In Uri tätige Elektrizitätsgesellschaften
EW Ursern
Gründungsjahr:
1902
Geschäftssitz:
Andermatt
Die Entstehung des Elektrizitätswerks Ursern steht in engem Zusammenhang mit dem wirtschaftlichen und touristischen Aufschwung des Urserntals am Ende des 19. Jahrhunderts. Mit der Eröffnung der Gotthardbahn im Jahr 1882 nahm der Reiseverkehr stark zu. Andermatt entwickelte sich zu einem bedeutenden Ferien- und Kurort, und auch der Wintersport gewann allmählich an Bedeutung. Hotels, Gewerbebetriebe und private Haushaltungen benötigten eine zeitgemässe Beleuchtung und eine zuverlässige Energieversorgung. Da das Urserntal über reichlich Wasser verfügte, bot sich die Nutzung der Wasserkraft zur Stromerzeugung an.
1902 beschloss eine ausserordentliche Talgemeinde der Korporation Ursern den Bau eines eigenen Elektrizitätswerks. An der Gotthardreuss bei Hospental entstand das erste Wasserkraftwerk, gleichzeitig wurde ein Verteilnetz für die Ortschaften des Tales errichtet. Bereits im August konnte die Anlage ihren Betrieb aufnehmen. Damit begann die Elektrifizierung des Urserntals. Elektrisches Licht hielt in Hotels, Gasthäusern, Gewerbebetrieben und zunehmend auch in den Wohnhäusern Einzug. Bemerkenswert war, dass die Talschaft die Stromversorgung von Anfang an in eigener Verantwortung aufbaute. Das EW Ursern wurde nicht einem ausserkantonalen Unternehmen überlassen, sondern blieb als gemeinschaftliches Werk eng mit der Korporation und der Bevölkerung verbunden.
Der zunehmende Stromverbrauch machte bald einen Ausbau notwendig. 1913 nahm das Kraftwerk Realp I seinen Betrieb auf. Einen weiteren grossen Entwicklungsschritt brachte das Kraftwerk Oberalp, das 1961/62 in Betrieb ging. Als einziges eigentliches Speicherwerk des EW Ursern konnte es die Stromproduktion besser an den Bedarf anpassen. Heute ist es mit einer mittleren Jahresproduktion von rund elf Millionen Kilowattstunden das grösste Wasserkraftwerk des Unternehmens.
In den 1970er-Jahren wurde das Kraftwerk Hospental vollständig erneuert und vergrössert. 1989 folgte im Betriebsgebäude Bäz eine zentrale Leitstelle, von der aus Kraftwerke und Verteilnetz überwacht und gesteuert werden konnten. Zwischen 1990 und 1992 errichtete das EW Ursern zudem die regionale Kabelfernsehanlage. Damit wandelte sich das traditionelle Elektrizitätswerk schrittweise zu einem vielseitigen Energie- und Kommunikationsunternehmen.
Einen besonderen Akzent setzte das EW Ursern mit der Nutzung der Windkraft. Der Windpark Gütsch erwies sich als besonders wertvoll, weil ungefähr zwei Drittel seiner Energie im Winter anfallen – also gerade dann, wenn die Bäche wenig Wasser führen und der Strombedarf im Tourismusgebiet hoch ist.
Der Ausbau von Andermatt zum international ausgerichteten Ferienort und die Erweiterung des Skigebiets liessen den Energiebedarf seit Beginn des 21. Jahrhunderts deutlich wachsen. Das EW Ursern reagierte darauf mit der Erneuerung seiner Anlagen und des Verteilnetzes.
Das Elektrizitätswerk Ursern ist heute eine selbständige öffentlich-rechtliche Anstalt und befindet sich vollständig im Besitz der Korporation Ursern. Oberstes Organ ist die Talgemeinde, also die Versammlung der Korporationsbürgerinnen und Korporationsbürger.
