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Uri

Der Luchs in Uri



Familie: Katzen
lateinischer Name: Lynx
anderer Name: ---
Urner Dialekt: Lux
Bestand:
geschützt
   
Die Wiederansiedlung der Raubkatze mit Pinselohren war ein Erfolg, aber der Luchs gilt weiterhin als bedroht. Der Luchs galt in vielen Ortschaften als ausgerottet oder zumindest stark gefährdet. 1971 versuchte man ihn wieder anzusiedeln, was auch gelang. Heute ist der Bestand wieder stabil mit 300 Exemplaren. In Uri befinden sich zirka zehn Luchsen. Der Luchs ist eine sehr scheue Katze und meidet den Kontakt mit Menschen. Zudem ist er ein Meister der Tarnung. Sie gehen auch erst zur Dämmerung bis tief in die Nacht auf Beutezug, und das allein. Was gejagt wird ist vielseitig. Luchse fressen alle kleinen und mittelgrossen Säuger und Vögel, die in ihrem Lebensraum vorkommen. Sogar Fische stehen auf ihrem Speiseplan. Die Nahrung wird zurück in ihre Höhle gebracht, um die Mutter, welche sich um die Kinder kümmert und bewacht, und den Nachwuchs zu stärken. Die jungen lernen das Jagen erst mit zirka einem Lebensjahr. Doch ausserhalb der Paarungszeit lebt er als Alleingänger und beansprucht Reviere von zwischen 40 und 400 km2. Er bevorzugt Waldareal und ist selbst ein wichtiger Faktor für die Verjüngung unserer Wälder.

Das Aussehen des Luchses ist kaum zu verwechseln. Der Luchs ist mit einer Schulterhöhe von 50 bis 60 cm die grösste Raubkatze Europas und wiegt zwischen 17 und 26 kg. Charakteristisch sind seine berühmten Pinsel Ohren, aber auch sein weisses Backenbärtchen. Sein Fell ist meist gepunktet und mit dickerer weisser Schicht dem Bauch entlang. Die Pinselohren haben einen speziellen Zweck, denn sie verstärken das Signal, was es ihm ermöglicht, eine Maus über 50 m rascheln zu hören. Es wird auch vermutet das der Backenbart als zusätzliche Reflexion der Töne genutzt wird. Das älteste Exemplar in der Schweiz wurde 18 Jahre alt.

Der Luchs ist ein Lauerjäger, er bewegt sich unhörbar fort und schleicht sich an die Beute ran. Bei naher Distanz wechselt er auf Angriff und kann bei oftmals weniger als 20 m trotzdem eine Geschwindigkeit von 70 km/h erreichen. Getötet wird die Beute meist durch einen gezielten Biss in die Kehle. So nehmen sie dabei pro Nacht zwischen 1 und 2,7 Kilogramm Fleisch auf, was den Tagesbedarf von 1,1 kg deckt. Das bedeutet, er reisst beispielsweise zirka 60 Rehe pro Jahr.

In Sagen, Mythen und Märchen kommt der Luchs kaum vor. Dies ist wohl damit zu erklären, dass man den Luchs fast nie gesehen beziehungsweise schon früh ausgerottet war. Wenn man ihn mit einem Bären vergleicht, verhält er sich fast unsichtbar. Somit sind beispielsweise der Bär und der Wolf deutlich prominenter vertreten, auch mit Orts- und Restaurantnamen.

Die Landsgemeinde von 1703 setzte das Schussgeld für Luchse von sechs auf 20 Gulden an. Anno 1727 und 1728 wurden zu Erstfeld und Flüelen Luchse erlegt.
Rund zehn Luchse leben gemäss einer Schätzung der kantonalen Jagdverwaltung im Jahr 2014 in Uri. Der Urner Jägerverband geht allerdings von höheren Zahlen aus und fordert einen regulierten Abschuss von Luchsen.
Für die Regierung ist klar: Der Nutzen des Luchses für den Schutz des Waldes vor Verbiss ist deutlich grösser, als der Schaden, den das Grossraubtier durch das Reissen von Wild beim kantonalen Jagdregal verursacht.
Autor: Marius Gisler (www.urikon.ch); Literatur: UW 6, 22.1.2014, S. 3; Muheim Hans; 50 Jahre Urner Jägerverein 1906-1956; S. 13.


