URIS TIERWELT

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Uri

Marder und Marderhund

(Angaben folgen)
   
Literatur:

Steinmarder



Familie: Marder
Lateinischer Name: Martes foina

Merkmale:
Standorte, Zugverhalten:
Jagd: Schutz: ---
Schonzeit: vom 16. Februar bis 31. August
Jagd: Niederwild- und Passjagd
Abschussprämie: keine

     
Anderer Namen: Hausmarder
Urner Dialekt: Marder

Der Steinmarder ist eine Raubtierart aus der Familie der Marder.
Der Steinmarder hat einen langgestreckten, schlanken Rumpf und relativ kurzen Gliedmassen. Der Schwanz ist lang und buschig. Vom Edelmarder unterscheidet er sich äusserlich in Form und Farbe des Kehlflecks. Dieser ist beim Steinmarder weiss und oft gegabelt, während er beim Baummarder gelblich und abgerundet ist. Das Fell des Edelmarders ist graubraun gefärbt und rau. Die Tiere erreichen eine Kopfrumpflänge bis 54 Zentimeter, eine Schwanzlänge bis 30 Zentimeter und ein Gewicht bis 2,3 Kilogramm.
Der Steinmarder ist kein ausgesprochener Waldbewohner. Er bevorzugt offeneres, busch- oder baumbestandenes und oft felsiges Gelände und ist auch im Gebirge anzutreffen.
Als Kulturfolger ist er oft in der Nähe menschlicher Siedlungen anzutreffen. Steinmarder sind in erster Linie nachtaktiv, tagsüber ziehen sie sich in ein Versteck (Fels- und Baumspalten, Steinhaufen). Die Nester werden mit Haaren, Federn oder Pflanzenmaterial gepolstert. Bei der Nahrungssuche bewegt er sich vorwiegend am Boden. Er kann zwar gut klettern, steigt jedoch selten höher auf Bäume hinauf.
Der Steinmarder ist ein Einzelgänger, die ausserhalb der Paarungszeit den Kontakt zu Artgenossen meidet. Ihr Revier wird mit dem Sekret von Duftdrüsen markiert und verteidigt.
Steinmarder sind Allesfresser, die jedoch vor allem Fleisch zu sich nehmen. Sie erbeuten Kleinsäuger (Nagetiere, Kaninchen), Vögel und deren Eier, Frösche, Insekten. Sie können auch in Hühnerställe und Taubenschläge eindringen. Ihr Tötungsreflex kann zur Tötung aller Tiere führen.
Die Paarung erfolgt im Sommer (Juni bis August), bedingt durch die Keimruhe bringen die Weibchen aber erst im Frühling (März oder April) den Nachwuchs zur Welt. So liegen zwischen Paarung und Geburt acht Monate, die eigentliche Tragzeit ist aber nur einen Monat lang. Die Wurfgröße beträgt im Normalfall drei bis vier, die Neugeborenen sind blind und nackt. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt drei Jahre..

Autor: Rolf Gisler-Jauch (www.urikon.ch); Quellen, Literatur: www.wikipedia.ch (2018)

        

Iltis



Familie: Marder
Lateinischer Name: Mustela putorius
Andere Namen: Ratz, Stänker; Frettchen (domestizierte Art)
Merkmale:
Standorte, Zugverhalten:
Jagd: 1856: Abschussprämie (1 Franken)
geschützt (nicht jagdbar)

