ÜBERSICHT

Name Wappen Siegel Banner Verfassungen Gesetzgebung Landsgemeinde Abstimmungen Wahlen Parlamentarische Vorstösse Eckdaten Bevölkerung Geografie Diverses

BEZIEHUNGEN

Ausland Kantone

Gesetzesbestimmungen

Das Landbuch des Kantons Uri, 1823/1826
Bd 2 (1826)
Waldungen, Holzordnungen

296  
Gemeingut am Wald
«Die sämmtliche Waldung ist zwar wie die Allmend ein Gemeingut des ganzen Landes: die aber der bessern Fortpflanzung, Erhaltung und Ordnung wegen in vier Klassen, als nämlich in obrigkeitliche Bannwälder, Matten- oder Schirm-Bäume, Dorfbann-Wälde, und gemeine Schitt-Wälde abgetheilt, und unter gesetzliche Verwaltung gestellt ist: wie die hier folgenden Artikel ausweisen.»
LB UR 1826 Bd. II, S. 44 f.
-------------------------
297  
Obrigkeitliche Bannwälder
«Ganz oberkeitliche Bannwälder, die theils zum Behülfe für den Unterhalt der Staats-Gebäude, Brücken, Wuhren und Straßen, theils zum Schutz und Schirm der Landstraßen bestimmt sind: diese sind die folgenden:

1. Der Göschner Straßen-Bannwald.
2. Der Ortwald zu Göschenen.
3. Der Aegersteinwald hinter Wattingen.
4. Der Aeschwald im Wyler zu Silenen.
5. Der Wassnerwald vom Degenwisch und ob den Gütern zu Meitschlingen bis an die Tieflauwe.
6. Der ehemalige Blattistägwald in Intschi.
7. Der Wald hinter der Stäger-Brücke, ob, und unter der neuen Landstraße bis an die Güter in Intschi.
8. Der Wald im Teifenlachen und ob dem Spithal zu Silenen.
9. Der Bannwald im Buchholz zu Silenen dem Evebach nach bis auf den Bützibüel.
10. Der Buch- und Stauden-Wald im Silener Stalden, und unter der Stellen durch, bis in Evebach.
11. Der Brandwald ob der Brust, und beym Steinbruch in Erstfeld.
12. Der Straßen. Bannwald vom Scheidnößlein im Rhinach bis an den Erstfeldner Wald.
13. Der Stägwald zu Attinghausen.
14. Der Wald ob der Windspälten zu Attinghausen.
15. Ein Strich Waldes der Straße nach von Bolzbach bis an Engiöort.
16. Der Wald in der Schildplatten unter dem Frut-Käppeli.
17. Der Eichwald in Bauen.
18. Der Tannwald am Rüthli zwischen den Zügen.
19. Der Bannwald an der Treib.
20. Der Wald unter dem Axen-Berg bey Adamt Rüthi bis da, wo der Weg ausgeht.
21. Der Wald in der Blatten, von der Axen- weid bis ins Lauethal zu Fluelen.
22. Der Wald ob dem Kett zu Hartolfingen in Bürgeln.
23. Der Badwald zu Unterschächen, welcher dermalen bis zu künftig allfälliger Wiedereröffnung des dortigen Bades, unter die Aufsicht und Verwaltung der löbl. Gemeinde Spiringen und Unterschächen gesetzt ist.
24. Der Wald in der Rouß-Alp.
25. Der Schächenwald Altdorferseits, soweit die oberkeitliche Wehre geht.
Ueber alle diese gemeldten Wälder, innert ihren bestehenden Marken, verfügen UGHHrn. und Obern nach Gutbefinden, und üben das Strafrecht nach Inhalt der besonders hierum aufgesetzten Bannbriefe aus.

LG 1769, 1790; LB UR 1826 Bd. II, S. 47 f.
-------------------------
298  
Gemeindeaufsicht über Dorfbannwälder
«Die Dorf-Bannwälder, die Matten- oder Schirm- Bänne und die gemeinen Schittwälder sind mit Vorbehalt der hochheitlichen Rechte unter die Aufsicht und Verwaltung derjenigen Gemeinden gestellt, in denen sie liegen.
Die löbl. Gemeinden sollen aber hiebey die allgemeine Holzordnung genau befolgen, und demjenigen nachleben, was UGHrn. und die Hrn. die Landleut in Folge der Zeit über Holz und Waldungen zu verfügen nützlich und nothwendig erachten werden.
Das Strafrecht ist ebenfalls denen berreffenden resp. Dorfgerichten übertragen, die aber Straffälle, so durchs Gesetz hiefür besonders bezeichnet sind, UGHrn. und Obern zur noch fernern Bestrafung anzeigen sollen.»

