URNER WIRTSCHAFT

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Die wichtigsten Energiequellen in Uri

Energiequelle, Windkraft
  
Die Windkraft spielt im Kanton Uri im Vergleich zur Wasserkraft zwar eine kleinere, aber dennoch wichtige Rolle. Die tief eingeschnittenen Täler, die steilen Berghänge und die zahlreichen geschützten Landschaften schränken die Zahl geeigneter Standorte stark ein. In den Talböden wechseln Windrichtung und Windstärke häufig, während auf den Bergkämmen zwar gute Windverhältnisse herrschen, die Erschliessung und der Bau grosser Anlagen jedoch technisch anspruchsvoll sind. Als besonders geeignet erwies sich der Gütsch oberhalb von Andermatt. Hier verbinden sich eine ausgesetzte Höhenlage, kräftige und regelmässige Winde, eine bestehende Zufahrtsstrasse und eine günstige Anbindung an das Stromnetz.

Eine Windenergieanlage wandelt die Bewegungsenergie der Luft zunächst in mechanische und danach in elektrische Energie um. Der Wind setzt die Rotorblätter in Bewegung. Die Drehbewegung wird in der Gondel auf einen Generator übertragen, der daraus elektrischen Strom erzeugt. Wechselrichter passen den erzeugten Strom an die Anforderungen des Stromnetzes an. Während des Betriebs entstehen weder Abgase noch direkte Kohlendioxidemissionen. Energie wird allerdings für die Herstellung, den Transport, den Aufbau und den späteren Rückbau der Anlagen benötigt. Eine besondere Herausforderung im Gebirge bilden starke Böen, Turbulenzen, tiefe Temperaturen, Vereisung und Schnee. Windkraftanlagen an alpinen Standorten müssen deshalb wesentlich grösseren Belastungen standhalten als viele Anlagen im Mittelland.

Die Windenergie ergänzt die Wasserkraft in Uri auf besonders günstige Weise. Die Laufwasserkraftwerke erzeugen ihren höchsten Ertrag vielfach im Frühjahr und Sommer, wenn die Schneeschmelze und höhere Niederschläge viel Wasser zuführen. Im Winter führen die Urner Gewässer dagegen weniger Wasser, gleichzeitig steigt der Strombedarf. Auf dem Gütsch fallen ungefähr 65 Prozent der Windstromproduktion in die nachfragestarken Wintermonate. Die Windenergie trägt daher zur Verringerung der winterlichen Stromlücke bei. Sie ersetzt die Wasserkraft nicht, sondern ergänzt sie zeitlich. Gerade diese Verbindung von Wasser- und Windkraft ist für eine zuverlässige regionale Energieversorgung von Bedeutung.

Das Zentrum der Urner Windenergienutzung liegt auf dem Gütsch beziehungsweise im Gebiet Ober Gütsch und Grätli oberhalb von Andermatt. Der Standort befindet sich auf rund 2’330 Metern über Meer und gehört damit zu den höchstgelegenen Windkraftstandorten Europas. Erste Vorbereitungen und Versuche reichen in die frühen 2000er-Jahre zurück.

