ÜBERSICHT

Name Wappen Siegel Banner Verfassungen Gesetzgebung Landsgemeinde Abstimmungen Wahlen Parlamentarische Vorstösse Eckdaten Bevölkerung Geografie Diverses

BEZIEHUNGEN

Ausland Kantone

Gesetzesbestimmungen

Das Landbuch des Kantons Uri, 1823/1826
Bd 2 (1826)
Sömmerung des Viehes auf Allmend und Alpen

364  
Bestimmung der Alpfahrt am Markustag
«Jährlich auf St. Markus-Tag soll eine Geminde von Räth -und Landleuten in der Jagdmatt gehalten, und dabey erkennt werden, wann man mit dem Viehe auf die Allmend fahren wolle, und so einer vor dem bestimmten Tage mit was immer für Vieh aufführe, soll er Gl. 6. Straf von jedem Stück verfallen seyn.»
LB UR (1826) Bd II, S.
-------------------------
365  
Räumung der Bodenallmend
«Wann dann die Allmend im Boden im Frühling solle geräumt und mit dem Schmalvieh in die Höhenen und Geißweiden gefahren werden, solle ein w. w. Rath jährlich bestimmen.»
LG 1652; LB UR (1826) Bd II, S. 119.
-------------------------
366  
Termin der Auffahrt nach der Ruossalp
«Deßgleichen bestimmen auch UGHHrn. ein w.w. Rath jährlich den Tag an welchem die Ruoßälpler Hirit zu Alp fahren soll. Es soll daher jeder in 2 oder 3 Tagen, nach dem die Hirti, wohin er sein Vieh thun will, aufgefahren ist, mit seinem Vieh ab der Allmend fahren, bey Gl. 5 Buß von jedem Haupt, und nach dem Auffahren der Ruoßalper Hirti darf überhaupt kein Vieh mehr auf der Allmend gehalten werden als das im folgenden Artikel 368 benannte.»
LG 1714; LB UR (1826) Bd II, S. 120.
-------------------------
367  
Räumung der Allmend
«Im Herbst soll die Boden-Allmend auf St. Gallen Tag den 16ten Weinmonat jährlich von allem Vieh geräumt, und keines mehr darauf gelassen werden bey Gl. 6 Buß von jedem Stück.»
LG 1737, 1754; LB UR (1826) Bd II, S. 120.
-------------------------
368  
Sömmerung von Heukühen und Brauchross
«Auf der Boden-Allmend oder Heukuhweiden mag man während dem Sommer nicht mehr als ein Brauchroß und eine Heukuh, oder aber zwei Kühe halten und sömmern, mit Ausnahme der Lohnkarrer die zum Marktschiff fahren, welche zwey Brauchroß, aber dann keine Heukuh darauf haben mögen; doch mag ein Landrath auf ihr Ansuchen ihnen die Haltung auch noch einer Heukuh bewilligen.»
LG 1726, 1744; LB UR (1826) Bd II, S. 120 f.
-------------------------
369  
Nach dem nach Niklausen-Tag eingeführtes Vieh
«Bis zu St. Niklausen-Tag mag jeder so viel Vieh ins Land kaufen als er will, und dann darinn auf Allmenden und Alpen sömmern, so fern es die gesetzliche Zahl Kühessens nicht übersteigt. Was aber nach St. Niklausen Tag ins Land gekauft oder gebracht wird, solle in Betreff der Sömmerung als fremd betrachtet und gehalten werden; jedoch mag ein w. w. Rath einem der sonst kein Vieh hat und die Allmend nicht beschwert, erlauben, eine Heukuh auch nachher ins Land zu kaufen, und darin auf der Allmend zu sömmern.
Es mag einer auch drey Saum- oder Brauchpferde zu Bedienung des Passes in einem Sommer ins Land kaufen und sömmern, nämlich wenn er eines wieder verkaufte oder ihm abgienge, mag er wieder ein andres kaufen, bis auf das 3te, aber mehrere nicht.»

LG 1657. 1703, 1705; LB UR (1826) Bd II, S. 121.
-------------------------
370  
Ausser dem Lande gewintertes Vieh
«Wenn daher jemand Vieh außer Landes, und wenn es auch auf ererbten Gütern wäre, wintert; so mag solches auch nicht mehr im Lande, wie Landvieh auf Allmend und Alpen gesommert werden.
Jedoch sind hievon die spreitenbachischen Güter bey Seelisberg, und denen von Sisikon ihre Berg-Güter zu Römerstalden ausgenommen. Auch ist dem am Unschuldigen Kindern. Tag den 28 ten Christmonat jährlich zu haltenden Landrathe überlassen in dringenden Umständen solches zu erlauben.»