LR 1821; LG 1806; LB UR 1826 Bd. II, S. 298 f.
-------------------------
299  
Holzordnung
«Da durch das so stark eingerissene, unerlaubte und übertriebene Holzhauen die Wälder ausserordeutlich erödet und gleichsam ausgerottet werden, so daß mit Grund zu besorgen, daß unsere Nachkommenschaft, besonders in einigen Gemeinden, dem drückendsten Holzmangel ausgesetzt werden; so haben die Herren die Landleut auf den Vorschlag von UGHrn. und Obern Vorsorge gethan, und die gegenwärtige Verordnung zum Gesetz erhoben:
1. §. Es soll keiner Holz umhauen, und selbes ein Jahr und ein Tag im Walde liegen lassen, ansonst das Holz der Gemeinde wieder zufallen, und er mit Gl. 2 vom Stock Straf belegt werden solle, und wenn einer schon von dem umgehauenen Holz ein Stück genommen hätte, und aber das übrige ein Jahr und ein Tag im Walde liegen ließe, solle er dessen doch verlustig, und mit obgemelter Buße belegt werden; wenn aber das Holz wegen unterliegenden Gütern nicht in der bestimmten Zeit könnte vom Walde gethan werden, so kann das betreffende Dorfgericht nach Umständen den Ort bestimmen, bis wohin das Holz gethan werden solle.
Es solle auch von Mitte Aprills bis Augustmouats Holz zu hauen erlaubt seyn, jedoch daß ein Dorfgericht nach Umständen die Zeit um einen Monat verlängern oder verkürzen kann. Dasjenige Holz aber welches grün gebraucht werden muß, wie zu Trögen, Schalen und Brügenen, mag das Dorfgericht auch äußert der gesetzlichen Zeit erlauben.
2. §. Es soll kein Buchis, Eichis, Tannigs, Ilmigs noch anderes Laub- und Nadel-Holz in allgemeinen Scheitwäldern gehauen werden, welches auf dem Stock ein ½ Schuh vom Boden gemessen weniger als ein Schuh im Durchmeßer dick ist, bey Gl. 5 Busse von jedem Stock, vorbehalten Grotzen zu den Wehrenen, Dünkel, Dachlatten und was man zu Gebäuden in einer gewissen Dicke und Größe nothwendig hat, jedoch solle jeder, der deren nöthig hat, das betreffende Dorfgericht um Erlaubniß fragen, und demselben getreu anzeigen und den Beweiß machen, was und wieviel er nöthig habe, und so einer dawider handeln ohne Erlaubniß, oder mehr, als ihme erlaubt ist hauen würde, solle er zu obgemelter Strafe gezogen werden. — Haglatten aber unter einem Schuhe zu hauen ist gänzlich und bey obgedachter Strafe verbothen. Desgleichen auch alles Grotzen und Graffeln hauen bey gleicher Strafe. Wenn aber einer in Bergen zu seinen Gütern Nochwendigkeits halben Holz bedürfte, und solches in obbemelter Dicke nicht fände, so ist in solchem Falle demjenigen Kirchgänge, wo des Holzbedürftigen Gut liegt, überlassen, demselben Tannenholz auch unter einem Schuhe dick in Bescheidenheit und nach Nochwendigkeit zu bewilligen, aber nicht zu verkaufen.
Weil die Ahorn von besondrem Werth und Nutzen erachtet werden, so ist daß hauen derselben auf Allmend und in den gemeinen Wäldern gänzlich und zwar bey Straf von Gl. 8 auf jeden Stock verbothen.
3. §. Es solle alles Bau- Schindel- Trämmel- Lad- und Sag-Holz, wie auch Kalk, Kohl und Hagholz aus allgemeinen Wäldern aus dem Lande zu verkaufen gänzlich verborthen seyn, jedoch so, daß wenn einer es im Lande nicht verkaufen kann, und vorher der Finanz-Commission durch das Dorfgericht die Anzeige macht, wie im Art. 307. erläutert wird, ein solcher dann in diesem Falle von dem Holze, so ihm aus den Scheitwäldern von der Gemeinde erlaubt wird, Sag- oder Latthölzer aus dem Kanton verkaufen mag, jedoch solle er für jedes Holz der bestimmte Auflag U.G.HHrn. dafür bezahlen, und die Hälfte seiner Trämmel im Lande sägen lassen, und zwar alles bey Gl. 4 Busse von jedem Stücke, wenn einer sich in eint- oder anderm Punkte wider diesen Artikel verfehlen würde.
4. §. Das Scheitholz in gemeinen Scheitwäldern betreffend wird zwar jedem Kirchgange überlassen, einer Haushaltung in Bescheidenheit zu bestimmen, wie viel Stöcke sie jährlich hauen möge, jedoch solle jedes Dorfgericht U.G.HHrn. alljährlich anzeigen, wie viel Holz jeder Haushaltung erlaubt worden, welches dann U.G.HHrn. nach Gutfinden bestätten oder vermindern können, und wenn einer über die bestimmte und erlaubte Zahl Holz hauet, solle er Gl. 5 von jedem Stocke bestraft werden, auch solle keiner bey gleicher Strafe sein Holz im Walde einem andern übergeben, verkaufen, oder abtretten mögen. Von diesen erlaubten Stücken Holzes dann oder was in eigenen Wäldern gehauen wird, wird zugelassen, daß ein Landmann, welcher dergestalten Brennholz selbst mit dem Seinigen, die Landleute sind, von Wald gethan, und anfgescheitet hat, solches Brennholz aus dem Lande verkaufen möge; es soll aber keiner weder Fremde noch Landleute anstellen, sondern allein dasjenige Brennholz hinaus verkaufen mögen, was einer selbst in obiger Form mit den Seinigen, die Landleute sind, von Wald gethan und anfgescheitet hat, und wenn einer dann nach diesen Bestimmungen, oder wie im vorigen §. gemeldet, Holz aus dem Lande verkaufen will so mag er das mit weiterer Beobachtung des Art. 307. Landbuchs, thun. Es mag auch einer sein Hau Scheitwald-Holz wohl durch Taglöhner, die Landleut sind, wenn schon nicht die Seinigen, von Wald thun lassen, in so fern er das Holz ganz zum eigenen Hausgebrauch benutzt, nichts davon verkauft, noch dem Taglöhner an Lohn oder sonst überläßt.
Da durch die verschiedenen Maas und Größe der Klaftern viel Mißbräuche eingeschlichen, so solle im ganzen Lande kein Holz anderst aufgesetzt und verkauft werden, als beym Landesmääs- Klafter, als nämlich solle das Klafter 6 Schuh hoch und 6 Schuh breit, und alle Scheiter 2 ½ Schuh lang seyn, und mag bey jedem Klafter ein Fach angebracht werben, doch sollen die Scheiter im Fach nicht länger als die andern seyn. Es solle in jeder Gemeinde der Dorfweibel einen solchen Mässtecken haben, und das Holz pflichtmäßig messen, und jeder Käufer ihm dafür einen halben Batzen vom Klafter bezahlen. Diese Ordnung solle in Ausübung gebracht und genau befolgt werden, und wenn jemand dawider handelt, solle er Gl. 2 Buße verfällt seyn.
5. Es solle niemand Bäumkohren, noch in Wäldern schwänden bey Gl. 3 Buße von jedem Stocke, und bey gleicher Busse solle verbothen seyn, in Bannwäldern und gemeinen Scheitwäldern einige Tännlein umzuhauen, oder darab zu järben, sondern man soll sich der hölzernen Järben bedienen.
6. §. Weil auch durch das Grißen für die Geissen in den Wäldern großer Schaden geschieht, so wird hiemit verbothen Bäume, Großen, und Tännlein umzuhauen, oder Dolden abzuhauen wegen den Geissen bey Gl. 5 Buße von jedem Male.
7. Das Grißnadeln Schaben und Gmiesen, wodurch den kleinen Grotzen der Aufwachs benommen und dieselben zu Grunde gerichtet werden, solle in Bannwäldern ebenfalls bey Gl. 5 Buße von jedem Male verbothen seyn.
8. Für das Kohlen und Kalkbrennen solle ein jeder derjenigen Anzahl Holzes sich bedienen, welche derselbe Kirchgang alljährlich einer jeden Haushaltung erlaubt, wenn er aber ein mehreres Quantum dazu nöthig haben sollte, so solle in diesem Falle seinem Kirchgange überlassen seyn, selbem ein mehreres, jedoch nur altes und schädliches Holz, dazu zu erlauben. Würde aber einer diesen Artikel übertreten, der solle in Gl. 3 Buße von jedem Stocke verfällt seyn.
9. §. In jeder Dorfschaft unsers Landes solle ein Dorfgericht seyn, und dieses und kein anderer Gewalt solle über die Wälder und genaue Vollziehung und Befolgung dieser Holzordnung wachen, und alle diejenigen, so sich in ihrem Kirchgänge wieder diese Holzordnung in eint oder andern, verfehlen würden, vornehmen und nach Ausweisung derselben gebührend bestraffen.
10. §. Alles Bauholz, zu was immer für Gebäude, solle nur von den Dorfgerichten oder der Dorfgemeinde begehrt, und kann nur von diesen gegeben werden, und solle das Dorfgericht nachher genau nachsehen, ob dieses Holz wirklich zu dem Gebäude, wofür es begehrt worden, gebraucht worden seye, und wenn es sich zeigen sollte, daß der so das Holz begehrt, es nicht dazu verwendet, oder etwas davon verkauft hätte, solle er dafür Gl. 5 vom Stocke bestraft werden. Kein Dorfvogt mag aus sich ohne Bewilligung des Dorfsgerichts ein oder mehrere Stöcke Holz weggeben.
11. §. Aller Auf- und Fürkauf des Holzes sowohl in als für außer Lands solle streng und zwar bey hoher Strafe und Ungnade U. G. H. H. ver- bothcn seyn.
12. §. In allen Gemeinden sollen Bannwärt bestellt werden, die die Pflicht haben genau und fleißig nachzusehen, ob etwas wider die Holzordnung in den Wäldern gehandelt und besonders, ob nicht von jemanden über die bestimmte Anzahl oder unter der festgesetzten Dicke Holz gehauen worden, und sollen die Fehlbaren den Dorfgerichten getreulich anzeigen. Wenn ein Bannwart seiner Pflicht nicht Folge leisten, oder jemanden nicht gehörig anzeigen würde, so solle selber vom Dorfgerichte zu strenger Strafe gezogen und U. G.H.H. und Obern angezeigt werden. Auch solle das gehauene Holz genau angezeichnet, und die Zeichen den Dorfgerichten eingegeben werden. Damit aber die Bannwärte ihrer diesfälligen Pflicht genauer nachleben und die Fehlbaren an Behörde fleißig eingeben, sollen sie durch den ältesten Rathsherrn jeder Gemeinde, im Namen und zu Handen des Hrn. Richter des Lands nach Inhalt des Art. 282. Landbuchs in Eid genommen werden.
13. §. Es solle kein Tribunal, welcher es immer wäre, befugt seyn, noch den Gewalt haben, von denen in obstehender Holzordnung aufgesetzten Bussen einigermassen etwas nachlassen, oder selbe zu vermindern, sondern nur einzig und allein zu erkennen haben, ob der Geleidete des angeklagten Fehlers überwiesen seye oder nicht, jedoch daß, wenn beträchtlich erleichterende Umstände eintreten das Dorfgericht oder betreffende Behörde die Strafe in etwas mildern könne. Wenn aber ein Dorfgericht angeklagt würde, daß einen, der verklagt und überwiesen wäre, nicht nach Satz und Ordnung bestraft hätte, solle das Dorfgericht in die Fußstapfen des Beklagten gestellt, und vor N.G.H. zur Verantwortung gezogen werden, und solle dem Kläger sowohl hievon, als von allen übrigen in dieser Holzordnung entworffenen Strafen der halbe Theil gefolgen und zukommen, wo sodann der andre halbe Theil demjenigen Tribunal zukommen und erspriessen solle, vor dem der Fehlerhafte bestraft wird.
Uebrigens wird jedes Dorfgericht in seiner Gemeinde diejenigen Maasregeln und Mittel ergreifen, die selbes zur Ausübung und Befolgung dieser Holzordnung zweckmäßig und angemessen finden wird, und sollen die löbl. Gemeinden mit Genehmigung U. G. H. Hrn. und Obern im Holz hauen noch weitere Einschränkungen zu machen berechtiget seyn.»

Ergänzung vom 18. März 1829 (Beschluss Landrat)
«Holz-Waldungen.
Nachdem UGHerrn. in Betrachtung gezogen, wie dem allzustarken Holzhauen in Eigenwaldungen Schranken gesetzt werden könnten, so haben Hochselbe sowohl deswegen, als auch in Betreff des Holzverkaufs aus Eigenwäldern nachfolgendes erkennt und verordnet, welches hiemit zu Jedermanns Verhalt bekannt gemacht wird;
Es solle nämlich, wenn einer künftig aus Eigenwäldern Holz verkaufen will, und es nur kleine Parthien oder einzelne Stöcke betrifft, derselbe, wenn er sein Gut nicht ledig und los hat, gehalten sein, noch vorher die Bewilligung hiezu beim resp. Dorfgericht einzuholen, so es sich aber um größere Parthien oder den Verkauf ganzer Wälder handelt, solle der Eigenthümer ebenfalls hievon dem Dorfgericht Anzeige machen, und bei selbem um die Bewilligung nachsuchen, und daS Dorfgericht UGHerrn. sein Gutachten hierüber vorlegen, wo Hochselbe sich dann die weitern Dispositionen und Sicherheitsmaßregeln vorbehalten. Auch sollen jedesmal, bevor solche Gutachten UGHerrn. eingegeben, und daherige Vorstände gemacht werden, die sämmtlichen Hrn. Creditoren hievon in Kenntniß gesetzt werden. Es ist auch im Uebetretungsfall eine Buße von Gl. 6 von jedem Stock festgesetzt, von welcher Buß 1/3 UGHerrn., 1/3 der betreffenden Gemeinde, und 1/3 dem Kläger zukommen solle.»

