes, des Auf- und Ab-Fahrens der Hirti und in Betreff der Schafe sich pünktlich nach Vorschrift der Hirte-Ordnung zu benehmen: auch daß er dem Jagen nicht nachgehen — keinerley Gemeinschaft oder Einverständniß mit Fremden habe, und auch allen übrigen durch den Artikel 398 ihm auferlegten Hirten - Pflichten getreulich Nachkommen wolle. Frevel und Fehlbare sogleich an Behörde anzuzeigen: die Anordnungen des Alp-Vogts gehörig zu vollziehen: Unsrer GHern. und Obern weitere Befehle zu gewärtigen und denselben gehorsam zu seyn: den Nutzen der Alp und der Hirti angelegentlich zu befördern, und Schaden oder Gefahr abzuwenden. — Alles getreulich und ohne Gefährde.»

LB UR 1826 Bd II, S. 28 f.
-------------------------
282  
Eid der Bannwärte und Waldvögte
«Die Bann-Wärte und Waldvögte sollen schwören über Handhabung der allgemeinen Holz-Ordnung so wie allfälliger Verordnungen und Aufträge von Seite U. G. Hrn. und Obern, oder der löbl. Gemeinden in den ihrer Obsorge anvertrauten Waldungen nach Wissen und Pflicht zu wachen, die Fehlbaren in geringen Fällen zuerst abzumahnen, in Wiederholungs- und bey größern Fällen aber ohne Rücksicht der Person, wenn der Frevel in oberkeitlichen Wäldern begangen dem Hrn. Landsseckelmeisier: — wenn aber in Matten-Bännen oder Gemeinds-Waldungen dem Dorfgerichte anzuzeigen, — und überhaupt durch Obsorge für die gehörige und gesetzmäßige Erhaltung und Aufnahme der Waldungen, des Landes und ihrer Gemeinden Nutzen zu fördern und Schaden abzuwenden. Alles getreulich und ohne Gefährde.
LR 1820; LG 1806; LB UR 1826 Bd II, S. 29 f.
-------------------------
283  
Eid der Wehrevögte
«Die Wehre Vögte sollen zu Gott und den Heiligen schwören: Die gesetzlich bestehende Wehre-Ordnung zu handhaben und zu beobachten, auch die Arbeiter zur Beobachtung zu mahnen, und anzuweisen, getreue und gewissenhafte Rechnungen zu führen: sich in Aufsicht und Anordnung unparteyisch zu verhalten, und überhaupt für UG. Hrn. sowohl als der Steuer-Pflichtigen (Steuergenoßen) Nutzen und Vortheil aufrichtig zu sorgen. Alles getreulich und ohne Gefährde.
LB UR 1826 Bd II, S. 30.
-------------------------
284  
Eid der Strassenmeister und Wegknechte
«Die Straßmeister sollen zu Gott und den Heiligen schwören: die ihrer Aufsicht anvertraute Straße in gutem, offenem und sichern Zustande zu erhalten: die gesetzliche Straßmeister-Ordnung so wie die von UGHrn. oder dem Hrn. Landseckelmeister zu ertheilenden besondern Aufträge unabweichbar zu befolgen: eine getreue und gewissenhafte Rechnung zu führen, und nichts in Rechnung zu bringen, als das, was im festgesetzten Lohn an Tagen und Stunden verarbeitet wird: — ohne UGHrn., des Hrn. Seckelmeisters, oder im Fall der Noth eines Rathsherrn Erlaubniß auf einmal nicht mehr als für Gl. 2 an der Straße zu verarbeiten: Die Fehlbaren, so Satz und Ordnung zuwider etwas an der Straße beschädigen würden, unverzüglich an Behörde anzuzeigen, und überhaupt des Landes Nutzen mit aller Treue befördern, und den Schaden zu wenden. Alles getreu und ohne Gefährde.»

Ergänzung vom 17. Mai 1837 (Beschluss Landrat)
«Eid der Wegknechte.
Die Wegknechte schwören zu Gott und den Heiligen, die ihrer Aufsicht anvertraute Straße in gutem, offenem, und sichern: Zustand zu erhalten, die ihnen ertheilten Vorschriften genau zu befolgen, und die Weisungen und Befehle der Straßenkommission und des Bauherrn getreu zu erfüllen, genaue und gewissenhafte Rechnung zu führen, und nichts in Rechnung zu bringen, als das was im festgesetzten Lohn an Tagen und Stunden verarbeitet wird, keine unnöthigen Ausgaben zu verursachen, noch irgend eine Arbeit freiwillig in die Länge zu ziehen. Die Fehlbaren, so Satz und Ordnung zuwider etwas an der Straße beschädigen, unverzüglich dem Bauherrn anzuzeigen, und überhaupt des Landes Nutzen mit aller Treue zu befördern und den Schaden zu wenden. Alles getreu und ohne Gefährde.»

