URNER WIRTSCHAFT

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Die wichtigsten Energieträger in Uri

Wasserkraft aus Fliessgewässern

Fliessendes Wasser gehört zu den ältesten vom Menschen genutzten Energiequellen. Seine Energie entsteht durch die Bewegung des Wassers und besonders durch den Höhenunterschied zwischen einem höher und einem tiefer gelegenen Punkt. Je grösser die Wassermenge und je stärker das Gefälle sind, desto mehr Energie lässt sich gewinnen. Im Gegensatz zu Holz, Kohle oder Erdöl wird dabei kein Energieträger verbraucht: Das Wasser fliesst nach seiner Nutzung weiter. Die Wasserkraft gehört deshalb zu den erneuerbaren Energiequellen.

In dem Gebirgskanton Uri waren die Voraussetzungen für die Nutzung der Wasserkraft besonders günstig. Zahlreiche Bäche und Flüsse überwinden auf kurzer Strecke grosse Höhenunterschiede. Die Reuss bildet das wichtigste Fliessgewässer des Kantons, daneben boten Seitenbäche wie der Schächen, der Alpbach, der Palanggenbach oder die Gewässer des Urserntals Möglichkeiten zur Energiegewinnung. Allerdings schwankte die Wasserführung stark. Schneeschmelze und Niederschläge konnten grosse Wassermengen bringen, während im Winter kleinere Bäche deutlich weniger Wasser führten.

Über Jahrhunderte wurde die Energie der Urner Gewässer vor allem mechanisch genutzt. Wasser wurde aus einem Bach in einen künstlichen Kanal (Dorfbach in Altdorf und Schattdorf) oder eine Rinne abgeleitet und auf ein Wasserrad geführt.

Die künstlichen Kanäle bedeuteten - wenn sie offen geführt waren - vor allem bei Kindern ein Sicherheitsrisiko. Es gab einige Fälle von Ertrinkungstod. War das Wasser zu stark verunreinigt, war es ein Krankheitsher (Typhus).

Die Drehbewegung des Rades konnte über Wellen, Zahnräder und Riemen unmittelbar auf Maschinen übertragen werden. Damit wurden beispielsweise Getreidemühlen, Sägen, Stampfen, Schmieden und andere gewerbliche Einrichtungen angetrieben. Die Wasserkraft ersetzte einen beträchtlichen Teil der menschlichen und tierischen Muskelkraft. Ein entscheidender Nachteil bestand jedoch darin, dass die Arbeitsmaschine in unmittelbarer Nähe des Gewässers stehen musste. Energie konnte damals kaum über grössere Distanzen transportiert werden.

Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert gewann die Wasserkraft zusätzlich an Bedeutung. Verbesserte Wasserräder und später Turbinen ermöglichten eine wesentlich effizientere Nutzung. Gerade für Uri war dies wichtig, denn der Kanton verfügte kaum über eigene Kohlevorkommen, dafür aber über reichlich Wasser und grosse Gefällestufen. Fabriken und Gewerbebetriebe konnten die heimische Wasserkraft für ihre Maschinen einsetzen.

Eine grundlegende Veränderung brachte gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Verbindung von Wasserturbine und elektrischem Generator. Nun musste die Wasserkraft nicht mehr direkt mechanisch am Ort des Wasserrades genutzt werden. Die Turbine setzte einen Generator in Bewegung, der die mechanische Energie in elektrische Energie umwandelte. Über Stromleitungen konnte diese Energie anschliessend zu Haushalten, Gewerbebetrieben, Fabriken und Verkehrsanlagen transportiert werden. Damit wurde aus dem örtlich gebundenen Fliessgewässer ein Energielieferant für eine ganze Region.