Ergänzung vom 1. Dezember 1830 (Beschluss Landrat)
«Ueber gemachte Einfrage: Wer die Strafbehörde sei, über die Landrath-Erkenntniß vom 18. März 1829, betreffend den Holzverkauf aus Eigenwäldern? wird hiemit sämmtlichen resp. Dorfgerichten die Erläuterung ertheilt, daß hierüber das w. w. VII. Gericht die Strafbehörde ist, und aber die Dorfgerichte beauftragt sind zu wachen, daß gemeldte Landrath-Erkenntniß genau befolgt, und derselben nachgelebt werde, und sind auch die Dorfgerichte verpflichtet die Dawiderhandelnden dem Herrn Landsäckelmeister anzuzeigen, damit zu gebührender Strafe gezogen werden können, wo dann auch das Betreffende von der Strafe dem Dorfgericht zukommen solle.»

Ergänzung vom 6. April und 11. Mai 1836 (Beschluss Landrat)
«Auf wiederholt gefallene Bemerkungen über hie und da sich ergebende Anstände in der Anwendung des Art. 299 der Holzordnung und deshalb nöthig gewordenen Erläuterungen und nähern Bestimmungen, und in den so vielen Umgehungen dieser Verordnung nach aufhabender Pflicht möglichst Einhalt zu thun, haben UGHern. und Obern sich bewogen gefunden zu erkennen und zu beschließen:
1) Der erste« Abteilung des §. 4, worin gesagt wird, wie das Holz aus den Scheitwäldern gethan werden solle, wenn es außer Landes verkauft werden will, soll beigefügt sein, daß die dieser Vorschrift Zuwiderhandelnden mit Gl. 5 Buß von jedem Stock belegt werden sollen; es sei dann das Holz gescheitert oder in Trämeln.
2) Dem §. 10 soll die nähere Bestimmung gegeben sein, daß alles Bauholz nur von den Dorfgerichten, nicht aber von den Dorfgemeinden weggegeben werden, und nebst der Strafe von Gl. 5 vom Stock, wenn das bewilligte Holz entweder nicht zu dem vorgegebenen Zwecke verwendet- oder davon verkauft wurde, dasselbe auch dem Fisco verfallen sein soll.
3) Dem §. 11 der allen Kauf und Fürkauf des Holzes sowohl in als für außer Landes streng und bei hoher Strafe und Ungnade UGHerrn. und Obern verbietet, soll angehängt werden, daß wer dieses Verbot verletzen oder auf irgend eine Art umgehen würde, in eine Geldbuße von Gl. 3. Sl. 10 von jedem Klafter oder Trämel verfallen sein und davon dem Kläger die Hälfte zu kommen soll.
4) Die l. Dorfgerichte sollen auf die §§. 9.12 und 13 die ihnen die Sorge für genaue Handhabung dieser Verordnung auflegen, aufmerksam gemacht und alles Ernstes aufgefordert sein, ihre daherigen Pflichten mit aller jener Gewissenhaftigkeit zu erfüllen, welche der Eid des Vaterlandes und ihre Stellung als Vorgesetzte ihnen auflegt.
5) Die löbl. Finanz-Commission soll ganz besonders beauftragt sein, eine genaue Aufsicht zu bestellen, daß der bestehenden Holzordnung pünktlich nachgelebt werde, mit dem bestimmten Auftrage, wahrgenommene Vergehen oder nachlässige Beachtung derselben, seie es von Dorfgerichten oder Partikularen ohne Rücksicht und alsogleich dem w. w. Rathe anzuzeigen.
6) Diese Beschlüsse sollen zu Jedermanns Verhalt in sämmtlichen Gemeinden und Filialen öffentlich verlesen werden.»

Ergänzung vom 14. Mai 1834 (Beschluss Landrat) und 29. April 1837 (Ratserkenntnis)
«Auf die vom l. Gemeindsrath von Seedorf eingekommene Beschwerde, daß durch auffallendes Freveln jeder Art, so wie durch das Schmalvieh das in großer Anzahl da geweidet und gehütet zu werden pflegt, der Bodenwald äußerst beschädigt, und der junge Nachwachs des Waldes verhindert werde, fand sich der w. w. Rath von der Nothwendigkeit durchdrungen, solch schädlichem Mißbrauche Schranken zu setzen, bewogen, das Weiden und Hüten der Ziegen und Schafe, und das Hauen von Palmenstöcken bei Gl. 6 Buße von jedem Stocke; das Grißen, Grißnadeln schaben und Härden, so wie das Tannenstumpen und Würzenhauen bei Gl. 8 Buße von jedenmale, und endlich das Freveln von Tannbäumen großer oder kleiner bei Gl. 26 Buße von jedem Stocke, im vorbenannten Bodenwald von der Hängdenstraße hinweg, so weit er sich erstreckt, auf unbestimmte Zeit, mit dem Beisatze hochobrigkeitlich zu verbieten, daß von allen vorbenannten Bußen dem Ankläger die Hälfte zu kommen solle, was hiemit zu Jedermanns Verhalt öffentlich bekannt gemacht wird. Es soll in Zukunft aus diesem Wald ohne vorherige eingeholte hoheitliche Bewilligung kein Holz mehr verkauft werden.»

Ergänzung vom 22. April 1837 (Ratserkenntnis)
«Auf einem von dem l. Gemeindrathe von Seelisberg über allgemeine und zweckmäßige Benutzung der gemeinsamen Wälder beim Rüttli gemachten und Auftragsgemäß von der l. Finanz-Commission vorgeprüften Antrag wird nun den resp. Gemeinderäthen zu daherigem Verhalt mitgetheilt, und zugleich öffentlich kund gethan.
1) Jeder Landmann ist befugt in dem besagten gemeinsamen Walde bei Rüttli unter Seelisberg sein Scheitwaldholz zu hauen, ist jedoch verpflichtet:
a) sich zuvor beim resp. Gemeindrath in Seelisberg eine Nummer zu verschaffen, mit welcher das gehauene Holz bezeichnet werden muß.
b) dem gleichen l. Gemeinderathe schriftlich zu bescheinigen, in welcher Klasse er in seiner heimatblichen Gemeinde eingetheilt, und welche Anzahl Stöcke er zu Folge dieser Eintheilung in seiner Gemeinde zu hauen befugt sei.
2) Das Holzhauen in diesem Walde ist nur von Mitte Mai bis Mitte Brachmonat erlaubt, nach dieser Zeit ist der Wald gänzlich geschlossen, und darf an dem Holze nichts mehr gearbeitet werden.
3) Das gehauene Holz muß dann vom hl. Kreuz-Tag am Herbst bis Ende Weinmonats von Wald gethan werden mit Ausnahme von Nothfällen, wo laut Holzordnung Bauholz zu fällen wäre, welches grün verbraucht werden müßte.
4) Alle dieser Verordnung zuwidergehende Handlungen sollen mit Gl. 5 vom Stock bestraft werden.»

Ergänzung vom 11. Mai 1839 (Ratserkenntnis)
«Der w. w. Rath.
Nach Prüfung der diesjährigen, von den l. Gemeindräthen eingesandten Holz, und Straflisten, und einigen im Hauen des Scheitwaldholzes sich zeigenden Mißbräuchen zu begegnen, und in Vervollständigung der diesfalls in Kraft bestehenden Bestimmungen beschließt und verordnet hiemit:
1) Um den häufig stattfindenden durch den Art Landb. 299 §. 4 verbotenen Verkäufen des noch im Walde befindlichen Holzes und den daraus hervorgehenden Gesetzes-Umgehungen und Freveln desto eher vorzubeugen; soll auch derjenige der einiges Scheitwaldholz im Walde ankauft, sich übergeben und abtreten läßt, mit der gleichen Buße, wieder Verkäufer, nach obigem Gesetze von den l. Gemeinderäthen geahndet werden.
2) Diejenigen Haushaltungen, welche ihr Scheitwaldholz nicht selbst, sondern im Verdinge oder Akkorde vom Walde thun, sind bei Verantwortlichkeit verpflichtet, die Betreffenden, durch die solches geschieht, dem l. Gemeinderathe anzugeben.
3) Zur Erzweckung einer bessern Aufsicht und leichtern Entdeckung der Frevler, soll alles Scheitwaldholz von den betreffenden Partikularen beim Fällen geschlissen werden, und zwar unter angemessener Strafe für den Unterlassenden. Die l. Gemeindräthe sind jedoch bevollmächtigt, bei besondern Fällen auf Ansuchen hin, einzelne Ausnahmen zu gestatten.
4) Die l. Gemeindräthe sind ermahnt, bei Bestrafung der Fehlbaren vorzüglich auch das gefrevelte Holz nach dem Willen des Gesetzes zu entziehen und wegnehmen, falls aber dasselbe nicht mehr erhältlich sein würde, eine desto strengere Strafe zu verhängen, und nicht zu unterlassen, alljährlich in den einzugebenden Straflisten zu bemerken, ob der Fehlbare mit Wegnahme des Holzes gestraft worden sei, oder nicht.
5) Soll in den Holzlisten aller Gemeinden die Anzahl der Haushaltungen jeder Klasse, die ihren Hau-Scheitwaldholz zu hauen begehren, angegeben werden.»