LG 1664. 1673. 1703. 1706. 1720. 1721. 1762; LB UR (1826) Bd II, S. 121 f.
-------------------------
371  
Vieh, das durch Ersbschaft oder Schuldentilgung ins Land kommt
«Vieh so Erbes wegen, oder an Zins oder Schulden ins Land kommt, solle, so es vor Lichtmeß geschieht; und von gesunden Orten herkommt, im Lande wie Landvieh auf Allmend und Alpen mögen gesömmert werden, die Geißen jedoch ausgenommen; und soll derjenige, der hieben Gefährde brauchte oder falsche Angaben machte um Gl. 20 Buß verfallen seyn.»
LG 1657, 1661, 1664, 1689; LB UR (1826) Bd II, S. 122.
-------------------------
372  
Anzahl Kuhessen auf der Allmend
«Keiner darf mehr als 30 Kühessens auf der Allmend sömmern, bey Verlust des Viehes so einer mehr darauf sommerte; und soll deßwegen ein Pferd für 2 Kuhessens, 2 Jährling oder 3 Saugfüllen für ein Pferd, 2 Meißrinder, 3 Kälber oder 7 Stück Schmahlvieh (Schafe und Geiße) für ein Kühessens gezählt, und gerechnet werden.»
LG 1682, 1710, 1732, 1746, 1774, 1803; LB UR (1826) Bd II, S. 122 f.
-------------------------
373  
Pferde auf der Allmend
«Die Pferde sollen auf Allmend und Alpen nicht beschlagen seyn bey Gl. 5 Buß und Abtrag Schadens; jedoch mögen die Brauchroß, die nach der Auffahrt der Ruoßälpler-Hirti bis heilig Kreuz-Tag im Herbst auf den Boden-Allmenden laut Art. 368. das Recht haben, wohl auf den Eisen belassen werden.»
LG 1774; LB UR (1826) Bd II, S. 123.
-------------------------
374  
Ungezeichnete Pferde und Vieh
«Wer Pferde oder andres Vieh auf Allmend und Alpen halten will, der soll dieselben geherig und kennbar zeichyen. Und wenn unerlaubte oder unbezeichnete Pferde oder andres Vieh darauf angetroffen würden; sollen selbe dem Hrn. Landseckelmeister zugeführt, und nach erwiesenem Fehler öffentlich versteigert werden; wo dann die Hälfte des Erlöstes dem Seckelamte, und die andre Hälfte dem Kläger zukommen soll.»
LG 1774; LB UR (1826) Bd II, S. 123.
-------------------------
375  
Verbot «Steigender Münche» auf Allmend
«Steigende Münche, schadhaftes und ungesundes Vieh auf die Allmend zu thun ist bey Gl. 5 Buß und Abtrag Schadens verbothen.»
Mandats-Protokoll; LB UR (1826) Bd II, S. 124.
-------------------------
376  
Fremdes Vieh auf dem Eigen
«Wer von St. Gallen Tag bis May oder von der Alpfahrt bis hl. Kreuz-Tag Pferde auf dem Seinigen fände, die ab Allmenden dahin gekommen, soll dieselben dem Hrn. Landsekelmelster zuführen, und der Eigenthümer nebst Abtrag Schadens um Sch. 20 vom Stück bestraft werden.»
LB UR (1826) Bd II, S. 124.
-------------------------
377  
Verbot, fremdes Vieh von der Allmend zu treiben
«Keiner soll einem Andern einiges Vieh oder Pferde ab der Allmend oder Alpen treiben noch führen, noch solche an einem Platz abwehren, bey Gl. 5 Buß.»
LB UR (1826) Bd II, S.
-------------------------
378  
Von Fremden gekauftes Vieh auf Allmend
«Wenn ein Fremder allhier Vieh kauft, und auf seine Gefahr und Wag nimmt, soll er es nicht länger als 8 Täge auf der Allmend halten mögen; obschon der Landmann, wie er schuldig, den Auflag davon bezahlte, bey Gl. 5 Buß von jedem Stück.»
LB UR (1826) Bd II, S. 124.
-------------------------
379  
Sömmerungsverbot von zurückgekauftem Vieh
«Wer fremdes Rindvieh, Schafe oder Geißen von Außerlande her um Zins oder sonst an die Hand nähme, um es am Herbst wieder zurück zustellen: der mag solche auf hiesiger Allmend und Alpen nicht sömmern; wenn er auch schon den fremden Auflag bezahlen würde. Und wenn dergleichen unerlaubtes Vieh auf hiesigen Heukühweiden oder Alpen entdeckt würde, soll es dem Fisco anheim und zufallen; und sollen diejenigen, welche auf irgend eine Weise dazu helfen oder Handbieten, verheimlichen oder falsch angeben, die Strafe von Gl. 50 verfallen haben. Die Alpvögte sind beauftragt hierüber genaue Wachsamkeit zu halten, und wenn sie dießfalls etwas entdecken würden, solches pflichtmäßig UGHHrn. Anzuzeigen.»
Landsrat. Erkennt. 1813. 1816; LB UR (1826) Bd II, S.
-------------------------
380  
Verbot, von um Zins genommenes Vieh auf Allmend
«Wenn jemand zu Sennten oder sonst zum Gebrauche fremde Pferde um Zins nähme, oder nur angeblich kaufte, sie am Herbst zurückgäbe, oder sonst Betrug zu Ausweichung des Gesetzes brauchte, mag solche nicht auf der Allmend halten: und soll derjenige, so dawider handelte, um Gl. 65 bestraft werden, wovon dem Kläger Gl. 25 zukommen sollen.
Note: Wie die hier wohnenden Beysäßen und Fremden Vieh auf der Allmend halten mögen, ist im Art. 96 des ersten Theils des Landbuches nachzusehen.»

LG 1657, 1703, 1705; LB UR (1826) Bd II, S. 126.
-------------------------
381  
Schweine auf Allmend
«Schweine mag jeder haben so viel er will; doch daß sie geringelt seyen, und jedermann vor Schaden gehalten werden. So oft nicht geringelte Schweine Schaden thun, soll der Eigenthümcr jedesmal Gl. 5 Straf nebst Abtrag des Schadens bezahlen.
Wer daher ungeringelte Schweine kauft, soll sie einstallen, bis sie geringelt sind Auch mag einer Faselschweine haben , wann sie aber räußig, soll er sie einstallen, und dann auch Andern ohne Schaden auf dem Seinigen behalten bey gleicher Buße.
Bey der nämlichen Buße und Abtrag Schadens sollen die Schwein-Eber gar nicht ins Freye gelassen, sondern allezeit eingestallet gehalten werden. Die Stäfel Ennetmärkt, so wie alle übrigen Stäfel aus Allmend-Alpen sollen vor den Schweinen geschirmt seyn; es sollen nämlich keine, bevor mit dem Vieh und Sennten aufgefahren wird, darauf getrieben werden.
Fremde Schweine, die nicht einem hiesigen Landmann oder Einwohner eigenthümlich znständig sind, auf unsre Allmend und Alpen aufzutreiben, ist bey Confiskation, und einer Geldbuße von Gl. 50 verbothen.»

Ergänzung vom 13. Mai 1832 (Beschluss Nachgemeinde)
«Zu Vermehrung des hoheitlichen Einkommens ist auf den Vorschlag des w. w. Landraths erkannt worden:
Die Schweine, ohne Unterschied des Alters, sollen in die Viehlisten ausgenommen, und wenn sie auf die Allmend gelassen werden, mit Batzen 1 verabgabet werden, unter den gleichen Bedingnissen, wie anderes Vieh. Jene Schweine, welche erst dann in's Land gebracht werden, nachdem die Frühlingslisten schon abgegeben sind, sollen unter Verantwortlichkeit, gleich anderem Vieh angegeben und verabgabet werden.»

Ergänzung vom 28. Dezember 1832 (Beschluss Landrat)
«Beschluß wegen den Schweinen auf der Bodenallmend.
Auf die gemachte Einfrage, ob die S. V. Schweine auch das Recht haben, den Sommer hindurch mit den Heukühen auf der Bodenallmend zu gehen; ist der Entscheid dahin ertheilt worden: ‘Gemäß Art. Landb. 368 haben die S. V. Schweine nach der Rusalpfahrt kein Recht mehr auf der Bodenallmend.»