WEITERES ZU LUCHSEN

DER LUCHS IM VOLKSGLAUBEN

LUCHSEREIGNISSE

1905  / Dienstag, 8. August 1905
Abschussprämien
In der Vollziehungsverordnung zum Bundesgesetz über Jagd und Vogleschutz werden die Abschussprämien festgelegt: Bär und Wolf 100 Franken; Luchs 25 Franken; Fischotter 20 Franken, Adler und Geier 10 Franken. Nebst Marder und Itlis reicht die Liste über Raub- und Singvögel bis zur diebischen Elster, für deren Abschuss noch 30 Rappen bezahlt werden.
LB UR Band 6, S. 266
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2010  / Donnerstag, 7. Januar 2010
Verwechslung auf der Passjagd - Luchs in Andermatt geschossen
Auf der Passjagd glaubt ein Jäger im Gemeindegebiet von Andermatt einen Fuchs vor sich zu haben und schiesst auf das Tier. Als er sich zum toten Tier begibt, bemerkt er den fatalen Irrtum: Anstatt eines Fuchses hat er einen Luchs erlegt, eine streng geschützte Raubkatze. Gegen den Jäger wird eine Strafanzeige eingereicht. Der Luchs hat in den vergangenen Jahren in Uri immer mehr Fuss gefasst. Wahrscheinlich leben derzeit, über den ganzen Kanton verteilt, um die zehn Luchse, auch an Orten, an denen er früher nur punktuell auftauchte. Ein Luchs beansprucht zum Leben um die 100 Quadratkilometer. Somit sind die Reviere im Kanton Uri mehr oder weniger gefüllt.
UW 5, 20.1.2010
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2010  / Montag, 15. März 2010
Staupefall im Isenthal
In Isenthal wird ein toter Fuchs aufgefunden, der mit dem Staupevirus infiziert ist. Die Staupe ist eine ansteckende, seuchenartige virale Erkrankung vieler Raubtierarten wie Fuchs, Dachs, Marder und Luchs. Für Menschen ist die Staupe ungefährlich. Haushunde können aber daran erkranken.
UW 20, 17.3.2010
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2013  / Mittwoch, 22. Mai 2013
Kanton soll gegen Luchse vorgehen
Die Wildbestände gehen zurück. Für Max Baumann (SVP, Spiringen) und Alois Zurfluh (CVP, Attinghausen) ist klar: Der Luchs trägt daran eine Mitschuld. Deshalb soll Uri die Bestände regulieren. Es bestehe «dringender Handlungsbedarf» beim Thema Luchs. Darin sind sich SVP-Landrat Max Baumann (Spiringen) und CVP-Parlamentarier Alois Zurfluh (Attinghausen) einig. Zehn bis zwölf Luchse würden mittlerweile durch den Kanton Uri streifen. Jeder davon reisse bis zu 60 Wildtiere im Jahr. Die Folge: Vor allem westlich der Reuss hätten die Reh- und Gamsbestände deutlich abgenommen. «Um bis zu 50 Prozent», wie die beiden Landräte in ihrer Interpellation schreiben.
UW 40, 25.5.2013, S. 3.
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2013  / Mittwoch, 25. September 2013
Landrat - Luchs und Wolf sind im Landrat umstritten
Gleich zwei neue Vorstösse werden im Landrat zum Thema Luchs und Wolf eingereicht. Schafhalterin Frieda Steffen (CVP, Andermatt) fordert eine Anpassung des Wolfskonzepts. Dies aufgrund der jüngsten Berichte über mögliche Schafsrisse durch den Wolf im Etzlital und auf dem Oberalp. So soll die Regierung unter anderem prüfen, ob die Informationspolitik angepasst werden muss. So wurden die Schafhalter im Urserntal erst durch die Medien auf die Schäden durch den Wolf aufmerksam gemacht.
In eine ganz andere Richtung gehen die beiden Erstfelder SP-Landräte David Imhof und Dimitri Moretti. Vor einem möglichen Abschuss eines Wolfs oder eines Luchses wollen die beiden von der Regierung wissen, welche positiven Auswirkungen die Anwesenheit der beiden Grossraubtiere auf die Gesundheits des Wildes und des Schutzwaldes hat (Verminderung von Bissschäden).