Ergänzung vom 17. März 1840 (Beschluss Landrat)
«Der w. w. Rath.
Nachdem sich Zweifel und Mißverständnisse darüber erhoben haben, ob den l. Gemeindräthen auch die Compelenz als zustehend betrachtet werden könne, von Hinterfüßen ausgeübte Vergehen wider die Holzordnung zu beurtheilen und zu bestrafen oder nicht?
In Betracht, daß durch die Art. Landb. 298, 299, §. 9 mit Vorbehalt der hoheitlichen Rechte den l. Gemeinderäthen die Aufsicht und Verwaltung der Wälder, sowie das Strafrecht über die Vergehen wider die Holzordnung nach Ausweisung derselben übertragen ist; daß dann aber der Art. 99 die Fremden und Beisäßen, die sich Holzfrevel schuldig machen, einer höhern Buße, als der durch die allgemeine Holzordnung vorgeschriebenen, unterwirft, welchen Artikel in Anwendung zu bringen außer der Competenz der Gemeinderäthe läge,
Beschließt:
1) Es sei den l. Gemeinderäthen auch das Strafrecht über Vergehen von Fremden und Hintersäßen gegen die Holzordnung nach Ausweisung derselben als zustehend erklärt.
2) Die l. Gemeinderäthe sind aber angewiesen, die Strafurtheile über Fremde und Beisäßen in Bezug auf die Holzordnung unverzüglich dem w. w. Rathe anzuzeigen, damit von demselben dannoch in Anwendung und Vollziehung des Art. 99 die höhere Strafe angewendet werden kann.
3) Der gegenwärtige Beschluß soll zum Verhalt der l. Gemeindräthe dem amtlichen Wochenblatte beigerückt werden.»

Ergänzung vom 29. April 1840 (Ratserkenntnis)
«Der w. w. Rath.
Nach Prüfung der diesjährigen, von den l. Gemeinderäthen eingesandten, Holz- und Straflisten auf einige in denselben vorkommenden Unvollständigkeiten aufmerksam gemacht, finden sich veranlaßt zur Hebung derselben Folgendes zu verordnen:
a) Um den immer mehr überhandnehmenden Holzfrevel bestmöglichst zu steuren, wird sämmtlichen l. Gemeindräthen nachdrucksamst anempfohlen, den Frevlern das gefrevelte Holz, wenn immer möglich wegzunehmen, und wenn dies nicht mehr erhältlich, dieselben desto schärfer zu bestrafen, so wie auch nicht zu unterlassen, alljährlich in den einzugebenden Straflisten zu bemerken, ob die Fehlbaren mit Wegnahme des Holzes bestraft worden seien oder nicht.
b) Sämmtliche Gemeindsräthe sind unter Verweisung auf den Art. 299 §. 10 der allgemeinen Holzordnung wiederholt ermahnt, genau nachzusehen, ob diejenigen, denen Holz zu Gebäuden ist gegeben worden, dasselbe auch zu dem angegebenen Zwecke verwendet haben, widrigenfalls aber die Fehlbaren mit der festgesetzten Strafe zu belegen, und dann in der Strafliste einzugeben.
c) Diejenigen Gemeinden, in denen sich Wälder befinden, wo nach Bestimmungen besonderer Instrumente, ein Theil der Strafe, über die in diesen Waldungen verübten Holzfrevel UGHern. und Obern zukommt, werden anmit aufgefordert, den daherigen Betrag zu Händen des l. Säckelamtes verabfolgen zu lassen.»

Ergänzung vom 25. Juni 1840 (Beschluss Landrat)
«Der w. w. Landrath.
In Betracht der Nothwendigkeit, daß über Frevel in Bannwäldern dem Richter eine höhere Strafkompetenz, als nur über Vergehen in den Scheitwäldern eingeräumt werde, und auf den Antrag des w. w. Raths
Beschließt und verordnet hiemit:
1) Es sei auf jeden in einem Bannwalde gefrevelten Stock Holz eine Buße von wenigstens Gl. 5 bis höchstens Gl. 20 nebst dem jedesmaligen Verlust des Holzes festgesetzt.
2) Der gegenwärtige Beschluß soll durch das Wochenblatt zu Jedermanns Verhalt veröffentlicht werden.»

LR 1807, 1820; LG 1710, 1771, 1779, 1806, 1819, 1822, 1828, LR 1807, 1820 / LR 18.3.1829, LR 1.12.1830, LR 6.4. und 11.5.1836, LR 14.5.1834 und RA 29.4.1837, RA 22.4.1837, RA 11.5.1839, LR 17.3.1840, RA 29.4.1840, LR 25.6.1840; LB UR 1842 Bd III, S. 160-170.
-------------------------
300  
Ordnung für den Bannwald von Altdorf
«1. §. Es sollen fürohin der Altdorfer Bannwald beschlossen, somit in die ehemaligen Schranken und Bann gesetzt werden; jedoch um den Rechtsammen der Gemeinde Altdorf diesfalls nicht zu nahe zu tretten, und die Einwohner von da, welche noch in Zukunft zu bauen gedenken möchten, nicht zu benachtheiligen, mag solchen das Dorfgericht von Altdorf nach der vorgeschriebenen Ordnung die erforderlichen Stöcke Holz an Ort und Enden bewilligen, wo selbiges es für gut erachten wird, für diese Bewilligung aber solle immer die oberkeitliche Ratifikation eingeholt werden.
2. §. Damit aber dieser Wald unter die nöthige Aufsicht gesetzt, und denen dort zu begehenden gewissenlosen Freveln möglichst vorgebogen werde, sollen von dem Flecken Altdorf zwey rechtschaffene Männer dazu zu Bannwäldern erwählt, und denselben einige Belohnung geschöpft werden, solche sollen aber U. G. Hrn. angezeigt und laut Holzordnung in Eid genommen werden.
3. §. Diejenigen aber, welche in Zukunft sich erfrechen würden, ohne gehörige Bewilligung in gesagtem Bannwald einiges Holz zu fällen oder andere Waldfrevel zu begehen, sollen zur strengsten Verantwortung gezogen und nach Maaßgab des Fehlers abgestraft werden. Die Hartnäckigen aber und die welche die Buß nicht werden zu bezahlen haben, werden solche im Thurm abzubüssen angehalten werden, weßnahen hiermit jedermann durch das Gesetze ermahnet wird, in Zukunft von solchen Freveln sich gänzlich zu hüten.
4. §. Gedachter Bannwald vom Höllgäßli-Zug hinweg, wie auch der darob sich befindende Theil, bis an den Bittleten-Weg hinauf, und von daweg grad zwischen den Fällen hinaus bis an den Moosbader-Zug solle ausgemarket und als ein Schirm und Schutzwald des Flecken Altdorfs und der darunterliegenden Gütern neuerdings in Bann gelegt, und gänzlich geschlossen seyn und bleiben, und also sowohl Dünkel als anderes Holz nicht darin mögen gehauen werden, auch alles Grißen, Haagstecken und Aeste Abhauen, Schweifen oder Gärten, Schwändten, Ankohren, Harzen und:
5. §. Streuenen, besonders auch das dem Wald so sehr schädliche Grißnadeln und Miesschaben, wie auch Geiß darinn gehen zu lassen, auch alles Holzreisten sowohl darin, als aus dem darob liegenden Wald durch diesen hinab, ausser durch die dazu verordneten offenen Holzzüge, gänzlichen solle verbothen seyn und zwar bey der schon diesfalls bestehenden Strafe von Gl. 20. Die Schafe mögen zwar in diesen Bannwald gethan werden, wenn sie mit einem tauglichen Hirt versehen sind, jedoch mit Ausnahm, daß in dem Theilwald zwischen dem Höllgäßli-Zug und St. Aloysi Kapellen keine Schafe sollen mögen weiden und gehütet werden.
6. §. Soll das Dorfgericht von Altdorf ein getreues Verzeichniß derjenigen armen Leute seiner Gemeinde, so Leibsbeschaffenheit halber sich nicht aus den entferneten Wäldern beholzen können, M. G. Hrn. eingeben.
7. § Soll selbes einen tauglichen und rechtschaffenen Mann anstellen, unter dessen Aufsicht dann gedachte Leute das in obbemerktem Bezirk-Wald liegende dürre Holz an den von dem Dorfgericht zu bestimmenden Tagen und Oerter wegnehmen mögen, doch so, daß selbes an Stell und Ort wo es liegt soll ausgearbeitet und dann weggetragen werden, niemalen aber gereistet oder gebengelt werden darf. Auch nur was sie zu ihrem eigenen Hausgebrauch höchst nöthig haben, niemalen aber zum Verkaufen.
8. §. Solle auch das Dorfgericht für alle Frevel, so aus Saumseligkeit des von ihm ausgestellten Aufsehers sowohl als für die so aus seiner eigenen Nachlässigkeit und schlechten Aufsicht über gedachten Wald geschehen würden, verantwortlich seyn müssen, nemlich wenn es solche nicht gehörig bestraft und ahndet, im Fall solche ihm bekannt sind, oder seyn könnten.
9. §. Wer dann aber ohne an den obbemerkten Tagen in diesem Wald holzen oder freveln würde, soll jedesmal Gl. 25 bestraft werden, und wer solche nicht zu bezahlen hat, soll es im Thum abtragen müssen In außerordentlichen Fällen aber mag der w. w. Rath nach Gutachten des Dorfgerichts etwas mehrers erlauben aus obbemerktem Bezirk Wald wegzunehmen, und was der übrige Antheil Bannwald betrifft soll es bey den schon diesfalls ältern Bannordnungen, unter Disposttion des resp. Dorfgerichts von Altdorf sein Bewenden haben.
10. §. Das resp. Dorfgericht von Altdorf, dem das Strafrecht über diesen Bannwald übertragen ist, solle jedesmal die vor ihm beurtheilten Straffälle annoch U. G. Hrn. anzeigen, und überhaupt dafür sorgen, daß die Bannordnung in allen Theilen aufrecht erhalten werde.»