LG 1657, 1687, 1703, 1705, 1813; LB UR (1826) Bd II, S. 126 f. / NG 13.05.1832, LR 28.12.1840; LB UR 1842 Bd III, S. 199.
-------------------------
382  
Verbot, auf mehrere Alpen zu fahren
«Es ist bey Gl. 25 Buß verbothen zwey oder mehrere Alpen zu schleifen, das heißt: es mag einer nicht an einem Orte auftreiben, und dann während dem Sommer mit dem gleichen Vieh wieder auf andre Alpen und Allmend fahren.».
LG 1687; LB UR (1826) Bd II, S. 127.
-------------------------
383  
Bestimmung der Zeit des Auffahrens
«Welche an einem Orte zu alpen gedenken, sollen alle Alpgenoßen zusammetretten, um sich zu vereinbaren, wann sie auffahren, und wie sie die Alp, und Stäfel benutzen wollen, in soweit durch Satz und Ordnung diesfalls nicht schon Bestimmtes geordnet ist: und was die Mehrheit erkennt, soll der mindere Theil geleben, und dem nachkommen; und wer dawider handelt, soll vom Stück Vieh Gl. 5 bestraft werden. Als Alpgenoßen sind hierinfalls aber nur jene anzusehen , die dies Jahr wirklich da alpen, ansonsten sie nicht mehren mögen, wenn sie schon auf dieser Alp das Hüttenrecht haben. Auch soll man die Lücken gegen die Alpen im Frühling zuhalten, und wo Vieh auf den Alpen muß getränkt werden, soll man es ohne aufzuhalten zu- und vom- Wasser treiben, und nicht weiden lassen, bey Gl. 5 Buß von jedem Stück.»
LG 1665,1672; LB UR (1826) Bd II, S. 127 f.
-------------------------
384  
Wahl von Alpvögten, Pflichterfüllung, und Eidesleistung
«Für jede Alp sollen die betreffenden Alpgenoßen unter sich einen tauglichen Alpvogt erwählen, der die im Art. 280 vorgeschriebenen Pflichten zu erfüllen , und den darum aufgesetzten Eid beym Hrn. Richter des Landes zu leisten hat.»
LB UR (1826) Bd II, S.
-------------------------
385  
Beschränkung auf 22 Kühe bei Eigenalpung
«Wenn einer für sich allein alpen will, wag er nicht mehr als 25 Kühe haben; und wenn zwey oder mehrere miteinander alpen, so sollen sie auch nicht mehr als 32 Kühe an ein Sennten thun, bey Gl. 25 Buß. Es ist aber keinem Landmann, der eigene Hüttengerechtigkeit hat, benommen, auch mit wenigern Kühen zu alpen.»

Ergänzung vom 28. Dezember 1832 (Beschluss Landrat)
«Auf die verlangte Erläuterung des Gesetzes, Art. 385, ob nemlich die in demselben aufgesetzte Strafe nur auf den Fehler überhaupt oder aber auf jede Kuh, welche über das Gesetz aufgetrieben wird, zu verstehen und anzuwenden sei, wurde beschlossen:
Es sei die im Art. 385 aufgesetzte Buße von Gl. 25 nicht auf den Fall überhaupt, sondern auf jedes Stück, das auf ein oder zwei Hüttengerechtigkeiten mehr aufgetrieben wird, als das Gesetz gestattet, anzuwenden und zu vollziehen.»

LB UR (1826) Bd II, S. 128 f. / LR 28.12.1840; LB UR 1842 Bd III, S. 200.
-------------------------
386  
Sömmerung der Kälber
«Es soll in Zukunft im ganzen Lande auf allen Allmend-Alpen erlaubt seyn die Kälber, wenn sie nicht über ein Jahr alt sind, mit den Kühen in die Alpen zu nehmen, und solche bey den Sennten zu sömmern; jedoch in dem Verstand, daß solche Kälber tu die im vorgehenden Art. 372. erlaubten Kühessens gerechnet, und gezählt werden sollen; und nur die Kälber der aufzutreibenden eignen oder Lehn-Kühen gemeynt seyn; nicht aber daß einer Kälber allein übernehmen und auftreiben möge.»
LG 1820; LB UR (1826) Bd II, S.
-------------------------
387  
Flucht der Sennten wegen Schnee
«Es sollen die Sennten, wenn sie Schnees halber aus den Stäfeln zu weichen gezwungen wären, in so fern die untern Stäfel noch vom Schnee frey sind, die Heukuhweid keineswegs beschweren mögen. Und wenn sie Schnees halber dahin fahren müßten, sollen, sobald die Alp wieder Schnee frey wäre, ohne Verzögerung, und zwar bey hochoberkeitlicher Strafe, die Heukuhweiden von den Sennten wieder geräumt werden.
Und damit dem Folge geleistet werde, sollen die resp. Dorfgerichte Aufsicht halten, und die Achtbaren ohne Ausnahme anzuzeigen schuldig seyn.»

LR 1785; LB UR (1826) Bd II, S. 129 f.
-------------------------
388  
Pferde auf Gemsfeyer
«Die Senntenroß auf Ennetmärkt, welche man nicht ohne Gefahr in die Oberstäfel mitnehmen kann, mögen auf Gemsfeyer gethan, und da gehalten werden, bis man wieder in den Boden fährt.»
LG 1763; LB UR (1826) Bd II, S. 130
-------------------------
389  
Ordnung der Wassner Alpgenossen
«Das von der Landsgemeinde dem Kirchgange Wassen ertheilte Privilegium, eine frische Ordnung, und Abtheilung unter den dortigen Sennten und Alpgenoßen zu machen, bleibt in Kräften anerkennt.»
LG 1767; LB UR (1826) Bd II, S. 130.
-------------------------
390  
Behandlung von tragenden Rindern
«Die trägenden Rinder, die sich vor dem 14ten. Herbstm. erneuern, werden als Kühe gerechnet, und mögen bey den Senmen oder auf Heukuhweiden gesommert werden.»
LR 1808; LB UR (1826) Bd II, S. 130 f.
-------------------------
391  
Alpabfahrt auf dem Urnerboden und auf Surenen
«Es ist niemand befugt auf den Alpen Ennetmärkt und zu Niedersurenen sich langer als bis Weyhnacht, haushäblich aufzuhalten: und wer dieses Verboth übertretten würde, soll durch die Amtsleute abgeholt, und zu gebührender Strafe und Ahndung gezogen werden.
Die resp. Dorfgerichte von Spiringen, Unterschächen, Erstfeld und Attinghausen sind schuldig dafür zu wachen, und zu veranstalten, daß diese Verordnung befolgt werde.»Zum Art. 391.