     
Der Iltis ist eine Raubtierart aus der Familie der Marder (Mustelidae). Der Iltis hat einen schlanken, langgestreckten Körper mit kurzen Gliedmassen. Das Fell ist dunkelbraun oder schwarz gefärbt, das gelbliche Unterfell schimmert durch die Deckhaare hindurch. Die Schnauze ist weisslich, ebenso der Bereich hinter den Augen und die Spitzen der Ohren. Schwarze Flecken um und vor den Augen sorgen für eine maskenähnliche Gesichtszeichnung. Das Fell ist im Sommer und Winter gleich gefärbt, das Sommerfell ist allerdings deutlich dünner.
Männchen erreichen eine Kopfrumpflänge von 30 bis 46 Zentimeter und wiegen bis 1,7 Kilogramm. Die Weibchen mit 20 bis 38 Zentimetern Kopfrumpflänge und bis 0,9 Kilogramm deutlich kürzer und leichter. Die Schwanzlänge beträgt 7 bis 19 Zentimeter.
Sein Lebensraum sind die offenen Waldränder, aber auch Felder und Wiesen. Oft ist er in der Nähe von Gewässern und Feuchtgebieten zu finden. Manchmal siedelt er bis in die Nähe von Dörfern und auf Höfen.
Der Iltis ist nachtaktiv und beginnt die Nahrungssuche bei der Dämmerung. Tagsüber ziehen sie sich in den selbst gegrabenen Bau oder in Hohlräume von Felsspalten und Bäumen zurück. Ausserhalb der Paarungszeit lebet er als Einzelgänger und markiert sein Revier. Dieses übelriechende Sekret wird auch zur Verteidigung eingesetzt. Die Tiere halten sich vorwiegend am Boden auf. Sie klettern fast nicht, können aber gut schwimmen und tauchen und begeben sich auch in Gewässern auf Nahrungssuche.
Der Iltis ist vorwiegend Fleischfresser, der sich bevorzugt von Amphibien wie Fröschen und Kröten, aber auch von Vögel, Eiern, Fischen und Nagetieren ernährt. Beutetiere werden durch einen gezielten Nackenbiss getötet. Der Iltis verabscheut aber auch nicht pflanzliche Nahrung in Form von Früchten.
Die Paarung erfolgt von März bis Juni. In dieser Zeit kann es zu Kämpfen zwischen den Männchen um das Paarungsvorrecht kommen. Nach rund 42-tägiger Tragzeit bringt das Weibchen durchschnittlich drei bis sieben Jungtiere zur Welt. Diese sind bei der Geburt blind. Mit rund drei Monaten sind sie ausgewachsen und werden selbständig. In freier Natur können die Tiere ein Alter von rund sechs Jahren erreichen.

Autor: Rolf Gisler-Jauch (www.urikon.ch); Quellen, Literatur: www.wikipedia.ch (2018); www.wikipedia.ch (2018).

        

WEITERE MARDER UND DER MARDERHUND

Baummarder
Familie: Marder
Lateinischer Name: Martes martes
Merkmale:
Standorte, Zugverhalten::
Jagd: Jagd: seit 2001 nicht mehr jagdbar (Änderung Jagdverordnung 2000, Abl UR 2000/1430).
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Fischotter
Familie: Marder
Lateinischer Name: Lutra lutra
Merkmale:
Standorte, Zugverhalten::
Jagd: 1856: Abschussprämie (4 Franken)
Schutz: geschützt

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Hermelin
Familie: Marder
Lateinischer Name: Mustela erminea
Merkmale:
Standorte, Zugverhalten::
Jagd:
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Marderhund
Familie: Hunde
Lateinischer Name: Nyctereutes procyonoides
Merkmale:
Standorte, Zugverhalten::
Jagd:
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Mauswiesel
Familie: Marder
Lateinischer Name: Mustela nivalis
Merkmale:
Standorte, Zugverhalten::
Jagd:
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WEITERES ZU MARDERN


     
Automarder
Steinmarder sind dafür bekannt, dass sie bei Fahrzeugen Kabel, Schläuche und Gummimaterial zerbeissen und so beträchtlichen Schaden anrichten können. Ursachen dafür sind nicht die Restwärme des Motors oder der Geruch, der die Tiere anlockt. Von Interesse sind Reviermarkierungen von Artgenossen im Motorraum. Nicht der erste Marder, der unter dem Auto Zuflucht sucht, beschädigt das Auto, sondern der nächste, den der Geruch des Kontrahenten aggressiv macht.
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SAGENHAFTES ZU MARDERN


     
Gebisse, Hörner, Tierkrallen und -klauen
Reisszähne, Hörner, Geweihe oder Krallen von Tieren hängte man sich als Talismane um den Hals. Sie sollten Mut und Kraft verleihen. Eine Gebisskette bestand aus Geweihstücken, einer Marderpfote und fünf Tiergebissen. Nebst mehr Kraft und Mut erhoffte man dadurch auch eine potenzsteigernde Wirkung. Dachszähne brachten den Spielern Glück.
Man trug Gebiss oder Kopf von kleinen Raubtieren, wie Marder, Iltis, Wiesel, Igel usw., auch als Amulett. Sie gaben Selbstbehauptungskraft und schützten vor Schadenzauber und Dämonen. Die Spitzen der Zähne liessen den Neid zerplatzen und schützten gegen den Bösen Blick. Stammten die Teile nicht vom Raubwild, brachten sie Freude oder wie die Kralle des Fasans Glück auf Reisen.
Grössere Reisszähne dienten den Kleinkindern als Lutschstein zum leichteren Zahnen. Marderkrallen und Gebisse hängte man den Kindern zum Schutz gegen den Bösen Blick um. Man glaubte, dass der Marder nachts die Hühner so lange anstarren konnte, bis sie verzaubert herunterfielen.