Ergänzung vom 10. Mai 1835 (Beschluss Nachgemeinde)
«Auf deshalb gestelltes VII. Geschlechts-Begehren von Bürgeln und Altdorf, um mit Geißen durch den Altdorfer Bannwald ob der sogenannten Fälle unter den Eggbergen fahren zu können, wurde erkannt:
1) Soll der Art. 300 §. 5 dahin abgeändert sein, daß für die Geißen zwar nicht freie Weide, wohl aber durch den St. Aloisi und den Höllgäßlizug die Durchfahrt ob die Fälle gestattet sein soll.
2) Damit zu möglichster Schonung des Waldes nur eine Hirte gehalten werden kann, soll eine Haushaltung oder Familie nicht mehr als 4-5 Geiß halten mögen. Jedenfalls soll die Hirte mit einem tauglichen Hirten versehen sein.
3) Die Durchfahrt durch die benannten zwei Züge ist erst von Mitte Mai weg gestattet.»

LR 1806, 1807, 1808, 1809, 1813; LG 1810; LB UR 1826 Bd II, S. 58-61. / NG 10.5.1835; LB UR 1842 Bd III, S. 171.
-------------------------
301  
Ordnung für den Wängliswald
«1. §. Es solle niemand im Wängliswald, im Fisiter- und Gemsfeyerwald, wie auch in den Wäldern Sonnenhalb Enetmärcht einiges grünes Holz hauen noch fällen mögen, und so daher einer auf Alpen oder Oberstäfeln Hütten, Gäden oder ein anderes Gebäude bauen, oder auch einiges Holz zu Gebäuden über den Klausen thun wollte, sey es Schindelholz, Läden oder Baubäum; soll er sich jederzeit des todten oder dürren Holzes bedienen, und erst wann einer hiezu kein brauchbares todtes Holz bekommen, und solches durch einen Bannwart bescheinen kann, soll er um Erlaubniß grünes Holz für seine Gebäude hauen zu dürfen, vor die beyden Kirchgäng Spiringen und Unterschächen kehren, die ihm nach dem Bedürfniß erlauben werden, mit dem klaren Beysatz jedoch, daß dem Ansuchenden die erlaubten Stock von einem Bannwart sollen ausgezeichnet werden, und er nebstdem sein Zeichen auf jeden Stock zu machen schuldig seyn solle. Für die Latten auf und unter die Tächer solle auch angehalten und selbe nach Nothwendigkeit erlaubt werden.
2. §. Was March- und Fällhag zwischen Fisiten und Gemsfeyer betrifft, solle selbe nicht wider die Holzordnung gemacht und unterhalten werden. Auch soll man sich zu den Hägen bey den Rithinen nur des todten und dürren Holzes bedienen, und so kein solches mehr zu bekommen wäre, sich hierinfalls nach der Holzordnung richten.
3. §. Es sollen noch weder Partikularen noch die Gemeinden einiges dürres oder todtes, viel weniger also grünes Holz an Fremde verkaufen oder sonst außer Land thun mögen. Auch ist alles Jerben und Rümpfen verbothen.
4. §. Wer diesen Verordnungen zuwiderhandeln würde, soll nebst Verlierung des Holzes für jeden Stock Gl. 5 von den Dorfgerichten gestraft, von selben U. G. Hhrn. angezeigt und da des weitern um Gl. 10 bestraft werden.
5. §. Es solle nebst dem im Wängliswald und den andern gemelten Wäldern die allgemeine Holzordnung auch beobachtet und befolgt werden. In Folge deren soll also keiner das zu hauen erlaubte Holz Jahr und Tag im Wald liegen lassen, ansonsten selbes dem Wald zufallen und er Gl. 2 vom Stock bestraft werden solle. Und wenn er auch schon ein oder mehrere Stück wegnähme und das übrige aber liegen laßt, soll das Zurückgelassene dennoch dem Wald verfallen, und er dafür mit gemelter Buß bestraft werden. Es soll kein Stock unter einem Schuh dick erlaubt und gehauen werden bey Gl. 5 Buß, Vorbehalten Dünkel, Tachlatten und was zu Gebäuden etwa in einer gewissen Dicke und Größe nöthig ist, aber auch dies nur mit getreuer Anzeig ans Dorfgericht und dessen Erlaubniß auch bey obiger Buß. Haglatten aber unter einem Schuh zu hauen ist gänzlich bey obiger Buß verbothen, desgleichen auch alles Grotzen und Grasseln hauen bey gleicher Straf. Auch soll niemand Bäum kohren noch schwändten bey Gl. 3 Buß von jedem Stock. Deßgleichen ist auch verbothen wegen den Geissen oder sonst Grotzen und Tännlein umzuhauen, oder die Dolden abzuhauen, wie auch das Grißnadeln schaben und Gmüßen, alles bey Gl. L Buß von jedemmal.
6. §. Wenn einem Holz zu Gebäuden erlaubt wird, soll das Dorfgericht nachher genau Nachsehen ob es dafür gebraucht worden, und so es nicht dazu, wofür es begehrt worden, verwendet, oder gar etwas davon verkauft worden wäre, soll der, so es begehrt um Gl. 5 vom Stock bestraft werden.
7. §. Die Dorfgerichte in Spiringen und Unterschächen sollen über Befolgung dieser Verordnung gehörig wachen, die Fehlbaren bestraffen, und dann noch U. G. Hhrn. anzeigen. Sie sollen auch die Bannwärt, deren eigentlich drey, nämlich zwey von Spiringen und ein von Unterschächen seyn sollten, davon zwey unter und einer ob der Kapelle zu wachen hat, angemessen belohnen, und so sie die allfälligen Straffen hiefür nicht hinreichend glauben, ist diesen Gemeinden bewilligt zu Bestreitung der Kosten auf die Stock, so für Gebäude zu hauen müssen erlaubt werden, eine billige Auflag zu legen.
8. Für diesmal sollen die Dorfgerichte die wirklichen Bannwärt U. G. Hrn. anzeigen, damit bestättet und beeidigt, und ihnen ihre Pflichten mitgetheilt werden können. In Zukunft aber haben die Gemeinden laut Bannbrief nur taugliche Männer zu Bannwarten U. G. Hrn. vorzuschlagen, die dann selbe ernennen werden.»