Ergänzung vom 21. Februar 1828 (Beschluss Landrat)
«Zu Verhütung des bis dahin stattgehabten Mißbrauches, wo Personen, ja ganze Familien mit Vernachlässigung der Gottesdienste, des christlichen Unterrichtes und der Schulen sich beinahe das ganze Jahr in den Alpen Enetmärkt und Niedersurenen haushäblich aufhalten, und so nebst der Beschädigung, die diese Alpen in Bezug auf Holz und Weiden zu leiden Gefahr laufen, sich selbst auch der Gefahr aussetzen, in Krankheitszufällen der geistlichen und ärztlichen Hilfe beraubt zu sein, ist notwendig erachtet worden, dem Artikel 391 des Landbuchs beizusetzen: Daß jenen, die in den genannten Alpen eigenes Heu zu Hirten haben, vor dem weißen Sonntag dahin zu fahren bei Strafe und Verantwortlichkeit verboten sein solle, daß sie aber auch dann, wann sie nach der erlaubten Zeit zu fahren gedenken, hievon dem betreffenden Dorfgericht die Anzeige machen sollen.»

LG 1812; LB UR 1826, Bd II, S. 131 / LR 21.2.1828; LB UR 1842 Bd III, S. 201.
-------------------------
392  
Ablieferung von einem Saum Anken
«Jedes Sennten auf Allmend-Alpen ist laut alter Satz und Ordnung schuldig jährlich ein Saum Anken in die Ankenwaag zu thun.
Und wenn Mangel an Anken (für unsere Landleute) sich zeigte: so soll den Sennten befohlen werden den schuldigen Saum Anken zu bringen, bey Gl. 5 Buß.»

LG 1617, 1666, 1693, 1709, 1769: LB UR 1826, Bd II, S. 131 / Siehe: LB UR Bd III 1828 (S. 201)
-------------------------
393  
Eigenälpler sollen die Allmend-Alpen nur 4 Wochen benutzen
«Diejenigen so Eigenalpen haben, sollen die Allmend-Alpen mit ihrem Vieh oder Sennten nicht länger als 4 Wochen benutzen mögen. Und sollen die Eigenälpler nicht nach Belieben und Convenienz die ihnen nach alter Uebung angewiesenen Ausstäfel verlassen , und an einem andern Orte, wenn sie auch schon dort Hüttengerechtigkeit durch Käufe oder Erbe an sich gezogen hätten , mit ihren Sennten auffahren mögen; und sollen die dawider Handlenden in ihre alten Ausstäfel zurückgewiesen seyn: jedoch Rechtsamen vorbehalten , die durch Siegel und Briefe genügend beurkundet sind.
Es sollen auch die Eigenälpler mit nicht mehr als 30 Kühessens auf die Allmend fahren, und im Uebertretungsfall gehalten werden , wie der Art. 272. ausweißt.»

LG 1780, 1814; LB UR 1826, Bd II, S. 131 f. / Siehe: LB UR Bd III 1828 (S. 201)
-------------------------
394  
Sömmerung von Pferden und Rindern
«Allgemeine Landhirtenen in denen die Pferde und Rinder mögen gesommert werden , sind folgende als nämlich:
Die Ruoßalp, Surenen, Fißiten, Seenalp , Matten, und Alplen.»

LB UR 1826 Bd II, S. 132 f.
-------------------------
395  
Bestimmungen zur Ruosalp
«Ueber die Ruoßalp verfügen UGHHrn. und Obern. Hochdieselben erwählen den Hirt und den Alpvogt. (Die aber nie beyde aus der nemlichen Gemeinde genommen werden sollen.) Sie bestimmen die Zeit , wann die Hirti aufgetrieben werden solle: erhalten die dortigen Alpgebäude, Häge, Mauern und Gräben: geben das fürs Vieh bestimmte Salz: bezahlen den Hirtlohn, und die sämmtlichen Alpkösten, und beziehen dann dagegen von dem aufgetriebenen Viehe folgenden Auflag:

Von einem Zuchthengst: Gl. 2
Von einem Münch: Gl. 1 Sch. 10
Von einem Stierochs: Gl. 1 Sch. 25
Von einem Zuchtstier: Gl. 1 Sch. 25
Von einem Ochs der mehr als drey Jahr alt ist: Gl. 1 Sch. 25
Von einem Zeit - oder Meißochs: Gl. 1 Sch. 20

Die Eigenthümer des Viehes sind schuldig, gleich bey der Auffahrt dem Hirt zu Händen des Hrn. Säckelmeisters den bestimmten Anflag sammt dem Schwändbatzen zu bezahlen, und das Rindvieh mit dem Land- und Dorf-Zeichen zu bezeichnen: widrigenfalls niemand für das aufgetriebene Vieh verantwortlich seyn würde.
Außer der vorgemelten Gattung mag in Ruoßalp keinerley andres Vieh aufgetreiben werden, und sollen dort auch keine Kälber gesommert werden.»