ENERGIEQUELLEN-EREIGNISSE

Donnerstag, 21. Oktober 2004 - Andermatt
Windkraftanlage ist rechtzeitig auf dem Gütsch
Das Herzstück der neuen Windkraftanlage ist rechtzeitig auf dem Gütsch. Die minutiöse Planung hat sich gelohnt. Am Donnerstagnachmittag, 21. Oktober, ist das Herzstück, der 23 Meter lange, bis zu 3.80 Meter breite und 36 Tonnen schwere obere Teil des Turmes, rechtzeitig am Ziel angekommen. Auf der Fahrt zum Gütsch ob Andermatt vollbrachten Chauffeur Jost Walker und seine Crew eine wahre Meisterleistung.
Quellen / Literatur: UW 83, 23.10.2004
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Freitag, 29. Februar 2008 - Andermatt
EW Ursern möchte drei neue Windräder auf dem Gütsch
Das EW Ursern möchte in den kommenden Jahren seine Stromproduktion massiv erhöhen. Für 5,25 Millionen Franken sollen drei neue Windturbinen auf dem Gütsch ob Andermatt gestellt werden. Die Windkraftanlage auf dem Gütsch ob Andermatt (gut 2300 Meter über Meer) gehört mittlerweile zum Markenzeichen des Urner Hochtales. Sie ist die weltweit höchstgelegene Anlage dieser Grössenordnung. Die Kraftwerkbetreiber hatten schon seit längerer Zeit die Vision, dass dereinst mehrere Windräder auf dem Gütsch zu stehen kommen. Platz ist genügend vorhanden, Wind und Infrastrukturen sind hervorragend, die Nachfrage nach ökologischer Energie wächst. Nun liegen konkrete Pläne des EW Ursern vor. Diese Idee wird - zusammen mit einem neuen Wasserwerk in Realp - an einer Informationsveranstaltung der Urschner Bevölkerung unterbreitet. Nun muss die Korporation Ursern darüber befinden. An der Talgemeinde vom 18. Mai steht dann das Kreditbegehren von 5,25 Millionen Franken für den Bau der drei Windturbinen auf der Traktandenliste sowie ein Planungskredit von 320’000 Franken für das neue Wasserkraftwerk.
Quellen / Literatur: UW 17, 5.3.2008
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Freitag, 1. Oktober 2010 - Andermatt
Andermatt - drei Windräder drehen sich auf dem Gütsch
Es ist der höchstgelegene Windpark Europas. Seit Freitag produzieren auf dem Gütsch drei Windkraftanlagen Ökostrom. Die Korporation Uri plant zwei weitere Windkraftanlagen. Zwei Wochen hat es gedauert, die riesigen Bauteile auf 2332 Meter über Meer zu transportieren. Nun sind die zwei neuen Windräder auf dem Gütsch ob Andermatt in Betrieb. Zusammen mit der bereits bestehenden Anlage kann das Elektrizitätswerk Ursern (EWU) den höchsten Windpark in ganz Europa eröffnen. Alle drei Anlagen erbringen zusammen eine Gesamtleistung von jährlich rund 3,25 Millionen Kilowattstunden Ökostrom mit dem Qualitätslabel «Naturemade star». Diese Strommenge entspricht dem Verbrauch von gut 900 Haushalten. In die neuen Windkraftanlagen hat das EWU 3,4 Millionen Franken investiert. Geplant wäre eine vierte Anlage. Diese kann das EWU aber vorerst nicht bauen, da sie sich in der Schusslinie einer Kanone der Gotthardfestung befinden würde. Bei drei Anlagen wird es aber trotzdem nicht bleiben: Die Korporation Uri plant auf dem Gütsch ebenfalls zwei Windkraftanlagen.
Quellen / Literatur: UW 78, 6.10.2010
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Mittwoch, 28. November 2012 - Andermatt
Vierte Windturbine in Betrieb genommen
Das Elektrizitätswerk Ursern nimmt eine weitere Windanlage auf dem Gütsch in Betrieb. Der Windpark deckt 1,5 Prozent des Urner Stromverbrauchs ab.
Quellen / Literatur: UW 93, 28.11.2012
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Montag, 12. August 2013 - Andermatt
Vierte Windanlage auf dem Gütsch eingeweiht
Für die Nutzung der vierten Windanlage mussten auf dem Gütsch Bodenstabilisierungsmassnahmen vorgenommen werden, damit die 110 Tonnen schwere Anlage auch bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 260 km/h stabil steht (29. April 2012: 236 km/h). Bei Windgeschwindigkeiten über rund 10 km/h schaltet die Stromerzeugung ein, bei knapp 50 km/h wird die Volllast erreicht, und bei ungefähr 150 km/h werden die Propeller aus dem Wind genommen. Die vierte Windanage wird von Pfarrer Marzell Camenzind eingesegnet.
Quellen / Literatur: UW 64, 17.8.2013, S. 11.
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Donnerstag, 23. November 2023 - Hospental
Talgemeinde heisst Ausbau des Windparks Gütsch gut
Der geplante Ausbau des Windparks Gütsch nimmt erfolgreich eine weitere Hürde. Die Talgemeinde der Korporation Ursern stimmt dem Windparkprojekt mit grosser Mehrheit zu und bewilligt einen Objektkredit von 7,52 Millionen Franken. Zur Umsetzung des Projekts fehlt somit nur noch die Zustimmung der Standortgemeinde Göschenen zur Anpassung der Nutzungsplanung.
Der Windpark auf dem Gütsch umfasst aktuell vier Windkraftanlagen. Drei dieser Anlagen sollen durch leistungsstärkere ersetzt und zusätzlich mit drei neuen Anlagen ergänzt werden. Die Anlage Nummer 4 bleibt bestehen. Sie würde zurückgebaut, falls es dereinst zu Konflikten mit dem Bau der Seilbahnverbindung von Göschenen auf den Gütsch kommen sollte, die im kantonalen Richtplan festgelegt ist. Der geplante Windpark hat eine installierte Leistung von 14,7 Megawatt, was eine mittlere Jahresproduktion von etwa 23 Gigawattstunden erwarten lässt. Heute sind es rund 5 Gigawattstunden.