LR 1785, 1796, 1811; LB UR 1826 Bd II, S. 61-65.
-------------------------
302  
Ordnung über den Grundwald in Seealp
«Der Grundwald zu Seealp ist in Bann gelegt, und mit Vorbehalt der hochheitlichen Rechte unter die Aufsicht und Verwaltung des resp. Dorfgerichts von Bürgeln gestellt wie folgt:
1. §. Es solle zum Bannwart ausgestellt und verordnet seyn, ein jeweilender Alpvogt oder Hirt von Seealp, welchen das Dorfgericht von Bürgeln für thunlicher findet, dieser solle schuldig seyn jährlich zum wenigsten zweymal, als Frühling und Herbst, oder wann es für nöthig befunden wird, den Wald zu untersuchen, und nach Befinden dem Dorfgericht getreulich anzuzeigen, und solle gleich wie andere Bannwärt in den Eid genommen werden.
2. §. Es solle niemanden im Grundwald, und sogenannten Fläschwäldli, einiges grünes Holz hauen noch fällen mögen, wenn daher jemand in Seealp, Grund oder Matten, Hütten, Gädmer, oder Käsespeicher bauen müßte, sich jederzeit des todten oder abgehenden Holzes bedienen, und erst wenn man dazu kein brauchbares todtes Holz bekommen, und solches durch den Bannwart beschienen wird, sich dann des grünen Holzes bedienen mögen, doch solle dann ein jeweilender Alpvogt dem resp. Dorfgericht von Bürgeln den Anzeig machen, welches dann nach Umständen und Bedürfniß dazu begünstigen wird; was aber Mark- und Fällhäge zu beyden Hirtenen Seealp und Matten betrifft, sollen selbe laut Holzordnung gemacht und unterhalten werden, auch soll man sich zu den Hägen bey den Rittenen, nur des todten und abgehenden Holzes bedienen, und so kein solches mehr zu bekommen wäre, sich Hierinfalls nach der Holzordnung richten, wie auch zum Brennen, solle dürres oder todtes gebraucht werden, und wann kein liegendes zu bekommen ist, sich dann des Stehenden, doch allzeit des Schadhaften bedienen mögen, und zwar dies alles ohne Auflag.
3. §. Was aber zu den Staffeln, Wängi, Nindzerthal, Rindermatt und Züngel (im Bezirk Schwyz) anbetrifft, wann Hütten, Gädmer oder Kässpeicher sollten gebauen werden, und selbes durch den Bannwart beschienen wird, daß die Nothwendigkcit erfordert, daß gebaut werden muß, so sollen sie sich auch soviel möglich des dürren und abgehenden Holzes bedienen, und solle jeder um Erlaubniß Holz für sein Gebäude hauen zu dürfen, vor das Dorfgericht in Bürgeln kehren, welches ihme nach Bedürfniß erlauben wird, mit dem klaren Beysatz jedoch, daß dem Ansuchenden die erlaubten Stöcke, seyen es abge- hende oder grüne, von einem Bannwart sollen ausgezeichnet werden, und er nebstdem sein Zeichen auf jeden Stock zu machen schuldig seyn soll, und selbes dem Bannwart angeben. Für die Latten auf und unter die Dächer, solle auch angehalten, und nach Nothwendigkeit erlaubt werden, für Auflag solle von obgemelten bezahlt werden, was unter einem Schuhe dick Sch. 3, und was darüber ist Sch. 6, was aber über die Kulm mit der Zeit möchte gethan werden, solle einem jeweilenden Dorfgericht, je nach Umständen überlassen seyn, den Auflag zu bestimmen.
4. §. Wann aber der Fall eintreten würde, daß liegendes, oder abgehendeS Holz sich befinden sollte, das für den Unterhalt obgemeldter Gebäude überflüssig, oder nicht konnte gebraucht werden, daß dann das Dorfgericht befugt seyn darf, selbes an Nutzen zu bringen, und sich für allfällige Unkosten entschädigen kann.
5. §. Wer dieser Verordnung zuwider handelte, oder sonst einiges Holz freveln würde, solle nebst Verlierung des Holzes für jeden Stock Gl. 5 von dem Dorfgericht gestraft, und von selbem U.G.H.Hrn. angezeigt werden.»
6. §. Es solle nebst dem im Grundwald, und im Fläschwäldli die allgemeine Holzordnung auch beobachtet und befolgt werden, in Folge deren soll keiner das zu hauen erlaubte Holz Jahr und Tag im Wald liegen lassen, ansonsten selbes dem Wald verfallen, und er Gl. 2 vom Stocke bestraft werden soll, und wenn er auch schon ein oder mehrere Stücke weggenommen, und das übrige aber liegen laßt, soll das zurückgebliebene dennoch dem Wald verfallen, und er dafür mit gemelter Buße belegt werden. Es soll kein Stock unter einem Schuhe dick erlaubt und gehauen werden, bey Gl. 5 Buße, vorbehalten Dachlatten und was zu Gebäuden etwa in einer gewissen Dicke und Größe nöthig ist, aber auch dies nur mit getreuer Anzeige an das Dorfgericht und dessen Erlaubniß, auch bey obiger Busse. Haglatten aber unter einem Schuhe zu Hauen ist gänzlich bey obiger Busse verbothen, desgleichen auch alles Grotzen und Grasseln hauen, bey gleicher Strafe, auch soll niemand Bäum koren, noch schwändten, järben noch rümpfen bey Gl. 3 Busse von jedem Stock, desgleichen ist auch verbothen wegen den Geissen, oder sonst Grotzen, oder Tännlein umzuhauen, oder die Tölden abzuhauen, wie auch das Grißnadeln-Schaben und Gmiessen, alles bey Gl. 5 Busse von jedemmal.
7. §. Wenn einem Holz zu Gebäuden erlaubt wird, soll das Dorfgericht in Jahres Frist nachher genau Nachsehen lassen, ob es dafür gebraucht worden, und so es nicht dazu, wofür es begehrt worden, verwendt, oder gar etwas davon verkauft worden wäre, soll der, so es begehrt um Gl. 5 vom Stocke bestraft werden.»

LR 1822; LB UR 1826 Bd II, S. 65-69.
-------------------------
303  
Ordnung wegen des Harzens in den Wäldern
«Da man wahrgenommen, daß das Harzen in den Wäldern und besonders bey denen Mißbräuchen, so bisher von vielen dabey sind ausgeübt worden, sehr schädlich, und daß dadurch das Holz in seinem Wachsthum gehemmt, und die Wälder benachtheiligt werden; so ist hierüber folgende Einschränkung getroffen und festgesetzt worden: 1. §. Daß für Zukunft das Harzen in den Eigen-und Bannwälden untersagt und verbothen seyn solle: und daß besonders nicht gestattet werde, aus einer Gemeinde in die andere zu gehen, um in den dortigen Bannwäldern zu harzen: auch daß in Eigenwäldern ohne Erlaubniß des Eigenthümers nicht geharzet werden solle.
70 2. §. Denen löbl. Gemeinden wird aber überlassen, für ihre Gemeindsangehörigen in ihren Bannwäldern das Harzen zu verbieten, oder mit gutfindender Beschränkung zu gestatten.
3. §. Da die Erfahrung zeigt: daß das Harzen mit eisernen Instrumenten, wodurch die Bäume verletzt werden können, besonders schädlich sey; so wird das Harzen mit dergleichen Instrumenten des Gänzlichen untersagt und verbothen.
4. §. Wer in einem oder dem andern Punkte dieser Verordnung zuwider handeln würde, verfällt in die Buße von Gl. 26 von jedemmal, wovon 1/3 dem Landsäkel, 1/3 der betreffenden Gemeinde, und 1/3 dem Kläger zukommen solle: und wer diese Buß in Zeit eines Vierteljahrs nicht bezahlen wird, oder nicht zu bezahlen hat, solle dafür mit Wasser und Brod im Kämmerlein zu Gl. 1 per Tag abbüssen müssen: und solle diese Buß auch für diejenigen gemeint seyn, so den Fehler in Eigenwäldern begehen würden.»

LR 1820; LB UR 1826 Bd II, S. 69-70.
-------------------------
304  
Varkauf von Holz in eine andere Gemeinde
«Das mit gehörigem Befugniß und nach Vorschrift der Holzordnung gehauene Holz im Lande von einer Gemeinde in die andere zu verkaufen, mag nicht verbothen werden.»
LG 1796; LB UR 1826 Bd II, S. 70.
-------------------------
305  
Obrigkeitliche Holzschlagerlaubnis
«Der Hr. Landssäkelmeister mag in vorkommenen Notfällen sich zu Brücken, Straßen und Wehrenen des Holzes aus denen zunächst gelegenen Wäldern bedienen; jedoch so, daß es an keinen gefährlichen Orten geschehe: und solle, im Fall das Holz an andern gelegenen Orten zu bekommen wäre, den Bannwälden so viel möglich geschonet werden. Auch sollen, wenn es die Noth erfordert, von diesem Befugniß Gebrauch zu machen, die betreffenden Gemeinden allemal dessen avisirt werden.»
LR 1780, 1788; LB UR 1826 Bd II, S. 71.
-------------------------
306  
Kompetenz des Landrats über das Hauen von Spältenholz
«Um künftigem Holzmangel, der durch das übertriebene Holzhauen und außer Landes zu verkaufen, nothwendig herbeygeführt werden muß, zweckmäßige Schranken zu setzen, ist der w. w. Landsrath beauftragt und bevollmächtiget: das schädliche Spältenholz-Hauen und außer Landes zu verkaufen, nach Nochwendigkeit zu beschränken, oder solches auch gänzlichen zu verbiethen, und der übertriebenen Ausfuhr von Ladhölzern und Brennholz ebenfalls durch angemessene Maßregeln vorzubeugen, und die Nachkommenschaft vor künftigem Holzmangel durch Landesväterliche Vorsorge zu schützen.»