aLB 135; LR 1804, 1821; LG 1719; LB UR 1826 Bd II, S. 133 f.
-------------------------
396  
Bestimmungen zu verschiedenen Alpen
1. §. Die drey löbl. Gemeinden Altdorf, Erstfeld und Attinghausen haben von Alters her das Recht unter sich abwechselnd zu 2 Jahren um, den Hirt und Alpvogt von Sure- nen zu wählen, auch die Zeit der Auffahrt zu bestimmen, und dagegen verpflichtet alljährlich den gewohnten Kreuzgang zu der Kapelle in Blacken zu verrichten.
2. §. Die Besitzer der 26 alten Hüttengerechtigkeiten in der Fißeten haben das Recht, den dortigen Hirt und den Alpvogt zu erwählen, und beziehen jährlich Gl. 8 Sch. 18 Hüttenzins, der zu den Alpkösten geschlagen und auf das Vieh berechnet werden soll. Dagegen sind sie aber schuldig die Hütten und Alprustig in gutem Stande zu erhalten.
3. §. Die Besitzer der 19 alten Hüttengerechtigkeiten auf Alplen haben wie die in der Fisteten, das Befugniß, den dortigen Hirt und den Alpvogt zu ernennen , und sind auch schuldig die Hütten und Alprusiig (Geräthe) in einem guten Zustand zu unterhalten.
Dagegen aber beziehen sie jährlich Gl. 4 Sch. 20 Hüttenzins, der bey der Hirte- Rechnung zu den Alpkösten geschlagen , und auf das Vieh gelegt werden mag.
4. §. Die löbl. Gemeinde Bürglen erwählt den Hirten und den Alpvogten für die Seenalp, und bezieht jährlich von der Hirte Gl. 10 Hüttenzins: ist dann aber dagegen verpflichtet, die dortigen Alpgebäude und Rüstig in gehörigem Stande zu erhalten.
5. §. Deßgleichen hat auch die löbl. Gemeinde Seelisberg das Recht den Hirten und Alpvogten auf Matten zu setzen: sie bezieht jährlich Gl. 10 Hüttenzins von der dortigen Hirte , und ist dann dafür verpflichtet, die Gemächer und Alprustig in brauchbarem Stande zu unterhalten.

Ergänzung vom 15. April 1840 (Beschluss Landrat)
«Das Gutachten der Gemeinden Altdorf, Attinghausen und Erstfeld, daß zur Bestreitung der von Zeit zu Zeit wiederkehrenden Kosten wegen Erbauung und Unterhalt der Hütten in Surenen und dergl. jährlich Gl. 10 aufs Hirtevieh geschlagen werden möchte, um daraus eine Kasse zu bilden ist, hoheitlich genehmigt und bestätigt worden.»

LB UR 1826 Bd II, S. 134 f.; LR 15.4.1840; LB UR 1842 Bd III, S. 202.
-------------------------
397  
Ordnung für die Hirtenen Surenen, Fiseten, Seealp, Matten, und Alplen
«1 tens. Es soll in allen Hirtenen für Pferde und Rindvieh ein angemeßenes Quantum Salz, als für Wachsthum und Gesundheit des Viehs sehr zuträglich, angeschafft werden, und soll solches unpartheyisch und gewissenhaft für Pferde und Rindvieh der Hirte gebraucht, und nichts davon vom Hirt, wenn er wieder Kühe hätte, für dieselben und seine Molken genommen und gebraucht werden.
2 tens. Die Zahl und Kosten der S. v. Hirtenstieren bleibt zwar jeder Hirte nach ihrer Lage überlassen, doch sollen überall hinreichend und gute Stieren angeschafft, und hierauf als eine für die Viehzucht besonders wichtige Sache sorgfältig geachtet werden.
3 tens. Die Hirten- oder Alpvögte sollen für jeden Tag, so in die Hirte zu gehen haben, Gl. 1 Lohn beziehen, und sollen diese, und keine Dorfvögte noch andere, wie sonst bey Surenen üblich war, zu Besichtigung des Grases vor der Alpfahrt in die Alp oder Hirte gehen. Die Zahl der Gänge, so jeder jährlich in die Alp thun soll, wird zwar nicht bestimmt, sondern hängt oft auch von Witterung und Umständen ab; doch aber soll der HHerr Richter des Landes die Hirtenvögte bey deren Beeidiung erinnern, daß sie zu Ersparung von Kosten nicht ohne gute Ursache, wo der Nutzen der Hirte oder anfällige Umstände es fordern, in die Alp oder Hirte gehen sollen.
4 tens. Die bey Fißeten und Alplen übliche Bezahlung eines jährlichen Zinses von Gl. 4 und 2 an den Hirten für Schiff und Geschirr, so wie der bey Seenalp bezahlte Gulden für's Einschreiben der Hirte im Frühling, und die Sch. 10 für's Papier zum Einschreiben bey Surenen sollen künftig wegfallen, und diese Kosten in keine Rechnung mehr gebracht werden.
5 tens. Das Trinkgeld für den Hirten kann so wie sein Lohn nicht gleichförmig bestimmt werden, da einer mehr, der andere weniger verdient, auch die Lage der Hirtenen und Anzahl des Viehs sehr ungleich sind, doch aber soll bey keiner Hirte mehr als das angenommene Gl. 15 Trinkgeld gegeben und verrechnet werden.
6 tens. Die Kosten der Rechnungen sollen überall gleich seyn, und zwar für nachbenannte 6 Personen, die die verschiedenen Hirtenrechnungen und zwar alle jederzeit in Altdorf wachen sollen , nämlich: die 2 oberkeitlich hiezu verordneten Herren Räthe, ein Ausgeschossener von der Gemeinde oder den Hüttenberechtigten, die den Hirt gewählt, der Hirtevogt, der eigentliche beeidigte Hirt und ein Landschreiber, und jedem für Mühe und Taglohn ½ Neuthaler oder Gl. 1 Sch. 25, also im Ganzen 3 Neuthaler. Mehrere sollen nicht zu den Rechnungen verordnet, und nicht mehr Kösten gemacht und in Rechnung gebracht werden.
7 tens. Für Vertheilung der sämmtlichen berechneten Kösten auf das Hirtenvieh jeder Gattung kann nicht wohl das gesetzlich bestimmte Verhältniß des Küheessens angenommen werden; indem hier nicht auf den Genuß oder Nutzen allein, sondern mehr noch aus Sorge, Mühe und Arbeit, so eine Gattung Vieh dem Hirten giebt, Rücksicht genommen werden muß. Es soll daher folgendes billiges Verhältniß hier angenommen und befolgt werden: Das Rind, sey es Zeit- oder Meißrind wird als Norm oder Maßstab angenommen; die galte Kuh ¼ mehr; ein galtes Pferd, Jährling oder älter, wie 2 Rinder; ein melkes Pferd mit dem Füllen ¼ mehr als das galte; 2 Kälber wie ein Rind, und 5 Schafe auch wie ein Rind. So wenn es also z. B. zu bezahlen trifft auf ein Rind Sch. 20, so soll 1 gälte Kuh bezahlen Sch. 25, das galte Pferd Gl. 1, das melke mit Fülle Gl. 1 Sch. 10, ein Kalb Sch. 10, ein Schaf Sch. 4.
Vorstehende Ordnung ist nach ihrem Inhalt hochoberkeitlich gut geheissen und bestätiget, und sollen in Betreff des auch für Surenen anzuschaffendce Salzes die drey betreffenden Gemeinden dafür sorgen, daß im Verhaltniß des Viehes nach Bedürfniß Salz angeschafft werde.»