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KRAFTWERKE
Wasserkraftwerk Oberalp
0
/
Andermatt
Lauf- / Ausleitkraftwerk
Besitz:
Elektrizitätswerk Ursern; 100 % Korporation Ursern
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Einzelansicht
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Wasserkraftwerk Hospental
1902
/
Hospental
Lauf-/Ausleitkraftwerk
Besitz:
Elektrizitätswerk Ursern; 100 % Korporation Ursern
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Einzelansicht
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EREIGNISSE DER GESELLSCHAFT
Sonntag, 16. Februar 1902
Pläne für ein EW Ursern
Eine ausserordentliche Talgemeinde soll über das geplante Elektrizitätswerk Ursern entscheiden. Schon vor Jahren hatte der Ingenieur Glaser eine Konzession zur Nutzung der Oberalpreuss eingereicht. Der Korporationsrat entschied daraufhin, das Werk selber an die Hand zu nehmen. Das Elektrizitätswerk soll an der Gotthardreuss in Hospental erstellt werden. Die Korporation ist Bauherrin und Eigentümerin. Die Talgemeinde stimmt dem Projekt ohne Gegenstimme zu.
UW 8.2.1902
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Dienstag, 3. November 1959
Korporation Ursern erhält Konzession zur Nutzung des Oberalpsees
Der Urner Landrat erteilz der Korporation Ursern die Wasserrechtskonzession zur Nutzung der Oberalpreuss und des Oberalpsees als Speicher.
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Montag, 21. Juni 1965
Staudamm des Oberalpsees wird unterspült
Beim Oberalpsee kommt es zu einer Unterspülung der Staumauer. Die dadurch verursachten Schäden machen umfangreiche Wiederherstellungsarbeiten notwendig, die innerhalb eines Jahres abgeschlossen werden können. Der Vorfall zeigt, welchen besonderen Belastungen wasserbauliche Anlagen in dieser hochalpinen Lage durch Schneeschmelze, Geschiebe, Hochwasser und Frost ausgesetzt sind.
www.urikon.ch
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Sonntag, 24. September 1978
Das erneuerte Kraftwerk Hospental wird eingeweiht
Das über siebzig Jahre alte Kraftwerk Hospental wird vollständig erneuert und vergrössert. Die neue Anlage wird feierlich eingeweiht.
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Mittwoch, 5. April 2006
Moorlandschaft schränkt die Nutzung des Oberalpsees ein
Die Moorlandschaft am östlichen Ende des Oberalpsees wurde 1998 als Flachmoor von nationaler Bedeutung in das Bundesinventar aufgenommen und unter strengen Schutz gestellt. Der ursprünglich bewilligte Höherstau hätte Teile dieses empfindlichen Moorgebiets beeinträchtigen können. Deshalb einigten sich Bund, Kanton und Korporation Ursern 2005 auf eine Anpassung der Konzession. Der maximal zulässige Seestand wurde von 2’028,5 auf 2’026,4 Meter über Meer herabgesetzt. Dadurch verringerte sich der nutzbare Speicherinhalt von 1,25 Millionen auf 800’000 Kubikmeter. Als Entschädigung für die Einschränkung der Wassernutzung erhielt die Korporation Ursern insgesamt 800’000 Franken. Der Urner Landrat genehmigt die entsprechende Konzessionsänderung.
www.urikon.ch
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Dienstag, 14. Juli 2009
Wasserkraft - Grundsatzentscheid zum Urschner Wasser
Es ist ein politischer Entscheid, kein energiewirtschaftlicher: Das EW Ursern kann beim Kraftwerk Realp II mit der Zustimmung der Regierung rechnen. Die Kraftwerk Göschenen AG ist enttäuscht. Der Urner Regierungsrat hat entschieden: Dem Projekt Kraftwerk Realp II des EW Ursern (Nutzung der Witenwassern- und Muttenreuss) die Genehmigung erteilt, sofern alle gesetzlichen Vorgaben erfüllt sind. Mit einer Überleitung des Wassers in den Göscheneralpstausee - wie von der Kraftwerk Göschenen AG vorgeschlagen - hätte man dreimal mehr Strom produzieren können als mit dem Projekt Realp II. Die Korporation wollte aber keine Nutzung des Wassers ausserhalb des Urserntals. Man will lebendige und viel Wasser führende Bäche im Urserental. Dieser Haltung trägt die Regierung mit ihrem Entscheid nun Rechnung.