Ergänzung vom 18. März 1839 (Beschluss Landrat) und 20. Februar 1841 (Ratserkenntnis)
«UGHern. und Obern, auf den ihnen gemachten Antrag, daß dem Artikel Landbuchs 306, wegen dem Holzverkauf außer unfern Land, Erfüllung gegeben werden möchte, haben es in ihrer Pflicht erachtet, diesem Gegenstand die volle Aufmerksamkeit zu schenken, und den Umständen angemessen gefunden: Die sämmtlichen l. Dorfgerichte hiemit an ihre diesfalls aufhabende Pflicht landesväterlich und nachdrucksamst zu erinnern und ihnen, als den von den Hrn. Landleuten in dieser Sache bestellten Oberaufsehern, hochoberkeitlich zu befehlen, daß sie, und zwar bei Strafe und Verantwortlichkeit trachten und dafür sorgen sollen, daß unsere Holzordnung genau und in allen Theilen befolgt, derselben nachgelebt und auf keine Art zuwider gehandelt werde. Zu diesem Ende hin wird den l. Dorfgerichten noch besonders aufgetragen:
1) Daß sie die Holzordnung zur Hand nehmen und laut dem §. 4 derselben bestimmen sollen, wie viel Stöcke Holz sie jeder Haushaltung geben wollen und eine auf das Bedürfniß berechnete klassisizirte Eingabe machen, und solche Eingaben der Holz- und Straflisten, alljährlich bis Anfangs März dem w. w. Rathe zur Einsicht und Genehmigung eingeben sollen.
2) Sollen sie die Eingaben des aus dem Land zu verkaufenden Holzes laut Vorschrift des Artikel Landbuchs 307 genau und bestimmt an die l. Finanzkommission machen; und sollen diese Eingaben von den Dorfgerichten selbst, und nicht wie früher geschehen ist, durch Partikularen gemacht worden.
Es sind auch hierunter nicht nur die am See gelegenen Gemeinden, sondern jede Grenze von deren Holz außer Land verkauft wird, verstanden.
Die Dorfgerichte sollen desgleichen auch laut Art. Landbuchs 308 der l. Finanzkommission quartaliter ein Verzeichniß des zu verabgabenden und zu verzollenden Holzes eingeben.
3) Es sind die l. Dorfgerichte auch aufgefordert, UGHern. jährlich in einem Verzeichniß, die während dem Laufe des Jahrs vorgefallenen Straffälle, über Holz- und Waldfrevel worüber die Dorfgerichte bestraft haben, einzugeben.»

LG 1821; LB UR 1826 Bd II, S. 71 / LR 18.3.1839, RA 20.2.1841; LB UR 1842 Bd III, S. 172-173.
-------------------------
307  
Holzverkauf
«Jeder der sein aus Allmendwäldern nach Vorschrift der Holzordnung Art. 299. §. 3. und 4. von Wald gethane Lad- und Brennholz, so wie auch das Holz aus Eigenwäldern aus dem Lande führen oder Fremden verkaufen will, soll es dem Dorfgerichte seiner Gemeinde anzeigen, und zugleich von jedem Klafter Brennholz, mit Ausnahme des Eigenholzes, Sch. 3 und von jedem Sag-Trämel Sch. 5, zu Handen der Finanz-Commission erlegen. Das Dorfgericht macht alsdann mit Benennung des Verkäufers, des Orts, wo das zu verkaufende Holz liegt, und der Anzahl Hölzer oder Klafter der Finanz-Commission die schriftliche Anzeige, und diese Commission besorgt die Publikation mittels eines öffentlichen Anschlags am Rathause zu Altdorf.
Das auf diese Weise zum Verkaufe publizierte Holz soll von der Publikation an 14 Tage lang im Lande verblieben, innert welcher Zeit es der Landmann kaufen, oder wenn es schon einem Fremden verkauft wäre, ziehen mag. Und wenn ein Holzverkäufer in Rücksicht des Preißes gegen den Landmann zu übertrieben und unbillig wäre, und diesfalls geklagt würde, so ist U.G.Hrn. und Obern dem w. w. Rathe vorbehalten, die Schatzung nach Billigkeit zu machen.
Holz aus Allmend-Rüttenen ist wie andres Allmend-Holz zu betrachten, und hat die Abgabe bey der Ausfuhr außer Landes zu bezahlen.
Im Fall, wo das zum Verkaufen angekündigte Holz einem Landmann verkauft würde, oder sonst im Lande bliebe, wird der bezahlte Auflag wieder zurück bezahlt werden.
Wer diesen Artikel übersehen, oder in eint- oder andrer Sache dawider handeln würde, solle Gl. 20 Buße verfallen seyn, mit dem Beyfügen: wenn einer sogar über 10 Klafter derley Holz, so verbothen, diesem Artikel zuwider, oder ohne die dadurch vorgeschriebenen Formen zu beobachten, außer Landes verkaufen würde: der solle noch um ein Mehreres nach Proportion was über 10 Klafter seyn würde, gestraft werden.»

LR 1808, 1810, 1812; LG 1806, 1810; LB UR 1826 Bd II, S. 72 f.
-------------------------
308  
Holzverkauf ausser Landes
«Jeder der einiges Brenn- Lad- oder andrer Gattung Holz, sey es aus Eigen, oder Allmend-Wäldern aus dem Lande verkaufen, oder selbst ausführen will, solle nebst der gewohnten Anzeige, wie im vorgehenden Art. erläutert worden ist, auch dem Dorfgerichte, von dessen Gestade das Holz weggeführt werden soll, solches genau mit Benennung der Anzahl und Gattung des Holzes, anzeigen, und dies bey Gl. 10 Buß.
Die Dorfgerichte sollen dann hierüber ein getreues umständliches Verzeichniß führen, und selbes alle Vierteljahr der Finanz-Commission ein geben; auch zugleich diejenigen anmerken, so ohne solche Anzeige Holz ausser Land gethan oder an Fremde verkauft haben, wo dann die Hälfte der Buß dem Dorfgerichte zukommen wird.»

LR 1808; LB UR 1826 Bd II, S. 73 f.
-------------------------
309  
Zoll auf Holz
«Wer einiges Holz, das der Verzollung unterworfen ist, von Lande abführen will, soll bey Vermeidung von Strafe und Ungnade den in hier beygefügtem Tariff bestimmten Zoll entrichten bevor das Holz abgeführt wird, nämlich:
Von jedem nußbäumenen Laden, der 2 ½ Zoll dick Sch. 25.—
Was über 2 ½ Zoll dick zahlt nach Proportion, was aber dünner ist Sch. 12.3
Von jedem Zentner Flader Sch 25.—
deren Kisten aber sollen in der Ankenwag gewogen, visitiert und der Schein vom Wagmeister dem Zoller vorgewiesen werden. Von jedem Nußbäumenen Sagträmel Gl. 4.20
Von jedem Flintenschaft Gl. —.2
Von jedem paar Pistolenschaft Gl. —.1
Von jedem Ahorenen Ladholz Gl. —.10
Wenn Nußbäumenes Holz ans andern Kantonen eingeführt wird, so zahlt es bey der Einfuhr nichts, bey der Ausfuhr aber wie obgemelt.
Feines zum Verpacken verarbeitetes Tannen- und Ahornholz, in Lädlein oder kleinen Stücken zahlt per Zentner Sch. 3.
Tannene und Ahorene Geigenspältlig, wo aus einem zwey Scheiter langen Trämel 4 Spältlig gemacht werden, zahlt per Spältig Sch. 1.»

Ergänzung vom 14. Dezember 1838 (Beschluss Landrat)
«Wir Landammann und Landrath des Kantons Uri.
Da wir in Erfahrung gebracht haben, daß einerseits öfters bei der Zollstätte in Fluelen Holz ausgeführt und unter dem Vorwände, es sei dasselbe für irgend eine der Seegemeinden bestimmt, nicht verzollt und dennoch außer den Kanton gebracht, und daß anderseits, ebenfalls zur Ausweichung des Zolles, Allmendholz für Holz aus Eigen angegeben, und auf diese Weise das Gesetz umgangen und das hoheitliche Einkommen bedeutend geschmälert und beeinträchtigt werde haben erkannt und beschlossen:
1) Alles Holz, welches künftig, sei es vom Gestade zu Fluelen oder von Seedorf, ausgeführt werden will, soll den gebührenden Zoll bezahlen, der dann aber wieder zurückgestattet wird, wenn der Beweis geleistet werden kann, daß dasselbe im Kanton verbraucht oder verwendet worden sei.
2) Wenn ungesägtes Holz in die Seegemeinden ausgeführt und verzollt worden ist, dann aber in anderer Form aus dem Kanton geführt wird, so soll bei Strafe und Verantwortlichkeit der nach dem bestehenden Tarif für solches Holz noch betreffende höhere Zoll nachbezahlt werden.
3) Holz aus Eigen ist bei der Ausfuhr von benannten Gestaden ebenfalls dem treffenden Zolle unterworfen, wenn dem Einnehmer des Zolles nicht schriftlich bewiesen wird, daß es wirklich Holz aus Eigen sei, welche Ausweistitel sodann beförderlich der l. Finanzkominission zur Einsicht zuzustellen sind.»