LR 1824; LB UR 1826 Bd II, S.
-------------------------
398  
Bestimmungen und Pflichten für Hirten
«Die Hirten, so in einer der im Art. 394. benannten Hirtenen angestellt werden, sind besonders unter Strafe und Verantwortlichkeit verpflichtet, denen hier nachstehenden gesetzlichen Bestimmungen nachzukommen, und dieselben getreu und gewissenhaft zu erfüllen:
1. §. Ein jeder, der einen Hirtendienst annimmt, ist schuldig jährlich beym Hhrn. Richter des Lands den im Art. 281. vorgeschriebenen Eid zu leisten, und zwar jedesmal, bevor mit der Hirte aufgefahren wird.
2. §. Es soll jeder Hirt gehalten seyn, eine gute und annehmbare Bürgschaft von wenigstens Gl. 200 zu mehrerer Sicherheit des ihm an- vertrauten Hirtendienstes, beym jeweilenden Alpvogt zu hinterlegen.
3. §. Die Hirten find schuldig jährlich ihre angestellten Hirtenknechte dem w. w. Rathe vorzustellen, und UGHHrn. und Obern bleibt vorbehalten, über die Mäßigkeit dieser Knechte das Gutfindende zu erkennen. Es soll aber in jeder Hirte wenigstens ein Knecht seyn, der mit dem Hirt in keiner nahen Verwandtschaft steht, und auf jeden Fall sowohl für als wider den Hirten als Zeugen und Kundschaft gebraucht werden kann.
4. §. Die Hirten und Hirtenknechte sollen dem Jagen nicht nachgehen: auch soll der Hirt kein fremdes Vieh auf der Alp gedulden, und mit Auswärtigen, in Bezug auf Benutzung der Alp keinerlei» Gemeinschaft oder Einverständniß haben: das Schmahlvieh den Rindern vor Schaden halten: das Salz unpartheyisch unter das Hirtevieh vertheilen, und seine Pflichten laut Inhalt des Hirten-Eides in allen Theilen getreu erfüllen.
5. §. Wenn Vieh in der Hirte erkranken, oder presthaft wurde, ist der Hirt schuldig, solches innert nächsten 24 Stunden, wo möglich dem Eigenthümer zu berichten und anznzeigen; und soll auch kein abgegangenes Vieh geschunden und weggeschaffet werden, bevor der Eigenthümer dessen in Kenntniß gesetzt ist, jedoch vorbehalten, wenn bey heissem Wetter Gefahr der Ansteckung wegen obwaltete, oder der Hirt schon früher vom Eigenthümer Auftrag und Vollmacht hiezu erhalten hätte. In diesem Fall soll mit dem gefallenen Stück Vieh sogleich nach Anweisung des Art. 223. im 1. Theile des Landbuches verfahren werden.»

LR 1818, LB UR 1826 Bd II, S. 139-141.
-------------------------
399  
Bestimmungen für die weiteren Hirten
«Da in Bezug ans Hirtenen, benanntlich aber über die Punkten:
a) Ob den Hirten Kühe oder Geiße sollen zugelassen werden?
b) Wie viele Hirteknechte in jeder Hirte seyn sollen?
c) In wie weit der Hirt verpflichtet sey, zum Unterhalte der Gemächer, Häge, und Mauern beyzutragen?
d) Wie der Hirt die Schafe annehmen soll, und sich in Ansehung derselben zu verhalten habe?
e) Ob und wie der Hirt schuldig seye Heu, Schindeln und Hagzeug im Vorrathe zu haben, und über andre dergleichen Dinge mehr — von den hohen Gewälten vielfältige Abänderungen, wie solche denen verschiedenen Zeitumständen, der Oertlichkeit und Lage der Alpen angemessen sind, getroffen werden: so ist über diese Gegenstände in der gegenwärtigen Gesetzessammlung nichts Bestimmtes ausgenommen worden; sondern es sollen die jedesmal in Kraft bestehenden daherigen Verfügungen denen besonders Alp-Ordnungen einverleibt, und denen betreffenden Hirten zur Befolgung zugestellt werden.»

LB UR 1826 Bd II, S. 141 f.
-------------------------
400  
Verpflichtung der Hirten bei Bodenfahrt
«Wenn das Vieh aus gemeinen Hirtenen in Fällen von Schneewetter oder andern Zufälligkeiten in den Boden (Ebene ) getrieben werden muß: so sollen die Hirten das Vieh auf die Allmend treiben: die aus dem Schächenthale und Bürglen aber 2 Stunde auf dem Schächengrunde mit demselben Halt machen, und dem Hrn. Richter des Landes davon Anzeige und Bericht geben: auch soll dann noch 24 Stunden auf der Allmend jemand beym Vieh bleiben, die Abfahrt den Gemeinden bekannt machen, und den kommenden Eigenthümern ihr Vieh zu Händen stellen. Nach Verfluß der 24 Stunden aber soll der Hirt weiterer dießfälliger Verantwortlichkeit enthoben seyn.»
LR 1819; LB UR 1826 Bd II, S. 142.
-------------------------
401  
Pferde und Kühe in gemeinsamen Hirtenen
«Mit Ausnahme der nölhigen Käße- und Sennten-Rosse sollen die Pferde und Rinder in die gemeinen Hirtenen gethan, und den Kühen, und Sennten ohne Schaden gesömmert werden.
Es sollen auch die Pferde in allen gemeinen Hirtenen mit den Rindern getrieben, und nicht vom Rindviehe abgesondert gehalten werden mögen.»