Quellen / Literatur: UW 93, 25.11.2023, S. 3.
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Mittwoch, 14. Mai 2025 - Andermatt
Gemeinsamer Spatenstich für den Windpark Gütsch und den Windpark Uri
Die Windenergieproduktion auf dem Gütsch in Andermatt und im oberen Riental in Göschenen soll in Zukunft von 5,5 Gigawattstunden auf über 20 Gigawattstunden im Jahr gesteigert werden. Dies wird möglich, da das EW Ursern seinen bestehenden Windpark ausbaut und die Wind¬ park Uri AG zwei neue Windenergieanlagen erstellt. Mit dem gemeinsamen Spatenstich starten die Bauarbeiten für ein neues sowie für den Ersatz eines bestehenden Windrads auf dem Gütsch in Andermatt und zwei neuen Windrädern im oberen Riental in Göschenen. Es sind derzeit die einzigen neuen Windenergieprojekte in der Zentralschweiz, die realisiert werden können.
Quellen / Literatur: UW 39, 17.05.2025, S. 7.
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Mittwoch, 1. Oktober 2025 - Andermatt
Neue Windräder auf dem Gütsch
Das Elektrizitätswerk Ursern schliesst den Ausbau seines Windparks auf dem Gütsch oberhalb von Andermatt erfolgreich ab. Seit Anfang Oktober drehen sich dort zwei neue Turbinen und speisen zusätzliche erneuerbare Energie ins Netz ein - errichtet unteranspruchsvollen alpinen Bedingungen und termingerecht fertiggestellt. Mit einer Jahresproduktion von bis zu 12 Gigawattstunden verdoppelt sich die Windstromleistung des Standorts. Damit leistet der Windpark Gütsch einen spürbaren Beitrag zur regionalen Versorgungssicherheit und zur nachhaltigen Energiezukunft des Urserntals.
Quellen / Literatur: UW 88, 05.11.2025, S. 1 und 24.
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Mittwoch, 12. November 2025 - Göschenen
Neue Windräder liefern erstmals Strom ins Netz
Sechs Monate nach dem Spatenstich im vergangenen Mai speisen die beiden Anlagen der Windpark Uri AG erstmals erneuerbare Energie aus Windkraft ins Netz für die Urner Energieversorgung ein. Die beiden Anlagen produzieren mit einer Gesamtleistung von 4,6 Megawatt. Gebaut wurden die beiden Wind energieanlagen auf dem Gütsch im Gemeindegebiet von Göschenen auf einer Fläche der Korporation Uri. Am Partnerwerk Windpark Uri AG sind die energieUri AG, die Korporation Uri und die Andermatt Swiss Alps AG beteiligt. Das Projekt der Windpark Uri AG wurde in Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen des parallelen Ausbauprojekts des EW Ursern umgesetzt.
Quellen / Literatur: Urner Wochenblatt, Nr. 90, 12.11.2025, S. 24.
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Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / letzte Aktualisierung: 16.08.2026