LR 1808, 1810; LB UR 1826 Bd II, S. 73 f. / LR 14.12.1838, LB UR 1842 Bd III, S. 174-175.
-------------------------
310  
Erlaubte Zeit zum Holzreisten
«Das Holzreisten auf Allmend und in Zügen, wo keine Siegel und Briefe, oder andere Bestimmungen sind, ist von Gallen-Tage bis Mitte Märzens gestattet: jedoch allezeit mit Abtragung des Schadens, und daß der allfällig Beschädigte auf dem Holz, womit ihm der Schaden zugefügt worden, der Aggreß haben solle.»

Ergänzung vom 15. Mai 1837 (Beschluss Nachgemeinde)
«Holzzüge und Reisten.
Auf ein gestelltes Begehren von VII Geschlechtern, gegen welches jedoch Herr Lieutenant Jost Muheim und Weber Max Schiller ihre Rechte darschlugen und vorbehielten, durch Mehrheit beschlossen: Der Holzzug bei St. Alois im Bannwald ob Altdorf soll wieder gesetzlich geöffnet sein, und zwar mit den Bedingungen, die der Art. 310 des Landbuches für andere gewohnte Holzüge vorschreibt.»

LG 1812; LB UR 1826 Bd II, S. 75 / NG 15.5.1837, LB UR 1842 Bd III, S. 176.
-------------------------
311  
Erlaubnis zum Holzreisten
«Weil durch unbehutsames Holzreisten auch schon Menschen ihr Leben verloren, und viel anderes Unglück erfolgte, so ist befohlen, daß auf Allmenden und durch die Züge, wo keine Briefe oder andre Bestimmungen sind, niemal als in der erlaubten Zeit, wie der vorstehende Art. ausweißt, Holz möge gereistet werden; und wo man über die Landstraße, Kirchwege, andere Straßen, Fuhr- oder Fußwege reistet, solle, ehe man solches thut, an einem Sonn- oder Festtage öffentlich ausgekündet werden, an welchem Tage man reisten wolle: und sollen nebstdem die Reistenden schuldig seyn, Wachten auszustellen und Zeichen zu geben, ehe sie das Holz herablassen; — alles bey Gl. 50 Buß und Abtrag Schadens, von welcher Buß dem Kläger 1/3 zukommen solle.»Zum Akt. 311.

Ergänzung vom 29. Oktober 1834 (Ratserkenntnis)
«Wer Holz am Mättelistutz bei Sisikon in den See hinab reisten will, der soll gehalten sein, den Art. 311 des Landbuchs in allen Theilen auf das Genaueste zu befolgen, bei Gl. 50 Buße.»

Mandat Art. 32; LB UR 1826 Bd II, S. 76. / RA 29.10.1834, LB UR 1842 Bd III, S. 177.
-------------------------
312  
Verbot des Holzreistens am Axen
«Alles Holzreisten über die Straße beym Axen, und über die Axenfluo hinab in den See, ist bey Thurm Strafe und Abtrag Schadens des Gänzlichen verbothen.»
LR 1768; LB UR 1826 Bd II, S. 76
-------------------------
313  
Holzreisten im Gruontal
«Diejenigen so Holz durch das Grunthal zu Fluelen hinaus thun, sollen die schuldigen Tagwen laut Verkommniß verarbeiten, und schuldig seyn, das Thal bis spätestens Mitte April vom Holz zu räumen, widrigen Falls selbes denen Besitzern der untenliegenden Güter verfallen seyn solle.»
LR 1768; LB UR 1826 Bd II, S. 76-77.
-------------------------
314  
Holzreisten im Isenthal
«Diejenigen so die Jsenthalerstraß von Bolz-Bach bis an Engis-Ort, und von da durch die Grobegand mit Holzreisten verwüsten oder verderben würden, sind schuldig, den Weg sogleich auf ihren Kosten wieder zurecht und gangbar zu machen.
Bey der neuen Mauer beym Frutkäpeli aber ist alles Holzreisten über die dortige Straße für allezeit gänzlich verbothen, und zwar bey Gl. L Buß von jedemmal, und Abtrag alles Schadens, wozu der Fehlbare ohne Gnade solle angehalten werden.
Und damit dieß alles desto genauer beobachtet werde, ist der jeweilende Straßmeister beauftragt, ein fleißiges Aufsehen zu halten, und die Fehlbaren anzuzeigen, welche diesem Art. zu- widerhandeln würden.
Deßgleichen ist auch alles Holzreisten über, und durch die Landstraße beym Gandibach zu Wyßig auf SeeliSberg bey Gl. 5 Buß und Abtrag Schadens verbothen.»

LR 1783, 1804, 1811; LB UR 1826 Bd II, S. 77.
-------------------------
315  
Holzreisten beim Rynächt
«Da das Reisten und Holzwerfen über die Rhinachfluo der nahen Landstraße wegen immer mit Gefahr verbunden, so ist solches einzig durch die sogenannte Bötschlern, wo es durchs Bälmli und dann auf den Kohlplatz herab kömmt, und auch nur nach vorläufiger Anfrage und erhaltener Erlaubniß eines w. w. Raths, und mit Beobachtung der gesetzlichen Vorsorgen des Auskündens, und Aufstellen gehöriger Wachen gestattet: an allen übrigen Orten und besonders von der Fuchs-Nossen bis zum Scheidnösslein hinauf ist solches bey Gl. 26 Buß von jedem mal und Abtrag Schadens verbothen: von welcher Buße dem Angeber die Hälfte gefolgen solle.»
LR 1808, 1819; LB UR 1826 Bd II, S. 78.
-------------------------
316  
Sägerlöhne
«Alle Säger im Lande sollen schuldig sevn, um den festgesetzten Lohn zu sägen, und sich durchaus keines andern Maaßes als des hiesigen Landmaaßes zu bedienen, und zwar bey Gl. 5 Buß von jedemmal, wovon dem Kläger die Hälfte zukommen solle.
Tarif des Säglohnes
Vom Tannenholz auf den Schnitt, und für jeden Landmaaß-Schuh gerechnet:

Vom 1 Zölligen Laden per Schuh Angster 1
Vom 1 ½ Zölligen Laden per Schuh Angster 1 ½
Vom 2 Zölligen Laden per Schuh Angster 2
Vom 3 Zölligen Laden per Schuh Angster 3
Was mehr als drey Zoll dick gesägt wird, soll nur der gleiche Lohn, wie für dreyzöllige Läden, nämlich 3 Angster per Schuh bezahlt werden.

Vom Laub, oder Hartholz:
Vom 1 Zölligen Laden per Schuh Angster 2
Vom 1 ½ Zölligen Laden per Schuh Angster 3
Vom 2 Zölligen Laden per Schuh Angster 4
Vom 3 Zölligen Laden und was darüber ist Angster 5»

LR 1818, 1819; LG 1806; LB UR 1826 Bd II, S. 78 f.
-------------------------
317  
Verkauf von Nussbäumen
«Um dem schädlichen Verkaufe von Nußbäumenem Holz Einhalt zu thun, ist folgendes verordnet:
1. §. ES solle kein Nußbäumenes Holz noch Flader ohne bestimmte Erlaubniß von UGHHrn. außer Landes geführt werden bey Strafe von Gl. 26.
2. §. Damit die Unterpfänder nicht von Gewißenlosen Leuten zum Nachtheile der Creditoren geschwächt werden; so solle jeder, der einen Nuß-Baum hauen will, solches zuvor bey Strafe von Gl. 13 dem Dorfgerichte seiner Gemeinde anzeigen, und so dieses Gefahr dabey findet, soll es UGHHrn. davon Bericht geben.
3. §. Wenn endlich Einer unbefugt einen Nußbaum ankornete oder anbohrete, soll er 10 Dublonen bestraft werden.» Von diesen obgemelten Strafen soll jedesmal dem Kläger oder Angeber der halbe Theil zukommen.»

LR 1808; LB UR 1826 Bd II, S. 79 f.
-------------------------
318  
Verkauf von Ahorn
«In Betreff des Hauens und Verkaufes des Ahorn-Holzes in den eigenthümlichen Gütern wird für diejenigen Besitzer, so laut altem Gesetz den 3ten Pfenning nicht abbezahlt haben; hiermit festgesetzt, daß die gleiche Verfügung wie im Art. 317 wegen den Nußbäumen verordnet ist, auch in Ansehung der Ahorn solle beobachtet werden: mit der weitern Erläuterung jedoch, daß die resp. Dorfgerichte nur die schadhaften und abgehenden Ahorn zu hauen, und zu verkaufen erlauben mögen.»
LG 1819; LB UR 1826 Bd II, S. 80.
-------------------------

 
VERFASSUNGEN DES KANTONS URI

Verfassung von 1803
Verfassung von 1820
Verfassung von 1850
Verfassung von 1888
Verfassung von 1984

Verfassung nach Datum

Im URIkon befindet sich von der Verfassung 1850 nur der ursprüngliche Text. Die Verfassungsänderungen werden nachgetragen!

 

 

Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 15.09.2020