Autor: Bär-Vetsch Walter, Aus einer anderen Welt, S. 209. Literatur: Kälin Detta, Zauberwahn und Wunderglauben, S. 29; Niederberger Hanspeter, Hirtler Christof; Geister, Bann und Herrgottswinkel, S. 166 und 181; Watteck Arno, Amulette und Talismane, S. 24, 30 und 72.

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Marderkralle und -gebisse
Marderkrallen und -gebisse hängte man den Kindern zum Schutz gegen den Bösen Blick um.

Autor: Bär-Vetsch Walter, Aus einer anderen Welt, S. 399. Literatur: «Suisse Primitive“, Museumsführer, Forum der Schweizer Geschichte (2002).

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EREIGNISSE MIT MARDERN UND MARDERHUNDEN

1856  / Mittwoch, 29. Oktober 1856
Ein Teil der Singvögel wird geschützt
Der Landrat erlässt die «Verordnung gegen schädliche Thiere und Vögel» und setzt für die Erlegung von gewissen Vögeln und Tieren Abschussprämien fest: Geier (5 Franken), Habicht und Sperber (je 1 Franken), Fischreiher (1 Franken), Kuckuck (50 Rappen), «Fleischraben» (50 Rappen), Elster (20 Rappen) sowie für den Rotgimpel (7 Rappen). Prämien sind auch für den Fischotter (4 Franken) und den Iltis (1 Franken).
Die Gebühr kann auf Vorweisung des toten Tieres beim Kantonssäckelamt bezogen werden. Die vorgewiesenen Tiere sind durch das Abschneiden eines Fusses zu bezeichnen. Die Tiere dürfen mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage auch zu verbotener Zeit geschossen werden.
Um hingegen dem Raupenschaden an Obst- und Feldbäumen entgegen zu wirken wird verordnet, dass es verboten ist, jede Art Meisen, Stelzen, Finken, Rothkehlchen, Rothschwänzchen («Rötheli») und kleinere Singvögel überhaupt auf jegliche Art zu fangen oder zu töten, im Frühjahr oder im Sommer ihre Nester zu zerstören und deren Eier oder Junge auszunehmen, bei einer Busse von 3 ½ - 10 Franken. Einzig im Oktober und November ist das Fangen und Schiessen der kleineren Singvögel erlaubt.

Abl UR 1856, S. 205 f.
     
1905  / Dienstag, 8. August 1905
Abschussprämien
In der Vollziehungsverordnung zum Bundesgesetz über Jagd und Vogleschutz werden die Abschussprämien festgelegt: Bär und Wolf 100 Franken; Luchs 25 Franken; Fischotter 20 Franken, Adler und Geier 10 Franken. Nebst Marder und Itlis reicht die Liste über Raub- und Singvögel bis zur diebischen Elster, für deren Abschuss noch 30 Rappen bezahlt werden.
LB UR Band 6, S. 266
     
1912  / Donnerstag, 26. September 1912
Der Grossteil der Schussgelder auf Raubwild werden aufgehoben
Der Landrat beschliesst den Grossteil der Schussgelder auf Raubwild aufzuheben. Schussprämien gibt es in Zukunft nurmehr für den Fischotter, den Fischreiher, den Eisvogel und den Hühnerhabicht.
RB UR Band 7, S. 212 f
     
2000  / Freitag, 29. September 2000
Ein Zeichen gegen die Trophäenjagd
Jägerinnen und Jäger zahlen künftig in Uri 50 bis 100 Franken mehr. Der Minderheitsantrag aus der landrätlichen Prüfungskommission, der bloss eine Erhöhung von 25 bis 50 Franken beinhaltet, wird vor der Detailberatung im Landrat zurückgezogen. Nicht zum Abschuss frei sind - quasi als Zeichen gegen die Trophäenjagd - Edelmarder und Birkhähne. Die Einschränkung zum Mitführen und Aufbewahren der Jagdwaffe wird aufgehoben.
UW 77, 30.9.2000
     
2003  / Mittwoch, 1. Oktober 2003
Marderhund gefunden
In der Göscheneralp wird ein Marderhund von einem Urner Jäger erlegt. Beim erlegten 7,6 Kilogramm schweren Tier handelt es sich um den dritten Nachweis dieser Spezies in der Schweiz. Offen bleibt die Frage, wie der Marderhund in die Göscheneralp gekommen ist.
UW 82, 18.10.2003
     