UW 76, 28.9.2013, S. 2.
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2014  / Mittwoch, 19. Februar 2014
Landratsdebatte über die Grosraubtiere in Uri
In seiner Februar-Session befasst sich der Urner Landrat ausgiebig mit den Grossraubtieren in Uri. Frieda Steffen (CVP, Andermatt) verlangt von der Regierung in einer Interpellation Auskunft darüber, ob nach den Wolfrissen auf zwei Urner Alpen das kantonale Wolfskonzept angepasst werde. Davon will die Regierung vorerst aber nichts wissen. Sie möchte die laufende Revision des nationalen Wolfskonzepts abwarten. Max Baumann (SVP, Spiringen) und David Imhof (SP, Erstfeld) beschäftigten sich in zwei Vorstössen mit dem Luchs. Während Max Baumann in seiner Interpellation einen Abschuss des Luchses anregt und die Regierung nach ihrer Meinung dazu fragt, interessiert sich David Imhof für den Nutzen des Luchses für den Schutzwald. Indem dieser das Wild reduziert, würden nämlich die Verbissschäden im Wald abnehmen. Die Regierung stuft den Nutzen des Luches höher ein als der Schaden. Zwar würden die zehn erwachsenen Luchse in Uri Jahr für Jahr rund 500 Rehe und Gämsen reissen und auf diese Weise die jagdstrecke mindern. Indem der Luchs mithelfe. die Schalenwilddichte zu regulieren, habe er aber eine positive Wirkung auf die Verbisssituation im Wald. Die Regierung will Gesuche für Abschüsse erst prüfen, wenn das neue nationale Luchskonzept vorliegt.
UW 15, 22.2.2014, S. 3.
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2014  / Samstag, 12. April 2014
Jäger machen Vorschläge zur Gämsjagd
Der Luchs bereitet den Urner Jägern weiter Kopfzerbrechen. Sie fordern, dass das Raubtier geschossen werden darf. An der GV 2014 des Urner Jägerverbandes im Bodenschulhaus in Andermatt formulierten die Urner Jäger zudem ihre Vorstellungen zur neuen Gämsjagd. Nach eingehender Diskussion beantragen die Urner Jäger der Urner Regierung gleich zwei Abschussvarianten: Variante 1 ist eine leichte Anpassung der heutigen Bejagung. Bei Bock und Geiss bleibt das Krickelmass gleich (>20 Zentimeter/>18 Zentimeter), bei den Jahrtieren wird es auf 12 Zentimeter gesenkt. Neu soll es nur noch möglich sein, pro Patent ein männliches und ein weibliches Tier zu erlegen. Ebenso soll nicht mehr als ein Jahrtier erlegt werden können. Die zweite vorgeschlagene Variante beinhaltet eine gewisse Abkehr vom altbekannten Krickelmass hin zu einer Bejagung nach Alter. Der Bock wäre nach dieser Variante ab 2½-jährig jagdbar. Der Schutz der Geiss würde mit einem Anheben des Krickelmasses auf 19 Zentimeter gewährleistet, die Jahrtiere würden auch bei dieser Variante mit einer Senkung auf 12 Zentimeter Krickelmass besser geschützt.
UW 29, 16.4.2014, S. 7.
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2017  / Mittwoch, 16. August 2017
Über 3000 Unterschriften gegen Wolf, Luchs und Bär
3302 Urnerinnen und Urner haben innerhalb von vier Monaten ihre Unterschrift gegeben für die kantonale Volksinitiative «Zur Regulierung von Grossraubtieren im Kanton Uri». Nötig wären 600 Unterschriften gewesen.
UW 66, 19.8.2017, S. 4.
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DER VERSEHENTLICHE ABSCHUSS EINES LUCHSES

2010 1

KRANKHEITEN BEI LUCHSEN

 
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Mäuse und Ratten
      
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Hasen
      
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Maulwurf
Spitzmäuse
      
Fledermäuse
Glatt- und Hufeisennasen

 

 

Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 01.11.2019