aLB 137, 138; LG 1630, 1663, 1771; LB UR 1826 Bd II, S. 142.
-------------------------
402  
Pferde sollen nur vom Hirt besorgt werden
«Keiner, der Pferde oder Rinder in eine Hirte thut, soll dieselben abgaumen oder von anderem Viehe abgesondert besorgen lassen mögen, sondern dem Hirt gleich wie all-übriges Vieh übergeben, und von diesem unpartheyisch ohne Unterschied besorgt werden.»
LR 1774; LB UR 1826 Bd II, S. 143.
-------------------------
403  
Aufenthaltsdauer in den Hirtenen
«Nach heilig Kreuz-Tage im Herbst mag jeder sein Vieh aus den Hirtenen nehmen, und dasselbe wieder auf die Heukuhweid thun: wenn aber einer seine Pferde oder Rinder noch längere Zeit in der Hirte lassen will; so ist der Hirt verpflichtet, solche bis am Vorabend vor Michels Tag zu behalten und zu besorgen.»
LB UR 1826 Bd II, S. 143.
-------------------------
404  
Abgabe des Schwändbatzens
«Ein jeder, der Vieh in eine Hirte thut, ist schuldig, gleich beym Austreiben den Schwandbatzen zu erlegen, oder solchen laut Anweisung des Art. 350. zu verarbeiten: und soll das aufzutreibende Vieh dem Hirt gehörig anzeigen und verweisen, auch selbiges in den Alp- und Hirte-Rodel einschreiben lassen; ansonsten der Hirt für das Vieh keinem verantwortlich seyn wurde. Und soll auch keiner sein Vieh ohne Vorwissen des Hirts an die Hand nehmen und aus der Hirte treiben bey Gl. 5 Buß von jedem Haupt.»
LR 1774; LB UR 1826 Bd II, S. 144.
-------------------------
405  
Schafe und Ziegen gehören in die Geissweiden
«Schafe und Geißen, die melchen wie die galten, soll man in Höheren und auf die Geißweiden thun, sie mit guten Hirten versehen, vor der Alpfahrt in Stäfeln und Alpen nicht einstallen, und dem Rinder-Viehe (so viel möglich) vor Schaden halten. Alles bey Gl. 5 Buß von jedem Stück.»
aLB 138, 139; LG 1704, 1724, 1744; LB UR 1826 Bd II, S. 144.
-------------------------
406  
Schafe und Ziegen auf der Allmend
«Schafe und Geißen sollen nicht vor dem andern Viehe auf die Allmend mögen getrieben werden: jedoch ist jeder Gemeinde überlassen, auf Ratifikation eines w. w. Landrathes einen Bezirk Gestrüpp, oder für's Rindvieh unnutzbare Allmend, (mit Vorbehalt der durch Satz und Ordnung verbothenen Oerter und Waldungen) zu bestimmen, wo Schaft und Geißen sowohl vor Mayen, als nach dem Abrufe ab der Bodenallmend bis sie in die Höhen können: so wie zu andrer Zeit, da sie weder auf der Bodenallmend noch in den Höhen seyn dürfen, gehalten werden können. Von diesen, von den Gemeinden angewiesenen — und von UGHrn. und Obern erlaubten Weidgängen soll durch die Kanzley ein vollständiges Verzeichniß gemacht, und aufbewahrt werden.»
LG 1663, 1717, 1788; LB UR 1826 Bd II, S. 145.
-------------------------
407  
Bestimmung der Auffahrt des Schmalviehs auf die Allmend
«Da es oft Jahrgänge giebt, wo der Frühling und warme Witterung früher eintrifft, so daß das Schmahlvieh an andern Orten zu fressen hat und Nahrung findt, ohne die Bodenallmend auf eine für's Rindvieh höchst nachtheilige Art zu beschweren: so soll die Versammlung der Räthe und Landleute auf St. Markus-Tag in der Jagdmatt, oder ein Landrath begwältigt seyn, jähr- zu erkennen, ob mit dem Schmahlviehe auf die Bodenallmend möge gefahren werden? oder ob es in den angewiesenen Bezirken bleiben solle?»
LB UR 1826 Bd II, S. 145 f.
-------------------------
408  
Räumung der Allmend
«Wenn in Folge des vorgehenden Artikels erlaubt wird, daß im Frühjahre mit dem Schmahlviehe auf die Bodenallmend möge gefahren werden; so soll man jedoch diese Allmend in der gesetzlich zu bestimmenden Zeit laut Artikel 365 wieder räumen, und mit dem Schmahlviehe in die Höhen oder in die ihnen angewiesene Bezirke fahren, bey Gl. 5 Buß von jedem Stück.»
LG 1652, 1725; LB UR 1826 Bd II, S. 146.
-------------------------
409  
Behandlung des vor dem Nicolai-Tag gekauftes Schmalvieh
«Schafe und Geißen die im Frühjahre oder nach St. Nikolai Tag in's Land gekauft oder gebracht werden, sollen als fremde angesehen, und wenn sie auf Allmend gethan mit Gl. 1 Auflag von jedem Stück belegt werden.
Räudige oder schäbige Geißen aber mögen gar nicht in's Land gebracht werden bey Gl. 5 Buß vom Stück und Abtrag Schadens. Es soll auch niemand räudiges Schmahlvieh weder auf Eigen noch auf Allmend auslassen bey Gl. 5 Buß vom Stück, wovon dem Kläger die Hälfte zukommen, der Eigenthümer aber noch den allfälligen Schaden zu beguten pflichtig seyn soll»

aLB 129; LR 1806; LG 1711, 1788, 1792, 1813; LB UR 1826 Bd II, S. 146 f.
-------------------------
410  
Schafe in Hirtenen
«Wer Schafe in eine gemeine Hirte thut, der ist schuldig dieselben angehends dem Hirt anzugeben, und sie in den Hirte-Rodel einschreiben zu lassen: und sollen diejenigen, welche Schafe vor Abfahrt der Hirte wieder wegnehmen, solches in Gegenwart des Hirtes thun: und zwar bey Gl. 13 Buß, in welche derjenige verfällt, der das Eine oder Andere unterlassen würde.»

Ergänzung vom 17. April 1830 (Ratserkenntnis)
«Da UGHern. angezeigt worden, daß im Frühjahr in die Gegenden von Seenalp und Matten, viele Schaafe getrieben und von Niemanden gehütet werden, wodurch oft großer Schaden erfolge; so wird hiemit zu Jedermanns Verhalt bekannt gemacht, das alle diejenigen so einige Schafe in die Hirtenen Matten oder Seenalp thun wollen, solche, laut Art. 410; im Frühling, sobald diese Hirtenen dort aufgefahren, und nicht erst am Herbst, dem betreffenden Hirt eingeben sollen, und zwar bei gesetzlicher Strafe.»