ENERGIETRÄGER-EREIGNISSE

Samstag, 8. Januar 1820 - Altdorf
Eisige Kälte in Uri
Mit dem Schnee kommen auch die tiefen Temperaturen nach Uri. Vom 8. bis 16. Januar ist es so kalt, wie Jahre zu vor nicht mehr. Brunnen, laufende Wasser und gar der Dorfbach frieren zu. Auch die Landstrasse ist vereist, was einigen Schaden verursacht.
Quellen / Literatur: Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, in: StAUR P-1/2084 (1).
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Donnerstag, 21. Oktober 1880 -
Typhus-Epidemie in Altdorf und Umgebung
Aus dem Bericht der Polizeikommission betreffend Typhusepidemie in Altdorf und Umgegend ergibt sich, dass die Gesamtzahl der Erkrankten auf zirka 70 Personen anstieg, wovon die Mehrzahl von 51 auf die Gemeinde Altdorf mit Einschluss des Kantonsspitals fällt. Es wird vermutet, dass die Epidemie ihren Höhepunkt, wenigstens in Altdorf, überschritten hat. Über deren Ursprung würden nur unsichere Vermutungen herrschen. Dagegen sei es als Tatsache anzunehmen, dass die Krankheitskeime und infizierenden Stoffe, sobald einmal die Krankheit ausgebrochen ist, durch die Luft und insbesondere durch das Wasser verbreitet werden. Es werden daher Massregeln gegen Verunreinigen des Dorfbaches und des «Grübleins» durch Abflüsse von Aborten und dergleichen empfohlen.
Quellen / Literatur: Abl UR 1880, Nr. 43, 21.10.1880, S. 507.
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Freitag, 10. Juli 1891 - Schattdorf
Knabe im Dorfbach in Schattdorf ertrunken
Beim Spielen fällt in Schattdorf ein zweijähriger Knabe in den Dorfbach und ertrinkt.
Quellen / Literatur: UW 18.7.1891
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Dienstag, 19. Oktober 1897 - Schattdorf
Mädchen im Dorfbach in Schattdorf ertrunken
In Schattdorf fällt ein zweijähriges Mädchen in den Dorfbach und wird von diesem zirka 100 Meter mitgeschwemmt. Es kann nur noch leblos geborgen werden. Im „Urner Wochenblatt“ wird gefordert, dass der Dorfbach an für Kinder gefährlichen Stellen abgedeckt wird.
Quellen / Literatur: UW 23.1.1897
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Donnerstag, 24. Februar 1910 - Flüelen
Kind fällt in Flüelen in Dorfbach
Ein sechsjähriger Knabe fällt beim Bahnübergang beim Schlösschen Rudenz in den Dorfbach und ertrinkt. In der Zeitung werden die zuständigen Behörden aufgefordert, der gefährlichen Stelle Abhilfe zu schaffen. Den Behörden könne jedoch keine Schuld in die Schuhe geschoben werde, da das verunglückte Kind eben auch ein Windfang war und auch anderen gefährlichen Lausbubereien nachging: die Lehne der Passarelle hinunter zu reiten, auf dem Geländer am Hafen herum zu turnen, dem Tram bei der Durchfahrt durchs Dorf anzuhängen oder auf der Treppe zu sitzen und auszprobieren, ob sie beim Herannahen von Autos und Velos noch schnell die Strasse überqueren können.
Quellen / Literatur: UW 9, 26.2.1910; 11, 12.3.1910
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Donnerstag, 25. Dezember 1913 - Flüelen
Umleitung des Dorfbachs in Flüelen
Seitdem der Dorfbach nicht mehr in den Hafen mündet, schwimmen keine Leichname von Hunden und Katzen mehr, welchen das Leben in der Residenz verleidet war. Der Dorfbach wird weiter oben gefasst und führt hinter der Zügelhütte in den See. Damit verschwand beim Schloss Rudenz auch die sogenannte "Mördergrube", in welcher mehrere Kinder ertrunken sind.
Quellen / Literatur: UW 52, 25.12.1913
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Montag, 10. Juni 2002 - Altdorf
Dorfbach der Gemeinde Altdorf übergeben
Anlässlich einer Begehung übergibt der Kanton den ausgebauten und restaurierten Dorfbach der Gemeinde Altdorf. Diese wird künftig für den Unterhalt besorgt sein.
Quellen / Literatur: UW 45, 12.6.2002
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ENERGIE IN URI

Übersicht

ENERGIEQUELLEN

Erdwärme
Muskelkraft
Sonnenkraft
Wasserkraft
Windkraft

ENERGIETRÄGER

Holz
Nahrung (Tierkraft)
Fliessgewässer (Wasserräder)
Kohle
Erdöl
Strom

ENERGISCHE BEREICHE

Privater Haushalt und Wohnbereich
Industrie und Gewerbe
Verkehr
Tourismus
Landwirtschaft
Bürolandschaft
Kommunikation

STROMPRODUKTION

Energie vor der Industrialisierung
Entwicklung der Elektrizität
Grosskraftwerk Ursern
Grosskraftwerk Göscheneralp
Biomassekraftwerk Altdorf
Kraftwerke, Übersicht
Kraftwerke, Einzeln
Bäche mit Wasserfassungen
Firmen

 

Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / letzte Aktualisierung: 22.1.2019