LG 1665; LB UR 1826 Bd II, S. 30 f. / LG 1.5.1836; LB UR 1842 Bd III, S. 25 f.
-------------------------
285  
Eid der der Landvermesser
«Die zu Eigen und Allmend verordneten Landmarcher sollen schwören: Niemanden von der Allmend etwas aufzuzeichnen, es seye dann vorher gewohntermaßen von den Hrn. Landleuten bewilliget worden: auch Niemanden offenes Land auszuzeichnen; indem solches der Rüthi-Ordnung zuwiderläuft.
Bey der Auszeichnung von Rüthenen, Plätzen, Hanfgärten, Hagrichtigen und dergleichen: wie auch wenn es zwischen Eigen und Allmend — oder Eigen — und Eigen ist, immer gewissenhaft und unparteyisch zu Werke zu gehen: Der bestehenden Rüthe-Ordnung und dem Landbuche genau nachzuleben, und somit das Recht und den Nutzen des Landes zu befördern. — Alles getreulich und ohne Gefährde.»

LB UR 1826 Bd II, S. 31 f.
-------------------------
286  
Eid der Käfervögte
«Die Käfer-Vögte sollen zu Gott und den Heiligen schwören: eine getreue und aufrichtige Rechnung zu führen, und dem Hrn. Landseckelmeister nicht Mehrers zu fodern, als was sie wirklichen für die eingemessenen Käfer zu bezahlen haben. Die Käfer so man ihnen zubringen wird, ohne Ansehung der Person getreulich zu messen, und darmit zum Nachtheile des Landseckels keinen Betrug zu gebrauchen: auch vor dem Messen die Käfer wohl zu schütteln, und dieselben mit einem gewichtigen Stämpel aufeinander zu pressen, und fleißig Obacht halten, daß unter den Käfern kein Laub oder andere Verfälschungs-Gegenstände gemessen werden. Zum Beweise der Aufrichtigkeit und zu Verhütung Betruges müssen die Kübel, worin die Käfer gemessen werden sollen, vom Wagmeister gefochten werden; alsdann die Käfer recht zu töden, und dieselben des Übeln Geruchs wegen keineswegs nahe an die Häuser und Straßen zu legen. Alles getreulich und ohne Gefährde.»
LR 1730, 1817; LG 1664; LB UR 1826 Bd II, S. 32.
-------------------------
287  
Eid der Hintersässen und Fremden
«Die geschwornen und angenohmenen Hintersassen, auch alle die Fremden, solange sie im Lande geduldet werden, sollen alle zwey Jahre zu Gott und den Heiligen schwören: nach allen ihren Kräften, und Vermögen des Landes Ury Nutzen und Ehre zu fördern; Schand, Schaden und Laster zu wenden: vorzubringen was vorzubringen ist, und dem Landammann und seinen Boten gehorsam zu seyn, und nachzukommen, so oft sie von ihm oder seinen Boten gemahnt und berufen werden: das Recht helfen befördern, und das Unrecht unterdrücken, auch alle bestehenden Satz und Ordnungen, Both, und Verbothe zu halten, und in Treue demjenigen nachzuleben, was durch künftige Gesetze möchte anzuordnen für gut erachtet werden. Alles getreulich und ohne Gefährde.»
LG 1715, 1726; LB UR 1826 Bd II, S. 33.
-------------------------
288  
Eid des Postmeisters zu Altdorf
«Der Postmeister zu Altdorf solle zu Gott und den Heiligen schwören: über das Geheimniß der Post die strengste Verschwiegenheit zu beobachten: die zur Post aufgegebenen Briefschaften, Gelder, Valoren, Paquets und Effekten mit aller Befliessenheit an Bestimmung zu expetiren, und die ankommenden Gegenstände sogleich abzugeben, und an ihre Addressen gelangen zu lassen.
In Ansehung der Taxen den vorgeschriebenen Tarif zu beobachten, denselben nicht zu überschreiten, und sein Amt mit beßter Treue und Sorgfalt zu verwalten. Alles getreulich und ohne Gefährde.»

LB UR 1826 Bd II, S. 33 f.
-------------------------

 
VERFASSUNGEN DES KANTONS URI

Verfassung von 1803
Verfassung von 1820
Verfassung von 1850
Verfassung von 1888
Verfassung von 1984

Verfassung nach Datum

Im URIkon befindet sich von der Verfassung 1850 nur der ursprüngliche Text. Die Verfassungsänderungen werden nachgetragen!

 

 

Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 15.09.2020