UW 55, 18.7.2009
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Samstag, 17. August 2013
Restwassersanierung - Korporation Ursern verliert vor Obergericht
Im Streit um die Restwassersanierung für die Oberalpreuss weist das Obergericht eine Beschwerde der Korporation Ursern sowie des Elektrizitätswerks Ursern ab. Die Korporation Ursern sowie das Elektrizitätswerk Ursern (EWU) verlieren einen Rechtsstreit gegen den Kanton Uri. Das Obergericht weist eine Beschwerde von Korporation und EWU gegen die vom Amt für Umweltschutz (AfU) verfügte Restwassersanierung für das Kraftwerk Oberalp ab.
Der Streitpunkt: Seit dem Bau des Kraftwerks Oberalp wird Wasser aus zwei Seitentälern ebenfalls zur Stromproduktion genutzt, obwohl dafür keine Genehmigung vorliegt. Der Kanton Uri wusste von Anfang an ebenfalls von der Wasserentnahme, duldete diese aber. Das AfU hat diese Wasserentnahme in seiner Verfügung nun aber als unrechtmässig taxiert und bei der Berechnung der Restwassermenge nicht berücksichtigt. Dagegen wehrten sich die Kraftwerkbetreiber erfolglos bis vors Urner Obergericht. Noch bleibt ihnen der Gang ans Bundesgericht offen. Die Verantwortlichen wollten den Fall indes nicht kommentieren.
UW 63, 14.8.2013, S. 2
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Freitag, 7. Februar 2014
Urserntal stimmt dem Snee-Vertrag zu
Das EW Ursern möchte im Gebiet Schweig-Geren ein neues Laufwasserkraftwerk (Realp II) bauen. Es wird mit Kosten von über 17,5 Millionen Franken gerechnet. Damit das Kraftwerk gebaut werden kann, bedarf es der Zustimmung der Talgemeinde zur konkretisierten Wassernutzungskonzession an das EW Ursern, zum Objektkredit Realp II und zur Ratifizierung des Snee-Vertrages. Das Schutz- und Nutzungskonzept erneuerbare Energien (Snee) legt unter anderem fest, welche Gewässer künftig für die Stromproduktion genutzt werden dürfen. An der ausserordentlichen Talgemeinde stimmen die Urschner Korporationsbürgerinnen und -bürger den drei Vorlagen zu.
UW 8, 29.1.2014, S. 3.
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Freitag, 1. Januar 2016
Elektrizitätswerk Ursern senkt Strompreis
Obschon die kostendeckende Einspeisevergütung für erneuerbare Energien (KEV) per 1. Januar um 0,2 Rappen steigt, müssen die Strombezügerinnen und Strombezüger im Urserental im neuen Jahr weniger für die elektrische Energie berappen. Da die Marktpreise nach wie vor tief sind, gibt das Elektrizitätswerk Ursern (EWU) seinen Kunden die angepassten Preise weiter, sodass je nach Tarifgruppe zwischen 0,9 und 1,7 Prozent netto eingespart werden kann; darin bereits eingerechnet sind die leicht gestiegenen Kosten für Netznutzung und öffentliche Abgaben.
Das Elektrizitätswerk Ursern produziert ausschliesslich erneuerbare Energie. Rund 24 Millionen kWh werden durch die Wasserkraftwerke Oberalp, Hospental und Realp produziert. Weitere 5 Millionen kWh bringen die vier Windenergieanlagen auf dem Gütsch ob Andermatt.
UW 69, 05.09.2015, S. 11.
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ENERGIE IN URI
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ENERGISCHE BEREICHE
STROMPRODUKTION
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