LR 1789; LB UR 1826 Bd II, S. 147; RA 17.4.1830; LB UR 1842 Bd III, S. 203.
-------------------------
411  
Bestimmungen für die Alp Platti
«Die löbl. Gemeinden Bürgten, Schattdorf, Spiringen und Unterschächen haben das Recht den Schafhirten auf Blatti zu setzen. Dann soll es in Ansehung der Schafe auf Blatti bey der alten Ordnung laut Blattibrief von 1727 und 1811 sein Verbleiben haben.
Desgleichen sind auch alle wegen Sömmerung der Schafe von der Landsgemcinde gegebenen Privilegien, wenn darum Siegel und Briefe vorhanden sind, in Kräften anerkennt, und bestättiget.»

LR 1811; LG 1615; LB UR 1826 Bd II, S. 147.
-------------------------
412  
Die Haltung von Schafen in gemeinen Hirtenen
«Wo Schafe außer den gemeinen Hirtenen in Höhen und auf Geißweiden gesommert werden, da sollen sich die Eigenthümer verständigen, und nicht mehr als 400 und nicht weniger als 200 Schafe mit ihren Lämmern an eine Schaar oder Gehütte zusammen thun, dieselbigen mit einem tauglichen Hirten versehen, und sie laut Art. 406 dem Rindviehe ohne Schaden halten. Es soll auch keiner dem Andern in seine Hirte fahren. Alles bey Gl. 5 Buß. Auch soll der Hirt, wenn er gefährlich handelte, oder in Erfüllung seiner Pflicht nachläßig wäre, mit der gleichen Strafe belegt werden.»
aLB 133; LB UR 1826 Bd II, S. 148.
-------------------------
413  
Alpauflag für Schmahlvieh
«Wenn Schmahlvieh im Grunwalde, auf Oberfelden, oder zu Gampeln gesommert würde: so soll der gesetzliche Auflag doch davon bezahlt werden, so, als wenn sie auf gemeiner Allmend gewesen wären.»
LR 1808; LB UR 1826 Bd II, S. 148.
-------------------------
414  
Schafe und Ziegen in Banwäldern
«Schafe und Geißen sollen nicht im Bannwalde ob Altdorf, noch in andern Bannwälden — auch nicht im Schächenwalde noch allen übrigen Schächen, wo dem Aufwachs des Holzes Schaden widerfahren kann, gehalten werden bey Gl. 10 Buß vom Stück. Jedoch ist der Gemeinde Altdorf erlaubt, im dortigen Bannwalde an zwey Orten nämlich vom Höllgäßli bis in Rindplätz gegen Bürglen, und von St. Aloysi bis zur Plantzern die Schafe, nicht aber Geißen, halten zu mögen; doch aber, daß dieselben immer unter der Aufstcht eines Hirten stehen sollen.»

Ergänzung vom 23. Juli 1836 (Ratserkenntnis)
«Da ohne die vorbeifahrenden Schiffe zu gefährden in dem sogenannten Züngel am Axen kein Schmalvieh gehalten werden kann, so wird von nun an bei Gl. 5 Buße von jedem Stücke verboten, zu was immer für einer Zeit Schmalvieh im besagten Züngel laufen zu lassen, von welcher Buße dem Kläger die Hälfte zukommen soll.»

LR 1810; LG 1698, 1749; LB UR 1826 Bd II, S. 148 f. / RA 23.7.1836; LB UR 1842 Bd III, S. 204.
-------------------------
415  
Eindringen von Ziegen in Eigen
«Wenn Geisse in eines Eigenthum gehen, soll es dem Hrn. Säckelmeister angezeigt, und der Eigenthümer derselben Sch. 5 vom Stück nebst Abtrag Schadens bestraft werden; und so sie in Hinsicht des Schadens nicht einig werden, mag ein Rath oder Gericht darüber entscheiden.»
aLB 127; aLB 133; LB UR 1826 Bd II, S. 149.
-------------------------
416  
Bussen wegen Kleinvieh auf Allmend
«Wie sich der Richter bey Bußfällen wegen Schafen und Geißen auf Allmenden und Alpen nach Billigbefinden und Umständen zu benehmen habe: und wie es in Ansehung der Klage und des Klägerlohnes soll gehalten werden, darüber sind die Art. 265 und 266 im I. Theile des Landbuches nachzusehen.»
LB UR 1826 Bd II, S. 149.
-------------------------
417  
Formelle Anforderungen für Klagen wegen Schmahlvieh
«Da durch unbestimmte Klagen oft geschehen kann, daß Schuldlose oder doch nicht vorsetzlich Fehlende gleich dem absichtlich oder boshaft Frevelnden bestraft werden, und daher für den Richter eine deutliche und bestimmte Klage erwünschlich ist, um erkennen zu können, ob der Beklagte wirklich schuldig , und ein Frevel geschehen sey oder nicht, und dann beym Schuldigerfinden auch nach Umständen strafen zu können: so sollen die Klagen wegen Schmahlvieh nach folgender Art eingegeben, und nicht anders angenommen werden. Es soll nämlich dabey angezeigt werden:
a) Wo das Schmahlvieh gesehen worden? ob vom Kläger selbst, und wie oft?
b) Ob selbes sich wirklich da aufgehalten und wie lange? Oder ob selbes nur durchgetrieben worden?
c) Zu welcher Jahres-Zeit es gewesen?
d) Ob ein Hirt dabey gewesen, und wie selber sich dabey betragen: oder ob der Beklagte das Schmahlvieh ohne Hirt gehabt?»

LR 1807; LG 1807; LB UR 1826 Bd II, S. 150.
-------------------------
418  
Zoll für Vieh
«Wer Schmahl- oder andres Vieh ab den Alpen oder entlegene Orten außer Lande führt, oder dasselbe an Fremde zum Wegtreiben verkaufte, ist schuldig den tarifmäßigen Ausfuhr-Zoll dem betreffenden Zoller zu entrichten, und dieß bey Strafe und Ungnade UGHHrn. und Obern.
Deßgleichcn soll auch von allein in's Lande zu bringende Viehe der schuldige Eingangs-Zoll bezahlt werden; wenn das Vieh auch schon nicht an den gewohnten Zollstätten vorbeygienge.»

LR 1807; LB UR 1826 Bd II, S. 151.
-------------------------

 
VERFASSUNGEN DES KANTONS URI

Verfassung von 1803
Verfassung von 1820
Verfassung von 1850
Verfassung von 1888
Verfassung von 1984

Verfassung nach Datum

Im URIkon befindet sich von der Verfassung 1850 nur der ursprüngliche Text. Die Verfassungsänderungen werden nachgetragen!

 

 

Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 15.09.2020