2004  / Montag, 2. August 2004
Marderhund - Als blinder Passagier in die Schweiz
Iim Foyer des Urner Rathauses in Altdorf steht ein präparierter Marderhund. Bisher wurden erst drei dieser mit den Waschbären verwandten, nachtaktiven Tiere in der Schweiz gesichtet. Der im Oktober 2003 erfolgte Abschuss in der Göscheneralp hatte für teilweise hitzige Diskussionen gesorgt.
UW 61, 7.8.2004
     
2009  / Samstag, 14. März 2009
Pelzfellmarkt - Attraktion mit tiefen Presien
Der traditionelle Pelzfellmarkt in Altdorf ist der Höhepunkt des Urner Jägervereins. Hunderte aus der Region, ja sogar Gäste aus dem Ausland erscheinen. Der Publikumsmarsch ist jedoch kein Indiz für die Fellpreise. Diese sinken in den Keller. Rund 400 Fuchspelze werden aufgeführt. Ein Fuchsfell bring noch 6 bis 8 Franken ein. Bessere Preise werden für spezielle Felle bezahlt, beispielsqweise für seidig glänzende Edelmarderfelle, nämlich um die 20 Franken.
UW 20, 18.3.2009
     
2010  / Montag, 15. März 2010
Staupefall im Isenthal
In Isenthal wird ein toter Fuchs aufgefunden, der mit dem Staupevirus infiziert ist. Die Staupe ist eine ansteckende, seuchenartige virale Erkrankung vieler Raubtierarten wie Fuchs, Dachs, Marder und Luchs. Für Menschen ist die Staupe ungefährlich. Haushunde können aber daran erkranken.
UW 20, 17.3.2010
     
2019  / Samstag, 25. Mai 2019
Neue Katzenstation in Silenen
Der Tierschutzverein Uri verfügt damit wieder über eine eigene Auffangstation für Findelkatzen im Kanton Uri – nach vier Jahren, in denen zugelaufene Katzen extern platziert oder teils ins Tierheim Paradiesli in Ennetmoos (NW) gebracht wurden. Die Katzenstation Schützen nahe der kantonalen Forellenzucht feiert nun offizielle Eröffnung. Nicht nur entlaufene Katzen finden in der Station ein Plätzchen, sondern auch Ferienkatzen und später bei Bedarf auch andere Kleintiere wie Meerschweinchen. 2018 wurden rund 110 Meldungen registriert und behandelt. Die Meldungen betrafen verschiedene Tierarten wie Vögel, Igel, einen Marder, einen Siebenschläfer, Fledermäuse, Schildkröten, Hunde, Rinder und Schafe. Der Grossteil, nämlich 57 Meldungen, betraf jedoch Katzen, welche aufgenommen, betreut und meistens bereits weitervermittelt werden konnten. 17 Meerschweinchen wurden an die Meerschweinchenstation von Anne Knecht abgegeben; 14 konnten wieder vermittelt werden. Im Winter 2018/19 überwinterten neun Igel bei «Igelvater» Toni Brücker; 20 Igel konnten nach kurzer Betreuung gesund wieder in die Freiheit entlassen werden.
UW 27, 6.4.2019, S. 21; 40, 22.5.2019, S. 11; 45, 8.6.2019, S. 24.
     

KRANKHEITEN BEI MARDERN

Tollwut

ABSCHUSS-STATISTIK - STEINMARDER

1931 5
1950 4
1967 47
1987 35
1995 57
1996 62
1997 38
1998 73
1999 81
2000 62
2001 58
2002 58
2003 99
2004 106
2005 88
2006 34
2007 109
2008 96
2009 57
2010 83
2011 50
2012 120
2013 71
2014 48
2015 60

ABSCHUSS-STATISTIK - BAUMMARDER

1995 2
1996 2
1997 3
1998 1
1999 3

 
WILDE SÄUGETIERE

Übersicht

Paarhufer
Steinbock
Gämse
Reh
Rothirsch
Wildschwein
      
Raubtiere
Braunbär
Wolf
Luchs
Rotfuchs
Dachs
Marder und Marderhund
      
Nagetiere
Schlafmäuse
Murmeltier
Eichhörnchen
Mäuse und Ratten
      
Hasenartige
Hasen
      
Insektenfresser
Igel
Maulwurf
Spitzmäuse
      
Fledermäuse
Glatt- und Hufeisennasen

Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 05.11.2019